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Donnerstag, 26. April 2012

Lisa Hannigan, Paris, 25.04.12

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Konzert: Lisa Hannigan

Ort: Fnac Forum des Halles, Paris
Datum: 25.04.12
Zuschauer: etwa 60
Konzertdauer: ungefähr 25 Minuten


Vor ihrem "richtigen" Konzert in der Fléche d'or stand für die umwerfend charmante Irin Lisa Hannigan noch ein Gratis- Showcase im Kulturkaufhaus Fnac auf dem Programm. Gelegenheit für Fans mit kleinem Geldbeutel umsonst in den Genuß von insgesamt fünf Songs zu kommen, die Lisa zusammen mit zwei männlichen Begleitmusikern spielte.

Wenn man denn pünktlich war! Ich Trottel hingegen irrte mindestens 10 Minten lang in dem scheußlichen Shoppin Center des Forum des Halles umher, bevor ich endlich die verfluchte Fnac fand und gerade noch zwei Lieder geboten bekam.

Aber allein für Knots hatte es sich gelohnt. Mit ihrer verrauchten bluesigen Stimme sang sie inbrünstig diese Uptempo-Nummer, die man auch auf ihrem zweiten Album Passenger finden kann.

Wenn ihr wissen wollt, wie das ungefähr klang, bitte sehr:




Setlist Lisa Hannigan, Showcase Fnac:

01: Little Bird
02: Passenger
03: O sleep
04: Knots
05: What'll I do

Konzerttermine Lisa Hannigan:

26.04.2012: Theaterhaus, Stuttgart
28.04.2012: Ampère, München
29.04.2012: Das Bett, Frankfurt
03.05.2012: Bi Nuu, Berlin
04.05.2012: BeatPol, Dresden
06.05.2012: Chaya Fuera, Wien
08.05.2012: Bleu Lézard, Lausanne
10.05.2012: abart, Zürich
11.05.2012: Gebäude 9, Köln


Aus unserem Archiv:

Lisa Hannigan, Paris, 6 & 8.04.12




Sonntag, 25. März 2012

Other Lives, Paris, 23.03.12

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Konzert: Other Lives
Ort: Fnac Ternes, Paris

Datum: 23.03.2012

Zuschauer: um die 100

Konzertdauer: 40-45 Minuten



In der gebotenen Kürze soll an dieser Stelle auf den Showcase der Amerikaner Other Lives im Kulturkaufhaus Fnac in Paris eingegangen werden.

Die Senkrechtstarter der letzten 12 Monate waren sich nicht zu schade, rund 100 Zuschauer umsonst und akustisch zu beglücken, obwohl sie am gleichen Abend eine seit Wochen ausverkaufte Show im Café de la Danse (Kapazität 500 Zuschauer) auf dem Programm stehen hatten. Sie legten sich wirklich ins Zeug und ließen sich auch instrumententechnisch nicht lumpen. Geige, Cello, ein altes Piano, ein Harmonium und noch viel mehr wurde aufgeboten, um die erlesenen Tracks ihres Erfolgsalbums Tamer Animals naturgetreu wiederzugeben. Verblüffend hierbei, wie perfekt die leicht würzige Stimme von Jesse Tabish klang, wie fehlerlos das Cellospiel der süßen Jenny Hsu war und wie harmonisch ingesamt gespielt wurde. Das war wirklich großes Kino für lau und eine beeindruckende Demonstration der Klasse von Other Lives.



Ihre Hits (For 12! Old Statues) reihten sich wie Perlen auf einer Kette aneinander, wobei für mich nach wie vor nichts an die Brillanz von Tamer Animals rankommt. Die Melodie ist einfach unwiderstehlich, der Gesang betörend, die epische Wucht gewaltig.

Gegen Ende erreichte allerdings The Partisan (Leonard Cohen) ebenfalls noch einmal diese Intensität. Mehrere Minuten lang wurde dieser Klassiker ausgekostet, die vielen Songzeilen mit enormen Gefühl vorgetragen, das Tempo an den passende Stellen verschärft, dann aber auch wieder zurückgenommen. Keine Frage, das war famos.


Sogar eine Zugabe gab es noch, allein am Piano von Jesse Tabish vorgetragen, bevor Autogrammjäger sich CDs und Zettel signieren ließen und Erinnungsfotos schoßen.

Setlist Other Lives, Showcase Fnac Ternes, Paris:

01: Old Statues
02: For 12
03: Folk Song
04: Tamer Animals
05: Dust Bowl III
06: The Partisan (Leonard Cohen)

07: Black Tables

Aus unserem Archiv:

Other Lives, Paris, 02.11.11
Other Lives, Paris, 01.09.11

Ausgewählte Konzerttermine Other Lives (+ The Magnetic North)

26.03.2012: Le Romandie, Lausanne
27.03.2012: Brotfabrik, Frankfurt
29.03.2012: Festsaal Kreuzberg, Berlin
30.03.2012: Knust, Hamburg
31.03.2012: Vera, Groningen
01.04.2012: Melkweg, Amsterdam
022.04.2012: Botanique, Brüssel (+ Deer Tick)



Mittwoch, 15. Februar 2012

Django Django, Paris, 14.02.12

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Konzert: Django Django Ort: Forum Fnac, Paris
Datum: 14.02.12, 18 Uhr 45
Zuschauer: etwa 150

Konzertdauer: 15Minuten



Wenn es nach der einflußreichen Pariser Kulturzeitschrift Le Inrockuptibles geht, sind Django Django neben Breton und We Have Band, eine der drei Gruppen, die die britische Musikszene frisch und innovativ halten.

