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Dienstag, 1. Oktober 2019

Mermaidens, Paris, 17.09.19

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Konzert: Mermaidens
Ort: L'International, Paris
Datum:17.09.2019
Zuschauer: etwa 50

Die junge Band Mermaidens aus Neuseeland sollte man unbedingt auf dem Schirm haben. Es handelt sich um ein Trio, bestehend aus Gussie (Gitarre, Gesang), Lily (Gesang, Bass) und Abe an den Drums, das ich vor ein paar Monaten schon einmal in Paris gesehen hatte. Am 15. Mai im Supersonic war das und damals spielten sie vor Hand Habbits. Ihr Auftritt hatte mir so gut gefallen, dass ich sie heuer im International wiedersehen wollte.



Sie spielten erst gegen 22h30 nachdem zuvor lokale Bands auf dem Programm gestanden hatten. Das Publikum war wohl mehrheitlich für diese französischen, mir völlig unbekannten, Acts gekommen, denn bei den Mermaidens waren wir nicht mehr sehr viele, vielleicht gerade mal 50 Leutchen ! Ärgerlich, denn Neuseeland ist ja nicht gerade um die Ecke. Da fliegen die jungen Musiker Tausende von Kilometern nach Europa und die Clubs sind noch nicht mal richtig voll.



Aber sei's drum, die Zeit der Mermaidens wird sicherlich noch kommen, denn ihr Sound ist kompromisslos hart und direkt, vernachlässigt aber auch die Melodien zumindest nicht völlig. Auf Platte ist das Ganze ohnehin lieblicher und weniger roh, live hingegen gibt es ordentlich was auf die Ohren. Drummer Abe trieb von hinten mächtig an und die blonde Gussie schrie sich manchmal die Lunge aus dem Leibe. Viel sanftmütiger und verträumter schien die brünette Bassisten Lily zu sein. Sie sang auch ab und zu in führender Rolle, war aber eher die Zweitsängerin.



Begonnen hatten die Mermaidens ihr knackiges mit einem drei Jahre alten Stück namens Undergrowth. Düster und geheimnisvoll die Stimmung, verwunschen und sogar ein wenig gruselig. Der Song starte ruhig, wurde zur Mitte hin dann aber fetzig und. schnell.


Balladen im klassischen Sinn gab es ohnehin keine, lediglich Passagen in den kurzfristig das Tempo runtergefahren wurde. Ein Wechselspiel zwischen Spannungsaufbau und ekstatischer Entladung, fast ein wenig wie bei Scout Niblett. Zu nennende Referenzen haben alle irgendwie etwas Grungiges, man dachte auch an Nirvana oder PJ Harvey.



Toll war Cut It Open mit seinem gemächlichen Intro und dem hohen Gesang von Gussie. Ich mochte auch die Gitarrenmelodie die sich durch das ganze Stück zog.

Erwähnenswert auch I Might Disappaear, ein intensiver Track mit Hitpotential, der in einer gerechten Welt hoch in den Charts wäre.


Das Trio beendete sein Konzert mit Cold Skin, einer Nummer bei der am Ende die Gäule durchgingen! Saftiger Rock war angesagt! Da flogen die Haare der Mädels wild durch die Luft!

Ein Klasse Konzert!Hinterher kaufte ich mir konsequenterweise ihr neues Album am Merch.

Setlist

Undergrowth
She's Running
Wander
Cut It Open
Bastards
I  Might Disappear
Satsuma
Cold skin

Mittwoch, 11. September 2013

The Elwins, Paris, 10.09.13

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Konzert: The Elwins
Ort: L'International, Paris
Datum: 10.09.2013
Zuschauer: etwa 30-40
Konzertdauer: etwa 40 Minuten


The Elwins aus Kanada spielten heute abend im Pariser International frisch und unbeschwert auf und erinnerten dabei stilistisch an Bands wie die Shins, die Strokes oder die New Pornographers, ohne ganz an die Klasse und Hitlastigkeit der vorgenannten Gruppen heranzureichen. Die Elwins sind sicherlich keine neue Sensation, aber eine kleine nette Indiekapelle, die Spaß macht. Ich empfehle deshalb ihre Konzerte in Deutschland. Falls ich die Zeit finde, werde ich auch gerne noch ein paar mehr Worte über ihr Pariser Konzert verlieren, das im Übrigen deutlich rockiger ausfiel, als man es von den poppigen Studioversionen erwarten konnte. Warum allerdings ein Beyoncé Cover gespielt werden musste, weiß ich auch nicht.





