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Montag, 18. August 2008

Gutter Twins, Highfield Festival, 17.08.08

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Konzert: Gutter Twins
Ort: Coca Cola Zelt, Highfield Festival
Datum: 17.08.2008
Zuschauer: nicht sehr viele, denn draussen war es hell und schön warm, nicht wie im stickigen, dunklen Zelt.
Konzertdauer: nur 31 Minuten


Das hat sich voll gelohnt! Das infernale "Zwillingspaar" Dulli und Langegan boten nach langer Umbaupause besten Stoner-Rock der bluesigen Sorte. Der Sound war genauso staubtrocken wie der von der Sonne getrocknete Sand am Stausee in Hohenfelden. Cool und zwar saucool waren allerdings die Hauptdarsteller. Mark Langean verzog keine Miene und hatte manchmal extrem böse Blicke drauf. Er sah fast aus, als hätte er zum Frühstück seine kleine Katze verspeist. Aber eigentlich tut der ja nix, der will nur spielen! Genauso wie sein Partner Greg Dulli, der zumindest ab und zu ein paar Worte an das Publikum richtete und dabei irgendwie aussah wie mein Hypnose-Arzt.

Insgesamt waren sechs Musiker auf der Bühne, um den schwarz gefärbten Blues-Rock der CD "Saturnalia" live umzusetzen. Alle spielten ihren Part souverän und brachten mich so richtig in Fahrt! In den besten Momenten fühlte ich mich wie auf einem Höllenritt, bzw. wie in einem Truck, der mit 200 Sachen durch die Wüste brettert. Ich war der Fahrer und hatte eine Blondine mit prallen Brüsten auf dem Schoss...

Ach, was rede ich da schon wieder! Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen, oder?

Die Gutter Twins bieten auf jeden Fall den perfekten Soundtrack für heisse Sommernächte!

Setlist Gutter Twins, Highfield Festival:

01: The Stations
02: God's Children
03: Bonnie Brae
04: Idle Hands
05: Seven Stories
06: Deep Hit
07: Change Has Come
08: Each To Each




Sonntag, 17. August 2008

Die Ärzte, Highfield Festival, 16.08.08

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Konzert: Die Ärzte
Ort: Highfield Festival, Hohenfelden bei Erfurt
Datum: 16.08.2008
Zuschauer: wahnsinnig viele, circa 20.000
Konzertdauer: stolze 130 Minuten



Welche Lieder die Ärzte denn so spielen, will ich von den beiden jungen Mädchen wissen, die anhand ihrer Tour-T-Shirts unschwer als Fans der „Besten Band der Welt" zu erkennen sind.


„Och, alles mögliche. Natürlich einige neue Lieder vom letzten Album aber auch Klassiker, wie z.B. Schrei nach Liebe oder Zu spät."

„Und was kommt als Zugabe?, will ich weiter wissen. - „Na, ja, meistens gehen die nach 'ner guten Stunde von der Bühne, kommen dann wieder und spielen noch mindestens eine halbe Stunde, so dass man eigentlich gar nicht von einer Zugabe im klassischen Sinn reden kann." Die beiden Mädels hatten den Durchblick, die wussten wirklich genau wovon sie reden. Schließlich waren sie schon bei ein paar Ärzte-Konzerten gewesen. In dieser Hinsicht hatten sie mir etwas voraus, ich mit meinen inzwischen 37 Jahren war noch nie bei einem Konzert der witzigen Berliner. Dabei kenne ich die Band natürlich schon seit den glorreichen 80ern, einer Zeit, als noch eine Mauer die beiden Teile Deutschlands trennte und viele hier im Publikum noch gar nicht geboren waren!

Aber gerade das junge Publikum auf dem Highfield kannte jedes gespielte Lied. Gleich schon beim Opener musste ich hingegen passen. "Der Himmel ist blau", das sagte mir als Liedtext nichts. Wovon stammte diese Zeile? Ich sollte es hinterher erfahren, der Song heißt Himmelblau und ist ein wahrer Ohrwurm! Der Himmel ist blau und der Rest Deines Lebens wird schön, jeahoh! Gerade dieses „jeahoh" schrien circa. 18 Tausend begeisterte Zuschauer mit und der Lärmpegel wurde noch höher, als sich endlich der schwarze Vorhang (Aufdruck: „Vorsicht Jazz!") lüftete und die Band zum Vorschein kam. Der semmelblonde Schelm Farin Urlaub stand vom Publikum gesehen ganz links, Bela B. trommelte in Uniform in der Mitte hinten und Rod hatte rechts Stellung bezogen und blieb dort auch die meiste Zeit, wenn er nicht gerade mit Nordic Walking - Skistöcken seine Runden zog. Einmal tauschten allerdings Farin und Rod ihre Plätze und so war mir „The Rod" zumindest kurzzeitig recht nah. Bela hielt es zwischen den Liedern jedoch meist nicht lange hinter seinen Drums, denn ihm bereitete es eine sichtliche Freude, neben Farin zu stehen und mit ihm rumzublödeln.