Hatte ich also heute die Retter der englischen Popmusik vor mir? Hmm, schwer zu sagen. Der sehr gut besuchte Showcase, der mit einer Verspätung von über einer halben Stunde über die Bühne ging, dauerte gerade einmal drei Lieder. Lieder, die allerdings Lust auf mehr und neugierig machten. Es wehte ein psychedelischer Wind durch den recht sterilen Konzertraum und die mehrstimmigen Gesänge der vier Burschen aus London klangen wirklich wundervoll. Ich hatte mir Django Django wesentlich elektronischer vorgestellt, aber das hier heute klang eher nach psychedelischem Postfolk als nach Elektro Pop. Das hing sicherlich wesentlich damit zusammen, daß akustisch aufgespielt wurde. Sehr hypnotisch, traumversunken, fast krautrockig das Ganze. Ich fühlte mich ein wenig an Grizzly Bear erinnert, aber auch an Animal Collective, die Beach Boys und die Beta Band. Die genannten Referenzen passten aber nur ungefähr, denn Django Django hatten doch erfreulicherweise viel Eigenständiges zu bieten. Die eher schüchtern wirkenden Typen, die eigentlich aus Schottland stammen, sind veritable Soundtüftler, Nerds, die ihre Tage im Schlafzimmer verbringen, um dort ihre experimentellen Stücke komponieren. Fast zwei Jahre hat es gedauert, bis sie endlich den ersten Longplayer fertig hatten. Den konnte man natürlich auch heute hinterher käuflich erwerben und sich signieren lassen. Für das am Abend stattfindende "richtige" Konzerte in der Boule Noire war allerdings nichts mehr zu machen, komplett ausverkauft.

Wir werden von Django Django noch hören und lesen, dessen bin ich mir sicher. Hoffnunsgvolle Band!

@ Christoph: Hat der Sänger nicht ein sauhäßliches Hemd? Was sagst du als Experte dazu?



Donnerstag, 16. Juni 2011

Anna Calvi, Paris, 15.06.11

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Konzert: Anna Calvi

Ort: La Fnac- Montparnasse (Showcase)
Datum: 15.06.2011
Zuschauer: 200 vielleicht?
Konzertdauer: etwa eine halbe Stunde


"Wer in einem Plattenladen spielt, endet bald im Möbelhaus", hatte dereinst Bloggerfreund Eike vom Klienicum geätzt und für Leute wie Tony Marschall oder Ingrid Peters und den deutschen Musikmarkt mag das zutreffend sein. Was die Britin Anna Calvi anbelangt, kann diesbezüglich Entwarnung gegeben werden. Sie spielte zwar heute in einem Plattenladen in Paris (Kulturkaufhaus wäre für die Fnac das richtigere Wort), landet aber demnächst im überaus angesehenen Olympia und wird dann vor 2500 Leuten und nicht wie heute vor 200 einsamen Seelen auftreten.

Trotzdem fragt man sich: warum macht die das? Ihre Konzerte sind regelmäßig ausverkauft, die Locations werden größer und größer, sie ziert sämtliche Titelblätter aller Musikmagazine und trotzdem stellt sie sich nachmittags um 17 Uhr 30 auf eine improvisierte, nicht sonderlich glamouröse Bühne, um gratis 6 Songs zum Besten zu geben.

Nun ja, uns Zuschauern konnten die Beweggründe egal sein, denn zu meckern gab es heute rein gar nichts. Brillanter, schwerer Rocksound, eine wie aus dem Ei gepellte Anna Calvi, eine Begleitband (Gitarre, Schlagzeug, Harmonium), die ihre Sache tadellos machte und Songs, die schon fast so etwas wie moderne Klassiker sind, obwohl das Debütalbum erst Anfang des Jahres erschienen ist.

Keine Frage, die Calvi ist was Besonderes! Da mag der ein oder andere über den Medienhype um die hübsche Blondine meckern, Fakt ist, daß sowohl ihr Gitarrenspiel, als auch ihre Stimme außerwöhnlich sind. Dabei hatte sie es heute gar nicht so leicht mit dem Gitarrenspiel. Ihr Handgelenk ist verletzt (Sehnenentzündung? Bruch? Keine Ahnung) und deshalb bestellte sie sich einen zusätzlichen Gitarristen auf die Bühne. Aber auch trotz dieses Handicaps ließ sie ihr Können an der Elektrischen aufblitzen. Ihr Riffs kamen messerscharf, punktgenau und schufen eine schwül-sinnliche Atmosphäre wie in einem Roadmovie, das in New Mexcio spielt. Schon das ausgeprägte Instrumentalintro zu Beginn des Showcases hatte es in sich. Geradezu knisternd die Spannung, die da aufgebaut wurde. Der Rest dann knackig und überraschend laut. Kein akustisches Set mit halber Lautstärke wie sonst bei solchen Veranstaltungen üblich, sondern ein richtig rockiges Kurzkonzert wurde einem da geboten. Fans erfeuten sich an Suzanne and I, Blackout, dem Elvis Cover Surrender und den vier weiteren Stücken, darunter die Zugabe Jezebel.

Überragend die Mimik und die Bühnenpräsenz der Calvi. Mit weit aufgerissenem Munde zelebrierte das zierliche Persönchen mit den gefährlich hohen Stöckelschuhen ihre Songs, verlieh innen Feuer und Leidenschaft. Die außerhalb der Bühne so schüchterne Engländerin ist live ein Vulkan, das kann man wirklich so sagen.

Kein Wunder also, daß es prima für sie läuft. Sie ist einfach enorm charismatisch und hat in jeder Hinsicht großes Potential. Ob sie wirklich so überragend gut ist, wie uns die Presse mittels ihrer lobhudelnden Artikel einbläuen will, kann uns deshalb auch egal sein. Lassen wir ihr die Zeit, sich zu entwickeln, schreien wir nicht sofort nach einer neuen PJ Harvey, sondern erfreuen uns einfach an ihrem Talent und ihrer Ausstrahlung.

Nächster Halt: Olympia. Wie ihre großen Vorbilder Edith Piaf Und Jeff Buckley. Wann genau? Keine Ahnung. Bisher wohl nur ein Gerücht, freilich eines mit hoher Prognosesicherheit.

Setlist Anna Calvi, Showcase, Fnac Montparnasse, Paris:
01: Instrumental
02: Suzanne & I
03: Surrender
04: Desire
05: Love Won't Be Leaving

06: Jezebel


Ausgewählte Konzerttermine Anna Calvi (alle Daten findet man hier):

12.06.2011: Festival Art Rock, St Brieuc, Frankreich
25.06.2011: Glastonbury
1.07.2011: Roskilde, Dänemark
2.07.2011: Eurockénnes de Belfort, Frankreich
04.07.2011: Montreux Jazz Festival
17.07.2011: Lattitude Festival
11.08.2011: Haldern Pop Festival
12.08.2011: Brotfabrik, Frankfurt
14.08.2011: Kampnagel, Hamburg
20.08.2011: Frequency Festival, Salzburg
28.08.2011: Festival Rock en Seine bei Paris
05.10.2011: Luxor, Köln
07.10.2011: Heimathafen, Berlin
19.10.2011: Rockhouse, Salzburg
26.10.2011: Backstage,München
27.10.2011:Manufaktur, Schorndorf

Aus unserem Archiv:

Anna Calvi, Paris, 22.06.10



Samstag, 2. April 2011

James Vincent McMorrow, Paris, 02.04.11

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Konzert: James Vincent McMorrow

Ort: Fnac-Montparnasse, Paris
Datum: 02.04.2011: 16 Uhr
Zuschauer: bestimmt 150
Konzertdauer: etwa 25-30 Minuten


Chronique en français en bas de page.


