Montag, 23. Oktober 2017

Les concerts de la semaine à Paris du 23 au 29 octobre 2017

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Semaine très excitante pour moi, parce que après presque 2 ans et demi d'absence mes Oliver Peel Sessions sont de retour !! Let's Peel Again !! J'ai la grande chance d'inviter une nouvelle fois les Néozélandais French For Rabbits, groupe dream pop souvent comparés au Cocteau Twins. La session va se dérouler dans le quartier de Montparnasse, vendredi le 27 octobre à 20 h.





23: Annika And The Forest, Café de la Danse, annulé
23: Inheaven + The Cherry Bones, Point Ephémère
23: Mogwai, Grand Rex

23: Jeffrey Lewis & Los Bolts, Espace B
23: Skinny Living, Pop-up du Label
24: Skinny Lister, Point FMR
24: Moriarty, Salle Pleyel
24: St.Vincent, Trianon
24: The Dream Syndicate + Jon Auer, FGO-Barbara
25: Jake Bugg solo acoutsique, L'Alhambra
25: Marlon Williams et French For Rabbits, Espace B
25: Yak, Petit Bain
26: Tops, Badaboum

26: La Station Indoor: avec François Virot, Manu Louis et Culture Emotion, La Station Gare des Mines
26: Gold Connections + Wayne, Espace B
26: Portico Quartet, Café de la Danse
26: Jane Birkin, Grand Rex
26: Doldrums, Olympic Café
26: Ameeva + Ambeyance + Pethrol, La Java
26: Hurray For The Riff Raff, Point Ephémère

27: Oliver Peel Session avec French For Rabbits et Célia Millat, Montparnasse
27: Baptiste W. Hamon, Forum Léo Ferré
27: Fischbach, Bataclan, complet

27: Eric McEntee, concert en appart dans la série "Life is a Minestrone"
27: Sean Croft, Bus Palladium
27: Slotface, Boule Noire
27: Peter von Pohl, Centre Pompidou
27: The Breeders, Gaité Lyrique
27: Wolf Alice, La Maro
27: The Weather Station, Pop-up du Label
27: Chad Vandalen et Mauno, Point Ephémère
28: The Underground Youth, Batofar
28: Peter Hook & The Light, Trianon
28: The Wolfhounds + Wendy Darlings, La Mécanique Ondulatoire



Sonntag, 22. Oktober 2017

Sigur Rós, Frankfurt, 14.10.17

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Konzert: Sigur Rós
Ort: Jahrhunderthalle, Frankfurt
Datum: 14.10.2017
Dauer: knapp 60 & 55 min
Zuschauer: 4.800 (ausverkauft)



"We’re getting in touch to let you know that there’s been a change in delivery method to your tickets for the upcoming Sigur Rós show. In an effort to ensure that your order is received in time for the show, all ticket orders have been updated to e-tickets. You can expect to receive your e-tickets within the next 7 working days. Please note your e-tickets will come from the email address..."

Drei Wochen vor dem Konzert war Songkick eingefallen, daß mein Anfang Februar bestelltes Ticket ja auch irgendwann mal verschickt werden muß. Mir dagegen war entfallen, daß ich nicht eins sondern zwei geordert hatte. Beim Ausdrucken des (jetzt) e-Tickets kamen zwei aus dem Drucker. Nach acht Monaten kann man so etwas mal vergessen.



Ich war gar nicht sicher, ob ich Sigur Rós wirklich sehen wollte. Ich liebe die Musik, keine Frage. Auch habe ich bisher kein schlechtes Konzert des Isländischen Nationalheiligtums gesehen. Aber zuletzt hatten Sigur Rós live nur noch als Trio gespielt - und das hatte ich schon gesehen. Aber wie so oft gilt: wenn die sich schon die Mühe machen, extra nach Deutschland zu kommen, dann kann ich schlecht absagen. Das wäre unhöflich.

Beim Kauf meines ähh meiner Tickets hatte ich mich natürlich für Frankfurt und gegen das Palladium entschieden. Die Jahrhunderthalle hatte ich als viel angenehmer in Erinnerung (außer die Parksituation!). Als ich drin stand und problemlos sehr weit nach vorne kam, war diese Entscheidung noch einmal als sehr clever bestätigt. 

Es sollte um acht vorgruppenfrei beginnen, die zusätzliche halbe Stunde dummen Rumstehens war dann offenbar der Ersatzsupport und ein wenig ärgerlich. Eine der vielen Unsitten bei uns, Konzerte später beginnen zu lassen, um mehr Getränke zu verkaufen. Die halbe Stunde mehr war auch deshalb schwierig, weil die immergleiche Walgesang-CD lief und uns langsam müde machte. 

Um halb neun traten die drei übriggebliebenen Sigur Róse auf, Sänger Jónsi Birgisson, Bassist Georg Hólm und Schlagzeuger und Keyboarder Orri Páll Dýrason. Die Bühne war so, wie ich sie vom Primavera Sound Festival in Erinnerung hatte. Da hatte die Band hinter einer Art Metall-Vorhang gestartet, man sah die Musiker hinter dieser Projektionsfläche, wo sie dicht an dicht das neue Lied Óveður spielten. Auch in Frankfurt begann es mit etwas Neuem, es war allerdings Á (was auch immer das heißen mag). Und die Band stand vor dem Vorhang, der eine LED-Projektionsfläche war. Das Konzert war zweigeteilt, hatte ich vorher erfahren. Die erste Hälfte war im Prinzip recht ereignislos, was nicht negativ gemeint ist. Es fanden aber keine großen Aktionen auf der Bühne statt, nichts Überraschendes, keine Blaskapelle, die einmal quer durchs Bild marschiert, keine weiteren Musiker, keine Positionswechsel. Orri hatte eine spannende Kombination aus Schlagzeug und Keyboard - die Bassdrum war Teil der Keyboard-Befestigung. Wollte der Musiker also von den Drums zu den Tasten wechseln, musste er den Körper nur ein wenig drehen. 

Zweimal gab es Aktionen auf der Bühne. Nach dem fünften Lied sprachen sich Jónsi und Orri länger (und für Sigur Rós ungewöhnlich) ab. Es gab wohl technische Probleme, irgendetwas stimmte nicht. Beim letzten Lied Varða tauschten Georg und Orri die Plätze. Wir fragten uns, ob der Keyboard-Part vielleicht zu schwer zu spielen sei, die Melodie des neuen Stücks klang aber nicht zu kompliziert. Georg blieb sitzen und spielte weiter, während die beiden anderen die Bühne verließen. Warum er und nicht Orri diese Aufgabe hatte, wird ein Geheimnis blieben.

