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Dienstag, 28. August 2018

Haldern Pop Festival, erster Festivaltag, Haldern, 09.08.18

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"Always different, always the same"

Dieser Satz soll von John Peel stammen und sich auf die Kultband The Fall beziehen. Er kam mir beim diesjährigen Haldern nicht nur deshalb in den Sinn weil The Fall Chef Mark E. Smith kürzlich gestorben ist, sondern weil er irgendwie auch auf die wundervolle Veranstaltung am Niederrhein passt, die heuer ihr 35 jähriges Jubiläum beging.


Einige Dinge sind hier wirklich immer gleich, seitdem ich 2006 zum ersten Mal im Wald am alten Reitplatz aufkreuzte. Die Kühe und Pferde auf den Weiden, die wundervollen Maisfelder auf dem Weg zum Gelände, die selbstgebastelten Schilder mit persönlichen Aufschriften wie: "Welcome back, schön dass du wieder in Haldern bist", die roten Backsteinhäuser mit den schönen flaschengrünen Fensterläden, die alten Scheunen, die vielen blonden blauäugigen Mädchen im Publikum, das Bier, der matschige Boden, der holländische Ansager, die Hauptbühne, das Spiegelzelt und die langen Schlangen davor (heuer weniger lang als in den Vorjahren), das Magazin "Dat Blatt", die Gummistiefel (2018 seltener gesehen), die Steinofenpizza, Die Handbrotzeit, die Poptaler (von denen man immer aus Versehen ein paar nach Hause schleppt), die Fotografen im Graben (man kennt sich seit Jahren vom Sehen) und so viele Dinge mehr. Auch die Bands sind teilweise gleich, oft hat man sie schon ein oder mehrfach in den Vorjahren gesehen, was man positiv als Vertrauen der Bands in das Festival oder negativ als Einfallslosigkeit der Programmgestalter auslegen kann (selbstredend optiere ich für Alternative eins). 




Zu den Wiederholungstätern 2018 gehörten Lisa Hannigan, Gisbert zu Knipphausen (Foto), Philipp Poisel, Public Service Broadcasting, Someday Jacob, Villagers, Nils Frahm, White Wine, Kettcar (Foto unten) und vermutlich auch noch andere, an deren Auftritte der Vorjahre ich mich allerdings nicht mehr erinnere, ohne bei Google nachzugucken.





Neu beim Haldern 2018 aber unter anderem Protomatyr, eine Band aus Detroit, die wohl zum ersten Male überhaupt in Deutschland spielte. Ohnehin gab es wieder etliche sehr vielversprechende Newcomer, die international hoch gehandelt werden wie Jonathan Bree, Tamino, Lewsberg oder Alabaster de Plume, von denen wir alle noch viel hören werden.


In modischer Hinsicht war  Glitzer- Schminke neu, während Renner der Vorjahre wie Seifenblasen und auf dem Rücken getragene winzige Turnbeutel out zu sein scheinen. Der Spielort Jugendheim war wohl nicht ganz neu, obwohl er mir in den Vorjahren nicht aufgefallen ist. Allerdings war ich heuer kein Mal da drin, obwohl so interessante Künstler wie Seamus Fogarty oder Nilüfer Yanya dort auftraten.


Aber das ist eine Sache, die leider immer für mich zum Haldern Pop dazugehört: ich verpasse Bands, die ich liebend gerne gesehen hätte! Teilweise liegt es an zeitlichen Überschneidungen mit anderen Konzerten, teilweise an Kraftmangel, manchmal auch an Essenspausen, die auch sein müssen um durchzuhalten. Oder aber meine Anreise verspätet sich. Ein Klassiker! Wie oft stand ich Donnerstags mittags auf der Anreise im Stau und kam später als gewollt an? Zu oft! 2018 war mir der Verkehr auf der Autobahn allerdings schnuppe, denn ich fuhr von Paris aus mit dem Zug und besitze gar kein Auto mehr. Der Zug von Köln nach Haldern hatte allerdings auch eine Stunde Verspätung. Die Umsteigemöglichkeiten waren ebenfalls wenig attraktiv und so kam ich statt 17Uhr30 erst gegen 18Uhr30 am Halderner Bahnhof an. Die bezaubernde Irin Lisa Hannigan, die in der Kirche von 17h20 bis 18Uhr10 angesetzt war, verpasste ich somit schon einmal komplett. Frustriert  schleppte ich mein schweres Gepäck und meinen schweren Körper durch den kleinen Dorfkern und dann über Feldradwege zum Gelände, checkte im Kiosk ein und bekam mein Pressebändchen mit Fotopas, wie immer flott und reibungslos.



Von Big Thief (Archivbild von mir) aus Brooklyn, auf die ich mich im Vorfeld wahnsinnig gefreut hatte, bekam ich aber nur noch die letzten 2 bis 3 Lieder draussen auf der Wiese vor dem Spiegeltent mit. Unter anderem gab es die Perle Mythological Beauty zu hören, aber für eine fundierte Konzertkritik reichten meine Eindrücke natürlich nicht. Da ich die Band um Adrianne Lenker allerdings schon zwei mal live sehen konnte, weiss ich wie berührend ihre Auftritte sind. Natürlich keine grosse Show, kein Rumgehüpfe, dafür aber viel Authentizität, Intimität, Weltschmerz und Zartheit. Ihr Album Capacity war eines der besten im Jahre 2017, im Herbst 2018 wird nun aber erst einmal ein Soloalbum von Adrianne erscheinen.



Um 19 Uhr war die Zeit der Briten Public Service Broadcasting auf der Hauptbühne gekommen. Die Burschen hatten wir ja damals auf der inzwischen nicht mehr existierenden Beergarden Stage kennen-und lieben gelernt. Die drei Alben der Band hatte ich dennoch seitdem nicht gehört, weil ich einfach mit den ganzen Veröffentlichungen nicht hinterherkomme. Damals war es noch ein Duo, heuer ist es ein Trio, bestehend aus Burschen mit den Phantasienamen J. Willgoose Esq., Wrigglesworth et JF Abraham. Gerade der 2017 hinzugestossene Bassist JF Abraham machte mir unglaublich viel Spass! Er versprühte eine Spielfreude, dass ich nur noch bekifft grinsen konnte! Wahnsinn wie gut gelaunt er war, wie er das Publikum mitriss! 



Drummer Wrigglesworth war eher gewohnt stoisch, während  der Fliege tragende Soundtüftler J Willgoose oft schelmisch grinste. Das Konzept ist noch das gleiche geblieben. Propagandavideos, musikalische Collagen aus Post Punk, Krautrock, Post Rock und Elektronika, kein Gesang, (abgesehen von den gesampelten Radionsagen  passend zu den Videos). Das Ganze war meist ungemein tanzbar und hypnotisierend und auch nicht tierisch ernst zu nehmen. Das war vielmehr Unterhaltung pur, kredenzt von drei Brille tragenden Nerds, die über sich selbst lachen können. Teilweise wurden die drei auch von einem Bläser Trio begleitet, Saxofon, Trombone und Trompete und und auch diese Musiker amüsierten sich wie Bolle. 



