Sonntag, 19. August 2007

Tocotronic, Hohenfelden, 17.08.07


Konzert: Tocotronic

Ort: Stausee Hohenfelden (Highfield Festival)
Datum: 17.08.2007
Zuschauer: sehr viele


Das Erfurter Novotel scheint wirklich gut zu sein. Aber dazu später. Erst einmal galt es, die Films als Pausenfüller zwischen The Twang und Tocotronic abzuwarten. Auch die Amerikaner hatte ich bereits zweimal gesehen, beim ersten Auftritt (Support der Kooks) fand ich sie noch erfrischend, das Album sehr wenig aufregend und den zweiten Auftritt dann gar nicht mehr prickelnd. "Black shoes" ist ein Hit, der Rest wird die Musikwelt nicht sonderlich erschüttern. Umso erstaunlicher der gute Platz im Line-Up. Aber fünf brillante Bands in Folge wäre ja auch zu anstrengend.

Um 21 Uhr betraten Tocotronic ("we are Hamburg school") die Szene. Unverkennbar war doe Band um Sänger Dirk v. Lowtzow heimlicher Co-Headliner. Der Platz war erstmals richtig voll. Allerdings schien der Freitag zumindest nicht komplett ausverkauft zu sein.

Mit "Mein Ruin" eröffneten auch die Hamburger mit einem Albumeröffnungssong. Steht das irgendwo geschrieben, daß man das so macht? Interpol, die Shins, The Twang und eben Tocotronic spielten als erstes die ersten Lieder des aktuellen Albums. Auch da zeigten Polarkreis 18 besondere Originalität.

Das Publikum hatten Tocotronic sofort. Mein einziger Festivalauftritt der Band war um die Mittagszeit, beim einslive-Königstreffen, da hatte sie keine Lust - und das Publikum merkte das. In Hohenfelde war das anders. Es war ein wundervoller Abend, das Wetter stimmte, die Lust der Band offenbar auch und die Stimmung im Publikum eben von Beginn an. Trotz des späten Platzes im Programm, bekamen auch Tocotronic nur eine Stunde Spielzeit zugestanden. Das reicht bei dem riesigen Fundus der Band natürlich kaum, aus allen Bandphasen Lieder zu spielen. Natürlich wurden vom aktuellen Album "Kapitulation" die meisten Stücke gespielt, nämlich der Titelsong, "Aus meiner Festung", "Sag alles ab" und eben "Mein Ruin".

Der Rest war verteilt, von jedem ein wenig. Von der 2005er CD "Pure Vernunft darf niemals siegen" spielten die Hamburger neben "Mein Prinz" "Aber hier leben, nein danke". In Herzogenrath vor zwei Jahren hatten die übellaunigen Tocotronics das noch dem Aachener Novotel gewidmet, in dem sie eine scheußliche Nacht verbracht hätten. In Erfurt haben sie es wohl besser angetroffen, denn die Laune schien wie gesagt ausgezeichnet zu sein. Das "Das ist für Euch" als Ansage des Lieds änderte auch an der guten Stimmung des Publikum nichts. Und es war ja auch schön am Stausee!

Etwas später, nach "Jackpot" gabe es eine Zwangspause. Schlagzeuger Arne Zank hatte seine Bassdrum kaputtgespielt. Die Reparaturzeit überbrückte Sänger Dirk mit einem improvisierten und akustischen "Sailor man", wohl ein Cover. Aber ein sehr schönes!

Das fabelhafte "Hi freaks" endete das reguläre Set - und war eines der Highlights des Konzerts. Zwei alte Stücke, "Drüben auf dem Hügel" und das vorher von vielen immer wieder herbeigebrüllte "Freiburg", kamen als Zugaben und schlossen das wirklich tolle, vor allem stimmungsvolle Konzert ab. Meine fehlende Euphorie hier liegt nicht daran, daß es nicht gut war, ganz im Gegenteil. Allerdings waren Tocotronic trotz des hervorragenden Auftritts bei weitem nicht die beste Band des Tages. Das ist eben der Fluch solch eines ausgezeichneten Line-Ups.

Setlist Tocotronic Highlield Festival:

01: Mein Ruin
02: Ich bin viel zu lange mit Euch mitgegangen
03: Sie wollen uns erzählen
04: Kapitulation
05: Aus meiner Festung
06: Aber hier leben, nein danke!
07: Die Grenzen des guten Geschmacks
08: Jackpot
09: Sailor man
10: Sag alles ab
11: Mein Prinz
12: Hi freaks

13: Drüben auf dem Hügel (Z)
14: Freiburg (Z)




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