Samstag, 22. April 2017

Melodica Festival #5, Köln, 25.03.17

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Samstag des Melodica Festivals #5 in Köln 
Für mich mit den Konzerten:
 I took your name (30 min)
 Suzan Köcher & Palace Fever (30 min)
 Whale vs. Elephant (30 min)
 The Manana people (30 min)
 Woodbell (45 min)
 Ida Wenøe (35 min)
Ort: Café des Weltempfänger Hostels in Köln Ehrenfeld
Datum: 25. März 2017
Zuschauer: 40-200



Das Melodica Festival zog mich schon zum fünften Mal nachdrücklich und schwer ignorierbar nach Köln. Die absoluten Magneten waren für mich musikalisch I took your name und Ida Wenøe. Darüber hinaus versprach es ein nettes Wiedersehen mit lieben Leuten zu werden. Das bestätigte sich in dem Moment, als ich kurz vor knapp (Fabio und Stefan begrüßten schon die Gäste von der Bühne!) ins Café des Weltempfänger Hostels hineinhuschte direkt in eine erfreute Umarmung von Jan Bart, der im nächsten Moment auf die Bühne springen würde um mit Chris van der Ploeg als I took your name zu musizieren. Wie gut, dass ich mich wieder selbst überredet hatte, dass die Reise nach Köln auf den Samstag beschränkt und Heimfahrt so, dass ich den letzten schnellen Zug nehmen kriege, schon irgendwie in den Rest meines Lebens reingequetscht passt.


Das musikalische Programm am Samstag begann mit Hell on a hill  eher nachdenklich und aufrichtig fragend - wofür ich die Musik von I took your name so sehr mag. Dann das vertraute Corridor mit den verrückten Harmonieverschiebungen und Paper trail, das mit der eindrücklichen Frage beginnt Danny is your life complete? und mir mit der anschmiegsamen E-Gitarre von Jan so recht zu Herzen ging. Im Finish dieser ersten halben Stunden war Wonderlines ein wunderschönes Wiegenlied und im letzten Stück gab es Unterstützung von Harmen Ridder am Klavier. Ein wirklich schöner Melodica-Moment und gleichzeitig ein perfekter Abschluss für ein zwar kurzes aber mir rundum zu Herzen gehendes Set. Ich fühlte goldrichtig da beim Kölner Melodica-Samstag!


Setlist I took your name
01: Hell on a hill
02: Bird in my hand
03: Corridor
04: Paper trail
05: You faded like a star on the late show
06: Wonderlines (Audiotransparent-cover)
07: I would do anything
 
 
Weiter ging es für mich mit lauter mir noch unbekannten Namen, wobei mir Whale vs. Elephant vom leider krankheitsbedingt verpassten Melodica in Paris schon ein Begriff waren. Es folgte im Progamm zunächst Suzan Köcher & Palace Fever (das sind Julian Müller, Jens Vetter und Piet Rosanka) aus Solingen. Da wurde die Bühne ganz schön voll und es wurde heiß(blütig). Das erste Stück Dandelion fields war zwar ein locker flockiger Popsong (der unbedingt ins Radio gehört!), aber Blood red wine eröffnete dann die filmreifen Songs mit dem inneren Bild eines einsamen Wolfes wie aus einem Tex-Mex-Western. Es ist auch der Titeltrack der für Ende April (äh ... heute!) geplanten Debüt-EP. Harley Davidson auf französisch auch in französischer Divenpose dargeboten fand ich sehr witzig und irgendwie zeitlos. Mit Moon Bordeaux gab es noch üppigste Popgeste zum Abschluß. Ein Wiedersehen wird es wohl zum Maifeld Derby für mich geben (Tourdaten finden sich ganz unten).
 