Konzerttermine:

11.09.2013: Schorndorf, Manufaktur
12.09.2013: Hannover, Glocksee
13.09.2013: Erfurt, Franz Mehlhose
14.09.2013: Freiburg, Swamp
15.09.2013: Offenbach, Hafen 2
17.09.2013: Zürich, Rote Fabrik
18.09.2013: Nürnberg, Muzclub
19.09.2013: Luzern, Schüür
20.09.2013: München, Atomic Café
21.09.2013: Aflenz (Österrecih), Sublime
23.09.2013: Wien, Rhiz
24.09.2013: Innsbruck, PMK
25.09.2013: Köln, Blue Shell
26.092013: Dresden, Bärenzwinger
27.09.2013: Berlin, Magnet
28.09.2013: Hamburg, Reeperbahnfestival
29.09.2013: Oberhausen, Druckluft





Samstag, 3. August 2013

Dark Rooms, Paris, 01.08.13

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Konzert: Dark Rooms
Ort: L'International, Paris (und Wohnzimmer in Bagnolet 23.07.2013)
Datum: 01.08.2013
Zuschauer: etwa 50
Konzertdauer: ungefähr 40 Minuten



Neue, spannende Bands für sich zu entdecken gehört mit zum Schönsten, was einem als Konzertblogger und Musikfan passieren kann. Nicht selten kommt es vor, daß man beispielsweise bei gut besetzten Festivals eine einem bis dato unbekannte Gruppe hört und postiv überrascht ist. Eher rar gesät sind jedoch die Fälle, in denen man geradezu überwältigt wird und auf Anhieb weiß, eine neue Lieblingsband erlebt zu haben. Letzteres geschah beim Wohnzimmerkonzert der texanischen Dark Rooms.



Zusammen mit etwa 50 anderen Gästen war ich Ende Juli im Proberaum (der gleichzeitig als normales Wohnzimmer fungiert) des Pariser Labels Midnight Special Records, in dem eine tolle Homeshow veranstaltet wurde. Musikalische Gäste waren die charmante Französin Cléa Vincent (Foto oben, die französische Chansons auf einem Piano klimperte), die äußerst temperamentvolle Amerikanerin Michelle Blades und eben Dark Rooms aus Texas.



Dark Rooms spielten in der Mitte des Abends zwischen den beiden anderen Acts. Eigentlich ein Quartett, aber auf dieser Europa Tour nur ein Duo, bestehend aus dem Chef des Projekts, Daniel Hart (Geige, Gitarre, Gesang) und seiner attraktiven Lebensgefährtin Rachael Ballard (Keyboard, elektrisches Schlagzeug, Backgroundgesang).



Die beiden zauberten einen Wahnsinnssound ins Wohnzimmer, der mich so wegfegte, daß ich beschloß, mir ihre Debüt CD zuzulegen und auch zum Clubkonzert am 1. August im International zu kommen.



Am ersten Tage des Augustes stand ich dann auch pünktlich um 22 Uhr im im Oberkampf Viertel gelegenen International und freute mich schon auf den neuerlichen Auftritt von Dark Rooms. Michelle Blades hatte vorher wahnsinnig eingeheizt und schwitzend und hechelnd standen ungefähr 50 Zuschauer im stickigen Kellergewölbe und sahen und hörten Daniel und Rachael zu.



Die beiden Sympathen fegten trotz der unangenehmen Schwüle durch ihr fetziges und abwechslungsreiches Set. Daniel spielte anfangs Geige, Rachal Schlagzeug. Beim Anhören der Lieder kamen einem trotz der Eigenständigkeit und Originalität schnell Assoziationen zu anderen hervorragenden Künstlern und Bands in den Sinn. Ich dachte an Owen Pallett, Andrew Bird, Patrick Wolf, Patrick Watson, James Blake, Other Lives, aber auch Radiohead, deren alter Titel Pyramid Song am Ende von Daniel solo gekonnt gecovert wurde. Das virtuose, oft geloopte Geigespiel von Daniel Hart war aber auch einfach zu klasse, noch eindrucksvoller kam jedoch seine hohe Falsettstimme rüber. Sie erinerte mich an Jonathan Meiburg von Shearwater, manchmal sogar fast an Jimmy Somervile. Was für ein Goldkehlchen! Rachael sang auch ab und zu, allerdings meistens im Background, nie als Leadsängerin.



Gegen Ende tauschte Hart seine Geige gegen eine E-Gitarre und nun wurden die besten Songs ausgepackt. The Shadow That Looms O'er My Heart und Keep It Inside im Doppelpack, das hatte Sprengkraft, verband cinematographische Epik mit Folk, Indierock und Dreampop.



The Shadow That Looms O'er My Heart war stärker als jeder von Bloggern abgefeierte Song von Other Lives. Der Ballon stieg hier höher und höher, bis er irgendwann im Weltall umherschwirrte. Das war unbestritten Bombast, aber in ungemein geschmackssicherer Form, enthusiasmierend, traumhaft luftig, episch. Ein Killersong!


Keep It Inside hatte elektronische Einsprengsel, eine spacige Note und einen tanzbaren Rhythmus. Verbunden mit dem klasglaren, hohen Gesang von Daniel Hart war der Titel einfach unwiderstehlich. Er erinnerte ein wenig an Yeasayer und Radiohead hatte eine Melodie, die sich schnell in die Gehörmuschel fraß. Ich war hin und weg, bewegte mich schwitzend im Takt des anziehenden Sounds, bis ich irgendwann völlig außer Atem war und förmlich zerlief.



