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Dienstag, 5. Januar 2021

Platten des Jahres 2020 von Oliver Peel

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In den vergangen Jahren will ich einen Trend hin zur kurzen Platte festgestellt haben. 

Hinsichtlich der Verkürzung einzelner Songs hatte ich bereits Artikel in der Presse gelesen, was Alben anbetrifft gibt es sicherlich einschlägige Untersuchungen hierzu, obwohl ich spontan jetzt keine Quelle nennen kann, die meine Vermutungen bestätigt. Vielen gefällt das, weil Zeit und Geduld oft fehlen, mir hingegen behagt dieser Trend zur LP, die nur zwischen 30 und 35 Minuten dauert, nicht sonderlich. Natürlich kommt es in erster Linie auf die Qualität und nicht die Quantität an, aber ist es zu viel verlangt, mindestens 40-45 Minuten hochwertiger Musik auf einem Album zu erwarten ?


Erfreulicherweise gab es Künstlerinnen und Künstler, die lange und zugleich durchweg gute Alben veröffentlicht haben. An erster Stelle ist da der Amerikaner Sufjan Stevens zu nennen, der mit The Ascension den Vogel abschoss: 80 Minuten mit konstant packender und bewegender Musik, das machte ihm 2020 keiner nach. Ein experimentelles Meisterwerk, das dennoch zugänglich blieb und einen irren Spannungsbogen aufbaute.


Taylor Swift überschritt mit ihrem sehr gelungenen Album Folklore ebenfalls die 1 Stundenmarke und lieferte 63 Minuten und 29 Sekunden herzzerreißender Musik ab, zu der Aaron Dessner von The National und Bon Iver einiges beigetragen haben. Ihr erstes richtiges Folkalbum mit reduzierten und intimen Songs.


Die wundervollen Fleet Foxes packten 15 Titel auf ihr 54 Minuten langes neues Meisterwerk namens Shore. Bisher ist das Album nur digital erschienen, erst Anfang Februar sollen Vinyl und CDs endlich in den Läden stehen. Die betörenden Harmoniegesänge werden auf Vinyl sicherlich besonders gut klingen.


Der Rest meiner Bestenliste wird, wie schon die Top 3, von Amerikanern dominiert, insgesamt stammen 15 von 25 Alben aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. 

Aber es gibt auch Franzosen bei mir. En Attendant Ana klingen zwar sehr britisch, ihr flotter Indiepop, glänzend und sehr charmant intoniert von Sängerin Margaux, kommt aber aus dem Land des Käses. Auch Mocke ist Franzose, macht allerdings (fabelhafte) Instrumentalmusik. Cabane stammt aus Belgien und hat sich auf seinem feinen Folkalbum Grande Est La Maison von Kate Stables von This Is The Kit und Bonnie Prince Billy begleiten lassen. 

Mit Sophie Hunger habe ich eine Schweizerin ausgewählt, die auch ein paar deutsche Lieder auf ihrem neuen Werk Halluzinationen zu bieten hat. Ihr Stil ist deutlich weniger bluesig/jazzy als früher, vielmehr Pop, Rock, Elektro. Eine interessante Entwicklung.


Das Vereinigte Königreich ist auch in meiner Top 25 betreten und zwar durch This Is The Kit (Off Off On) und die wundervollen Lanterns on The Lake mit ihrem epischen Post Pop auf Spook The Herd.


Auch Musiker aus Down Under habe ich nicht verschmäht, die Neuseeländerin Nadia Reid hat es in die Liste geschafft und ebenso der Australier Peter Milton Walsh, der Mann hinter The Apartments.


Insgesamt ein schönes Musikjahr was die Plattenveröffentlichungen betrifft, aber es gab sehr wenige Konzerte und da war wir nunmal Konzertfans sind und uns auf Berichte über Liveauftritte spezialisiert haben, muss man das Jahr leider als miserabel bezeichnen. Es kann nur besser werden? Hoffen wir es!

TOP 25


1  Sufjan Stevens- The Ascension
2 Taylor Swift- Folklore
3  Fleet Foxes- Shore
4  En Attendant Ana- Juillet
5 Adrianne Lenker- Songs
6 This Is The Kit- Off Off On
7  The Innocence Mission- See You Tomorrow
8  Courtney Marie Andrews- Old Flowers 
9 Bright Eyes- Down In The Weeds Where The World Once Was
10  Other Lives- For Their Love


11  Cabane- Grande Est La Maison
12  Mocke - Parle Grand Canard
13  Kacey Johansing - No Better Time
14  Lanterns On The Lake- Spook The Herd
15  Sophie Hunger- Halluzinationen
16  Aoife Nessa Frances- Land Of No Junction
17  Sarah Rebecca- self-titled
18  Thousand- Au Paradis
19  The Apartments In And Out Of The Light
20  Zachary Cale - False Spring



21  Phoebe Bridgers- Punisher
22  Nadia Reid- Out Of My Province
23  Matt Berninger- Serpentine Prison
24  Ricky Hollywood- Le Sens du Sens
25  Honey Harper- Starmaker


Montag, 4. Januar 2021

Platten des Jahres 2020 von Gudrun

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Konzerte waren ja 2020 nicht sehr angesagt, aber ich habe wieder sehr viel schöne Musik für mich entdecken können. Hier die Auswahl der Platten, die ich zum Zeitpunkt des Schreibens als die schönsten des Jahres für mich einschätze:
 









 
Daniel Benyamin: Solitarity 
Dota: Mascha Kaléko
Agnes Obel: Myopia
Olafur Arnalds: Some kind of peace
Martin Kohlstedt: Flur

Eine Liste voller Frauenstimmen - aber das überrascht ja nicht...


Donnerstag, 2. Januar 2020

Platten des Jahres 2019 von Gudrun

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Ein für mich eigentümliches Musikjahr 2019 ist zu Ende gegangen. Es sah erst aus, als würde mir keine schöne Musik beschert und dann hagelte es ab Mitte des Jahres Hammermusik. Ich gruppiere das für mich logisch und ohne Reihenfolge so:


Im Januar und Dezember fielen mir zwei Hammeralben "aus dem nichts" in den Schoß - absolute Neuentdeckungen, die mich aber ganz und gar überzeugen konnten:





Wie fast immer brachte der Winter Sale von anost einen neuen Ohrwurm, der diesmal etwas außerhalb meiner Komfortzone liegt:



Es gab ganz schön viel Musik, die ich im Entstehen sehr lang begleitet habe, zum Teil schon über Jahre live gehört und geliebt hatte und die nun endlich und (zum Glück durchweg) wundertoll erschienen sind:








Alben, die ich letztes Jahr schon toll fand, die aber erst 2019 offiziell erschienen sind:



 
Gleich drei Alben aus dem Umfeld der wunderbaren Josienne Clarke:

Pica Pica: Together & Apart






Wunderbare und überraschend neue Alben von Lieblingen:














Dienstag, 1. Januar 2019

Platten des Jahres 2018 für Gudrun

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Das Plattenjahr 2018 hatte im ersten halben Jahr für mich nicht viel zu bieten. Einziger Lichtblick war das Album von Bryde. Und im Herbst ging es dann auf einmal Schlag auf Schlag, sodass ich nicht mehr hinterher kam.


