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Samstag, 18. Juni 2016

Nadine Maria Schmidt, Leipzig, 21.05.16

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Konzert: Releasekonzert in großer Besetzung 
  Nadine Maria Schmidt und Frühmorgens am Meer
Ort: Neues Schauspiel in Leipzig
Datum: 21. Mai 2016
Dauer: 120 min
Zuschauer: knapp 200


Unfassbar: Es ist tatsächlich schon vier Jahre her, dass ich mich zuletzt auf den Weg ins Neue Schauspiel nach Leipzig gemacht habe. Auch 2016 ist der Grund ein Release-Konzert in großer und besonderer Besetzung für eine Platte von Nadine Maria Schmidt. In der Zwischenzeit ist freilich auch viel passiert. Vor vier Jahren noch hatte sie sich z.B. etwas zweifelnd daran gemacht, einen nicht von ihr selbst stammenden Text in Musik zu kleiden. Es sei wie einen fremden Schlüpper anzuziehen. Doch diesmal stand ein ganzer Liederreigen in den Startlöchern für den Nadine sich die Worte von den besten Wortkünstlern angeeignet hatte.


Als ich schließlich sehr erwartungsfroh wieder in der schnoddrig schönen Bühne in Leipzigs Westen Platz genommen hatte, wurde mir klar, dass ich gar nicht recht wusste, was mich erwarten würde. Ein wenig putzig, nachdem ich zwei Neu-Leipziger Freunde überredet hatte, mich zu begleiten und sich das keinesfalls entgehen zu lassen. Auf einer Ebene ganz und gar berechtigt, sind doch die Konzerte von  Nadine immer ganz besonders und von einer Haltung geprägt, die meine Freunde ansprechen würde. Erst recht in der großen Besetzung mit der ganz persönlichen Stimmung voller Herzen im Publikum. 


Aber mir wurde auf einmal erst recht bewußt, dass ich von den neuen Liedern noch kaum etwas kannte und über die neue Platte quasi nichts wusste. Als ein bester Fan der Welt hätte ich eigentlich das Privileg gehabt, auch vor dem offziellen Release-Tag am 3. Juni "meine" Platte schon in Händen zu halten, aber ich hatte Nadine gebeten, den Brief nicht zu schicken, weil ich ihn mir persönlich abholen würde. Viele der anderen im Saal hatten sich schon ein paar Tage in die neuen Lieder versenken können und ich war mir auf einmal nicht recht klar darüber, ob es so klug gewesen war, das Porto zu sparen...


Aber natürlich sind solche Gedanken müßig. Das Konzert würde für sich sprechen und ein besonderer Abend werden. Warum also nicht Freundschaft mit den neuen Liedern schließen im besten aller denkbaren Settings?! Nadine begann dann - als hätte sie meinen inneren Dialog gehört - mit einem mir sehr vertrauten Stück: Aluna. Das ganz ohne große Besetzung sondern nur mit Ukulele auf die Bühne gebracht wurde. Als stiller Anker oder auch um den Ton für das Konzert zu setzen: Ernsthaft und ehrlich - aber doch mit dem typischen Funken Hoffnung und tiefer Zärtlichkeit für alles menschliche. So weit der Plan. In Wirklichkeit musste sie mehrfach ansetzen und dann doch noch eine Ansage vom Herzen reden, bevor ihr innerer Pegel richtig eingestellt war für den Abend. Was aber gut aufgehoben war und erst recht die herzliche und erwartungsfrohe Stimmung fühlbar machte.


Anschließend wurde im Dunkeln eine Lesung eingespielt und dann füllte die Bühne schließlich die angekündigte große Besetzung. Mit Cello, Bratsche, Posaune, Klarinette, Klavier, Gitarre, Bass, Percusssion, Schlagzeug, Background-Gesang und einer leuchtenden Nadine dazwischen, davor und von allen getragen (später gab es auch noch Hackbrett und Melodika).


Auch hier war wie ein Bonus für mich der erste Song einer, den ich per Video kurz zuvor kennengelernt hatte: Ich bin der Regen. Dazu noch mit dem Text einer Lyrikerin, die mir durch ein sehr emotionales Konzert mit Hermann von Veen ins Herz gepflanzt wurde. Allein dieses Lied wäre mir die Reise nach Leipzig wert gewesen. So viele Gedanken und Gefühle wurden in mir aufgewühlt und freigesetzt und eingesponnen. Und ich spürte, wie auch bei meinen Sitznachbarn der Funken übersprang und alles war einfach nur herrlich. 


