Montag, 6. Juli 2015

Les concerts de la semaine à Paris du 06.07 au 12.07.2015

0 Kommentare
Juillet


Les concerts de la semaine à Paris du 06.07 au 12.07.2015

06.07.2015: Jo Wedin & Jean Felzine et Charlotte & Magon, L'International
06.07.2015: Other Lives et The War On Drugs, Philharmonie de Paris
07.07.2015: Petit Bain fête des 4 ans: Les Tigres Du Futur, Frustration et d'autres 
07.07.2015: Mumford & Sons, Olympia
08.07.2015: The Very Rich Hours et The Wedding Soundtrack, Le Pop In 
08.07.2015: Swans, Trabendo
08.07.2015: Jerry Paper et Lenparrot, Espace B
08.07.2015: Papooz at Point Ephémère
08.07.2015: Fonae et Amelie Mc Candless, La Cantine de Belleville
09.07.2015: Les Lignes Droites at La Fabrique Balades Sonores
10.07.2015: The Flatmates et Northern Portrait et The Wendy Darlings, Espace B 
10.07.2015: Emma Sand at OPA Bastille
10.07.2015: June Bug, La Fabrique Balades Sonores

11.07.2015: Cape Noire et Erica Buettner, Bus Palladium
11.07.2015: Velasco at OPA Bastille
11.07.2015: Tropical Horses et Princessse, La Fabrique Balades Sonores
11.07.2015: Céline Tolosa, Les Cariatides
12.07.2015: Trèsors, ichliebelove et Gerald Kurdian, Ground Control

Samstag, 4. Juli 2015

ATP Island Festival 2. Tag, Ásbrú, 02.07.15

0 Kommentare

All Tomorrows Party Island Tag 2 mit Konzerten von
  JFDR (30 min)
  Valgeir Sigurdsson with Liam Byrne (60 min)
  Daniel Bjarnason (60 min)

Ort: Ásbrú bei Keflavik
Datum: 3. Juli 2015
Zuschauer: zwischen 200 und 300 

Der zweite Tag des ATP war für mich grundverschieden vom ersten. Das begann schon damit, dass uns am Festivalsfreitag das Gelände mit dem allerallergrößten Sommerfrische-Charme erwartete. Wir hatte uns 20:30 Uhr als Beginn der zweiten Stippvisite ausgesucht (Christoph war schon am Nachmittag kurz dagewesen, als wir anderen die Blaue Lagune vorgezogen hatten...) und waren gegen 20:10 Uhr angekommen. Um diese Uhrzeit stand die Sonne zwar nicht mehr im Zenit aber noch strahlend hoch über der Weite der Landschaft. Sie tauchte alles in ein ganz besonderes Licht. Die Berge am Horizont waren lila vor dem blauen Himmel. Die Landschaft und alle Menschen gaben von diesem Strahlen zurück, keiner konnte sich dieser Schönheit entziehen. Viele saßen neben dem Gelände in den blühenden Lupinenfeldern und auf den Wiesen und machten ein Pläuschchen oder ein Päuschen. Es war auffällig, dass tatsächlich sehr viel weniger Leute als am Donnerstag der Einladung nach Ásbrú gefolgt waren (bei der Halle vielleicht halb so viele wie am Vortag).

Uns zog es zunächst ins Andrews Theater zu JFDR, die wir schon mit den Projekten Pascal Pinon und Samaris ins Herz geschlossen hatten. Und auch mit ihrem nigelnagelneuen Projekt verstand es Jófrídur Ákadóttir uns zu gefallen. Der von ihrem Vornamen abgeleitete Name legt nah, dass es sich wesentlich um ihre Musik handelt. Auf der Bühne war für die Aufführung ein Trio präsent. Neben Jófrídur mit Gitarre oder Keyboard noch ein junger Mann an Knöpfen, Reglern und Computer und ein Drummer. Ihre Namen habe ich leider nicht mitbekommen. Der Drummer durfte auch gleich den Akzent für das erste Stück setzen. Sehr bestimmt, fast laut und pointiert. In den anderen Stücken fiel er mir dann jedoch vor allem seine sehr gekonnt zurückhaltende klangfärberische Spielweise sehr positiv auf. 