Der erste Konzertteil war schön, manchmal aber auch ein wenig sehr ruhig. Es gab einige Postrock-Phasen, es gab aber auch viele wenig rabaukige Stellen. Vielleicht lag das auch an den drei neuen Liedern, die ich noch nicht kannte. 

Nach zwanzig Minuten Pause ging es weiter. Während die Band weg war, hatten Helfer einiges an den Stangen der Bühnenkonstruktion geändert, die Pause schien also durchaus technische Gründe zu haben. Teil zwei begann so wie der Barcelona-Auftritt. Die drei Musiker standen jetzt hinter der Vorhang und spielten Óveður. Dabei standen die drei dicht beieinander. Als während Sæglópur der Vorhang hochging und Sigur Rós nach vorne kamen, begann die stärkste Zeit des Konzerts. Denn jetzt war da nicht bloß eine Band, die vor einer LED-Wand und zwischen Pfosten, auf denen Lampen aufblitzten, spielten, in der zweiten Hälfte bekam die Bühne Tiefe, die optischen Effekte bekamen mehr Raum und damit eine dritte Dimension (im übertragenen Sinne). Nicht nur die Musik wurde immer aufregender, auch die visuelle Untermalung wurde es. Mal gab es Sternenhimmel, mal eine Art Nordlichter, mal (bei Ný batterí) ein Gewitter. 

In der ersten Konzerthälfte gab es durchaus Längen, die ich bisher bei Sigur Rós nicht erlebt habe, die zweite machte Lust, nicht bloß zwei sondern gerne auch vier Stunden dazubleiben. Bei Liedern wie Vaka, Festival, dem wuchtigen Kveikur und dem traditionell abschließenden Popplagið ist dies auch nicht schwierig.

Am Ende schmissen Jónsi seine Gitarre und Orri sein Schlagzeug um. Rock'n'roll, oder wie auch immer das auf Isländisch (oder Hopelandic) heißt. Jónsi bedankte sich in seiner Muttersprache (oder er beschimpfte uns, wer weiß das schon?), Zugaben gab es nicht.

Sigur Rós können mich durchaus auch in der abgespeckten Dreierversion begeistern. Wobei sie eigentlich ein heimliches viertes Mitglied auf der Bühne hatten - die irren optischen Untermalungen.


Setlist Sigur Rós, Jahrhunderthalle, Frankfurt:

01: Á
02: Ekki múkk
03: Glósóli
04: E-bow
05: Dauðalagið
06: Niður
07: Varða

08: Óveður
09: Sæglópur
10: Ný batterí
11: Vaka
12: Festival
13: Kveikur
14: Popplagið

Links:

- aus unserem Archiv:
- Sigur Rós, Barcelona, 04.06.16
- Sigur Rós, Düsseldorf, 25.11.13
- Sigur Rós, Frankfurt, 24.11.13
- Sigur Rós, Esch-sur-Alzette, 23.11.13
- Sigur Rós, Larmer Tree Gardens, 31.08.13
- Sigur Rós, Rom, 28.07.13
- Sigur Rós, Hilvarenbeek, 23.06.13
- Sigur Rós, Wien, 04.09.12
- Sigur Rós, Paris, 15.11.08
- Sigur Rós, Köln, 11.08.08


The Wedding Present, Heerlen, 21.10.17

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Konzert: The Weding Present (30 Jahre George Best)
Ort: Nieuwe Nor, Heerlen
Datum: 21.10.2017
Dauer: knapp 85 min
Zuschauer: vielleicht 150



The National in der Elbphilharmonie, die Railway Children beim Jubiläum von Firestation Records, Godspeed you! Black Emperor oder The Wedding Present mit ihrem George Best Jubiläum... der 21. Oktober war seit Monaten ein Hass-Tag. In so Fällen geht immer Herz vor Verstand, also waren die Railway Children gesetzt. Das klappte dann kurzfristig aber dann leider doch nicht, also blieb der beste vorstellbare Trostpreis, The Wedding Present in Heerlen. Die Band von David Gedge ist wieder einmal auf George Best Tour. 2007 wurde die erste Platte der Engländer 20, damit begann eine Serie von Konzerten, bei denen The Wedding Present Platten komplett spielten. Zwischendurch hatte ich Sorgen, daß damit Ende sei, weil Saturnalia nicht richtig betourt wurde, das rettete aber Olivers Wohnzimmerkonzert-Jubiläum, bei dem 2015 Cinerama spielten und The Wedding Present als Vorgruppe ihre fünfte Platte vortrugen. Bevor es irgendwann hoffentlich mit Take fountain weitergeht, wird bei Davids Festival At the edge of the sea der Sampler Tommy gespielt.

George Best also wieder, das nach dem nordirischen Star von Man United benannte Album. Bevor Sonntag die Deutschland-Schleife der Tour beginnt, fand das erste Konzert auf dem Kontinent 20 km vor Aachen statt. Damit war es nicht nur gut erreichbar sondern auch in einem Land, das Popmusik ganz anders wertschätzt als Deutschland - wobei das vermutlich jedes macht. In den Niederlanden (wie in Belgien) hat nach meiner Wahrnehmung jede mittelgroße Stadt eigens dafür gebaute Popmusik-Säle (die mit "Poppodium" sogar einen eigenen Namen haben). Im Nieuwe Nor ("neues Gefängnis") war ich vor Jahren schon einmal bei Get Well Soon. Und wie üblich hatte ich die Größe des Clubs falsch in Erinnerung, er ist viel kleiner als gedacht. Im Eingangsbereich zeichnete David Gedge gerade noch die Preise der unzähligen Platten, Bücher, Comics und Shirts aus. 

Einige Minuten später um halb neun begann das Vorprogramm, dem ich eine ein Lied dauernde Chance geben wollte, um mich dann in die hauseigene Bar zu setzen. Da standen alte Männer auf der Bühne, die vermutlich entsetzlich sein würden. Das erste Lied (und Google) machten mich aber neugierig, also blieb ich. Struggler sind eine Punkband aus dem belgischen Limburg, die seit 1979 besteht. Sänger Rene Hulsbosch hat eine Stimme mit viel Punk-Vibrato (oder Tremolo, bin nicht sicher), dadurch hörte ich immer mal wieder die Dead Kennedys raus. Das halbstündige Konzert war sehr kurzweilig, einige Lieder wirklich enorm gut, ich hätte etwas verpasst, wenn ich gegangen wäre. Dabei hatte der DJ vor dem Support mit Songs von den UK Subs oder Sham 69 darauf hingewiesen, was kommen würde. Das DJ Set war wundervoll, wären alle so, hätte ich keine Angst mehr vor DJs vor Konzerten.