Was stach an dem Abend noch heraus? Ich kann es gar nicht so einfach benennen, um nicht dann doch alles aufzuzählen. Ich liebte die Posaune. So etwas herrlich hymnisches brachte sie in die Musik und war doch ganz geerdet, oder das Cello. Ebenso die vielen Frauenstimmen auf der Bühne - so wunderbar aufeinander eingestimmt und in der Fülle des Abends so reich. 


Oder vielleicht doch der herrliche Übermut inmitten all der Ernsthaftigkeit, die Spontan-Vertonung des Ringelnatz-Gedichts mit dem hingebungsvoll mitgesungenen Die Löcher sind die Hauptsache in einem Sieb (und wer wollte das bestreiten oder für unwichtig erklären?). Es gab Zugaben mit geliebten und bekannten Liedern und das Bitten und Betteln des Publikums brachte noch ein allerallerletztes Lied hervor, welches den Abend auf mit Nadine Solo beendete, wie er begonnen hatte.

Musiker:
Nadine Maria Schmidt - Gesang, Gitarre
Till Kratschmer - Klavier
Chris Turrak - Bass, E-Cello
Susann Großmann - Gesang
Tanja Haberland - Gesang
Tim Köhler - Gesang
Ralf Bauer - Posaune
Moritz Brümmer - Cello
Filip Sommer - Bratsche
Johannes Ziemann - Schlagzeug
Andreas Krödel - Klarinette
Torsten Philip - Hackbrett

 

Setlist:
01. Aluna
02: Ich möchte leben (gelesen)
03: Ich bin der Regen (Selma Meerbaum-Eisinger)
04: Denk es o Seele (Eduard Mörike)
05: Vorfrühling (Hedwig Lachmann)
06: Frische Fahrt (Joseph von Eichendorff)
07: Das Karussell (Rainer Maria Rilke)
08: Die Stadt (Theodor Storm)
09: Der Panther (Rainer Maria Rilke)
10: Mein blaues Klavier (Else Lasker-Schüler)
11: Leise sprich, leis geh (Oscar Wilde)
12: Sophie Scholls letzter Brief
13: Herbstbaum (Jochen Arlt)
14: Drei Jahre später (Jochen Arlt)
15: Winter (Annette von Droste-Hülshoff)
16: Ich hab Dich so lieb (Joachim Ringelnatz)

17: Das Leben ist schön
18: Und keiner hats gemerkt
19: Bitte lob mich

20: Sommerlied (noch ohne Namen)



Tourdaten 

Trio-Tour
28.05. Dresden, Club Passage
29.05. Meißen, 2. Internationales Sing & Song Klosterfestival
03.06. Zwickau, il Tavolino (mit Polis)
04.06. Plauen, Malzhaus
07.06. Bayreuth, Sübkültür
08.06. Weimar, Other Music Academy
10.06. Oranienburg, Kulturkonsum


Nadine Maria Schmidt & Susann Grossmann - Tour
22.06. Lübeck, Tonfink - Kulturcafé & Bar
23.06. Dierhagen, Kirche
24.06. Greifswald, Kulturzentrum St. Spiritus
01.07. Weil der Stadt, Straßenmusikfestival
02.07. Tübingen, Club Voltaire
06.07. Carwitz, Kirche
08.07. Schwerin, tba
09.07. Bad Wilsnack, Schloss


Aus unserem Archiv: 
Nadine Maria Schmidt, Karlsruhe, 10.10.14
Nadine Maria Schmidt, Adorf, 12.01.13
Nadine Maria Schmidt, Karlsruhe, 14.09.12
Nadine Maria Schmidt, Leipzig, 01.06.12
Nadine Maria Schmidt, Karlsruhe, 03.05.12




Montag, 13. Oktober 2014

Nadine Maria Schmidt & Frühmorgens am Meer, Karlsruhe, 10.10.14

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Konzert: Nadine Maria Schmidt & Frühmorgens am Meer
Ort: Kohi in Karlsruhe
Datum: 10. Oktober 2014
Dauer: 70 min
Zuschauer: 15



Sieht das Meer von unten genauso blau aus wie hier oben bei mir?

