Samstag, 9. August 2008

Loney, Dear, Haldern Festival, 08.08.08


Konzert: Loney, Dear
Ort: Spiegelzelt des Haldern Pop Festivals
Datum: 08.08.08
Zuschauer: viele
Konzertdauer: ca. 45 -50 Minuten


Gegen starke Konkurrenz trat der semmelblonde Schwede Emil Svanängen aka Loney, Dear beim diesjährigen Haldern-Festival an, denn auf der Hauptbühne waren die Editors mit ihrem Programm noch nicht durch.

Letztes Jahr standen Emil und seine Band selbst noch auf der Mainstage, aber das war nachmittags, also zu einer Uhrzeit die Künstler nicht sonderlich schätzen. Heute konnte man Loney, Dear jedoch im schmucken Spiegelzelt zu vorgerückter Stunde verfolgen und das war alles andere als zum Einschlafen! Die Ansetzung bezüglich Uhrzeit und Location war einfach perfekt gewählt!

Wer den skandinavischen Songwriter noch nicht kennt: Loney, Dear, das heißt ganz viel Leidenschaft, Gefühl und Herzblut, aber auch Mit- Singen, -Klatschen und -Summen. Der Mitsingteil beschränkt sich dabei in der Regel auf das Anstimmen von „lalala", „nanana", oder dadada"-Passagen, so dass das Publikum auch ohne besonders textsicher zu sein, aktiv teilnehmen kann. Konzerte von Loney, Dear bedeuten aber auch immer leuchtende Augen, eine feierliche, aber dennoch ausgelassene Stimmung und die massenhafte Ausschüttung von Glückshormonen. Man muss dem Mann mit den stahlblauen Augen nur einmal zusehen, wie er mit Inbrunst Gitarre spielt und seine sanft melancholischen Hits abfeuert, um zu wissen, wovon ich rede. Er singt sich regelmäßig in einen rauschähnlichen Zustand und reißt mit seiner Leidenschaft und seinem schelmenhaften Charme auch noch den müdesten Zuschauer mit. Und dann erst seine Keyboard und Tambourine spielende Freundin!

Die leicht schüchtern wirkende Dame singt mit soviel Liebe in den Augen, dass es einem manchmal Stiche ins Herz versetzt, wenn man sie beim Schmachten beobachtet! Mit jedem angestimmten Song wird sie etwas forscher und leidenschaftlicher, bis man irgendwann das Gefühl hat, sie würde vollends auftauen und ihre Scheu gänzlich ablegen. Und wenn sie lächelt geht die Sonne auf!

Natürlich gibt es auch noch die drei anderen Musiker, den Pianisten, den Bassisten und den bärtigen Drummer, die ebenfalls zum Gelingen der Show beitragen, aber im Mittelpunkt stehen immer Emil und seine Herzdame.

Wie ein Komet ist der leicht pummelige Schwede letztes Jahr aufgestiegen und hat sich von einem Insidertip zu einer festen und verlässlichen Festivalgröße hervorgearbeitet, gerade in Haldern. Hier am Niederrhein spielte er nicht nur die beiden offiziellen Festivaltermine 2007 und 2008, sondern auch im Rahmen der vorbereitenden Minitournee zusammen mit Künstlern wie Patrick Watson (2007) und Soko (2008). Man kennt ihn hier also, den Emil.

Und Deutsch hat er auch ein wenig gelernt, obwohl er sich sympathisch dafür entschuldigte, dass er vieles vergessen habe. Zumindest konnte er aber dem angetanen Publikum den Wunsch verständlich machen, zusammen mit ihm zu singen, natürlich (was auch sonst?) eine dadada, bzw. lalala- Passage... So schwelgten, tanzten und summten dann jene glücklichen Festivalgäste, die es bis ins Zelt geschafft hatten , zu melancholischen Schmachtsongs wie „Saturday Waits", „ I Am John", oder dem walzerähnlichen „Warm, Dark, Comforting Night".Die Begeisterung war am Ende sogar so groß, dass die Band noch eine Zugabe geben musste, die sie zur Freude aller Anwesenden mit dem „Nanana-Song", „Ignorant Boy, Beautiful Girl" bestritt, der auf dem alten, aber inzwischen neu aufgelegten Album „Citadel Band" zu finden ist.

Ein wundervolles und begeisterndes Konzert!

Setlist Loney, Dear, Haldern Pop Festival:

01: ?
02: Saturday Waits
03: Everything
04: I Am John
05: Warm, Dark, Comforting Night
06: Carrying A Stone
07: The City, The Airport
08: The Meter Marks O.K.
09: Life has Been This Low

10: Innocent Boy, Beautiful Girl (Z)

Links und Fotos folgen!



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