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Sonntag, 28. Dezember 2014

The Cure, London, 21.12.14

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Konzert: The Cure
Ort: Hammersmith Apollo, London
Datum: 21.12.2014
Dauer: The Cure 186 min
Zuschauer: vermutlich gut 5.000 (ausverkauft)




Als ich mich Monate, nachdem ich die Karten für die Konzerte gekauft hatte, entschieden hatte, zu den beiden vorweihnachtlichen Slowdive-Auftritten nach London zu fliegen und alles gut gebucht hatte, kündigten The Cure ein paar Tage später zwei Konzerte direkt im Anschluß an Slowdive an. Konzertgängers Probleme.



Die Karten für die beiden The Cure Gigs waren knifflig zu ergattern, es gab ein "Haushaltslimit" von vier Tickets, ich brauchte fürs erste drei, fürs zweite zwei, hatte aber erst beim Bezahlen verstanden, daß die Grenze für beide Shows gemeinsam galt. Nach dem Löschen von Tag zwei, waren auch die anderen Tickets weg und beide Termine beim Namenssponsor der Halle ausverkauft. Ein Tipp eines Bekannten und eine zweite Website halfen weiter. Dann blieb die Ungewissheit, ob die auf einen anderen Namen gekauften Karten für Tag zwei überhaupt gültig sein würden. "Nur der Käufer erhält die Karten gegen Vorlage des Ausweises, Vollmachten werden nicht akzeptiert", wirkte abschreckend. Und genau das sollte es vermutlich auch. Unsere Tickets wurden überraschenderweise per Post verschickt, eine Kontrolle der (ungültigen) Vollmachten und Ausweiskopien erfolgte nicht. Der Massenandrang vor der Halle in Hammersmith hätte dies auch kaum zugelassen. Allerdings funktionierte die Abschreckung ebenso wenig, vor dem Apollo standen Heerscharen an Schwarzhändlern, die für 10 Pfund auf- und für 130 verkaufen wollten.


Wir kamen nach dem aufgedruckten Einlasszeitpunkt, mussten uns aber noch an der eindrucksvoll langen Schlange anstellen. Auch das Foyer quoll über, die Reihe vor der Garderobe war endlos. Wir kamen daher bereits nach dem vorverschobenen Beginn des Support-Sets von And Also The Trees in den Saal, was bei einer angekündigten 150-Minuten-Show von The Cure, zwei Konzerten an den Vorabenden und zweieinhalb Tagen London Kultur- und Shopping-Programm zu verschmerzen war. Außerdem sollte ich am nächsten Tag And Also The Trees komplett sehen.

Der Innenraum des Apollo ist riesig, von oben ellipsenförmig und fällt zur Bühne hin stark ab. Natürlich war der untere Saal nicht bestuhlt, es würde im Gegensatz zur Royal Albert Hall im März ja eine kurze Show.



Bereits um kurz nach acht betraten Robert Smith, Reeves Gabrels (Gitarre), Roger O'Donnell (Keyboard), Simon Gallup (Bass) und Jason Cooper (Schlagzeug) die Bühne. Hinter ihnen war eine Leinwand, auf der aber während des ganzen Konzerts nur noch einmal die Totale der Bühne unscharf zu sehen war. Star des Bühnendesigns war das sagenhaft-tolle Licht, eine Mischung aus der Anlage des Apollo und den zahllosen Strahlern zwischen den Musikern.

Robert Smith trug eine merkwürdige Batik-Jacke, das (erst auf den zweiten Blick) komischste Outfit hatte aber der Keyboarder rauslegt. Sein schwarzes Hemd hatte auf der Knopfleiste schwarze Harlekin-Bommel, warum auch immer (ich werde wohl nie Modeblogger).


The Cure hatten vor den Konzerten, die später noch um ein drittes am Dienstag erweitert wurden, angekündigt, an den Abenden "deep cuts, pop songs, fan favourites and surprises galore" zu spielen. Das erste lange nicht gespielte Stück war Wailing wall von The top. Da - und auch später am Abend - ahnte man noch nicht, daß die gesamte Platte von 1984 gespielt werden würde. Die Lieder von The top waren über das ganze Set verteilt. Natürlich war das bewußt so gemacht, die Vorstellung, daß The Cure aus Zufall eines der Alben komplett in einem Programm von 40 Liedern gespielt haben, gefiel mir trotzdem gut.



A man inside my mouth, die B-Seite von Close to me, war eines der besonderen Weihnachtsgeschenke an Hardcore-Fans. Das Stück hatten The Cure vorher nie live gespielt. Mir wäre das natürlich nicht aufgefallen, dafür bin ich nicht tief genug im nahezu unüberschaubaren The Cure-Universum verwurzelt.