Nach ein paar Liedern legte Rene die Gitarre ab und übergab an einen jungen Gitarristen, der die gleiche Sideshow-Bob-Frisur wie er hatte - ganz sicher sein Sohn. Rene sang in der zweiten Hälfte des Konzerts nur, Rene II spielte Gitarre. Nach gut 30 min war Schluß. Ob Struggler so legendär ist, wie das Internet sagt, weiß ich nicht, sie waren aber aber sehr kurzweilig und gut.


Der Umbau verriet schon das Lineup der Hauptgruppe, denn bis auf den Chef richten alle Bandmitglieder ihre Arbeitsplätze selbst ein. Gitarrist Marcus Kain aus Australien war wieder dabei, was mich überraschte, was ich aber bei meiner Platzwahl eingeplant hatte. Beim Indietracks stand ich vor dem jungen Musiker und verfolgte gemischt entsetzt und fasziniert sein Rocker-Gepose. Als er irgendwann über die Monitor-Box kletterte, guckte auch David verwirrt, und der hat in seinem Leben vermutlich alles schon gesehen. Ich war sicher, daß Marcus nicht mehr dabei sein würde ("the Weddos don't do this"), er war aber. Sicherheitshalber stand ich aber bei Bassistin Danielle.

Bevor die Band endgültig auf der Bühne erschien, kam das erste WP-Lied aus der Konserve, Marblehead vom letzten Album Going, going... von 2016. Das erste Livelied war dann nicht Everyone thinks he looks daft, der Startsong von George Best sondern Once more, eine der frühen Singles, die auf Tommy gesammelt sind. Bei diesen Platten-Konzerten spielen TWP mal die Platte am Anfang, mal am Ende. Aufgefüllt wird mit Hits aus dem riesigen Katalog der Gruppe. In diesem Best-of-Teil, der eine gute halbe Stunde dauerte, kamen Stücke aus allen Karriephasen, darunter Corduroy (Seamonsters), Lead vom neuen Album und The girl from the DDR von Valentina (die Platte, die Davids Zweitband Cinerama 2015 komplett gecovert hat). Mir unbekannt war das Instrumental-Lied England, das auf einer neuen EP, auf der sich auch Wales befindet. Mein Highlight der ersten Konzerthälfte war aber Perfect blue (Take fountain). David kündigte das an, was wenig Reaktionen hervorrief. "Perfect blue... not very well known here."

Bei The girl from the DDR sang Danielle die deutsche Zweitstimme. "Ihr sprecht hier zwei Sprachen, oder? Niederländisch und Deutsch?", fragte der Sänger, was zu den erwartbaren Reaktionen führte. Allerdings waren auch viele Deutsche im Publikum, die sich da outeten. Die Landsleute in meiner Nähe hatten das vorher schon, die unterhielten sich nämlich sehr laut im ersten Teil des Sets. Deutsche im Ausland... genauso schlimm wie im Inland. Später fiel der lauteste Redner noch einmal auf, als er in Davids Ansage eines George Best Songs sich brüllend Felicity wünschte. "You've come to the wrong album." Vielleicht sogar zur falschen Band, er trug ein Motörhead-Shirt.


George Best spielte die Band wie üblich in der richtigen Reihenfolge ("the vinyl version, not CD or cassette"). Musikalisch war da nichts überraschend, das ist aber ja auch gut so. Natürlich ist George Best immer noch so gut gealtert wie vor zehn Jahren. David Gedge verschleißt wie üblich Gitarre über Gitarre, wenn er mit irrem Tempo über die Saiten schrammelt. Das wird mich nie langweilen. 

Nach You can't moan, can you?, dem letzten Lied von George Best ("vinyl, not CD or cassette") folgte noch Bewitched (Bizarro), Zugaben spielt die Band nie. Es gab allerdings ein neues Feature stattdessen: den Wedding Present Fact of the day, den Danielle vortrug. Heerlen sei die Stadt mit dem weltweit ersten Kraftwerk, das ehemalige Minen für Tiefenwärme nutzt.

Der Saal ist toll, der DJ war klasse, die Vorgruppe unterhaltsam, The Wedding Present wie immer (großartig), wie kann ich da von einem Trostpreis sprechen?

Setlist The Wedding Present, Nieuwe Nor, Heerlen:

01: Once more
02: Yeah yeah yeah yeah yeah
03: Lead
04: Corduroy
05: The girl from the DDR
06: No
07: Perfect blue
08: England

George Best:
09: Everyone thinks he looks daft
10: What did your last servant die of?
11: Don't be so hard
12: A million miles
13: All this and more
14: My favourite dress
15: Shatner
16: Something and nothing
17: It's what you want that matters
18: Give my love to Kevin
19: Anyone can make a mistake
20: You can't moan, can you?

21: Bewitched

"The Wedding Present don't do encores." 


Links: 

- aus unserem Archiv:
- The Wedding Present, Ripley, 29.07.17
- The Wedding Present, Paris, 05.11.16
- The Wedding Present, Luxemburg, 24.10.16
- The Wedding Present, Paris, 17.07.15
- The Wedding Present, Arlon, 20.11.14
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.14
- The Wedding Present, Düsseldorf, 26.09.13
- The Wedding Present, Paris, 24.10.12
- The Wedding Present, Wien, 04.10.12
- The Wedding Present, Köln, 23.09.12
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.12
- The Wedding Present, Köln, 15.10.10
- The Wedding Present, Köln, 15.11.07
- The Wedding Present, Paris, 02.11.07




Weezer, Köln, 16.10.2017

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Konzert: Weezer
Ort: Köln, E-Werk
Datum: 16.10.2017
Dauer: 80min
Zuschauer: ca. 1.800 ausverkauft



Das Weezer innerhalb von zwei Jahren noch einmal in Europa touren würden, war wohl wirklich nicht zu erwarten. Über den enttäuschenden Auftritt 2016 in Amsterdam hatte ich damals berichtet (s. Archiv) und hätte auch keine weitere Energie in erneute Reisen investiert, wäre die Ankündigung für ein Konzert in Köln nicht zeitlich mit dem wachsenden Interesse meines Sohnes  an Weezer kollidiert. 

