Dienstag, 8. Januar 2013

My year in lists- die besten Alben (Sebastian U)


Sebastian U. aus Dortmund hatte uns netterweise schon seine Liste der besten Konzerte überlassen, nun geht es mit den Alben weiter. Zu recht beschwert er sich darüber, daß The Wave Pictures (Archivfoto by Oliver Peel) nie so richtig wahrgenommen werden, obwohl sie seit zig Jahren ein gutes Album nach dem nächsten veröffentlichen. Der Franzose würde jetzt sagen: "c'est la vie."

Jetzt aber lasse ich Sebastian U. zu Wort kommen.


2012 war ein gutes Jahr für neue Alben. Zwar nicht in Hülle und Fülle, aber Klasse statt Masse ist ja schließlich auch ein recht sinnvoller Spruch. Hier also die Klasse, die dieses Jahr in meine Topcharts versetzt wurde: 

Japandroids – Celebration Rock 

Schon die ersten Alben waren gewaltig, aber das hier toppt noch einmal alles: All killer, no filler! Von vorne bis hinten sensationell gut, atmosphärisch und dicht. Man glaubt oft kaum, dass das eine Zwei-Mann-Band ist. Anspieltipp: da fällt die Auswahl schwer, ich würde wohl täglich was anderes auswählen. Nehmen wir doch mal "Continuos Thunder". 

The Vaccines – Come Of Age 

Es brauchte ein bis zwei Durchgänge, dann war das Album angekommen. Ist ja auch immer schwer nach einem so guten Debut. Aber auch Come Of Age überzeugt fast durchgängig mit tollen Popsongs und Ideen. Hoffentlich nicht noch eine Band, die denkt, irgendwann mal was ganz anderes machen zu müssen. Anspieltipp: Teenage Icon 



Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen – Jeder auf Erden ist wunderschön 

Apropos was anderes machen – haben die beiden Herren, die von Superpunk in diese Band übergegangen sind, mit ihren Mitstreitern zum Glück nicht. Heraus gekommen ist wieder einmal (klingt komisch bei einem Debutalbum) ein herrliches Northern-Soul-Pop-Album mit intelligenten Texten. Ich freu mich schon auf die Tour! Anspieltipp wäre eigentlich "Meine Jeans", dazu findet sich aber kein Video. Deshalb: Nimm mich mit zum Spiel 

The Wave Pictures – Long Black Cars 

Nach jedem Album könnte man die gleiche Leier anstimmen: The Wave Pictures machen ein gutes Album nach dem nächsten, und kaum einer bekommt es mit. In einer perfekten Welt wäre diese Band größer als die fucking Kings of Leon und U2 zusammen. Soviel zur Lage der Welt… Anspieltipp: Stay Here And Take Care Of The Chickens 

Two Gallants – The Bloom And The Blight

 Lang hat’s gedauert, bis endlich mal wieder ein Two Gallants Album erschien, aber das Warten hat sich eindeutig gelohnt. Im Vergleich zu früheren Alben geht das hier mehr nach vorne, ist lauter, wenn man so will. Das tut den Songs aber keinen Abbruch, und die ruhigen, schönen Momente finden sich ja schließlich immer noch zur Genüge. Äußerst gelungen. Anspieltipp: Song Of Songs 

Jack White – Blunderbuss 

Kann der Mann eigentlich was falsch machen? Also musikalisch gesehen? Bei mir scheinbar nicht. Im Gegenteil hat er sich mit seinem ersten Soloalbum wieder ganz nach vorne gespielt. Da kommt sein ganzes großes Können zum Vorschein. Mein lieber Herr Gesangsverein! Anspieltipp: I'm Shakin' 

The Heavy – The Glorious Dead 

Rock’n’Roll, Pop’n’Soul und noch ne Prise Funk dazu. Aus all dem machen The Heavy einen dermaßen großartigen Sound, dass man selbst beim Autofahren nur schwer stillsitzen kann. Und in den ruhigen Momenten des Albums sich kaum halten kann vor Begeisterung über Swaby’s Stimme. Anspieltipp: Don't Say Nothing 

Tame Impala – Lonerism 

Hätte Neil Young mit Crazy Horse vor 35 Jahren ein Album rausgebracht, hätte es wohl so geklungen – lustigerweise klingt sein 2012 veröffentlichtes Album irgendwie auch so. Tame Impala haben Classic Rock entstaubt, aufpoliert und aufs Vortrefflichste herausgeputzt. Anspieltipp: Elephant 

The Crookes – Hold Fast 

Die vielleicht zur Zeit charmanteste Band aus England mit dem nächsten Album voller herrlicher Pophits. Beweist auch der Anspieltipp. Viel mehr gibt’s dazu gar nicht zu sagen – anhören! Anspieltipp: The Cooler King 

Die höchste Eisenbahn – Unzufrieden EP 

Ganz recht, eine EP mit sechs Tracks (eigentlich nur fünf plus ein Reprise) schafft es in die Jahrescharts. Warum? Weil das verdammt nochmal zum Besten gehört, was in den letzten Jahren an deutscher Musik veröffentlicht wurde. Die Schwarzwald-Connection Francesco Wilking und Moritz Krämer hat so wunderbare Songs geschrieben, dass meine Erwartungen an das hoffentlich anstehende Album riesig sind. Mit prominenten Gästen (Judith Holofernes, Gisbert zu Knyphausen) wird die Perfektion perfektioniert. Bitte unbedingt bald (wieder) auf Tour gehen! Anspieltipp: Vergangenheit 

Django Django – Django Django 

Kopf aus, Tanzbein an – auf eine Art, die irgendwie ganz eigen ist. Nur so viel: Wenn ich, was recht unwahrscheinlich ist, einen Film machen sollte, stehen Django Django ganz oben auf meiner Soundtrack-Wunschliste. Anspieltipp: Wor 

 This Many Boyfriends – This Many Boyfriends 

Kurz vor Jahresschluss haben sich diese Briten noch in meine Charts geschlichen – kein Wunder, wenn ein Album textlich so genial beginnt: „“You love pop songs about love / more than being in love in the first place” und das Lied auch noch die Frage behandelt, ob die eigene Musik-Besessenheit eventuell schädlich sein könnte. Quatsch! Kein Quatsch ist aber, dass das ein ganz formidables Album geworden ist. Anspieltipp: I Don't Like You ('Cos You Don't Like The Pastels) 

Ganz knapp an meinen Top 12 vorbeigeschrammt sind u.a. Dexys, The Twilight Sad, Skinny Lister, Kid Kopphausen, Die Türen, The Jim Jones Revue. Wie gesagt, ein gutes Jahr, was man auch daran erkennt, das z.B. Buster Shuffle oder Paul Weller nicht mal in der Nähe der Top 12 waren. Und gerade bei Weller will das schon was heißen! Ich bin gespannt auf 2013. 


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