Setlist Suzan Köcher & Palace Fever
01: Dandelion fields
02: Blood red wine
03: Bonnie
04: Harley Davidson
05: Too young
06: When the night comes
07: Moon Bordeaux
 

Volle Bühne konnten Whale vs. Elephant aus Trier sogar noch besser mit ganzen fünf Personen: Die normale Besetzung um Tobias Braun (Tasten und Soundschnipsel) mit Íris Rippinger (Gesang, Effekte) und Dirk Pfeiffer (Gitarre) wurde durch den Pariser Import Marielle Martin verfeinert und einer weiteren Person, deren Namen ich nicht weiß. Trotz zwei Frauenstimmen und Geige gab es keinen Folk sondern elektronische Musik unterlegt mit Beatschnipseln und abgerundet durch Frauenstimme(n). Nach einem Intro kam Modifications zunächst irgendwie Scifi-mäßig geheimnisvoll daher bis schließlich die Íris' Stimme einsetzte. Dagegen wirkte Devil's tale fast tänzerisch und The Black Sea vergleichsweise upbeat und zum Füße wippen einladend. Methadone nahm mich auf einen beschaulichen Trip mit und ich überließ mich dieser Art Musik in allen dargebotenen Facetten wirklich gern und sehr positiv angetan. Wie das Tüpfelchen auf dem i war für mich die Stimme von Marielle!


Setlist Whale vs. Elephant
01: Intro
02: Modifications
03: Devil's tale
04: Black sea
05: Methadone
06: Colorful leaves
 

The mañana people aus Bonn begannen andschließend ihr Set etwas martialisch mit Death to everyone. Und das, obwohl sie vom superfriedfertigen Stefan Honig als neu für sich entdeckte Lieblingsband vorgestellt worden waren...  Ich kann das mit der just entfachten Liebe nach dem Auftritt aber sehr gut verstehen! Schon die Kombination von Theremin und Banjo muss man erst mal erlebt haben, sonst glaubt man nicht, dass das geht. Aber Álvaro Arango and Tim Weissinger machen musikalisch da sowieso so eine Art neues Paralleluniversum auf. Auf der Melodica-Bühne wurden sie unterstützt durch einen Mann am Schlagzeug, einen am Bass und die junge Frau am Theremin. Mit A Recess hatten sie auch fast ein klassisches Folksong im Programm - vielleicht ein bisschen angetrunken vom Geist aus der Flasche oder dem Himmel. Judas Boogie stampfte ordentlich und rief in die Wüste, die später lustigerweise darauf antwortete. The night you stole my gun schieberschuberte und torkelte ordentlich. Die Füße konnte man da nicht still halten, auch wenn die Harmonien ein wenig betrunken wirkten. Das Teremin jaulte und der Text erwies sich beim nachlesen als ein einziger abgefahrener Trip. Die Ideen scheinen den jungen Männern nicht so bald auszugehen, denn für die nächsten zwei Jahren haben sie 100 neue (bestimmt genauso verrückte) Lieder versprochen (vier sind schon fertig).


Setlist The mañana people
01: Death to everyone
02: Seagulls
03: A Recess
04: Judas Boogie
05: The night you stole my gun
06: Mañana fight the undead
07: Who are you 


Woodbell sind Jasmine Collet, Marion Hedin und Jon Sayer aus Paris. Sie räumten die Gesangsmikroständer ab, denn sie brauchten die Mikros am Kopf, damit sich Cello bzw. Bratsche spielen und singen vertrugen. Das brach etwas mit dem vorhergehenden Programm. Durch die Instrumentierung und den Satzgesang wirkte das ganze Set sehr dramatisch. Immerhin hatten sie uns auch drei französischsprachige Stücke mitgebracht! Try to smile von der aktuellen EP durfte das Set eröffnen und gab gleich ordentlich Gas. Schob sich dabei auch kreuz und quer durch die Harmonien. Dass sie singen und spielen können, bewiesen sie mit einem herrlichen A capella Teil auch noch auf das Schönste. Straight for the head schlingerte und schunkelte etwas später ganz ordentlich, klang aber gleichzeitig französisch leicht und machte süchtig auf den Refrain mitgrölen. One card schloß sich diesem Duktus nur scheinbar an denn es wurde trotz Dreiertakt zu einer hymnisch melancholischen Filmmusik. Mit dem unendlich traurigen Run ging der Auftritt der Gäste aus dem Nachbarland schließlich zu Ende.
 

