Dienstag, 5. Juni 2012

Nadine Maria Schmidt & Frühmorgens am Meer, Leipzig,01.06.12


Konzert: Nadine Maria Schmidt & Frühmorgens am Meer
(vormals Nylonsaiten und Saitenstrümpfe)
Releasekonzert zum Album "Blaue Kanten" in spezieller Besetzung
Ort: Neues Schauspiel Leipzig
Datum: 01.06.2012
Zuhörer: etwa 200
Dauer: 120 min

Bericht und Fotos von Gudrun aus Karlsruhe

''Das Baby is raus, die Geburt vollbracht, jetzt schaun wir mal ob es
gehen lernt :)''



Diese Äußerung von Frau Schmidt würde sich als Ein-Foto-ein-Satz-Konzertreview sicherlich eignen, trifft sie doch kurz und dabei prägnant das Konzerterlebnis über das hier berichtet werden soll. Aber ich möchte es doch lieber in einen größeren Rahmen stellen.


Ende 2010 hatte Nadine Maria Schmidt darüber nachgedacht, wie das deutsche Material, welches inzwischen dran und reif war auf eine CD kommen könnte. Nach den Konzerten werden diese Silberlinge stets nachgefragt und dienen dazu, das Erlebnis zu Hause nachklingen zu lassen und die Bekanntschaft mit der Künstlerin und ihrer Musik zu vertiefen.

Außerdem ist es ja für die Musiker auch eine Möglichkeit, den ist-Zustand einmal als Meilenstein einzufrieren und in gewisser Weise auch als Baustein im Karriereweg noch nicht ganz obsolet.

Sie fasste den Entschluss, ein Experiment zu wagen und auf ihrer Webseite die Möglichkeit einzuräumen, diese geplante neue CD schon sofort zu bestellen und zu bezahlen und sich damit an der Finanzierung der Studiokosten zu beteiligen.
Die Idee der ''Besten Fans der Welt'' war geboren.

Mit den zahlreichen Konzerten und den Netzwerken in Leipzig gelang ihr tatsächlich das, woran sie im Dezember 2010 wohl selbst nicht geglaubt hatte: die nötigen 6000 Euro kamen geradeso noch rechtzeitig für die Studioaufnahmen im Frühjahr 2012 so einigermaßen zusammen.

Auch die intensive Woche der Aufnahmen und anschließenden vielen
künstlerischen Entscheidungen wurde mit Hochs und Tiefs gemeistert, weitere Konzerte gespielt (und auch noch ein bisschen studiert).

Nach so einem langen Prozess der Schwangerschaft und Geburt (um im
oben gewählten Bild zu bleiben) verlangte es nach einer gebührenden Feier: das Album sollte mit allen Paten und weiteren gewogenen Zeugen aus der Taufe gehoben werden. Ort der feierlichen Handlung war das Neue Schauspiel in Leipzigs Westen (und Schauspiel wird da doch einmal aufs schönste schräg und dabei passend interpretiert).

Die Kernbesetzung der Band Till Kratschmer (Klavier), Chris Turrak (Bass) und Karl Blütchen (Schlagzeug) wurde ergänzt durch 3 Backgroundsängerinnen (Maria, Tanja und Sabrina) und Moritz aus Berlin am Cello.

Und es wurde ein großes Fest!

Schon die glücklichen Augen von Nadine Maria Schmidt
zu sehen war die Anreise wert. Zu sehen, wie sie vor einem rappelvollen Theater mit vielen Freunden, Familie, Vertrauten vorzeigen kann, was geworden ist aus ihrem Projekt, an dem viele ein kleines bisschen mitmachen konnten. Wie die Band sie trägt und dabei auch am Boden hält und die Blicke hin und her gehen. Und wie sie im von ihr gewünschten und geplanten festlichen Rahmen ihre Spontaneität an die Kandare nimmt und im nächsten Moment doch wieder ausscheren muss. Dann kommen solche Ansagen (ich zitiere hier sinngemäß): Ich habe ja immer gesagt, ein Lied mit fremdem Text machen das ist ja wie fremde Schlüpper anziehen. Und dann kommt eines Tages der richtige Mensch mit dem passenden Text und ... ach ich sing Euch das jetzt mal vor.

Es war ein auch ein großer und sehr sympathischer Dank an die finanziellen Unterstützer, die alle namentlich genannt wurden und weitere Wegbegleiter und Helfer wie dem Monsterchor, der auf der CD im Monstersong Volkes Stimme übernommen hatte.

Nadine Maria Schmidt hat eine einmalige Bühnenpräsenz. Das ist einerseits eindrucksvoll zu sehen, wenn sie wie kürzlich im Kohi Solo mit Gitarre ihre Musik aufführt. Aber mit dem größeren Ensemble gewinnen die Lieder eine neue Tiefe und man merkt Nadine Maria Schmidt an, wie die Unterstützung der Musiker ihr gut tut und wie auch im Bandgefüge der Funke von ihr überspringt. Das Publikum regte im Beifall klatschen lautstark an, dass das Cello unbedingt dauerhaft adoptiert werden sollte....

In den Liedern der CD geht es ja häufig darum, mit Rückschlägen und
schwierigen Situationen umzugehen. Mit den Verletzungen, den Zumutungen des Lebens und unserer Mitmenschen, wenn man selbst am Rand steht oder dorthin geschoben wird. Erstaunlich ist dann im Rückblick erst recht wie dieser Abend mit solchen Liedern geprägt sein kann von dem Gefühl, dass dieses Stolperleben mit all den blauen Flecken, Bauchschlägen und Schlaglöchern doch trotzdem einfach wunderschön ist.

Hinterher gab es einige Tränchen zu trocknen, sehr viele lachende Gesichter, eine lange Schlange am Verkaufsstand und ganz viele Umarmungen. Und mir bleiben zunächst die Stunden mit der neuen CD bis im September wieder ein Konzert in Karlsruhe ansteht.

Dresdner und Leipziger haben es da etwas besser - sie müssen nicht so
lange warten:

Konzerttermine Nadine Maria Schmidt:

23.06 Band@ Hauptbühne Elbhangfest Dresden, Loschwitz
23.06 solo@ Liederbude Elbhangfest Dresden, Albertpark
25.06 solo@ Katys Garage (Garten) Dresden, Alaunstr. 48
20.07 solo@ popoolär! Songwriter-Stage 2012 (KAOS) Leipzig, Wasserstr. 18
01.09. Trio@ Frauenkultur Leipzig, Windscheidstr. 51
08.09. Band@ Weingut Hey Naumburg, Weinberge 1a
09.09. Band@ Jakelwood Magdeburg, Otto-von-Guericke-Str. 48
10.09. Band@ Hofkonzert Bad Schmiedeberg, Kirchstr. 5
14.09. Band@ Kohi Karlsruhe, Werderstr. 47
15.09. Band@ Zimmer 16 Berlin, Florastr. 16
17.09. Band@ Blaue Fabrik Dresden, Prießnitzstraße 44/48
19.09. Band@ Malzhaus Plauen, Alter Teich 7
20.09 Band@ Sudhaus Tübingen, Hechinger Straße 203
21.09. Band@ Kofferfabrik Fürth, Lange Str. 81
22.09. Band@ Flint Ludwigsburg, Leonbergerstrasse 38
13.10. solo@ Frauenkultur (Singer-Songwriter-Slam) Leipzig, Windscheidstr. 51



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