Eine frühe Kostprobe: „Guck mal dieses Schild! Da steht drauf: Farin, ich bin jetzt volljährig geworden. Ficken? Oder gibt es wenigstens ein Plektrum zur Entschädigung?"
Farin: „Über das Ficken können wir reden, aber ein Plektrum gibt's nich!" Rod: „Wie, Du treibst es jetzt schon mit 18 jährigen?" Farin: "Hmm, sind mir eigentlich viel zu alt! "

Bei solchen Sprüchen war es nicht sonderlich verwunderlich, dass keiner frühzeitig in sein Zelt wollte, obwohl es schon weit nach Mitternacht und zudem für die Jahreszeit bitterkalt war. Das schien Farin aber zu überraschen: „Ihr seit bestimmt nur noch da, weil es hier viel zu voll ist, um ins Zelt zu kommen. Dabei hätte das Zelt viele Vorteile, ihr könntet schlafen gehen, wir könnten auch Schluss machen und außerdem würdet ihr den Regen nicht mehr mitbekommen, der hier spätestens in 10 Minuten runtergehen wird."

„Wollt ihr wirklich noch stundenlang uns drei Schwachköpfen zuhören?" - Natürlich wollte das Publikum! Schließlich waren etliche Leute nur wegen der Ärzte überhaupt zum Highfield 2008 gekommen, da wollte man keine Minute verpassen. Und neben den Sprüchen kamen auch die meisten Lieder extrem gut an. Frühes Highlight: Hurra, das Farin mit den Worten Zuckerwatte, Big Mac, Heroin, einleitete, warum auch immer.

„Überall wo man hinguckt Liebe und Friede" heißt es in Hurra und natürlich: „Alles ist besser als es gestern war". Zweckoptimismus oder unbeschwerte Lebensfreude? Wie auch immer man den Text deutet, klar ist zumindest, dass diese Form von Ironie und trotzigem Humor nach wie vor sehr gut ankommt, vielleicht weil es die jungen Leute satt haben, immer nur mit Jammerei und Pessimismus konfrontiert zu werden. Da kommen Typen wie Farin, Bela und Rod gerade richtig. Sie vermitteln wie kaum eine andere Band Spaß, Selbstironie und eine als sympathisch empfundene „Scheiss-egal-jetzt – erst- recht- Haltung". Nicht umsonst heißt es in einem frühgebrachten Song „Du bist immer dann am besten, wenn es Dir eigentlich egal ist".

Und natürlich kommen da auch immer wieder die unzähligen Hits, die längst zu Klassikern geworden sind. Ich ess Blumen ein von Bela geschriebener Titel, war sogar mir noch ein Begriff und Textzeilen wie „die Fäkalien tun dann auch nicht mehr so stinken" sind nach wie vor urkomisch. Besonders cool war, dass sie in Ich ess Blumen das Bangles-Cover Gehen wie ein Ägypter reingepackt hatten, so dass man gleichzeitig zwei Lieder geboten bekam.

Die nächsten Sprüche:
Farin: Wird das Highfield eigentlich immer größer? Oder werden wir nur kleiner? (Bela: „Logisch, wir schrumpfen!") Die Leute gehen ja bis zu dem Stand da, „ Nudel-und Pfannengerichte", bzw, bis zu den Alkoholständen, ja sogar bis zu den Toiletten. Bela: Sehr schön beschrieben!

Kurze Zeit später:
Farin: „Bela, reicht der Applaus als Anerkennung? Oder meinst Du zu der Uhrzeit sollen wir nehmen, was wir kriegen können?" Bela: „Ich nehme doch immer, was ich kriegen kann!" Farin: „Aber Bela, Du kannst mich doch immer haben.

Und noch etwas später:
Bela: „Toll, Farin , durch Deine Anweisungen hast Du jetzt das Publikum dazu gebracht, uns auszubuhen!" Farin: Aber Du bist doch immer dann am besten, wenn die Leute gegen Dich sind, Bela." „Seit ihr gegen uns?? (er wendet sich ans Publikum) Publikum: „Jaaa!" Bela (Richtung Publikum): „Ihr seit mir ja ein paar Fotzen!"
Achso, Musik wurde auch noch gespielt, das nächste Lied, das besonders gut zog, war Deine Schuld, zu dem die Leute extrem textsicher mitsangen.

Dann aber wieder Gags:
Bela: Rod wird Euch jetzt eine neue Trendsportart vorstellen, das „Nordic Walking" (Rod latscht mit seinen dämlichen Skistöcken unter dem Johlen der Menge auf und ab). Er ist sozusagen der Kaiser dieses Sports, mein persönlicher Guru!" „Habt ihr schon einmal was von Voodoo gehört? Mein Großvater war Papst im Vatikan und pflegte zu sagen: „Urbi et orbi" Dieser Spruch war die Einleitung für das fast heavy zu nennende Kannibalen-Stück Anti-Zombie. Hinterher fragt Farin: „War das perfekt?" - Die Leute johlen. Daraufhin Bela: „Ihr Heuchler!"

Aber den Ärzten kann man einfach nichts übel nehmen, ihre lausbübige Art ist dafür schlichtweg zu sympathisch.

Die nächsten Sprüche:
Bela: So, das nächste Lied handelt von der Substanz, die ihr später in euren Zelten zu euch nehmen werdet...., ganz genau: grüner Tee!" Das Stück, das so angekündigt wurde, war natürlich Breit und traf den Zustand, in dem sich einige Leute hier befanden, mit Sicherheit genau auf den Punkt.