Setlist Woodbell
01: Try to smile
02: Loin devant
03: Eleanor Rigby (Beatles Bearbeitung)
04: Straight for the head
05: One card
06: Snatches
07: Main dans l'eau
08: Holy screen
09: Je vais m'en aller
10: Talking Business
11: Run


Am Bühnenrand von Woodbell hatte ich schon  Ida Wenøe  ausgemacht, die mit ihrer Gitarre und sehr wenig Technik zum Glück sehr schnell und ohne lange Umbauzeit auf die Bühne kommen konnte. Sie erfüllte meine Erwartungen gleich auf das beste mit ihrem ersten Song. Denn es ging mitten hinein in den dunklen Abgrund mit der Textzeile: I kissed the devil. Schon hatte sie die Aufmerksamkeit des dicht gepackt stehenden Publikums nur mit ihrer Gitarre und ihrer Stimme zu 100%. Time of ghosts - der Titelsong ihrer Debutplatte als Solo - war im Vergleich fast fröhlich (eben die dänische Art...) Das so wunderbar sehnsuchtsvoll rufende Til jeg har dig hatte mich beim letzten Konzert in Karlsruhe schon so begeistert und verfehlte auch hier seine Wirkung nicht. Sie brauchte eigentlich gar keine Verstärkung für ihre Stimme während sie in die Ferne rief. Ich war schon wieder ganz und gar verzaubert und glücklich, diesen Moment miterlebt zu haben.   


Meine Zeit für Köln lief ab und ich machte mich auf den Rückweg im Wissen, dass auch das weitere Programm bestimmt sehr sehenswert gewesen wäre aber genau genommen auch dieser Nachmittag mehr als genug Stoff für mein Herz geliefert hatte. Nun hoffe ich auf den Tag mit einem Melodica oder Wohnzimmer-Konzert mit Marius Ziska und Ida.

Setlist Ida Wenøe
01: Circus Season
02: Time of ghosts
03: Til jeg har dig
04: Charms
05: Limbo Man
06: Heather
07: Change me a little


Aus unserem Archiv:
Melodica Köln #4, Köln, 20.03.16
Ida Wenøe, Karlsruhe, 27.10.16
Boho Dancer, Karlsruhe, 08.03.14
Boho Dancer, Leipzig, 10.10.13
Boho Dancer, Karlsruhe, 14.11.12 

I Took Your Name, Karlsruhe, 20.07.14  


 



Apples in Space, Leipzig, 21.04.17

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Konzert: Apples in Space
Ort: Moritzbastei Leipzig
Datum: 21.04.2017
Dauer: 90min
Zuschauer: ca. 50



Erfrischend und erwachsen


Apples in Space sind eine meiner Lieblingsbands seit ihrem Gastspiel 2015 in unserem Wohnzimmer. Es braucht zur Begründung keine Worte, das Erlebte ist ausschlaggebend. 3 Wochen vor dem nächsten Konzert in der Scala haben Katrin und ich die Chance für einen Überraschungsbesuch in Leipzig genutzt. Die Apples sitzen im Innenhof der Moritzbastei und spielen sich ein. Nach dem kalten Ostern ist es der erste milde Nachmittag. Die Begrüßung ist pure Freude übers Wiedersehen und Freude auf dieses und die nächsten Konzerte. Ich bin heute sehr neugierig auf die Titel des neuen Albums, neugierig auf die Art ihrer Präsentation, bisher kannten wir ja nur den halbakustischen Wohnzimmerauftritt. Und das neue Album zeigt noch so viel mehr musikalische Einflüsse der Kollegen Janusz und Jonathan auf die Songs.



