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Montag, 23. Januar 2012

The Notwist, Nijmegen, 22.01.12

5 Kommentare

Konzert: The Notwist
Ort: Doornroosje, Nijmegen
Datum: 22.01.2012

Zuschauer: ca. 250
Dauer: The Notwist 85 min, joasihno 40 min



Gut, daß sich für unser Konzerttagebuch nur Musikverrückte interessieren. Ich würde es schrecklich gerne auch zu einer Plattform über Indietratsch machen, sobald wir aber in Berichten nur über den Kleidungsstil von Künstlern schreiben, bekommen wir das als irrelevant von musikalischen Revolutionswächtern um die Ohren gehauen. Das ist nicht gut, hier aber auch gerade nicht wichtig, weil es bei The Notwist schließlich weder um Mode noch um Klatsch geht. Gut ist die klare Zielgruppe deshalb, weil man der nicht lange erklären muß, warum vier erwachsene Menschen, die Montag früh arbeiten müssen, sonntags nach Holland fahren, um sich eine bayerische Band anzusehen. Leuten, die denken, daß das, was im Radio läuft, Musik ist, ist das einfach nicht zu vermitteln, der Versuch erntet mitleidiges Nicken, etwa das gleiche, das ich freiwilligen Helfern des Domino-Days entgegenbrächte, lernte ich welche von denen kennen. "Ach, ihr baut also monatelang Domino-Steine auf, die ein Mann mit lustigem Akzent dann umstößt?!"

Warum wir nach Nijmegen fuhren, ist dabei doch vollkommen naheliegend: The Notwist spielten da
eben und Paris, München oder Metz waren uns zu weit.

Das Doornroosje ist ein Club, in den ich mich auf Anhieb verliebt hatte, als ich da vor ein paar Jahren Martha Wainwright gesehen habe. Der "große Saal" ist gemütlich klein und wäre auch in Köln einer meiner Lieblingsläden. Vermutlich passen in ein ausverkauftes Doornroosje 300 Leute, ein Rahmen also, in dem man Notwist in Deutschland nicht sehen kann.

Ausverkauft war der Club allerdings nicht, vermutlich waren 200 oder 250 Zuschauer da, die meisten kamen allerdings erst nach der Vorgruppe. Dabei war die (joasihno aus München) hörenswert. Wie es sich für Notwist Supports gehört, klangen
joasihno experimentell, sie waren aber nicht anstrengend. Hinter joasihno verbirgt sich Christoph Beck aus Eichstätt. Christoph spielte vor allem mit Keyboard und Gitarre geloopte Melodien ein, erzeugte aber Liedteile auch mit Melodica und Blockflöte. Das schönste Instrument war allerdings ein knisterndes Blatt Papier, das er loopte und das so einen wundervollen Effekt ergab. Begleitet wurde er während seines Konzerts von einem Schlagzeuger.

Das 40 minütige Programm war kurzweilig und lohnenswert. Wenn man eine lange nächtliche Rückfahrt vor Augen hat, kann Zeit, die eine Vorgruppe kostet, ja schnell schrecklich weh tun, hier war alles prima!

joasihno hatte erstaunlich viel Platz auf der Bühne beansprucht. Wir hatten uns vorher schon gefragt, wo denn Notwist spielen wollten, weil kaum noch Platz für mehr als zwei Musiker da war. Als der joasihno Instrumentenpark gelichtet war, war
allerdings wieder genug Raum da, um all die absonderlich tollen kleinen Dinge, die die komplexen Sounds der Bayern erfordern, unterzubringen. Wir standen vor Martin Gretschmann (Console), der neben seinen (bekannten) wii-Controllern auch viele andere lustig aussehende namenlose Sachen um sich aufgebaut hatte. Das letzte Mal in einem Club hatte ich Notwist im Kölner E-Werk gesehen, zwar auch weit vorne, da in diesem großen Saal "weit vorne" allerdings fünfzehn Meter von den Musikern weg ist, habe ich da wenig davon mitbekommen, was alles nötig ist, die Songstrukturen der Band live wiederzugeben. So aus nächster Nähe war das für mich der eigentliche Knüller des Abends. Darauf zu achten, für welche Töne oder Samples jetzt das Drücken auf den Computerspiel-Controller gerade verantwortlich ist, war fabelhaft!

Zu gucken gab es aber auch an allen anderen Stationen enorm viel. Hier mal ein Glockenspiel, da gescratchte Platten, dahinter vier-Schlägel Vibraphon - und alles in einer nicht nachvollziehbaren Perfektion. Tolle Platten schön und gut. Aber wenn man die nicht auf Bühnen umsetzen kann, taugt man nichts. The Notwist können das, und man sieht bei jedem Stück, wie verflucht schwer das sein muß.

Leider war das Programm im Vergleich zu den französischen Konzerten ein wenig
abgespeckt. Daß die wenig gespielten Day 7 und My faults fehlten, war schade, in der Suppe muß aber wirklich nicht nach Haaren gesucht werden, dafür war das Konzert (ohne den neidischen Blick auf Frankreich) schon zu gut.

Am besten gefielen mir das Eröffnungsstück One dark love poem von der zweiten
Notwist-Platte Nook, das ein grandioses Intro hatte (und vielleicht eine zu leise Stimme von Markus Acher - aber egal!) und Gloomy planets - erste unter gleichen.

Knapp anderthalb Stunden, die zwar normalen Menschen nicht zu vermitteln sind, die aber jeden Aufwand und jede Müdigkeit gerechtfertigt haben, da sind wir Freaks uns einig.

Setlist The Notwist, Doornroosje, Nijmegen:

01: One dark love poem
02: Pick up the phone
03: This room
04: My phrasebook
05: Blank air
06: Trashing days
07: On planet off
08: Gloomy planets
09: One with the freaks
10: Neon golden
11: Pilot
12: Gravity

13: Boneless (Z)
14: Where in the world (Z)
15: Consequence (Z)

Aus unserem Archiv:

- The Notwist, Paris, 20.01.12
- The Notwist, Köln, 14.04.09
- The Notwist, Hamburg, 23.08.08
- The Notwist, Melt!, 19.07.08



Mittwoch, 7. Juli 2010

Pavement, Nijmegen, 06.07.10

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Konzert: Pavement
Ort: Doornroosje, Nijmegen
Datum: 06.07.2010
Dauer: knapp 95 min
Zuschauer: 600 bis 700 vielleicht (ausverkauft)


So wie normale Menschen sich darüber unterhalten, welche Schule die bessere für ihre Kinder ist, wie viele Säulen eine Altersversorgung haben sollte oder ob Schumi jemals wieder der Alte wird, also über Themen, die ein enormes, emotionales
Potential haben, reden Leute, die Musik hören, die normale Menschen nicht kennen, über solch weltbewegende Themen, ob ein Comeback einer früheren Heldenband nur für deren Konten oder auch für die Musikwelt Sinn macht. Seit die ersten ernstzunehmenden Gerüchte über eine Pavement Reunion die Runde machten, wurden zig solcher Diskussionen geführt. Man ist da aber auch gerade gut in Form, schließlich sind Comebacks in den letzten zwölf Monaten so hipp wie diese huch-wie-lustigen schwarz-rot-goldenen Autospiegelüberzieher.