Danach war Zeit für „Feuerzeuge, Handydisplays, Leuchtraketen, Wunderkerzen,, Feuerspucker... (Farin), Zeit für Gemütlichkeit (Bela), Zeit für Gefühle, Zeit, dass ihr (das Publikum) hier mal die Lichtshow übernehmt. Seid nicht so geizig mit euren Handybatterien, ihr habt doch alle Strom im Zelt (Farin).

Rod: „Wollt ihr mich in eure Herzen lassen?" Bela: „Wollt ihr Rodrigo Gonzalez in eure schleimigen, kleinen Herzen lassen?" - „Wo er dann wüten kann, wie ihm der Penis gewachsen ist?!"

Was diesen versauten Worten folgte, war die Ballade ½ Lovesong (soll es das gewesen sein?), eines der wenigen von Rod geschriebenen Lieder. Es kam so eine Art Lagerfeueratmosphäre auf, es fehlte allerdings das Lagerfeuer selbst, dass bei der verdammten Kälte, die auf dem Gelände herrschte, für Wärme gesorgt hätte.

Menschliche Wärme gab es hingegen reichlich, denn nun fingen die Fans an, lautstark den Namen ihrer Lieblingsband zu skandieren. „Ärzte, Ärzte," hallte es von allen Seiten, was Farin gewohnt schlagfertig mit den Worten „Bei der Arbeit" konterte. Bela hingegen stellte sich die Sinnfage: „Wer sind diese Ärzte eigentlich?" Daraufhin Farin ganz trocken: „Na Du, Rod und icke." - Bela: „Wenn ich nicht wüsste, dass ich Dich lieb habe, würde ich Dich für 'nen Feind halten!"

Dann übernahm Farin wieder das Zepter: „So, jetzt mache ich wieder ein wenig Laola-Diktatur mit Euch", was die Fans seltsamerweise mit „Ausziehen!, Ausziehen-Rufen! beantworteten. Aber Herr Urlaub ließ sich darauf natürlich nicht ein: „Wat soll ick denn ausziehen?, etwa meine Gitarre, Du Schwachkopp?!" So sprach er und fuhr unbeirrt damit fort, dem Publikum die Laola zu erklären, was einige Zeit in Anspruch nahm. Irgendwann hatten die Leute aber dann kapiert, wie es funktioniert, bevor mit „Lass sie Reden" mit dem musikalischen Programm fortgefahren werden konnte. Den schlagerartigen Song mochte ich zwar überhaupt nicht, aber das spielte jetzt keine große Rolle mehr, zumal der Graf von Bela folgte und es somit wieder deutlich besser wurde. Selbst der Liedschreiber selbst war über die „ausgemachte Schönheit des Liedes" erstaunt und wunderte sich „wie so etwas von ihm sein könne"...

In der Folge blieb man bei den Balladen, denn es kam jetzt Nichts in der Welt (es ist vorbei), gesungen von Farin und der ein oder andere wird sicherlich an seinen letzten schlimmen Liebeskummer gedacht haben. Bela war das Ganze aber schnell zu gefühlsduselig, weshalb er hinterher trocken anmerkte: „Farin Urlaub, traurig auf Knopfdruck!" Und da Bela gerade schon beim Reden war, sang er gleich hinterher das Stück Perfekt.

Kurz nachdem dies verklungen war, ging es mit flotten Sprüchen weiter:
Farin: „Komisch, ich habe die Vermutung, dass hier mehr Männer als Frauen anwesend sind. Das ist ungewöhnlich für ein Ärzte-Konzert! Bela wir sind jetzt offiziell alt. Oder schwul, je nachdem!" Bela: Ich vermute die Damen sind alle Backstage mit den Hives...

Es folgte das wohl scheußlichste Stück des Abends, Deine Freundin, bei dem auch das Publikum wieder miteinbezogen wurde. Die Männer mussten „kuschelweich" singen, die Frauen „niedlich" und zwar möglichst hoch. Irgendwann war die „Funk-Nummer" zum Glück zu Ende und Farin lobte sich selbst : „Det war super! Oder wie der Berliner sagt, Jo, war janz jut jewesen..."

Mit den Mitmachstücken war auch danach noch nicht Schluss, zu dem Klassiker Westerland wurde die sogenannte Wellenversion einstudiert, d.h. nach dem Wort „Wellen" musste das Publikum einen deutlich vernehmbaren Zischlaut von sich geben. Ich persönlich hätte das nicht gebraucht, aber den Leuten schien es offensichtlich zu gefallen.

Viel besser fand ich Ignorama, angekündigt als: „Ein Lied für die vielen Sportler, die jetzt bei den Olympischen Spielen in China sind; einem Land in dem Folter und politischer Mord an der Tagesordnung sind. So läuft's halt in der globalisierten Welt..."

„Tod und Krieg auf der ganzen Welt, es könnt' mir nichts egaler sein.", so lautet die erste Zeit von Ignorama, das musikalisch verdammt nach den fast komplett dahingeschiedenen Kult-Punks „Ramones" klang. Und als Punks haben die Ärzte nun einmal angefangen, auch wenn sie heutzutage nicht mehr so roh klingen. Zumindest die Liedtitel sind aber immer noch rebellisch, wie Rebell belegt. Danach war mit den Worten „Bis dannemanski" Schluss. Angeblich...

Aber ich wusste ja schon von den eingangs zitierten Mädels, dass es noch munter weiter gehen würde. Die Jungs kamen zurück.