Das Fazit gleich vorweg: Die Apples haben sowohl mit dem neuen Album als auch auf der Bühne eine erstaunliche Entwicklung zu einer großen Band hinter sich. Da sind die Dramaturgie der Setlist, die abwechslungsreich arrangierten Songs des Abends, die die verschiedenen Aufmerksamkeitsspannen des Publikums bedienen und die Spannung immer wieder ansteigen lassen. Schon der Einstieg ins Konzert ist unüblich. Die meisten Bands starten mit Titeln ihres aktuellen Albums und holen dann die Fans mit den bekannten älteren Stücken erst später ab. Die Apples gehen den Abend genau andersherum an und erobern den Saal zunächst gleich mit 3 Titeln des 1. Albums (Apples in Space), bevor sie auf fulminante Art Fahrt mit den ersten Titeln des aktuellen Albums (The Shame Song) aufnehmen.



So geht es temporeich und schweißtreibend zum Mittelteil, den Julie und Phil nach einer Unterstützung von Jonathan an den Tasten dann allein bestreiten und die akustischen Momente Gänsehaut erzeugen (Manor Hotel).



Phil und Julie stehen im Scheinwerferkegel allein mit ihren teilweise herzzerreißenden Songs Paper Town und Upon This Wave. Da werden große Gefühle in eruptive Musik gegossen und ganz leise dargeboten. Ich bin berührt von der bewundernswerten Souveränität, die die beiden mit ihrer hochdramatischen Songarchitektur hier ausspielen. Sie bannen das Publikum dabei mit großen Gesten wie den Ausflügen von Phil und seiner Gitarre vor die Bühne oder Julies schmachtende Blicke in Phils Richtung.



Wieder vereint auf der Bühne treibt die Band den Abend in Richtung Ziel. Bei der Tour de France würde man von einer Bergankunft sprechen – hier zogen die Apples mit den letzten Titeln noch das Tempo an und ließen das Publikum in Nachhall der letzten Songdonner allein zurück im Saal, so schnell verließen sie den Raum.


Sie ließen sich dann auch nicht lange bitten, um für 2 Zugaben wiederzukommen, erst Phil und Julie zu zweit und mit einer ganz ruhigen Fassung von Ophelias Song. Den Schlusspunkt setzte die Band mit Tin Can Odyssey unter den grandiosen Abend einer Band, der ich nur allergrößte Aufmerksamkeit wünsche.



Fazit, zweiter Teil: Alte und neue Songs klangen für uns wie aus einem Guss. Die szenischen Schmankerl waren geschickt gesetzt und zeugten von einem großem Einfühlungsvermögen der Band und ihrer Kenntnis über die Wirkung ihrer Musik. Wie Janusz bestätigte, sind diese Punkte auch Gegenstand längerer Diskussionen, sicher ein Ausdruck der Sorgfalt, die die Band diesbezüglich gegenüber ihrem Publikum umtreibt.
Nach einem Schwatz über die Mühen in den Ebenen des Musikbusiness in der nicht mehr ganz so milden Leipziger Frühlingsnacht, sind Katrin und ich mit einem leuchten im Herzen wieder heimgefahren. Zum Glück für uns sind es diesmal nur 3 Wochen bis zum nächsten Konzerterlebnis mit Apples in Space.


Setlist
01. I Was The Moon *
02. The Old Man & The Country *
03. Vespa *
04. Shame **
05. All My Things **
06. November **
07. The House Is Empty Now *
08. Manor Hotel **
09. The Never Read Letter *
10. Paper Town *
11. Upon This Wave **
12. Because The Nights Are Empty **
13. Technical Failure **
14. Farewell, Little World *
15. Behind Closed Doors **

16. Ophelias Song (Z) *
17. (A Tin Can) Odyssey (Z) **

* vom Album “Apples in Space” (2015)
** vom Album “The Shame Song“ (2016)


Aus unserem Archiv
Apples in Space, Adorf, 20.09.2015
Apples in Space, Karlsruhe, 13.09.2015
Apples in Space, Köln, 03.03.2015
Apples in Space, München, 10.04.2013

Les concerts à Paris autour du Disquaire Day

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Les concerts à Paris autour du Disquaire Day

Ca y est, c'est encore le Disquaire Day ! Venez nombreux chez les disquaires de la capitale parce- vous le savez bien- c'est le seul jour de l'année ou l'on peut acheter des vinyles, les autres jours de l'année les disquaires sont tous fermés !