1 Zoe Boekbinder: Shadow
Ich bin schon lange großer Fan von Zoes Musik - schon seit den Zeiten als sie mit ihrer Schwester Kim als Vermillion Lies auftrat. Und ich bin immer noch unfassbar glücklich, dass wir uns inzwischen in vielen Konzerten auch persönlich begegnet sind und ich sie als Freundin ansehe. Trotzdem ist dies das erste Album von Zoe, das mich endgültig und in jedem einzelnen Song ganz und gar überzeugt und mich sehr bewegt. Oh the possibilities!


 


2 Josienne Clarke & Ben Walker: Seedlings all
Die beiden haben seit dem ersten Album einen ganz bestimmten Klang, der direkt zu meinem Herzen spricht und der auf der aktuellsten Platte weitergeführt wurde. Seit dem Konzert bin ich noch mehr auf die Texte aufmerksam geworden und das Album wächst mir mit der Zeit immer noch mehr ans Herz.
 
 

3 Bryde: Like an Island
Es gibt ein paar Künstlerinnen und Künstler, die in ganz besonderer Weise Sprachrohr und Unterstützer für Musik sind, die sie selbst toll finden. Für mich ist Jay Chakravorty ein ganz besonders guter Tippgeber. Er hat mich auf Gabby Young, A seated craft (jetzt Alex St Joan) und Jess Morgan aufmerksam gemacht, um nur ein paar zu nennen und ist in Brydes Band. Er und Laura Kidd (aka She makes war) haben mich in die Richtung geschubst und ich bin verliebt!



 

4 Mirja Klippel: River of Silver
Mirja hat letztes Jahr ein Konzert bei uns gespielt. Das hat mir sehr gut gefallen, aber ich hätte damals nicht vermutet, dass das Album, an dem sie zu der Zeit letzte Hand anlegte, mich dermaßen kriegen würde. Es ist voller Melancholie und Hoffnung.





5 Haley Heynderickx: I need to start a garden
Ewig bin ich um die Musik von Haley herumgeschlichen und war mir nicht sicher. Vielleicht ein grower für mich, denn nun zum Jahresende muss ich zugeben, dass das Album mir total ans Herz gewachsen ist.




6 Zoe Keating: Snowmelt

Dieses Album hat nur einen kleinen Fehler: es ist zu kurz. Aber es ist alles, was die Cellomusik von Zoe Keating so einmalig macht. Schön, endlich wieder ein neues Album von ihr zu haben!



 

7 JFDR: White Sun Live
Das Album ist ein bisschen geschummelt, denn es sind vor allem alte Lieblinge aus Pascal Pinon-Zeiten. Diese sind aber so wunderbar und herzergreifend neu gefasst, dass ich dies kurze Album wieder und wieder hören muss.



 

8 Jill Sobule: Nostalgia Kills
Jill Sobule ist eine Musikerin, die ich vor Urzeiten noch im Radio für mich entdeckt habe. Lange hatte ich nichts von ihr gehört und dann kam ein Anlauf für ein neues Album. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde, aber ich war dabei - um der alten Zeiten willen. Das Ergebnis ist einfach nur grandios zu nennen - sowohl musikalisch als auch in den Texten.
 
 

9 Soap & Skin: From Gas to Solid/You are my friend
Lange Ruhephase um diese Ausnahmekünstlerin und seit langem eine Plattenbestellung, ohne vorher hören zu können. War aber richtig. Sie klingt nicht mehr ganz so verzweifelt. Aber es ist nach wie vor ganz einzigartig und wunderbar.
 
 

10 She makes war: Brace for impact
Laura Kidd habe ich 2014 eher zufällig in einem Konzert in Karlsruhe kennen gelernt. Seitdem immer geschaut, was sie macht, weiter ihre Konzerte besucht und fleißig alle Musik erworben, denn sie ist eine Naturgewalt. Dieses Album habe ich im November 2017 vorbestellt, als es fertig aufgenommen war. Da Laura mit dem Album unbedingt in die Charts wollte, hat es am Ende ewig gedauert bis alles organisiert war und ich im Oktober 2018 endlich auch die Musik hören konnte. Das warten hat sich gelohnt - für sie ging es tatsächlich in die Charts und das Album ist grandios (ich finde es trotzdem immer noch doof, dass sie auch die Vorbesteller so lange warten ließ).




11 Max & Laura Braun: To be mine

Ein ganz klassisches und dabei sehr filigranes Album, in dem mir sehr viel Ruhe und Sonne destilliert zu sein scheinen.



 

12 Distance, Light & Sky: Gold Coast
13 Chantal Acda and Bill Frisell: Live at Jazz Middelheim

Seit diesem Jahr fällt mir erst auf, wie oft und mit welch unterschiedlichen anderen Künstlerinnen und Künstlern Chantal Acda zusammenarbeitet und ihren Stempel aufdrückt mit ihrer Stimme und der uneitlen, aufrichtigen Musizierhaltung. Diese beiden Alben aus dem Glitterhaus waren dieses Jahr die für mich stimmigsten von den vieren, die ich mir gekauft habe.

 

14 Garda: Odds
Endlich neue Gardamusik. Toller Bumms dahinter. Aber live noch viel besser, weshalb das Album irgendwie an den unteren Rand meiner Liste gerutscht ist.



 

15 Lambert & Dekker: We share Phenomena
Ich komme mir vor wie eine Verräterin, da ich Rue Royale schon so lange toll finde, besonders wegen der Mischung aus Männer- und Frauenstimme. Die beiden haben dieses Jahr ein lang erwartetes neues Album gemacht. Und statt dessen hat sich Brooklyns Seitenprojekt mit Lambert in mein Herz geschlichen. Unter anderem durch das schöne Konzert, aber auch noch einmal im ruhigen Rückblick auf das Musikjahr 2018 habe ich vor mir selbst endlich zugegeben, dass es dieses Album für mich total bringt, während die Rue Royale Platte ein wenig hinter meinen Wünschen zurückgeblieben ist. 
 

Donnerstag, 4. Januar 2018

My Year in Lists- Meine 30 Lieblingsalben 2017 (Oliver)

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Unglaublich schwierig für mich eine solche Liste zu erstellen. Gehört habe ich mindestes 80 Platten aus dem Jahre 2017 und etliche davon, die hier nicht berücksichtigt wurden, hatten sich auch in dieser Liste wiederfinden können. Aber es gilt ja, eine Auswahl zu präsentieren.
 