Zum Runterkommen spielte Daniel dann noch wie oben bereits erwähnt das Radiohead Cover, bevor wir uns alle der Bar zuwendeten. Es ist Sommer in Paris, Konzerte sind schweißtreibend, leider schlecht besucht, aber wie man gesehen hat, unbedingt lohnswert!

Ganz ganz tolle Band! Unbedingt entdecken!

Setlist:

01: Give Up Give In
02: Beyond The Lens
03: Dans Le Noir
04: Achilles Heart
05: The Shadow That Looms O'er My Heart
06: Keep It Inside
07: Pyramid Song (Radiohead Cover)


Montag, 25. Februar 2013

Loch Lomond, Paris, 23.02.13

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Konzert: Loch Lomond
Ort: L'International, Paris
Datum: 23.02.2013 
Zuschauer: etwa 250
Konzertdauer: ungefähr 50 Minuten



Zu dumm nur, daß die Portlander Loch Lomond  Paris ausgerechnet an einem Samstag und dann noch in einem der schon von Haus auf lärmendsten Läden besucht haben. Zwar spielten die Sympathen aus Oregon vor sehr vielen Zuschauern, aber nur die wenigsten davon waren an dem Konzert interessiert. Das International ist ein Gratisschuppen und viele kommen, gerade am Samstag, nur zum Saufen und Plaudern hierhin. Warum sie das nicht im oberen Raum tun, bleibt mir nach wie vor ein Rätsel. Der feinsziselierte Kammer-Folk von Loch Lomond ging bei dem ganzen Krach leider ziemlich unter. Zu schade, denn die neuen Songs des demnächst erscheinenden Albums Dresses klangen äußerst vielversprechend, Stargeiger Peter Broderick war mit dabei und insgesamt sorgten hier zwei Violinen, zwei Keyboards und die Akustikgitarre des sanft intonierenden Sängers Ritchie für Wohlklänge.

Ich denke unter besseren Bedingungen hätte man das voll und ganz genießen können, deshalb an dieser Stelle meine Frage an die Leser? Wie habt ihr die deutschen Konzerte von Loch Lomond erlebt? Hattet ihr mehr Glück mit der Location und den äußeren Umständen? Erzählt doch mal! Ich hätter gerne selbst mehr berichtet, mich dann aber nur über die unsäglichen Störenfriede und das blöde Samstagsabendpublikum geärgert, deshalb habe ich es ausnahmsweise sehr kurz gehalten.

Hier gibt es noch deutlich mehr Fotos von dem Konzert.




Mittwoch, 21. November 2012

Female Noise Pop/New Wave Revival, Paris im Spätherbst 2012

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Konzerte: Female Noise Pop/New Wave Revival mit Video Love, Alex June, Happy New Year, Animal Bodies, Bestial Mouths, U.S. Girls
Orte: International und Espace B, Paris
Daten: 29.10.2012 (Video Love, Alex June und Happy New Year), 12.11.2012 (Animal Bodies & Bestial Mouths), 19.11.2012 (U.S. Girls)




Verschiedene Konzerte in einem Bericht zu verwursten mache ich sonst selten, aber hier passt es einfach musikalisch, so daß  eine Koheränz besteht. Bei all diesen Shows gab es nämlich Paralellen. Es stand jeweils eine Frau bzw. Sängerin an der Spitze der Band bzw. des Soloprojekts, die stilistischen Wurzeln langen in den (frühen) 1980 er Jahren und Vorbilder für all diese Acts dürften Künstlerinnen wie Blondie, Souxsie and The Banshees und X-Ray Spex gewesen sein. Dennoch klangen alle anders, manche punkiger und roher (Bestial Mouths) andere poppiger und schriller (Alex June) oder elektronischer (Animal Bodies). Die Chancen, mit dieser Musik auch einen Teil des Mainstreampublikums zu erreichen, scheinen mir bei den meisten dieser Damen gering zu sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß dies das wichtigste Ziel dieser Musikerinnen ist. Sie spielten und spielen für ein Publikum, daß zwar überschaubar, aber zu fast 100 % indie und neugierig auf schräge Kost ist.



Im International fand am 29. Oktober eine Show statt, die im Zeichen der Veröffentlichung der ersten EP von Alex June stand. Die june Dame stammt aus Chile, wohnt aber seit 2007 in Paris. Ein richtig bunter Vogel diese Alex, mit stilechter Fönfrisur im Stile der Achtziger, Glitzer-Oberteil und einem hohen Kleinmädchen Gesang, der von synthetischen Klängen begleitet wurde. Eine kunterbunte Mischung aus Lene Lovitch, Grimes, Cocteau Twins, Coco Rosie und französischen New Wave Sängerinnen. Sie sang nämlich auch ab und zu auf französisch, ansonsten aber auf englisch. Größter Hit war sicherlich das Stück Alaviksertaxz, das fast sücht machend wirkte und irgendwie stark japanisch klang. Ein wahnsinnig tanzbares Lied mit einer absolut einprägsamen Melodie, das mit dem Marketing Etat eines Majorlabels (das sie nicht hat, da sie bei dem kleinen aber feinen Lentonia Records veröffentlicht) definitiv Chancen auf eine Chart-Platzierung hätte. Also Daumen hoch für Alex June, die gefiel mir richtig gut. Was für ein Paradiesvogel! Was für eine Stimme! Und ihre Ep Plan X kaufe ich mir sofort, wenn sie auf CD erhältlich ist, bisher gibt es sie nur digital.