Bisher war es für mich immer so, dass insbesondere die Gesangsstimme(n) den entscheidenden Kick erzeugten, der mir die Musik der Projekte ins Herz katapultierten. Auch hier war die Stimme wichtig, aber "nur noch" etwa gleich wichtig zu dem Klangkosmos, den die drei zusammen erschufen. Über weite Strecken hatte ich die Augen geschlossen und ließ mich einfach treiben und nahm es als Gelegenheit zur Entspannung - sehr passend zu unserem sonnendurchfluteten Ausflug zum Thermalbad am Nachmittag, der auch noch in uns nachklang. Ein klein wenig schimmerte auch noch Nervosität durch das Set, das wohl das allererste Auftritt in dieser Konstellation war. Es gab auch fast keine Ansagen zu den Songs. Aber auch das wirkte einfach nur charmant und tat der Musik keinen Abbruch.

Im Projekt JFDR klingt der spielerische Folk, den ich von Pascal Pinon kenne, noch an, auch das elektronische von Samaris, aber man trifft sich nicht in der Mitte, sondern irgendwo "darüber". Die Melodien von Stimme und Gitarre bleiben bestimmend. Aber der Horizont ist sehr weit und sphärisch. Die halbe Stunde war erschreckend schnell um - ich bin sehr gespannt, wohin die Reise da noch gehen wird!

Setlist:
01: Wires
02: Instant Patience
03: Anything goes
04: Snow
05: Journey
06: White sun

Wir hatten uns im Vorfeld überlegt, den zwei Projekten im Andrews Theater eine Chance zu geben, die für den Abend noch auf dem Programm standen. Als Alternative stand jeweils bei nichtgefallen einen Platz in der herrlichen Mittsommer-Abendsonne draußen zu finden. Aber von nichtgefallen konnte bei Valgeir Sigurdsson keine Rede sein. Ganz im Gegenteil. An diesem Abend musizierte der Produzent und Soundbastler mit dem Briten Liam Byrne, der eine wunderschöne siebensaitig Bassgambe spielte (etwas kleiner als ein Cello). Für ein Stück hatten Sie auch noch eine Sängerin zu Gast.  

Wir mussten uns erst einen Moment hineinhören, weil auch die Gambe über weite Strecken etwas untypisch eingesetzt wurde. Neben dem warmen Cello-änlichen Klang wurde häufig recht wilder Sound erzeugt (das aber ohne wilde Bewegungen). Sehr schöne Ruhepunkte waren in der Mitte des Sets dann Bearbeitungen offensichtlich barocker Stücke (die waren auch kurz und knackig im Gegensatz zu den oft ausufernden moderneren Stücken). Von den Computern kamen zum Teil brutale Powerbässe (ich bin mehrfach etwas überrascht zusammen gezuckt) die in der Akustik des Raums nicht ganz glücklich umgesetzt werden konnten. Es klang, als würde eine Metallwand Resonanz dazu ausdrücken. Aber ansonsten war es über weite Strecken sehr filigran und nahm mich mit auf eine Gedankenreise bei der ich am Ende sehr zufrieden zurückschaute.

Das Stück mit Sängerin war für mich der absolute Höhepunkt. Changierend zwischen tiefer Frauen- und mittlerer Männerstimme fand sie einen warmen Ton und eine sehr menschlichen Fokus für die Musik. Mehrfach sang sie in ihr eigenes Echo, was eine ganz eigene Klangdimension eröffnete. 

Als wir für das letzte Set mit Daniel Bjarnason zurückkamen, waren die Instrumente von Valgeir Sigurdsson und Liam Byrne noch auf der Bühne, aber noch ein Cello und ein Keyboard dazugestellt. Auch hier war der Klangkosmos sehr modern, mitunter verwirrend, weil ich das Cellospiel sah aber nicht hörte und hörte aber kein Cello gespielt wurde. Das Keyboard bediente auch nur ausnahmsweise Piano-mäßige Klänge. Alles in allem also nur der "dritte Platz" an diesem gemütlichen und enspannten Abend im Andrews Theater und unser Abschied vom ATP in Island im engeren Sinne.

