Samstag, 1. Dezember 2012

Royal Republic, Karlsruhe, 30.11.12


Konzert: Royal Republic mit Gästen The Durango Riot
Ort: Substage in Karlsruhe
Datum: 30.11.2012
Zuschauer: ziemlich volles Haus, wohl etwa 700
Konzertdauer: 30 min + 80 min



"Save the nation!!'' mit diesem netten Ruf wurde ich von drei Mädels vor dem Substage nach Hause entlassen. Und das passte!

Ich bin ziemlich unbeleckt in das Konzert von Royal Republic gegangen. Den Termin hatte ich vor einiger Zeit aus der VISIONS in meinen Kalender übertragen. Als klar wurde, dass mir der Termin gut passt und bevor ich eine Eintrittskarte kaufte, habe ich mir Musikbeispiele angehört, die eine gewisse Erwartungshaltung zur Folge hatten. Und diese ist rundum auf das Beste erfüllt worden. 



Ich lade herzlich ein, darüber die Nase zu rümpfen, aber in der Sparte Alternative Rock habe ich einige wenige Helden und ansonsten überlasse ich dieses Musiksegment sich selbst und enthusiastischen jungen Männern. Dazu kommt, dass ich bisher nur sehr wenige Konzerte solcher Bands erlebt habe, die mich nicht ziemlich frustriert haben. Ich mag nicht niedergebrüllt werden, habe die Ohre nicht im Bauch, ich will nicht rumgeschubst werden und ich fühle mich ohne Bier auf den Klamotten wohler. Dann doch lieber zu Hause die Anlage aufdrehen und da abgehen und mitgrölen. Somit ist es vielleicht nachvollziehbar wenn auch nicht lückenlos logisch begründet, dass dies auch mein erstes Konzert im Substage in Karlsruhe war. Das liegt nicht am Programm dortselbst. Im Gegenteil freue ich mich immer wieder mal darüber, was für tolle Acts die nach Karlsruhe holen, aber der Mut zum Konzert zu gehen, wollte sich dann doch nicht recht einstellen, zumal wenn man dafür zwischen 20 und 25 Euro bezahlt, um sich dann doch nur zu ärgern. Nach dem ersten Versuch muss ich sagen, dass sich diese Hemmschwelle um einiges nach unten verschoben hat. Die positiven Aspekte des Abends, die gar nicht vordergründig mit der Musik zu tun hatten, waren: Es war nicht furchtbar laut (sehr angenehme Überraschung), der Abend begann pünktlich und der Umbau zwischen den Bands verlief flott. Alle Leute am Einlass und von der Security waren sehr nett, entspannt und wirkten kompetent.

Was mich dann doch noch eine Weile beschäftigen wird vor dem Entschluss zum nächsten Besuch im Substage - ich kann bei dieser Art Musik nicht vorn bleiben, wo ich aber gern sein möchte, weil ich sonst vom Konzert nicht viel sehe. Ich hatte mir einen Platz ganz außen rechts gesucht recht weit vorn. Dort war es während der Vorband und bis zur Hälfte des Konzertes ganz okay. Soll heißen, ich konnte gut sehen und einigermaßen fotographieren. Aber dann passierte es immer öfter, dass sich ganze Gruppen neben uns gegenseitig umwarfen und ich derbe an die Wand gedrückt wurde. Bier haben nur die neben mir abgekriegt. Ich habe mich dann nach hinten gerettet, wo es entspannt zuging und auch Platz zum tanzen war. Aber ist das mein Ort wenn ich bei einem Konzert bin? Es fiel auf, dass zumindest bei diesem Konzert rings um mich (sozusagen in Deckung) fast nur Frauen waren, während die ziemlich feuchtfröhlich abgehende Meute sehr überwiegend aus jungen Männern bestand, die sich absolut rücksichtslos benommen haben (und davon wohl wenig mitbekommen haben). Ich kann das nicht wirklich normal finden, zumal wenn es um eigentlich total fröhliche und entspannte Musik geht. Ich werde das nicht ändern können und ich will auch keinem den Spaß verderben. Aber die Konsequenz für mich ist dann, mich aus solchen Events zurück zu ziehen. Wahrscheinlich ist das nicht mal ein Problem für die Veranstalter, die ja ihre Halle auch so füllen können.

Jedenfalls sind die vier Schweden von Royal Republic live erste Sahne und einigermaßen groß (auch wenn sie sich darüber beklagt haben, dass sie ihre Musik schlecht ins Radio bekommen - das spricht nur gegen das Radio!) Dieser Tage spielen sie als Support für die Toten Hosen - heut und morgen z.B. in München und Stuttgart. Und auch aus eigener Kraft in Deutschland vor ausverkauften Häusern. 



Als Vorband (bzw. Gäste) gab es obendrauf noch The Durango Riot - sehr passend weitere sympathische Alternative-Punk-Rocker aus Schweden. Mich haben sie in Musik und vom Gestus her sehr an die erste Scheibe von Mando Diao erinnert. Druckvolle Nummern, die einen abholen und durchpusten. Einfach knackige Tanzmusik. Dazu wirkten sie auf der Bühne auch noch wirklich nett. Hinterher waren sie hinten am Merchtable zu finden und haben mit jedem geschwatzt und Fotos gemacht, der das wollte.


Die gute Stimmung nach dem Set der Vorband war so präsent, dass sogar die Umbauer mehrfach spontan bejubelt wurden.

The Royal Republic zogen zu einer Hymne sehr passend ein und von der ersten Liedzeile an war das Publikum absolut  textsicher dabei. Die Show am Vortag war abgesagt worden, weil der Sänger eine Halzinfektion hat. Davon hat man am Abend in Karlsruhe eigentlich nichts gemerkt. Die 80 min Show waren druckvoll, abwechslungsreich, mit witzigen Ansagen und sehr unterhaltsam. Wasser lief auf und vor der Bühne in Strömen. 


Zur Setlist gehörten Tommy Gun, Underwear, Full steam spacemachine, Addictive (in einer netten akustischen Fassung), Punch Drunk love, Strangers friends lovers strangers, Molotov und andere. Leider konnte ich mir nichts notieren...

Nach Hause begleitet hat mich der Überhit: Everybody wants to be an astronaut aus dem Zugabenteil und der freundliche Ruf der drei fremden Mädels. Es fühlt sich schon so an als wenn so ein Abend die Nation ein bisschen rettet und die beteiligten hinterher davon etwas in ihren Alltag tragen.

Tourdaten The Durango Riot


14.12.2012 Köln - Basement
21.02.2013 Hamburg - Headcrash
22.02.2013 Düsseldorf - The Tube
23.02.2013 Stuttgart - 1210
25.02.2013 München - Kranhalle
26.02.2013 Wiesbaden - Schlachthof
27.02.2013 Heidelberg - Häll
28.02.2013 Berlin - Bi NUU
01.03.2013 Chemnitz - Atomino




Tourdaten Royal Republic

04.12. 2012 Frankfurt - Batschkapp (Zusatztermin)(*)
05.12. 2012 Frankfurt - Batschkapp (ausverkauft)(*)
06.12. 2012 Trier - Europahalle(*)
13.12. 2012 Nürnberg - Löwensaal(*)
17.12. 2012 Lindau - Vaudeville(*)

19.12. 2012 Dresden - Alter Schlachthof(*)
02.02. 2013 Luxemburg - Den Atelier
03.02. 2013 Gent - Vooruit
14.02. 2013 München - Backstage
22.02. 2013 Eindhoven - Effenaar
01.03. 2013 Amsterdam - Melkweg


(*) mit The Durango Riot


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