Meine 30 Lieblingsalben/Mes Top 30 albums de 2017:

01 French for Rabbits- The Weight Of Melted Snow
02 SuperBravo- L'Angle Vivant
03 Midget- Ferme tes jolis cieux
04 Emma Gatrill- Cocoon
05 Ora Cogan - Crickets
06 Big Thief- Capacity-
07 Julie Byrne- Not Even Happiness
08 This Is The Kit- Moonshine Freeze
09 Lau Nau- Poseidon
10 Richard Dawson- Peasant
11 Aldous Harding- Party
12 Protomatyr- Relatives In Descent
13 Slowdive- self titled
13 La Féline- Triomphe
14 Flotation Toy Warning- The Machine That Made Us
15 Juliette Armanet- Petite Amie
16 Fleet Foxes- Crack-up
17 Albin de la Simone- L'un de nous
18 The National- Sleep Well Beast
19 Phoebe Bridgers- Stranger In The Alps
20 Cigarettes After Sex- self titled
21 Julia Lucille- Chtonic
22 Lomelda- Thx
23 The Bats- The Deap Seat
24 Winter Family- South From Here
25 Laura Marling- Semper Femina
26 Sleaford Mods- English Tapas
27 Peter Perrett- How The West Was Won
28 The Weather Station- self titled
29 Spoon- Hot Thoughts
30 Mega Bog- Happy Together




Sonntag, 31. Dezember 2017

Gudruns Beste Alben 2017

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Eigentlich gibt es ja hier Konzertberichte, aber einmal im Jahr lege ich gern Alben ans Herz, die sich über die Zeit für mich als besonders und herausragend erweisen. Die Ausbeute für 2017 folgt - nicht ganz ohne links zu Konzertberichten hinter den Bandnamen. 

Danish String Quartet
Last Leaf


Amber Rubarth
 

 


Roxanne de Bastion
 


 

Faustine Seilmann
 


 

Sóley
 


 

Josienne Clarke and Kit Downes
 


 

Martin Kohlstedt


 
 

Einar Stray Orchstra



 

Dear Reader
 




Binoculers



 

Phoebe Bridgers
 

 

Sons of Noel and Adrian




Dienstag, 3. Januar 2017

Platten des Jahres 2016 von Gudrun

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Konzerte sind ja unser Hauptgeschäft, aber einmal im Jahr rede ich hier auch über die Musik aus der Konserve, die mich im Kalenderjahr besonders bewegt hat. Natürlich ergibt sich auch immer mal wieder eine Befeuerung von Begeisterung durch Konzerte oder der Konzertwunsch entspringt der heißen Liebe zu einem Tonträger. Leider hat es dieses Jahr nicht geklappt, zwei meiner großen Favoriten Ende Oktober live zu erleben: MONO und Agnes Obel machten Station als ich nicht in Karlsruhe war. 


Aber Jherek Bischoff live zu erleben war schon ein großes Extra & außerdem die vielleicht einzige Show mit der Originalbesetzung von Pascal Pinon in diesem Jahr in Deutschland. Afenginn haben mich durch ihre Live-Vorstellung der aktuellen Musik auch noch mehr für ihr neustes OPUS eingenommen. Mines Scheibe ist sogar noch viel besser geworden, als die Kostproben auf den Shows im vorletzten Jahr erwarten ließen. In die Musikliste haben es auch ein paar Zufallsfunde geschafft und ich bin selbst ganz überrascht, dass darunter auch zwei deutschsprachige Platten sind.

Citizen of Glass (Agnes Obel)
Requiem for Hell (MONO)
Strung out in Heaven (Jherek Bischoff & Amanda Palmer)
Gentle Songs of Ceaseless Horror  (Louis Barabbas)
Das Ziel ist im Weg (Mine)
Sundur (Pascal Pinon)
Verloren Verleden (Anneke van Giersbergen & Árstíðir)
The heavy wait (David Simard)
Unsongs (Moddi)
Opus (Afenginn)
Tanta Furia (Birdeatsbaby)
Klang Der Offenbarung Des Göttlichen (Kjartan Sveinsson)
Cistern (Jherek Bischoff)
Twisted Animals (Sorry Gilberto)
Ich bin der Regen (Nadine Maria Schmidt)
The man with the anvil hat (Matthew Whitaker)
Paperskin (Coucou)
Knights of Something (Troy von Balthazar)

Pale Moon Kid (Jenny Berkel)
So ferocious (Carsie Blanton)

Vexations16 (Get well soon & Das Orchester des Nationaltheaters Mannheim)


Sonntag, 3. Januar 2016

My year in lists - Gudruns beste Alben 2015

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Im ersten Moment war ich ein bisschen überfragt, welche Musik mich 2015 eigentlich vom Hocker gehauen hat. Schlampig hatte ich CDs kommen und nach einiger Zeit im Regal verschwinden lassen und auch nicht in die digitale Sammlung aufgenommen, die mir sonst am Jahresende hilft. Insofern war es eine besondere Freude, mich beim bauen der Liste wieder mit zu unrecht weggekramten Platten zu beschäftigen. Und ganz entgegen meinen Gepflogenheiten, ist die Liste tatsächlich als ungefähre Reihenfolge zu verstehen....



01 Fallinn Wolff Først
02 Binoculers Adapted to Both Shade and Sun
03 Kristin McClement The wild grips
04 Mäkkelä Last of a dying breed
05 Sea + Air Evropi
06 Eliza Rickman Footnotes for the spring
07 Led to sea The beautiful hummings of Ms Fortune

08 She Owl Animal Eye
09 Circuit Des Yeux In Plain Speech 

10 Anastasia Sergeeva Heart of Winter 
11 Chantal Acda The Sparkle in Our Flaws
12 A seated craft Of birds
13 Lana del Rey Honeymoon
14 Matt Bauer Dream's End
15 Remembering Mountains Unheard Songs by Karen Dalton
16 Evi Vine Give your heart to the hawks
17 Locas in Love Kalender
18 Princess Chelsea The great Cybernetic depression




Freitag, 2. Januar 2015

My year in lists - Gudruns beste Alben 2014

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Im Jahr 2014 gab es besonders viele Künstlerinnen, die ganz neu auf meinem musikalischen Horizont auftauchten, um mich komplett zu begeistern. Von den 12 besten (fünf-Sterne-Alben) sind nur fünf von mir vorher bekannten, und davon nur drei von bis dahin persönlichen Helden.