Farin: Ärzte also besser als schlafengehen, oder wie? Publikum: Jaa! Farin: „Das ist aber ein schönes Kompliment!" Bela: „Ja, das haste dir selbst gemacht." Farin: „Warum, die Leute hätten ja auch nee sagen können." Bela: „Die sagen doch immer ja! Warte, ich beweise es Dir: Ficken!" Publikum: Ja Farin: Nicht ficken? Publikum: Nöö. Farin: Siehste, sagen doch nicht immer ja.

Ohne lange zu zögern sagte ich aber laut und deutlich „Ja" und zwar zur ersten Zugabe Junge. Was für ein geiles Lied, sowohl textlich, als auch musikalisch! In dieser Form sind die Ärzte nach wie vor so gut wie früher, als sie Stücke wie das nachfolgende Ist das alles geschrieben haben.

Inzwischen war es in Hohenfelden schon sehr spät geworden, der Zeiger meiner Uhr bestätigte es mir: 1 Uhr 35! Auch deshalb fragte Farin nach, ob das Publikum noch ein weiteres Lied wolle. Wenn ja, solle es einfach sagen: „Bitte, liebe Ärzte haut ab." Die Fans taten, wie ihnen geraten wurde, was die Band prompt mit: „Danke, tschüss", konterte.

War aber selbstverständlich nur ein Gag, denn mit Unrockbar ging es munter weiter. Hierzu mussten sich alle auf den Boden setzen und immer wenn der Refrain kam aufspringen. Farin war zufrieden: „Danke schön, das hat gesessen. Ähh, das Publikum meine ich..."

Noch einmal gingen die Ärzte von der Bühne, kamen aber nach nicht allzu langer Zeit wieder, um Wir sind die Besten, den Hit Schrei nach Liebe („hey, das war ein Lied gegen Nazis, klatscht gefälligst!") und Das ist Rock 'n Roll (Gabi sagt zu Uwe, Uwe sagt zu Gabi...) zu schmettern.

Um kurz vor 2 war schließlich die Zeit für das große Finale gekommen: Klar, ich rede von der Neu - (Interpretation) des bekanntesten Ärzte Liedes Zu spät.

Der Song wurde ewig lange ausgedehnt und endete in endlosen improvisierten (?) Reimen, wobei sich Bela und Farin ständig den Ball zuspielten. Dabei ging es um Geld (Farin verriet, dass er gerne in der Forbes Liste der reichsten Personen der Welt unter den ersten Zehn sein würde), die Bankverbindungen der Bandmitglieder und die Sinnfrage: „Woraus wird Geld gemacht". Die Antwort war... "Kacke und „Bullensperma!"...

Zwischenzeitlich sinnierte die beiden aber auch über Gene Simmons, frühzeitiges Ejakulieren und andere ähnlich wichtige Themen, es war wirklich zum Schießen!

Irgendwann hatten sie fertig gereimt, suchten aber noch nach einem Wort, welches sich auf „sauber" reimte und kamen zu der kuriosen Antwort „Hubschrauber". Von da an, jubelten die Fans nicht mehr den Ärzten, sondern ihrer neuen fiktiven Lieblingsband „Hubschrauber" zu. Meine Güte, was für ein Schmarrn! Aber ein lustiger...

Das Konzert endete dann sogar noch mit einer humanen Geste: Da auf dem Highfield Festival eine Aktion namens „Viva Con Aqua" ins Leben gerufen wurde, die zum Ziel hat, Spenden für die Wasserversorgung in der dritten Welt zu sammeln, wurde das Publikum dazu animiert, seine Plastikbecher auf die Bühne zu werfen. Der Erlös aus dem Pfandgut kam dem zitierten Projekt zu gute und so hatte dann auch niemand Skrupel, die Ärzte mit den Bechern zu befeuern, zumal die drei „Feiglinge" zum Schutz weiße Bauarbeiterhelme trugen.

Wie sagte die „Beste Band der Welt" am Ende selbst so schön:
„Wir haben unseren Job wieder einmal perfekt abgeliefert." - Stimmt!

Setlist Die Ärzte, Highfield Festival, Hohenfelden:

01: Himmelblau
02: Lied Vom Scheitern
03: Hurra
04: Angeber
05: Ich ess Blumen
06: Gehen wie ein Ägypter
07: Heulerei
08: Deine Schuld
09: Anti-Zombie
10: Breit
11: 1/2 Lovesong
12: Lass sie reden
13: Der Graf (Bela)
14: Nichts in der Welt
15: Perfekt
16: Deine Freundin
17: Westerland (Wellenversion)
18: Ignorama
19: Wie es geht
20: Rebell
21: Junge
22: Ist das alles?
23: Unrockbar

24: Wir sind die Besten (Z)
25: Schrei nach Liebe (Z)
26: Das ist Rock 'n Roll (Z)
27: Zu spät (Z)







The Hives, Highfield Festival, 16.08.08

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Konzert: The Hives
Ort: Highfield Festival, Hohenfelden bei Erfurt
Datum: 16.08.2008
Zuschauer: zigtausende (20.000?)
Konzertdauer: 80 Minuten




"A swedish man invented dynamite and The Hives are a swedish invention!", oder auch "We can kill tigers with our bare hands!"