Wenn ich es richtig in Erinnerung habe waren sie beim Weltraumstück Gagarin dabei. Abgeschlossen wurde die Show vom dem Bergsteiger Track Everest, der die Mount Everest Erstbesteigung zeigte und in einem fulminosen Finale mit einem heftigen Platzregen endete. Da waren zwar alle im Publikum in Kürze klatschnass, aber geschmunzelt wurde dennoch.



Wer freilich den jungen Briten Jake Bugg sehen wollte, der musste schon auf Public Service Broadcasting verzichtet haben und in etwa zur gleichen Zeit in der Dorfkirche gewesen sein. Da ich aber mit Bugg nicht allzuviel anzufangen weiss, war das für mich zu verschmerzen. Viel verpasst hatte man aber möglicherweise bei dem charismatischen Reverend Beat Man and The New Wave . War im Spiegeltent von 19h45-20Uhr30 angesetzt und klang aus der Ferne sehr bluesrockig und schräg. War bestimmt 'ne coole Show.



Rüber zur Hauptbühne musste ich allerdings nun für die Amerikaner Dirty Projectors. Deren Anfänge um das Jahr 2007 herum mit dem Cover Album Rise Above hatte ich mitverfolgt, aber irgendwie habe ich in den letzten Jahren den Anschluss bei der Diskografie der Band von David Longstreth verloren und die letzten drei Longplayer nicht mehr gehört. Longstreth selbst hat in dieser Zeit seine Band total ausgewechselt, selbst die charismatische Amber Coffman (seine Ex) ist heuer nicht mehr dabei und Angel Deradoorian verfolgt nun seit ein paar Jahren ihre Solokarriere. 




Weibliche Musikerinnen gab es dennoch bei den Dirty Projectors, beim Haldern sahen wir die blonde und stark tätowierte Maia Friedmann an der Gitarre, die erfrischend aufspielende Felicia Douglass mit prachtvoller Löwenmähne am Klavier und die meist im Hintergrund agierende Pianistin Kristin Slipp mit flotter Karoshort. Alle drei sangen im Laufe des Konzertes auch einmal alleine ganz vorne und in der Mitte, ansonsten hatten sie die Rolle Backvocals beizusteuern, eine Rolle, die keineswegs minderwertig war, weil die Chöre bei der Band aus New York schon immer besonders wichtig war. Unwichtiger als früher erscheint bei den Dirty Projectors allerdings das rockige Element geworden zu sein. Sie haben sich musikalisch immer weiter Richtung R'n'B und Indie Soul bewegt, ohne jedoch ihre Identität völlig aufgegeben zu haben. Eine experimentelle Band, deren Musik ständig im Fluss ist und stets überraschend bleibt. Ein guter Auftritt !



Ich musste mich nun sputen um schnell ins Zelt zu Kevin Morby zu kommen. Sein Konzert begann um 21Uhr15 und war schon im Gange als ich eintrat. Voll war es herinnen, aber nicht ganz so heiss wie in früheren Jahren, weil der Donnerstag dieses Mal relativ kühl war. Die Stimmung war durchweg klasse und sehr entspannt, alle hier schienen hier einen guten Abend mit Morby und seiner Band (darunter die talentierte Gitarristin Hand Habbits) zu haben. Mit viel Spielfeude und Nonchalance sang sich der Lockenkopf durch sein knackiges, aber leider recht kurzes Set. Den eindeutigen Schwerpunkt hatte er auf seinen letzten Output City Music gelegt, es gab aber auch 2 Songs von Singing Saw und jeweils einen von Harlem River und von Still Life. Der Abschluss ganz schmissig mit Dorothy, Retrocharme gepaart mit modernem Gitarrensound, unwiderstehlich! Die Menge johlte und ich hätte gerne noch einen Nachschlag bekommen, aber Zugaben gibt es im Spiegelzelt grundsätzlich nicht, dafür sind die Pläne zu straff gezurrt.*



Ich blieb aber im Zelt, unterhielt mich angeregt mit 2 Mitbürgern und wartet auf die folgende Band, Broen aus Norwegen. Schon als die junge Musiker ihre Bühne aufbauten, konnte man ihren eigenwilligen Kleidungsstil sehen. 80er Jahre Windjacken, Birkenstock mit Socken, Blumenaccessoires, Fummel aus dem Vintage Laden. Ich war auf die Musik gespannt. Die klang dann schliesslich nicht öko und nach alten Socken, sondern vielmehr nach modernem, tanzbaren R'n'B, Dreampop, Freejazz und Elektro. Die Lieder wahren eher experimentell gestrickt und nicht wirklich radiotauglich, aber keineswegs sperrig oder anstrengend. Ich verbrachte eine gute Zeit mit Leadsängerin Marianne, der Tubaspielerin Heida Karine, der Synthiespielerin Anja und ihren männlichen Mitstreitern Lars Ove, und Hans. 




Eine feine Entdeckung. Ich muss mir die auf dem exquisiten Bella Union Label erschienene Debüt Platte I love Art unbedingt mal anhören!


Danach war aber Schluss für mich an diesem Eröffnungstag. Als alter Mann muss ich mit meinen Kräften haushalten. Wie tot fiel ich ins Bett...





*Hier die Setlist von Kevin Morby



City Music

Crybaby
1234
Aboard My Train
Harlem River
Parade
Dry Your Eyes
I Have Been To The Mountain
Dorothy






Dienstag, 23. Januar 2018

Rock im Saal, Haldern, 13.01.18

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Konzert: Rock im Saal
Ort: Haldern, Rees
Datum: 13.01.2018
Dauer: div.
Zuschauer: ca.600


Bericht von unserem Gastautor: Denis

Eines kann gesagt werden: Wer keinen Bock auf die Wintermonate hat und lieber dichtgedrängt vor einer überschaubaren Bühne im Schweiße anderer, sich beste Musik auf die Ohren gebend, die Zeit vertreiben möchte, der, ja der ist bei „Rock im Saal“ im Gasthof Terpfed in Haldern bestens aufgehoben!

Diese Veranstaltung, den Winter spaltend wie eine scharfe Axt das Holz, erfreut seit Jahren die Fans herausragender, oft etwas härter und rauer aufspielender Combos. Aber auch die leisen Töne, Hoffnung auf den nahenden Frühling gebend, erklingen und verzaubern den geneigten Fan, der gerade einmal 22€ für diesen Abend zahlen wird. 


Verzögerter Start (Warum auch nicht - wollten wir das Jahr nicht entspannter angehen?) mit Sonndr. Eine junge Post-Punk und No-Wave Band aus Rotterdam (NL), nur bis zum ersten TON noch aufgeregt, spielen sie ihr Set in fast professionellem Arrangement.

Erst kurzfristig sind sie ins LineUp gerutscht, nachdem sie in der HaldernPopBar einen überzeugenden Auftritt absolviert haben. Empfehlung für durchaus mehr! 