Es ist schon eine seltsame Sache mit der Empfindung für Zeit. Im Mai 2012 war ich im Kohi zum ersten Mal über die Musik von Nadine Maria Schmidt gestolpert und doch erscheint es mir so, als würden wir schon ewig unsern Weg teilen und nicht erst gerade so 2 1/2 Jahre. Andererseits ist das letzte richtige gemeinsame Konzert schon 22 Monate her, was viel länger ist, als mir mein Bauchgefühl sagt. Wir hatten uns im September 2013 in Leipzig gesehen bei einem Vortrag in der Frauenkultur, aber das letzte Konzert war in den ersten Tagen des Jahres 2013. Nicht zu fassen!




In der Zwischenzeit ist ein neues Album enstanden - Lieder aus Herbst - von dem ich vor dem Abend im Kohi 2014 eigentlich nur Fitzelchen wahrgenommen hatte. Kostproben vor dem Erscheinen des Werkes.  Die CD lag seit Mitte September noch unberührt bei den Sachen, die liegen geblieben sind über ziemlich viel Rumreiserei. Geplant gewesen war eigentlich, dass mich meine Route am 20. September in Leipzig vorbeiführt zur Geburtsfeier des Albums. Das hatte leider nicht geklappt. 


Vielleicht würde sich ja die Begegnung mit den neuen Liedern auch ohne Vorbereitung ganz richtig anfühlen sozusagen live und in Farbe und nicht in der Sonntagsfassung von der Konserve. Für die kurze Herbst-Tour zum neuen Album ist Nadine wieder mit Frühmorgens am Meer aka Chris Turrak am Bass und Till Kratschmer am Piano unterwegs. Es würde also ordentlich Drive und auch ein bisschen Bums geben, aber schon die ersten Töne verrieten mir: es wird nicht zu laut, sondern fein dosiert (bis auf ein immer wieder unversehens störendes knacken).



Der Abend begann mit einem Klangteppich und Nadines Brummen in tiefsten Tiefen, fast schon wie ein Versuch, uns in Trance zu bringen, um schließlich dem Song Das Meer von unten Raum zu geben mit der Frage, welche Farbe wohl das große Wasser von unten haben mag und wie man überhaupt antworten soll auf Kinderfragen für die man selbst noch nicht bereit ist.


Im Herbstwind ist tänzerisch nicht nur im Text, sondern auch musikalisch sehr einladend und freundlich ohne wirklich in einer besonders heilen Welt zu spielen (der Ruf nach deren Namen war schon etwas verstörend im Mittelteil...). Im wiegenden Dreiertakt ging es auch weiter für Josephine. Ein Lied das so traurig/tröstlich und aus Herbst ist, wie es für diesen Abend wohl Programm sein wird. Jedenfalls ein erster musikalischer Höhepunkt ganz subjektiv für mich.


Marie begann wild und schreiend und ist dabei doch auch ein Walzer. Nadines Stimme wurde hier besonders schwarz und fast wütend aber gleichzeitig auch werbend und streichelnd. Das kann so nur sie.

Schönste und allesamt Gänsehaut-Momente des Abends wurden schließlich für mich Stille Nacht, Feinliebchen und An die Schönheit. Und ich reibe mir im Nachdenken über den Abend ein bisschen die Augen, was aus der Nadine geworden ist, die auch immer ein bisschen zappelig und giggelig war und nun das stand wie als wäre sie ein gutes Stück erwachsener geworden und fast schon angekommen. Und das steht ihr prima.



