Dienstag, 18. Dezember 2012

White Fence, 10.12.12


Konzert: White Fence (The Feeling Of Love)
Ort: Le Point Ephémère
Datum: 10.12.2012
Zuschauer: ausverkauft, also etwa 400




Das sehr dynamische und in musikalischen Dingen äußerst geschmackvolle Collectif MU feierte in dieser Woche seine 10 jährige Existenz und da mischte ich mich gerne unter die Feiernden. Die ganze Woche über fanden Konzerte, Clubabende, Projektionen und am Wochenende sogar ein Indie Weihnachtsmarkt (natürlich ohne Nikoläuse und so nen Kram) statt und gestartet wurde am 10. Dezember im Szene-Club par excellence, dem Point Ephémère.

Feeling of Love aus Frankreich hießen die Opener und mit ihrer Mischung aus The Fall und Gun Club machten sie ihre Sache sehr ordentlich.

 


Dann aber warteten alle auf die Headliner White Fence. Der Laden war richtig knackig voll und dies obwohl sehr viele Insider und Szenegänger und keine Musiktouristen da waren. Nachdem Ty Segall die Pariser Musiknerds mit seinem rüden Garagenrock kürzlich beglückt hatte, wollten nun alle sehen, ob White Fence, die oft mit Ty Segall zusammen gespielt und aufgenommen haben, ähnlich einschlagen würden.



Ich positionierte mich weit vorne auf der Treppe und sah dann auch schon die Band, die ihren Kram aufbaute. Der Leader von White Fence, Tim Presley, stellte sich als ein ganz dürres, seltsam ältlich wirkendes Männchen mit Lockenmatte heraus. Ich könnte ihn schon als Bandmitglied der Strange Boys gesehen haben, konnte mich aber an seine Fratze nicht erinnern. Wahrscheinlich war er beim Konzert der Strange Boys im Nouveau Casino 2010 einfach nicht dabei.



Egal, seine Band White Fence spielte eh viel härter und kompromissloser als die Strange Boys auf. Die vier mürrischen Typen ließen es eine Stunde lang richtig krachen. Dabei war ihr psychedelischer Garagen Rock im Stile der 1960 er Jahre alles andere als unmelodiös.

Schon Opener Mr. Adams wartete mit äußerst lässigem  kalifornischem Feeling auf und entfaltete auf Anhieb seinen Lo-Fi Charme. Der Song klang wesentlich rockiger und roher als auf Platte, was im Übrigen für das gesamte Set galt. Bei She Relief zum Beispiel heulten die bluesig angehauchten Gitarren saulaut auf und machten trotz (oder gerade wegen?) des schweineriffigen Charakters tierischen Spaß.

 


Hier wurde der Fuß nie vom Gaspedal genommen und ganz schnörkellos und nonchalant nach vorne gespielt. Wieder einmal wurde deutlich, daß Livemusik mit den Studioaufnahmen nicht viel gemein hat. Die Lautstärke, das Tempo, alles war deutlich verschärft. Hört man in der Konserve die Beatels, die Kinks, die Beach Boys oder die Mamas und Papas raus, klang das hier eher nach The Fall, den Stooges oder den Black Lips.

 

Einzelne Lieder in einem sehr gut geölten Set hervorzuheben, wäre unpassend. Es gab weder den einen großen Hit noch Rohrkrepierer und die Stücke dauerten eh meistens nur 2 einhalb bis drei Minuten.

Regungen zeigten die Musiker so gut wie keine, Ansprachen oder gar Anekdoten ließen die coolen Boys ganz aus.

Eine Stunde lang ging das so, dann waren alle naßgeschwitzt, aber froh dabei gewesen zu sein. Eine knackige, eine kurzweilige Angelegenheit.

Ein super Start in die Feierwoche für das Colletic MU!

Setlist White Fence, Point Ephémère, Paris

01: Mr. Adams
02: The Love Between
03: Lilliana (Won't You Play The Drums?)
04: Chairs
05: Baxter Corner
06: Lizards First
07: She Relief
08: The Pool
09: Breathe Again
10: Enthusiasm
11: Sticky Fruitman Has Faith
12: Harness

13: Get That Heart




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