Dann schon Hope aus Berlin (D). Für mich viel zu früh und alles viel zu hell. Nach dem lichtreduzierten Act im KuBa in Kaltern (I) im zurückliegenden Herbst, begrüßt nun eine Lichterstafette diese gnadenlos geile Band um Frontfrau Christine Börsch-Supan. 

Die Musik bewegt sich im Spektrum des Ambiente, Indie und Post Rock. Herausragend! Es macht nicht nur Spaß zu hören, nein, du fängst an zu schwelgen. 

Die Leipziger Formation White Wine (D) brachte schon zum zurückliegenden HaldernPopFestival die PopBar an die Grenze der Belastbarkeit. Aber nun hier im Gasthof hatten die Jungs etwas mehr Platz. Und wenn nicht, dann halt immer rein in die Menge! Lichtschläuche und lochgebohrte Stellwände sorgten für eine Performance, die schon wirklich Spaß machte und auf den Abriss des Abend vorbereiten sollte.

Joe Haege aus den USA zog es 2014 nach Deutschland, wo der mit seiner Liebe zum Equipment und zur Musikaufnahme gleich noch ein Studio in Leipzig eröffnete, indem unter anderem auch Drangsal eingespielt haben. Hier im Gasthof ließen sie es laut an, mischten sich unters Volk und erhöhten schon mal das Tempo für IDLES (GB).Große (Vor)Freu auf‘s #OBS22. White Wine tauchen dort im LineUp auf. 

Aber was dann kam, hatte alles für ein berauschendes Fest. Laut, schnell, brutal drischt die britische Post-Punk Formation um Sänger Joe Talbott ihr „Brutalism“ Set in den Saal. 

Das lustige Schildchen am Eingang „Crowdsurfen verboten“ hatte jeglichen Einhaltungscharakter verloren. Diese Band entfesselte einen Sturm! Joe Talbott war schon Minuten vor dem Start nicht zu halten. Er schritt die Bühne auf und ab. Um Konzentration ging es hierbei sicherlich nicht.


Vermutlich musste die Adrenalinpumpe neu justiert werden, denn für das was mit den ersten Akkorden über uns hereinbrach, fehlt es fast an trefflicher Beschreibung. Wütend auf (fast) alles, absolut glaubhaft im Ton und doch mit rauer Herzlichkeit, sich und dem Publikum gegenüber, entspinnt sich eine Spirale, die in einem grandiosen Abriss endet. 


Schweißtriefend, heiser, betrunken, glücklich und fertig mit der Welt endet das 24. Rock im Saal Spektakel.

Fotos: Denis Schinner 



Dienstag, 2. August 2016

Haldern Pop, Vorbericht, 11.-.13.08.2016

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Konzert: Haldern Pop
Ort: Rees-Haldern
Datum: 11.-13.08.2016
Dauer: 3 Tage
Zuschauer: 5.500


Für viele von uns beginnt nächste Woche wieder das schönste Wochenende nach Weihnachten. Es ist Haldern-Zeit.

Nach dem etwas unvollendeten Samstag im letzten Jahr (Regen, Regen und besonders viel Regen) könnte es ja gerade in diesem "Sommer" mit besserem Wetter funktionieren. Das Line-Up (diesmal mit zusätzlicher Hauptbühnenöffnung am Donnerstag wegen des Damien Rice Auftritts) kommt dieses Jahr eher etwas entspannter und bekannter daher. 



Mittlerweile sind auch poppigere Acts keine Ausnahme mehr. Das hat natürlich auch mit den diversen Spielorten zu tun. Auftritte in der Kirche wirken eben ganz anders als auf der Hauptbühne. Und so ist gerade "Elias", dessen Durchbruch nun wirklich ganz kurz bevor steht, im Spiegelzelt mit Sicherheit ein Erlebnis. 

Genauso wie auch, die schon mit bereits ausverkaufter Live Music Hall nachweislich erfolgreichen "Walking on Cars", die man wohl danach auch nicht mehr in so kleinem Rahmen erleben wird. 

Besonders freuen wir uns auf "Michael Kiwanuka", der mit Love & Hate ja jetzt schon fast die Jahresbestenlisten für sich entschieden hat. Hoffentlich lässt er auch hier, genau wie beim "Down the Rabbit Hole Festival", seine große Band aufspielen. Diese verleiht den Songs die Eleganz, die sie auf Platte so erstrahlen lassen. 

"Sara Hartman", "Drangsal", "Daughter", "Minor Victories", "Algiers" und "Die Nerven" haben wir bereits im Mai bei "Maifeld Derby" bewundern dürfen, gute Livequalitäten haben alle.

Glen Hansard kehrt auf die Hauptbühne zurück. Nach dem viel zu kurzen Set vor drei Jahren, kann er dieses Mal ja alle anderen Hits seiner diversen Bands spielen. Hoffentlich sind Van`s "Astral Weeks" und die Bowie-Cover auch dabei.  

Wer glaubt schon alles gesehen zu haben (das sind beim Haldern einige), geht zu später Stunde natürlich zu den südkoreanischen Fusionrockern von "Jambinai".

Eine echte Indie-Rock-Band gibt es zwischen all dem auch noch, "The Besnard Lakes" haben mit A Coliseum Complex Museum ein tolle Platte veröffentlicht und klingen mal wie Grandaddy oder die Delgados, auf jeden Fall aber toll.

"Alex Vargas", "Läpsley" und "Jack Garratt" sind die angesagten Bands der Stunde, GoGo Penguin (auf der Hauptbühne !), Fai Baba, Melanie de Biasio und Julia Holter die heimlichen Stars, und das Spektakel von "Ebbot Lundberg & the Indigo Children" sollte jeder gesehen haben.

Dazu noch starke Newcomer wie Whitney, Ala-ni und Woman. Alte Haldern-Hasen wie Frightened Rabbit, Loney Dear, The Strypes, und natürlich der "hauseigene" Chor Cantus Domus und das Orchester von stargaze runden ein Programm ab, das eigentlich gar nicht nötig wäre.

Denn so viele Freunde wie beim Haldern trifft man selten im Jahr. Und zu erzählen gibt es immer viel, meistens vom letzten Jahr, wo man auch wieder zu wenig Zeit zum Quatschen hatte. 

Und so ist selbst die verhasste Schlange vor dem Spiegelzelt noch für etwas gut: Sie zwingt zur Ruhe und Einkehr vom oft so straffen Minutenplan der gefalteten Zeitpläne.

Wir wünschen allen ein tolles Wochenende und werden, wie schon in den letzten Jahren, ausführlich mit Einzelberichten der besten Konzerte informieren. Kurz kann ja jeder.