Setlist:
01: Das Meer von unten
02: Im Herbstwind
03: An Josephine
04: Marie
05: Alter Mann - was nun?
06: Dshamilja
07: Der Wal
08: Von Bord
09: Stille Nacht 
10: Und keiner hat's gemerkt
11: Feinliebchen
12: Bitte lob mich
13: An die Schönheit (Text: H. Hesse)

14: Raus hier (Z)


Tourdaten: 
07.10. Holzhausen, Kirche
09.10. Tübingen, Vorstadttheater
10.10. Karlsruhe, Kohi
11.10. Köln, Cafe Lichtung
13.10. Fürth, Kofferfabrik
14.10. Bayreuth, Sübkültür
15.10. Hannover, Medienhaus
17.10. Plauen, Malzhaus
18.10. Dresden, Blaue Fabrik


Alle Bilder des Abends:



Aus unserem Archiv:
Nadine Maria Schmidt, Adorf, 12.01.13
Nadine Maria Schmidt, Karlsruhe, 14.09.12
Nadine Maria Schmidt, Leipzig, 01.06.12
Nadine Maria Schmidt, Karlsruhe, 03.05.12 


 

Donnerstag, 17. Januar 2013

Nadine Maria Schmidt, Adorf, 12.01.13

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Konzert: Nadine Maria Schmidt
Ort: Wohnzimmerkonzert#2 in Adorf 
Datum: 12.01.2013 
Zuschauer: 25
Dauer: 90 min


Ich hatte hier schon von kollateralen Verrücktheiten erzählt, die mir das passionierte Konzerte besuchen und darüber schreiben 2012 eingebrockt hat. 

Was ich jedoch noch nicht so recht gewürdigt habe ist, dass im Jahr 2012 in der  Überschneidung von Musikenthusiasten in Chemnitz und Karlsruhe eine gemeinsame Freude am Konzerterlebnis mit Nadine Maria Schmidt erwuchs. Allerliebste Freunde, mit denen wir schon die letzten 27 Jahre teilen (wenn auch die meiste Zeit durch zu viele Kilometer getrennt) wurden "infiziert" - aber nicht von mir. Ein Infektionsherd in Karlsruhe, der andere in Chemnitz, hatten sich vom Virus befallene am 1. Juni 2012 in Leipzig schon einmal gemeinsam vor der Bühne des Neuen Schauspiel Leipzigs eingefunden wo das Release von "Blaue Kanten" gefeiert wurde.


Nun stand eine Geburtstagsfeier in Adorf (bei Chemnitz) an. Mit vielen anderen Gästen hatten wir uns dafür auf den Weg gemacht - und wurden mit einem Wohnzimmerkonzert überrascht und beschenkt. Für viele Anwesende vielleicht das einzige Konzert des Jahres - für andere das einzige mit einer Singer-Songwriterin, aber für uns "äschte" Fans eine weitere Perle in der hochgeschätzten Kette von Konzerten mit Nadine. Das Konzertjahr 2013 begann also mit einem Wohlfühlabend. In gemütlicher Atmosphäre, mit lieben Freunden und meiner Familie erlebte ich einen Abend, wo Nadine solo auftrat und uns alle erneut bezauberte.


Lockerer und mit viel Lachen zwischendurch hatten wir zuerst ausführlich gegessen, getrunken und gequatscht. Schließlich holte Nadine die Gitarre und die vertrauten Lieder hervor. Das Publikum zog vom ersten Lied an  mit und war ein prima Monsterchor. Wir weinten mit darüber dass sie geht und gaben unseren Senf zu zwei neuen Liedern (Feinliebchen - wunderwunderschön!). 

Als erste Zugabe durfte sich das Geburtstagskind etwas wünschen. 

Im Anschluss an die anrührende Stunde mit Musik haben wir noch lange zusammen gesessen und gequatscht. Noch  am nächsten Tag hatten sich einige Lieder als Ohrwurm festgesetzt.



Nicht jeder Konzert-Abend kann so perfekt verlaufen, aber ich nehme diesen Auftakt meines Konzertjahres 2013 einfach mal als gutes Omen und bin dankbar für dieses Geschenk.


Setlist:
Deren Namen
Von Sonne, Mond und Bären
Wenn sie geht
Monstersong
Bitte lob mich
Feinliebchen (neu)
Wir alle  (neu)
Am Meer
Der Wal
Cap Horn

Zugaben: 
Janecks Schloß
Raus hier
Dshamila

Anmerkung: Wir fühlten uns von einem Polizeihubschrauber und einigen Mannschaftswagen beschützt ...