Da kann man als Vater natürlich nicht Nein sagen. Musikalische Früherziehung ist wichtig, bevor diese von Cloud-Rap hörenden Schulkollegen übernommen wird. Also auf zum ausverkauften E-Werk.

Wie fast immer stehen nur eine Handvoll Konzerte in Europa an. Die neue CD ist noch nicht erschienen und so war wieder die große, alte Ladung an Hits zu erwarten. In diesem Punkt sind Weezer ja echte Dienstleister. Sperrige B-Seiten oder andere Quertreiber und Stimmungskiller stehen bei Sänger Rivers Cuomo nicht hoch im Kurs. 

Und so startet der Set nach der neuen (wirklich guten) Single "Mexican Fender" auch mit viel altbekanntem, das aber heute wenigstens mit der nötigen Begeisterung und Spielfreude präsentiert wird. 



Keine Ahnung, was da letztes Jahr in Amsterdam los war, heute erlebt man Weezer, so wie es sich gehört. Voller Ironie, Harmoniegesängen und sägenden Rock-Gitarren die sich mit fröhlichen Surfsounds abwechseln.

Dazu ein Sänger, der wohl bei seiner erneuten QE2-Überfahrt noch eine Stunde "Deutsch mit Babelfish" konsumiert hat. Immer wieder versucht er sich in deutschen Ansagen, zur Freude des stimmgewaltigen und bestens aufgelegten Publikums. 

Mitten im Set wird die Stimmung immer ausgelassener, ein mit Cuomo`s Namen bepflocktes Orginal-FCKöln-Trikot fliegt auf die Bühne und wird vom Sänger eher skeptisch betrachtet. 

Dann folgen (für Weezer) obskure Coverversionen. "Hey Ya!" von OutKast kann Rivers in den hohen Passagen überhaupt nicht singen, warum er dann ausgerechnet diesen Song auswählt, bleibt sein Geheimnis. 

Viel besser dagegen die akustische Version von "I took a pill in Ibiza", die nathlos in "Island in the sun" übergeht. Das passt. Als Zugabe dann leider nur noch ein langen "Say it ain`t so", aber eigentlich ist auch alles gesagt.



Rivers verabschiedet sich mit einem, vom Publikum nicht verstanden "oans zwoa g`suffa" und kündigt für bald neue Termine in Europa an. Ob damit eine Hallentour des neuen Albums oder endlich die Rückkehr zu den großen Festivalbühnen gemeint ist, bleibt unklar.

In dieser erstarkten Form wären Weezer, als selten gesehene Gäste, dort sicher ein heißer Kandidat für die zuständigen Booker.




Montag, 16. Oktober 2017

Les concerts de la semaine à Paris du 16 au 22 octobre 2017

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Plein de concerts cette semaine à Paris avec le Mama Event à Montmartre du 18 au 20 octobre et le concert des américains Grizzly Bear ce lundi pour bien entamer la nouvelle semaine !

photo par Christoph! Flickr
16: Hugo Jardin et Scandale, Olympia
16: Grizzly Bear, Olympia
16: Micah P Hinson, Point Ephémère
16: Keep Dancing inc, Pop-up du Label, complet
17: Albin Lee Meldau, Espace B
17: The Sherlocks + Harem Nights, La Mécanique Ondulatoire
17: Nesles, Alan Corbel, Les Trois Baudets
17: Dua Lipa, Palais de Tokyo
17: Brigid Mae Power et Charlène Darling et Belmont Witch, Olympic Café
17: Robedoor + Chicaloyoh, Olympic Café
18: Superbravo et Diane Sorel feat. JP Nataf, Le Pop In
18: Declan McKenna, La Maroquinerie
18: Elliot Maginot, Le Pop-up du Label
18: Kadavar, Trabendo
18: Low Roar, Point Ephémère
19: Omoh + guest, Badaboum
19: Nosfell, Café de la Danse
19: Weezer, Olympia
20: Lali Puna, Badaboum
20: Anna Of The North, Pop-up du Label
20: Gary Numan, Trabendo
20; J. Bernard, Point Ephémère
21: Amy McDonald, Trianon
21: Sleepmakeswaves, Batofar
21: Baywaves, Truskel
22: Repos

Concerts sélectionnés dans le cadre du Mama Event:

18: 19h40, Clara Luciani, 20h45: Klangstof, Bus Palladium
18: 20h30: Eddy de Pretto, Backstage By The Mill
18: Loki Starfish 20h45 Atalante
19: Barbara Carlotti, 19h30 Lycée J. Decour-Théâtre, 

      Bertrand Burgalat 22h40
19: PI Ja Ma, 20h45, Inuït, 22h Bus Palladium,
19: Safia Nolin, 19h40, Trois Baudets
20: Soirée Ici d'Ailleurs, Lycée J Decour: 

     Orchard, 19h15, 
     Winter Family, 20h40, 
     Chapelier Fou, 22h05
20: Norma, 20 h, Bus Palladium; 

     Kristel, 21h15, 
     The Buns, 22h30,
     Toybloïd, 23h45
20: Les trois Baudets, 

     Carlos Cipa 19h45, 
     Poppy Ackroyd, 21h, 
     Mogli 22h15


Tous les concerts du mercoledi 18 cet au Mama ici
Tous les concerts du jeudi 19 cet au Mama ici
Tous les concerts du vendredi 20 cet au Mama ici



Freitag, 13. Oktober 2017

Konzerttipps in Berlin Herbst

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Immer wieder hören wir den fordernden Ruf nach Konzerttipps - gerade im so umtriebigen Berlin! Deshalb sind wir sehr froh, hier spreeathener Insiderwissen weitergeben zu dürfen, nämlich die Empfehlungen zum Tanzen und für die wirklich lohnenden Indie-Konzerte zusammengestellt von den rührigen Leuten bei Fourtrack on Stage, deren eigene Veranstaltungen man in der Liste hervorgehoben findet.