Paris, 2. April 2011, gegen 16 Uhr. Draußen scheint wunderbar die Sonne, die wintergeplagten Pariser frequentieren bei 23 ° Celsius die Straßencafés, aber meine Frau und ich sitzen bei Schummerlicht in einem Kulturkaufhaus namens Fnac. Grund ist der Showcase des Iren James Vincent McMorrow, von dem wundersame Dinge berichtet werden. Er sei der neue Justin Vernon (Bon Iver) und die Chorgesänge seiner Band schöner als jene der Fleet Foxes. Die Marketingmaschinerie ist gut geölt, erst kürzlich hat der Senkrechtstarter auf Anhieb das 600 Leute fassende Café de la Danse ausverkauft. Ich hatte einen Gästelistenplatz für diese Veranstaltung, auf Grund meiner Teilnahme am Festival les femmes s'en mêlent musste ich ihn aber verfallen lassen.

Heute nun die Gelegenheit Verpasstes (?) zumindest halbwegs nachzuholen. Ein Showcase ist kein richtiges Konzert, aber allemal dazu geeignet, sich einen Eindruck zu verschaffen. Und dieser fällt auf Anhieb negativ auf. Schon nach dem ersten Lied blökt mich meine Frau an: "die Stimme nervt total!" Obwohl wir musikalisch nicht unbedingt die gleiche Meinung haben, muss ich ihr recht geben. Was mich vor allem stört, ist, daß James anscheinend krampfhaft versucht, den Falsett-Gesang von Bon Iver zu imitieren. Natürlich und authentisch kommt das für mich nicht rüber und außerdem geht er sogar noch höher in der Tonlage, drückt noch mehr auf die Tränendrüse. Das Ganze wirkt auf mich wie eine Masche, ausgetüftelt von cleveren Marketingstrategen. Ein Geschäftsplan nach dem Motto: Die Leute stehen seit Justin Vernon auf eunuchenhaft hohe Männergesänge voller Wehmut und Weltschmerz? Also geben wir ihnen Nachschub, solange die Nachfrage hoch ist! Musikfans in aller Welt fahren auf harmonische Chorgesänge im Stile der Fleet Foxes ab? Na, dann spingen wir doch gerne auf den fahrenden Zug auf! Bitte sehr, Chöre wie in der Kirche, geboten von James Vincent Mc Morrow und seinen drei Mitstreitern, darunter eine hübsche Blondine!

Es liegt mir fast auf der Zunge, mitten in ein Lied reinzurufen und den Sänger als KT zu beschimpfen. Copy and Paste jetzt also auch in der Musik! Nun gut, neu ist das ja nicht. Ich lasse das also mit dem Reinrufen, KT kennt man ja sicherlich weder in Dublin noch in Paris.

Aber vielleicht sind ja die Texte gut? Schließlich sollte man Singer/Sonwriter nicht nur an der Stimme, sondern auch den Lyrics messen. "I see no joy only danger, I see no joy only strangers", heißt es da gerade in einem Lied (Sparrow And The Wolf). Hmm. Große Dichtkunst ist das ja wohl nicht, James Blunt würde so ähnlich texten. Später heißt es: "they are coming from the woods." (Titel: From The Woods). Noch so ein Klischee, der Mann der aus dem Wald kam, der missverstandene Einsiedler, der auf einem Hochsitz traurige Lieder auf seiner Gitarre kratzt, weil ihn seine Freundin verlassen hat. Gähn!

Und dann klingt der Chorus des vorletzten Stückes auch noch genauso wie bei Mykonos von den Fleet Foxes. Frechheit!

Kurzum: nach nur fünf Lieder habe ich schon die Schnauze voll von James Vincent Mc Morrow und seinem Plagiat. Abgeschrieben, durchgefallen!

Hätten wir uns doch lieber in ein Straßencafé gesetzt!

Pour nos lecteurs français:

Est-ce que Justin Vernon (Bon Iver) et Robin Pecknold (Fleet Foxes) ont déjà déposé une plainte pour plagiat contre l'irlandais James Vincent McMorrow? Voix de fausset haut perchée, harmonies vocales dans la tradition des CSN, ça sent méchamment le copié-collé chez James Vincent. Les environ 150 personnes présentes pour ce showcase à la Fnac Montparnasse et le 600 qui ont fait que son dernier "vrai" concert au Café de la Danse a été complet n'ont pas eu de problèmes avec cette ressemblance pourtant évidente. Ils ont l'air impressionnés par ce chant pénible, forcé et envoutés par ses choeurs, formés de trois musiciens dont une jolie blonde. Après deux morceaux je m'ennuie déja ferme. Pire que ça, je suis énervé. Je suis fan de Bon Iver et des Fleet Foxes et cela m'agace que l'industrie du disque se précipite pour fournir des clones afin d'obtenir une part du gâteau. Trop de commerce tue le commerce. Et ce revival folk commence à devenir malhonnête. D'anciens rockers changent subitement de direction, parce qu'ils remarquent que des groupes folk comme Mumford & Sons, Stornoway, Band Of Horses et Fleet Foxes marchent vachement bien en ce moment. Cela donne envie de détester tous les groupes à chemises a carreaux!!

En ce qui concerne James Vincent McMorrow c'est aussi l'écriture qui est faible et pleine de clichées. L'homme des bois attristé, qui écrit des chansons mélancoliques sur sa guitare dans sa cabane, on connait
déjà cette histoire.

Heureusement que ce showcase durait seulement 30 minutes! L'avant-dernier morceau est le pompon, les choeurs ressemblent trop à ceux entendu dans Mykonos de Fleet Foxes.

Mais peu importe ce que j'en pense, le succès va lui sourire et je suis convaincu qu'il jouera à La Cigale probablement dès cette année.