Linda Perhacs - The Soul of all natural things


 

My Brightest Diamond - This is my hand


 

Tomorrow we sail - For those who caught the sun


 

Tara Jane O'Neil - Where shine new lights

 


Tiny Ruins - Brightly painted one
 
 

Wendy McNeill - One colour more


 
Dánjal - Time


 
 

Johanna Borchert - Fm Biography
 
 

Bridie Jackson and the arbour - New Skin



Catherine Feeny & Chris Johnedis - dto




Marie Louise - My name



Chantal Acda - Live in Dresden



Nachdem ich versucht habe, die Besprechungen bei Platten vor Gericht zu verlinken, musste ich feststellen, dass ich der Community dort meinen Input schuldig geblieben bin... 

 

Sonntag, 5. Januar 2014

My year in lists: Lieblingsmusik 2013

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Meine Lieblingsplatten aus dem Jahr 2013 auf einen Blick:





Big Fox: Now




















Montag, 14. Januar 2013

My year in lists- die besten Konzerte und Alben 2012 (Karine G.)

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Karine G, grand fan de musique et de concerts nous raconte ceci et nous laisse gentillement partager ses lists*:

"à vif et sans trop réfléchir mes meilleurs souvenirs concerts et les albums qui continuent de tourner sur ma platine, malgré le temps qui passe... "

concert:  

edward sharpe (trabendo), 
bon iver (olympia), 
efterklang (ancienne belgique), 
the walkmen (route du rock! plus décevant au pitchfork je dois l'admettre!) réveil des tropiques (bitter sweet et péniche), 
radiohead (zénith strasbourg), 
et plus incongru willis earl beal (route du rock) 

album: 

beach house!!! (tellement déçue de les avoir manqué 2 fois cette année!!) 
Jason lytle (rien à redire et j'ai vraiment très hâte au concert!!) 
melody's echo chamber (envoutant!) 
efterklang (majestueux!) 
grizzly bear (ils déçoivent décidément jamais!) 
taken by trees (avec le froid qui court, c'est tous les jours les vacances au soleil) 

*"ceci n'est pas un top! parce que j'aime pas trop faire de classement c'est plutôt des reliques de mon année 2012 qui me poursuivent en 2013"

Foto: The Walkmen par Oliver Peel ©


My year in lists- die besten Konzerte und Alben 2012 (von Gerhard K.)

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Gerhard K. hat uns freundlicherweise ebenfalls die Liste seiner besten Konzerte und Alben 2012 zukommen lassen. Vielen Dank! Aber lassen wir ihn doch sofort selbst zu Wort kommen:

"Bei den Konzerten hätte ich lieber 20 von 90 aus 2012 genommen. Mein Focus bei Konzerten liegt auf Blues und Bluesrock. Ein Drittel der Konzertbesuche geht in diese Richtung. Leider kann ich da nicht so viele gute Künstler sehen, ohne weit bis sehr weit (von Frankfurt aus) fahren zu müssen. Aber natürlich bin ich sehr offen für andere gute (Live-)Musik." 

Konzerte 2012 

Beth Hart, Colos-Saal Aschaffenburg 
Kathleen Edwards, Studio 672 Köln 
Three Fall, Klang Werk Wiesbaden 
Ryan McGarvey, BluesMoose Fest Groesbeek 
Zaz, Jahrhunderthalle Frankfurt 
Trampled Under Foot, Volkshaus Basel 
Gov't Mule, Salierhalle Winterbach 
Joss Stone, E-Werk Köln 
Wallis Bird, Kreativfabrik Wiesbaden 
Jason Mraz, Jahrhunderthalle Frankfurt 

Alben 2012 

Beth Orton - Sugaring Season 
Aimee Mann - Charmer 
John Mayer - Born And Raised 
Tanita Tikaram - Can't Go Back 
Taylor Swift - Red 
ZZ Ward - Til The Casket Drops 
Nina Attal - Yellow 6/17 
Joss Stone - The Soul Sessions Vol. 2 
Lianne La Havas - Is Your Love Big Enough 
Joanne Shaw Taylor - Almost Always Never 

 Foto Wallis Bird by Oliver Peel ©



Sonntag, 13. Januar 2013

My year in lists- die 20 besten Alben 2012 (Christoph B.)

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"Österreicher in Berlin. Kultivierter Blogger."

Mit diesen schönen Worten stellt sich Christoph B. auf seiner Facebook Seite selbst kurz vor. Mir kommt in diesem Zusammenhang dann natürlich sofort in den Sinn, ob die Österreicher in Berlin mit ähnlichen Vorurteilen zu leben haben, wie zur Zeit die Schwaben. Aber wahrscheinlich ist das ganze Thema sowieso von der Presse hochsterilisert worden.

Achso, Christoph schreibt übrigens für den tollen Blog Lieinthesound, den ihr euch auf jeden Fall mal anschauen solltet!

Zur Liste von Christoph: herlich buntgemischt und sich auf kein Stil oder Genre festlegend. Ähnlich fasse ich Musik auch auf. Es wird gehört, was gefällt. Wenn ein Teil der Indie-Gemeinde über Lana Del Ray (Foto Oliver Peel) her zieht, dann sollen sie das doch ruhig tun.

Aber nun lest bitte die Liste und den originellen Statistik-Teil und entdeckt möglicherweise noch den ein oder anderen Schatz!


Meine Top 20 Alben 2012 

1. Lana Del Rey – Born To Die 
2. Clinic – Free Reign 
3. Joel Alme – A Tender Trap 
4. Dusted – Total Dust 
5. Yppah – Eighty One 
6. Wintersleep – Hello Hum 
7. Michael Stearns, Lisa Gerrard and Marcello De Francisci – Samsara (OST) 8. Sharon Van Etten – Tramp 
9. Damien Jurado – Maraqopa 
10. Xavier Rudd – Spirit Bird 
11. Collapse Under The Empire – Fragments Of A Prayer 
12. Godspeed You! Black Emperor – 'Allelujah! Don't Bend! Ascend! 
13. Kid Koala – 12 Bit Blues 
14. Blockhead – Interludes After Midnight 
15. Pit Przygodda – Lied 
16. Soulsavers – The Light The Dead See 
17. Crystal Castles – (III) 
18. SoKo – I Thought I Was An Alien 
19. Lindi Ortega – Cigarettes & Truckstops 
20. Jenn Grant - The Beautiful Wild 

Top 20 nach Herkunft: Kanada 7/ USA 5.5/ England 2/ Deutschland 2/ Australien 1.5/ Schweden 1/ Frankreich 1 (Split bei Samsara OST) 

Top 20 nach Genre: Folk-Pop 3/ Indie-Rock 2/ Electronica 2/ Post-Rock 2/ Pop 2/ Indie-Pop 1/ Folk-Rock 1/ Filmmusik 1/ Indie-Folk 1/ Ethno-Folk 1/ Chanson 1/ Electro-Pop 1/ Country 1/ Turntablism 1 