- Emily Wells et Gina Eté, Batofar
- Disquaire Day au Point Ephémère, Les concerts:

15h Rubin
16hVeni Vidi TV
17h Jaune
18h Born Idiot
19h Volage
20h Pépite
21h Mountainbike
22h Fantomes
23h Claude Violante
24h Tristess Contemporaine
1h: Basile Di Manski 


-  chez le disquaire Passerelle.2 (52 rue Popincourt)
 à partir de 15h: Lonny Montem (photo), 20:01, Refuge, Malvina Meinier, Louxor
 - 18h30 au Souffle Continu: Emmanuelle Parrenin
- chez Gibert Joseph entre 15 et 18h: Jon And The Vons, Butch McKoy, The Sore Loser et La Souris Déglinguée
- Maud Lübeck, La Fabrique Balades Sonores
- Maison de la Radio: Clara Luciani et William Z. Villain
- Arcole, Bus Palladium
- Jupiter & Okwess, FGO-Barbara
- Elvis Depressedly et TV Girl, Espace B
- Maud Octallinn et Camille Bénâtre, La Ménuiserie, Pantin
- Jesca Hoop, Café de la Danse
- Charli XCX, Les Etoiles
- Pumarosa, Pop-Up du Label
- Ellen Allien et GNCCI et DIIs, Machine du Moulin Rouge
- Cigarettes After Sex, La Maroquinerie

* programme du Mofo Festival:


- Fujiya & Myagi, Black Devil Disco, Buvette, Rendez-Vous, Faire, Oko Ebombo


Freitag, 21. April 2017

Dota, Mannheim, 20.04.17

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Konzert: Dota mit Pauken und Trompeten
Ort: Capitol in Mannheim
Datum: 20. April 2017
Dauer: 110 min
Zuschauer: etwa 300


Im Jahr 2016 hatte sich das Konzert mit Dota und Band im Tollhaus unter die besten des Jahres eingereiht. Manche Textzeilen hatten sich tief eingebohrt und die einmalige Atmophäre des Abends ist mir noch immer sehr präsent. Als sich nun die Gelegenheit bot, das Programm mit Pauken und Trompeten im Mannheimer Capitol zu erleben, habe ich nicht lange überlegt. 


Ich wollte gern wieder so ein tolles Konzert erleben und ich war zu gespannt, wie sich die andere Besetzung anfühlen würde. In der großen Besetzung wird die Band von Dota Kehr (Gesang und Akustikgitarre) - das sind Jan Rohrbach (E-Gitarre und Bass), Janis Görlich (Schlagzeug) und Jonas Hauer (Klavier) - unterstützt von drei Bläsern und einer Vibraphonistin:
  Maria Schneider (Vibraphon),
  Oliver Fox (Saxophon und Klarinette),
  Christian Magnusson (Trompete) und
  Jörg Bücheler (Posaune).



Im Capitol habe ich 2013 zwei ganz besondere Konzert erlebt: Mine mit großer Besetzung und Aimee Mann mit Ted Leo. Deshalb fand es einen wirklich guten und passenden Rahmen für Dota und die große Besetzung. Daraus wurde aber zunächst nichts, denn der Abend verstolperte zu Beginn etwas. Für die Band überraschend war es ein bestuhltes Konzert (sagt man da Du oder Sie? Und welche Konzertlänge passt dazu?) und der Supportslot war so kurz gewesen, dass alle zu spät kamen, die dafür mindestens 30 min eingeplant hatten. Und so war ich zu Beginn nicht so recht glücklich - wahrscheinlich hatte ich mir auch im Kopf fette Bläser zurecht gelegt, die es so nicht gab. Tatsächlich führte die große Besetzung sogar eher dazu, dass die Songs weicher wurden und fast jazzig wirkten. Das kriegte mich nicht so richtig.
 