Wir machten noch eine Stippvisite in der großen Hall bei Godspeed You! Black Emperor, die auf ihre Art auch sehr meditative Musik machen. Am meisten fasziniert hat mich jedoch hier der Mann neben dem Mischpult, der auf vier nebeneinander aufgestellten Projektoren schwer beschäftigt war, die richtigen Schleifen Super-8-Film einzulegen. 

(Bilder - alle von Claudia - folgen bald!)


Aus unserem Archiv:
JFDR, Ásbrú, 03.07.2015 (Bericht von Christoph)
Samaris, Paris, 01.02.14
Samaris, Berlin, 17.09.14
Samaris, Köln, 16.09.14

Pascal Pinon, Frankfurt, 03.06.13
Pascal Pinon, Offenbach, 08.03.13
Pascal Pinon, Karlsruhe, 22.02.13
Pascal Pinon, Offenbach, 21.02.13

Valgeir Sigurdsson, Berlin, 24.05.13 


 


Freitag, 3. Juli 2015

Les concerts en juillet à Paris

0 Kommentare

Les concerts en juillet à Paris




Il fait super chaud, mais à Paris il y a plus de concerts de jamais en juillet, vous avez l'embarras du choix ! Super soirée surtout le 6 juillet avec le concert de Other Lives (photo archive par Oliver Peel ©) et The War On Drugs, puis le 17 juillet il y a un seul concert qui est bien ;-)

Juillet


01.07.2015: Sister Fay, Le Pop In
01.07.2015: Blondino, La Loge
01.07.2015: JB Moonshiner et Melodie Busker et Monterosso, Gibus Café 
01.07.2015: Crocodiles, Social Club
01.07.2015: Woods, Batofar
02.07.2015: Pharaon De Winter, Le Pop-Up Du Label
02.07.2015: Matthew E. White et Andrew Bird, La Philharmonie de Paris
02.07.2015: Eskimo, Manolo Redondo et Red Eye, Petit Bain
02.07.2015: The Feeling Of Love, Dorian Pimpernel et Casamance, La Maroquinerie 
02.07.2015: Sister Fay, Le Vieux Léon
02.07.2015: A Grave With No Name et Marble Arch, Espace B 
03.07.2015: Alden Penner et Michael Cera, Badaboum
03.07.2015-05.07.2015: Festival La Ferme Electrique à Tournan-en-Brie
03.07.2015: Wall/Eyed et Rendez-Vous et Jessica 93 et Camera et King Gizzard et The Lizard Wizard et Clinic (Paris Psych Fest), La Machine du Moulin Rouge
03.07.2015: Loud & Proud avec entre autres Austra, Perfum Genius et Fiodor Dream Dog, La Gaité Lyrique, complet
04.07.2015: Time For T., Alimentation Générale

04.07.2015: Hookworms et The Horros, Le Trianon
04.07.2015: Sebastien Schuller, La Maroquinerie 
05.07.2015: Todd Terje et Moodoïd, Festival Days Off
05.07.2015: Showcase Céline Tolosa at La Fabrique Balades Sonores 18h, gratuit
06.07.2015: Jo Wedin & Jean Felzine et Charlotte & Magon, L'International 
06.07.2015: Swans, Le Trabendo
06.07.2015: Jerry Paper et Lenparrot, Espace B 
06.07.2015: Papooz, Point Ephémère
06.07.2015: The Very Rich Hours & The Wedding Soundtrack, Le Pop In
06.07.2015: Other Lives et The War On Drugs, Philharmonie de Paris
07.07.2015: Petit Bain fête des 4 ans: Les Tigres Du Futur, Frustration et d'autres
08.07.2015: The Very Rich Hours et The Wedding Soundtrack, Le Pop In
09.07.2015: Les Lignes Droites at La Fabrique Balades Sonores
10.07.2015: The Flatmates et Northern Portrait et The Wendy Darlings, Espace B 
10.07.2015: Emma Sand, OPA Bastille
10.07.2015: June Bug, La Fabrique Balades Sonores