  Alaviksertaxz by alexjune 



Von Video Love, die vorher aufgetreten waren, gibt es bereits Tonträger. Es handelt sich um ein gemischtes französisches Duo, das ziemlich düstere Eletroklänge mit französischen Texten kredenzte. Ebenfalls ein bemerkenswerter Act mit einer leicht krautrockigen, experimentellen und industriellen Seite und... wie könnte es bei dem Namen auch anders sein!, mit Videos im Hintergrund.

  video love by Lentonia  

  TROU NOIR by alexjune


Den guten Konzertabend beschloß die in New York lebende Australierin Eleanor Logan, die unter dem Moniker Happy New Year firmiert. Ein ausgeflipptes, sehr abenteuerlustiges Mädel, das auf der Bühne sehr sexy und sinnlich agierte, ihre Stimme mit starken Halleffekten versah und ihre Gitarren- und Synthieparts loopte. Mit Noise Pop oder Dream Pop konnte man das Ganze beschreiben, denn das Girl hatte ihre helle Freude an massiv lauten Geräuschen und verhuscht-verhallten Instrumentalparts, wenngleich sie mit dem Sound nicht immer zufrieden schien. Ihr war alles zu leise und gleich mehrfach versuchte sie vergeblich, den Soundmenschen dazu bewegen, die Regler stärker aufzudrehen. 


Gegen Ende mischte sich die hübsch tätowierte Blondine gleich mehrfach unters Publikum und heizte vor allem den jungen Männern ganz schön ein. Wow, das war heiß! Ihr französisches Label heißt übrigens SVN SNS RCRDS und die haben auch noch andere gute Acts am Start. Also ruhig mal reinhören.

  HAPPY NEW YEAR 'HAPPY NEW YEAR' by HAPPY NEW YEAR 






Am 12. November 2012 gab es dann im Espace B einen ziemlich krassen Konzertabend. War wirklich was für Nachtschattengewächse, gothisch angehauchte Leute und Freunde derberer musikalischer Genüsse. Bestial Mouths aus Los Angeles machten den Anfang und der Name war gut gewählt, denn das Set hatte in der Tat eine bestialische Note. Eine hübsche brünette Furie mit pinkfarbener Strumpfhose wirbelte 25 Minuten lang wie auf Extasy durch den Saal und keifte die Gäste aus nächster Nähe förmlich an. Die meiste Zeit verbrachte sie wirklich zwischen den Fans und nicht auf der Bühne. Sie schrie wie vom Teufel besessen, guckte grimmig drein und gab, von einer formidabel aufspielenden Drummerin angetrieben, eine halbe Stunde lang Vollgas. Das war roher radikaler Punk (manche nennen das vorliegende Genre auch Deathrock) wie ich ihn mag. Gemein, furchteinflößend, höllisch schnell und immer voll auf die Zwölf. Das Ganze hatte Züge von einer Hexenverbrennung oder einem Horrorfilm und bei einem Lied stieß die Sängerin einen solch langen spitzen Schrei aus, als sei sie gerade über eine Leiche gestolpert.

  Hollowed (Live) by Bestial Mouths 


Ihr Gesang erinnerte recht stark an Siouxsie Sioux, war aber noch agressiver und hysterischer und daher auch mit der morbiden Diamanda Galas zu vergleichen. Aber nicht nur ihre Stimme und ihre außerordentliche Energie trugen zu einem gelungenen Kurzkonzert bei, sondern auch die herrlich gruseligen Synthieparts und das tribalische Schlagzeug.

Sicherlich nicht für jeden etwas, diese Band aus L.A., aber wir sind ja auch hier nicht im ZDF Fernsehgarten.

Beeindruckender Auftritt!




Setlist Bestial Mouths, Espace B, Paris

01: Deathrattle
02: Gulls
03: White Eyes
04: Hollowed
05: Small Prey
06: Yes A Great Silence Is Waiting
07: Rattling The Teeth





Animal Bodies im Anschluß waren dann ähnlich speziell, aber für softe Ohren doch wohl etwas erträglicher. Hier gab es keine spitzen Schreie und keine durch das Publikum rasende Sängerin, dafür aber schnelle harte Synthiebeats, einen verhallten Frauengesang, Machinedrums und ab und zu verzerrte Postpunk- Gitarren. Das gemischte Duo (Natasha und Sam) kam aus Vancouver/Kanada, stellte sich aber nicht vor, sondern spulte ihr Programm, zu dem sowohl das obercoole Fata Morgana als auch das rasante Venus Transit gehörte, kühl und distanziert ab. Die Rhythmen waren absolut tanzbar, aber einen Pogo legte hier und heute keiner aufs Parkett. Die meisten Leute begnügten sich damit, energisch den Kopf hin-und her zu schütteln.