Howlin Pelle Almqvist war mal wieder in Hochform, verbal als auch körperlich! Der elegante Schwede zeigte nicht nur die höchsten Sprünge, sondern sprach auch ein wenig deutsch ("Meine Damen und Herren", vielen Dank meine Schatze"). Neben dem Publikum lobte er natürlich sich selbst und seine Band über den grünen Klee. Die Lieder, die am besten zogen, waren "Walk Idiot Walk",
"Main Offender", "Two- Timing Touch and Broken Bones", "Return The Favour" und natürlich "Tick Tick Boom", das als Zugabe serviert wurde.

Wie immer ein perfekter Festivalauftritt, mit den Nordlichtern können die Veranstalter nie etwas verkehrt machen!

Achso Spruch des Tages:

"Wir haben 20 Konzerte machen diesen Sommer. Und diese Konzert sind viel speziell für die Hives. Diese Konzert hier sind besser als die andere Konzerte die Hives diese Sommer hat mache. Verstehen sie?" (Howlin Pelle)

Das hätte jetzt auch von Trappatoni kommen können...


Setlist The Hives, Highfield Festival:

01: A Stroll Through Hive Manor Corridors
02: Try Again
03: You Got It All Wrong
04: Walk Idiot Walk
05: A Thousand Answers
06: Won't Be Long
07: Main Offender
08: A Little More For Little You
09: You Dress Up For Armageddon
10: Die, Allright!
11: Supply And Demand
12: Diabolic Scheme
13: Two-Timing Touch And Broken Bones
14: Bigger Hole To Fill
15: Hate To Say I Told You So
16: Return The Favour

17: Hey Little World (Z)
18: Tick Tick Boom (Z)

Fotos von den Hives hier







Kettcar, Highfield Festival, 16.08.08

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Konzert: Kettcar
Ort: Highfield Festival, Hohenfelden bei Erfurt
Datum: 16.08.2008
Zuschauer: tausende
Konzertdauer: eine gute Stunde



Viele Leute mögen Kettcar. Auch mein Freund und Mitblogger Christoph, der auf dieser Seite schon mal einen euphorischen Bericht verfasst hat.


Ich persönlich fand Kettcar beim Highfield allerdings...laaangweilig! Genauer gesagt: die Musik von Kettcar ist genauso langweilig wie die labrigen grauen T-Shirts der Bandmitglieder. Dabei machen sie durchaus meliodiösen und recht hübschen Gitarrenpop, an dem mich aber regelmässig der lahme Gesang des Sängers stört. Und die Texte sprechen mich auch nicht sonderlich an. Mit der Metapher "Wie ein Toastbrot im Regen" ("Landungsbrücken Raus") kann ich genauso wenig anfangen wie mit der Textzeile: "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint".

In dem circa einstündigen Set wurden nicht nur Lieder von dem aktuellen Werk "Sylt" und der 2005 er Platte "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen", sondern auch ältere Stücke vom Debütalbum "Du und wieviel von Deinen Freunden" gespielt, darunter "Money Left To Burn", "Im Taxi weinen" und "Ich danke der Academy", das als Zugabe kam.

Fotos werden nachgereicht!

Setlist Kettcar, Highfield Festival:

01: Graceland
02: Kein Außen Mehr
03: 48 Stunden
04: Landungsbrücken Raus
05: Balkon Gegenüber
06: Nullsummenspiel
07: Money Left To Burn
08: Agnostik Für Anfänger
09: Im Taxi Weinen
10: Deiche
11: Ausgetrunken
12: Ich Danke Der Academy




Flogging Molly, Highfield Festival, 16.08.08

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Konzert: Flogging Molly

Ort: Highfield Festival, Hohenfelden bei Erfurt
Datum: 16.08.2008
Zuschauer: zigtausende
Konzertdauer: etwa eine Stunde



Eigentlich wollte ich ja schon um 16 Uhr 40 zu Gogol Bordello da sein, aber meine Frau pochte darauf, sich die Sehenswürdigkeiten von Weimar anzusehen. Sie hatte vollkommen Recht, denn es gab jede Menge zu sehen! Kultur lauert hier an jeder Ecke, sogar in der Eisdiele in der wir Apfelstrudel gegessen haben, hat wohl mal Schiller gelebt. Schiller, Goethe, Bach, all diese illustren Persönlichkeiten waren in Weimar zu Hause. Die Stadt ist geschmackvoll restauriert worden und hat viel Flair. Helmut Kohl lag also mit den blühenden Landschaften doch nicht so falsch, auch wenn nicht jeder Thüringer heute gut dasteht.


Also, wer das Highfield Festival besucht, sollte sich auf jeden Fall auch einmal Weimar und Erfurt ansehen!

Das schönste an dieser Gegend sind neben den kulturell hochinteressanten Städten aber die wunderbaren Hügellandschaften und die satten grünen Wälder. So ist schon die Anfahrt zu dem Festival ein Erlebnis für die Sinne. Auch an dem trockenen, aber nachts extrem kalten zweiten Festivaltag, genoss ich wieder den Anblick der traumhaften Umgebung und war trotz unzureichender Nachtruhe guter Dinge, als ich das weitläufige Gelände an dem malerischen Stausee erreichte.

