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Montag, 3. November 2025

My sister grenadine

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Konzert: My sister grenadine
Ort: Wohnzimmer im Europaviertel
Datum: 31. Oktober 2025
Dauer: 80 min
Zuschauer: 23
 

Bericht von Renate, Fotos von Mathias und Martin (vielen Dank!)
 
My Sister Grenadine waren neben Vince Kokot (mit Ukulele, Gitarre, Metronom, Kassettenrecorder, Blasharmonika) diesmal auch Andreas Neumann (Klarinette, Bass Klarinette, Xylophon, Keys, Objekte). Mit Rucksäcken, Taschen und einer Lastenkarre trafen sie am Nachmittag am Hauptbahnhof in Karlsruhe ein, all das Gepäck passte gerade in den Kombi. In unserem Wohnzimmer eingetroffen, wurde ausgepackt, sorgfältig Instrumente und Lautsprecher aufgebaut, Beleuchtung ausgerichtet, dann wieder etwas gedimmt, damit sie das Publikum besser sehen können. Dann ein letzter Soundcheck und Pause für die beiden Musiker. 
 


Die ersten Gäste trafen ein, zwischendurch kamen Kinder an die Tür und wollten Süßes oder Saures, ein Schild an der Tür bat um Ruhe ab 20 Uhr, die Klingel wurde ausgeschaltet, jetzt ist Bühne frei für „My Sister Grenadine“. Man hätte eine Stecknadel fallen hören, so ruhig wurde es. Das Metronom schlägt, mit deutlicher Stimme hören wir von Vince „Sonne“... „Regen“...“Jahr“, die Worte aneinandergereiht, minimalistisch, im Hintergrund Geräusche aus dem Kassettenrecorder. Zunächst eine befremdliche, dann geheimnisvolle Atmosphäre, alle sind gespannt, was jetzt kommt. Jedes Stück ist anders, mal düster, mal melodiös, mal eindringlich, mal bedrohlich, die Spannung und Aufmerksamkeit bleiben und beherrschen den Raum.
 


Vince ist nicht nur Musiker, von ihm sind auch die Texte. Vieles in englischer Sprache, weil ihm das besser mit der Musik klingt, aber Sprechtexte auch in Deutsch. Nur „leuchtende Vögel“ ist keine eigene Lyrik. Sie verarbeiten damit ein Stück von Thomas Brasch und setzen die Worte in szenische Klänge. My Sister Grenadine entstand 2007 als akustisches Projekt von Vince Kokot. Nach Stationen unterschiedlicher Besetzungen stehen Vince und Andreas Neumann (Andy) seit 2023 als Duo auf der Bühne. Andy kann Klarinette und Bass Klarinette und ist außerdem der IT‘ler und Techniker. Er schließt die Augen, dreht an Knöpfen damit der Sound genau so ist wie er ihn will. 
 
 
Plötzlich titscht ein Tischtennisball durch den Raum, danach ein anderes Objekt. Andy spielt mit scheinbar banalen Objekten und setzt sie auf den Punkt musikalisch ein. Mit wechselndem Einsatz ihrer Instrumente singen sie mal solo, mal zweistimmig, meist beide von vorne, dann geht mal Vince, mal Andy hinter das Publikum und singt und spielt von dort, um ein ganz anderes Hörerlebnis zu schaffen. Sie haben keinen Manager, aber ein imaginäres Management, das ihnen immer wieder mit Rat zur Seite steht. Sie sollen mehr „happy Musik“ spielen, dann trifft das mehr Publikum. Tatsächlich haben sie eine Kiste mit solchen eingängigeren Stücken komponiert, wie vom Management empfohlen. Damit gehen sie aber sehr bedacht um. Sie machen und sie spielen die Musik, die aus ihnen kommt, sie komponieren nicht nach Erfolgschancen. Kein Mainstream.
 

Doch aus dem Publikum ruft doch einer nach „happy musik“, und sie erfüllen diesen Wunsch. Das imaginäre Management hat auch empfohlen, die Stücke zu erklären und so dem Publikum die Story dahinter mitzugeben. Das machen sie auch und auch das kommt gut an. So erfahren wir, dass sie Hauskonzerte lieben, weil sie da in Hausschuhen auftreten können, in jedem Haus andere. Wir erfahren auch dass sie für Engagement und Einsatz gegen Rassismus stehen, wohlwissend dass es ein mühsamer Prozess ist und dass sie die Ergebnisse vielleicht gar nicht mehr erleben werden. Zum Schluss gibt es noch eine Zugabe und dann einen regen Austausch mit den Gästen, es ist ein gelungener Abend.


