Mittwoch, 2. Mai 2012

Sea Of Bees, Paris, 01.05.12


Konzert: Sea Of Bees
Ort: L'International, Paris
Datum: 01.05.12
Zuschauer: 200 oder so (der Eintritt ist frei im International)
Konzertdauer: etwa 40 Minuten


Sie singt wie ein Schlumpf. Oder: alle Melodien auf Orangefarben klingen gleich.



Abfällige Bemerkungen wie diese musste ich kürzlich zu Sea Of Bees im französischen Musikmagazin Magic und im britischen Mojo lesen und konnte nur mit dem Kopf schütteln. Schließlich ist die Stimme von Julie Ann Bee doch wirklich außergewöhnlich toll und die Melodien auf dem neuen Album orangefarben nun wirklich abwechslungsreich.

Aber gut, auch negative Kritik ist zu respektieren, schließlich wäre es ja unnatürlich und suspekt, wenn jeder Künstler auschließlich positiv besprochen würde. Wir hier auf dem Konzerttagebuch kümmern uns ohnehin in erster Linie um die Livedarbietung und da kann ich Julie, ihrer Gitarristin Amber Padgett und den beiden englischen Begleitmusikern wirklich packende Shows bescheinigen.


Julie legte sich schon wie kürzlich im Rough Trade Store wahnsinnig ins Zeug, gab ihr Allerbestes, lebte ihre Lieder intensiv und rauschhaft aus und sang so unglaublich nahegehend, daß mein Endorphinausstoß um das Zehnfache gesteigert wurde. Von wegen Schlumpf! Arschlecken ihr anderen Schreiberlinge! Auf Julie lass ich nix kommen. Und auch ihre Backgroundsängerin Amber schrie sich wieder die Seele aus dem Leib. Nebenbei erwähnt sah sie in ihrem hautengen kurzen Rock und mit der kessen Strumpfhose saumäßig sexy aus, aber lassen wir es mit dieser Anmerkung mal damit gut sein.


Leider gab es aber dennoch Haare in der Suppe. Dies hatte aber überhaupt nichts mit der Band zu tun. Übeltäter waren wieder einmal die obszön laut plaudernden Besucher im International, die in vielen Sprachen (englisch, spanisch, italienisch) palaverten, ohne Rücksicht auf die echten Fans zu nehmen. Das verstehe wer will! Die Konzerte finden im Keller statt und oben gibt es eine umgebaute Bar, in der man sich ausgiebig unterhalten kann. Warum gehen diese Ruhestörer dann runter und beeinträchtigen den Konzertgenuß? Ein anderes Ärgernis war die Ansetzung von Sea Of Bees als erste Band des Abends. Normalerweise spielen die Headliner immer später, fangen quasi nie vor 22 Uh/22 Uhr 30 an. Heute wurden Julie und Band aber bereits um 21 Uhr 15 auf die Bühne gejagt, so daß ich 4 Lieder des ohnehin nicht sehr langen Sets verpasste.

Unter dem Strich blieb mir dann nur noch ein zwanzigminütiges Konzert mit hohem Geräuschpegel. Sea Of Bees waren aber wieder so gut, daß sich die Sache trotzdem gelohnt hatte. Schließlich bekam ich ja auch noch das höllisch ohrwurmige Wizbot präsentiert und auch das von wundervollen Harmoniegesängen bestimmte Girl kam zum Vortrage. Ein super Song, der total Laune machte.



Ganz zum Schluß performte Julie dann noch einmal solo die nahegehende Ballade The Woods, die sie immer so prima gestenreich untermalt.

Zu einer Zugabe kam es leider nicht mehr, aber Julie und Amber konnte man noch in dem Club antreffen und Lust zu plaudern haben die beiden immer. Sind sehr herzliche Mädchen, die jetzt noch mal noch für ein paar Konzerte nach London reisen, bevor es zurück ins heimische Kalifornien (Sacramento) geht, das sie inzwischen schwer vermissen. Welches Konzert ihnen auf der absolvierten Tour am besten gefallen hat? Das in der Haldern Pop Bar!



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