11.07.2015: Cape Noire et Erica Buettner, Bus Palladium
11.07.2015: Céline Tolosa, Les Cariatides
11.07.2015: Tropical Horses et Princesse, La Fabrique Balades Sonores
12.07.2015: Trèsors, ichliebelove et Gerald Kurdian, Ground Control

13.07.2015: Clio, Café de la Presse
13.07.2015: Thomas Mery et Reza + Expo Mathieu Persan, La Fabrique Balades Sonores 
14.07.2015: Popoporose et Chinese Army et Eskimo et Autour de Lucie at Petit Bain
15.07.2015: Festival Fnac Live, parvis de l'Hôtel de Ville, gratuit premier jour: 18h: Arkadin, 18:35 Oscar And The Wolf, 19h35 Curtis Harding, 20h35 Ibeyi, 21h40 Brigitte, 23h Rone
15.07.2015: Louise Roam, Trabendo
16.07.2015: Festival Fnac Live avec: 20h Minuit, 20:40 Django Django, 21h50 Selah Sue, 23h10, Christine & The Queens, puis aussi un concert au Salon à 19h30 de Benjamin Biolay



 

17.07.2015: Oliver Peel Session #100 avec Cinerama et The Wedding Present playing "Saturnalia", Petit Bain
 

20.07.2015: Damien Rice, Le Grand Rex 
20.07.2015: Clara Luciani at International
21.07.2015: Tess Parks And Anton Newcombe, La Maroquinerie
22.07.2015: Alamo Race Track, Trabendo 
23.07.2015: Molly Nilsson et Bernard & Edith et Andrea Balency dans la salle, puis sur la terrasse: The Rodeo et Suzanne Combo, à partir de 18h
24.07.2015: Mesparrow et guest dans la salle, puis DJ sets Molly Nilsson, La Patronne et Annika & The Forest sur la terrasse, à partir de 18h
31.07.2015: Mourn, Baston et Djokovic, Trabendo




Belle & Sebastian, Ásbrú, 02.07.15

0 Kommentare

Konzert: Belle & Sebastian
Ort: Atlantic Studios, Ásbrú, Keflavik, Island (ATP Iceland)
Datum: 02.07.2015
Dauer: 80 min
Zuschauer: ca. 6.000



"Es ist schon ziemlich cool, wenn mir ein Belle & Sebastian Fan den Mittelfinger zeigt!" 

Damit meinte Stuart Murdoch nicht mich beim letzten, ziemlich drögen Konzert seiner Band in Barcelona vor ein paar Wochen. Da war ich gedanklich mehrfach kurz davor, Finger zu zeigen, weil meine Lieblinge ihre kurze Spielzeit mit viel zu viel Animationsprogramm und zu wenigen Hits verschleuderten. Es war mein erstes schlechtes Belle & Sebastian Konzert und eine tolle Voraussetzung für das Island-ATP, auf dem neben den Glasgowern kaum eine Band für mich auftritt. Als Belle & Sebastian angekündigt worden waren, war für mich klar, daß das ATP das dritte Bowlie werden würde. Die Schotten hatten das erste dieser Festivals und 2010 das Bowlie 2 kuratiert und dazu ihre Lieblingsbands eingeladen. Da Belle & ich eine große Lieblingsband-Schnittmenge haben, war das 10er Lineup wie für mich gemacht. Das noch einmal zu erleben, war Grund genug, Tickets fürs ATP Island zu kaufen, als Belle & Sebastian als erste Band angekündigt worden waren.

Danach wurden jede Menge Lieblingsbands bestätigt, allerdings nicht meine sondern die der ATP Macher. Bands wie Iceage, Swans, Youghusband, The Field, HAM, die mich überhaupt nicht interessieren oder aktuell heißer Scheiß (Ought), den ich langweilig finde und die wenigen isländischen Bands, mit denen ich nichts anfangen kann. Na super.

