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Sonntag, 18. März 2012

Timber Timbre & Erin Lang, Paris, 17.03.12

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Konzert: Timber Timbre & Erin Lang
Ort: Le Café de la Danse, Paris
Datum: 17.03.12
Zuschauer: restlos ausverkauft und knallvoll
Konzertdauer:Timber Timbre 90 Minuten, Erin Lang etwa 35 Minuten


Mann, war das laaaaaangweilig! Meine Fresse!

Manche Wahrheiten gehören einfach ausgesprochen. Und das Konzert von Taylor Kirk alias Timber Timbre war einfach unfassbar öde. 90 Minuten lang ihm eng eingepfercht und auf dem schmutzigen Boden sitzend zuzuhören war wirklich eine Quahl. Er war ganz im Gegensatz zu Haldern 2011 (wo drei Musiker spielten) ganz alleine mit seiner Gitarre und einer kleinen Fußtrommel gekommen und spielte ein gleichförmiges Lied nach dem anderen. Alles klang hier gleich. Die Akkorde, die bluesige Stimme, der langsame Rhythmus. Hätten mir nicht die vielen Leute den Weg versperrt, ich wäre glatt zur Toilette gerannt und hätte mich an meinem Gürtel aufgehangen.* So aber wurde ich von einem Unsinn abgehalten und konnte mich auch dadurch trösten, daß ich neben unfassbar charmanten und hübschen Däninnen saß, die mir später erzählten, selbst Musik zu machen.

Was von dem Konzert von Timber Timbre im Gedächtnis hängenblieb, waren meine eingeschlafenen Füße, die quälende Hitze und die Erscheinung eines rundlichen Sängers mit fiesem Backenbart, der immer mal wieder seinen Mund aufriss wie ein Karpfen, der nach Luft schnappt und auch sonst seltsame Grimassen zog. Welche Lieder er gespielt hat? Lonesome Hunter zum Beispiel, Black Water (all I need is some sunshine) und auch Black Ritual, aber wie gesagt: alles klang gleich.

Dabei finde ich seine erlesen instrumentierten Alben wirklich hervorragend, war auch von dem Konzert (mit Band) in Haldern schwer angetan und schätze auch seine ungewöhliche Stimme (Elvis meets Morrissey meets Antony and The Johnsons).

90 Minuten Taylor solo waren aber wirklich harter Tobak. Verflixt, das war ein Griff ins Klo! Und Fotografieren war wie so oft bei ihm strengstens verboten.




Zum Glück war aber der Support Act ausgezeichnet: Erin Lang aus Kanada. Hierzu später mehr.

Setlist Erin Lang, Café de la Danse, Paris:

01: Anchor
02: Taps
03: Threads
04: Carried Away
05: Kalimba
06: Falling
07: (Dr) (One) (Fire)
08: Quiet

Aus unserem Archiv

Timber Timbre, Haldern, 13.08.11
Erin Lang, Paris, 19.10.11
Erin Lang, Paris, 17.10.11
Erin Lang, Paris, 18.09.11


* dann hätte aber einer seiner Liedtitel perfekt zu mir gepasst: To Old To Die Young



Dienstag, 23. August 2011

Timber Timbre, Haldern Pop Festival, 13.08.11

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Konzert: Timbre Timbre

Ort: Spiegelzelt des Haldern Pop Festivals
Datum: 13.08.2011
Zuschauer: viele, aber es war nicht gar so eng Konzertdauer: gute 45 Minuten


Ein Konzert des Haldern Pop Festivals 2011 muss noch einmal gesondert betrachtet werden. Es handelt sich um den überragenden Auftritt der Kanadier Timber Timbre. Ein Projekt um den kauzigen und lichtscheuen Sänger und Liedschreiber Taylor Kirk, der so reserviert ist, daß er in der Vergangenheit Journalisten Foto-und Filmverbote erteilt hatte.