Setlist
Intro / poem
to a void
the journey
leuchtende Vögel (Text Thomas Brasch)
those icicles
fireworks
lee
pour les oiseaux
8:46
future flames
ballad of daylight saving
fixing a riddle

interlude / poem#ballad of joy

a trivial pursuit
emma
equinox / deutscher Herbst

shelter song (Zugabe)
 


Mittwoch, 30. November 2022

Anna Shevchenko, Karlsruhe, 28.11.22

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Konzert: Anna Schevchenko
Ort: Europaviertel in Karlsruhe
Datum: 28. November 2022
Dauer:  60 min
Zuschauer: 18

 
Oft ist es eine Aneinanderreihung von Zufällen, die Menschen zusammenbringt. Seit April wohnt Nataliia bei uns. Sie kam aus Dnepro (Ukraine), als dort im Februar die ersten Bomben fielen. Einmal wurde sie an einer Straßenbahnhaltestelle von einer Frau nach dem Weg gefragt. Nataliia verstand noch kein Deutsch und musste abwinken. Irgendwie haben die beiden Frauen dann herausgefunden, dass beide aus derselben Stadt kommen. Nun sind sie Freundinnen und durch Nataliia durften auch wir Anna kennenlernen. Auf Nataliias Geburtstag hat Anna spontan ihr jüngstes Stück gespielt und das hat uns so inspiriert dass wir sie unbedingt nochmal hören wollten. Und so kam es dann auch.

Anna Shevchenko kam 2007 nach Deutschland. Bis 2010 musizierte sie mit dem "Raduga Jazz Trio" und war im Jahr 2011 als "Duett Muset" mit der Interpretation von klassischen Highlights der Musik bei verschiedenen Konzerten zu hören. Im Jahr 2012 hat Anna in Karlsruhe die Musikschule ANNAVIO gegründet. Obwohl Annas erstes Instrument ist die Violine ist, hat sie sich für diesen Abend für ein Klavierkonzert entschieden. Klavier ist für sie mit den vielen Akkorden wie ein Orchester. Alle Werke waren ihre eigenen Kompositionen - es gibt noch keine
offiziellen Tonaufzeichnungen und auch noch keine Noten. Aber es gibt zu jedem Werk eine kleine Geschichte:

1. ohne Titel - Die neueste Komposition, der Titel muss sich noch finden.

2. So ein schöner Tag - Es ist alles gelungen, man ist glücklich und frei, man spürt die Leichtigkeit
 

3. Dämmerung - etwas tiefer, langsamer und dunkler
4. Liebesgeschichte
5. Träumerei
6. Fahrradfahrt zum Strand - Die Musik erzählt, was man alles erleben kann, wenn man mit dem Fahrrad zum See oder zum Meer fährt, es gibt Gefahren, aber Anna will zeigen es ist alles gut, man hört die Bäume im Wind, sieht die Berge
 
7. Am Meer - Man geniesst den weißen Strand, türkisblaues Wasser mit wunderschönen Tieren ... d dur ohne cis...

8. Glücksgefühl - Ruhig, hell, positiv, von Herzen

9. Sommerregen - Mit der Musik hören wir ein Quietschen, es ist ungewollt und kommt von der Pedale
 
 
10. Feuerwerk - Das Quietschen geht nicht weg. Aber es gibt auch Konzerte mit Orchester und Staubsauger, wir hatten auch schon eine singende Säge in unserem Wohnzimmer. Warum nicht.
 
11. Spieluhrmelodie - Anna hatte mal den Auftrag, ein Jingle zu komponieren. Daraus entstand die Idee dieses Stücks, das mit starken Bässen den Raum füllt.

12. Computerspiel - Der Titel entstand erst, als das Stück schon fertig komponiert war. Es erinnert etwas an die elektronischen Klänge der frühen Computerspiele. 

13. Weihnachtsgeschichten - Ein Chor in einer Kirche, dann Schaufenster, ein Mädchen steht davor und sieht etwas, was sie sich sehnlichst wünscht und dann zu Weihnachten geht ihr Wunsch in Erfüllung.

14. Weihnachtslied - Für Anna ist Weihnachten so wie es in Deutschland üblich ist, wie ein Kindheitstraum. Vorsicht, Anna hatte mit diesem Stück schon Zuhörer zum Weinen gebracht.