Aus unserem Archiv:

Nadine Maria Schmidt, Karlsruhe 14.09. 2012
Nadine Maria Schmidt, Leipzig 01.06. 2012
Nadine Maria Schmidt, Karlsruhe, 03.05. 2012


 

Samstag, 15. September 2012

Nadine Maria Schmidt & Band, Karlsruhe, 14.09.12

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Nadine Maria Schmidt & Band
Ort:
Kohi, Karlsruhe
Datum: 14.09.2012

Zuschauer: 50

Dauer: 90 min


Es sagt sicher mehr über meine Wertschätzung der Konzerte der Frau mit Gitarre aus, dass sich meine Dienstreise nach Oxford danach richten musste, dass ich auch ja rechtzeitig zu ihrem (dritten) Konzert im Kohi da sein würde als alles was nun an Konzertbericht folgen kann! 

Nach dem grandiosen Releasekonzert am 1. Juni in Leipzig war dies nun der erste Tourhalt in Karlsruhe und auch der erste Termin mit dem neuen Mann am Schlagzeug. Als wir 21 Uhr ankamen, sah es zunächst noch ziemlich mau aus, aber schließlich haben sich doch etwa 50 Leute eingefunden und erlebten die temperamentvolle Frau aus dem Vogtland (nach etwas Anlaufzeit) in Bestform.  Man muss dem Kohi zugute halten, dass das Publikum von Anfang an richtig gut mitzog, nämlich das genüssliche Stöhnen am Ende des dritten Songs aus vollem Herzen ablieferte und einen prima Monsterchor beisteuerte. Trotzdem hatte ich am Anfang nicht das Gefühl, dass Frau Schmidt schon ganz da war. Alles war so etwas schaumgebremst. Allen die sie nicht live kennen, ist das sicher nicht aufgefallen, denn musikalisch lief alles bestens und wie am Schnürchen. Aber kurz vor der Hälfte des geplanten Programms kam sie so richtig in Fahrt: fing an zu erzählen und Witze mit dem Publikum zu machen und am Ende war es wieder ein schwieriges Unterfangen, das Konzert zu beenden, wo es gerade allen so viel Spaß machte. 

Die Extra-Zugabe Maria ist eigentlich ein sehr besinnliches fast trauriges Lied, das als Schluss der Setlist doch sehr eigentümlich wirkt. Aber da es mein liebstes Lied von der CD ist, war es für mich gerade der richtige Abschiedssong und ging mir noch bis in den Schlaf nach. 

Das Kohi feiert dieses Wochenende 5jähriges Bestehen. Das klingt nicht nach viel, aber da es ganz in privater Initiative von einigen Enthusiasten der Karlsruher Südstadt betrieben wird, ist das doch wirklich eine beeindruckende Leistung! Ich gratuliere herzlich und wünsche mir noch viele so schöne Abende im Kohi!

Setlist, Nadine Maria Schmidt, Karlsruhe

Das Leben ist schön
Fliehen
Von Sonne, Mond und Bären
Wenn sie geht
Olaf
Monstersong
An eine Mutter
Deren Namen 
Bitte lob mich
Am Meer
Cap Horn
Der Wal
Tapezierte Blumbenwänd

Zugaben:
Janecks Schloss
Raus hier

Extrazugabe:
Maria


Dienstag, 5. Juni 2012

Nadine Maria Schmidt & Frühmorgens am Meer, Leipzig,01.06.12

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Konzert: Nadine Maria Schmidt & Frühmorgens am Meer
(vormals Nylonsaiten und Saitenstrümpfe)
Releasekonzert zum Album "Blaue Kanten" in spezieller Besetzung
Ort: Neues Schauspiel Leipzig
Datum: 01.06.2012
Zuhörer: etwa 200
Dauer: 120 min

Bericht und Fotos von Gudrun aus Karlsruhe

''Das Baby is raus, die Geburt vollbracht, jetzt schaun wir mal ob es
gehen lernt :)''



Diese Äußerung von Frau Schmidt würde sich als Ein-Foto-ein-Satz-Konzertreview sicherlich eignen, trifft sie doch kurz und dabei prägnant das Konzerterlebnis über das hier berichtet werden soll. Aber ich möchte es doch lieber in einen größeren Rahmen stellen.


Ende 2010 hatte Nadine Maria Schmidt darüber nachgedacht, wie das deutsche Material, welches inzwischen dran und reif war auf eine CD kommen könnte. Nach den Konzerten werden diese Silberlinge stets nachgefragt und dienen dazu, das Erlebnis zu Hause nachklingen zu lassen und die Bekanntschaft mit der Künstlerin und ihrer Musik zu vertiefen.