Dienstag, 22. Februar 2011

Timber Timbre, Paris, 21.02.11

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Konzert: Timber Timbre

Ort: Fnac Montparnasse
Datum: 21.02.2011
Zuschauer: relativ viele
Konzertdauer: 0 Minuten


So etwas nenne ich eine Frechheit! Timber Timbre, das Projekt des Kanadiers Taylor Kirk und seiner zwei Mitstreiter Simon Trottier und Mika Posen sollten heute eigentlich einen Showcase im Kulturkaufhaus Fnac bestreiten, aber anstatt Musik zu spielen, signierten sie nur ein paar doofe CDs. Was will man denn bitte schön mit einem Autogramm von Taylor Kirk anfangen? Und dann durfte man noch nicht einmal Erinnerungsfotos von ihm schießen. Fotografieren verboten. Da sage noch einer, Indiemusiker seien zugängliche, unkomplizierte Leute und nicht so blasiert wie die großen Kommerzbands! Ich erinnere daran, daß Interpol hier vor ein paar Monaten in aller Seelenruhe Autogramme gaben, sich lange mit ihren Fans unterhielten und zigtausend Fotos zuließen.

Warum Timber Timbre nicht gespielt haben? Sie seien müde vom Soundcheck gewesen, den sie in der Maroquinerie absolviert hatten, wo sie am Abend auftraten. Ach Gottchen!



Und Konzertfotografenzar Robert Gil erzählte mir, daß Timber Timbre auch beim richtigen Konzert in der Maroquinerie keinen einzigen Fotografen zuließen. Lächerlich.

Schade, denn die Musik der Kandier ist richtig gut. Das selbstbetitele Album von 2009 ist ein verwunschener, mysteriöser Kracher des Folk/Blues Genres und von dem 2011 er Auswurf Creep On Creepin'On darf man sich sicherlich auch eine Menge erwarten.

Nachtrag: Timber Timbre wurde (wie zuvor schon PJ Harvey )von Arte Liv Web bei der Route du Rock gefilmt. Die Band verweigert die Ausstrahlung. Eine neuerliche Frechheit. Rote Karte!


Sonntag, 14. November 2010

Agnes Obel, Paris, 09.11.10

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Konzert: Agnes Obel

Ort: Fnac Montparnasse, Paris
Datum: 09.11.2010,
Zuschauer: etwa 80 bis 100
Konzertdauer. ungefähr eine halbe Stunde


Agnes Obel hat die schönsten blauen Augen, die man sich nur vorstellen kann! Ich wäre am liebsten in ihnen schwimmen gegangen, so herrlich azurfarben wie sie sind...

Heute hatte ich die Gelegenheit der dänischen Pianistin für ein paar Minuten ganz nahe zu sein. Nach ihrem Showcase im Kulturkaufhaus Fnac nahm sie sich noch Zeit, um mit ihren Fans zu plaudern und CDs zu signieren. Alles war ganz relaxt und angenehm. Und Agnes war erfreulich unkompliziert, nett und herzlich. Das recht strenge Bild, das sie auf manchen Promofotos und beim Performen ihrer Lieder abliefert, ist also nur ein Teil ihrer Persönlichkeit. Der andere Teil lächelt gerne und ist eigentlich sehr locker. Da sie in Berlin lebt, spricht sie auch gut deutsch. In Neukölln wohne sie jetzt, nachdem sie vorher am Prenzlberg war, teilte sie mir mit. Ich musste gestehen, daß ich meine 10 Jahre in Berlin im langweilen Witwenviertel Wilmersdorf verbracht habe, der Nähe zur Fu Berlin wegen.

Das Konzert, das unserer kurzen Unterhaltung vorangegangen war, hatte sich wirklich gelohnt. Zwar fehlte die tolle Cellistin Anne Ostsee, aber Fräulein Obel alleine am Klavier war auch nicht zu verachten. Wer unsere Seite regelmäßiger liest, weiß, daß ich das erste Konzert der Dänin in der Pariser Flèche d'or nicht ganz so überragend fand. Die Rahmenbedingungen waren schwierig, es war heiß, stickig und überfüllt und ich selbst müde und griesgrämig. Inzwischen habe ich die Songs aber ein paar Mal gehört und bin drin in der Materie. Die Stücke gefallen mir jetzt richtig gut. Brother Sparrow und vor allem Riverside gehen mir schon nicht mehr aus dem Ohr. Diese feine Klaviermelodie bei Riverside ist einfach zu einschmeichelnd, als daß man an ihr langfristig vorbeikäme. Und die Stimme von Agnes klingt nach Samt und Seide, ein Genuß! Schade, daß mit dem dramatischen On Powdered Ground dann schon relativ schnell Schluss war. Aber die Künstlerin ist auf Tournee, muss weiterziehen und andere Menschen mit ihrer Musik beglücken...

Setlist Agnes Obel, Showcase Fnac Montparnasse, Paris:

01: Bela
02: Just So
03: Smoke & Mirrors
04: Brother Sparrow
05: Riverside
06: On Powdered Ground

Aus unserem Archiv:

Agnes Obel, Paris, 06.11.2010
Agnes Obel, Paris, 28.10.2010



English review by rockerparis with pics and a video, click!

Videos: Sublimes capatations live d'Agnes Obel (Just So & On Powdered Ground) sur le-hiboo.com. Click!




Dienstag, 23. März 2010

Two Door Cinema Club, Paris, 22.03.10

0 Kommentare

Konzert: Two Door Cinema Club

Ort: Fnac Montparnasse, Paris
Datum: 22.03.2010
Zuschauer: 40-50
Konzertdauer: spärliche 13 Minuten