Leider war es hier aber viel zu voll, um ganz nach vorne durchzudringen. Wo man auch hinblickte, man sah nur noch Köpfe, die sich im Takt der Musik bewegten. Bewegungsfreiheit war ein rares und teures Gut! Schade, so konnte ich mir die irisch-amerikanische Band Flogging Molly nicht aus der Nähe ansehen. Die Gruppe um den Iren Dave King bot einen Mix aus traditionellem Folk und Punk und sorgte für hervorragende Stimmung, was man leicht an den unzähligen klatschenden Händen sehen konnte. Für ein Festival war die Musik perfekt, auch wenn ich nicht unbedingt in den CD-Laden rennen muss, um mir eines ihrer Alben zu kaufen. Auf jeden Fall waren sie deutlich besser als die am nächsten Tag auftretenden Dropkick Murphys, die sich ungefähr auf dem gleichen musikalischen Terrain bewegen, aber wesentlich banaler und ideenloser rüberkamen als die sympathischen Flogging Mollys.




Samstag, 16. August 2008

The Killers, Highfield Festival, 15.08.08

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Konzert: The Killers

Ort: Hauptbühne des Highfield Festivals, Hohenfelden
Datum: 15.08.2008
Zuschauer: zigtausende
Konzertdauer: 80 Minuten



Die Killers sind feister Mainstream für's kommerzielle Radio. Da wusste ich schon vorher. Dass es aber so scheußlich werden würde, hätte ich nicht gedacht. Grauenvoll! Welches war das schlimmste Lied: "Read My Lips", "The River Is Wide", oder das abschliessende "All These Things That I've Done" ("I've Got Soul But I'm Not A Soldier") ? Schwer zu sagen...


Selbst "Mr. Brightside" gefiel mir nicht mehr. Und Starallüren haben die Typen aus Las Vegas auch, kein einziger Fotograf durfte in den Graben, um Fotos zu schiessen.




We Are Scientists, Highfield Festival, 15.08.08

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Konzert: We Are Scientists
Ort: Highfield Festival, Hohenfelden bei Erfurt
Datum: 15.08.2008
Zuschauer: volles Coca Cola Zelt
Konzertdauer: gut 55 Minuten



Stau, Stau, Stau - Mist! Mist ! Mist!


Es ging wirklich nicht voran in Richtung Erfurt und so mussten wir nicht nur die Subways frühzeitig abschreiben, sondern auch Tocotronic und Yeasayer. Schade, schade! Und circa. 10 Kilometer vor Hohenfelden kam der Verkehr dann völlig zum Erliegen. Flippige, junge Menschen stiegen aus ihren Autos, hielten ein Schwätzchen mit den anderen Leidensgenossen, oder gingen teilweise den restlichen Weg zu Fuß! Durch eine herrliche Hügellandschaft mit satten grünen Wäldern und zalreichen Apfelbäumen ging es anschließend via Stop And Go weiter, bis wir endlich aus der Ferne das an einem hübschen Stausee gelegene Gelände erblickten.

Kurz vor den Parkplätzen kam mir dann ein Polizist entgegengesprungen und meinte in thüringer Mundart: "Machen sie mal die Nebelschlussleuchte aus!" - Der Kerl hatte recht, aber ich hatte vielleicht im Unterbewußtsein schon antizipiert, daß es auf der nächtlichen Rückfahrt extrem nebelig werden würde. Und kalt war es hier, schweinekalt! Meine Frau bibberte trotz dicker Jacke! Bärbeißige Ordner hatten uns zuvor den Parkplatz zugewiesen und schnautzten jeden an, der links von uns parken wollte, weil sie dort eine Durchfahrt freilassen wollten. Die Burschen hätten freundlicher sein können, es gab kein Grund die anderen Leute so ruppig anzupacken. Das war aber noch harmlos gegen die Behandlung, die einem Crowdsurfer beim Auftritt von We Are Scinetists zu teil wurde! Ein glatzköpfiger, überaus bulliger Security-Tip packte ihn am Hals und schleifte ihn im Würgegriff bis zum Ausgang. Man glaubte, ein Schwerverbrecher sei auf frischer Tat ertappt worden. Gewiss, Crowdsurfing ist seit circa zwei Jahren beim Highfield verboten und das hat auch gute Gründe, aber muss man wirklich die Leute so grob behandeln? Ich war empört! Zuvor hatte mich schon ein Besoffener auf unflätige Art und Weise aus dem Wege geschoben, so dass meine ersten Eindrücke von dem Festival leider nicht sonderlich gut waren. Hinzu kam, dass das Gelände völlig überfüllt war und man kaum treten konnte.

Aber ich muss auch mal etwas Nettes sagen: Pressepass und Bändchen bekam ich im Nu, auch meine Frau, die nicht akkrediert war, musste überhaupt nicht warten. Und der Verkäufer am Crepes-Stand war wirklich sehr höflich und zuvorkommend...

Achso, ein Konzert habe ich übrigens auch noch gesehen. Allerdings kein gutes, was zu erwarten war. Die witzigen Amis von We Are Scientist haben auf dem ersten Album schon ihr gesamtes Pulver verschossen und lieferten neben den alten Hits wie "Nobody Moves, Nobody Gets Hurt" und "The Great Escape" nicht viel Brauchbares ab. Und mal ehrlich: Die Musik von We Are Scientists ist doch wirklich insgesamt ziemlich scheußlich, oder etwa nicht?