Top 20 nach Label: Ninja Tune 3/ Universal 2/ Domino 1/ Razzia 1/ Polyvinyl 1/ Affairs of the Heart 1/ Colosseum 1/ Jagjaguwar 1/ Secretly Canadian 1/ SideOneDummy 1/ Finaltune 1/ Constellation 1/ Solaris Empire 1/ Cooperative 1/ Warner 1/ Last Gang 1/ Six Shooter 1 

Top 20 nach Geschlecht: 7.5 Musiker bzw. Sänger/ 6 Formationen (Frontmann)/ 5.5 Musikerinnen bzw. Sängerinnen/ 1 Formation (Frontfrau) (Split bei Samsara OST)


My year in lists- die besten Alben (John Brunner from Mezzic)

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American music lover and blogger John Brunner just sent me his great list of his personal best records of 2012. He is writing for a fantastic site called Mezzic


I nearly cheated this year and added Altos’ long awaited debut three-song album. The Milwaukee-based mini-orchestra, who formed back in 2004, released their first recorded music seven years after; and it was a gem. But to be chronologically strict, here are my favorites of 2012: 

Field Report – Field Report 

“I Am Not Waiting Anymore” is one of the singularly most powerful proclamations of seizing life’s reins for your well-being. I had the luck of seeing Conrad Plymouth, the precursor to Field Report, in Wisconsin. Chris Porterfield’s folk is immensely intimate to the soul, a testament to his time in DeYarmond Edison before that spoke split into Megafaun and Bon Iver. 

Macklemore & Ryan Lewis -The Heist 

Prior to “Same Love” and “Thrift Shop,” Macklemore was selling venues out in America left and right. The independent rapper, down to using a U-haul for his business, exploded this year beyond Seattle’s city limits. He already won the hearts of his city, and America’s anthem for equality “Same Love” has enraptured the nation. Rightfully so, it’s a beautifully personal album through and through. 

P.O.S – We Don’t Even Live Here… 

Never Better came in 2009. By 2011, Stefon had started testing new waters with Gayngs, the collaboration Four Fists with Astronautalis, and a monster of a song foretelling dance-rap in “Get Down.” The song instantly convinced non-rap fans to set aside prejudices, and just go nuts. We Don’t Even Live Here… got stopped out of the gates, however, when Stefon disclosed he could not tour due to his kidneys being “garbage” and needing to be replaced. It was a pity, since WDELH is his best to date; even bringing out a better rap feature from Justin Vernon than Vernon did for Kanye West. 

Alt-J – An Awesome Wave 

Venues are being upgraded across North America as we speak. Rightfully so. While many people started to criticize the group towards the dawn of 2013, their masterful An Awesome Wave was undeniably one of the top debut albums from a band in recent memory. 

Cloud Nothings – Attack on Memory 

“We are Cloud Nothings. There is no encore.” Dylan Baldi and Cloud Nothings gave the highest energy, most brutal concerts of the past year both at SXSW in Austin and at Point Ephémère in Paris. “Wasted Days” is a veritable rejection of traditional punk song structure nearly attaining 9 minutes in length, reaching what Green Day helplessly tries to cling to since their success with American Idiot. This album brought me back to high school going to grimed punk and ska shows in bowling alleys and roller rinks. 

Phox – Friendship 

Monica Martin was so terrified to sing that she broke down after the first concert, even after using a megaphone as a way to shield her stage fright. Yet when recordings emerged, Madison, Wisconsin became aflutter over a voice that, personally, sounded like it came from the City of Angels instead of a place with a restaurant serving 150 local beers and cheese curds. Alongside Matt Holmen and four fellow high school amigos, Friendship became one of the most erratically charming, earnestly gorgeous pieces of indie music in recent years. Obviously it had to come from Baraboo, home of the Circus World Museum. 

Purity Ring – Shrines (pic byOliver Peel)


Passion Pit had a hell of a time topping “Sleepyhead.” You lay all your cards out, and then have to deliver. Purity Ring did the same, but succeeded to match the expectations with their debut Shrines after cryptically unveiling “Belispeak” and “Ungirthed.” The otherworldly “Saltkin” easily lands in the top three songs of the year. 

Y La Bamba – Court the Storm 

There are a lot of people who do folk, even female fronted folk or indie. Luz Elena Mendoza and Y La Bamba are an exception. Yes, “Court the Storm” features Neko Case, with whom they opened for in the past, and those transcendent melodies people seek out Grizzly Bear for. However, it’s the infusion of traditional Mexican folk that sets the Portland group apart from the majority of indie groups these days. Paul Cameron joins along with Ben Meyercord in having a much more prominent role than on Lupon. There wasn’t a song more impactful than “Bendito” this year, as it’s sound silently tanked the heart two-thirds of the way in to Luz’s ever strengthening voice. 

Poliça – Give You the Ghost (pic by Oliver Peel)



Channy and Poliça were everywhere, especially in Europe with numerous trips to Paris. People were just fascinated by the dual drums and lithe singing slipping between percussion, bass and synths. Though it hearkens back to Digitata, another group under Ryan Olson’s creative umbrella, nothing could attain the hypnotic essence of Give You the Ghost. 

Wiping Out Thousands – This Came First 

Alaine had to check with her roommates on who this Taylor kid was while studying at McNally Smith College of Music. He sent a Facebook message without them ever knowing each other before, looking for a new singer keen on Nine Inch Nails and Portishead. What came next was a series of teasers, singles, an EP, and topping headliners YACHT at their own concert. Electroclash accurately describes This Came First, an amalgamation of electro (as on the funky “Hips”), overpoweringly balanced synths and screaming riffs (“Creation”), or addictive collisions of cohesive noise over spoken word poetry (“Below Tripping”). I truly hope they stick together for the long haul, even if Taylor’s not keen on Alaine’s fondness for Colin Meloy.



Samstag, 12. Januar 2013

My year in lists- die besten Songs, Alben und Konzerte 2012 (Quentin Dève)

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On continue encore quelques jours avec les lists "Best of de 2012" avant de nous concentrer uniquement sur l'année 2013. Vous pouvez toujours nous envoyer vos lists!

Voici une très belle liste par Quentin Dève qui écrit pour le chouette Webzine Soit dit en passant. On y retrouve notamment Six Organ Of Admittance un groupe folk psychédélique qui reste assez confidentiel, malgré plusieurs albums très réussi. Ce n'est plus le cas pour Beach House (photo par Oliver Peel), qui ont cartonné avec leur quatrième album.

Morceaux les plus écoutés (ne datant pas forcément de 2012) 

Danny Brown, Grown up 

We Are Pirates, Running 

Beach House, Lazuli 

Sharon Von Etten, Give out 

Aaron Martin, Lightning in Meadow Grass 

Beach House, Myth 

Lower Dens, Brains 

The Go-Betweens, Cattle and cane 

Appaloosa, Patchwork 

The Walkmen, We can’t be beat 

10 albums préférés par ordre alphabétique 

Beach House, Bloom 

Chromatics, Kill for love 

Godspeed you! black emperor, Allelujah! Don’t Bend! Ascend! 