In den ersten eindreiviertel Stunden spielten die alten Männer, die so viel mehr Energie als ihre jüngeren Zuschauer haben, 23 Lieder. Mit Abstand am besten dabei waren From the edge of the deep green sea und One hundred years. Daß The Cure in Großbritannien einen anderen Status als bei uns haben, ist klar. Daß aber die meisten der 5.000 Leuten von unter 18 bis weit jenseits der 50 bei jedem Lied mitgröhlen, macht The Cure Konzerte dann noch einmal besonderer. One hundred years war auch in dieser Hinsicht ein besonderer Gänsehaut-Moment. 



Ihre anderthalbstündige Zugabe unterteilte die Band wie üblich in kurze Blöcke. Aus dem ersten mit Resten von The top und Primary aus der Faith-Zeit stach Charlotte sometimes (Zeitgenossin von Primary) heraus, das ich bisher noch nicht live gesehen hatte. Zugabe zwei bestand wieder aus zwei The top Stücken und Never enough und Wrong number. Der dritte Block war dann meiner, der düstere, bestehend aus Three imaginary boys, M, Play for today und A forest. Alleine für diese vier Stücke hassen vermutlich 90% aller Künstler The Cure insgeheim.


Damit waren die 150 angekündigten Minuten lange überschritten. Aber für solche Kurzauftritte scheint Robert Smith nicht zu haben zu sein. Die Band kam also gut gelaunt zurück und spielte noch einmal fünf Lieder - die Pop-Zugabe mit Lovecats und Boys don't cry zum Beispiel. Nach 185 Minuten beendete das kurze Hey you! (erstmals nach zehn Jahren) das atemberaubend gute Konzert. Wenn ich mir vorstelle, daß ich ohne die Slowdive-Abende nicht extra wegen The Cure nach London gefahren wäre, habe ich erneut einen Grund, Slowdive zu danken.

Setlist The Cure, Hammersmith Apollo, London:

01: Shake dog shake
02: Kyoto song
03: A night like this
04: alt.end
05: Wailing wall
06: Bananafishbones
07: The caterpillar
08: The walk
09: A man inside my mouth
10: Close to me
11: Lullaby
12: High
13: Birdmad girl
14: Just like heaven
15: Pictures of you
16: Before three
17: Lovesong
18: Like cockatoos
19: From the edge of the deep green sea
20: Want
21: The hungry ghost
22: One hundred years
23: Give me it
 
24: The empty world (Z)
25: Charlotte sometimes (Z)
26: Primary (Z)
27: The top (Z)
 
28: Dressing up (Z)
29: Piggy in the mirror (Z)
30: Never enough (Z)
31: Wrong Number (Z)
 
32: Three imaginary boys (Z)
33: M (Z)
34: Play for today (Z)
35: A forest (Z)
 
36: The lovecats (Z)
37: Let's go to bed (Z)
38: Why can't I be you? (Z)
39: Boys don't cry (Z)
40: Hey you! (Z)


Links:

- aus unserem Archiv:
- The Cure, London, 29.03.14
- The Cure, Scheeßel, 22.06.12
- The Cure, Barcelona, 01.06.12
- The Cure, Oberhausen, 16.03.08
- The Cure, Paris, 12.03.08
- The Cure, Leipzig, 04.08.90



Freitag, 20. April 2012

And Also The Trees, Paris, 18.04.12

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Konzert: And Also The Trees
Ort: Le Divan Du Monde, Paris

Datum: 18.04.12

Zuschauer: geschätzte 420




Kennt ihr dieses Phänomen? Man hört über Monate hinweg begeistert Platten von einer bestimmten Band, legt sie dann bei Seite und ehe man sich versehen hat, sind über zwei Jahre ins Land gegangen und man hat sich überhaupt nicht mehr mit der Gruppe beschäftigt.

So jedenfalls ging es mir mit den kultigen Briten And Also The Trees, die heute im Divan Du Monde auf dem Programm standen. Die akustische CD When The Rains Come von 2009 habe ich rauf und runter gehört, aber auch das über diverse Alben verstreute Altwerk mit Hits wie Dialogue, Virus Meadow und Vincent Craine geradezu verschlungen.


Ins heutige Konzert im stilvollen Divan Du Monde ging ich jedoch unvorbereitet. Das neue Album Hunter Not The Hunted kenne ich nicht und auch die alten Sachen habe ich nicht mehr gehört. Aber das war eigentlich kein Problem, denn mit herrlich düsteren Zungenschnalzern wie Prince Rupert und The Beautiful Silence, die schon sehr früh gebracht wurden, kam ich schnell rein.