Außerdem ist es ja für die Musiker auch eine Möglichkeit, den ist-Zustand einmal als Meilenstein einzufrieren und in gewisser Weise auch als Baustein im Karriereweg noch nicht ganz obsolet.

Sie fasste den Entschluss, ein Experiment zu wagen und auf ihrer Webseite die Möglichkeit einzuräumen, diese geplante neue CD schon sofort zu bestellen und zu bezahlen und sich damit an der Finanzierung der Studiokosten zu beteiligen.
Die Idee der ''Besten Fans der Welt'' war geboren.

Mit den zahlreichen Konzerten und den Netzwerken in Leipzig gelang ihr tatsächlich das, woran sie im Dezember 2010 wohl selbst nicht geglaubt hatte: die nötigen 6000 Euro kamen geradeso noch rechtzeitig für die Studioaufnahmen im Frühjahr 2012 so einigermaßen zusammen.

Auch die intensive Woche der Aufnahmen und anschließenden vielen
künstlerischen Entscheidungen wurde mit Hochs und Tiefs gemeistert, weitere Konzerte gespielt (und auch noch ein bisschen studiert).

Nach so einem langen Prozess der Schwangerschaft und Geburt (um im
oben gewählten Bild zu bleiben) verlangte es nach einer gebührenden Feier: das Album sollte mit allen Paten und weiteren gewogenen Zeugen aus der Taufe gehoben werden. Ort der feierlichen Handlung war das Neue Schauspiel in Leipzigs Westen (und Schauspiel wird da doch einmal aufs schönste schräg und dabei passend interpretiert).

Die Kernbesetzung der Band Till Kratschmer (Klavier), Chris Turrak (Bass) und Karl Blütchen (Schlagzeug) wurde ergänzt durch 3 Backgroundsängerinnen (Maria, Tanja und Sabrina) und Moritz aus Berlin am Cello.

Und es wurde ein großes Fest!

Schon die glücklichen Augen von Nadine Maria Schmidt
zu sehen war die Anreise wert. Zu sehen, wie sie vor einem rappelvollen Theater mit vielen Freunden, Familie, Vertrauten vorzeigen kann, was geworden ist aus ihrem Projekt, an dem viele ein kleines bisschen mitmachen konnten. Wie die Band sie trägt und dabei auch am Boden hält und die Blicke hin und her gehen. Und wie sie im von ihr gewünschten und geplanten festlichen Rahmen ihre Spontaneität an die Kandare nimmt und im nächsten Moment doch wieder ausscheren muss. Dann kommen solche Ansagen (ich zitiere hier sinngemäß): Ich habe ja immer gesagt, ein Lied mit fremdem Text machen das ist ja wie fremde Schlüpper anziehen. Und dann kommt eines Tages der richtige Mensch mit dem passenden Text und ... ach ich sing Euch das jetzt mal vor.

Es war ein auch ein großer und sehr sympathischer Dank an die finanziellen Unterstützer, die alle namentlich genannt wurden und weitere Wegbegleiter und Helfer wie dem Monsterchor, der auf der CD im Monstersong Volkes Stimme übernommen hatte.

Nadine Maria Schmidt hat eine einmalige Bühnenpräsenz. Das ist einerseits eindrucksvoll zu sehen, wenn sie wie kürzlich im Kohi Solo mit Gitarre ihre Musik aufführt. Aber mit dem größeren Ensemble gewinnen die Lieder eine neue Tiefe und man merkt Nadine Maria Schmidt an, wie die Unterstützung der Musiker ihr gut tut und wie auch im Bandgefüge der Funke von ihr überspringt. Das Publikum regte im Beifall klatschen lautstark an, dass das Cello unbedingt dauerhaft adoptiert werden sollte....

In den Liedern der CD geht es ja häufig darum, mit Rückschlägen und
schwierigen Situationen umzugehen. Mit den Verletzungen, den Zumutungen des Lebens und unserer Mitmenschen, wenn man selbst am Rand steht oder dorthin geschoben wird. Erstaunlich ist dann im Rückblick erst recht wie dieser Abend mit solchen Liedern geprägt sein kann von dem Gefühl, dass dieses Stolperleben mit all den blauen Flecken, Bauchschlägen und Schlaglöchern doch trotzdem einfach wunderschön ist.