Man muss schon ein notorischer Nörgler sein, wenn man über das Pariser Konzertangebot lästert. Bereits um 12 Uhr nachmittags gaben Noah & The Whale (in meiner Abwesenheit) ein vierzigminütiges Gratiskonzert bei La Defense und um 15 Uhr 30 ging es in der Fnac Montparnasse weiter. Kein Eintritt, allerdings auch nur gerade einmal 13 Minuten (es gibt Nerds, die so etwas stoppen, ich gehöre nicht dazu, wurde aber anschließend über die Konzertdauer auf die Minute genau unterrichtet) Spielzeit. Etwas dürftig! Aber gut, wir wollten ja nicht nörgeln! Schließlich haben wir eine akustische Kostprobe von der Band der Stunde bekommen. Two Door Cinema Club heißen die jungen Iren (nicht Irren) und die sind in Frankreich zur Zeit in aller Munde. Das liegt sicherlich auch daran, daß sie beim französischen Label Kitsuné unter Vertag stehen und sich schon desöfteren in der Seine Metropole haben blicken lassen. Für mich war es eine Premiere, für meinen Freund Philippe (ein echter Fan!) bereits der fünfte Gig mit den Jungspunden. Was man von den drei Jungs zu hören bekam (zwei Akustikgitarristen & 1 Glöckchenspieler), war durchaus hübsch und launemachend, aber zu wenig aussagekräftig, um sich ein fundiertes Urteil zu bilden. Gesanglich lag das irgendwo zwischen den Maccabees und den Good Shoes und in der elektrischen Variante dürfte man von den genannten Bands auch nicht allzu weit entfernt sein. Nichts weltbewegend Neues bei Two Door Cinema Club also, aber frischer Indie-Pop, der zumindest 2010 auf einigen Ipods landen wird, bevor man 2012 wie die ganzen anderen jungen Bands aus Großbritannien und Irland wieder in der Versenkung verschwinden wird. Nicht, daß ich ihnen das gönnen würde. Von mir aus dürfen sie viel länger bleiben! Bloß kennt- bzw. hört etwa heute noch jemand Musik von The Bravery, den Good Books oder Cajun Dance Party, die bei Plattentests.de als ähnliche Bands aufgelistet werden?

Ausgewählte Konzerttermine von Two Door Cinema Club:

26.03.2010: Paradiso (mit Phoenix)
27.03.2010: AB (mit Phoenix), Brüssel
28.03.2010: Den Atelier (mit Phoenix), Luxemburg
08.04.2010: Gebäude 9, Köln
08.04.2010: Atomic Café, München
09.04.2010: Rosi's, Berlin
10.04.2010: Molotow, Hamburg

Video von Rockerparis (merci!). Two Door Cinema Club performen Undercover Martyn:




Dienstag, 26. Januar 2010

Get Well Soon, Paris, 26.01.10

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Konzert: Get Well Soon

Ort: Fnac, Forum des Halles, Paris
Datum: 26.01.2010

Zuschauer. 40-45

Konzertdauer: etwa 40 Minuten


Landsleute zu Gast in Paris, klar, daß ich da pünktlich auf der Matte stehe!

Zumal, wenn es sich um solch illustre musikalische Gäste wie Konstantin und Verena Gropper handelt, die zusammen mit einem dritten Musiker (Xylophon,Harmonium*) im Kulturkaufhaus Fnac Titel ihres neuen Abums Vexations in einer abgespeckten Version darboten. Als ich eintraf, war Verena noch leger in Jeans beim kurzen Soundcheck, 10 Minuten später kam sie aber mit Pumps und Röckchen zurück und spielte gewohnt virtuos auf ihrer Geige. Zudem sang sie wie eine kleine Operdiva und harmonierte bestens mit ihrem Bruder, der wie immer sonor und eher nüchtern intonierte. Konstantin spielte ausschließlich Akustikgitarre, die mit einem lustigen Foto dekoriert war. Fans von Get Well Soon kennen ja bereits die legendären Buttons, z.B. das mit dem Bambi, aber das Teil mit der herzhaft lachenden Frau und dem extrem süßen kleinen Löwen war mir neu. Ebenfalls neu natürlich die allermeisten Lieder des akustischen Sets, obwohl mit Teenage FBI und Christmas in Adventure Parks sogar zwei altbekannte Songs dabei waren. Aber was ist jetzt von dem Material von Vexations zu halten? Wie ist mein erster Eindruck? -Nun, wie nicht anders zu erwarten sehr positiv! Zwar bin ich sicher, daß sich die komplexen Kompositionen des Herrn Gropper erst beim x-ten Hördurchgang so richtig tief in die Ohrmuschel einnisten, aber bereits jetzt wußten sie durch die bewährten Get Well Soonschen Zutaten zu gefallen. Die herzerweichende Melancholie ist geblieben, ebenso die aufwändigen, dramatischen Arrangements (die man heute in der akustischen Dreierformation natürlich nur erahnen konnte) und auch den düsteren Texten ist man treu geblieben.

Werner Herzog Gets Shot ragte auf Anhieb heraus. Allein schon der Titel! Warum bloß soll der Filmemacher Werner Herzog erschossen werden? Von dem jähzornigen Klaus Kinksi, den er besonders schätzte? Wohl kaum, der beißt schließlich schon seit Jahren die Radieschen von unten an. Musikfans, die schon die einschlägigen Rezensionen in Magazinen und Blogs gelesen haben, wissen sicherlich worum es da genau geht, ich als unbeleckt in dieses Konzert gehender Mensch allerdings nicht. Ich möchte mir schließlich mein eigenes Bild machen und pflege für gewöhnlich erst nach den Konzerten andere Quellen hinzuzuziehen. Mein Urteilsvermögen möchte ich mir nicht verwässern, weder durch gute noch durch schlechte Kritiken. Werner Herzog Gets Shot war jedenfalls auch musikalisch gelugen, denn Verena sang hierbei besonders schön und die zarte Melacholie war überaus anziehend.

Auch toll: A Voice in The Louvre, ein Lied über Paris (logisch), wie Konstantin schmunzelnd erklärte und vor allem Angry Young Man, ein Uptempo- Song, bei dem der Mannheimer beherzt in die Saiten griff und Verena mich ganz schwindelig fiedelte. Würde mich nicht wundern, wenn Angry Young Man eines der Kernstücke der aktuellen Vexation Tour werden würde, denn viel schöner kann man das kaum hinkriegen! Ein Seelentröster par excellence, von Konstantin und Verena absolut harmonisch vorgetragen.

Insgesamt ein prima Konzert, auch wenn es spannendere Locations als ein Kulturkaufhaus gibt. Aber egal, im März wird ja in Paris die Cigale bespielt. Eine kleine Sensation für eine deutsche Band!