Haldern-Festivalcheck des Konzerttagebuchs

Hier noch die Links aus unserem Archiv, viel Spass beim Stöbern: 

Julia Holter, Haldern, 09.08.13
Julia Holter, Berlin, 05.07.12
Julia Holter, Metz, 15.06.12
Julia Holter, Berlin, 10.06.12

Daughter, Barcelona, 02.06.16
Daughter, Köln, 31.01.16
Daughter, Larmer Tree Gardens, 31.08.13
Daughter, Mannheim, 31.05.13
Daughter, Frankfurt, 16.04.13
Daughter, Köln, 08.04.13
Daughter, Brüssel, 04.04.13
Daughter, Luxemburg, 10.11.12
Daughter, Paris, 07.11.12
Daughter, Haldern, 11.08.12
Daughter, Haldern, 11.08.12

Thees Uhlmann, Köln, 09.06.14
Thees Uhlmann, Frankfurt, 11.03.14
Thees Uhlmann, Stuttgart, 10.11.13
Thees Uhlmann, Großpösna, 18.08.13
Thees Uhlmann, Mannheim, 01.06.13
Thees Uhlmann, Haldern, 10.08.12
Thees Uhlmann, Scheeßel, 23.06.12
Thees Uhlmann, Trier, 10.12.11
Thees Uhlmann, Köln, 25.10.11

Loney, dear, Haldern, 09.08.12
Loney, dear, Wien, 23.02.12
Loney, dear, Saint Ouen, 27.01.12
Loney, dear, Paris, 19.11.11
Loney, dear, Paris, 03.07.10
Loney, dear, Paris, 02.07.10
Loney, dear, Haldern, 14.08.09
Loney, dear, Paris, 03.03.09
Loney, dear, Paris, 18.01.09
Loney, dear, Köln, 12.11.08
Loney, dear, Haldern, 08.08.08
Loney, dear, Frankfurt, 11.05.08
Loney, dear, Paris, 12.11.07
Loney, dear, Haldern, 04.08.07
Loney, dear, Paris, 15.05.07 

Frightened Rabbit, Paris, 29.09.12
Frightened Rabbit, Wien, 11.11.10
Frightened Rabbit, Haldern, 14.08.10
Frightened Rabbit, Paris, 04.12.08

Minor Victories, Hilvarenbeek, 17.06.16
Minor Victories, Mannheim, 04.06.16

The Besnard Lakes, Paris, 19.04.10 


Mittwoch, 26. August 2015

The Bronze Medal, Haldern, 15.08.15

2 Kommentare

Konzert: The Bronze Medal
Ort: Haldern-Pop Festival
Datum: 15.08.2015



von Dirk aus Mönchengladbach

Gebucht fürs Haldern Pop mit einem Gig in der Popbar. Dann ein Aufschrei im Forum des Festivals, alle wollten die Band zwingend in einer "größeren" Location sehen, versprach doch das Debütalbum Darlings bald den Durchbruch zu schaffen. Und so wurde noch ein Platz im engen Zeitplan des Spiegelzelts gefunden um dies zu ermöglichen. 

Der Gig in der Pop Bar wurde beibehalten, und so spielte die Band wie schon am Tag zuvor die junge Soak zwei Konzerte innerhalb weniger Stunden. Da die Bar schon lange vor Beginn wegen Überfüllung geschlossen war, konzentrierte ich mich auf das Konzert im Zelt. 

Was sich dort bot, war leider kein Grund zum Jubeln. Die Band aus Bath/England wusste leider an diesem Tag so gar nichts mit sich und dem Publikum anzufangen. Sehr konzentriert und bemüht kamen die ersten Songs daher. Viel auffallender als auf Platte war, dass hier wirklich drei !! Männer gleichzeitig versuchen, so zu singen wie Matt Berninger von The National. Nur dass keiner der drei auch nur die Spur von Charisma zeigte. Dazu kamen lange Pausen zum Stimmen der Instrumente, die mit schrecklich banalen Publikumsansagen überbrückt wurden. 

Irgendwas lief hier komplett falsch, zu ergründen war es leider nicht. Hätte die Band ehrlich über Jetlag, miesen Sound oder ähnliche Probleme gesprochen, keiner wäre böse gewesen. So aber wurde die Stimmung immer schlechter. Weder vor noch auf der Bühne schien jemand noch Lust an der Show zu haben. So verklangen die schönsten Lieder der Platte wie Milk und From the stairs, bevor mit No Hospitals das Ende nahte. 

Zugabe-Rufe blieben aus, und die Band verschwand aus dem Zelt so leise wie sie gekommen war. Da andere Konzerte schon wesentlich besser besprochen wurden, gehe ich einfach von einem rabenschwarzen Tag aus. Wer getragenen, melodischen Indierock mag, der sich erst nach mehrmaligen Hören voll entfaltet und/oder The National mag, kommt um die CD von The Bronze Medal dieses Jahr sowieso nicht herum. 

 


Montag, 24. August 2015

Savages, Haldern, 14.08.15

1 Kommentare

Konzert: Savages
Ort: Haldern-Pop Festival
Datum: 24.08.2015
Zuschauer: ca. 5.000



von Dirk aus Mönchengladbach

Der Zeitplan zum diesjährigen Festival kam spät. Und er hatte wie eigentlich immer in Haldern einige Überraschungen zu bieten. Die Savages zwischen Olli Schulz und Nils Frahm auftreten zu lassen, wird seine Gründe gehabt haben, verständlich war es zunächst nicht. So leerte sich nach "Everybodys Darling" Olli das Gelände auch erstmal zügig. Die meisten kehrten aber schnell mit einem frischen Bier zurück und bis zum Beginn der Savages war der Reitplatz wieder sehr gut gefüllt. 

Das Konzerttagebuch begleitet die Post-Punk Damenband der Savages ja von Anfang an, mir war vorab aber gar nicht klar, wie viele der Anwesenden überhaupt schon mit der Band Kontakt hatten. Einen Singlehit gab es auf Grund der ja doch härteren Gangart der Band ja noch nicht und das bisher einzige Album ist ja nun auch schon aus dem Jahr 2013. 

Daher war ich mir auch nicht sicher wie die Band die Energie der Clubauftritte vor ihren Fans auf der großen Hauptbühne entfalten wollte. Es kam anders. Ganz anders. 

Mittlerweile war es zum Glück dunkel geworden und Sängerin Jehnny Beth begrüßte die Anwesenden mit einer Art Kampfansage, die nicht jugendfrei war. Sofort beginnt die Band mit einem derart satten Sound das einem wirklich Hören und Sehen vergeht. Erst auf der großen Bühne hört man, wie gut die Rhythmusgruppe aus Bass und Schlagzeug funktioniert. Was in kleineren Clubs oft im Soundbrei untergeht, schallt nun in Perfektion aus den Boxen. Am liebsten würde man sowieso nur Schlagzeugerin Fay Milton zusehen, wie cool und lässig sie diesen Beat aus den Armen schüttelt. 

Überhaupt ist sie die einzige die mit ihrem weißen Top und dauerndem Lächeln gegen die sonstige Bandmaxime schwarz und grimmig verstößt. Ein toller Kontrast. 

Das alles überstrahlt aber noch die Performance von Sängerin Jehnny. Nach den ersten Songs hält sie nichts mehr auf der Bühne. Die schon bekannten High Heels darf einer der Stewards in Empfang nehmen und schon geht er los, der Tanz auf dem Wellenbrecher. Hin-und her balanciert sie vor der ersten Reihe, springt ins Publikum, wird wieder irgendwo ausgespuckt und weiter geht’s. 