Hinterher gab es einige Tränchen zu trocknen, sehr viele lachende Gesichter, eine lange Schlange am Verkaufsstand und ganz viele Umarmungen. Und mir bleiben zunächst die Stunden mit der neuen CD bis im September wieder ein Konzert in Karlsruhe ansteht.

Dresdner und Leipziger haben es da etwas besser - sie müssen nicht so
lange warten:

Konzerttermine Nadine Maria Schmidt:

23.06 Band@ Hauptbühne Elbhangfest Dresden, Loschwitz
23.06 solo@ Liederbude Elbhangfest Dresden, Albertpark
25.06 solo@ Katys Garage (Garten) Dresden, Alaunstr. 48
20.07 solo@ popoolär! Songwriter-Stage 2012 (KAOS) Leipzig, Wasserstr. 18
01.09. Trio@ Frauenkultur Leipzig, Windscheidstr. 51
08.09. Band@ Weingut Hey Naumburg, Weinberge 1a
09.09. Band@ Jakelwood Magdeburg, Otto-von-Guericke-Str. 48
10.09. Band@ Hofkonzert Bad Schmiedeberg, Kirchstr. 5
14.09. Band@ Kohi Karlsruhe, Werderstr. 47
15.09. Band@ Zimmer 16 Berlin, Florastr. 16
17.09. Band@ Blaue Fabrik Dresden, Prießnitzstraße 44/48
19.09. Band@ Malzhaus Plauen, Alter Teich 7
20.09 Band@ Sudhaus Tübingen, Hechinger Straße 203
21.09. Band@ Kofferfabrik Fürth, Lange Str. 81
22.09. Band@ Flint Ludwigsburg, Leonbergerstrasse 38
13.10. solo@ Frauenkultur (Singer-Songwriter-Slam) Leipzig, Windscheidstr. 51



Samstag, 5. Mai 2012

Nadine Maria Schmidt, Karlsruhe, 03.05.12

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Konzert: Nadine Maria Schmidt (Leipzig), special guests Eva Croissant mit
Cellist Daniel & Tom Boller (alle Karlsruhe)
Ort: Kohi Karlsruhe
Datum: 03.05.2012

Zuschauer: etwa 30-40

Dauer: 45 min Support + 90 min Nadine Maria Schmidt



Bericht und Fotos von Gudrun aus Karlsruhe


Wäre Nadine Maria Schmidt ein Mann, würde sie in der Sprache meines Vaters der (Ehren-)Titel ``Urvieh'' gut treffen. Für eine Frau fühlt sich das komisch an und eine Frau ist sie in der Tat - und was für eine!

Unsere Wege kreuzten sich am 27. März 2011 im Kohi. Von Freunden überredet hatten wir uns doch noch abends in den Sattel geschwungen um nach 2 Std. komplett beschwingt heimzuradeln mit einem Lied auf den Lippen.

Seitdem habe ich die Frau mit Gitarre (http://www.fraumitgitarre.de/) nicht mehr so richtig aus den Augen gelassen. Nun führte der Weg sie ohne Band wieder ins Kohi und - Ehrensache - ich war dabei.

Die Überraschung des Abends war: das Kohi hat sich hübsch gemacht und wir konnten gemütlich auf dem Sofa abhängen. Das passte mir gut, weil ich ganz schön knülle war. Es passte aber auch gut zu dem Konzert, auf dem vom ersten Lied von Eva Croissant an eine Atmopshäre herrschte wie auf einer Feier unter guten Freunden. Es wurde miteinander geredet und verhandelt. Tom spielte ein ganz neues Lied, Eva hatte mit ihrem Cellisten wohl gerade erst geprobt und beide hatten ihren ersten Auftritt. Es wurde gelacht und Verspieler übergangen und Zugaben vom Publikum angeordnet. Das alles in freundlicher Leichtigkeit und Heiterkeit, die mir wirklich gut tat.