15. Weltreise - Die Musik beginnt melancholisch, wird mit einem Flamenco impulsiv, dann wird es orientalisch, dann ein Zitat aus dem Chinesischen, dann Elemente aus einem russischen Kriegslied, den Schluss mit ukrainischer Hymne hat Anna erst später hinzugefügt, es ist ein Ende mit Fragezeichen.

16. Hoffnung -  sie stirbt zuletzt
17. Alles wird gut - Zugabe

Anna hat uns an diesem Abend in ihre musikalische Welt mitgenommen und verzaubert. Nach ihrem Konzert waren wir berührt, inspiriert und gut gelaunt.




Samstag, 26. Oktober 2019

Mt Linea, Karlsruhe, 13.10.19

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Konzert mit Mt Linea im Europaviertel Karlsruhe
Datum: 13. Oktober 2019
Dauer: 70 min
Zuschauer: 19


Bericht und Bild von Renate und Mathias - Vielen Dank!!

Angekündigt als Mt Linea kannten wir doch diese Stimme! Ja richtig, es ist Annalena Bludau. Wir waren 2015 auf ihrem Konzert in Gudruns Wohnzimmer. Danach gab sie für eine Weile keine Konzerte. Jetzt ist sie wieder auf Tour, und schon mit ihrem dritten Konzert wieder in Karlsruhe.
Sieben Stunden Autofahrt und ewige Staus, 18 mal Blaulicht, von Attendorn im Sauerland nach Karlsruhe. Dann endlich um 17:30 Uhr war sie da. Teppich für die Bühne auslegen, Beleuchtung, Soundcheck, noch ein kurzes Verschnaufen beim Abendessen und dann warteten 19 gespannte Zuhörer. 



Sie singt wie sie ist. Repetitive Songstrukturen, die Lyrics bis ins Feinste gereift, die Stücke so ausgewählt, dass sie musikalisch zu einem Spannungsbogen werden. Aber auch die von Anna-Lena gestaltete Beleuchtung trägt viel zur mystischen Stimmung bei. Ausgewählte alte Dias, aufgenommen von ihrem Großvater, projiziert auf ihr Gesicht und den Hintergrund, unterstreichen die Musik und die lyrischen Texte. Musikalisch begleitet durch die elektrische Gitarre, aber die Stimme ist im Vordergrund, ganz zum Schluss noch ein Stück zum Ausklingen, mit elektrischen Piano.  Danach plauderten die Konzertbesucher noch eine Weile und gingen dann beschwingt und beseelt nach Hause.

 

Aus unserem Archiv:
Annalena Bludau, Karlsruhe, 07.02.15
Annalena Bludau, Stuttgart, 11.10.13

Sonntag, 6. Oktober 2019

Pony Hunt, Karlsruhe, 05.10.19

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Konzert mit Pony Hunt in der Karlsruher Waldstadt
Datum: 5. Oktober 2019
Dauer: 65 min
Zuschauer: 16


Als wir 2012 das Abenteuer anfingen, Musiker*innen in unser privates zu bitten,  schafften es Hurray for the Riff Raff unser Wohnzimmer direkt nach New Orleans zu beamen. Diese Erinnerung und die Bewunderung dafür hat sich mir tief eingeprägt. 
 
An diesem Oktoberabend gelang Pony Hunt das gleiche Kunststück. Dabei waren die Werkzeuge äußerlich sehr verschieden: Hurray for the Riff Raff waren zu viert mit Fidel, Kontrabass und einem Dutzend Mundharmonikas sehr laut und im innern irgendwie auch nicht direkt hier, sondern da.
 

Jessie Antonick machte das ganz anders. Sehr still und intensiv und dem Publikum zugewandt spielte sie ein akustisches Set, das die Melancholie und doppelbödige Geschichtsträchtigkeit ihrer derzeitigen Heimat New Orleans für uns Zuhörenden direkt erfahrbar machte. 


Eingestreut gab es auch 2-3 Klassiker, aber es gab doch einige verwunderte Fragen, wie ein so junger Mensch sich so dieser Musik zuwenden kann, die hier in Deutschland so etwas Altherren-Steckenpferd ist.
 

Für mich war das eindrücklichste und schönste die wunderbare Stimme, die so warm und tief geerdet mein Herz direkt mit auf die Reise nahm. Ein Glück, dass Zoe Boekbinder ihrer Freundin unser Karlsruhe ans Herz gelegt hatte und wir deshalb die einzigen Deutschlandtermine dieser wunderbaren Sängerin ausrichten durften. Ich glaube, im direkten Vergleich mit der vorherigen einmonatigen Tour durch Frankreich haben wir gar nicht so schlecht abgeschnitten...


