Dienstag, 22. Mai 2012

Exitmusic & Trailer Trash Tracys, Paris, 21.05.12


Konzert: Exitmusic & Trailer Trash Tracys

Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 21.05.12
Zuschauer: halbvoll (ich bin Optimist), alos etwa 150


Hä? Waren Exitmusic wirklich so schauderhaft, oder war ich nur schlecht gelaunt?

Die Reaktionen meiner Freunde und Bekannten ließen auf die zweite Variante schließen. Die äußerten sich nämlich hinterher durch die Bank weg ziemlich begeistert. Ich allerdings verbuchte ein viel zu bombastisches Konzert mit einer Sängerin, die Züge einer Heulboje in sich trug. Schrecklich wie weinerlich Aleksa Palladino sang, noch schlimmer wenn die Songs zur Mitte hin explodierten, die Emphase turmhoch nach oben geschraubt wurde, die Schwülstigkeit keine Grenzen mehr kannte. Manchmal hätte ich wirklich am liebsten dem Band-Namen enstprechend den Exit gesucht.

Wie war es möglich, daß eine solch gekünstelte Gruppe bei Secretly Canadian, einem vorzüglichen Label (Bowerbirds, Sharron van Etten, Julie Dorion u.v.a.), gesignt ist? Wie kam es, daß selbst der ansonsten so geschmackssichere Eike vom Klienicum sich wohlwollend über Exitmusic äußerte?

Noch einmal die eingangs gestellte Frage: war ich einfach nur schlecht gelaunt? Schließlich war der gespielte musikalische Stil eigentlich ja schon zeimlich nahe dran an meinem Beuteschema. Traumversunkene Stimmung, ein ätherischer Gesang, shoegazige Gitarren (gespielt von Devon Church, dem Ehemann von Aleksa), was wollte ich eigentlich mehr? Oder was wollte ich weniger? Nun, ich wollte eben weniger Überladenheit, mehr Zurückhaltung und Subtilität, weniger Pathos. Auf der Platte klingt die Stimme von Aleksa angenehm nach Emily Haines von Metric, live erinnerte sie mich hingegen an Furien wie Soap & Skin oder Zola Jesus und der Sound an Beach House auf Prozac. Dabei ist das Liedmaterial nicht schlecht, The Sea und The Hours in der Konserve durchaus gut.






Aber bei Passage, dem Titeltrack zum Album, wurde noch einmal deutlich, warum bei mir der Daumen letztlich nach unten ging. Der Song fing zärtlich und berührend an, verlor sich dann aber in einem an Bombast nicht zu überbietendem Finale, bei dem mir die hysterischen Gesänge der Serienschauspielerin Aleksa Palladino den letzten Nerv raubten.

Guckt euch bitte das Video in Ruhe an und urteilt selbst. Ab 2:01 wird es für mich quasi unhörbar.



Fotos und Bericht Trailer Trash Tracys folgen!



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