  FATA MORGANA by Animal Bodies 

  VENUS TRANSIT by Animal Bodies 



Stilistisch würde ich das New Wave, Dark Wave oder Synth Punk nennen, kennzeichend war die repetitive Drummaschine und der geisterhafte Nachtwandlerinnengesang von Natasha, einer legitimen Nachfahrin von Nico.


Auch ihre Musik würde sich prima für einen Horrofilm eignen, aber auch beim Joggen dürfte der zackige Rhythmus einen mächtig antreiben und durch den Park hetzen lassen. Der Geist von Ian Curtis war manchmal nicht weit, aber Natasha sah definitiv lebendiger aus, wenngleich sie ihre Augen hinter einen schwarzen Sonnenbrille verbarg.

Animal Bodies spielten ebenfalls ein kurzes Set, das noch nicht einmal dreißig Minuten dauerte und einen etwas hungrig zurückließ. Ich hätte gerne mehr düstere Musik für mein Geld (das ich nicht bezahlt habe) gehört, musste mich aber von meiner genügsamen Seite zeigen.

Wenn die Acts mal wieder nach Europa kommen, dann bitte etwas länger. Danke, Ende der Durchsage!


  JUNGLE CATHEDRAL by Animal Bodies



So, kommen wir aber auch noch kurz auf U.S Girls zu sprechen. Obwohl man das dem Namen entnehmen könnte, handelt es sich hierbei nicht um eine amerikanische Girlgroup, sondern um das Soloprojekt einer einzigen Dame, der feschen Blondine Meghan Remy, die mich mit ihren strahlend blauen Augen ganz verrückt machte. Sie spielte am 19. November allerdings nicht allein, sondern wurde von den Jungs von Slim Twig begleitet, die auch das Vorprogramm bestritten und hierbei eine gute Figur abgegeben hatten. Gemeinsam boten sie ein druckvolles Set, daß allerdings trotzdem nicht ganz die Erwartungen erfüllen konnte. Die auf Platte so markante Kleinmädchenstimme von Meghan ging live doch etwas unter und auch der Sixties-Charme, der die Tonträger auszeichnet, kam nicht richtig zur Geltung.

Ausnahmsweise konnte ich einem Act also live weniger abgewinnen als der Konserve. Die Melodieseeligkeit und der Zuckerguss ging einfach flöten und zudem dauerte das Konzert wegen eines Problems mit der Orgel nur dürftige 25 Minuten. Viel zu wenig, um richtig warm zu werden und sich ordentlich zu amüsieren. Trost konnte man freilich hinterher finden, indem man sich den auf Fatcat Records erschienenen Tonträger zulegte, oder sich mit der sexy Meghan abknipsen ließ. 





Donnerstag, 4. Oktober 2012

Correatown, Paris, 25 & 26.09.12

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Konzert: Correatown
Ort: L'International & L'Espace B, Paris
Daten: 25 & 26.09.12
Zuschauer: International etwa 80, Espace B etwa 25
Konzertdauer: jeweilsungefähr 35-40 Minuten


Das letzte Mal hatte ich Angela Correa alias Correatown in meinem Wohnzimmer gesehen. Das war im Jahr 2010 als sie zusammen mit ihrem damaligen Freund Tom Brosseau unter dem Namen Les Shelleys alte amerikanische Klassiker neu interpretierte und auch eine tolle Oliver Peel Session spielte.



Inzwischen ist das Projekt Les Shelleys wohl beendet, obwohl eigentlich eine zweite Platte mit John Parish als Produzent geplant war. Aber Angela konzentriert sich nun wieder voll auf Correatown, ist mit dem neuesten Output Pleaides den sie gerade promotet schon bei Album vier angekommen.



Von diesem Album stammten fast alle Stücke der beiden Sets im International und im Espace B. Im International hatte Angela aber mit etlichen Störenfrieden und einem nur mittelmäßigem Sound zu kämpfen. Von den höchstens 60 Zuschauern schwätzen bestimmt 20 laut rum und nervten gewaltig. Aber auch sonst- und das hatte nicht sonderlich viel mit den Rahmenbedingugen zu tun-, klangen die Songs ganz anders als auf Platte. Nix zu spüren von verhuschtem, verhallten Dreampop, der einem aus der Konserve entgegenschallt. Stattdessen bisweilen recht saftiger Indierock und eine Sängerin, die viel Temperament und Feuer hatte. Ihr zur Hilfe stand an den Drums auch ihr Verlobter..., der aber ziemlich minimalistisch vorging. Das Liverlebnis war also wieder einmal ganz anders, obwohl die Lieder interessanterweise genau in der Reihenfolge der Studioversion runtergespielt wurden.