Das ganze nicht ein- oder zweimal, eigentlich ist sie fast nur noch vor der Bühne aktiv, während im Hintergrund das Uhrwerk weiterläuft. Immer mit strengem Blick ins Nichts, die Haare sitzen immer noch und das Publikum tobt. Es werden viele neue Stücke an diesem Abend gespielt. Die Klassiker der Platte kommen erst ganz am Ende. 

Husbands und das wie immer in die Länge gezogene Fuckers bilden den krönenden Abschluss. Der Mantra artige Schlachtruf "Don`t let the fuckers get you down" schallte noch die ganze Nacht über den Campingplatz. 

Ein beeindruckendes Konzert einer Band, die hier auf ein dankbares Publikum traf. Vielen war der nachfolgende Abend mit Nils Frahm und Kiasmos dann doch zu speziell. Aber so ist das nun mal in Haldern. Savages konnten ihren Slot perfekt nutzen und haben bestimmt viele neue Fans gewonnen. 

Links:

- aus unserem Archiv:
-
Savages (& Bo Ningen), Utrecht, 22.11.14
- Savages, Köln, 20.11.13
- Savages, Den Haag, 16.11.13
- Savages, Larmer Tree Gardens, 30.08.13
- Savages, Frankfurt, 19.05.13
- Savages, Paris, 23.02.13



Mittwoch, 19. August 2015

Courtney Barnett, Haldern, 15.08.15

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Konzert: Courtney Barnett
Ort: Haldern-Pop Festival
Datum: 15.08.2015
Zuschauer: volles Spiegelzelt


von Dirk aus Mönchengladbach

Es ist genau 0:00 Uhr als Courtney Barnett pünktlich die alte Holzbühne im Spiegelzelt betritt. Eigentlich ein guter Zeitpunkt für was Neues, denke ich. Doch die Musik, die jetzt gleich aus den Boxen dröhnt, ist eigentlich alles andere als neu. 

Courtney Barnett hat ein tolles Album gemacht. Sie stammt aus Australien, ist 27 Jahre alt und hätte sie dieses Album in einer Zeit veröffentlicht, in der Indierock nicht völlig am Boden liegt, wäre sie vermutlich ein Star. So aber ist sie zur Zeit ziemlich alleine mit dem, was sie tut. Auf dem Haldern-Pop dieses Jahr könnte man höchstens noch die US-Amerikaner von The Districts dem Indierock zurechnen. Gerade deshalb ist das Zelt aber voll froher Erwartung. Erstens hat Courtney bisher nur sehr wenige Konzerte in Europa gespielt und zweitens: Gitarrenmusik live, das geht immer. 

Der Look beim ersten Eindruck ist schon mal klasse. Stilsicher in Doc`s, Röhrenjeans und Schlabberhemd. Dazu wuselige, schwarze Haare bis über die Schultern. Immer hat sie ein Lachen fürs Publikum und ihre kleine Band, bestehend aus Bass und Schlagzeug. Der Chef im Ring aber ist ganz klar Courtney selber. Immer wieder schauen die Musiker zu ihr, schon die ersten Songs bringen heftige Gitarrenriffs und unbändiges Spiel hervor. 

Courtney folgt im Aufbau ihrer Stücke einer kleinen Minderheit von Musikern. Sie hat meistens kein klassisches "Strophe, Refrain, Strophe" Konzept, sondern die Worte werden eher wie eine Erzählung verwendet, schwer das zu erklären. Manchmal gleicht es, obwohl es sich um eine völlig andere Art von Musik handelt, den Streets oder Sun Kill Moon. Beschrieben werden nämlich wie auch bei diesen beiden Musikern eher Alltagssituationen als ausgefeilte Storys oder Liebesgeschichten. 

Das macht die Texte aber in keinem Fall weniger interessant, im Gegenteil. Sätze wie: "Give me all your money, and I make some origami, honey" (um mal den bekanntesten zu nehmen) waren seit Donnerstag auf dem Festival immer wieder zu hören. Dieser Song Pedestrian at best wird am Ende den lauten Schlusspunkt setzen, und ein schweißnasses Publikum tanzend zurücklassen. 

Courtney schwankt also in den Texten zwischen diesen Alltäglichkeiten und bissiger Ironie, besonders wenn es um Trennungen oder Ex-Freunde geht.  

"My internal monologue is saturated analogue. It´s scratched and drifting, I`ve become attached to the idea it`s all a shifting dream bitter sweet philosophy. - Underworked and oversexed I must express my disintrest, the rats are back inside my head what would Freud have said ?" 

Sie spielt mit der Sprache und den Melodien. Wer würde Texte wie diesen in Songs vermuten, die daherkommen wie einfacher Rock. Aber selbst der ist toll, etwas staubiger und texanischer als auf Platte, aber wie sie die Gitarre und ihren Körper windet, für mich als Neil Young Fan ein großer Spass. Endlich jemand, der nicht jede Note seiner 10 Monate Arbeit im Studio genauso live reproduzieren möchte. 

Letzter großer Pluspunkt, Courtney hat Charme und Ausstrahlung. Alles in allem ein kurzer, aber perfekter Mitternachtssnack, den ich mir gerne im November in Köln nochmal in ganzer Länge ansehen werde. 

Setlist Courtney Barnett, Haldern-Pop Festival:

01: Elevator Operator 
02: Lance Jr 
03: An Illustration of Loneliness (Sleepless in New York) 
04: Small Poppies 
05: Dead Fox 
06: Depreston 
07: Nobody Really Cares If You Don't Go to the Party 
08: Avant Gardener 
09: History Eraser 
10: Pedestrian at Best

Links:

- aus unserem Archiv:
-
Courtney Barnett, Köln, 17.11.14
- Courtney Barnett, Barcelona, 31.05.14



Laura Marling, Haldern, 15.08.15

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Konzert: Laura Marling
Ort: Haldern-Pop Festival (Hauptbühne)
Datum: 15.08.2015
Zuschauer: nur etwa 1.500



von Dirk aus Mönchengladbach

Hein Fokker kündigt Laura Marling an. So könnte ein guter Witz beginnen und enden, denn obwohl Fokker vielleicht die bisher größere Lebensleistung der beiden vollbracht hat, ist der Anblick der beiden, die sich für einen Sekundenbruchteil auf der Bühne treffen, köstlich. Fokker wie immer im klassischen, zeltartigen Spongebob T-Shirt mit Neonshorts, Laura (selbst für eine Diva fast zu gut gekleidet) in einer Art beigen Kaschmir Lodenmantel incl. einem fünf Meter langem Schal. 

Dies deutet auf eine große Tour-Garderobe hin, hätte sie dieses Outfit zwei Stunden zuvor bei noch strahlendem Sonnenschein wohl noch nicht gewählt. Jetzt aber regnet es, eigentlich ist es eine Flut, die nicht enden will. An dieser Stelle sind bei Festivals Entertainer gefragt, die Hives kämen jetzt beim Publikum sicher super an, aber der Ablauf hat Laura Marling vorgesehen. 