Hach, The Beautiful Silence, was für ein poetisches, verführerisches Stück Musik und dann auch noch dieser zarte "lalala"-singalong, schnell wusste ich, daß ich bei And Also The Trees und ihrem melodisch-melancholischen Gitarrensound richtig war!

Aber wie kamen die neuen Sachen rüber? An vierter Stelle in der Setlist wurde der Titeltrack des neuen Werkes Hunter Not The Hunted gespielt. Ein sehr sachter und friedvoller Song, eröffnet per Melodica von Emer Brizzolara, dem blonden Gift mit dem süßen Pferdeschwanz und dem knackigen Po (ja was denn? seit nicht so prüde!). Von Gesang konnte man im engeren Sinne nicht reden, das war eher spoken word, was der überaus charismatische Frontmann Simon Huw Jones, der mit seinem traditionellen weißen Manschettenhemd aufgelaufen war, da bot. Eine sehnsüchtige Ballade zum Träumen und Schwelgen, die auch am Ende nicht lauter und intensiver wurde. Burn Down This Town, ein anderes neues Lied, war stimmunsgmäßig nicht unähnlich.

Mit The Legend Of Mucklow wurden dann aber nicht sehr viel später punkigere und wildere Töne angeschlagen und als Dialogue an achter Stelle ertönte, hüpfte mein Herz in die Höhe. Die Gitarrenmelodie des ewig jung aussehenden Justin Jones (wie alt ist der Bursche? fast 50? was?) war wieder so was von unverschämt cathcy, der Gesang von Simon so toll tief und gothisch angehaucht und der von Ian Jenkins gezupfte Bass holperte so packend durchs Stück, daß ich vor Begeisterung innerlich bebte. Ein Mega Hit der New Wave Ära, der auch heute noch wahnsinnig aufregend und modern klingt. "All the things I said to you" croonte Simon, es war eine Wonne...


Danach flachte meine Konzentration nach und nach ab. Plötzlich wurde mir die Hitze im Raum bewußt und ich fühlte mich recht unwohl. Ich musste mich ein wenig bewegen und stieg über die Treppe in den oberen Bereich des Divan Du Monde. Leute in den Dreißigern, Vierzigern und mitunter Fünfzigern hingen auf gemütlichen Sofas ab, das Ganze hatte noblen Lounge-Charakter. Diejenigen, die saßen, konnten die Show jedoch gar nicht sehen, dazu musste man schon am Geländer stehen. Ich bestellte mir an der Bar einen Drink und erfreute mich an dem gespenstischen Vincent Craine mit seinen gelegentlichen lauten Ausbrüchen.

Dann kam mit Whiskey Bride noch ein sehr schöner neuer Titel, bevor der Klassiker A Room Lives In Lucy das offizielle Set glanzvoll beendete.

Von den insgesamt vier Zugaben ragte The Untangled Man heraus. Der hochaufgeschossene Simon machte mit seinen langen Armen ausladende Bewegungen und der Sound seiner Band wurde immer lauter und intensiver, bevor in der zweiten Hälfte auch vom Schlagzeug ein mächtiger Wumms von hinten mit hinzukam. Ein ganz exquister Titel, der die große Klasse der Briten unterstrich und wieder mal die Frage aufwirft, warum die nie Weltstars geworden sind. Nun, wahrscheinlich sind sie für die Masse einfach zu gut!

Setlist And Also The Trees, Divan Du Monde, Paris

01: Prince Rupert
02: The Beautiful Silence
03: Shaletown
04: Hunter Not The Hunted
05: What's Lost Finds
06: The Legend Of Mucklow
07: Burn Down This Town
08: Dialogue
09: Rive Droite
10: The Woman On The Estuary
11: Only
12: Vincent Craine
13: Whiskey Bride
14: A Room Lives In Lucy

15: Rip Ridge
16: Angel, Devil, Man And Beast
17: The Untangled Man

18: Gone...Like The Shallows

Aus unserem Archiv:

And Also The Trees, Paris, 30.10.09
And Also The Trees, Paris, 10.06.09
And Also The Trees, Paris, 21.09.08



Samstag, 31. Oktober 2009

And Also The Trees, Paris, 30.10.09

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Konzert: And Also The Trees

Ort: Le Café de la danse, Paris
Datum: 30.10.2009
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: 92 Minuten. Es gab keine Vorgruppe.


Petite chronique en français en-bas...