13.10. Remember 1987 - Tag 1: Podiumsgespräch @Zionskirche
13. /14.10. 5th Fever Creek Festival @Marie-Antoinette/Zosch
13. - 15.10. The analogueNOW! Photo Weekend 2017 @BLO-Ateliers
14.10. Andreas Dorau + Stereo Total @Festsaal Kreuzberg
14.10. Remember 1987 - Tag 2: Konzert @Zionskirche
14.10. BLUR vs. Oasis: live Band Battle @Bi Nuu
15.10. Abendlandung Konzert w/ BifiBoy live, Samtbody dj, Fog Puma dj @Weser58
16.10. Movement of Sounds: Business sides of African music in Europe @St. Georg
16.10. Karies @Kantine am Berghain
17.10. Fennesz / Noveller / The Nent / Altaj @Silent Green
18.10. Jeff Özdemir & Friends Vol. II @Ballhaus Berlin
18.10. Shameless/Limitless: Magic Island + GENTS @Marie-Antoinette
19.10. Christiane Rösinger @Festsaal Kreuzberg
19.10. Ich brauche eine Genie Vol. 2 @Kantine am Berghain
19.10. Blud and Soft Milk @Loophole
19.10. Club Stadt Video / Release Event @Marie-Antoinette
20.10. Jaakko Eino Kalevi Concert at Forecast Festival @HKW
21.10. Robyn Hitchcock @Monarch
21.10. Deniz Raus! - Cartoon-Lesung für Deniz Yücel @Festsaal Kreuzberg
22.10. Chad VanGaalen + Mauno @Kantine am Berghain
24.10. Stefanie Sargnagel @Festsaal Kreuzberg
24.10. The Mechanical Tales + FITH @Privatclub
24.10. KOOKread: Bacchus, Noteinsätze und Beleidigungen @Fahimi Bar
25.10. Downtown Boys @Urban Spree
25.10. Lo Fi Lounge: Marta Collica + Sorry Gilberto @Schokoladen
25.10. Simon Joyner + David Nance @Monarch
26.10. Priests @Urban Spree
27.10. Swans + Baby Dee @Berghain
27.10. Maurice & Die Familie Summen @Festsaal Kreuzberg
27.10. Sofa Salon #74: Melanie Horsnell + King Curly
27.10. The Chop Presents: Halloweird - Cover Band Extravaganza @Marie-Antoinette
27.10. Acid Arab & Habibi Funk @Gretchen
28.10. Rowan Coupland - Album Release @Rita Records
28.10. The Wedding Present @Kantine am Berghain
28.10. ANTIME @Urban Spree
28.10. Shameless/Limitless: Geneva Jacuzzi @West Germany
29.10. The Weather Station @Monarch
30.10. Sam Amidon @Privatclub
30.10. The Fresh & Onlys @Marie-Antoinette
30.10. Messer @Schokoladen
31.10. Baths @Gretchen
01.11. Mulatu Astatke @Gretchen
01.11. Rachel Glassberg + The Disasters get Cultured and/or Contained @Culture Container
01.11. Jerusalem In My Heart & Oiseaux-Tempête @Urban Spree
02.11. The Burning Hell + Construction & Destruction @Marie-Antoinette
03.11. Godspeed You! Black Emperor @Festsaal Kreuzberg
03.11. Cumbia Fest Berlin presents: "Día de los Muertos" @YAAM
03.11. Indoor Music and Drinks : Battle of the Band + DJs @IE
04.11. Black Lips @Festsaal Kreuzberg
04.11. The WORLD (Upset The Rhythm, USA) + nunofyrbeeswax @Schokoladen
05. - 06.11. Mount Eerie @Silent Green
06.11. !!! @Festsaal Kreuzberg
06.11. Robert Forster @Pfefferberg Theater
06.11. Saint Etienne @Columbia Theater
07.11. This Is The Kit @Kantine am Berghain
07.11. Andreas Spechtl + Saba Alizadeh @ACUD MACHT NEU
07.11. Schwervon! + Schnick Schnack @IE
08.11. Fourtrack: Lewsberg + Sonndr @Schokoladen
09. - 12.11. No! Music @HKW
09. - 12.11. We Make Waves Festival + Conference

10.11. Mutter @Monarch
11.11. TOPS @Urban Spree
11.11. Sangesfreunde Martinsviertel + Karaoke Gala @Schokoladen
11.11. Kometenmelodien: Carla dal Forno & Angelic Sintesis @Kantine am Berghain
12.11. Tiny Vipers @Monarch
12.11. Sun Kil Moon @Festsaal Kreuzberg
13.11. Girl Ray @Monarch
14.11. Julien Baker @Heimathafen
15.11. 50 Jahre Trikont: Kofelgschroa, Bernadette La Hengst... @Bi Nuu
15.11. Vampillia/VMO [JP] + Nadja [CA] @Bei Ruth
16. - 17.11. Eavesdrop Festival @ausland
17.11. Locas In Love - Tourannosaurus X @Badehaus
17.11. Michelle Gurevich @Silent Green
17.11. Entertainment for the Braindead – EP Release @Lovelite
19.11. Perfume Genius @Festsaal Kreuzberg
19.11. F.S.Blumm @Kugelbahn Wedding
21.11. Karl Blau @Bi Nuu
23.11. Cosmo Sheldrake @Rosis
25.11. Shopping + Bikini Jesus @Zukunft am Ostkreuz
26.11. Lali Puna @Volksbühne
27.11. Trevor Dunn / Balazs Pandi + mOck @Ackerstadtpalast
29.11. Richard Dawson @Kantine am Berghain
01.12. Keine Bewegung!-Festival @Festsaal Kreuzberg
01.12. Geoff Berner @Supamolly
02.12. Atari Teenage Riot @Festsaal Kreuzberg
02.12. Kristofer Åström & Rasmus Kellerman (Tiger Lou) @Quasimodo
04.12. LeVent & Kala Brisella @Lido
06.12. Locust Fudge + Lucio Capece @Privatclub
06.12. Dinner @Auster Club
07.12. Nausica + Bikini Jesus @Kantine am Berghain
08.12. Aquaserge @Marie-Antoinette
13.12. Fourtrack: Otto von Bismarck @Schokoladen
16. - 17.12. 5 Years of ZK/U
17.12. Musik-Adventday: Vinyl, CD, Literatur @Posh Teckel 


Donnerstag, 12. Oktober 2017

The Rolling Stones, Düsseldorf, 09.10.2017

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Konzert: The Rolling Stones
Ort: Düsseldorf, Esprit Arena
Datum: 09.10.2017
Dauer: ca. 140min
Zuschauer: ca.55.000 ausverkauft



Vom Büro mit der Straßenbahn zu den Stones. Rock`n`Roll in den 60ern sah wohl anders aus. 

Oft ergibt sich ja eine völlig andere Sichtweise auf ein Konzert, wenn man nicht als langjähriger Edelfan anreist. Zwar hatte ich die Rolling Stones schon mehrfach bei ihrer "Abschiedstournee" (damals galten die Stones mit Anfang 50 als "alte Säcke") in Köln und Rotterdam erlebt, danach verblasste unsere Freundschaft aber immer mehr. 