Und als sich auf Jessicas Seite eben die Band-Videos anschaute, da spannte sich der im Bericht eben gemachte Bogen zum ersten Konzert mit Hurray for the Riff Raff direkt und ganz konkret: Sam Doores - 2012 mit von der Partie - ist in Jessicas Band Pony Hunt auch dabei. Ebenso der Mann vom Kontrabass... Das Leben ist doch einfach verrückt!!


Montag, 10. Dezember 2018

Marla & David Celia, Karlsruhe, 25.11.18

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Konzert mit Marla und David Celia in Karlsruhe-Kirchfeld
Datum: 25. November 2018
Dauer: 120 Minuten
Zuschauer: 34


Bilder und Bericht von Gabriele - vielen Dank!

Diesmal spielten Marla und David Celia schon zum dritten Mal im Kirchfeld in Karlsruhe. Nach 40 Konzerten zur Präsentation ihres neuen Albums Daydreamers in acht Ländern war dies nun der letzte Abend der aktuellen Tour. Sie haben wirklich alles gegeben, um wieder die für sie typische intensive Atmosphäre entstehen zu lassen: gute Laune und Humor, wunderbaren Duo-Gesang mit souveräner Gitarrenbegleitung, ein virtuoses Gitarren-Solo von David, Zugaben nach Publikumswünschen (darunter beeindruckende Cover-Versionen!). Sogar ein weihnachtliches Mikrofonständer-Wunder hat nicht gefehlt.
 


Eindrücke einiger Gäste:

Karin: Ein schöner Abend mit entspannter Musik von Marla und David. Wunderbar weiche, warme, schön zusammen passende Stimmen. Auch bei diesem Konzert herrschte wieder eine besondere Atmosphäre. Marla und David verstehen es, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Die charakteristische Stimme von Marla, die gemeinsamen Lieder, das Zusammenspiel der beiden - einfach ein tolles Erlebnis!


Gabriele: Zunächst vielen Dank für die Einladung, auch im Namen meiner Mutter und ihrer Freundin! Es waren drei sehr schönen Stunden bei dir! Als ich meine Mutter fragte, ob es doof war, dass die Texte alle englisch sind, sagte sie: Ich musste die Texte gar nicht verstehen, die Melodie der Lieder war das, was ich hörte und die war sehr, sehr schön!

Chris & Heike: Charmantes Duo - fantastischer Harmoniegesang - beeindruckendes Gitarrenspiel - sehr netter Humor - coolstes Auto (auch auf dem neuen Albumcover) - sangesfreudiges Publikum - besondere Coverversion: "Black(Banana)bird" -  beste Kazoo-trötende Gastgeberin aller Zeiten!
 


Setlist:
01: Warmind Words
02: Infinity
03: Lover of Mine
04: Luddite Blues
05: Marais
06: Thulani
07: Don’t Keep It All Inside
08: Faker Baker
09: Village Life
10: Follow Me
11: Where Are You?
12: Carry It On


13: Heart Like A Dove
14: Running
15: Cactus
16: The Wind
17: Follow Me
18: Brave New Land
19: In The Wind
20: Only Love Can Break Your Heart
21: This Isn't Here
22: Daydreamers

Zugaben u.a.
Blackbird
Halleluja



Montag, 19. November 2018

Freyr Flodgren, Karlsruhe, 18.11.18

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Konzert mit Freyr Flodgren in Karlsruhe
Datum: 18. November 2018
Dauer: 45 min
Zuschauer: 23


Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Ein neuer Wohnzimmerkonzertort und ein ganz junger Musiker haben mir aufs neue bewiesen, dass an diesem Sprichwort einiges wahr ist.
 

Unser Musikprogramm im November mit Konzerten an jedem Sonntag wandert durch das Stadtgebiet von Karlsruhe über die Oststadt zum Europaviertel, in Bahnhofsnähe und schließlich nach Kirchfeld. Die Musikerinnen und Musiker aus aller Welt (New Orleans, Tromsö, Stockholm und Toronto) teilen ihre Erlebnisse und bringen Hoffnung und Freude für die, die ihre Herzen und Ohren öffnen.


Besonders bewußt wurde mir das an diesem dritten Abend mit dem jungen Schweden Freyr Flodgren, der manchmal Sehnsucht nach Island hat und doch mit einer jugendlichen Unbeschwertheit unterwegs ist, die einfach nur wohltuend und ein Stück ansteckend ist. Wir lachten zusammen über seine Vergangenheit in einer Rockband und die Ansteckungsgefahr von Rapmusik.