"I have a question: "Does the people who aren't taking pictures feel bothered by the people who are taking pictures?" Die Frage stellte Simon Huw Jones, charismatischer Sänger der gotisch angehauchten Coldwave Band And Also The Trees nach ungefähr sechs gespielten Liedern. Ihm war wohl aufgefallen, daß unwahrscheinlich viele Leute, gerade in den ersten Reihen, ohne Unterlass knipsten und dadurch eine gewisse Hektik verbreiteten. Die Reaktion des Publikums fiel zwar relativ verhalten aus, weil aber doch einige murrten, bat der Frontmann in der Folge auf die Fotografiererei zu verzichten. Er und seine Band fühlten sich zwar sehr geehrt , permanent abgelichtet zu werden, aber irgendwann müsse auch einmal genug sein. Die Mehrheit der Knipser respektierte diesen Wunsch und von nun an konnte jeder das Konzert enstpannter genießen.

Aber es gab ja auch Gründe für die Fotografen draufzuhalten! Simon und sein Bruder Justin sind nun einmal für ihr Alter (die Band wurde bereits 1979 gegründet) noch enorm fotogen, verfügen (vor allem Simon) über eine unglaublich theatralische Gestik und Mimik und haben Stil und Klasse. Wie ein Graf (Dracula?) wirkte Simon mit seinem langen Mantel, der Anzugsweste und dem noblen weißen Hemd mit den schönen Manschettenknöpfen. Logisch, daß man den Burschen abfotografieren will! Außerdem gab es da noch die süße Blondine Emer Brizzolara, die immer so entwaffenend lächelte und so niedlich in die Melodica blies oder auf der Dulcimer zupfte, daß einem das Herzelein aufging. Und beim Kontrabassisten Ian Jenkins war es die beeeindruckende Bearbeitung seines mächtigen Instrumentes, die bestach und für die Nachwelt festgehalten werden wollte. Wie er da mit seinen kräftigen Fingern die schweren Saiten zum Schwingen brachte, das war schon eine Augenweide!

Noch aufregender als die szenische Darbietung ist aber die Musik. So melancholisch, mystisch, poetisch und intensiv, man wird innerhalb kürzester Zeit in ihren Bann gezogen, schließt die Augen, schwelgt, läßt sich davon tragen. Dialogue ist eines der besten Lieder aller Zeiten, egal ob elektrisch oder wie heute akustisch! Eiskalt lief es mir mal wieder über den Rücken, als Simon die Zeilen " I thought of you and all the things I'd say, all the things I'd say to you" intonierte, da konnte ich einfach nicht anders als sentimental werden! Auch von den Klassikern Mermen Of The Lea und Jacob Fleet von Green Is The Sea wurde ich gepackt, in der Akustikversion sind sie keineswegs schlechter als in der elektrischen. Gerade Jacob Fleet ist mit der spanisch angehauchten Gitarre (fast so etwas wie Flamenco?) und der lieblichen Dulcimer ein Zungenschnalzer erster Kategorie!

Dabei muß man im Backkatalog der Kultband eigentlich gar nicht unbedingt immer sehr weit zurückgehen, um Perlen zu finden. Stay Away From The Accordion Girl ,daß recht früh gebracht wurde, ist für mich eines der besten Lieder von AATT überhaupt. Es übt auf mich eine starke Anziehungskraft aus, hat fast Suchtcharakter. Emer Brizzolara kann aber mit der Aussage des Titels nicht gemeint sein, schließlich spielt ja nicht sie, sondern Justin bei einem (allerdings nicht dem erwähnten) Stück Akkordeon. Zu gerne häten das die Fotografen abgelichtet , aber sie sollten sich ja zurückhalten! Simon ahnte schon, daß das einigen nicht schmecken würde und bemerkte deshalb hinterher schmunzelnd: "Ihr könnt ja Justin nach der Show mit dem Akkordeon ihm Arm fotografieren, dann habt ihr Euer Foto!"

Dazu kam es aber nicht, obwohl sich Justin genau wie Ian hinterher in der Nähe des Merchs blicken ließen. Die Burschen waren gelöst und äußerten sich sehr zufrieden zur Location und der Reaktion des Pariser Publikums. Sie hatten ja auch schließlich gleich mehrere Zugaben geben müssen, weil man sie nicht so schnell ziehen lassen wollte. Highlights davon waren Vincent Craine im ersten Block und natürlich das alles abschließende Virus Meadow. "Rattled Chime, slow ringing echo roll around in virus meadow", sang Simon völlig in den Text und die Atmosphäre des Stückes vertieft. Mit seinen großen Händen machte er seine typischen Gesten, verknotete die Arme vor seinem Oberkörper und hinter seinem Kopf, vergrub sein Gesicht unter den Händen und sank schließlich in die Knie. "And the rooks, they seemed to follow him wherever he goes- flapping in the flat sky, shrieking in the spire", schrie er jetzt fast und Justin spielte dazu auf herrliche Weise die wundervolle Melodie. Ein Knüller zum Abschluß und der Schlußstrich unter ein brilliantes Konzert! Daß bereits gut 90 Minuten absolviert worden waren, hatte man nicht gemerkt. Ein sehr gutes Zeichen!