Setlist We Are Scientists (offizielle Version, eigentlich haben sie das Ganze etwas abgewandelt):

01: Nobody Moves
02: Chick Lit
03: Scene Is Dead
04: Inaction
05: Impatience
06: Let's See It
07: Cash Cow
08: Can't See
09: Callbacks
10: That's What Counts
11: After Hours
12: Textbook
13: Dinosaurs
14: It's A Hit
15: Lethal
16: The Great escape



Mittwoch, 22. August 2007

Ash, Hohenfelden, 19.08.07

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Konzert: Ash

Ort: Hohenfelden (Highfield-Festival)
Datum: 19.08.2007
Zuschauer: volles Zelt


Ash traten nach Tegan & Sara im Coca Cola Zelt auf und das Trio gewann schnell die Sympathien des Publikums, als sie mit dem Opener "Burn Baby Burn" von ihrem bisher erfolgreichsten Album 1977 ihr Set begannen. Diesen Hit, aber bestimmt wohl auch "Oh Yeah" und "Girl From Mars", die ebenfalls gespielt wurden, kennt wohl fast jeder, der in den Neunzigern schon Indie-Rock gehört hat. Etwas schwieriger tun sich die Iren hingegen, das Publikum und Krtiker mit ihrem neuen Opus "Twilight Of The Innocents" zu gewinnen. Live zogen Stücke wie Polaris oder der Titeltrack zwar nicht schlecht, an die Begeisterungsstürme, die beispielsweise "Girl From Mars" auslösten, kamen sie aber nicht heran. Lag es vielleicht daran, daß sich besagtes Girl from Mars, die Ex-Gitarristin Charlotte Heatherly, von der Band verabschiedet hat, um auf Solo-Pfaden zu wandeln? Hmm, gute Frage, die ich nicht so ohne Weiteres beantworten kann...

Fest steht aber, daß in den 2000er Jahren etliche Bands in England aufgekommen sind, die Ash ein wenig abgedrängt haben, so z.B. Franz Ferdinand, Bloc Party oder auch die Arctic Monkeys. Wenn ich ganz ehrlich bin, muß ich zugeben, daß ich trotz der Sympathien, die ich für Ash hege, diese Entwicklung nachvollziehen kann und heute nicht so richtig begeistert war. Vielleicht hatte ich gerade ein kleines Konzentrationsloch, möglicherweise lag es aber ganz einfach daran, daß die Iren zu wenig eigenständig waren, um aus der Masse guter Bands herauszuragen...

Setlist Ash Highfield:

01: Burn Baby Burn
02: You Can't Have It All
03: Orpheus
04: Renegade Cavalcade
05: Polaris
06: Kung Fu
07: Blacklisted
08: Oh Yeah
09: Girl From Mars
10: Twilight Of The Innocents



Brand New, Hohenfelden, 19.08.07

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Konzert: Brand New

Ort: Hohenfelden (Highfield-Festival)
Datum: 19.08.2007


"Was ist denn das für ein Musikstil", frage ich die hilfsbereite Verkäuferin am kleinen Stand von Saturn und zeige auf die CD von Brand New, auf der zwei Männer mit Totenköpfen zu sehen sind. "Äh, weiß nicht so genau", antwortet sie etwas verlegen. "Wenn es Emo ist, dann mag ich es nicht und das Cover sieht irgendwie seltsam aus", versuche ich ihr zu helfen.

Nach dem Auftritt der New Yorker Brand New kann ich in der Tat festhalten, daß es sich stilistisch irgendwie um Emo-Musik handelte, aber... das Konzert gefiel mir trotzdem ausgeprochen gut! Es war grandios! Ganz große Klasse! Wie ist das möglich, daß ich Musiker spontan in mein Herz schließe, obwohl sie eine Musikrichtung spielen, die mir eigentlich nicht sonderlich gefällt? Nun, weil ihr Sound viel zu komplex und vielseitig ist, um ihn in nur eine Schublade zu stecken und insbesondere Sänger Jesse Lacey dermaßen seine Lieder lebte, daß einem ein kalter Schauer über den Rücken laufen konnte. Ganz unscheinbar und schüchtern sah er aus, mit seinem karierten Holzfällerhemd, aber er war trotzdem unglaublich charismatisch und präsent. Fast erschrak man, wenn nach einer langen, eher schleppenden Einleitungsphase die Songs von einer Ballade in ungestüm rockende Monster umschlugen und Jessy Lacey sich die Seele aus dem Leib schrie. So auch beim fabelhaften Opener "Sowing Season", indem neben dem Aufschrei "Yeah" auch der Text aufwühlte. "I'm not your friend, your lover, or your family, yeah!", heißt es da und so wie das vorgetragen wurde, glaubte man Jesse den Text aufs Wort. Die meisten Stücke waren zu irgendeiner Phase sehr noisy, schlugen aber oft wieder in ruhigere Phasen um. All dies meisterten die Amerikaner höchst gekonnt. Oft hatte ich den Gedanken im Kopf, stilistisch seien Brand New der Missing Link - also das Verbindungsglied - zwischen den Foo Fighters bzw. Nirvana und Bright Eyes bzw. Elliott Smith und in der Tat werden diese Künstler auf der Vorgänger-CD "Deja Entendu" als Einfluss genannt. Von besagter "Deja Entendu", stammten dann auch zwei Lieder des Konzerts, nämlich "O.K., I Believe You, But My Tommy Gun Don't" (unglaublicher Titel!) und "Sic Transit Gloria... Glory Fades" (auch dies ein kurioser Titel!), während der Rest von "The Devil And God Are Raging Against Me" kam.