Dabei blieb er freundlich lächelnd sehr bescheiden und fast zu schüchtern. Das Publikum musste ihn mehrere Male betteln und schließlich fast erpressen, damit er noch mehr Lieder vorträgt und war auch mit Demo-Versionen und den folkigen Rapsongs mehr als zufrieden. Ganz egal ob die Sprache Englisch oder Schwedisch war. Seine warme Stimme und das filigrane Gitarrenspiel waren wunderbar anzuhören.


Es ist so schön, wenn sich auf diese Weise ein Punkt findet, wo Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen etwas schönes zusammen erleben und ins Gespräch kommen.


Dienstag, 13. November 2018

Port Almond, Karlsruhe, 11.11.18

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Konzert: Port Almond
Ort: Wohnzimmer im Karlsruher Europaviertel
Datum: 11. November 2018
Dauer: 60 min
Zuschauer: 26


Bilder und Bericht von Matthias und Renate - vielen Dank!!
Rune Simonsen und Erik Nilsson von „Port Almond" kommen aus Norwegen, der Stadt  Tromsö - die liegt 300km nördlich vom Polarkreis. Als sie am Mittag am Hauptbahnhof ankamen, ist es in Karlsruhe ein wunderbarer Herbsttag und wir sind nicht die einzigen, die einen Sonntagspaziergang machen: 18°C im November, sowas erlebt man in Tromsö nicht.



Auf der Fahrt durch die Stadt möchte Rune so viel wissen. Wir hoffen, dass wir seine Fragen auch richtig beantworten können, wie heißt die Kirche nochmal? Schloss, Kunsthalle, Bundesverfassungsgericht, Rune ist gleich interessiert an geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Er studierte Geschichte in Berlin, liest viel, nimmt auf…..und komponiert und schreibt die Lyrics für seine Musik. Ein echter Singer-Songwriter. 



Das Wohnzimmerkonzert war gleich ausgebucht, so verlockend war die Vorschau im Internet. Die Stimme von Rune überzeugt, dringt ein, und schafft eine wunderbare Atmosphäre. Wir würden gerne die Lyriks besser verstehen oder erklärt bekommen. Rune ist da ganz entspannt. Es soll gut klingen und inspirieren.

 

Begleitet wird Rune von Erik am Piano. Virtuos tanzen seine Finger über die Tasten, es klingt ein bischen nach Jazz, einige Passagen erinnern an das Köln Konzert von Keith Jarreth. Erik ist mit dem Klavierspielen aufgewachsen hat die Leidenschaft dafür von seinem Opa. Dieser war ursprünglich Seemann, danach verdiente er sein Geld mit Klavierspielen in Kneipen und Bars.
 


Erik legt seine Hand aufs Herz, man sieht ihm an, dass er die kleinen Auftritte und die Nähe zum Publikum genießt ... und das Puplikum ist begeistert.


Rune spielt einzelne Stücke aus seiner Zeit als Leadsänger bei Mount Washington und gemeinsam spielen sie Songs von ihrer neuen Platte. Diese ist rein analog in Berlin aufgenommen und nur in Vinyl erhältlich, höchste Qualität.
 


Setlist:
01: Maybe Elephant
02: Destinations
03: Sea of Mine
04: The River Ankh
05: Isle Finding
06: Proxy Boy
07: Send Your Love
08: Lisboa
09: Next Year
10: Walking Man

11: Black Wine (Z)
12: Cliff Diver (Z)

Aus unserem Archiv:
Port Almond, Karlsruhe, 11.11.18 (Gudruns Bericht)


Sonntag, 28. Oktober 2018

Garda, Karlsruhe, 27.10.18

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Konzert: Garda
Ort: Café Nun in Karlsruhe
Datum: 27. Oktober 2018
Dauer: 80 min
Zuschauer: etwa 80


Dieser Abend im Nun war magisch. Das habe ich in meinem ersten Konzertbericht über Garda im Café Nun geschrieben, der schon 6 1/2 Jahre zurückliegt. Aber es stimmt auch für das gestrige Konzert am gleichen Ort. Geblieben (bzw. wieder zutreffend) ist auch die Besetzung:
 
  Kai Lehmann ~ Gitarren, Gesang
  Ronny Wunderwald ~ Schlagzeug
  Cornelia Mothes ~ Piano, Gesang
  Frank Heim ~ Gitarre, Pedal Steel
  Lars Hiller ~ Gitarren, Lapsteel
  Karsten Pretschner ~ Bass.