Ich habe die ganze Zeit nebenher noch überlegt, wie ich hier im
Konzerttagebuch kurz sagen kann, was die Nadine so besonders macht. Weil Frau mit Gitarre davon gibt es ja nun nicht so wenige und viele von denen machen ihre Sache gut und rühren uns an, haben tolle Stimmen (für Oliver gibt es auch genug mit schönen Beinen und toller Figur). Aber eine wie Nadine findet man so leicht nicht darunter. Sie ist absolut geerdet und präsent auf der Bühne, dabei doch gleichzeitig selbstironisch und sich selbst nicht zu ernst nehmend (bis hin zu albern). In ihrer Musik ist in überraschender Selbstverständlichkeit alles vertreten vom flüstern bis zum grölen - zart und polternd kann sie beides überzeugend und macht sich damit ziemlich nackig. Meiner Meinung nach ist die Konservenmusik hier absolut zweite Wahl, weil sie nur im Konzert zeigen kann, wass sie wirklich drauf hat. Nun habe ich mit ihr zwei Konzerte erlebt, wo die Chemie absolut stimmte. Letztes Jahr gewann sie uns aus dem Stand, dieses Jahr war schon ein Stamm da und die anderen mussten einfach mittun. Sicher klappt das nicht überall so gut und auf gewisse Weise ist diese Distanzlosigkeit ja auch eine Zumutung.


Aber wenn man sich auf die Frau einlässt, dann erlebt man einmalige Dinge!! Andererseits zieht Frau Schmidt damit auch einmalige Dinge an - wie z.B. "Beste Fans der Welt'' und einen "Monsterchor'' aus Enthusiasten für den Videodreh (Infos dazu unten und auf der Webseite).

Diesmal fanden wir schlecht ein Ende. Wir wollten sie
nach dem letzten Lied noch nicht gehen lassen. Sie war auch noch geflasht und wusste nicht so recht, was sie noch hervorzaubern sollte. Schließlich wurde Tom Boller auf die Bühne zitiert, der der Frau ihre Gitarre abnahm und Nisrin improvisierte mit Nadine aus dem Stehgreif einen fröhlichen Ausklang über Leipzig und Karlsruhe und sich selbst suchen und finden. Das war schon ein zauberhafter Moment, der als Schlusspunkt dieses Abends das gewisse Etwas emotional gut zusammenfasste.

Auf dem Heimweg sangen die Nachtigallen sich die Seele aus dem
Leib. Das passte irgendwie auch.

Selbstvorstellung der Band:

http://www.youtube.com/watch?v=HM9pVahHpiQ



Das neue Album "Blaue Kanten'' kommt im Juni heraus. Hier kann man schon hineinhören:

http://soundcloud.com/nadine-maria-schmidt/sets


Infotext des Labels zur CD:


"Blaue Kanten ist das deutschsprachige Debüt der Band Nadine Maria Schmidt & Frühmorgens am Meer. Eine tiefe rauchige Frauenstimme, die aufhorchen lässt. Sie knarrt, gurrt, flüstert, haucht, zerbricht, schreit und jubiliert durch Songs zum Lieben, Leiden und Leben. Die Texte greifen dabei tief in die Zwischenmenschlichkeit ohne aber die Bodenhaftung zu verlieren. Intensiv, warm und ehrlich bis zum Schluss!"

Das Kulturmagazin Zeitpunkt beschreibt es so: „Ihre herrlich schräg und quer intonierten Stücke berühren jeden, der sich darauf einlässt. Es kratzt und lebt und springt und lacht und heult in ihren Liedern. 120 Prozent Menschsein. Ein Genuss für den Gourmet. Ein Desaster für die Marketingmenschen, die alles besser wissen wollen und überhaupt nichts verstehen.

Dieses Album wurde komplett durch die Fans von Nadine Maria Schmidt &
Frühmorgens am Meer finanziert. Diese Aktion war ein eigen initiiertes Crowdfunding-Projekt der Band auf deren offizieller Homepage. Es kamen knapp 6000 Euro zusammen. Einzusehen sind alle Beteiligten unter www.fraumitgitarre.de . Über 130 Menschen halfen bei der Entstehung dieses Albums mit. Fast alle davon arbeiteten ehrenamtlich und aus Überzeugung heraus. Rundum ein Liebesstück!''

Ein Video des Auftritts im Kohi von 2011:

http://www.youtube.com/watch?v=jc-iy9GgJv8



 

Konzerttagebuch © 2010

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