Gefiel mir gut, was die beiden Musiker da machten, vor allem auch weil sie trotz schwieriger Umstände ihr Bestes gaben und sehr natürlich und sympathisch auftraten. Angela ist ein Mädel ohne Allüren, ohne Eitelkeiten, keine Zicke wie so manche im Musik-Business. Vielleicht ist sie sogar zu nett, denn sie gab zu meiner Überraschung jemandem, der ihr lediglich ein Haarband geliehen hatte, ihre CD hinterher gratis in die Hand.

Ich hoffe, der Bursche weiß sein Glück zu schätzen, denn die Scheibe die mir am Anfang ein wenig harmlos erschien, entwickelt beim mehrmaligen Hören erstaunliche Growerqualitäten. Nichts ist hier plakativ, kein Song drängt sich einem auf, alles ist subtil und charmant arrangiert.

Aber vergesst nicht, was ich gesagt habe, live ist Angela ein Vulkan! Gerade beim letzten Lied Meridians schrie sie wie am Spieß und riss ganz weit ihren Mund auf. Ein super Abschluß unter ein gelungenes Konzert, das sie so ähnlich noch einmal am nächsten Tag im Espace B bot. Dort war der Sound wesentlich besser und die Leute deutlich leiser, aber leider war weniger los. Schade, schade, denn Correatown hätte mehr Hörer verdient. Ihre Stimme ist wundervoll, die Person hinter den Stücken sehr authentisch und liebenswürdig und die Arrangements der Lieder bemerkenswert.







Setlist Correatown, International, Paris

01:Valparaiso
02: Further
03: Isomer
04: Everything
05: Sunset & Echo
06: Play
07: Shine Right Through
08: The Point
09: La Serena
10: Turn On
11: Meridians



Donnerstag, 27. September 2012

House Of Wolves, Paris, 24.09.12

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Konzert: House Of Wolves
Ort: L'International, Paris
Datum: 24.09.12
Zuschauer: etwa 60-70
Konzertdauer: ungefähr 35 Minuten



Im Wettbewerb um das Schreiben des traurigsten Lieders der Welt dürfte Rey Villalobos aka House Of Wolves gute Chancen auf den Titel haben. Die äußerst sanften Melancholiker Damon & Naomi hatten in der Vergangenheit bei einem Konzert mal geäußert, daß genau dies ihr Ziel sei: "we try to write the sadest songs in the world", Nun liefern sich die Künstler unbewußt ein Wettrennen.


Auch sonst ist House Of Wolves in bester Gesellschaft. Elliott Smith, Matt Ward, Sufjan Stevens, Chris Garneau, Sparklehorse, Barzin, die Elite der depressiven Leisetreter dürfte zumindest als Einfluss für das besinnliche Ouevre des Singer/Songwriters gedient haben.

Aber Villalobos hat seine ganz eigene Geschichten zu erzählen und seine Stimme hat ein wunderbares, sehr spezielles Timbre, das einem sanften Wimmern gleicht. Gerade wegen dieser Fragilität und der Stille des Vortrages hätten die Zuschauer mucksmäuschenstill sein müssen. Dem war aber leider nicht so. So einige Störenfriede plauderten ungeniert laut und beeinträchtigen so massiv das Konzert. Vielleicht spielte Villalobos auch deshalb ein solch kurzes Set.

Aller widrigen Umstände zum Trotz konzentrierte ich mich genau auf die bewegende Musik, setzte mich direkt hinter die Box am Bühnenrand und versuchte so gut es geht, die lauten Geräusche auszublenden. Es war einfach himmlisch, wie schön der Amerikaner sang, geradezu atemberaubend, wie viel Wehmut er seiner Stimme zu verleihen mochte.

Viele Lieder stammten von dem ersten Album Fold In The Wind, so auch das Highlight des Sets 50's. "Kiss me like it's the 50's" sang Rey so eindringlich, daß mir ganz warm ums Herz wurde. Dieser Titel, eine Art kleine Schwester von Between The Bars von Elliott Smith hätte allein das Kommen gerechtfertigt. Er endete textlich mit dem Bekenntnis: "it's the bitter side of life that I like".

Aber auf Fold In The Wind sind gleich mehrer solcher Kleinode drauf. Das grandiose Label Fargo aus Paris wird das Album deshalb im November noch einmal neu herausbringen. Darauf darf man sich freuen, es ist perfekt für kalte Herbst/Wintertage, von denen wir in nächster Zeit ja sicherlich noch einige bekommen werden.

Anmerkung: Vor House Of Wolves spielte Angela Correa alias Correatown. Auch dies war ein schönes Konzert. Da ich sie aber am nächsten Tag noch einmal im Espace B gesehen habe, werde ich ihre beiden Konzerte in einem Bericht zusammenfassen. 