Bisher war ich kein Fan, habe auch Konzerte ignoriert. Trotz großer Berichte in allen Magazinen. Der Funke sprang nicht über, zu reserviert die Person, zu kantig waren mir die Songs. Doch die neue Platte gefällt mir besser, Ironie findet Platz zwischen all dem Moll, mehr Gitarren sind zu hören und die Songs sind runder (poppiger). Das mag Puristen der ersten Stunde nicht gefallen, ich kann Short Movies als Album sehr empfehlen. 

Laura Marling wird sich während ihres einstündigen Auftritts nur einmal an das völlig durchgeweichte Publikum wenden, vor dem letzten Song. Auch ihre Band wird sie keines Blickes würdigen, eine Vorstellung der Musiker scheint völlig ausgeschlossen. Es werden nach fast jedem Song neue, sehr teuer aussehende Gitarren vom Bühnenrand gereicht. Lauras Bewegungsradius nach Betreten der Bühne liegt bei höchstens einem Meter. Das Konzert beginnt mit einem ca. zehn Minuten langen Stück. 

Klingt langweilig, arrogant und untragbar für eine junge Künstlerin die zur besten Zeit auf der Hauptbühne spielen darf ? Ja, klar, aber dafür mag ich die Hives nicht. 

Laura Marling ist eine Songwriterin im besten Sinne. Die Songs werden perfekt in ihrer „Schlichtheit“ vorgetragen, Bob Dylan oder Joni Mitchell springen auch nicht über die Bühne. Ihre Erzählweise ist die der großen amerikanischen Liedermacher(-innen). Es ist ein ernster, musikalisch aber hochwertiger Vortrag und das Set ist genau auf die zur Verfügung stehenden 60 Minuten ausgelotet. 

Leider bleibt wenig Platz für die neuen Stücke, evtl. folgt dies erst auf der nächsten eigenen Tournee. Hier war Laura Marling vielleicht auf Grund der äußeren Umstände am falschen Tag am falschen Ort. Das Lebenswerk hat die talentierte Künstlerin hoffentlich noch vor sich, nach fünf Soloalben und erst 25 Lebensjahren bleibt noch viel zu erwarten. 

PS: Selbst der Rockpalast hatte das Nachsehen. Gefilmt worden ist das Konzert als eines der wenigen auf der Hauptbühne nicht.


Montag, 17. August 2015

Soak, Haldern, 14.08.15

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Konzert: Soak
Ort: Kirche St. Georg & Spiegelzelt, Haldern-Pop Festival
Datum: 14.08.2015



von Dirk aus Mönchengladbach

Gibt es sie noch ? Die kommenden, großen Künstler, die es zu entdecken gilt, wenn sie noch in den Anfängen ihrer Karriere sind. Die noch auf der Suche sind, nach ihrem Stil und ihrer Ausdruckskraft. Ja, die gibt es. Und gerade beim Haldern-Pop gibt es sehr viele davon. Aber echte Kunst hat diesen Prozess gar nicht nötig. 

Große Kunst und echte Emotionen stehen sich oft im Weg, keiner macht dem anderen Platz und alles wirkt unecht. Aber ganz selten passt alles zusammen. 

Soak ist jung, sehr jung. Sie stammt aus Irland. In Haldern spielt sie zwei Konzerte in 5 Stunden. Es beginnt in der Kirche. Völlig alleine und erschreckend unprätentiös betritt sie im schwarz-weißen Schlabberpulli die Bühne. Was folgt ist ein für ungeübte Ohren spröder Vortrag in Sentimentalität an der Gitarre. Ein schweres Stück Arbeit, sich da hinein zu hören, kennt man nicht vorher schon das tolle Debüt-Album der Sängerin. 

Aber wer genauer hinschaut und hört, spürt diese Intensität, die Großes hoffen lässt. Soak spielt für sich, nicht für die Zuschauer. Die Augen oft geschlossen, klammert sie sich an ihre Gitarre und zieht und dehnt die Wörter zu Songs. Auch hier hätte man sich vorab gerne die Streicher dazu gewünscht, sind sie doch auf der CD eine Bereicherung, um den Sound zu schönen und abzurunden. 

Hier würden sie nur stören. Es sind die großen Themen aus ihrer Teenagerzeit über die sie singt, aber sie trägt sie vor wie einen stillen Abgesang. Und dann kommt der erste Song, die Zeile, die so an diesem Wochenende keiner hinbekommt. In B A nobody schmerzt sie das gezogene "C'mon C'mon" aus sich heraus, es ist ein Triumph, ein Lied für die Ewigkeit. 

Come on, come on 
Come on, come on 
Be just like me 
Come on, come on 
B a noBody 

Es folgt das fast genauso tolle Blud, Sea Creatures ist ebenfalls fantastisch und der Set endet mit Oh Brother. Ein kurzes, schüchternes Lachen, dann verschwindet sie im Kirchenschiff. 

Setlist Soak, Kirche St. Georg:

01: B A Nobody
02: Shuvals
03: Newie
04: Blud
05: Sea Creatures
06: Oh Brother

Am Nachmittag dann der Auftritt mit Band im Spiegelzelt. Zwei junge Musiker begleiten sie an Bass und Schlagzeug. Die Setlist fast identisch und doch ist es ein völlig anderes Konzert. Nicht schlechter, nur anders. Hier erinnert einfach nur mehr an ein klassisches Indie-Konzert, die besonderen Momente müssen sich durch den rockigeren Sound erst durcharbeiten. Daher ist dieser Part natürlich wesentlich eingängiger und lässt das Publikum begeistert zurück, zudem im letzten Song Oh Brother ein Feedback-Getöse das Ende vorwegnimmt. 

Soak könnte der stille Schrei einer neuen Generation werden. Die Frage ist, ob ihr jemand zuhört.

Setlist Soak, Spiegelzelt: 

01: Blud 
02: B A Nobody 
03: Hailstones 
04: Reckless 
05: Sea Creatures 
06: Oh Brother



Bear's Den, Haldern, 13.08.15

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Konzert: Bear's Den
Ort: Kirche St. Georg, Haldern (Haldern-Pop)
Datum: 13.08.2015
Zuschauer: volle Kirche




von Dirk aus Mönchengladbach

Seit langem gehört der Donnerstag zum festen Bestandteil des Festivals. Dieses Jahr gab es besondere Gründe für eine zeitige Anreise. Bei schönstem Sommerwetter sollten Bear's Den den Auftakt übernehmen, eine Band die natürlich auch locker auf der Hauptbühne bestanden hätte. 

Das Haldern-Pop Team gönnt sich und den Zuschauern seit einigen Jahren den Luxus einer Art "mobilen Einsatztruppe" im wirklich schönsten Sinne des Wortes. Diese besteht wahlweise aus einem Chor, einer Streichergruppe und Bläsern. Somit können Bands, die mit weniger Musikern unterwegs sind, hier aus dem vollen schöpfen. Eine überaus sinnvolle und tolle Idee, ist doch das Album von Bear's Den live perfekt dazu geeignet, den folkigen Stücken noch mehr Ausdruckskraft zu verleihen. 