John Maus, A collection of rarities and previously unreleased material 

Max Richter, Vivaldi Four Seasons (Recomposed) 

Six Organs of Admittance, Ascent 

Swans, The Seer 

Thee oh sees, Putrifiers II 

Ty Segall, Twins 

Woods, Bend Beyon 

Meilleur concert 

Six Organs of Admittance, Château des ducs de Bretagne.


Freitag, 11. Januar 2013

My year in lists- die besten 10 Alben (Ina Simone Mautz)

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Ina Simone Mautz ist Musikerin und nennt ihr wunderbares Projekt Ina Simone & The Lonesome Thrones .Wenn ihr also einen Tip für das Musikjahr 2013 sucht, solltet ihr da mal reinhören.



In ihrer Liste der besten Album geht es aber noch einmal um das Musikjahr 2012, ja sogar manchmal 2011, weil sie sich , genau wie ich,  um Veröffentlichungsdaten nicht sonderlich schert. Was zählt ist, wann ein Album gehört wird. Ihre jeweiligen Erläuterungen zu den Longplayern sind so verdammt gut geschrieben, daß man das Gefühl hat, sie würde das öfter machen...

Aber lest selbst:

10. Tiny Ruins - Some Were Meant For Sea 

Das kann nicht jeder: In ein Debüt einzusteigen wie in ein reifes Alterswerk - entschleunigt, erhaben, selbstvergessen, in sich ruhend, tiefenentspannt. Eine Akustikgitarre, die ganz für und bei sich zu sein scheint, eröffnet zart gezupft "Some Were Meant For Sea", das erste Album der 26-jährigen Hollie Fullbrook, die sich auch Tiny Ruins nennt. Winzig ist in den folgenden 48 Minuten allerdings rein gar nichts, Zurückhaltung und Bescheidenheit verleihen den elf Stücken sogar eine ganz und gar eindrucksvolle Größe. Fullbrook schreibt herrliche Melodien, erzählt äußerst unterhaltsame Geschichten und, auch das gelingt nur wenigen Debütanten, konzentriert sich stets auf das Wesentliche. Es gibt keine üppigen Arrangements, höchstens hin und wieder einen gutmütig trottenden Kontrabass, sorgfältig ausgewählte Percussion oder ein paar sanft umherschmeichelnde Streicher. Im Vordergrund stehen allerdings ihre ergreifende Stimme und ihre wohltemperierte Klampfe - abgesehen vom hübschen "You've Got The Kind Of Nerve I Like" und von "Pigeon Knows", wo ausnahmsweise ein idyllisch hallendes Klavier dominiert, das sich anhört, als würde es im Foyer einer alten, verlassenen Villa stehen. "Some Were Meant For Sea" klingt wie eine wunderbare, live eingespielte Demo-Sammlung. Nichts wirkt geschminkt oder unnötig optimiert. Ein sehr, sehr hübsches Album. Bester Song: "Bird In The Thyme" http://www.youtube.com/watch?v=kScLsa0Vrhs 

9. Get Well Soon - The Scarlet Beast O'Seven Heads - La Bestia Scarlatta Con Sette Teste

 Konstantin Gropper agiert in Dimensionen, die sich mit schlichter Einfachheit nicht zufrieden geben - im doppelten Sinne. Auf seinem letzten Werk "Vexations" präsentierte er folgerichtig auch gleich "5 Words / 7 Swords" und nun also die scharlachrote Bestie mit nicht weniger als sieben Köpfen. Passenderweise handelt es sich bei Get Well Soon um ein Septett, auch wenn Komponist und Dichterfürst Gropper sich seine opulenten Dramen nach wie vor ganz alleine ausdenkt. In fast jedem der 13 Songs hat er Filmzitate untergebracht, sowohl musikalisch, als auch lyrisch. Ohnehin: "The Scarlet Beast O'Seven Heads - La Bestia Scarletta Con Sette Teste", selbstverständlich von Gropper höchstpersönlich produziert, ist viel mehr ein Soundtrack zu einem individuell imaginierbaren Film, als eine normale Studioplatte. Der Künstler ließ verlauten, dass er sich den kryptischen Albumnamen auch ganz hervorragend als Titel eines Dario-Argento-Filmes vorstellen könnte, und tatsächlich nennt er italienische B-Movies der Siebziger Jahre und die dazugehörige Musik als einen der Haupteinflüsse seines dritten Opus. Neben der Apokalypse, natürlich. Große Gesten, schwelgerische Streicher, würdevolle Bläser, tirilierende Flöten, glitzerndes Glockenspiel, märchenhafte Harfen, charmante Cembalo-Klänge und sogar elektronische Synthie-Elemente - nichts zum Nebenbeihören, aber gerade deswegen ein ganz besonderes Werk. Bester Song: "Roland, I Feel You" http://www.youtube.com/watch?v=T7VLODAGDVc 

8. Lawrence Arabia - The Sparrow 

Da nennt Lawrence Arabia, der gar nicht Lawrence Arabia, sondern James Milne heißt, und gar nicht aus Arabien, sondern aus Neuseeland kommt, da nennt also dieser grundsympathische Hochstapler sein drittes Album doch tatsächlich "The Sparrow", "Der Spatz". Das alleine mag zunächst noch nicht sonderlich außergewöhnlich erscheinen. Aber in Kombination mit dem Umstand, dass die sicherlich tadellos sitzende Frisur des Singer-Songwriters auf dem Cover-Porträt von einem beherzt hineingemalten, prächtig ausgebildeten Gehirn überdeckt wird, ist das in all seiner Bilderrätselhaftigkeit schon bemerkenswert. Vielleicht auch bloß Understatement - schließlich kann bei Milnes cleveren Kammerpop-Kleinoden, allesamt im Stil der späten Sechziger und frühen Siebziger gehalten, von einem Spatzenhirn nun wirklich nicht die Rede sein. Ein Singvogel ist der überzeugte Dandy, der als Tourmusiker bereits Feist und Okkervil River begleitete, hingegen schon und erweist sich zudem als Freund furchtlosen Falsettgesangs, selbstverständlich wohldosiert. Vor allem ist Milne aber ein hervorragender Melodienfinder, ein souveräner König der Harmonien, ein fabelhafter Arrangeur und nicht zuletzt ein höchst unterhaltsamer Geschichtenerzähler. Er sucht Größe nie in überladener Opulenz, sondern findet sie in Arrangements, die Raum lassen. Grazil pointierte, hin und wieder auch hemmungslos schwärmerische Streicherarrangements und eine zünftig groovende Rhythmusgruppe sind die Säulen dieser wunderbar nostalgisch anmutenden Kompositionen. Ein überaus gelungenes Album. Bester Song: "Legends" http://www.youtube.com/watch?v=az-Sq-KIKUI 