Aus unserem Archiv:

House Of Wolves, Paris, 17.10.11


Montag, 24. September 2012

The Helio Sequence, Paris, 22.09.12

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Konzert: The Helio Sequence
Ort: L'International, Paris

Datum: 22.09.2012
Zuschauer: 100 oder so


Kennt hier jemand das Duo The Helio Sequence aus Portland/Oregon? Es handelt sich um einen Zweier, der schon seit den späten 1990er Jahren aktiv ist und auch schon einige Alben bei dem vorzüglichen Label Sub Pop veröffentlich hat. Trotzdem ist die Band bisher an mir vorbeigegangen und wenn man bedenkt, daß ihr ursprünglich in der 500 er Location Flèche d'or geplantes Konzert (zusammen mit Amanda Mair) wegen schwacher Vorverkaufszahlen gecancelt wurde, war ich wohl nicht der einzige dem das so ging.



Dabei handelt es sich wirklich um ein gutes und entdeckenswertes Projekt, wie ich im Pariser International erfahren durfte. Sänger und Gitarrist Barnon Summers und Drummer und Keyboarder Benjamin Weikel (ein Bursche, der seltsame Grimassen schnitt) spielten nämlich ein gelungenes Set voller melancholischer Indierocknummern, die im ersten Teil vom neuen Album Negotiations und im zweiten Teil vom 2008 er Werk Keep Your Eyes Ahead stammten. Songs, die epische Phasen hatten, aber zum Glück nie allzu bombastisch wurden. Das war romantisch-hymnischer Pop, in etwa vergleichbar mit Acts wie Death Cub For Cutie, British Sea Power, Athlete, Idlewild, The Stills, Interpol Morning Runner, My Morning Jacket, Snow Patrol oder Keane. Sprich es war eingängig, melodiös und leicht pathetisch, aber im Gegensatz zu einigen der vorgenannten Bands nicht auf Teufel komm raus auf einen Refrain getrimmt. Stattdessen wurden Shoegaze- und Dream Pop Phasen eingebaut und geschickt mit Halleffekten gearbeitet.

Die besten Songs im Set? Schwer zu sagen, da es ein sehr ausgeglichenes Knzert war, in dem es keine Hänger gab, aber auch kein Überhit besonders hervorstach. Als Anspieltipps könnten Hall Of Mirros, vom dem ich ein Video eingebunden habe, oder das abschließende Keep Your Eyes Ahead dienen, das einen wunderbar forschen Vorwärstdrang hatte und Gitarrenparts aufwies, die mich angenehm an Interpol erinnerten.




Fazit: ansprechendes Konzert, empfehlenswerte Band. Und am 26. September spielen sie im Gebäude 9 in Köln!

Setlist The Helio Sequence, International, Paris

01: One More Time
02: October
03: The Measure
04: Downward Spiral
05: Negotiations
06: Hall Of Mirrors
07: Can't say No
08: Capture
09: Hallelujah
10: Lately
11: Keep Your Eyes Ahead 

Konzerttermine The Helio Sequence:

24.09.2012: Comet Club, Berlin
25.09.2012: Paradiso, Amsterdam
26.09.2012: Gebäude 9, Köln
27.09.2012: Stuk, Leuven


Dienstag, 10. Juli 2012

Michelle Blades & Andrea Perdue, Paris, 02.07.12

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Michelle Blades & Andrea Perdue (Helluvah)

Ort: L'International, Paris
Datum: 02.07.12

Zuschauer: vielleicht 80




Michelle Blades ist ein interessantes Mädel. Sie stammt aus Panama, wuchs dann aber in den USA auf und hat deshalb vielfältige Wurzeln. Das hispanische Element spürt man nach wie vor deutlich in ihrer anmutigen Musik, die sie auf ihrer schönen Ukulele zelebriert.

Aufmerksam geworden bin ich auf sie durch einen lesenwerten Beitrag auf dem Klienicum, auf dem Bloggerkönig Eike über ihr Label River Jones Music und die auf ihm vertretenen Künstler referiert. Entsprechend überrascht und erfreut war ich deshalb, als ich hörte, daß Michelle Blades im Pariser Gratisclub International auftreten sollte.


Nach einer tollen Einleitung auf Harmonium, Ukulele und Keyboard durch die entzückende Andrea Perdue, die erst kürzlich eine sehr schöne Oliver Peel Session eingespielt hatte, trat Michelle mit einer reinen Mädchenband an. Insgesamt vier hübsche Grazien teilten sich die recht kleine Bühne, es war ein erfreulicher Anblick. In der Mitte mit dem pfiffigen roten Sixties-Kleid die Sängerin mit ihrer Ukulele. Die Kolleginnnen (darunter Andrea Perdue, die auf dem gleichen französischen Label, Camaraderie Limited vertreten ist) bildeten den Chor und eines der Mädchen (eine groß gewachsene Französin in grünem Kleid) spielete auch etwas Keyboard.

Sofort fiel die eigenwillige Stimme von Michelle auf. Ziemlich rauchig, fest und wandelbar. Live weniger lieblich als auf den Studioversionen, eher bluesiger, kehliger. Und Temperament hatte das zierliche Persönchen! Sie dirigiertd wie ein Simon Rattle ihre Mädchenband, nahm dabei oft ihre Zeigefinger zur Hilfe und bezog auch das Publikum mit ein. Wer aber glaubte, so ein nett und lieb aussehendes Mädchen würde auch überaus nette Musik ohne Ecken und Kanten machen, sah sich getäuscht. Das hier war kein lieblicher Kleinmädchenfolk, sondern ein eigenwilliges un eigenständiges Projekt mit vielen Ideen, fernab von konventioneller Schmalspurkost.