Auch am 13. August im Spiegelzelt zu Haldern tat Kirk alles dafür, weitgehend unerkannt zu bleiben. Seine schwarze Kappe und Hornbrille und ein tiefrotes, schummriges Licht sorgten dafür, daß er auch hinterher unbehelligt über das Festivalgelände hätte schlendern können. Aber Kirk war nicht ganz alleine da, sondern hatte weibliche Verstärkung an der Violine und männliche an Autoharp und Pedalsteel dabei. Die drei Musiker schufen mitten am Nachmittag eine mitternächtliche Atmosphäre, die fast gespenstische Züge hatte. Ein pechschwarzer, mysteriöser Sound erfüllte das stickige Spiegelzelt und die erzeugte Spannung war knisternd, schwül und sinnlich. Überragend die Stimme von Taylor Kirk, bluesig, samtweich und mit einem Timbre versehen, das an Morrissey aber auch Patrick Watson erinnerte. Auch sein Gitarrenspiel war hochkarätig, er riss oft die Saiten nur scharf, aber sehr wirkungsvoll an und spielte keine Note zuviel. Mit dem Fuß betätigte er die Pedale, während von den Seiten Pedalsteel und Geige das Klangbild bereicherten. Das Ganze hatte ungemein viel Klasse, Eleganz und Erhabenheit, es war zum mit der Zunge schnalzen. Und trotz des reduzierten Instrumentariums war das Set abwechslunsgreich und vielseitig. Zum Ende hin wurde es rockiger und wilder (Woman, ein schaurig schöner Schoker!), manchmal wurde ich gar an Gun Club erinnert, während ansonsten ehr Nick Cave and The Bad Seeds und andere Nachtschattengewächse Pate standen.



Leider kann ich keine Setlist liefern, aber die Songs stammten in der großen Mehrheit von Creep On Creepin' On oder von dem selbstbetitelten Vorgänger.

Definitiv ein Highlight des Haldern Pop Festivals 2011!



Dienstag, 22. Februar 2011

Timber Timbre, Paris, 21.02.11

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Konzert: Timber Timbre

Ort: Fnac Montparnasse
Datum: 21.02.2011
Zuschauer: relativ viele
Konzertdauer: 0 Minuten


So etwas nenne ich eine Frechheit! Timber Timbre, das Projekt des Kanadiers Taylor Kirk und seiner zwei Mitstreiter Simon Trottier und Mika Posen sollten heute eigentlich einen Showcase im Kulturkaufhaus Fnac bestreiten, aber anstatt Musik zu spielen, signierten sie nur ein paar doofe CDs. Was will man denn bitte schön mit einem Autogramm von Taylor Kirk anfangen? Und dann durfte man noch nicht einmal Erinnerungsfotos von ihm schießen. Fotografieren verboten. Da sage noch einer, Indiemusiker seien zugängliche, unkomplizierte Leute und nicht so blasiert wie die großen Kommerzbands! Ich erinnere daran, daß Interpol hier vor ein paar Monaten in aller Seelenruhe Autogramme gaben, sich lange mit ihren Fans unterhielten und zigtausend Fotos zuließen.

Warum Timber Timbre nicht gespielt haben? Sie seien müde vom Soundcheck gewesen, den sie in der Maroquinerie absolviert hatten, wo sie am Abend auftraten. Ach Gottchen!



Und Konzertfotografenzar Robert Gil erzählte mir, daß Timber Timbre auch beim richtigen Konzert in der Maroquinerie keinen einzigen Fotografen zuließen. Lächerlich.

Schade, denn die Musik der Kandier ist richtig gut. Das selbstbetitele Album von 2009 ist ein verwunschener, mysteriöser Kracher des Folk/Blues Genres und von dem 2011 er Auswurf Creep On Creepin'On darf man sich sicherlich auch eine Menge erwarten.

Nachtrag: Timber Timbre wurde (wie zuvor schon PJ Harvey )von Arte Liv Web bei der Route du Rock gefilmt. Die Band verweigert die Ausstrahlung. Eine neuerliche Frechheit. Rote Karte!


 

Konzerttagebuch © 2010

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