Montag, 23. Mai 2011

Ariel Pink's Haunted Graffitti, Paris, 22.05.11


Ariel Pink's Haunted Graffitti
(Dom, The Berg Sans Nipple)
Ort: la Machine du Moulin Rouge, Paris
Datum: 22.05.11
Zuschauer: bei den Vorgruppen noch nicht so viele, bei Ariel Pink dann gut gefüllte Ränge


Schlimmer als Twin Shadow geht's nimmer?



Weit gefehlt! Eigentlich dachte ich das man den Auftritt von Twin Shadow an gleicher Stelle in negativer Hinsicht nicht mehr toppen könnte, aber Ariel Pink's Haunted Graffitti packte locker noch 'ne Schippe mehr seichten 80 er Jahre Kitsch drauf. Meine Fresse, war das fies!

Da fragt man sich, was die Leute in den Abteilungen der eigentlich bis dato immer so geschmackssicheren Indielabel zur Zeit rauchen?! Ich würde gerne wissen, was das für ein Gras ist, denn damit ist es sicherlich möglich, noch die häßlichste Frau als Sexbombe wahrzunehmen. Oder eben Ariel Marcus Rosenberg aka Ariel Pink als genialen Neuerer experimentellen psychedelischen Indiepops.

Also für meine Ohren klang das, was ich da heute hörte , grausam. Billiger Diskosound mit ekelerregender 70 er Jahre Glamsoße, ein unerträglich eunuchenhafter Gesang, Bubblegumrefrains und ein exentrischer Sänger, der aussah wie ein Typ, der sich als Frau verkleidet hat (eine Tunte würde man politisch inkorekt sagen, aber das tun wir nicht). Da hampelte er also so rum, der Kerl mit den langen blonden strähnigen Haaren und erinnerte mich irgendwie an einen jungen Udo Lindenberg ohne Hut und mit hellem Schopfe. Amüsanterweise besaß er auch Udo's Marotte, die Gitarrenparts (oder gar die Keyboardparts von denen es viel gab?) luftgitarrespielend mit den Händen nachzuahmen. Manchmal steckte er sich auch einen Finger in den Mund und ließ es ploppen wie ein kleiner Junge im Sandkasten. Nervige und hochgradig lächerliche Gesten dieser Art hatte er tonnenweise auf Lager. Optisch hatter er aber auch etwas von Ozzy Osbourne. Schon erstaunlich, da dachte man Typen wie Ariel Pink seien seit den 80 er Jahren ausgestorben und da wird mann doch glatt eines Besseren belehrt!

Ich rechne es mir hoch an, daß ich diesen Käse über eine Stunde tapfer ertragen habe. Irgendwann war es aber zuviel und ich verließ vor dem Ende den Konzertsaal.

Warum ich überhaupt gekommen bin? Man hat mich netterweise eingeladen. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul? Hmm, ich schon...

Und wie waren die Vorgruppen? The Berg Sans Nipple experimentell, anstrengend und ziemlich langweilig (obwohl sie die Einzigen waren, die ich mir theoretisch noch einmal ansehen würde) und Dom aus den USA, zunächst ganz schwungvoll powerpoppig, über die gesamte Länge dann aber doch belanglos und sehr unreif. Und damit meine ich nicht nur das Mickey Mouse T-Shirt des Sängers, sondern vor allem die musikalische Komponente. The Strokes very light.


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