"Wink' denen mal mit ein paar Geldscheinen zu," war dann auch eine Bitte, die ich vorher hörte. Ganz sicher ist dieser Vorwurf bei vielen der Wiederda-Bands vollkommen berechtigt; ein künstlerischer Grund dafür, warum Skunk Anansie zurückgekommen sind, ist beispielsweise wirklich schwer vorstellbar.

Bei Pavement ist das natürlich ganz anders. Zumindest hatte ich während ihres Auftritts beim Primavera Festival in Barcelona vor ein paar Wochen diesen Eindruck. Viel habe ich von diesem Konzert, auf das ich mich wahnsinnig gefreut hatte, nicht mitbekommen, weil ich ganz schreckliche Müdigkeitsanfälle abwehren musste. Der Spaß, den die Amerikaner aber auf der Bühne vermittelten, war schwer zu übersehen! Weil ich die letzten fünf Stücke in Spanien nicht mehr gesehen hatte, war Nijmegen
mein erstes richtiges Pavement Konzert. Pavement gehören zu den vielen Bands, die ich "damals" verpasst habe, weil ich mich in ihrer Zeit nicht für Konzerte interessiert habe. Eine Schande!

Daß Pavement im kleinen, niedlichen Doornroosje in Nijmegen spielten, mochte ich erst gar nicht glauben. Daß das auch während der Woche eine Pflichtveranstaltung sein würde, war ganz klar. Sehr locker nahmen wir in den letzten Wochen zur Kenntnis, daß das vermutliche holländische WM-Halbfinale am gleichen Abend stattfinden würde. Entweder könnten wir also gemeinsam im Club Fußball gucken, oder wir hätten viel Platz im Saal. Vor ein paar Tagen kam das erwartete mail, das Uruguay-Holland vor dem Spiel gezeigt würde. Die einheimische Vorgruppe zZz sollte dann vor dem Spiel und in der Halbzeitpause
auftreten, eine herrlich pragmatische Lösung. Wir entschieden uns gegen zZz und für gemeinsames Fußballgucken auf einer Kneipenterrasse.

Während wir in der zweiten Halbzeit dem weitestgehend unspannenden Spiel im
Doornroosje folgten, baute man im Hintergrund die Bühne um. Dabei tauchten immer wieder Bandmitglieder auf und guckten mit. Fußball und Popmusik gehören nun mal zusammen (siehe dazu auch diese Studie).

Als das Halbfinale fertig war, ging alles ganz schnell. Zweittrommler Bob Nastanovich erzeugte auf seinem Sampler ein Feuerwerkgeräusch, grinste breit über diesen Einfall und verteilte Bierdosen als Siegprämie an holländische Fans.

Mit In the mouth a desert vom Debütalbum Slanted and enchanted begann es. In den kommenden anderthalb Stunden folgten Lieder aller fünf Alben, sowie viele Stücke die auf einer der zahlreichen EPs veröffentlicht
worden waren. Das meiste von dem, was ich hören wollte, kam im Set vor, daher passte alles gut.

Mir fehlte ja wie geschildert der Vergleich, die Band wirkte aber wohl deutlich
routinierter als bei den ersten Comeback-Auftritten. Ich hatte nicht den Eindruck, daß die Bandmitglieder das langweile, was sie da tun, im Vergleich zu Barcelona passierte aber auf der Bühne deutlich weniger. Eigentlich passierte gar nichts. Stephen Malkmus, Scott Kannberg, Steve West, Mark Ibold und Bob Nastanovich spielten ihr Programm souverän, hatten Spaß und lachten viel, die wirklich großen Momente fehlten aber weitestgehend. Natürlich war da das Tänzchen zwischen Bob und (?) dem Soundmann zu ... We dance. Das gab es auch beim Primavera, es war aber trotzdem schön!

Naja, die großen Moment fehlten dann aber doch nicht, man musste nur den Blick etwas wandern lassen. Wenn man nämlich dem Zweittrommler, Percussionisten und Sänger der Schreiparts, Bob Nastanovich zusah, gab es auch jenseits der Musik allerbeste Unterhaltung. Ich hatte
mich schon bei meinem abgebrochenen Konzert in Spanien über sein gestenreiches Spiel erfreut. Ihm über anderthalb Stunden zuzusehen, wie er wippte und feixte, war herrlich!

Mein erstes Mal Pavement mag objektiv nicht perfekt gewesen zu sein, für mich war es das aber, weil meine Erwartungen blendend erfüllt wurden. Ich wollte diesen Liebling endlich einmal sehen, viele liebste Stücke hören, und das in einem wundervollen Club. Aber es war eben ein Perfekt mit Platz nach oben. Daraus ein Perfekt-Perfekt zu machen, kann ja noch kommen, Pavement und ich sehen uns dieses Jahr noch.

Fin.

Setlist Pavement, Doornroosje, Nijmegen:


01: In the mouth a desert
02: Elevate me later
03: Date w/ IKEA
04: Grounded
05: Perfume-V
06: Father to a sister of thought
07: Gold soundz
08: Frontwards
09: Debris slide
10: Trigger cut
11: Stereo
12: Kennel district
13: Spit on a stranger
14: Conduit for sale
15: We dance
16: Lions (Linden)
17: Cut your hair
18: Fin
19: Box Elder

20: Shoot the singer
21: Two states
22: Stop breathing

23: The hexx (Z)
24: Spizzle trunk (Z)
25: Unfair (Z)
26: Shady lane (Z)
27: Range life (Z)

Links:

- Pavement in Paris (07.05.2010)





Montag, 20. Juli 2009

The Dodos, Nijmegen, 19.07.09

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Konzert: The Dodos
Ort: Valkhof Nijmegen (de affaire Festival)
Datum: 19.07.2009
Zuschauer: regenbedingt wechselhaft viele
Dauer: regenbedingt auf 55 min verkürzt


Obwohl nichts darauf hingewiesen hatte, vor allem die riesige Gewitterwolke am Mittag nicht, daß es den ganzen Tag sonnig und trocken sein würde, hielt sich das Wetter in Nijmegen wacker. Bis zum Auftritt der Dodos... Kurz bevor die Amerikaner auf die Bühne gehen wollten, ging ein heftiger Schauer über dem Festivalpark runter. Da die Hauptbühne ein halbkreisförmiges Vordach hatte, flüchteten alle Zuschauer in die ersten Reihen. Allerding regnete es schräg und genau in die falsche Richtung, und plötzlich knackte es überall über die Boxen. Die Crew wurde hektischer, um die Technik vor größeren Schäden zu schützen.

Währenddessen spielte die Band, die alles beobachtete, mit Handtüchern. Sänger
Meric Long hatte seines noch als Schutz für seine Gitarreneffekte benutzt. Das von Schlagzeuger Logan Kroeber hatte ein großes Loch, das das Handtuch für ihn enorm spannend machte. Er probierte immer wieder aus, wie er sich den Lappen am besten um den Arm wickeln könnte und hatte mächtig viel Spaß damit. Irgendwann rangelten Logan und Vibraphon-Spieler Keaton Snyder mit ihren Handtüchern - großartig!