Die Kirche platzt aus allen steinernen Nähten, als die Band die Bühne betritt. Zunächst werden ohne Begleitung vier Stücke vorgetragen, Magdalene bildet den Abschluss. Danach folgt für weitere drei Stücke das volle Orchester und die Band strahlt über beide Backen, wie sonst nur kleine Kinder, die sich an der Schaufensterscheibe des Spielzeugladens vor Weihnachten die Nasen plattdrücken. 

Mehrere Male wendet sich einer der Musiker nach hinten, um mitzubekommen, was dort gerade mit ihren Songs geschieht. Es sind diese Momente, die von den Machern immer wieder wie ein Mantra beschworen werden, die dort aber auch immer wieder gelingen. So schwer dies im täglichen Tourneestress für die Band und den Veranstalter zu stemmen sein mag. 

Danach ist der Bann endgültig gebrochen, die Band bedankt sich unzählige Male, auch das sie hier bereits vor zwei Jahren (damals fast völlig unbekannt) schon im Spiegelzelt spielen durfte. 

Mit Elysium geht das Konzert zunächst zu Ende, bevor sich die Band spontan noch zu einer ganz unverstärkt gespielten Zugabe (Bad Blood) im Mittelschiff der Kirche mit ihren Gitarren versammelt. 

Ein sehr starker Start ins Wochenende. Selten sah man so viele strahlende Gesichter beim verlassen einer Kirche, aber das ist ein anderes Thema. 

Links:

- aus unserem Archiv:
-
Bear's Den, Frankfurt, 16.04.13 
- Bear's Den, Brüssel, 04.04.13



Freitag, 15. August 2014

Haldern Pop Festival 3. Tag, 09.08.14

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Konzert: Haldern Pop Festival 3. Tag
Datum: 09.08.14
Ort: Alter Reitplatz, Haldern Pop Bar, Keusgen Tonstudio, Rees-Halderm
Konzertdauer: Konzerte von 12 Uhr bis 2 Uhr



Hatte nachts der auf das Zelt tröpfelnde Regen noch das Schlafen beeinträchtigt (von den grölenden Suffköpfen, die nachts um 3 schreiend über den Zeltplatz wankten, mal ganz zu schweigen) war es am Morgen des Samstags der böige Wind, der mich weckte und mein Zelt fast hinwegfegte. Das war aber zu verschmerzen, denn bald schon legte sich der Sturm und die Sonne kroch aus den Ritzen. Der ganze Tag sollte sonnig werden und der Regen vom Vortag war bald nur noch eine blasse, nicht mehr sonderlich dramatische Erinnerung.

Das wirkte sich auch positiv auf meine Stimmung aus und nach erfrischender Dusche und viel Kaffee begab ich mich auf den Fußweg zur Haldern Pop Bar. Leider schaftte ich es nicht mehr rechtzeitig zu den Charity Children aus Neusseland, aber wenigstens traf ich noch deren rothaarige Sängerin, die mir gutgelaunt berichtete, daß sie mit ihren Musikern in Berlin lebe, von Melt Booking gebucht würden und als Straßenmusiker angefangen hatten. Sie posierte sogar freiweillig noch für ein paar Fotos vor Schafen und einer typischen Haldern Scheune im saftig grünen Garten der Bar.

Dann war die Zeit für die Tschechin Sara alias Never Sol gekommen, die zusammen mit ihrem Bassisten dreampoppig-ätherische Klänge in den überfüllten Raum aufsteigen ließ. Die schmale Sängerin hatte eine hübsche Stimme, aber richtige Begeisterung kam bei mir dennoch nicht auf. Den Songs haftete ein variétéhaftes Parfum an, der Tiefgang der Cocteau Twins wurde nicht erreicht und so catchy wie Beach House klangen die Stücke von Never Sol auch nicht. Das Set dauerte ziemlich lange, hatte ein paar schöne Momente, konnte aber nicht restlos überzeugen. Eigentlich schade, denn die positive Beschreibung in dem Progammheft "Datt Blatt" hatte mich sehr hellhörig werden lassen.

Schade auch, daß ich das Konzert des Pianisten Carlos Cipa im Keusgen Tonstudio verpasste, weil auf der Hauptbühne die Schwedinnen First Aid Kit auftraten. Die beiden sich eigentlich nicht sonderlich ähnlich sehenden Schwestern hatten umwerfende Kleider an, sangen herzallerliebst im harmonischen Gleichklang und wurden zu King of The World sogar von ihrem Fan und Förderer Conor Oberst begleitet. Der ex-Bright Eyes Sänger kam spontan und ohne Vorankündigung bei Lied drei mit schwarzem Hut und dunkler Sonnenbrille hinzu und ließ die Herzen der weiblichen Fans höher schlagen. Vorher waren eher die Männer auf ihre Kosten gekommen, denn süßer als Klara und Johanna geht ja fast gar nicht. Die Skandinavierinnen haben in diesem Jahr ihr neues drittes, in Omaha produziertes Album Stay Gold herausgegeben, spielten natürlich davon so einige gelungen Stücke (Waitress Song, My Silver Lining), begeisterten aber vor allem durch ihren Hit Emmylou. Von First Aid Kit werden wir in den kommenden Jahren noch viel hören, sie gehören inzwischen zum Folk-Establishment inklusive Major Label Deal, zahllosen Mode-Shootings, berühmten Fans und (relativ) hohen Gagen. Glücklicherweise hatte man aber den Eindruck, daß die Spielfreude darunter nicht leidet, man merkte den Mädels an, daß sie sich gut amüsierten.

Eher beschaulich und melancholisch ging es dann bei der britischen Pianistin Poppy Ackroyd zu. Im stickigen und heillos überlaufenen Tonstudio Keusgen klimperte sie die Fans windelweich und betörte mit ihrer Virtuosität und ihrer Natürlichkeit. Diejenigen, die drinnen einen Sitzplatz ergattert hatten, kamen hinterher schweißgebadet und fast ohnmächtig heraus, die anderen, die die Musik nur im Flur hörten, waren trockener, hatten die Musikerin aber nicht zu Gesicht bekommen. 