7. Caroline Keating - Silver Heart 

Obwohl Keating unter den Sympathisanten liebreizender Klavierkunst schon seit Jahren als vielversprechendes Talent mit höchst interessantem Repertoire galt, ist mit "Silver Heart" tatsächlich erst ihr Debütalbum erschienen. Warum das so lange gedauert hat? Man weiß es nicht. Produzent Drew Malamud (Stars, Metric, Grizzly Bear) hat jedenfalls für einen sehr intimen, beinahe unproduziert wirkenden Klang gesorgt - als hätte Keating sich heimlich kurz nach der Geisterstunde ins Studio geschlichen, um die Weite und die Stille der Nacht mit ihrer Kunst zu füllen. Wenn man selbige in Worte zu fassen versucht, müssen auf jeden Fall Keatings große instrumentale Virtuosität, ihr ausgeprägtes Gespür für Melodien und Arrangements und ihr Faible für leidenschaftlich hinpianiertes Staccato Erwähnung finden. Ohnehin: Dieser auffallend neugierige und dennoch weise Umgang mit dem Piano - so, als wäre die Klaviatur ein Abenteuerspielplatz, dessen Rasen mit Philosophenschriften ausgelegt ist. Vorbilder hat die Kanadierin bestimmt eine Menge, nicht ohne Grund heißt eines ihrer Lieder "Billy Joel". Aber noch weitaus größer ist die Fülle ihrer eigenen Ideen und Qualitäten. Keatings Lieblingsthema ist die Liebe, und dagegen spricht ja nun auch wirklich überhaupt nichts. Während das Scheitern amouröser Projekte bei anderen Damen jedoch zu selbstmitleidig-melancholischen Epen führt, schafft es die kanadische Singer-Songwriterin, bei aller emotionalen Ergriffenheit wenigstens eine Augenbraue und mindestens einen Mundwinkel hochzuziehen - Humor hat sie nämlich auch noch. Und vor allem ganz hervorragende Songs. Nur eines bleibt nach den knapp 40 Minuten unbegreiflich: der Albumtitel "Silver Heart". Diese Lieder haben schließlich ein Herz aus Gold. Bester Song: "Lusty Dusty" http://www.youtube.com/watch?v=NdWWyVuCUGw 

 6. Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra - Theatre Is Evil

"Die erste Regel des Theaters ist die, dass es keine Regeln gibt." Dieses schöne Zitat stammt zwar von dem italienischen Autor und Regisseur Dario Fo, hätte aber auch sehr gut aus dem dramatisch dunkelrot geschminkten Mund von Amanda Palmer kommen können. Denn auf "Theatre Is Evil", ihrem zweiten Solo-Studiowerk nach dem 2010 erschienenen und von Ben Folds produzierten "Who Killed Amanda Palmer", geht es außerordentlich anarchisch zu. Palmer hält sich an absolut gar nichts, was eine Plattenfirma gut meinend geraten hätte. Mit anderen Worten: keine Konventionen, keine Vernunftskalkulationen - kein Wunder, dass sie diese illustre Sammlung exzessiven Liedguts in Eigenregie, auf ihrem eigenen Label 8ft. veröffentlicht hat. Finanziert von einer mächtigen Horde ergebener Fans, die Palmer via Crowdfunding nicht nur die angestrebten 100.000 US-Dollar bescherten, sondern mehr als das Zehnfache: 1.192.793 US-Dollar, um genau zu sein. In Rekordzeit. Als soundästhetische Vorbilder diente dieses Mal weniger das einst bei Palmers Duo The Dresden Dolls übliche Punk-Cabaret-Flair, sondern New Wave und Bands wie My Bloody Valentine. Überschwang und Opulenz, Nebelmaschinen und Schweißfilm, Hedonismus und Breitbildformat! Der höchst kompetente Produzent und The-Paper-Chase-Frontmann John Congleton wurde erfolgreich mit der Aufgabe betraut, eine Wall-Of-Sound aus ungezügelten Gitarren und lasziven Synthesizern zu erschaffen. Auch Palmers Mitmusiker Jherek Bischoff, Michael McQuilken und Chad Raines erwiesen sich als erstklassige Komplizen - besonders erstaunlich ist es also nicht, dass "Theatre Is Evil" viel eher nach einem Bandalbum als nach einem Solowerk klingt. Nebenbei bemerkt: Der sensationelle Clip zu "Want It Back" ist mein Video des Jahres (=> http://www.youtube.com/watch?v=cZCadqQY-Lw ). Bester Song: "The Bed Song" http://www.youtube.com/watch?v=iUVvpircaxo 

5. Adam Cohen - Like A Man 

Was? Das Album ist tatsächlich schon 2011 erschienen? Mir egal, hab ich aber erst 2012 entdeckt und sehr gemocht. Adam Cohen trat im Vorprogramm von Rufus Wainwright auf, hatte Talent, Humor und Charme, in handelsunüblichen Mengen, und es bestand nach seiner eindrucksvollen Darbietung, der ich im Dezember 2012 beiwohnen durfte, überhaupt kein Zweifel mehr daran, dass er deutlich mehr zu bieten hat, als "nur" der Sohn von Leonard Cohen zu sein. Sein Album "Like A Man" hat mich dann auch sofort überzeugt - nicht nur mit seinen wunderbaren, zumeist akustischen Songs, seinen eleganten Arrangements und souverän poetischen Texten, sondern auch mit seiner einzigartigen Atmosphäre. Diese Lieder haben so eine herrliche innere Ruhe; man hat das Gefühl, sie atmen hören zu können. Bester Song: "Like A Man" http://www.youtube.com/watch?v=Vvq1BiHLaW0 

4. Rufus Wainwright - Out Of The Game 

Es war nur konsequent, dass Rufus Wainwright nach der Uraufführung seiner Oper "Prima Donna" und der Vertonung von Shakespeare-Sonetten mit "Out Of The Game" ein kompromisslos hedonistisches Pop-Album veröffentlicht hat. Und was für eins! Begleitet wird er darauf von Produzent Mark Ronsons Stamm-Musikern - Mitgliedern der Dap-Kings, die Wainwrights schwelgerischen Kompositionen Soul, Funk und R'n'B eingehaucht haben. Seine instrumentale Königsdisziplin, das Klavierspielen, überlässt Wainwright weitgehend dem Top-Studiomusiker Victor Axelrod und singt dafür aber auch doppelt so gut wie sonst. "Out Of The Game" orientiert sich am "Sound of 1970s California", und vielleicht hat auch diese ganz spezielle, warme, relaxte, nostalgische Leichtigkeit dazu beigetragen, dass das Album in nur zwei Monaten fertig war. Übrigens: Hätte ich eine Liste meiner Top-Konzerte 2012 geschrieben, dann wäre Rufus Wainwright auf Platz 1 gelandet. Es ist jedes Mal schier unfassbar, wie sensationell seine Stimme live klingt und wie wirklich jede kleinste Nuance sitzt, mühelos. Bester Song: "Sometimes You Need" http://www.youtube.com/watch?v=aZ_0l0vlJEk 