Während Keaton sich die Zeit auch damit verkürzte, spektakuläre Fingerübungen für sein Instrument zu machen, trommelte Logan auch schon mal auf den Scheinwerfern rum. Die Pause war trotz dieser lustigen kleinen Sachen ähnlich zäh wie meine Einleitung.

Nach einer Dreiviertelstunde endlich das Zeichen, daß es losgehen könnte. Und endlich Gelegenheit, die ungewöhnlichen Instrumente in Aktion zu erleben. Während Sänger Meric nur langweilig Gitarre spielt (er spielt sie schon spannend...), fallen der merkwürdige Schlagzeug Aufbau und das fabelhafte Vibraphon sofort auf.

Logans Schlagzeug kommt ohne Bassdrum aus. Dafür hatte er einige Trommelbecken um sich herum aufgebaut. Der Star war aber der große Glockspiel-Onkel in der Mitte der Bühne. Ein Vibraphon ist ein Schlaginstument, das neben seinen Metallplatten so etwas wie Orgelpfeifen an der Front hat. Und weil ein so aufwendiges und teures Instrument dann nicht einfach so wie ein Kinderglockenspiel bedient wird - das wäre ja Verschwendung - spielt man es meist mit mehr als einem Schlägel (mein Lieblingswort!) pro Hand. Keaton hatte schon seine Trockenübungen mit vier der Klöppel gemacht. Gleich zu Beginn packte der Vibraphonist aber auch noch einen Cellobogen aus und spielte damit die Metallplatten... Sagenhaft! Und als wäre das noch nicht genug, hatte er zusätzlich eine Trommel neben seinem Platz, die er parallel zum Vibraphon bediente, wenn er eine Hand frei hatte. Die Musik musste schon gar nicht mehr gut sein, um daraus ein klasse Konzert zu machen...

Aber sie war es natürlich! Die Kalifornier wurden in Europa mit ihrer Platte Visiter 2008 richtig bekannt.
Das Nachfolgealbum A time to die erscheint (physisch) im September, ist allerdings diese Woche auf der Bandseite schon einmal zu testen, was für altbackene Musikhörer, die keine vorab geleakten Sachen anhören, sehr praktisch ist. Nach ihrer letzten Single Fools kam dann auch schon das erste der neuen Stücke namens The strums. Wie alle Lieder der Dodos klingt das Stück für mich, als hätten Beach Boys und Foals eine Supergroup gegründet; also nach schrammelig interpretierter Hippie-Musik - ein Kompliment übrigens!

Die Musik braucht (wie bei wenigen anderen Bands) jedes einzelne Element bzw. Instrument. Zum einen wäre vieles ohne Merics Stimme viel uncharmanter. Auch sein Gitarrenspiel, das herrliche Untermalen des Vibraphons und die speziell klingenden Trommeln (oft auch am Rand gespielt) sind alle unverzichtbar. Auch wenn ihre Sachen gerne mit Freak oder Psych Folk bezeichnet werden, haben sie nichts Anstrengendes, obwohl es immer wieder herrlich laut wird.

Mit dem dritten Lied (Men) setzte der Regen wieder ein. Glücklicherweise blieben die
fiesen Knackgeräusche aus, die alle elektrischen Geräte in der Regenpause immer wieder gemacht hatten.

Beste Lieder im Set waren für mich Winter, das neue Fables und natürlich Jodi. Schade, schade, daß der Regen (und die Abhängigkeit der beiden Bühnen von einander) ein großes Überziehen nicht zuließ. Das letzte Stück widmeten Meric und der von ihr geblendete Logan der wiederkehrenden Sonne: The ball.

Ich hätte mir gerne mehr von dieser wundervollen Musik angehört! Aber sie kommen ja wieder - im November!

Setlist The Dodos, de affair, Nijmegen:

01: Fools
02: The strums (neu)
03: Men
04: Fables (neu)
05: Jodi
06: Winter
07: Troll Nacht (neu)
08: Paint the rust
09: The ball

Links:

- The Dodos in Paris im vergangenen November
- mehr Fotos von den Dodos in Nijmegen




Bishop Allen, Nijmegen, 19.07.09

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Konzert: Bishop Allen
Ort: Valkhofpark Nijmegen (de affaire Festival)
Datum: 19.07.2009
Zuschauer: weniger als bei den Blood Red Shoes
Dauer: 45 min


Oft ist es ja so, daß die Konzerte besonders lange im Gedächtnis bleiben, bei denen man nicht erwartet hatte, daß sie so gut werden würden. Bishop Allen allerdings hatten bei mir diesen Startvorteil nicht. Dafür mag ich meine beiden Platten der amerikanischen Indiepop-Band zu sehr und habe zu viele gute Konzerteindrücke gelesen. Meine Erwartungshaltung vor der zweiten Band des Tages war also hoch. Sie schaffte es aber dennoch, mich kalt zu erwischen. Daß es so gut werden würde, hatte ich nämlich nicht erwartet.

Bishop Allen sind ein Duo, bestehend aus Justin Rice und Christian Rudder. Live werden sie von weiteren Musikern begleitet. Heute hatten sie einen Bassisten, einen Schlagzeuger und die Multi-Instrumentalistin (für alle tollen Sachen wie Glockenspiel, Melodica...!) Darbie Nowatka dabei.

Die beiden Gitarristen und der Bassist waren in bester amerikanischer Indie-Band-Manier nebeneinander aufgebaut - und sie strahlten um die Wette! Zumindest wirkte das auf mich so, weil die drei Musiker so inbrünstig sangen. Ich fühlte mich sofort an eines der schönsten Konzerte des vergangenen Jahres erinnert, an Okkervil River in Haldern! Richtige Sonnenscheinmusik, die perfekt stimmungsaufhellend wirkte. Und die perfekt zu diesem Festival passte, zu den entspannten Leuten,
der herrlichen Atmosphäre, dem Platz unter den Bäumen und der Sonne.

Bishop Allen wollten die ihnen zugedachten 45 Minuten wohl optimal ausnutzen, sie verschwendeten nämlich keinerlei Zeit auf lange Pausen oder Ansagen. Drei Minuten
Lied und in den Applaus rein das nächste, sehr pragmatisch! Es waren aber nicht irgendwelche dahergelaufenen drei-Minuten-Indieliedchen sondern große Hits, die die Musiker von der Ostküste spielten! Besonders stachen Stücke wie Dimmer, The monitor, Cue the elephants oder The ancient commonsense of things hervor, wahre Hymnen! Ok, ich werde pathetisch. Aber was soll ich sonst über diese brillante Band und ihre Lieder schreiben?

Erstaunlicherweise spielte die aktuelle Platte der Band (mit dem großartigen Titel
Grrr...) eine untergeordnete Rolle. Nur fünf Stücke stammten vom 2009er Album, der Rest von den (anderthalb) Vorgängern und den Monats-EPs (2006 veröffentlichten Bishop Allen jeden Monat eine EP - fabelhaft!).

Lange Rede, kurzer Sinn:* eines der tollsten Konzerte des Jahres einer neuen Lieblingsband!

Setlist Bishop Allen, de affair, Nijmegen:

01: Another wasted night
02: Cue the elephants
03: Oklahoma
04: The monitor
05: Rain
06: Like castanets
07: Click, click, click, click
08: Dimmer
09: The ancient commonsense of things
10: Empire city
11: Making friends
12: Rooftop brawl
13: Quarter to three
14: Middle management
15: Flight 180

Links:

- mehr Fotos von Bishop Allen in Nijmegen


*
zu unserem Bildungsauftrag gehört auch die Förderung schöner Sprichworte


Blood Red Shoes, Nijmegen, 19.07.09

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Konzert: Blood Red Shoes
Ort: Valkhofpark Nijmegen (de affaire Festival)
Datum: 19.07.2009
Dauer: 42 min


Wieso in die Ferne schweifen, wenn das Glück so nahe liegt... Gut, Nijmegen liegt strenggenommen auch nicht schrecklich nah, zu besonderen Konzerten lohnt sich ein Ausflug in die Stadt in Gelderland aber unbedingt. Ein Gratis-Festival mit drei exzellenten Bands an einem Tag erschien besonders genug, den verregneten holländischen Sommer einmal als Alternative zum heimischen auszuprobieren.

Ich hatte die Größe des Festivals allerdings ein wenig unterschätzt. Das unproblematische Suchen eines Parkplatzes stellte sich als unerfüllbarer Wunsch heraus; auf der anderen Seite des Flusses (der Waal) funktionierte es dann. Von der eindrucksvollen Brücke am Fluß bekam man dann einen ersten Eindruck des Festes. Nicht bloß im Valkhof, dem Park, in dem die Bands,
die wir sehen wollten, spielen sollten, überall in der Stadt standen Buden, wurde Musik gemacht und gefeiert. Wie eine große Kirmes, nur mit Niveau.

Im Valkhof gab es vier Bühnen und viele Büdchen und Sitzgelegenheiten. Im Park liegt die kleine, sehr schöne Barbarossa-Ruine, in die die kleinere der beiden Hauptbühnen untergebracht waren. Da beide in Steinwurfreichweite (Kategorie Mädchen beim Prellballwerfen) lagen und sich akustisch gestört hätten, spielten die Bands abwechselnd. Die drei, die wir sehen wollten, die Blood Red Shoes, Bishop Allen und die Dodos, spielten nacheinander auf der Hauptbühne.

Für 15:45 waren die Blood Red Shoes angesetzt. Dafür, daß das Duo zu unseren meistgesehen Bands gehört, hatten wir sie eine Weile nicht gesehen. Im November waren Laura-Mary und Steven zuletzt in Köln. Ein paar Tage später brachen sie in München ein Konzert ab, was Schlimmes über den Zustand der Band befürchten ließ. Daher hatte ich offengestanden ein wenig Zweifel, ob das etwas werden würde.

Der Aufbau dauerte außergewöhnlich lang. Dabei zeigte der bandeigene Roadie echte Entertainer-Qualitäten ("Check, check, one - always followed by two"). Zu seinen Aufgaben gehörte es wohl auch, Disney-Figuren auf einem der
Verstärker abzustellen, wir waren uns vollkommen unsicher, wem die wohl gehören würden.

Laura-Mary (im gewohnt blumigen Kleid) und Steven kamen dann irgendwann und begannen mit einem ihrer Hits. Beide sahen aus wie immer, Laura-Mary, die coole Rock 'n' Roll Queen, während Steven wie ein Berserker auf seine Trommel einprügelte. "Wie immer" beruhigte mich ungemein. So sieht keine Band aus, die sich morgen auflöst.

Das zweite Stück war schon neu, hieß
Count me out und war sehr gut! Nach einem alten Lied (You bring me down), schon wieder etwas Neues und noch gleich eine Stufe besser! Wheeze hieß der Song, der für mich zu den besten der Blood Red Shoes gehört! Ein echter Knüller, der mich ab sofort aufs kommende Album freuen läßt!

Dann wieder alt und wieder neu, und wieder alt und wieder neu, sie zogen diesen Rhythmus bis in die Zugabe durch. Die frischen Sachen gefielen mir ausnahmslos gut. Aber Wheeze und Fade to grey stachen heraus. Fade to grey ist irre lang (eher ungewöhnlich für die Band) und hat sehr viel Text. Nach dem vielen Gesang trudelt der Song in (wieder lange) Ah-Ahhhs aus. Gar nicht schlecht...

Auch die Zugabe hatte etwas. It's happening again ist wohl durch Twin Peaks inspiriert, sagte mir der
lustige Roadie. Wie genau, wisse er aber nicht. Macht auch nichts, mir schmeckte das Stück.

Das war ein toller Auftakt eines herrlich entspannten
Familienfestivals. Der kleine Platz im Valkhof ist wundervoll. Zwischen alten Bäumen stehen Stände, und alles macht einen perfekt organisierten Eindruck. Wir haben trotz größter Mühe keine torkelnden Idioten gesehen, etwas das ja zwangsläufig zu jedem Festival gehört. Wir sind auch nicht angerempelt worden, obwohl Landsleute da waren. Perfekt!

Setlist Blood Red Shoes, de affaire, Nijmegen:

01: It's getting boring by the sea
02: Count me out (neu)
03: You bring me down
04: Wheeze (neu)
05: Say something, say anything
06: Fade to grey (neu)
07: This is not for you
08: Don't ask (neu)
09: I wish I was someone better

10: It's happening again (neu) (z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Blood Red Shoes, Köln, 04.11.08
- Blood Red Shoes, Highfield, 17.08.08
- Blood Red Shoes, Melt!, 18.07.08
- Blood Red Shoes, Montreux, 15.07.08
- Blood Red Shoes, Evreux, 28.06.08
- Blood Red Shoes, Berlin, 06.05.08
- Blood Red Shoes, Köln, 28.04.08
- Blood Red Shoes, Paris, 09.11.07
- Blood Red Shoes, Köln, 16.10.07
- Blood Red Shoes, Paris, 08.06.07
- Blood Red Shoes, Paris, 08. und 09.06.07
- Blood Red Shoes, Paris, 06.03.07
- Blood Red Shoes, Köln, 11.03.07
- Interview mit den Blood Red Shoes
- mehr Fotos aus Nijmegen


Sonntag, 26. April 2009

Get Well Soon & Dear Reader, Nijmegen, 25.04.09

2 Kommentare

Konzert: Get Well Soon & Dear Reader
Ort: Lux, Nijmegen (Saal 7)
Datum: 25.04.2009
Zuschauer: gut 200
Dauer: Dear Reader knapp 40 min, Get Well Soon 75 min


Welch ein Lineup! Tag zwei des Konzertausflugs nach Nijmegen bot ein Konzert in einem Kinokomplex mit den beiden City Slang Bands Get Well Soon und Dear
Reader. Über das Projekt von Konstantin Gropper hatten wir vor allem im vergangenen Jahr häufig geschrieben, Get Well Soon ist der (bald nicht mehr) heimliche Star dieses Frühjahrs. Die südafrikanische Band hatte mich im Februar bei einem intro intim im Museum Ludwig in Köln restlos überzeugt, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt nur ein Stück kannte. Vergangene Woche folgte dann eine Headliner-Show im Gebäude 9, die perfekte musikalische Unterhaltung und eine neue Lieblingsband bot.

In Nijmegen sollten Get Well Soon und Dear Reader im Lux auftreten, einem Kino- und Kulturcentrum, das sich selbst Artplex nennt. Untergebracht ist das 2000 von Catherine Deneuve eröffnete Lux in einem spektakulären Gebäudekomplex an einem sehr stylish gestalteten Platz mitten in der Innenstadt.

Das Konzert fand in einem der Kinosäle im Keller statt. Wir waren uns vollkommen
unsicher, ob der Abend bestuhlt stattfinden würde. Zu beiden Bands passte eine im wahrsten Sinne des Wortes gesetztere Umgebung ja durchaus. Saal sieben des Lux hat allerdings einfahrbare Sitzreihen. Wie in modernen Sporthallen kann man alles an (sehr steilen) Sitzen in der Mitte des Kinos einfahren. Es blieben dann nur die beiden Treppen rechts und links am Rand des Saals übrig, in der Mitte ensteht ein Konzertsaal mit eindrucksvoll hohen Decken.

Offensichtlich waren sehr viele (auch) wegen Dear Reader da, denn pünktlich zum Start gegen viertel vor neun war der Raum gut gefüllt. Ich hatte vorher Gelegenheit, ein kurzes Interview mit Cherilyn, Darryl und Michael zu führen. Dabei hatte ich mich nach der Streicherin erkundigt, die die Band in Köln neu dabei hatte. Als mir die Sängerin sagte, daß die Bratschistin nur die deutschen Termine gespielt habe, war ich ein
wenig enttäuscht. Denn die Streichsequenzen hatten den wundervollen Liedern noch einen kleinen Zusatzpfiff verliehen, der aufregend war. Dear Reader erschienen dann aber doch nicht alleine, denn sie hatten zwei geliehene Get Well Soon Mitglieder im Schlepptau: Trompeter (und Gitarrist) Maxxi und Geigerin Elisabeth (die ich noch nicht kannte - bisher hatte ich Theresa und Konstantins Schwester Verena gesehen).

Michael, der Schlagzeuger der Südafrikaner erzählte hinterher, man habe zum ersten
Mal mit den beiden Gastmusikern gespielt. Was für ein Glück, daß beide Bands so irre viel musikalisches Talent haben, denn als Zuschauer hörte man nichts davon, daß es eine Premiere war. Allerdings hielt Maxxi beim Trompeten einen Zettel mit der Notation hoch. Auch auf Dear Reader Seite sitzt mit Darryl jemand, dem das Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern nicht fremd ist. Für seine Arbeit bei der Produktion einer Platte des Soweto Gospel Chors erhielt er sogar einen Grammy.

Die Setlist glich der von vergangener Woche. Obwohl Dear Reader wenig Zeit hatten - bereits eine Stunde nach ihnen sollten Get Well Soon spielen - packten sie acht Lieder in ihr Programm. Und wieder war das ganz wundervoll! Man entdeckt in den komplexen Songs immer wieder Neues, zwei Konzerte innerhalb einer Woche waren also nicht ansatzweise langweilig; ganz im Gegenteil, ich hätte sofort wieder Lust, Cherilyn, Darryl und Michael zu sehen.

Die offensichtlichen Effekte sind nicht mehr überraschend. Die Loops, die Ausflüge des Schlagzeugers. Aber toll ist es zum Beispiel, auf die Hintergrundgesänge zu achten. Die Songs der drei sind sagenhaft kunstvoll aufgebaut, ohne dabei komplex um der Komplexität wegen zu sein. Das Loopen zum Beispiel entstand aus einer Not
heraus. Bevor Michael zu den beiden anderen stieß (und sie noch Harris Tweed hießen), übernahm die Loop-Maschine die Funktion eines Bandmitglieds.

Diesmal gefiel mir Release me ganz besonders gut.
Aber auch meine beiden Lieblinge Great white bear und Bend waren vollkommen perfekt! Great white bear mit Trompete und Geige... hach! Eine ganz und gar wunderbare Band, die sich jeder ganz dringend ansehen sollte! Hoffentlich spielen sie im Sommer in Haldern, denn mir fällt keine Gruppe ein, die besser zu diesem Festival passen könnte.

Der schönste Moment des Auftritts waren Cherilyns Rockstarposen, als sie für ein Lied Maxxis Gitarre umzog, deren Gurt viel länger war. Ihr Kokettieren mit dem Rocker-Instrument war herzallerliebst!

Setlist Dear Reader, Lux, Nijmegen:

01: Never goes
02: Way of the world
03: Bend
04: The same
05: Dearheart
06: Out out out
07: Release me
08: Great white hamster-bear

Viel Umbau war nicht nötig, da die Get Well Soon Instrumente schon an ihren Plätzen standen. Nur Elisabeth mußte die Schuhe wechseln. Zu einem Intro von Band erschienen Konstantin Gropper und Band, um ihre eigentliche Einleitung zu
spielen. Prelude hörte sich für mich anders an, nicht nur, weil Teil des Stücks ganz intensives Vogelgezwitscher* war.

Auch die folgenden Stücke kamen alle vom Debütalbum. "Wir müssen uns entschuldigen, wie haben keine neuen Lieder dabei", erklärte der Kopf von Get Well Soon dann auch. Dafür war die Band wohl auch einfach zu viel unterwegs in den vergangenen Monaten. Und ein Get Well Soon Lied schreibt sich auch nicht so schnell wie eines von Bands wie The Enemy oder den Kooks (obwohl ich die sehr mag).

Auch wenn mir das Neue fehlte, weil ich die Band schon so oft gesehen habe, konnte ich mich dem Live-Reiz der musikalischen Kunstwerke wieder einmal nicht entziehen. Denn es ist große Kunst, was Get Well Soon da fabrizieren, die man
deutschen Indie-Musikern nicht zutraut. Wobei das Publikum wohl wußte, was auf es zukommt, denn ganz ohne Kenntnisse der Bands schien niemand zu sein.

Für mich stachen die üblichen Verdächtigen aus dem Programm heraus. If this hat is missing I've gone hunting, Listen! Those lost at sea sing a song on Christmas Day (das Konstantin immerhin als halbneu ankündigen konnte - es war Bestandteil der herausragenden Weihnachts EP der
Band, ist aber eigentlich auch schon älter) und I sold my hands for food so please feed me sind einfach meine Live-Lieblinge.

Nach dem Underworld Cover Born slippy nuxx, das Get Well Soon wohl immer spielen, folgte dann aber doch noch ein echt-neues Stück. Busy hope wurde für den Soundtrack des Wim Wenders Films Palermo Shooting geschrieben und begeisterte mich sehr. Vor allem die zweite Hälfte des Stücks, ganz instrumental, hatte wirklich sehr viel! Dabei erlebte ich zum ersten Mal eine Postrock-Geige, die kräftig rumrockte.

Auch das Ende von Ticktack! Goes my automatic heart gefiel mir sehr, weil wir mitsingen sollten. Erstaunlicherweise klang das richtig gut, denn der ganze Saal (außer mir, und ich hielt mich daher zurück) schien singen zu können, und machte das sogar laut- ein sehr schöner Moment! Einer, den Keyboarder Daniel und Gitarrist Maxxi von außen betrachteten, denn sie machten da eine kurze Bühnenpause.

Zur Zugabe erschienen dann zunächst nur Konstantin und Daniel. Das erste zusätzliche Lied war ein zweites Cover, Take it with me von Tom Waits. Mit Band und vor allem mit dem Instrument, auf das ich den ganzen Abend gewartet hatte, weil es am Bühnenrand lag, nämlich mit einer Lyra. Die Violinstin spielte die Lyra, denn Daniel, der auch Glockenspiel spielt, wurde am Klavier gebraucht.
Ich weiß nicht, ob mir Dear Tempest-Tossed! Dear Weakened! schon einmal so gut aufgefallen ist. Das Lied wurde herrlich laut, am Ende zappelten alle Gitarristen und Bassisten über den Boden, begleitet von den hohen Tönen der Lyra. Ein blendender Abschluß eines wieder einmal fabelhaften Konzertabends!

Setlist Get Well Soon, Lux, Nijmegen:

00: Intro
01: Prelude
02: You/Aurora/You/Seaside
03: People Magazine front cover
04: If this hat is missing I've gone hunting
05: We are safe inside while they burn down our house
06: Listen! Those lost at sea sing a song on Christmas Day
07: I sold my hands for food so please feed me
08: Help to prevent forest fires
09: Born slippy nuxx (Underworld Cover)
10: Busy hope (neu)
11: Ticktack! Goes my automatic heart
12: Lost in the mountains (of my heart)

13: Take it with me (Tom Waits Cover) (Z)
14: Dear Tempest-Tossed! Dear Weakened! (Z)

Links:

- Dear Reader im Gebäude 9 in Köln
- und im Museum Ludwig in Köln Anfang Februar
- und in Paris

- Get Well Soon, Paris, 14.10.08
- Get Well Soon, Wiesbaden, 30.08.08
- Get Well Soon, Melt!, 20.07.08
- Get Well Soon, Evreux, 28.06.08
- Get Well Soon, Frankfurt, 15.04.08
- Get Well Soon, Köln, 09.04.08
- Get Well Soon, Berlin, 21.09.07
- Get Well Soon, Haldern, 02.08.07

- mehr Fotos von Dear Reader und Get Well Soon aus Nijmegen

Das Interview mit Dear Reader folgt!

*
für die, die zu viel vor dem Computer sitzen: twitter







Samstag, 25. April 2009

Anna Ternheim, Nijmegen, 24.04.09

5 Kommentare

Konzert: Anna Ternheim
Ort: Doornroosje, Nijmegen
Datum: 24.04.2009
Dauer: Anna Ternheim ca. 80 min, The Tiny 20 min
Zuschauer: gut 200


Im vergangenen Dezember stellte Anna Ternheim
ihre dritte Platte Leaving on a mayday in Schweden live vor. Fast fünf Monate mussten wir warten, bis die mittlerweile in New York lebende Stockholmerin auch wieder in Südeuropa auf Tour ist. Weil das Kölner Konzert mit einem anderen Highlight kollidiert, lag es in jeder Hinsicht nahe, ins nahe Nijmegen zu fahren. Das Doornroosje, der Laden, in dem Anna Ternheim auftreten sollte, ist einer der schönsten und angenehmsten Clubs, die ich kenne.

Vor Konzerten der schwedischen Sängerin ist es grundsätzlich spannend, in welcher Form sie auftreten wird. Ich habe jetzt drei ihrer Touren gesehen, einmal trat sie mit klassischer Bandbesetzung, beim nächsten Mal alleine und im Dezember mit Band mit Instrumenten wie singender Säge, Kontrabass und kleinem Chor auf.

Da das Konzert in Stockholm ein Vorabkonzert zur jetzigen Tour war, überraschte mich nicht, daß viele Streichinstrumente und Keyboards auf der Bühne standen. Also sollte es nicht solo sein. Da Anna Ternheims dritte Platte recht opulent instrumentiert ist, und es im Gegensatz zu den beiden Vorgängern keine zweite CD mit abgespeckten ("naked") Versionen gibt, war es auch hoch unwahrscheinlich, daß
die Singer/Songwriterin alleine auftreten würde. Mich begeisterten bisher all ihre Konzerte, in der Nachbetrachtung waren aber wohl die akustischen meine Lieblinge.

Vor Anna sollten The Tiny auftreten. Hinter diesem Namen verbargen sich zwei mir bekannte Musiker: Ellekari Larsson und Leo Svensson, die ich in Stockholm in Annas Band gesehen hatte. Vor allem Ellekari mit ihrer Pippi Langstrumpf 2.0 Frisur ist unverwechselbar. Als Annas Keyboarderin, Trompeterin, Glockenspielerin und Sängerin im Frauenchor bei Summer rain war mir die Künstlerin in sehr positiver Erinnerung geblieben. Und nun saß sie also neben Annas Cellisten am Keyboard und überraschte mich mit ganz
wundervollen Liedern, in die ich mich aber erst reinhören musste. Am Anfang war nämlich Ellekaris manchmal an Björk erinnernde Stimme gewöhnungsbedürftig. Das dauerte bei mir aber nur ein halbes Lied, dann überrollte mich der Charme der Musik der beiden. Anna Ternheim erzählte später, daß sie The Tiny bei ihrem ersten Konzert kennengelernt habe. Gemeinsam mit den beiden sei sie in einem griechischen Restaurant aufgetreten, in dem sich die Gäste mehr für ihr Essen als für die Musik interessiert hätten. Obwohl auch in Nijmegen die Geräuschkulisse im Saal recht hoch war, widmeten viele den beiden die verdiente Aufmerksamkeit, denn die Stücke von Ellekari und Leo waren wirkliche musikalische Kleinode mit wundervoller Instrumentierung. So spielte Leonicht nur Cello, er bediente vor allem ein Tasteninstrument mit Luftzufuhr per Pedal. Ob es nun ein Harmonium war...? Wir waren nicht sicher.

The Tiny spielten etwa zwanzig Minuten, vier Lieder, wenn ich richtig mitgezählt habe. Im Gegensatz zu vielen anderen Vorgruppen hätte es bei den beiden Schweden ruhig noch eine Weile dauern dürfen!

Als Anna Ternheim und ihre Band dann auf die Bühne kamen, passierte mir etwas, was ich bei ihr noch nie erlebt hatte. Ich fragte mich, ob die kritischen Stimmen zum neuen Album, die das Schlagzeug viel zu heftig finden, nicht recht haben. Denn bei Terrified von Leaving on a mayday standen die Trommeln schon sehr stark im Vordergrund. Auch beim zweiten Stück What have I done (von dem es eine naked version gibt) klang es noch sehr dumpf. Es lag aber - puh! - nicht an einer Änderung meines Geschmacks, offenbar war das
Konzert am Anfang einfach nur zu tief und basslastig abgemischt. Als sich der Mischer auch gefragt hatte "what have I done", wurde es besser, nein traumhaft und großartig wie immer.

Bei meinen ersten Konzerten hatte Anna immer zwischen Klavier und Gitarre gewechselt. Zuletzt hatte ich sie auch erstmals ohne Instrumente erlebt. Dabei lief sie hin und her über die Bühne. Das machte sie auch diesmal... nur war alles viel näher und dichter.

Am Klavier spielte die Sängerin diesmal nicht. Sie hatte ihr rotes kleines Piano gar nicht dabei. Leider hieß das auch, daß sie Shoreline, ihr fabelhaftes Cover der Band Broder Daniel nicht spielen würde. Aber es sollte reichlich Entschädigungen für dieses erstmals fehlende Highlight geben. Die ersten waren Girl laying down und vor allem das schon fast punkig gespielte A french love, das mich schon in Schweden fasziniert hatte, weil diese Version obwohl so anders auch absolut fabelhaft war. Und direkt nach dem lautesten Lied folgte eines der ruhigsten des Abends. I'll follow you tonight spielten nur Anna an ihrer Gitarre und
Leo an der singenden Säge. Was soll man dazu sagen... Glücklicherweise wurde dieses schönste Stück des Abends auch nicht vom Publikum versaut. Später verstanden es einige ganz zielsicher, immer dann rhythmusähnlich zu klatschen, wenn es besonders schön wurde. Oder mitzupfeifen. Ellekari kann das, sie ist nämlich für allerlei mit Mund und Stimme erzeugte Hintergrundgeräusche zuständig. Die Frauen vorne rechts konnten es nicht und nervten damit schrecklich.

Die Arrangements der Lieder sind so ungemein detailreich. Annas Band, neben Ellekari und Leo standen ein Schlagzeuger (vermutlich wieder Nils Törnqvist) und Bassist (Patric Thorman) auf der Bühne, spielte irre viele Instrumente (Bass und Kontrabass, Cello, Glockenspiel, Säge, Schlagzeug, verschiedene Keyboards und Gitarren) und erzeugte wundervolle kleine Geräusche aller Art.

Viel zu früh kündigte die große Schwedin den letzten Song an. "But it's a good one!" Keinerlei Widerspruch, denn I say no ist einer ihrer großen Knüller!

Auch die erste Zugabe war besonders. Gemeinsam mit ihrer Keyboarderin sang Anna
Ternheim sonst nur von einer Gitarre unterstützt Summer rain. Beide Frauen standen am Bühnenrand und bannten alle! Leider wurde die Stille, die fast feierliche Stimmung des Lieds durch Dauerfeuer eines Fotografen an meinem rechten Ohr und hunderte von Klicks sehr gestört...

Zu My secret kam die Band zurück. Dieser Liebling hatte ein für mich neues Ende, eines, das mir sehr gut gefiel - die zweite Hälfte klang nach einem ganz neuen Stück! Auch das ist typisch Anna Ternheim. Sie verändert ihre Lieder regelmäßig, so wie sie die Arrangements variiert. Der mitklatschende Landsmann gehört nicht zum von ihr verantworteten Arrangement und war daher nicht lobenswert.

Eigentlich sollte die dritte Zugabe (dazu kam sie wieder auf die Bühne) das letzte Lied sein. Aber Anna verpatzte
No subtle man gleich mehrfach, lustigerweise auch in der Zeile "I failed so many times." Als "Wiedergutmachung" folgte ein zusätzliches Stück, der wundervolle Wedding song, der in den letzten Jahren immer mehr zu meinem Anna Ternheim Lieblingslied geworden ist. Ausgerechnet das zum Schluß - perfekt!

Nach einem unverschuldet holprigen Start entwickelte sich schnell das gewohnt (und erwartet) brillante Konzert, obwohl Anna Ternheim sagte, nach fünf Tagen Tourbus, ohne Hotel und Dusche, seien sie fertig und schmutzig - davon allerdings sah und roch man nichts.
Und auch wenn es bis Dienstag in Frankfurt neun Tage sind, freue ich mich irre auf noch einmal perfekte 80 Minuten.

Setlist Anna Ternheim, Doornroosje, Nijmegen:

01: Terrified
02: What have I done
03: Black sunday afternoon
04: Girl laying down
05: A french love
06: I'll follow you tonight
07: Better be
08: Lovers dream
09: Damaged ones
10: No, I don't remember
11: Let it rain
12: I say no

13: Summer rain (Z)
14: My secret (Z)

15: No subtle man (Anna Ternheim solo) (Z)
16: Wedding song (Anna Ternheim solo) (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Anna Ternheim, Stockholm, 08.12.08
- Anna Ternheim, Paris, 01.10.07
- Anna Ternheim, Köln, 26.09.07
- Anna Ternheim, Heidelberg, 25.09.07
- Anna Ternheim, Paris, 31.05.07
- Anna Ternheim, Köln, 12.03.07
- Anna Ternheim, Paris, 12.12.06
- Interview mit ihr in Köln
- mehr Fotos vom Konzert im Doornroosje



Samstag, 21. Juni 2008

Maximo Park, Nijmegen, 20.06.08

2 Kommentare

Konzert: Maximo Park

Ort: Doornroosje, Nijmegen (NL)
Datum: 20.06.2008
Zuschauer: ausverkauft (vielleicht 350)
Dauer: 70 min


Damit hatte ich nicht gerechnet. "Maximo Park in Nijmegen?" erreichte mich vor ein paar Wochen eine Nachricht. Auch wenn ich den Spielort da noch nicht kannte, brauchte ich für die Antwort Millisekunden. Beim Erkunden der Website des niederländischen Clubs fand ich ein Martha Wainwright Konzert, zu dem ich sofort hinwollte. Das tat ich auch und verschickte anschließend groupiehafte smse mit dem Inhalt "wenn Maximo Park im gleichen Saal spielen, ist das ein Hauptgewinn." Es gab nämlich große Diskrepanzen zwischen meiner Wahrnehmung, was die Saalgröße angeht und der offiziellen (Wikipedia) Version. Das online Lexikon sprach von mehr als 1.000 Zuschauern im großen Saal. Den hatte ich nirgends im Doornroosje gesehen, daher still und heimlich gehofft, daß Martha schon in diesem gespielt hätte, denn dessen Größe gefiel mir ganz ausgezeichnet (das müssten schon 1.000 sehr kleine Besucher sein, die da reinpassen... Katzen oder Schlümpfe, irgendwas diesen Kalibers). Per mail wurde mir meine Wunschvorstellung bestätigt... großartig!

Entsprechend groß war die Vorfreude. So klein hatte ich die Band noch nicht gesehen. Aber Maximo hatten Nijmegen offenbar als Warm-Up Gig vor den
Auftritten bei Hurricane (Samstag) und Southside (Sonntag) vorgesehen, daher sprach wohl auch aus Bandsicht alles für einen kleinen, gemütlichen Club.

Das ganze Drumherum spricht auch so sehr für diesen so angenehmen Laden. Man kann direkt davor parken, er ist von Köln in anderthalb Stunden erreichbar und es ist alles herrlich entspannt! In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es ein Eckbistro, in dem wir noch etwas essen wollten, eine naheliegende Idee. Auch die Band hatte die. Fast zeitglich mit uns saßen dann nämlich Keyboarder, Bassist, Schlagzeuger und Tourmanager zwei Tische weiter, aßen und lauschten wie wir einer,
ich glaube, dreiköpfigen Band, die in dem Restaurant spielte. Da sie quasi unsere Vorgruppe war, sei der Name erwähnt: TM2.

Maximo Park war vor uns fertig. Wir folgten etwas später und stellten uns an eine recht lange Warteschlange an.
Verteilt wurden da an die wartenden Konzertgänger Werbepostkarten der Fratellis (als Panini-Bilder). Die Karten klebten ruckzuck an den Büschen des Zugangs zum Club. In Holland scheinen die Schotten keine große Nummer zu sein.

Obwohl wir den großen Saal recht spät erreichten, hatten wir keine Probleme, vorne Plätze zu finden, schön! Bis zum Konzertbeginn legte ein DJ auf, und es war recht
angenehm. Um Viertel nach neun, ganz so wie geplant, startete die Show dann. Wie üblich erschien Sänger Paul Smith nach seiner Band und wie üblich legte er sich sofort mächtig ins Zeug. Obwohl es erst acht Monate her ist, daß ich Maximo Park zuletzt gesehen habe, langweilte mich nichts. Paul war in Hochform, flitzte über die Bühne, kletterte auf alles, was er fand, drehte sich, sprang, das volle Programm. Und musikalisch muß man zu einem Auftakt wie "Girls who play guitars", "Graffiti", "Postcard of a painting", "A fortnight's time", "Our velocity" und "Parisian skies" wohl nichts sagen. Grandios, solche Nummern am Anfang eines Konzerts raushauen zu können.

Der Sound schien mir am Anfang das kleine Manko des Abends zu sein, allerdings stand ich der Fotos wegen im direkten Dröhnbereich der Boxen, auf die ich das schob. Im Laufe des Konzerts wurde der Klang aber immer besser, falls ich mir das nicht einbilde.

Während Schlagzeuger Tom English, Bassist Archis Tiku und Gitarrist Duncan Lloyd ruhig und unauffällig spielen, ist neben Paule auch Keyboarder Lukas Wooller herrlich zu beobachten. Natürlich hat er viele Parts auf seinem roten Keyboard zu spielen. Ganz ernst mit den Einsätzen
oder dem rechtzeitigen Rückkehren an seinen Arbeitsplatz nimmt er es aber nicht. Lukas ist ganz klar Co-Entertainer bei Maximo Park-Konzerten. Wer allerdings sein Keyboard beherrscht, darf auch ruhig rumhampeln und erst später in Lieder einsteigen.

Nach dieser sensationellen ersten Konzerthälfte, kam mit "Tanned" ein erstes neues Lied. "Tanned" ist sehr ruhig und eher eine B-Seite nach meinem Geschmack. Es war unspektakulär und langweilig. Aber ich habe es ja zum ersten Mal gehört, vielleicht täusche ich mich.

Diese ruhige Konzertphase hielt durch "
I want you to stay", "Karaoke plays" und "By the monument" noch etwas an. "By the monument" war in meinen Ohren einer der Höhepunkte des Konzerts. "Limassol" brachte den Saal wieder richtig in Schwung - und wie, eigentlich wurde nämlich fast durchgängig gepogt.

Das zweite neue Lied stellte Paul schon explizit als Song der neuen Platte vor, die sie in Newcastle aufnehmen. Die Ansagen des Sängers wurden immer kurzatmiger, weil er wirklich alles gab, sich keinesfalls für das stressige quer-durch-Deutschland Festival-Wochenende schonte. Daher verstand ich den Titel auch nicht genau, das Lied scheint aber "Questing" zu heißen. Auch wenn es deutlich weniger langweilig als "Tanned" war, hat mich der ruhige Titel nicht vom Hocker gerissen. Aber abwarten... Vielleicht hat das
irgendwann auch den gleichen Effekt wie die nachfolgenden "The coast is always changing", "The unshockable" (das ich erst auch gar nicht mochte, als die Platte erschien, warum auch immer) und "Going missing", die mich wieder vollkommen begeisterten, weltklasse Livelieder!

"Going Missing" widmete Paul, der zu seinem Bowler schwarze Jeans, ein Jacket und ein weißes T-Shirt mit "Education not missiles" trug, den holländischen EM-Helden Wesley Snyder. War das böse? Vermutlich nicht, bisher hat Snyder eh nicht viel versemmelt.

Der Snyder-Song war dann quasi auch der Abfiff der regulären Spielzeit. Die Verlängerung mit
"Russian literature", "Books from boxes" und "Apply some pressure" mußte sich dann aber an Klasse auch nicht vor den kurz später stattfindenden letzten Minuten der Extra-Zeit vom Viertelfinale Türkei - Kroatien verstecken. "Russian literature" ist seit einiger Zeit ein großer Liebling der zweiten Platte der Nordengländer. Das folgende "Books from boxes" ist eben "Books from boxes!" Es klang aber neu. Bass und vor allem die Gitarre klangen anders als bei meinen bisherigen Liveerleben. Daß ich mir das nicht einbildete, wurde mir hinterher bestätigt. Vor allem die neue Gitarre macht das tausendfach gehörte Lied neu spannend und noch einmal besser. Auch wenn keiner so aussah, als könnte er noch (Publikum und Sänger), fehlte natürlich noch "Apply some pressure", das selbstverständlich auch abräumte.

Ein großartiges Konzert, ein wundervoller Club, ein sehr angenehmes Publikum (Paul bedankte sich mit "Thank you for your company, thank you for Marco van Basten and thank you for Eddie van Halen")... Die habe ich nicht zum letzten Mal gesehen, das Doornroosje auch nicht!


Setlist Maximo Park, Doornroosje, Nijmegen:

01: Girls who play guitars
02: Graffiti
03: Postcard of a painting
04: A fortnight's time
05: Our velocity
06: Parisian skies
07: Tanned (neu)
08: I want you to stay
09: Karaoke plays
10: By the monument
11: Limassol
12: Questing (neu)
13: The coast is always changing
14: The unshockable
15: Going missing

16: Russian literature (Z)
17: Books from boxes (Z)
18: Apply some pressure (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Maximo Park, Wiesbaden, 22.10.07
- Maximo Park, Köln, 16.10.07
- Maximo Park, Glasgow, 02.10.07
- Maximo Park, Paris, 08.06.07
- Maximo Park, Köln, 26.05.07
- Maximo Park, Bochum, 09.04.07
- Fotos vom Konzert in Nijmegen

ANMERKUNG: Mein Versuch, Paule springend zu fotografieren (letztes Bild), ist kläglich gescheitert. Aber - so wie man zu essen sagt, das man nicht mag, das aber nicht zugeben will - es hat was...



 

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