Weiterhin zutreffend ist auch meine damalige Einschätzung zur Musik voller Melancholie und dem tief forschenden und etwas verwunderten Blick auf die Welt und das Leben. Und dass das Publikum im Café Nun vom ersten Moment an ganz und gar gebannt und dabei war.
 


Geändert und weiter entwickelt hat sich derweilen natürlich auch vieles: kein sitzender Kai Lehmann mehr. Es gibt eine Tee trinkende Teilmenge auf der Bühne und es wird über den 40. Geburtstag gefrotzelt. Aber schon der Titel des ersten Songs hat die wichtigste Botschaft: Made it here after all... Nachdem mir die Pause bis zum Konzert 2016 in Reutlingen schon sehr lang vorkam, sind nun noch einmal 2 Jahre ins Land gegangen, bis zum neuen Album Odds (erschienen 28.9.) und der ersten noch etwas tastenden Runde an Konzerten dazu. An Heimatorten, wo man ähnlich Freude empfindet wie hier im Café Nun.



Und es dauert nicht sehr lange, schon beim zweiten Song Wild/Lights wird der Garda Zaubertrick erfolgreich zelebriert: Er beginnt mit ein wenig Horror-feeling mit krietsch-gebremsten Gitarren und scheint ganz zurückgenommen bis er aufbricht und die erste Extase des Abends zelebriert. Und spätestens bei Oh Euphoria, my dear bleibt es nicht aus, dass ich mitgrölen muss (und kann) All we need is a promise... Ein Moment voller Glück und Seligkeit.



Es ist ein wenig lauter geworden, aber der Kompromiss des Abends funktioniert super. Es wird expressiv und es gibt Momente, die mich an verpasste Konzerte mit MONO erinnern, aber es passt ohne Ohrschutz in den Raum und haut durch die Intensität mehr die Seele um als durch Lautstärke. Die Zeit vergeht wie im Flug, bevor mit einem Klassiker 00:00 ein fast ruhiger Schlußpunkt gesetzt werden soll: die vertrauten quietschenden Klänge vom Schlagzeug als Einstieg, ruhiges fast depressives Musizieren, bevor das Klavier ein optimistisches Ende dagegensetzt.
 


Freilich muss es Zugaben geben. Und die beiden dafür ausgewählten Stücke machen mir noch einmal ganz besonders viel Spaß. Ganz besonders der "endgültige" Schlusspunkt Black mit dem inzwischen so vertrauten Gitarrenriff, das hier nach etwa 2/3 des Songs das Signal gibt, dass die Post abgeht wie bei einem Dampfzug kraftvoll, wenn auch bergauf und dadurch gebremst. Ein herrlich befriedigendes Finale für ein Konzert, das mich noch neugieriger darauf gemacht hat, was uns wohl im Dezember in der Elbphilharmonie erwarten wird.


Setlist:
01: Made it here after all (Odds)
02: Wild/Lights (Odds)
03: Upper/lower water course (HoP) Sehr ruhig und nachdenklich
04: Oh Euphoria, my dear (HoP) mitgrölen
05: Meds (Odds)
06: Disappear (Odds)
07: Iron (Odds)
08: Hunter (Odds)
09: 400 Pages (Odds)
10: This City is ours (DTd)
11: Vessels (HoP)
12: Are we (...)? (Odds)
13: 00:00

14: A guilty conscience (Z) beide HoP
15: Black (Z) 

 

Aus unserem Archiv:
Garda, Reutlingen, 29.07.16
Garda, Karlsruhe, 15.04.14
Garda, Dresden, 01.09.13
Garda, Mannheim, 31.05.13
Garda, Lörrach, 02.03.13
Garda, Karlsruhe, 20.04.12
Garda, Paris, 15.10.08



Samstag, 22. September 2018

Plumes, Karlsruhe, 21.09.18

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Konzert: Plumes (Solo)
Ort: Klaras Wohnzimmer in der Karlsruher Oststadt
Datum: 21. September 2018
Dauer: 60 min
Zuschauer: 12


Der 21. September ist für mich immer ein besonderer Tag wegen eines besonderen Geburtstagkinds. Traditioniell wird er von mir als Sommerausklang bewußt wahrgenommen. Oft genug mit (spät)sommerlichem Wetter und aktivem Auftanken für den Winter, der sich kurz danach jäh in den rapide kürzeren Tagen Wirkung auf mein Gemüt verschafft. Das Karlsruher Wetter hatte 2018 die ganze Woche Hochsommer mit 31 Grad Celsius aufgelegt - bis am späten Nachmittag des 21. doch eine Regenfront dem Herbst Raum schuf. Dafür ging am Abend die Sonne auf mit dem Charme und der Herzlichkeit der Kanadierin Veronica Charnley und ihrer Musik als Plumes.
 