Die herrlichen Solonummern in der Mitte des Sets setzten dann doch meine Schalter endlich richtig auf Empfang und mit Glashaus und Grenzen war ich dann wirklich so richtig froh, mich auf den Weg nach Mannheim gemacht (und den Text noch einmal geübt) zu haben:
 Warum schützt man die Grenzen der Staaten so gut
 Und die Grenzen der Menschen so schlecht?
   Sie müssen nicht zwischen den Ländern verlaufen,
   aber zwischen den Menschen.
   Nicht aus Stacheldraht sollen sie sein,
   sondern aus Respekt.

 

Das tanzen fiel im Sitzen schwer und die Selbstbeschränkung der bequemen Kinostühle wurde erst spät (ab Rennrad) nach und nach abgeworfen, bis es zu den Zugaben kein Halten mehr gab. Und das, obwohl das Schlusslied des eigentlichen Sets eher ein Fade-out gewesen war und das Tempo herausgenommen hatte. 


Als alle in der großen Besetzung verfügbaren Songs "durch" waren und der Beifall nicht aufhören wollte, schenkte uns Dota solo noch zwei brasilianische Lieder, die uns herrlich in den Arm nahmen und zufrieden nach Hause schickten. Kein Wunder, dass sie anschließend am Merchstand alle Hände voll zu tun hatte.... Und ich fühlte mich in meinem Urteil bestätigt, dass ich noch vor dem Konzert jemanden gegeben hatte, der sich Dota in den nächsten Tagen ansehen will:



Setlist:
01: Trägst du mich
02: Monster
03: Zum Glück
04: Zimmer
05: In meinen Träumen
06: Bis auf den Grund
07: Geld verdirbt den Charakter (Solo)
08: Bald fang ich wieder an (Solo)
09: Mantel
10: Im Glashaus
11: Grenzen
12: Lassy (Instrumental)
13: In der Hand
14: Floß
15: Keine Gefahr
16: Rennrad
17: Vergiftet
18: Im letzten Licht

19: Utopie (Z)
20: Sommer (Z)
21: Überall Konfetti (Z)

22: Du musst dich nicht messen (Z)

23: Einzelkind (Z Solo)
24: brasilianisches Lied (Z Solo)


Tourdaten mit Pauken & Trompeten:
19.04.17 Göttingen - Musa Göttingen
20.04.17 Mannheim - Capitol Mannheim
04.05.17 Berlin - Astra Kulturhaus Berlin
16.06.17 Leipzig - GeyserHaus Leipzig (open air)
25.08.17 Dresden - Saloppe Dresden
29.08.17 Frankfurt - Palmengarten Frankfurt


sonstige Tourdaten Dota:
21.04.17 Stuttgart - Club Cann "Keine Gefahr" Tour
22.04.17 Aichach - Schloss Blumenthal - Dota & Jan
23.04.17 Weimar - Mon Ami - Dota & Jan

18.05.17 Flensburg- Folkbaltica Festival - "Keine Gefahr" Tour
20.05.17 Kiel- Pumpe  - "Keine Gefahr" Tour
21.05.17 Dortmund- Domicil - "Keine Gefahr" Tour
22.05.17 Bonn- Pantheon - "Keine Gefahr" Tour 2017
23.05.17 Marburg- KFZ - "Keine Gefahr" Tour 2017


Aus unserem Archiv: 
Dota und Band, Karlsruhe, 14.10.16
Dota und die Stadtpiraten, Karlsruhe, 04.07.12


Dota und Band, Karlsruhe, 14.10.16

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Konzert: Dota und Band auf Keine Gefahr Tour
Ort: Tollhaus in Karlsruhe
Datum: 14. Oktober 2015
Dauer: 115 min
Zuschauer: etwa 300


All die wunderbaren Bilder hier sind von Markus
Aufgenommen am 09.10. im über-ausverkauften Berliner Konzert