Pour nos lecteurs francais:

Une petite chronique est à venir. Mais quoi dire? Les And Also The Trees étaient brillants comme d'hab! Ils ont tellement d'élégance, de classe et ne vielilissent apparement jamais! Justin à la guitare (il jouait merveilleusement bien) a toujours l'air d'un adoslescent, c'est incroyable! Et personne est aussi charismatique et hypnotisant que Simon Jones! Mais le plus grand plaisir me faisait le jeu de dulcimer d'Emer Brizzolara. L'instrument a un son magique, c'est dommage qu'on ne l'utilise pas plus souvent. Meilleurs morceaux d'un set harmonieux, parfaitement maitrisé et truffé des belles chansons sombres étaient Jacob Fleet, Accordion Girl, Dialogue et bien sûr le classique Virus Meadow en rappel. Bon, en gros tout est dit. And Also The Trees, c'est la classse absolu!

Bonne nouvelle: un nouveau "Four track vinyl EP" va bientôt sortir, avec une version acoustique de Shantell. Ultra limité et seulement disponible chez les disques du 7 ème Ciel!

info@7ciel.net
www.7ciel.net



Setlist And Also The Trees, Café de la danse, Paris:

01: Shantell
02: Candace
03: The Suffering Of The Stream
04: Stay Away From The Accordion Girl
05: There Was am Man Of Double Deed
06: Fighting In A Lighthouse
07: Dialogue
08: The Street Organ
09: Jacob Fleet
10: Mary of the Woods
11: The Cyclone
11: Berief In The Rose
12: Mermen Of The Lea
13: A Room Lives In Lucy
14: The Untangled Man

15: Vincent Craine
16: The Secret Sea
17: Feeling Fine
18: Wallpaper Dying

19: ?
20: Virus Meadow


Aus unserem Archiv:

And Also The Trees, Paris, 10.06.09
And Also The Trees, Paris, 21.09.08


More photos of And Also The Trees here



Donnerstag, 11. Juni 2009

And Also The Trees, Paris, 10.06.09

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Konzert: And Also The Trees

Ort: Fnac Forum des Halles, Showcase Acoustique
Datum: 10.06.09
Zuschauer: hmm, 40-50 vielleicht
Konzertdauer: 25 -30 Minuten



"Von And Also The Trees braucht man alle CDs" sagte die wunderbare kanadische Folksängerin Ora Cogan euphorisch, als nach ihrem Konzert vor ein paar Wochen im Mains D'Oeuvres das Thema auf die Kultband aus England kam. Stimmt natürlich und der umfangreichen Diskografie wurde nun ein weiteres Kapitel hinzugefügt, denn die Perlen, der seit den späten 70ern aktiven Band, (man sieht ihnen das äußerlich überhaupt nicht an!) wurden in Akustikversionen auf Tonträger (Titel : When The Rains Come) gebannt und davon gab es heute in einem Showcase Kostproben zu naschen. Prima war das!

Morgen mehr Details und die Fotos!

Setlist And Also The Trees, Fnac Forum Des Halles, Paris

o1. Stay Away From The Accordion Girl
02: There Was A Man Of Double Deed
03: Candace
04: Jacob Fleet
05: Fighting In A Lighthouse
06: Mermen Of The Lea
07: A Room Lives In Lucy
08: Virus Meadow




Montag, 22. September 2008

And Also The Trees, Paris, 21.09.08

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Konzert: And Also The Trees
Ort: Alhambra, Paris
Datum: 21.09.2008
Zuschauer: zwischen 700 und 800 (so gut wie ausverkauft)
Konzertdauer: mindestens 100 Minuten




Seitdem Gruppen wie Interpol, Franz Ferdinand und Bloc Party vor ein paar Jahren das sogenannte Post-Punk Revival losgetreten haben, kommen die Bands, die in den späten 70ern und frühen 80ern dieses Genre geprägt haben, wieder aus ihren dunklen Löchern gekrochen.

Teilweise jahrzehntelang war es still um sie, aber dann witterten sie alle Morgenluft, merkten, daß ihr Stil wieder angesagt ist und - schöner Nebeneffekt - ein paar Mäuse zu verdienen sind.

Die Liste der kultigen Post Punk-und New Wave Bands, die ein Comeback hingelegt haben,
ist ellenlang und wächst wöchentlich. Allein ich persönlich habe in den letzten Jahren einige wichtige Akteure dieser Epoche auf der Bühne gesehen: Echo & The Bunnymen, Gang Of Four, Nick Cave, The Woodentops, The Cure, Hazel O'Connor, Young Marble Giants wären da zu nennen, bei Christoph kommt noch Siouxsie hinzu.