Etwas überrascht stellte ich beim Schreiben dieser Zeilen fest, dass es schon mein achtes Konzert mit ihr war. Die Besetzungen waren sehr unterschiedlich, zwischendurch auch sehr ausgefallen und wir haben auch wirklich immer allerhand Dönekes auszupacken, denn sehr oft waren die Konzerte mit lustigen Geschichten am Rand garniert.  Die kleine Konzertreise durch Deutschland war aber nun erstmals eine Tour ganz ohne Mitstreiter - reduziert auf ihre wunderschöne Stimme und eine E-Gitarre (mit der heimlichen oben schon erwähnten Zutat des einnehmenden Charmes).


In ihrer inzwischen auch schon vier Jahre andauernden Zeit in Paris sind einige Lieder zu Texten von Emilie Dickinson (z.B. Will there really be a morning und Curious/furious) und Marina Zwetajewa (z.B. Where does such Tenderness come from) entstanden, die ich aus Konzerten kenne und ins Herz geschlossen habe. Daneben auch Songs zu eigenen Texten wie Jeanne und Winter Getaway und so wunderbare Kleinode wie Love is like seeweed, was ähnlich simpel und dabei doch so sprechend ist wie das schon uralte Phonebooth mit überraschenden inneren Bildern. Es wäre schön, das auch bald mal auf einem Tonträger richtig produziert zu finden... ebenswo wie das das Konzert abschließende Golden Gourmande - das Hochlied auf Crème brûlée.

Es ist so schön, dass Klara den Rahmen für einen so wunderschönen Abend geschaffen hat.


Aus unserem Archiv: 
Plumes, Landau, 19.04.18
Plumes, Dresden, 01.09.17
Plumes, Karlsruhe, 31.08.17
Plumes, Darmstadt, 16.04.15
Plumes, Karlsruhe, 23.03.14
Plumes, Karlsruhe, 22.03.14
Plumes, Mainz, 26.04.13





Montag, 25. Juni 2018

Nicolai Köppel, Karlsruhe, 23.06.18

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Konzert: Nicolai Köppel
Ort: Karlsruhe Europaviertel
Datum: 23. Juni 2018
Dauer: 90 min
Zuschauer: 13



Bericht und tolle Fotos von Renate & Matthias - Vielen Dank!!

Im Theater „Die Käuze“ bei Kleinkunst im Wald“ haben wir Nicolai Köppel zum ersten Mal auf der Bühne erlebt. Wir waren ganz angetan von den Texten, seiner Mimik und Wortakrobatik sowie seiner frech-fröhlichen Art. Mit seinen Knalltüten – das ist die aktuelle CD -  gingen wir nach Hause. „Gibt er wohl auch Wohnzimmerkonzerte?“ sinnierten wir, “das wäre doch toll, wenn wir ihn bei uns begrüßen dürften….. nein, er ist bestimmt viel zu berühmt, das macht er nicht“. Schließlich schrieben wir ihm und bekamen prompt eine positive und so sympathische Antwort. 


Dass am vereinbarten Konzerttermin Fußballweltmeisterschaft ist und Deutschland gegen Schweden spielt, hatten wir nicht bedacht. Treue Konzertbesucher haben sich trotzdem für Nicolai Köppel entschieden, und das haben sie sicher nicht bereut! 



Eigentlich schreibt er Lyrik, Geschichten, Bücher, Shorties, Musicals und Drehbücher. Noten kann und braucht er nicht. Mit Gitarre, Mundharmonika und seiner ausdrucksvollen Mimik zog er uns in seinen Bann. Bis zur Pause waren alle mucks-mäuschenstill, niemand wollte etwas verpassen. Wir hingen ihm an den Lippen, lauschten seinen Liebesliedern, den traurigen und den  glücklichen sowie den Quatschliedern. Wir finden, dass sie sowohl musikalisch als auch textlich aus der Feder von Funny van Dannen sein könnten.