Einzelne Songs kann ich aber nicht benennen oder hervorheben. Wie auf der Webpage des International vermerkt war, ging es heute auch um den Relase der Ep &, die aber nur 3 Lieder enthält, so daß natürlich auch anderes Material gespielt wurde. Absolut wundervoll und im höchsten Maße betörend finde ich das Album Mariana, das man auf der Seite von River Jones Music Label anhören kann. Ich stelle es deshalb unter meinen Bericht. Also bitte alle mal merken: Michelle Blades! Ist was für Fans von Devendra Banhart, Antony and The Johnsons, Laura Gibson und Coco Rosie.





Mittwoch, 2. Mai 2012

Sea Of Bees, Paris, 01.05.12

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Konzert: Sea Of Bees
Ort: L'International, Paris
Datum: 01.05.12
Zuschauer: 200 oder so (der Eintritt ist frei im International)
Konzertdauer: etwa 40 Minuten


Sie singt wie ein Schlumpf. Oder: alle Melodien auf Orangefarben klingen gleich.



Abfällige Bemerkungen wie diese musste ich kürzlich zu Sea Of Bees im französischen Musikmagazin Magic und im britischen Mojo lesen und konnte nur mit dem Kopf schütteln. Schließlich ist die Stimme von Julie Ann Bee doch wirklich außergewöhnlich toll und die Melodien auf dem neuen Album orangefarben nun wirklich abwechslungsreich.

Aber gut, auch negative Kritik ist zu respektieren, schließlich wäre es ja unnatürlich und suspekt, wenn jeder Künstler auschließlich positiv besprochen würde. Wir hier auf dem Konzerttagebuch kümmern uns ohnehin in erster Linie um die Livedarbietung und da kann ich Julie, ihrer Gitarristin Amber Padgett und den beiden englischen Begleitmusikern wirklich packende Shows bescheinigen.


Julie legte sich schon wie kürzlich im Rough Trade Store wahnsinnig ins Zeug, gab ihr Allerbestes, lebte ihre Lieder intensiv und rauschhaft aus und sang so unglaublich nahegehend, daß mein Endorphinausstoß um das Zehnfache gesteigert wurde. Von wegen Schlumpf! Arschlecken ihr anderen Schreiberlinge! Auf Julie lass ich nix kommen. Und auch ihre Backgroundsängerin Amber schrie sich wieder die Seele aus dem Leib. Nebenbei erwähnt sah sie in ihrem hautengen kurzen Rock und mit der kessen Strumpfhose saumäßig sexy aus, aber lassen wir es mit dieser Anmerkung mal damit gut sein.


Leider gab es aber dennoch Haare in der Suppe. Dies hatte aber überhaupt nichts mit der Band zu tun. Übeltäter waren wieder einmal die obszön laut plaudernden Besucher im International, die in vielen Sprachen (englisch, spanisch, italienisch) palaverten, ohne Rücksicht auf die echten Fans zu nehmen. Das verstehe wer will! Die Konzerte finden im Keller statt und oben gibt es eine umgebaute Bar, in der man sich ausgiebig unterhalten kann. Warum gehen diese Ruhestörer dann runter und beeinträchtigen den Konzertgenuß? Ein anderes Ärgernis war die Ansetzung von Sea Of Bees als erste Band des Abends. Normalerweise spielen die Headliner immer später, fangen quasi nie vor 22 Uh/22 Uhr 30 an. Heute wurden Julie und Band aber bereits um 21 Uhr 15 auf die Bühne gejagt, so daß ich 4 Lieder des ohnehin nicht sehr langen Sets verpasste.

Unter dem Strich blieb mir dann nur noch ein zwanzigminütiges Konzert mit hohem Geräuschpegel. Sea Of Bees waren aber wieder so gut, daß sich die Sache trotzdem gelohnt hatte. Schließlich bekam ich ja auch noch das höllisch ohrwurmige Wizbot präsentiert und auch das von wundervollen Harmoniegesängen bestimmte Girl kam zum Vortrage. Ein super Song, der total Laune machte.



Ganz zum Schluß performte Julie dann noch einmal solo die nahegehende Ballade The Woods, die sie immer so prima gestenreich untermalt.

Zu einer Zugabe kam es leider nicht mehr, aber Julie und Amber konnte man noch in dem Club antreffen und Lust zu plaudern haben die beiden immer. Sind sehr herzliche Mädchen, die jetzt noch mal noch für ein paar Konzerte nach London reisen, bevor es zurück ins heimische Kalifornien (Sacramento) geht, das sie inzwischen schwer vermissen. Welches Konzert ihnen auf der absolvierten Tour am besten gefallen hat? Das in der Haldern Pop Bar!



 

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