Dienstag, 3. März 2009

Loney Dear, Paris, 03.03.09


Konzert: Loney, Dear

Ort: Showcase Fnac, Forum Des Halles, Paris
Datum: 03.03.2009
Zuschauer: Hmm, vielleicht 60?
Konzertdauer: ca. 40 Minuten



"Wann ist denn dieses Foto (die linke Aufnahme) entstanden?", fragte ich völlig überrascht meine Flickr- Freundin Kirstie (aka kirstiecat, eine famose Fotografin!), als ich ich in ihrem Stream Bilder von Emil "Loney Dear" Svanängen sah, auf denen der blonde schwedische Sänger seine hübsche Akustikgitarre auf einer Konzertbühne in Chicago schwang.

Ich ging davon aus, daß Kirstie ältere Fotos von Loney, Dear hochgeladen hatte, die sie zuvor aus Zeitmangel noch nicht bearbeiten konnte. Aber ich irrte, die Pics waren nagelneu, enstanden am 01. März in der Schubas Tavern für eine Session des Radio Free Chicago! Ich konnte das kaum fassen, denn ich wußte ja, daß Emil heute und morgen in Paris aufreten sollte. Ein hartes Geschäft, diese Musikindustrie, auch und gerade für Indiekünstler auf dem aufsteigenden Ast, wie Loney Dear. Ohne weltweite Promo läuft gar nichts, schon gar nicht in Zeiten der Krise der Musikindustrie im Speziellen und der Wirtschaftskrise im Allgemeinen.

"Wir sind heute morgen noch in Chicago gewesen und jetzt stehen wir hier in Paris in einem CD Laden. Ich glaube ich habe seit ca. 30 Stunden nicht mehr geschlafen und so fühle ich mich auch. Aber es ist trotzdem großartig hier zu sein und für euch zu spielen!"

Die Freude war ganz auf der Seite des Publikums, denn man merkte Emil, der mit einer vierköpfigen Band (ohne ihn mitzurechnen) gekommen war, die ihn an Bass, Keyboard, elektrischer Gitarre und Schlagzeug tatkräftig unterstützte, trotz der Strapazen an, daß er mit Freude und Leidenschaft bei der Sache war. Sobald er sich seinen melancholischen und wundervollen Liedern hingibt, ist er sowieso wie in Trance. Dann strahlen seine blauen Augen und er sieht aus wie ein kleiner Junge, der von seiner Mutter einen Marmorkuchen gebacken bekommen hat. Er steigert sich quasi in einen Rausch aus nanana - Singalongs und greint dazu, daß es einem durch Mark und Bein geht! Seine CDs sind toll, keine Frage, aber live bekommt die ganze Sache noch einmal eine ganz andere Dimension. Man spürt fast körperlich, wie er in seinen Liedern alle Emotionen, die der Mensch so kennt, durchmacht. Er greint, flüstert, wimmert, weint, lacht, wird nostalgisch oder heiter, je nachdem, welches Stück gerade gespielt wird. Der Jetlag ist dann auch schnell vergessen, zumindest wenn man Emil heißt. Sein Schlagzeuger hatte es hingegen schon deutlich schwerer seine Äuglein offen zu halten, bei einem ruhigeren Lied sind ihm sogar glatt die Lider runtergefallen. Sekundenschlaf nennt man so etwas, aber für einen Musiker ist das zum Glück weniger gefährlich als für Autofahrer...

"Irgendwie fühle ich mich hier gar nicht wie bei einem normalen Konzert," sagte Emil plötzlich. "Ihr sitzt alle auf dem Boden, das kommt mir hier alles wie auf einem Pfadfinderlager vor. Nun, ja, ist auch schön! Und danke, daß ihr nach einem sicherlich harten Tag gekommen seit, um einem Mann aus einem kleinen und unbedeutenden nordeuropäischen Land zuzuhören.

Wenig später reichte ihm das Zuhören aber nicht mehr aus, der schwedische Singer/Songwriter wollte, daß das Publikum zu dem alten Klassiker The Meter Marks OK mitsingt, oder zumindest ein wenig mitsummt, auch wenn er verstehen könne, "daß man dafür nachmittags in einem Laden der Fnac nicht unbedingt in Stimmung sei"...