Erst als ich in den letzten Wochen bei YouTube kurze Ausschnitte der laufenden Tour sah, packte es mich wieder. Den genauen Grund dafür sollte ein spontaner Konzertbesuch klären.

An der Halle zeigte sich schnell, das trübe Wochentage für Tickethändler kein Zuckerschlecken sind. So musste man in diverse traurige Gesichter schauen, als für viele Karten nicht mehr als 30 EUR geboten wurden. Ich entschied mich für ein gutes Ticket im Unterrang, nahe der Bühne, die diese Mal nur aus vier hochhausartigen Türmen mit riesigen Leinwänden besteht.



Aus dem Dunkeln erklingen die ersten Töne, und die ersten Zeilen schallen durch die Arena. "Pleased to meet you...", die schlanke Reinkarnation des Allmächtigen, imposant im Gehabe und sehr gut bei Stimme.

Als wären Sänger und Song nicht schon gut genug für einen Opener grätscht die Gitarre dazwischen und der freie Blick auf Keith Richards lässt das Stadion beben. 

Keith bewegt sich auf der Bühne wie eine Wanderdüne. In seinen viel zu großen Sneakern schleicht er mit meist gesenktem Kopf daher,  fast vermutet man eine Fußheberparese, nicht ungewöhnlich in diesem Alter.



Jeder Ton seiner Gitarre, das Spiel lebt mittlerweile von den Pausen, wirkt wie auf Spinal Tabs Verstärker auf Stufe 11 abgespielt und axt sich laut und klar durch die Halle.

Es ist die alte Nummer, aber sie ist immer noch einzigartig. Schon dieser erste Song wäre die lächerlichen Eintrittspreise wert. Das eigentlich wunderschöne an diesem Abend aber ist: ALLE haben Spaß.

Die Arena singt, lacht und grölt wie beim Oktoberfest und die eigentlich für noch viel größere Stadien ausgelegte PA dankt es mit besonders lautem aber präzisen Klang. 



Es folgt Hit auf Hit, wie eigentlich immer in den letzten 30 Jahren. Einzig das vom Publikum gewünschte und lange nicht gehörte "Get off of my cloud" und die beiden Blues-Coverversionen unterbrechen die Party.

Keine Ahnung, wie Charlie Watts mit 76 Jahren noch fast 2,5 Stunden am Stück Schlagzeug spielen kann: lächelnd, taktvoll und mit bunten Socken. Und spätestens bei der auch musikalisch anspruchsvollen Endlosversion von "Midnight Rambler" wird mir klar, warum das alles so viel besser wirkt als noch vor Jahren. 



Der Tourname "No Filter" scheint wirklich einen Sinn zu haben. Die Show und die Band wirken reduziert. Keine aufblasbaren Gummifrauen und übertriebene Showeinlagen werden geboten. Die Screens zeigen ausschließlich Close-Ups der Band und die setzt das Konzept mit einem sehr viel rauerer und dem Blues verpflichteten Sound um.

Tolle Momente gibt es im Minutentakt. Wenn der immer noch sture Jagger nach einer perfekten Tanzeinlage wütend zur Bühne schielt, weil Keith und die anderen einfach lachend weiter jammen oder wenn Keith bei seinen zwei üblichen Solonummern einen Patzer nach dem anderen vorträgt und mit einem fetten Grinsen die Halle trotzdem sofort zu Jubelstürmen hinreißt.

Dieser gigantische Kontrast von einer Band, die durch vollständige Kommerzialisierung oft unsympathisch daher kommt, zu der diebischen Spielfreude und der unbändigen Lust an Musik und Freundschaft, das sind die Rolling Stones. 

Mit einem "Bis bald" blendet einen die Leinwand am Ende. Es wirkt wie ein Versprechen und nicht, wie vorab befürchtet, wie eine Drohung. 


Montag, 9. Oktober 2017

Les concerts de la semaine du 9 au 15 octobre 2017

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Semaine relativement calme, qui nous réserve quand même quelques soirées très intéressantes. Par exemple la fête de 6 ans du très bon label Midnight Special Records, puis la soirée du 10 octobre au Supersonic avec trois chanteuses passionnantes: Shilpa Ray (protégée de Nick Cave), Mélie Fraisse et Alice Lewis.



09: Mabel, Pop Up du Label
09: Yumi Zouma + Charlotte & Magon, Espace B
10: Yan Wagner, La Boule Noire
10: Hanni El Khatib, La Cigale
10: Viril + After Marianne, FGO--Barbara
10: Shilpa Ray, Mélie Fraisse et Alice Lewis, Supersonic
10: Fair Party: Naive New Beaters, Pomme, Café de la Danse
10: Fisheye Norton, Pop In
10: Shannon & The Clams, Petit Bain
10: Yasmine Hamdan, Trianon
11: Bror Gunnar Jansson, Café de la Danse, complet
11: Juliette Armanet, La Cigale, complet
11: Quinzequinze et Refuge, Pop-up du Label
11: Arrows Of Love + Los VVs, Olympic Café
11: Michelle Blades, Kumisolo & Laure Briard, La Maroquinerie, 

   Soiréé Midnight Special Records
12: Demian Bloom, Showcase Balades Sonores
12: Asgeir, Bataclan
12: Astrid S, Point Ephémère
12: Peter Kernel, Petit Bain
12: L'Imperatrice, La Cigale
12: Ducktails, Olympic Café
12: The Goaties + Equipe de Foot + Junior Rodriguez & The Evil, 

   Café de la Danse
13: Zëro + Heliogabale, Batofar
13: Mando Diao et Johnny Mafia, Café de la Danse
13: Pale Seas, Olympic Café

14: Justice, Bercy
14: Forrest Swords, Badaboum
14: Athanase Granson, Showcase Balades Sonores
14: Eloïse Décazes & Eric Chénaux, Instant Chavirés
14: KT Tunstall, Nouveau Casino
15: Dear Reader et Kawaii, Espace B






Sonntag, 8. Oktober 2017

Slowdive, Brüssel, 07.10.17

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Konzert: Slowdive
Ort: Botanique, Brüssel (Orangerie)
Datum: 07.10.2017
Dauer: Slowdive gut 95 min, Blanck Mass gut 40 min
Zuschauer: 700 (ausverkauft)




Das Konzertjahr 2017 ist vorbei. Naja, nicht im wörtlichen Sinne, es kommen noch irre viele Shows, auf die ich mich sehr freue. Allerdings - um Julia Engelmann zu zitieren: "besser wird's nicht!" Das ist keine gewagte Prognose, 2017 gehört Slowdive, auf Platte wie auf Bühnen.