Ich gehörte zur zweiten Kategorie und bescloß deshalb zu der nachfolgenden Samantha Crain frühzeitig ein Plätzchen drinnen zu ergattern, selbst wenn das Thermometer dort sicherlich 40 Grad angezeigt haben dürfte. Ich wollte die Amerikanerin eben aus der Nähe sehen. Samantha entpuppte sich als äußerst liebenswürdige und natürliche Person, die schnell die Herzen der Halderner gewann. Sie war höchstwahrscheinlich nicht größer als 1,45 m, allerdings mit einer guten Folk/Country-Stimme gesegnet. Dennoch konnte sie mich nicht wirklich in ihren Bann ziehen, denn ihre Stücke klangen mir eine Spur zu traditionell, zu wenig innovativ und konnten nie die Tiefe von jungen Talenten in diesem Bereich wie Angel Olsen oder Tiny Ruins erreichen. Deshalb verließ ich nach 4 Liedern das schwüle Tonstudio und wanderte Richtung Hauptbühe, wo Fink ein solides aber nicht wirklich packendes Follrock Set bot. Auch Hozier im Spiegelzelt war nicht 100 % meine Musik. Das klang mir zu bluesig, jazzig, obwohl der Ire wirklich eine gute Stimme hatte.
Wesentlich besser wurde es aus meiner Sicht aber mit meinem Liebling Conor Oberst, der um 9 Uhr 20 auf der Hauptbühne zu Werke ging. Unterstützt wurde er teilweise von den beiden First Aid Kit, die sich umgezogen hatten und neue wunderschöne Kleider zur Show trugen. Conor war gläzend aufgelegt, agierte durckvoll und dynamisch und rockte mehr als er folkte. Natürlich kamen auch Stücke von Bright Eyes zum Vortrage so der Old Folk Song, der Soul Singer in A Session band oder das grandiose Lua, großartig gesanglich unterstützt von den Söderberg Schwestern. Es war ein einstündiges Feuerwerk hervorragender Folkrockmusik, bei dem Conor von den Musikern von Dawes perfekt begleitet wurde. Alle waren in ausgezeichneter Spiellaune, der Bassist von Daws war die coolste Sau weit und breit (wie der seinen Bass immer nach oben hielt, köstlich !) und der Schlagzeuger sah mit seinen Locken (Dauerwellen ??) zum Schießen aus! Zum großen Finale am Ende hüfte Conor immer wieder auf die Drums und lieferte sich mit dem Schlagzeuger ein packendes Duell. Die Mädels von First Aid Kit kamen aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Einige behaupten hinterher, daß Oberst sicherlich in die Söderberg Schwestern verknallt sei, was man verstehen könnte....

Verknallt waren vor allem auch die älteren Semester im Publikum in die New Yorker Poetin Patti Smith. Fast 70 Jahre alt, ein wenig ergraut, aber immer noch mit knarzig guter Stimme sang sie sich Mütze tragend am Ende regelrecht in einen Rausch. Das Set startete eher beschaulich, aber am Ende wurden mit alten Hits wie Gloria, Because The Night oder Horses rotzige Nummern herausgehauen, bei denen man merkte, warum Patti so viele Sängerinnen in der neuen Art Punk und Folkszene beeinflusst hat. Sie hat halt eben ein wahnsinniges Charisma, auch wenn sie nie die Hübscheste war. Aber eben das macht Mut, denn wer will schon dauerhaft singende Models ohne Ausstrahlung auf der Bühne sehen, die seichte Liedchen trällern? Nein, Patti Smith hat was Erdiges, was Wahrhaftes, was Authentisches, das einen so richtig berührt. Schönheit kommt bei ihr von innen. Sie macht sich Gedanken über die Welt, rezitierte mit ausgebreiteten Armen immer wieder Gedichte zwischen den Songs, performte zusammen mit ihrern ausgezeichneten Band Perfect Day nach Lou Reed und brachte junge und ältere Besucher zusammen. Mag sein, daß Leute jenseits der Vierzig mehr mit der Ikone anfangen konnten, aber ich bin sicher, daß sie an diesem Tag in Haldern auch viele junge Neufans hinzugewonnen hat. Am Ende kam noch Grant Hart mit hinzu und dann wurde minutenlang gerockt, bevor nach etwa 90 Minuten der Vorhang fiel. Ein glänzender Auftritt, der bewies, daß man auch im fortgeschritten Alter noch ausgezeichnet performen kann, wenn wie bei Patti Smith das Herzblut und das Feuer noch intakt sind. Für die Kohle tut sie sich das sicherlich nicht an.

Nach Patti Smith kam dann gelich schon das nächste Highlight und zwar im Spiegelzelt: der Amerikaner Mark Kozelek aka Sun Kil Moon spielte dort mitsamt Bands ganz dezent, aber ganz groß auf. Der etwas beleibte Bursche hat eine solch fantastische Stimme, daß Gänsehautbildungen auf Armen und im Nacken nicht ausbleiben konnten. Am Ende sang er textlich von dem Moment als er seinen Vater hat weinen sehen, da musste ich ganz schwer schlucken. Er beeindruckte aber nicht nur zum Schluß, sondern von Anfang bis Ende, denn alles klang wahnsinnig erlesen, ausgewogen, hochklassig. Musik für Kenner und Feinhörer, die mehr auf gute Texte und starke Arrangements als auf Rockstarposen und Show geben. Unverschämt, daß ein paar Leute im Spiegelzelt zu der oft recht leisen Musik laut plauderten, Palzverweise wären hier mehr als angebracht gewesen. Wer sich davon nicht stören ließ, genoß melancholische Stücke und ließ Tränchen in seinen Bierbecher kullern. Ich hätte dem Ex- Red House Painters Sänger jedenfalls noch stundenlang zuhören können, aber kurz vor Mitternacht war leider Schluß.

Für mich persönlich aber noch nicht ganz, denn das Festival ging für mich erst mit den Schweden Wintergatan zu Ende. Ein krönender Abschluß denn die vielköpfigen Schweden euphorisierten mit ihrer vielschichtigen und abwechslungsreichen Instrumentalmusik sogar die Leute, die wie ich das Konzert draußen auf der Leinwand verfolgten. Da wurde getanzt, gelacht und mitgefeiert wie selten bei diesem Festival. Ein fulminanter Auftritt, bei dem teilweise sehr kuriose Instrumente zum Einsatz kamen. Eigentlich wurde instrumententechnisch fast alles aufgeboten was es gibt, eine Harfe hatte genauso ihren Platz wie analoge Synthesizer, ein Theremin, ein Xylophon, Schreibmaschinen, Gitarren, Melodica und so weiter und so fort. Langeweile kam so nie auf, das Set war höchst abwechslungsreich und stimmungsvoll. Mal fühlte man sich an die feierliche Melancholie von Sigur Ros erinnert, dann wieder an die Postrocker von Explosions In The Sky, oder aber auch an Filmmusik und Klassik. Sanfte, elektrische und rockige Passagen hielten sich die Waage und am Ende stürzten sich alle auf den Merch Stand, um die CD, die Vinylplatte oder auch nur ein Poster zu ergattern. Da wurde unglaublich viel umgesetzt und es standen sogar noch Leute am Verkaufsstand an, als der Soulsänger Kwabs schon mit seinem Set begann.

Soulmusik ist aber so gar nicht mein Fall und so konnte ich mit Kwabs genauso wenig anfangen wie mit Bernhoft (der war leider richtig scheußlich), Lee Fields & The Expressions oder Benjamin Clementine. Machte aber gar nichts, schließlich müssen bei Festivals Fans verschiedenster Musikstile auf ihre Kosten kommen und jeder pickt sich eben seine Rosinen individuell heraus.
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Unter dem Strich habe ich dann auch wieder deutlich mehr Perlen gefunden, als in faule Eier gebissen und ich verließ gegen 12 Uhr den Zeltplatz und Haldern. Bis nächstes Jahr Freunde ! Super wie immer wars!



 

Konzerttagebuch © 2010

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