Setlist Get Well Soon, Fnac Forum des Halles, Paris:

01: Seneca's Silence
02: Christmas In Adventure Parks
03: Werner Herzog Gets Shot
04: Voice In The Louvre
05: Teenage FBI
06: A Burial At Sea
07: Angry Young Man

Pour nos lecteurs français:


Mon compatriote Konstantin Gropper alias Get Well Soon devient de plus en plus connu, même en France. Ce jeune prodige berlinois vient de publier son deuxième album Vexations et se déplace à Paris pour présenter les nouveaux titres de cet opus avec sa soeur violiniste Verena Gropper et un troisième musicien au xylophone et harmonium. Normalement ils sont 7 sur scène explique Konstantin en souriant et précise que la scène de la fnac et bien trop petite pour mettre autant de musiciens. Mais à trois ils se debrouillent merveilleusement bien et rechauffent les coeurs d'environ 40 fans presents ce jour-là par des morceaux pleins de douce mélancolie, d'émotion et de drame. Les chansons de Get Well Soon sont connues pour leurs orchestrations opulentes et complexes, mais aujourd'hui les trois musiciens prouvent que même en version accoustique ces titres ne perdent rien, au contraire! Mis à nu c'est peut-être encore plus touchant et en plus les voix des Gropper harmonisent parfaitement bien ensemble. Elle avec une voix quasiment d'opéra lui sonore et envoûtant rappelant une jeune version de Nick Cave. Parmi les morceaux joués se distinguent Werner Herzog Gets Shot, Voici In The Louvre (une chanson sur Paris, expliqua Konstantin) et surtout Angry Young Man. Ce dernier est le morceau le plus direct, rapide et rock de ce set et va sûrement être l'une des meilleures chansons de l'année!

Dommage que les musiciens n'aient pas eu le courage de chanter en français La Chanson d'Hélène, un morceau jadis interprété par Romy Schneider (elle aussi avait un petit accent!). Mais bon, jusqu'a leur concert à la Cigale ils ont encore le temps d'aprendre les paroles par coeur et de bosser l'accent.

Bien sûr je répondrai present à la Cigale, ce sera un concert à ne manquer sous aucun prétexte et la belle trompette sera également de retour!



- Wer wissen möchte, wie sich die neuen Stücke in dieser akustischen Version anhören (toll natürlich!), sollte sich die Videos ansehen, die im Dussmann Kulturkaufhaus in Berlin aufgenommen wurden:

- A Burial At Sea
- Seneca's Silence
- La Chanson d'Hélène

* Harmonium? Was is'n das? Nun, ich bin alles andere als Experte für Musikinstrumente, aber ich habe ein solches Teil schon einmal bei Farewell Poetry und auch bei Chris Garneau gesehen. Es gibt da verschiedene Modelle in sehr unterschiedlichen Größen. Das heute hatte wie bei Chris Garneau Tasten und eine Seite, die wie ein Blasebalg beschaffen war. Es ist einem Akordeon in vielerlei Hinsicht ähnlich. Am besten mal bei Wikipedia nachlesen. Klick!


Aus unserem Archiv:

Get Well Soon, Wiesbaden, 22.08.09
Get Well Soon, Bonn, 04.07.09
Get Well Soon, Paris, 06.05.09
Get Well Soon, Nijmegen, 25.04.09
Get Well Soon, Paris, 14.10.08
Get Well Soon, Wiesbaden, 30.08.08
Get Well Soon, Melt!, 20.07.08
Get Well Soon, Evreux, 28.06.08
Get Well Soon, Frankfurt, 15.04.08
Get Well Soon, Köln, 09.04.08
Get Well Soon, Berlin, 21.09.07
Get Well Soon, Haldern, 02.08.07



Donnerstag, 5. November 2009

Bad Lieutenant, Paris, 04.11.09

3 Kommentare

Konzert: Bad Lieutenant

Ort: Forum Fnac Montparnasse, Paris
Datum: 04.11.09
Zuschauer: recht großer Andrang
Konzertdauer: 15 Minuten



"Fängt man in der Fnac an, endet man wie Roberto Blanco im Kaufhof", hatte Eike einst geätzt, als ich über Mareva Galanter geschrieben hatte.

Mag teilweise stimmen, aber heute musste der Satz richtigerweise lauten: "Fängt man nachmittgas in der Fnac an, endet man abends im legendären Pariser Olympia! Jawohl! Vorraussetzung ist natürlich, daß man Bernard Sumner heißt, mal in der besten Band aller Zeiten namens Joy Division gespielt hat (Fans der allerersten Stunde nennen immer noch den Vorläufer Warsaw) und mit New Order nicht nur mainstreamtechnisch viel bekannter geworden ist, sondern auch ordentlich Kohle gemacht hat.

Nun also sein neues Projekt Bad Lieutenant. Umringt von zwei Akustikgitarristen (Phil Cunningham, Jake Evans) betritt der alternde Indiestar die Bühne und setzt sich auf sein Stühlchen. Er trägt Brille, kurze Haare und Gesundheitsschuhe. Nie würde man ihn für eine Ikone der Postpunk Ära halten, wenn man es nicht genauer wüsste! Er sieht aus wie der Herr Kaiser und könnte einem sicher nicht nur eine Versicherung verkaufen. So vertauenswürdig und gutherzig wie er erscheint, würde man ihm sogar sein Geld anvertrauen, damit er es in Lehman-Brothers Zertifikaten anlegt. Oder so.

Dabei hat er jahrelang mit dem besessenen Ian Curtis zusammengespielt, ihn permanent gesehen. Unglaublich! Wenn er seine Memoiren schreibt und über Ian auspackt, könnte er sicher eine hübsche Stange Geld verdienen. Aber ich vermute, Fragen zu Hern Curtis nerven ihn gewaltig. Wenn er in Interviews gelöchert wird, wie die ganze Bandgeschichte verlaufen wäre, wenn Ian nicht Selbstmord begangen hätte, antwortet er immer nur, daß Ian krank war und eh nicht mehr lange hätte weitermachen können. Aber er, der Bernardo, ist immer noch im Geschäft! New Order ist abgewickelt, aber er macht munter weiter. Gut so! Sein kurzes Konzert war nämlich unglaublich charmant und berauschend. Ich habe jede einzelne Sekunde in vollen Zügen genossen und mit leuchtenden Augen meinem Helden aus Jugendtagen zugesehen. True Faith von New Order war damals eines meiner Lieblingslieder und auch in meiner Studentenzeit habe ich noch sehr gerne New Order gehört (stimmt's Cecile?). Seit ein paar Jahren habe ich die Band aber nicht mehr weiterverfolgt. Die letzten regulären Alben (vor den ganzen Deluxe Reeditionen) waren mir regelrecht schnuppe. Und dann heute solch ein Flashback! Kaum zu glauben, mir zitterten regelrecht die Knie, als ich Sumner singen hörte. Gespielt wurden zwei Tracks von Bad Lieutenant (auf jeden Fall das tolle Sink Or Swim und zu 90 % sicher Dynamo) und... Bizarre Love Triangle! Eine Sensation! Nie hätte ich gedacht, heute etwas von New Order zu hören zu bekommen! "Every time I see you falling, I get down on my knies and pray, I'm waiting for that final moment you'll say the words that I can't say", ich sang die Zeilen still und andächtig mit. Eine Mitdreißigern in der ersten Reihe war derartig gerührt, daß ihr Tränen die Wange runterkullerten. Ich konnte ihr gut nachempfinden, denn diesen Song in einer herrlichen Akustikversion zu hören, war einfach ergreifend. Bernard gab sich richtig Mühe, hing sich rein und man merkte, daß in ihm wieder viele Erinnerungen hochkamen.