Das Konzert in Brüssel war das letzte auf dem europäischen Festland, die Band tourt jetzt durch Großbritannien, reist dann in die USA, nach Japan und nach Australien. Danach plant Slowdive neue Musik, sofern die Band die Lust nicht verlässt. 

Auf das Brüssel-Konzert habe ich mich besonders gefreut. Lieblingsband im Lieblingsclub! Daß musikalisch nichts schief gehen würde, wusste ich. Dafür habe ich die Shoegazer jetzt oft genug gesehen. Wenn man Slowdive nachmittags um zwei auf einen Rasthof stellen würde, würden sie da ein perfektes Konzert spielen.


Wir waren früh da, das Konzert war ausverkauft, da ist früh nicht dumm. Früh im Saal bedeutete aber auch, den Support Blanck Mass noch einmal zu sehen. Blanck Mass ist die eine Hälfte von Fuck Buttons und live sehr sehr langweilig. Jedenfalls war der Support für etwas gut: ich habe entdeckt, daß Zeit nicht linear verläuft. Je länger es dauerte, desto mehr dehnte sich die Zeit, ich guckte immer häufiger auf die Uhr. Irgendwas mit Gravitation, glaube ich. Daher kommt wohl auch der Bandname.


Bei Slowdive-Konzerten gucke ich nie auf die Uhr. Es gibt ja ab und zu diese Kunstprojekte, 24 Stunden irgendetwas ununterbrochen aufzuführen. Wenn die Lannister-Stiftung irgendwann mal den Instrumental-Part von Golden Hair 24 Stunden lang spielen lässt, bin ich dabei!


Im Vergleich zu Hamburg gab es keine Überraschungen. Die Setlist war die gleiche, meine leise Hoffnung, daß Falling ashes schon Teil des Live-Sets sein würde, erfüllte sich nicht. Aber es war ja auch so schon perfekt. Die neuen Lieder sind in jeder Hinsicht auf Augenhöhe mit den alten Lieblingen. Wenn man Slowdive heute für sich entdeckt, wird man wohl nicht sagen können, welche Songs nach einer jahrzehntelangen Pause und welche in der ersten Hochphase der Band entstanden sind. Da in Brüssel wieder viele jüngere Zuschauer waren (auch wieder mehr Frauen übrigens), waren darunter sicher viele neue Fans. Aber auch die alten werden nicht sagen können, daß Sugar for the pill oder No longer making time schlechtere Songs als Crazy for you oder 40 days sind. Es ist also vollkommen egal, was Slowdive spielen, die Band kann nichts falsch machen.



Einen kleinen Unterschied gab es schon zu Hamburg: das jüngste Lied im Liveprogramm, Don't know why, das im Uebel & Gefährlich noch etwas stolperig klang, funktionierte deutlich besser. Es ist neben Souvlaki Space Station aber trotzdem das Lied im Set, das mich am wenigsten berührt.


Ab When the sun hits (das gelbe Licht am Ende!) waren Hamburg und Brüssel gleichermaßen atemberaubend. 
 
When the sun hits. Alison. Sugar for the pill. Golden hair. No longer making time. Dagger. 40 days. Da ist keine Luft nach oben. Wenn nächste Woche die Smiths ein Überraschungskonzert in Köln spielen (Vorgruppe Lush), werde ich dreimal überlegen müssen, ob das besser sein kann. 

Das zweitbeste Konzert des Jahres sehe ich übrigens auch in der Orangerie des Botanique: Wolf Parade in ein paar Wochen. Bis dahin habe ich vermutlich noch Dagger im Ohr, das wunderschöne Lied über die gescheiterte Liebe zwischen Neil und Rachel, das sie erst 2014 zum ersten Mal live gespielt haben. "The world is full of noise yeah, I hear it all the time!"

Setlist Slowdive, Botanique, Brüssel:

01: Slomo
02: Catch the breeze
03: Crazy for you
04: Star roving
05: Slowdive
06: Souvlaki Space Station
07: Avalyn
08: Don't know why
09: Blue skied an' clear 
10: When the sun hits
11: Alison
12: Sugar for the pill
13: Golden hair (Syd Barrett Cover)

14: No longer making time (Z)
15: Dagger (Z)
16: 40 days (Z)

Links:

- aus unserem Slowdive-Archiv:
- Slowdive, Hamburg, 04.10.17
- Slowdive, Dortmund, 29.09.17
- Slowdive, Mannheim, 18.06.17
- Slowdive, Den Haag, 31.03.17
- Slowdive, London, 20.12.14 
- Slowdive, London, 19.12.14
- Slowdive, Genf, 09.09.14
- Slowdive, Saint-Malo, 15.08.14
- Slowdive, Hilvarenbeek, 21.06.14
- Slowdive, Barcelona, 30.05.14
- Slowdive, London, 19.05.14



Donnerstag, 5. Oktober 2017

Slowdive, Hamburg, 04.10.17

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Konzert: Slowdive
Ort: Uebel & Gefährlich, Hamburg
Datum: 05.10.2017
Dauer: Slowdive rund 95 min, Blanck Mass 43
Zuschauer: knapp 1.000 



Am vergangenen Freitag konnte ich Slowdive vor ihrem Auftritt beim Way Back When Festival in Dortmund interviewen. Die Showgazeband begleitet mich schon lange, seit ihrer Rückkehr 2014 ist sie neben Lush meine Band #1, in guten wie in schlechten Tagen. Ich hatte zig Dinge, über die ich sprechen wollte, ganz besonders interessierte mich etwas, was ich Bands sonst nie frage - der Grund dafür, daß Slowdive live so brillant klingen. Sie sprachen von ihren Soundleuten, davon, daß sie keine Sound- sondern eine Sound- und Songband seien. Schlagzeuger Simon Scott erzählte von einem Gespräch dieser Tage mit Nick, dem neuen Mann am Mischpult. Nick sagte, "Slowdive live zu hören muß wie ein Traum sein, meistens - aber nicht immer - ein schöner, manchmal aber auch ein Albtraum." Beim anschließenden Konzert im FZW fiel mir live nichts auf, was dadurch beschrieben wurde, in Hamburg eine Woche später gab es bei mehreren Stücken ganz besonders krachige Sequenzen, bei denen ich "Nick hat recht" dachte.