Diesem älteren Stück von Loney, Noir waren etliche neue Songs vom Neuling Dear John vorangegangen, die deutlich stärker instrumentiert und wuchtiger waren, als Sachen aus dem Backkatalog. Hervorzuheben natürlich die aktuelle Single Airport Surroundings, die temporeich, aber trotzdem ähnlich melancholisch ist, wie die Sachen die wir bisher kennen und lieben. An Seele oder Charme eingebüßt hat die Musik von Loney, Dear deshalb trotzdem nicht, denn im Mittelpunkt bleibt nach wie vor seine markante Falsett-Stimme und die allgegenwärtigen nanana - Passagen. Aber es gibt auch auffällige Neuerungen. So spielte Emil heute zum ersten Mal in meiner Gegenwart live Keyboard und zwar beim Stück Under A Silent Sea, das genauso wie der Opener I Was Only Going Out, Everything Turns To You und das abschließende und sehr gelungene Violent auf dem im März erscheinenden Opus Dear John zu finden sein wird. Darauf darf man sich als Fan sehr freuen, die heutigen Hörproben waren jedenfalls sehr vielversprechend!

Und Loney Dear wird sowieso immer einen Platz in der ersten Reihe auf dem Konzerttagebuch einnehmen! Wir verfolgen seinen Werdegang schon seit einer Weile sehr interessiert und spätestens wenn er wieder beim Haldern Pop Festival auftritt, kleben wir wieder an seinen Fersen. Ach, was sage ich da! Solange können wir natürlich nicht warten! Nächstes Date mit Emil: 22. April im Pariser Point Ephémère.

Ausgewählte Konzerttermine von Loney, Dear:

08.04.2009: Uebel & Gefährlich, Hamburg
09.04.2009: Knaack, Berlin
21.04. 2009: Botanique, Brüssel

Setlist Loney, Dear, :

01: I Was Only Going Out
02: Everything Turns To You
03: Airport Suuroundings
04: Under A Silent Sea
05: The Meter Marks OK
06: I Love You (In With The Arms)
07: Violent

Pour nos lecteurs français:

Le talentueux suédois Emil Svanängen alias Loney, Dear venait à Paris tout droit de Chicago. Accompagné d'un vrai groupe, il avait vraiment une dure journée derrière lui:

"We (the band) started our day in Chicago and I haven't slept for about 30 (!) hours or something, but it's nice to play for you here in Paris" le singer/sonwriter attachant expliquait entre deux morceaux. Des morceaux sublimes qui venaient d'ailleurs dans la majorité de son nouvel album Dear John, dans les bac le 9 mars. Le son y est un peu plus musclé qu'auparavant, mais sans perdre l'âme et cette douce mélancholie si charactéristique pour les gens qui viennent du nord et qui ont besoin de composer des belles chansons pour se chauffer le coeur pendant les longs nuits d'hiver...

Emil s'impliquait vraiment beaucoup, malgré la fatigue évidente. Il mettait du coeur dans ses titres comme p.ex. le nouveau single Airport Surroundings (un tube!) ou le tout dernier morceau Violent, (son titre favori comme il disait lui même) qui va également figurer sur l'album Dear John.

Mais il y avait aussi 2 classiques, dont la chanson The Meter Marks OK (tiré de l'album Loney, Noire) ou Emil demandait même au public de participer et de chanter avec lui (sans grand succès d'ailleurs).

Un très bon Showcase donc et l'album à venir promet des belles choses!

Aus unserem Archiv:

- Loney Dear im Pariser Motel
- in Haldern 2008
- Loney Dear in Frankfurt, Mai 2008
- Loney Dear Im Olympia beim Pariser Festival des Inrocks
- in Haldern 2007
- In der Pariser Boule Noire 2007

- Videoclip der neuen Single Airport Surroundings
- Thanks for the brilliant first photo to Kirstiecat. Your are simply the best, Kirstie!

Nachtrag:

Loney, Dear stand einen Tag später erneut auf einer Pariser Konzertbühne, leider in meiner Abwesenheit (schluchz!). Beim Radiosender France Inter spielte er eine sog. Black Session und mein französischer Freund Philippe war dabei. Es muss toll gewesen sein (Stammgäste reden von einer der besten Sessions überhaupt!) und am Ende gab es sogar Standing Ovations und Zugaben, was bei France Inter nicht selbstverständlich ist.

Setlist Loney, Dear, Blacksession France Inter, Paris (Merci mille fois à Philippe!):


01: I was only going out
02: Everything turns to you
03: Airport surroundings
04: Under a silent sea
05: Saturday waits
06: The meter marks ok
07: Harsh words
08: I am John
09: Carrying a stone
10: In with the arms (I love you)
11: Violent
12: Won't you do

Nach der offiziellen Sendezeit:

13: Your time is to come
14: Sinister in a state of hope

15: Shivering Green (Z)

- English Review and a video on Rockerparis, click!

Das Ende der Session im Video klick!, merci à Rockerparis, bon boulot!






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