Die Frau in der ersten Reihe hatte Stuart Murdoch aber ihren Mittelfinger gezeigt, weil er gefragt hatte, wer morgen arbeiten müsse, sie aufgezeigt hatte und er dann erklärt hatte, daß der nächste Song nicht für sie sei.

Es war wieder ein richtig gutes Konzert der Schotten! Die Sachen, die mich in Barcelona gestört hatten, dieser Animationskram wie in einem englischen Clubhotel, das Geburtstagsständchen und vor allem das schlechte, endlos lange Perfect couples gab es auch diesmal. Sie waren aber weit weniger schlimm (außer dem achtminütigen Perfect couples - puh...). Dazu war die Band außerordentlich gut gelaunt, also wie immer, nur eben nicht in Barcelona.

Das ATP Island findet 2015 zum dritten Mal statt. Austragungsort ist die ehemalige amerikanische Airbase in Keflavik. Die Hauptbühne ist in einem Filmstudio untergebracht, das eine riesige Halle, vermutlich einen ehemaligen Hangar nutzt. Die Atlantic Studios Stage fasst bestimmt 10.000 Zuschauer, am ersten Tag waren aber wohl maximal 7.000 Besucher da. Bei Belle & Sebastian mögen es noch 6.000 gewesen sein.

Die Band war offenbar sehr knapp vorher angereist und hatte scheinbar nicht viel Zeit für Soundchecks. Nobody's empire und I'm a cuckoo klangen noch nicht gut, danach wurde es immer besser. 

Nicht nur der Sound. The loneliness of a middle distance runner, Dirty dream #2, zwei der (vielen) guten Lieder der neuen Platte (Nobody's empire und The party line), das behob meine kleine B&S-Krise sehr schnell! Nach Perfect couples ging es perfekt weiter. "Wollt ihr ein ruhiges Stück oder ein Party-Lied? Party? Ok! You'll never know what you have missed! (Anm.: doch, Fox in the snow)" Das Partylied war Dog on wheels, gefolgt von There's too much love und etwas später A summer wasting (dem Mittelfingerlied) und den Belle-Live-Standards Arab strap, Legal man und Judy (Abk.).

A summer wasting, eines der Lieder, die ich noch nie live gehört habe*, war die besondere Überraschung. Zwischendrin versuchte Stuart, den Text auf Island-Verhältnisse umzudichten ("you heard the puffins** sing"). Zu The boy with the arab strap und Legal man tanzten handverlesene Besucher auf der Bühne, aber auch das war diesmal wieder nett und nicht gewollt wirkend.

Es war ein schönes Konzert, das mir wieder große Vorfreude auf den Herbst und ein paar weitere macht. Wobei Jahreszeiten nach einem Sommerurlaub mit 5 Grad und weniger und einer Stunde halbherziger Dunkelheit irgendwie irrelevant werden. "Summer in winter, winter in springtime. You heard the puffins sing." - "Do puffins actually sing?" - "wööök wööök"

Setlist Belle & Sebastian, ATP-Island, Ásbrú:

01: Nobody's empire
02: I'm a cuckoo
03: The party line
04: The loneliness of a middle distance runner
05: Dirty dream #2
06: Perfect couples
07: Dog on wheels
08: There's too much love
09: I didn't see it coming
10: A summer wasting
11: The boy with the arab strap
12: Legal man
13: Judy and the dream of horses

Links:

- aus unserem Archiv:
- Belle and Sebastian, Barcelona, 29.05.13
- Belle and Sebastian, Paris, 31.10.14
- Belle and Sebastian, Larmer Tree Gardens, 01.09.13
- Belle and Sebastian, Barcelona, 27.05.11
- Belle and Sebastian, Minehead, 11.12.10
- Belle and Sebastian, New York, 30.09.10
- Belle and Sebastian, Latitude-Festival, 17.07.10


* Nummer 54
** Lunde, die niedlichen Vögel, die wie eine gemeinsames Kind von Papagei und Pinguin aussehen