3. Dark Dark Dark - Who Needs Who 

Höhere Beziehungsmathematik gehört zu den schwierigsten Disziplinen der Wissenschaft. Ist es möglich, sich auseinanderzudividieren und trotzdem noch etwas miteinander zu teilen? Multiplizieren sich dabei nicht die Differenzen? Und was bleibt überhaupt unterm Strich, wenn man noch nicht einmal darüber hinweg ist? Man betrachte hierzu dieses interessante Fallbeispiel: Bis Anfang 2011 waren Nona Marie Invie und Marshall LaCount noch ein Paar. Sie teilten nicht nur Tisch und Bett miteinander, sondern auch ihre Band Dark Dark Dark, die sie fünf Jahre zuvor in Minneapolis gegründet hatten. Zum Zeitpunkt der Trennung liegt ein mit unzähligen Live-Verpflichtungen gefülltes Jahr vor ihnen. Und die Frage, wie nun mit all dem umzugehen sei. Man könnte ja Freunde bleiben, aber würde dann auch Freude bleiben? Invie und LaCount haben den Versuch gewagt, das private Band zu zerschneiden und trotzdem eine Band zu bleiben. Und sie haben ein hinreißendes Album aufgenommen, ihr drittes: "Who Needs Who". Der Dialog zwischen Invie und dem Klavier steht dieses Mal deutlich im Vordergrund, alles andere sind bloß ornamentierende Fußnoten. Aber stets auf Augenhöhe. Bester Song: "Patsy Cline" http://www.youtube.com/watch?v=Y1_Ujb1Qf9w 

2. Ben Folds Five - The Sound Of The Life Of The Mind 

Die Reunion des Jahres: Ben Folds Five machen nach 12 getrennten Jahren wieder zusammen Musik und hauen dann auch noch so ein Album raus! Für ihren ersten Auftritt als wiedervereinte Band probten sie immerhin zwei Stunden. Wem jetzt die Worte fehlen, der lenke seine Aufmerksamkeit auf zwei weise Zitate des Extrembergsteigers Reinhold Messner. Den meinten Ben Folds Five im Titel ihres 1999 veröffentlichten dritten Albums "The Unauthorized Biography Of Reinhold Messner" zwar nicht wirklich, dafür aber bringen dessen Äußerungen, mit denen wiederum Ben Folds Five nicht gemeint waren, das neuerliche Schaffen der Band hervorragend auf den Punkt: 1. "Der Spaß muss das Tun bestimmen." 2. "Meine Kraft schöpfe ich aus meinen Ideen für die Zukunft, nicht aus den Leistungen, die hinter mir liegen." Die außerordentliche Spielfreude, die euphorisch überschäumende Energie, das blinde Verstehen - all das hört man auf "The Sound Of The Life Of The Mind" sofort. Es gibt Streicher-Arrangements von Altmeister Paul Buckmaster (Elton John, Leonard Cohen, David Bowie, Harry Nilsson), Songs im Stile der Klassiker des Great American Songbook, sogar eine Wurlitzer-Funk-Disco-Nummer und natürlich traditionell keine Gitarren. Dafür allerallerschönsten Piano-Pop. Bester Song: "On Being Frank" - aber weil's dazu kein Video gibt, nominiere ich zusärtzlich das ebenfalls großartige "Do It Anyway" http://www.youtube.com/watch?v=mEyrfFwf3rI 

1. Patrick Watson - Adventures In Your Own Backyard 

Was macht Patrick Watson, dieser im positivsten Sinne wahnsinnige Kanadier eigentlich, wenn er nach all seinen Klangexpeditionen durch die Welt, das Universum, die Milchstraße, durch mit gleißend hellen Visionen gefüllte schwarze Löcher, strahlende Sternbilder und imposante, unerforschte Planeten nach Hause zurückkehrt? Wenn er wieder in seiner bescheidenen Wohnung in Montreal sitzt, bei Frau und Kindern, und der Müll runtergebracht, die Treppe gekehrt und Rechnungen bezahlt werden müssen? Was also passiert mit einem Kosmonauten, wenn er wieder auf dem Boden der Tatsachen ankommt? Die Antwort ist naheliegend und dennoch überraschend: Er bleibt Kosmonaut. Er findet das Abenteuer im scheinbar Bekannten, dem alle anderen nur noch flüchtige Blicke oder halbe Gedanken widmen. Er entdeckt Größe in kleinen Gesten und Schwerelosigkeit im Alltagsdickicht. Und das ist der Punkt, an dem "Adventures In Your Own Backyard" beginnt. Schon die ersten Sekunden lassen keinen Zweifel daran: Wenn die Hausmeistergattin vor dreißig Jahren mal einen Brillantring im Hinterhof verloren haben sollte, dann findet Watson ihn. Zart perlendes Piano, Flöten, Marimba, sanfte Akustikgitarre, zauberhafte Percussion und dann diese fragile, eindringliche und doch niemals aufdringliche Stimme, irgendwo zwischen Jeff Buckley und dem Unbeschreiblichen - welch ein Meisterwerk! Bester Song: "Into Giants" http://www.youtube.com/watch?v=MJsL3PG40a8


Donnerstag, 10. Januar 2013

My year in lists- die 10 besten Alben (Yann Grd)

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Yann G. aus Paris ist selbst Musiker und Kopf des neuen (Solo)- Projekts Aloha Aloha, das auf die Bandformation Porco Rosso folgt. Er hat einen ausgeprochen sicheren Geschmack und erfreulicherweise auch Laura Gibson in seiner Liste, die mit La Grande ein wirklich gutes Album vorgelegt hat. Der fuchsteufelswilde Mac De Marco (photo Oliver Peel landet mit seinem lässigen Album auf 5, auch dies eine gute Wahl!
  
#10 - The Fresh & Onlys - Long Slow Dance 
# 9 - Laura Gibson - La Grande 
# 8 - Wymond Miles - Under The Pale Moon 
# 7 - Cat Power - Sun 
# 6 - Spain - The Soul of Spain 
# 5 - Mac DeMarco - Mac DeMarco 2 
# 4 - Ty Segall - Twins 
# 3 - Neil Halstead - Palindrome Hunches 
# 2 - Sharon Van Etten - Tramp 
# 1 - Japandroids - Celebration Rock


 

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