Und es gibt noch viel mehr alte Grufties, die wieder auf Tour sind,
(bzw. kürzlich waren) Wire z.B., die ich nächsten Samstag sehen werde, Billy Bragg, Devo, Throbbing Gristle, Durutti Column, Buzzcocks, Radio Birdman, Mission Of Burma, Killing Joke, A Certain Ratio, The New Model Army...

Ich könnte jetzt noch bis Weihnachten so fortfahren, aber dann würde mir mein Arm abfallen und ich könnte nichts mehr zu den außerdordentlichen And Also The Trees schreiben. Um die soll es hier gehen. Die Band aus Inkberrow, England, passt eigentlich genau in mein Beuteschema, ist aber - aus welchen unerklärlichen Gründen auch immer - nie in den Blickpunkt meines Interesses gerückt. Lediglich den Namen habe ich am Rande einmal aufgeschnappt, Lieder kannte ich von denen keine. Unverzeihlich! Wie konnte mir bloß eine solche Perle durch die Lappen gehen?
Und wie habe ich in den letzten 20 Jahren eigentlich ohne And Also The Trees gelebt? Schlechter, das steht nach dem berauschenden Konzert im Pariser Alhambra fest! Und dabei gab es in den letzten Jahren in Paris immer wieder Gelegenheiten, die Band um die beiden Jones Brüder live zu sehen. Am 9.12.2003 spielten die Briten in der Locomotive, am 18.11.2005 auf dem charmanten, an der Seine gelegenen Hausboot Batofar (sehr gute Bilder hier ) und Ende 2007 (24.11.) beehrten sie meine heißgeliebte Maroquinerie mit einem Besuch (grandiose Pics hier). Die französische Metropole scheinen sie ohnehin zu lieben, es gibt (oder vielmehr gab?) eine Live CD von 19994, die im Bataclan aufgenommen wurde.

Aber nun gut, trauern wir hier nicht der Vergangenheit nach, am Sonntag habe ich ja glücklicherweise meine Chance genutzt,
die Kultband auf einer Bühne zu erleben!

Das Alhambra ist ein altes (Kino)- Theater, welches in den 20er Jahren dazu dienen sollte, den Arbeitern der Bahngesellschaft Unterhaltung zu bieten. Trotz einer recht prachtvollen Art Deco Ausstattung wurde es nur selten zu seinen ursprünglichen Zwecken genutzt und verkam im Laufe der Zeit zu einem Abstellraum für einen Trödelhändler. Erst im Jahre 2005 entdeckte ein Pariser Konzertveranstalter die Location zufällig und verliebte sich in den verfallenen Charme des Ortes. Er kaufte den Laden, stand aber nun vor dem Problem, daß die Sicherheitsvorschriften der heutigen Zeit einzuhalten waren, die das alte Gemäuer nicht erfüllte. Es musste also entkernt und alles neu gemacht werden, vor allem die Geräuschisolierung...

Seit diesem Jahr gibt es im Alhambra immer mal wieder interessante Bands zu sehen, Patrick Watson und Animal Collective waren schon da und Ende des Jahres werden auch Okkervil River hier für Stimmung sorgen.

Heute aber erst einmal And Also The Trees. Ich war aufgeregt, weder Band noch Location noch Publikum waren mir vertraut.

Die Location selbst stellte sich im Inneren dann ziemlich schnell als recht schmucklos und karg heraus. Ein detailverliebtes (Neo) Art Deco Design wie in den Folies Bergères, wo ich diese Jahr die Tindersticks gesehen hatte, bekam ich nicht zu Gesicht. Der Ort erinnerte eher an ein Programmkino in Berlin-Kreuzberg. Egal, ich mache mir nichts aus prunkvollen Konzertsälen! Problematischer war hingegen die Tatsache, daß der gesamte Raum bestuhlt war. Ein Postpunk Gig Im Sitzen? - Hmm, irgendwie nicht ideal. Vielleicht hatte man seitens der Band auf das Alter der Besucher Rücksicht genommen, denn das war vergleichweise hoch. Die meisten Gäste waren zwischen 30 bis 45 Jahre alt und überwiegend schwarz gekleidet. Manche trugen die Waver-Frisuren, die in den frühen 80ern angesagt waren, mit ausrasiertem Nackenhaar und so weiter. Auch ein paar gothische Mädchen habe ich gesichtet und ich würde lügen, wenn ich nicht zugäbe, daß mir das gefallen hat...