Donnerstag, 2. Juli 2015

Julie Doiron, Rosenheim, 29.06.15

0 Kommentare

Konzert:  Julie Doiron mit support Andi Langhammer
Ort: Bebop Schallplatten Rosenheim
Datum: 29. Juni 2015


Ein Bericht von Eike - vielen Dank!

der laue sommerabend lud zum entspannten cruisen ein. die saftigen wiesen zogen in endlosen quadraten rechts und links der b15 vorbei, lediglich unterbrochen von sich grau abhebenden, in die landschaft schlängelnden landstraßen. die sonne grüßte noch wach von den gipfeln des majestätisch ruhenden gebirges her, ein milder wind zosch in die weit geöffneten fenster unseres wagens. rosenheim grüßte mit vororten, später mit bildungseinrichtungen und dem hinweis auf den örtlichen eishockeyverein, in der city selbst mit baustellen, einbahnstraßen und parkplatzproblemen. vor dem hole hatte sich bereits eine traube gebildet, die sich der kleinen straße annahm, rauch in den himmel blies, sich das frische bier schmecken ließ und mit linkischem blick nach einer dame lugte, die sich ihrer kinder bemühte. luftig bekleidet, ärmellos, so dass man ein kleines tattoo auf dem linken oberarm sehen konnte, mit sandalen beschuht, eine große, runde brille auf der nase, julie doiron. ihr jüngstes (elsie) brauchte noch hilfe beim umherwandeln, die größeren konnten sich bereits darum kümmern. bald sollte die situation kurzzeitig eskalieren, die mutter musste schließlich ein konzert spielen. beruhigung allenthalben, spätestens als die kanadierin auf der bühne stand. 

an ihrer seite christopher leigh mc laughlin, der sich wie die namensgeberin des konzertabends eine e-gitarre umband. er sollte schließlich für die akzente sorgen, melodieneinschlüsse, saftiges fetzen, sphärische soundmalereien oder bottleneck-akrobatik. es gelang ihm zumeist ausgezeichnet, doch die momente, da sich verzerrungen nicht mehr als intendierte identifizieren ließen, mehrten sich. ganz offensichtlich begannen amp und pedals zu streiken. christopher, mit deutschen vorfahren aus der nähe von kaiserslautern, wie man während des abends erfuhr, ließ sich zunächst nicht aus der ruhe bringen, da waren bereits einige songs absolviert, doch in der interaktion mit seiner partnerin entstand spürbare nervosität. war sie zunächst auch gegründet in der tatsache, dass sich die babysitter via handy bemerkbar machten, was für ein zusätzliches störgeräusch sorgte, wurde sie potenziert durch die erwartungshaltung doirons an einen möglichst einwandfreien vortrag. dass christopher irgendwann das handtuch schmiss, sprich die gitarre in die ecke stellte und entnervt die flucht ergriff, kann seitens des bzw. durch publikums nur schwach begründet werden. hier offerierte sich bzw. hierin kulminierte vielleicht auch der andauernde stress, dem die familienbande auf einer weitläufigen und zeit- und kräfteraubenden tour ausgesetzt war, ist.