Die Band, die in den kommenden Monaten durch Europa, Nordamerika, Japan und Australien touren wird, ändert die Liveversionen ihrer Lieder im laufenden Betrieb. Sie nutzten die Soundchecks, um neue Stücke der aktuellen Platte einzuspielen, hatte Rachel Goswell erklärt. Ich hatte für Hamburg schon auf das Über-Lied Falling ashes gehofft, das "in den nächsten Wochen" in die Livesets integriert wird. Dafür reichte die Zeit aber wohl noch nicht. Im Vergleich zu Dortmund war aber jetzt Don't know why im Programm, das sechste Stück, das Slowdive von Slowdive (dem Album) spielen - jetzt fehlen noch Go get it und Falling ashes. Ich schweife ab. Slowdive proben nicht nur neue Titel ein, sie verändern auch die alten. Catch the breeze, am Anfang, gleich nach Slomo gespielt, hatte ein My Bloody Valentinesches Krachende, das ich so noch nicht kannte. Auch Star roving war eine Ecke härter als sonst. "Sometimes like a nightmare." Oder - Fachbegriff - Beautiful noise. 


Der Auftritt fand im Uebel & Gefährlich im vierten Stock des Hochbunkers statt. Ausverkauft war das Konzert im Vorfeld nicht, es gab eine Abendkasse. Aber wenn überhaupt, war es nicht viel davon entfernt. Daher hätte es sich nicht angeboten, spät zu kommen und die Vorgruppe zu streichen. Ich hatte zwar der Aussage von Bassist Nick Chaplin geglaubt, daß Slowdive die Supports ganz bewußt aussuche, das Lied, das ich mir von Blanck Mass vorher angehört hatte, war schon so gar nichts für mich. Als der Mann hinter Blanck Mass auf die Bühne kam, gefiel mir das für zwei Minuten auch ganz gut, danach war die Geschichte auserzählt, es fing schnell an, uns zu langweilen. Blanck Mass ist Benjamin John Power (London), die eine Hälfte von Fuck Buttons. Seine Musik erinnerte mich oft an die wenigen Dinge, die ich von der Hochphase der Electronic Body Music in den 80ern mitbekommen habe. 43 Minuten lang EBMte Benjamin, der Applaus danach war verhalten. 

Aber dann! Hui! Um 22:15 kamen Christian, Rachel, Simon, Nick und Neil (v.l.n.r.) auf die Bühne und stimmten Slomo an (neues Intro). Es klang wundervoll. Dieses lange, getragene Stück (das mich so an Kate Bush erinnert) ist eine selbstbewußte Wahl für ein Eröffnungslied. Obwohl nicht viel passiert, funktioniert es aber trotzdem sehr gut. Es muß also nicht mit Alison losgehen. Die Betonfestung ist sicher eine echte Herausforderung an Soundingenieure. Der neue Mann bei Slowdive machte seinen Job aber hervorragend. Bei einem Lied in der Mitte klang es einmal etwas dumpf, ansonsten hätte man auch dieses Konzert wieder aufnehmen und veröffentlichen können.

Das Konzert war eine Ecke länger als das in Dortmund. Neu waren Don't know why (zweites Haar in der Suppe... Don't know why war das schlechteste aller neuen Lieder bisher), Slowdive und Blue skied an' clear und die zweite Zugabe Dagger. Dagger, das Lied über eine gescheiterte Liebe, das Neil Halstead wohl über seine Ex Rachel Goswell geschrieben hat und das die beiden 2014 zum ersten Mal live gespielt haben (20 Jahr nach der Beziehung). Dagger ist so verflucht schön, dafür alleine hatte sich der Herzschmerz der beiden gelohnt.


Weil ich die Briten 2014 und 2017 immer wieder auf Bühnen erlebt habe, fallen mir viele Unterschiede auf. Schon 2014 waren Slowdive live fantastisch, 2017 kann man da locker 50% Güte draufpacken, könnte man Konzertqualitäten so skalieren. 2014 seien sie noch eine Showgazeband aus den 90ern gewesen, die die alten Lieder spielt. Heute fühlen sich Slowdive wie eine zeitgenössische Gruppe, erklärten die vier Musiker (außer Neil) bei meinem Interview. Der Erfolg der Platte und die neuen Fans unterstützten das Gefühl. Mir geht es bei den meisten Bands so, daß ich natürlich neuen Liedern gegenüber auch bei Konzerten aufgeschlossen bin, die alten es aber auch tun. Bei Slowdive geht mir das ganz anders. Ich freue mich über jedes neue Stück im Programm. 

So viele neue Leute waren in Hamburg nicht dabei. Das Publikum war sehr männlich. Bei Souvlaki Space Station den wippenden Männerköpfen unter uns zuzugucken, war neben der Musik der schönste Moment des Abends!

Die schönste Nachricht bei meinem Interview war die, daß es Pläne (nur gerade keine Zeit) für neue Musik gibt. Der späte wirkliche Erfolg und das Gefühl eben keine Comeback-Band zu sein, motiviert Slowdive. "Wir machen weiter, solange es uns nicht langweilt." Und da die neuen Lieder ausnahmslos wirklich neu sind und keine aufgewärmten Ideen aus den 90ern, spricht nichts dagegen, daß auch das nächste Album fantastisch wird und Slowdive auch in fünf Jahren noch einfach Ü40-Männern Tränen in die Augen spielen werden. Das kann bei Golden hair, When the sun hits oder auch No longer making friends halt immer auch passieren.


Setlist Slowdive, Uebel & Gefährlich, Hamburg:

01: Slomo
02: Catch the breeze
03: Crazy for you
04: Star roving
05: Slowdive
06: Souvlaki Space Station
07: Avalyn
08: Don't know why
09: Blue skied an' clear 
10: When the sun hits
11: Alison
12: Sugar for the pill
13: Golden hair (Syd Barrett Cover)

14: No longer making time (Z)
15: Dagger (Z)
16: 40 days (Z)

Links:

- aus unserem Slowdive-Archiv:
- Slowdive, Dortmund, 29.09.17
- Slowdive, Mannheim, 18.06.17
- Slowdive, Den Haag, 31.03.17
- Slowdive, London, 20.12.14 
- Slowdive, London, 19.12.14
- Slowdive, Genf, 09.09.14
- Slowdive, Saint-Malo, 15.08.14
- Slowdive, Hilvarenbeek, 21.06.14
- Slowdive, Barcelona, 30.05.14
- Slowdive, London, 19.05.14



 

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