Dann war aber leider abrupt Schluß, schließlich mussten die drei Jungs zu ihrem Konzert im Olympia. Trotzdem gaben sie noch geduldig Autogramme, ließen sich ablichten und waren sehr bescheiden und höflich. Bernard ist ein Gentlemen , soviel steht fest. Er hat von einem Fan eine Flasche Rotwein bekommen und bedankte sich aufrichtig und mit einem Strahlen im Gesicht. Schön!


Und morgen berichte ich dann vom "richtigen" Konzert im Olympia. Natürlich war es großartig und erneut wurden drei Titel von New Order geboten!

Setlist Bad Lieutenant, Olympia, Paris:

01: This Is Home
02: Summer Days
03: Ceremony (New Order)
04: Sink Or Swim
05: Shine Like The Sun
06: Phoisonous Intent
07: Crystal (New Order)
08: Twist Of Fate
09: Tighten Up (Electronic)
10: Out Of Control (Sumner/ Chemical Brothers)
11: Temptation (New Order)

- saucool: Bizarre Love Triangle, New Order, live Fanc Montparnasse Paris. Klick!
- Die besten Fotos von diesem Showcase gibt es auf dem Fotoblog meiner Freundin Michaela. Sie ist Profi. Hier!
- Rockerparis war auch dabei. Hier sein englischer Bericht.



Donnerstag, 11. Juni 2009

And Also The Trees, Paris, 10.06.09

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Konzert: And Also The Trees

Ort: Fnac Forum des Halles, Showcase Acoustique
Datum: 10.06.09
Zuschauer: hmm, 40-50 vielleicht
Konzertdauer: 25 -30 Minuten



"Von And Also The Trees braucht man alle CDs" sagte die wunderbare kanadische Folksängerin Ora Cogan euphorisch, als nach ihrem Konzert vor ein paar Wochen im Mains D'Oeuvres das Thema auf die Kultband aus England kam. Stimmt natürlich und der umfangreichen Diskografie wurde nun ein weiteres Kapitel hinzugefügt, denn die Perlen, der seit den späten 70ern aktiven Band, (man sieht ihnen das äußerlich überhaupt nicht an!) wurden in Akustikversionen auf Tonträger (Titel : When The Rains Come) gebannt und davon gab es heute in einem Showcase Kostproben zu naschen. Prima war das!

Morgen mehr Details und die Fotos!

Setlist And Also The Trees, Fnac Forum Des Halles, Paris

o1. Stay Away From The Accordion Girl
02: There Was A Man Of Double Deed
03: Candace
04: Jacob Fleet
05: Fighting In A Lighthouse
06: Mermen Of The Lea
07: A Room Lives In Lucy
08: Virus Meadow




Dienstag, 3. März 2009

Loney Dear, Paris, 03.03.09

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Konzert: Loney, Dear

Ort: Showcase Fnac, Forum Des Halles, Paris
Datum: 03.03.2009
Zuschauer: Hmm, vielleicht 60?
Konzertdauer: ca. 40 Minuten



"Wann ist denn dieses Foto (die linke Aufnahme) entstanden?", fragte ich völlig überrascht meine Flickr- Freundin Kirstie (aka kirstiecat, eine famose Fotografin!), als ich ich in ihrem Stream Bilder von Emil "Loney Dear" Svanängen sah, auf denen der blonde schwedische Sänger seine hübsche Akustikgitarre auf einer Konzertbühne in Chicago schwang.

Ich ging davon aus, daß Kirstie ältere Fotos von Loney, Dear hochgeladen hatte, die sie zuvor aus Zeitmangel noch nicht bearbeiten konnte. Aber ich irrte, die Pics waren nagelneu, enstanden am 01. März in der Schubas Tavern für eine Session des Radio Free Chicago! Ich konnte das kaum fassen, denn ich wußte ja, daß Emil heute und morgen in Paris aufreten sollte. Ein hartes Geschäft, diese Musikindustrie, auch und gerade für Indiekünstler auf dem aufsteigenden Ast, wie Loney Dear. Ohne weltweite Promo läuft gar nichts, schon gar nicht in Zeiten der Krise der Musikindustrie im Speziellen und der Wirtschaftskrise im Allgemeinen.

"Wir sind heute morgen noch in Chicago gewesen und jetzt stehen wir hier in Paris in einem CD Laden. Ich glaube ich habe seit ca. 30 Stunden nicht mehr geschlafen und so fühle ich mich auch. Aber es ist trotzdem großartig hier zu sein und für euch zu spielen!"

Die Freude war ganz auf der Seite des Publikums, denn man merkte Emil, der mit einer vierköpfigen Band (ohne ihn mitzurechnen) gekommen war, die ihn an Bass, Keyboard, elektrischer Gitarre und Schlagzeug tatkräftig unterstützte, trotz der Strapazen an, daß er mit Freude und Leidenschaft bei der Sache war. Sobald er sich seinen melancholischen und wundervollen Liedern hingibt, ist er sowieso wie in Trance. Dann strahlen seine blauen Augen und er sieht aus wie ein kleiner Junge, der von seiner Mutter einen Marmorkuchen gebacken bekommen hat. Er steigert sich quasi in einen Rausch aus nanana - Singalongs und greint dazu, daß es einem durch Mark und Bein geht! Seine CDs sind toll, keine Frage, aber live bekommt die ganze Sache noch einmal eine ganz andere Dimension. Man spürt fast körperlich, wie er in seinen Liedern alle Emotionen, die der Mensch so kennt, durchmacht. Er greint, flüstert, wimmert, weint, lacht, wird nostalgisch oder heiter, je nachdem, welches Stück gerade gespielt wird. Der Jetlag ist dann auch schnell vergessen, zumindest wenn man Emil heißt. Sein Schlagzeuger hatte es hingegen schon deutlich schwerer seine Äuglein offen zu halten, bei einem ruhigeren Lied sind ihm sogar glatt die Lider runtergefallen. Sekundenschlaf nennt man so etwas, aber für einen Musiker ist das zum Glück weniger gefährlich als für Autofahrer...