Obergothik Robert Gil, der stets mit einer schwarzen Sonnenbrille herumlaufende sympathische Top-Konzertfotograf, scharrte schon mit den Springerstiefel beschuhten Hufen, weil er endlich losknipsen wollte und seine Freundin, saß - ebenfalls mit Sonnenbrille - auf einem der Sitzchen und wedelte sich wie Karl Lagerfeld mit einem schwarzen Fächer Luft zu. Ein cooles Publikum!

Das szenige Völkchen bekam aber zunächst einen Vorgruppenact der besonderen Art geboten.
Pamela Kurstin hieß die zierliche junge Frau, die gegen 20 Uhr 40 (über eine Stunde nach dem eigentlich ausgeschriebenem Beginn) auf die dunkle und nur von einem hellen Spot in der Mitte erleuchtete Bühne trat. Ich rieb meine Augen und fragte mich, mit welch seltsamen Instrument sie denn da die mystisch-gruseligen Töne erzeugte. Vor allem aber: wie machte sie das? Sie berührte das seltsame Ding (ein sog. Theremin) noch nicht einmal direkt, sondern vollführte mit ihren kleinen Fingerchen etwa 20 Zentimeter über der Oberfläche Bewegungen, die an Gesten eines Dirigenten erinnerten! Völlig abgefahren! Das kuriose Instrument besaß eine Art Antenne und man hatte den Eindruck, daß die Künstlerin, die aus Österreich stammt, magische Kräfte besäße.

Die obskuren Geräusche wurden mal eindringlicher, mal schwächer, klangen abwechselnd nach Geigen, Computerspielen und weinenden Frauen und waren irgendwann...unerträglich!

Das sah wohl auch ein Teil des Publikums so, denn als ein Tontechniker hinzutrat, um die zahlreichen Tonprobleme zu beheben, wurde ihm Applaus auf offener Szene gespendet. Die kleine Österreicherin hatte überzogen und dies gar nicht bemerkt. Auf diese Tatsache hingewiesen, lachte sie plötzlich mit einem kindlich wirkenden Gackern laut los und prustete heraus: "Je suis fini". Ich bin fertig. Sehr lustig, denn die Franzosen sagen eigentlich "J'ai fini", wörtlich übersetzt "Ich habe fertig". Aber reden wir hier nicht über italienische, oder andere Fußballtrainer...

Dann starrte man noch eine Weile auf die verwaiste Bühne, aber irgendwann ging es endlich mit dem Hauptprogramm los. Von Fotos eines Konzerts, daß AATT Ende 2007 in der Maroquinerie bestritten hatten, war mir bekannt, daß die beiden Brüder Jones erstaunlich gut gealtert sind. Vor allem Justin Jones, der Gitarrist mit der fantastischen Technik (er spielt sein Instrument fast wie eine Mandoline, ein Markenzeichen des Sounds der Engländer), sah nach wie vor enorm jung aus. Unglaublich, er hatte zusammen mit seinem Bruder, dem Sänger Simon Huw Jones, die Gruppe bereits 1979 in Inkberry, Worcestershire gegründet. Das andere Brüderpaar, Graham und Nick Havas, ist allerdings nicht mehr dabei. Stattdessen hält seit 1983 Steven Burows den Bass und Paul Hill sorgt seit 1997 an seinem Schlagzeug für den plötzlich einsetzenden Trommelregen. Und es gibt auch etwas für das männliche Auge: Die fesche Blondine Emer Brizzolara spielt Keyboard, Percussions und Melodica. Mit ihrer engen Jeans und den hochhackigen Stiefelchen sah sie wirklich toll aus!

Opener des Sets war das gemächlich startende Domed von dem 2007 er Album Listen For The Rag And Bone Man. Die Magie, die von diesem gruselig schönen Schocker ausging, war quasi augenblicklich zu spüren. "In another land" croonte Simon Huw Jones theatralisch in sein Mikro und setzte seinen Körper perfekt in Pose. Mit seinem langen schwarzen Mantel und dem weißen Schal sah er hochelegant aus. Man hätte ihn fast für einen modernden Graf Dracula halten können.
Den Engländer neben mir hielt es spätestens als die Drums einsetzten, nicht mehr auf seinen Sitzen.Wie im Wahn trommelte er sich auf die Schenkel, als wolle er einen Wettbewerb im Luftschlagzeugspielen gewinnen. Natürlich hatte er eigentlich Recht, denn die gespielte Musik wurde immer intensiver und eindringlicher, aber musste er jede Geste wie ein Papagei nachmachen? Egal, weiter im Text...