Es ist schwer kurz zu bleiben im Erzählen über ein Konzert mit Dota, die ich vor vier Jahren noch als Kleingeldprinzessin gesehen habe und die nun als Dota und Band irgendwie erwachsen geworden wirkte. Was immer das heißt; worin auch die Veränderungen bestehen mögen. Denn es reimte sich bei ihr fast kindlich unbekümmert immer noch Rennrad auf geändert oder Konsequenzen auf Grenzen und man musste zur Musik hopsen und mitgrölen und kam nicht umhin zu denken, zu lachen, den Kopf zu schütteln und den Nachbarn anschubsen um sich zu vergewissern, dass das auch wirklich gerade passiert.


Dota und Band waren auf dieser Tour 

 Dota Kehr (Gesang und Akustikgitarre), 
 Jan Rohrbach (E-Gitarre und Bass), 
 Janis Görlich (Schlagzeug), 
 Jonas Hauer (Klavier).

Für mich waren die Gesichter der Herren um Dota neu, aber das Team ist durchaus schon über Jahre so erprobt d.h. auch: So sehr Dota das Zentrum und die Rampensau ist, so sehr wird sie doch auch durch die Band getragen. Was ich im Eifer des Gefechts nicht hinkriegte: Eine Setliste mitzuschreiben.
 


Aber in der Rückbesinnung waren wohl folgende Songs dabei (nicht unbedingt vollständig und vielleicht anders gereiht): Mantel, Monster, Warten auf Wind, Stille Wasser, Die Diebe, Rennrad, Weit, weit, weit vor einem Solopart mit dem herrlich wahren und gleichzeitig so absurden Geld verdirbt den Charakter, und dem zum schreien lustigen Bald fang ich wieder an. Spätestens mit diesen hingeworfenen ohne musikalischem Brimborium dargebotenen Liedern hat Dota mein Herz ganz und gar - bei Rennrad war ich schon kurz davor gewesen. Mit Band ging es anschließend weiter wie bei einem rauschenden Fest: Floß, Keine Gefahr, Das Wesen der Glut
, Grenzen, Nah, Vergiftet, Spiegel der Zeit, Hoch oben, Du musst dich nicht messen, Stadt am Meer, Licht, Risse, Bis auf den Grund, Alles Du alles Dur.
 

Ich muss dazu sagen, dass das Publikum wirklich ordentlich mitfeierte. Tanzte, textsicher mitsang und lachte - dabei nacheinander schaute und sich anschließend ganze drei Zugabenblöcke erbat, die dann wirklich und wahrhaftig die Gassenhauer, die Superhits auf die Bühne und in den Saal brachten (ich hatte Ohrsteckermädchen noch tagelang als Ohrwurm). D.h. es gab unter anderem die Lieder Konfetti, Utopie, Ohrsteckermädchen, Aber hey. Dann war irgendwann doch unaufschiebbar Schluß und wir mussten wieder heim - zwar nicht cool aber wir leuchte(ten) bei Nacht!




Aus unserem Archiv:
Dota und die Stadtpiraten, Karlsruhe, 04.07.12

Tourdaten:
17.09. Prenzlau - 5 Sterne Cantine
23.09. Hamburg - Reeperbahn Festival
04.10. Potsdam - Waschhaus
09.10. Berlin - Volksbühne
13.10. Chemnitz - Atomino
14.10. Karlsruhe - Tollhaus
15.10. Mainz - Frankfurter Hof
16.10. Aachen - Musikbunker
17.10. Düsseldorf - ZAKK
18.10. Münster - Gleis22
03.11. Wawern - Synagoge
04.11. Eupen - BRF Funkhaus
15.11. Boston (USA) - Lincoln High School
17.11. Boston (USA) - Goethe Institut
25.11. Fulda - Kulturkeller
26.11. Ulm - Roxy
27.11. Wien - Chaya Fuera
28.11. Linz - Posthof
29.11. Regensburg - Leerer Beutel



 

Konzerttagebuch © 2010

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