bis dahin aber hatten die beiden geschwisterlich aufeinander zu gearbeitet, ließen die gewogenen anteile am klangbild gelten und gesellten sich zueinander, sowohl instrumental, als auch stimmlich wenn es not tat. hin und wieder stutzte sich christopher die flügel, setzte sich auf die bühne, um an den effekten zu fingern, schleifen zu produzieren, ein psychedelisches geifern anzustimmen oder um ein neues fundament zu schaffen, auf dem julie doiron agieren konnte. sie wiederum schien sich über den abend hin erst einmal einsingen zu müssen. klang ihre stimme anfangs noch beschränkt, kantig, hart, nahm sie an weichheit, klarheit und variabilität im verlaufe des konzerts immer mehr zu.  aber es ist gerade ihre eckige art, hier und dort etwas zu verschlucken, endungen endungen sein zu lassen, die für so positive widerstände sorgt. denn während sie bereits die nächste liedzeile beginnt, lässt sie der zuvor gesungenen noch ein fitzelchen raum, damit ihr der hörer etwas nachgehen kann. so nimmt er einen aktiven part ein und wird schnell zum mitbesitzer des doironschen kosmos. 
diese magie ließ sich zum glück trotz der mächtigen soundprobleme spüren. erst recht als die vierfache mutter später allein das geviert ausfüllen musste und sich dabei nicht mehr mit soundproblemen konfrontiert sah. vom temporären ärger musste sie sich noch befreien, bis sie schließlich noch einmal mit einigen wunderbaren liedern beeindruckte. zum glück hatte sie sich nach der performance im duett nicht vollends verdrückt, sondern rückte einer zugabe zuleibe. und damit sich selbst. wie sie die gitarre schnarren ließ, einblick in ihre gefühlswelt erlaubte, ganz so wie sie auch ihren alltagszorn nicht versteckte. es ihre art. sie ist voller zweifel und fragen und dabei voller klarheiten. beziehungen gehen nicht einfach so auseinander, lässt sie uns wissen, es kommt stets noch etwas nach, das echo währt.


so auch die erinnerung an den opener "yer kids", diesen wunderbaren song vom 07er album "woke myself up", der großmutter gewidmet, schwappt er zwischen den tempi und lässt die protagonistin keckern und den sidepart nach lichten tönen greifen, herrlich wie er auf den bünden nach ihnen schnappte. "swan pond" wird zum erwarteten schunkler, christophers part verstärkte die reize, doch noch befindet sich die gesamte chose in haltloser bewegung. mit "le piano" zitierte doiron nachfolgend ihr französisch sprachiges album "désormais", eine kleine, feine, anmutige nummer gelingt. mit "cars and trucks" wird erstmals das letzte solowerk doirons zitiert, "so many days". es ist ein giftiges, verletzliches lied, das sich windet und wendet und sich nicht so recht einfangen lassen will. irgendwann packt es die sängerin beim kragen und legt es uns sorgsam gefaltet vor. ähnlich ergeht es "dirty feet" vom 2004er "goodnight nobody", wobei es dank seiner schönheit einfach nur ist. die noten tropften von den saiten und es begaben sich gesangsfetzen hinzu. im hintergrund poliertes, ein friedlich dreinblickender mann. "the only" und "where are you?" entstammten erneut dem letzten tonträger. beiden gefällt die korrespondenz von sanftmut in der stimme und ausdrucksstärke in der saitenarbeit. später erklingt noch das gemeinsam inonierte "twin summers", eine nummer von weird lines (geschrieben von christopher), an diesem abend in schlichtem kleid vorgetragen, wunderschön. nicht weniger glanzvoll erstrahlten hernach die solo vorgetragenen "i woke myself up", "snow falls in november" und "will still you love me in december". das ende war versöhnlich, wie der anfang und die mitte nicht vorhersehbar waren. wie das leben. und das leben macht spaß!



die nächsten termine: 
01.07. offenbach - hafen 2
02.07. düdo. - kassette
03.07. hh - hasenschaukel
04.07. berlin - down by the river festival 

Aus unserem Archiv:
Julie Doiron, Köln, 15.02.13
Julie Doiron, Paris, 14.02.13
Julie Doiron, Paris, 05.04.12 



das trifft wohl auch auf andi langhammer zu, der sich seit vielen jahren unter dem moniker lost name einen namen gemacht hat. seine art das gitarrenbrett zu behauen, hat etwas animalisches, oft kämpferisches, als gelte es dämonen gegenüber zu treten. dabei führt er eine stimme mit sich, die an sanftmut und tragkraft für die besonderen themen kaum zu übertreffen ist. wir hatten den jungen songwriter das letzte mal 2009 erlebt. damals schien er deutlich introvertierter, verschlossen, in sich verkapselt. heuer aber zeigte er sich aufgeräumter, offener. seiner musik, die er im vorprogramm des julie doiron konzerts darbot, tat dies keinen abbruch.
tausend dank an heidi und bebop schallplatten für die einladung, das konzert, dafür!

 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates