Montag, 21. Juli 2008

The Notwist, Melt! Festival, 19.07.08


Konzert: The Notwist
Ort: Melt! Festival, Ferropolis, Gräfenhainichen
Datum: 19.07.2008
Zuschauer: mehrere Tausend


Mit der Sicherheit im Rücken, in naher Zukunft ein besonderes Notwist Konzert zu sehen (am 23.08. in Hamburg), hätte mich das Regenchaos am Melt! Samstag eigentlich nicht aus der Ruhe bringen sollen. Diesmal war der Wolkenbruch besonders perfide. Kaum hatten The Notwist (persönlich) den Soundcheck weitestgehend beendet, kam der Weltuntergang. Als Besucher war man davon nicht weiter überrascht und harrte der Dinge. Den Veranstalter erwischten die Wassermassen offenbar vollkommen unvorbereitet, denn es wurde ein wenig hektisch und panisch auf der Bühne. Dummerweise fiel der Regen nämlich nicht im 90° Winkel auf den Boden, er wählte einen flacheren Anflug, schnurstracks auf die teuren Instrumente der bayerischen Band zu. Und auf Scheinwerfer und alles andere, was nass gefährlich oder kaputt ist.

Also räumte man alles schön wieder weg, ließ den riesigen
Träger runter, an denen die Hauptscheinwerfer hingen und umklebte diese mit aufgeschnittenen Müllbeuteln. Mit aufgeschnittenen Müllbeuteln!

Leider hatte der Regen weitere Steigerungsmöglichkeiten, die alle noch so gut geschützten Zuschauer panikartig unter Bierzelte und ähnlich nützliche Dinge flüchten liessen. Nach irre langer Zeit unter einer winzigen Plane wagten wir uns wieder in den normal gewordenen Regen und harrten der Dinge. Eine Stunde nach dem ursprünglich angesetzten Termin konnten The Notwist dann wirklich beginnen. Aber viel Lust hatte ich nicht mehr...

Instrumente und Band (und deren Frisuren) hatten offenbar nicht unter dem
Dauerregen gelitten, denn schon "Boneless" war hervorragend. Wie das übliche Programm war das Stück vom aktuellen Album "The Devil, You + Me" spannend arrangiert und klanglich brillant. Wie es die Brüder Acher, ihr neuer Schlagzeuger Andi Haberl* und vor allem Geräuschmacher Martin Gretschmann verstehen, live, vor allem unter diesen mehr als widrigen (oder sollte es "weniger als widrigen" heißen?) Umständen komplexe Soundstrukturen zu erschaffen, zeigt das Genie der Weilheimer. Trotz meiner unangemessen niedrigen Aufmerksamkeit packte mich der perfekte Klang, der all die kleinen Ziepen und Tschirps klar herausstellte.

Nach "Boneless" folgte mit "Pick up the phone" einer der vielen Hits von "Neon golden". Dabei Martin Gretschmann zu beobachten, wie er Geräusche und Effekte erzeugt, war ein wirkliches Erlebnis. Mit zwei was-auch-immer-Dingern in den Händen sah er aus, als spiele er an einer Spielekonsole (haha!). "Neon golden" dominierte das Set, das ahnten wir da aber noch nicht. Von der vorletzten Platte kam nämlich auch das folgende "This room", bevor ein älterer Titel folgte, den ich aufgrund einer schlecht sortierten Plattensammlung nicht erkannte. Es war "Puzzle" von "12" von 1995.

Im Anschluß daran das zweite Stück der neuen Platte, "Gloomy planets", bevor mit "Neon golden" und vor allem den daraus hervorgehenden "The pilot" die größten Momente des Auftritts folgten. Und dann war es vorbei. Ganz unvermittelt nach
gerade mal 40 Minuten. Hinterher wurde dann bekannt, daß auch The Notwist wegen der Regenpause aufgefordert wurden, das Set zu verkürzen. Ein weiterer organisatorischer Glanzpunkt.

Als Appetitanreger war der Auftritt sehr gelungen, nur viel zu kurz. Bei meinem nächsten Notwist Konzert werde ich sicher auch mehr Lieder von "The Devil, You + Me" hören. Allerdings glaube ich nicht, daß die Band extrovertierter als in Ferropolis sein wird. Es wirkte alles sehr verschüchtert, die wenigen Ansagen von Markus Acher beschränkten sich auf ein paar Tausenddanks.

Setlist The Notwist, Melt! Festival, Ferropolis:

01: Boneless
02: Pick up the phone
03: This room
04: Puzzle
05: Gloomy planets
06: Neon golden
07: Pilot



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