"Irgendwie fühle ich mich hier gar nicht wie bei einem normalen Konzert," sagte Emil plötzlich. "Ihr sitzt alle auf dem Boden, das kommt mir hier alles wie auf einem Pfadfinderlager vor. Nun, ja, ist auch schön! Und danke, daß ihr nach einem sicherlich harten Tag gekommen seit, um einem Mann aus einem kleinen und unbedeutenden nordeuropäischen Land zuzuhören.

Wenig später reichte ihm das Zuhören aber nicht mehr aus, der schwedische Singer/Songwriter wollte, daß das Publikum zu dem alten Klassiker The Meter Marks OK mitsingt, oder zumindest ein wenig mitsummt, auch wenn er verstehen könne, "daß man dafür nachmittags in einem Laden der Fnac nicht unbedingt in Stimmung sei"...

Diesem älteren Stück von Loney, Noir waren etliche neue Songs vom Neuling Dear John vorangegangen, die deutlich stärker instrumentiert und wuchtiger waren, als Sachen aus dem Backkatalog. Hervorzuheben natürlich die aktuelle Single Airport Surroundings, die temporeich, aber trotzdem ähnlich melancholisch ist, wie die Sachen die wir bisher kennen und lieben. An Seele oder Charme eingebüßt hat die Musik von Loney, Dear deshalb trotzdem nicht, denn im Mittelpunkt bleibt nach wie vor seine markante Falsett-Stimme und die allgegenwärtigen nanana - Passagen. Aber es gibt auch auffällige Neuerungen. So spielte Emil heute zum ersten Mal in meiner Gegenwart live Keyboard und zwar beim Stück Under A Silent Sea, das genauso wie der Opener I Was Only Going Out, Everything Turns To You und das abschließende und sehr gelungene Violent auf dem im März erscheinenden Opus Dear John zu finden sein wird. Darauf darf man sich als Fan sehr freuen, die heutigen Hörproben waren jedenfalls sehr vielversprechend!

Und Loney Dear wird sowieso immer einen Platz in der ersten Reihe auf dem Konzerttagebuch einnehmen! Wir verfolgen seinen Werdegang schon seit einer Weile sehr interessiert und spätestens wenn er wieder beim Haldern Pop Festival auftritt, kleben wir wieder an seinen Fersen. Ach, was sage ich da! Solange können wir natürlich nicht warten! Nächstes Date mit Emil: 22. April im Pariser Point Ephémère.

Ausgewählte Konzerttermine von Loney, Dear:

08.04.2009: Uebel & Gefährlich, Hamburg
09.04.2009: Knaack, Berlin
21.04. 2009: Botanique, Brüssel

Setlist Loney, Dear, :

01: I Was Only Going Out
02: Everything Turns To You
03: Airport Suuroundings
04: Under A Silent Sea
05: The Meter Marks OK
06: I Love You (In With The Arms)
07: Violent

Pour nos lecteurs français:

Le talentueux suédois Emil Svanängen alias Loney, Dear venait à Paris tout droit de Chicago. Accompagné d'un vrai groupe, il avait vraiment une dure journée derrière lui:

"We (the band) started our day in Chicago and I haven't slept for about 30 (!) hours or something, but it's nice to play for you here in Paris" le singer/sonwriter attachant expliquait entre deux morceaux. Des morceaux sublimes qui venaient d'ailleurs dans la majorité de son nouvel album Dear John, dans les bac le 9 mars. Le son y est un peu plus musclé qu'auparavant, mais sans perdre l'âme et cette douce mélancholie si charactéristique pour les gens qui viennent du nord et qui ont besoin de composer des belles chansons pour se chauffer le coeur pendant les longs nuits d'hiver...

Emil s'impliquait vraiment beaucoup, malgré la fatigue évidente. Il mettait du coeur dans ses titres comme p.ex. le nouveau single Airport Surroundings (un tube!) ou le tout dernier morceau Violent, (son titre favori comme il disait lui même) qui va également figurer sur l'album Dear John.

Mais il y avait aussi 2 classiques, dont la chanson The Meter Marks OK (tiré de l'album Loney, Noire) ou Emil demandait même au public de participer et de chanter avec lui (sans grand succès d'ailleurs).

Un très bon Showcase donc et l'album à venir promet des belles choses!

Aus unserem Archiv:

- Loney Dear im Pariser Motel
- in Haldern 2008
- Loney Dear in Frankfurt, Mai 2008
- Loney Dear Im Olympia beim Pariser Festival des Inrocks
- in Haldern 2007
- In der Pariser Boule Noire 2007

- Videoclip der neuen Single Airport Surroundings
- Thanks for the brilliant first photo to Kirstiecat. Your are simply the best, Kirstie!

Nachtrag:

Loney, Dear stand einen Tag später erneut auf einer Pariser Konzertbühne, leider in meiner Abwesenheit (schluchz!). Beim Radiosender France Inter spielte er eine sog. Black Session und mein französischer Freund Philippe war dabei. Es muss toll gewesen sein (Stammgäste reden von einer der besten Sessions überhaupt!) und am Ende gab es sogar Standing Ovations und Zugaben, was bei France Inter nicht selbstverständlich ist.

Setlist Loney, Dear, Blacksession France Inter, Paris (Merci mille fois à Philippe!):


01: I was only going out
02: Everything turns to you
03: Airport surroundings
04: Under a silent sea
05: Saturday waits
06: The meter marks ok
07: Harsh words
08: I am John
09: Carrying a stone
10: In with the arms (I love you)
11: Violent
12: Won't you do

Nach der offiziellen Sendezeit:

13: Your time is to come
14: Sinister in a state of hope

15: Shivering Green (Z)

- English Review and a video on Rockerparis, click!

Das Ende der Session im Video klick!, merci à Rockerparis, bon boulot!






 

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