The Beautiful Silence war genau wie es der Titel vermuten lässt: beautiful= wunderschön! Besonders die melodischen Gitarren trugen einen wie auf Flügeln und der dramatische Gesang tat sein Übrigens dazu. Irgendwann ging der Text in ein Singalong über. "Lalalalala" trällerte Simon und aus der Gitarre von Justin schien süßester Nektar zu fließen.
Ich war schwer beeindruckt, mir gefiel einfach alles, die Darbietung, die Instrumentierung, die melodramatische Struktur der Songs...

Bis zu Lied 9 blieb man ganz konsequent beim aktuellen Album,
bevor man mit Slow Pulse Boy in den Backkatalog einstieg. Simon kauerte hierbei auf dem Boden, während sich die Gitarren trippelnd nach vorne arbeiteten. Dann stand der elegante Sänger auf und stand kerzengerade hinter seinem Mikro. Die Stimmung war knisternd und wurde nur von kurzen wavigen Riffs unterbrochen. Als der Schlagzeuger loslegte, kannte der Engländer neben mir wieder kein Halten. "Bum-Peng, Bum-Peng", die Hiebe die der Drumer verteilte, kamen angeflogen wie Boxschläge. Simon steigerte sich stimmlich in Extase, er schrie jetzt förmlich, aber der Song verließ nie vollständig seine harmonische Grundform. Ein Schocker ersten Gütegrades, das Publikum jubelte!

Maps in Her Wrists And Arms kam dann vom hochgelobten 1986 er Album Virus Meadow und erinnerte mich recht stark an Echo & The Bunnymen, was ein Kompliment ist.

Ein weiterer alter Song wurde mit Vincent Craine präsentiert, es gibt davon bei youtube einen passablen Livemitschnitt, den ich hier beifüge, damit man sich selbst ein Bild machen kann.

Irgendwann später gönnten sich die vier Jungs und die eine Dame ein Päuschen von 10 Minuten. Sie kündigten das auch so an und taten nicht so , als sei schon Schluß, nur um kurze Zeit später "überraschend" zurückzukommen, wie das sonst üblich ist. Das Ganze wirkte fast wie eine Theaterpause, in der man etwas trinken gehen , oder etliche CDs und auch eine limitierte Live -
DVD von Genf 2006 erwerben konnte. Die T-Shirts gingen schon jetzt weg wie die warmen Semmeln und die nette Dame am Merchandising Stand hatte wirklich sehr gut zu tun. In den letzten zwei Tagen habe ich auch gemerkt, woran das liegt: CDs von And Also The Trees im Laden zu bekommen, ist nämlich gar nicht so einfach! Bei den riesigen Plattentempeln Fnac und Virgin herrschte diesbezüglich absolute Ebbe. "Können wir bestellen, dauert aber bestimmt zwei Wochen", so die knappe Auskunft des gelangweilten Verkäufers...

Hätte ich doch bloß auch zugeschlagen!

Es ging nun weiter und mindestens fünf bis sechs Lieder wurden gespielt,
eins schöner und dramatischer als das andere. Mindestens zwei Lieder stammten dabei von dem 2003 er Album Further From The Truth, das hatte Sänger Simon so verkündet. Ich glaube auf der Setlist wurden diese Stücke nicht erwähnt, wer also weiß, um welche Songs es sich handelte, kann sich im Kommentarteil melden. Ohnehin bin ich auf ein wenig Mithilfe angewiesen, denn ich weiß auch nicht, wie die ultime Zugabe hieß (war es wirklich Virus Meadow?). Das Publikum ging dabei unglaublich gut mit, niemand hielt es jetzt mehr auf seinen Sitzen. Kein Wunder, es war auch wirklich wahnsinnig mitreißend und so verließ ich das Konzert mit dem herrlichen Gefühl eine neue Lieblingsband für mich entdeckt zu haben!



01: Domed
02: The Beautiful Silence
03: Under The Stars
04: A Man With A Drum
05: The Legend Of Mucklow
06: The Saracen's Head
07: Candance
08: Rive Droite
09: Slow Pulse Boy
10: Maps In Her Wrists And Arms
11: The Dwelling Place
12: Vincent Craine
13: Jack
14: Headless Clay Woman
15: Gone!... Like The Swallows

16: Virus Meadow

Anmerkung: Ich habe die Setlist so abgetippt, wie sie auf dem handgeschriebenen Zettel zu lesen war. Es wurde aber mehr gespielt, zum Beispiel auch Dialogue am Schluss.

Links:

- Mehr Fotos von And Also The Trees hier
- Virus Meadow live im Video
- Dialogue live in London 2007
- Slow Pulse Boy live
- My Space Seite von Achim, der an einem spannenden Buch über AATT arbeitet - And Also The Trees Book Projekt.




 

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