Nach der Pause kam der Zahngesundheitshamster, der allgemein für herzliche Lacher sorgte. Die Kinder lieben ihn und die Lehrerinnen finden ihn ganz niedlich. Fühlt er sich wirklich wohl in seiner Rolle? Die Stücke geben Rätsel auf. Warum war der Käfig leer und der Zoowärter wusste von nichts? Im Graben liegt ein Mensch, warum ist er gefesselt und nur mit Blättern bedeckt? Es bleibt Raum für Phantasie, Interpretation. Wer hat die schönste Freundin, ist es David, oder Johannes, oder Lutz, er oder Thorsten? Was bringt Schönheit, wenn das Licht ausgeht? Die Freundin soll auch schlau sein und auch viel Geld verdienen. Ganz praktische Tipps gab er in seinem Stück Ich verlieb mich in Dich.



Der Klassiker ist immer noch der Gnom auf dem Balkon. Da geht es um beobachtet werden, um mögliche Gefahren oder doch verpasste Chancen? Viele Werke sind noch unvollendet und wir sind schon gespannt, wann sie auf die Bühne kommen. Zum Beispiel das von der Fußballweltmeisterschaft in Russland. Einige Takte hat er uns vorgespielt, das Ende ist aber noch offen! Verraten hat uns Nicolai schon von seiner Idee, bekannte Musikstücke anderer Interpreten ins schwäbische zu übersetzen. Die exklusive Kostprobe in der Pause war schon mal vielversprechend. Wir sind gespannt.

Setlist:
01: Verlieb dich in mich
02: Der Gnom
03: Küche Richtung Stadt
04: Ausgeheult
05: Mein Mädchen
06: Traum nach schwerem Essen (Tl. 2 der "Bruce-Trilogie")
07: Maßholderbach
08: Fangfrage

09: Seit du mich verlassen hast
10: Das Viech
11: Nachgefragt
12: Die Freundin von Torsten
13: Der Hamster
14: Schleichweg
15: Überreagiert
16: Schachhooligan
17: Knalltüten

Montag, 30. April 2018

Café Negro, Karlsruhe, 27.04.18

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Konzert mit Café Negro in Karlsruhe-Kirchfeld
Datum: 27. April 2018
Zuschauer: 42
Dauer: 125 min
 

Bericht und Bilder von Heike/Gabriele und Olaf - vielen Dank!

Ein deutsch-kolumbianisches Freundschaftsprojekt stand am 27. April im Mittelpunkt eines Wohnzimmerkonzerts bei Gabriele im Stadtteil Neureut-Kirchfeld. Das Karlsruher Duo Café Negro, bestehend aus Cristhian de Vries Panesso (Gesang) und Günter Hellstern (E-Piano), wurde 2017 ins Leben gerufen. Ihr Repertoire reicht von argentinischem Tango über brasilianischen Samba und karibischen Reggae bis hin zu bekannten kolumbianischen Pop-Balladen.


Günter und Chris holten das Publikum zu Konzertbeginn mit zwei gefühlvollen Stücken ab, um anschließend mit heißen Rhythmen die Tanzlust zu wecken. Da das Wohnzimmer bestuhlt und mit vielen Zuhörern gefüllt war, bot sich die Küche als gerne genutztes Parkett an. 



Mit seiner ausdrucksstarken Stimme, die mal weich und traurig, mal intensiv und lebendig klingt, nahm Cristhian das Publikum schnell für sich ein, während Günters virtuoses Klavierspiel zwischen jazzigen und lateinamerikanischen Elementen für Begeisterung sorgte – mit seinen Solis riss er die Gäste mehrfach zu spontanen Beifallsstürmen hin.
 

Dank mehrerer Zugaben spielte Café Negro über zwei Stunden, unterbrochen von einer etwa 20-minütigen Pause, die das altersmäßig bunt gemischte Publikum mit den beiden Musikern in Kontakt brachte. Mit viel Humor beugten sie sich zum Abschluss scheinbar widerwillig den hartnäckigen Forderungen nach dem Sommerhit „Despacito“ und entließen so viele begeisterte Zuhörer nach einem energiegeladenen und stimmungsvollen Wohnzimmerkonzert ins Wochenende.

Setlist:
01: Vuelvo al Sur
02: Locura Mía
03: Amar Pelos Dois
04: Mujer Divina
05: Besame Mucho
06: Garota de Ipanema
07: Mas Que Nada
08: Dulcito de Coco
09: Fly Me to the Moon
10: Quizaz
11: Ojalá
12: El Raton
13: Malena
14: Besos Usados
15: Un Monton de Estrellas
16: Lagriamas Negras
17: El Cantante
18: Despacito



 

Konzerttagebuch © 2010

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