Leider hatten die Nordamerikaner nur 45 Minuten Zeit, um den Wechsel zwischen laut und leise zu zelebrieren, aber diese dreiviertel Stunde genügte, um tief in das Universum der Band einzutauchen. Am Ende gab es dann noch eine ganz und gar herzerweichende Szene, als sich Sänger Jesse auf den Boden sacken ließ, bis an den Bühenrand robbte und über dem Abgrund hängend weitersang. Was für ein Abschluss eines kurzen, aber intensiven Konzertes!

Setlist Brand New, Highfield:

01: Sowing Season
02: Millstone
03: The Archers Bows Have Broken
04 Okay, I Believe You But My Tommy Gun Don't
05: Sic Transit Gloria...Glory Fades
06: Jesus
07: Degausser



Dienstag, 21. August 2007

Kaiser Chiefs, Hohenfelden, 19.08.07

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Konzert: Kaiser Chiefs

Ort: Hohenfelden (Highfield-Festival)
Datum: 19.08.2007
Zuschauer: sehr viele (insgesamt wohl 20.000)


"Wie macht der das eigentlich, daß er nie heiser wird, so wie der immer rumschreit bei den Konzerten?"
Diese Frage hatte ich mir schon oft gestellt, wenn ich Ricky Wilson und seine Kaiser Chiefs live gesehen habe und kaum Anzeichen einer rauhen Stimme ausmachen konnte. Heute war es aber soweit: bei meinem 12. Konzert der Brit-Rocker war Ricky heiser. Und wie heiser er war! Er krächzte geradezu, vor allem, wenn er zwischen den Stücken Ansagen machte. Da half ihm auch sein langer, beigefarbener Trench Coat nicht, den er zu Beginn trug, das Kehlchen war nun mal kratzig, da hätte auch eine Packung Wick Blau nichts dran ändern können...

Daß es trotzdem wieder ein tolles Konzert wurde, unterstreicht die Energie und Einsatzbereitschaft des hyperaktiven Blondschopfes! Unglaublich, wie er sich trotz seines offensichtlichen Handicaps ins Zeug legte, von etwaiger Schonung konnte nicht die Rede sein. Andere Sänger hätten wahrscheinlich in der gleichen Situation abgesagt, Ricky aber zog den Gig bravourös durch. Vor dieser Leistung hätte man glatt Peanuts Hütchen ziehen können!

Auftakt war standesgemäß "Every Day I Love You Less And Less" und schon zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung im Publikum prächtig.
Sie sollte aber im Laufe der Zeit noch besser werden und viele Fans ließen es sich nicht nehmen, massiv crowdsurfing zu betreiben, obwohl dies seitens der Veranstalter ausdrücklich verboten war und mit einem Verweis vom Gelände geahndet werden konnte. Da das Konzert das Festival aber abschloß, war das Risiko einer "roten Karte" überschaubar und so hatten die bulligen Ordner alle Hände voll zu tun.

Wie soll man auch stillstehen, wenn neue Knüller wie "Ruby", oder "The Heat Dies Down" gebracht werden? Inzwischen kommen diese Titel ebenso gut an, wie die Hits vom ersten Album "Employment". Einige der neuen Stücke sind ja auch inzwischen etwas länger im Programm, das fabelhafte "Angry Mob" beispielsweise. "Wißt ihr noch, letztes Jahr an gleicher Stelle haben wir das zum ersten Mal überhaupt live gespielt", erinnerte sich Ricky.

Aber es gab auch noch ein anderes Jubiläum zu feiern: Peanut hatte Geburtstag! Drummer Nick Hodgson verkündete diese Meldung, bevor "The Modern Way" angestimmt wurde.
"Normalerweise ärgere ich an dieser Stelle Peanut immer ein wenig, denn traditionellerweise klatscht er das Publikum vor dem Song zum Aufwärmen ein. Heute verzichte ich aber darauf, denn Peanut hat ja Geburtstag." Trotzdem neckten sich die beiden ein wenig und sahen dabei aus wie kleine, schelmische Lausbuben. Bevor Peanut mit dem Klatschen beginnen konnten, bekam er natürlich noch aus tausenden Kehlen "Happy Birthday" vorgesungen, was ihn durchaus rührte.

Nach zwölf Konzerten mit den Kaiser Chiefs kenne ich natürlich einige Gags bereits auswendig, so war z.B. das Erklettern des rechten Gerüstes durch Ricky während "I Predict A Riot" keine echte Überraschung.
Auch ich war aber verblüfft, als der heisere Bursche bei "Take My Temperature" von der Bühne sprang und seitlich an den verdutzten Leuten vorbeilief, um eine Getränkebar auf dem Festivalgelände zu erstürmen. Die armen Ordner hatten hierbei das zweifelhafte Vergnügen, dem wieselflinken Mann zur Sicherheit hinterherzulaufen, damit die Fans ihm nicht zu nahe kamen. Danach kam noch "Retirement" und hiermit schien Schluss mit lustig zu sein. Als Headliner hat man allerdings das Privileg, Zugaben geben zu dürfen und so überraschten mich die Kaiser Chiefs ein wenig mit dem relativ selten gespielten "My Kind Of Guy", bevor mit dem nach wie vor sensationellen "Oh My God" ein würdiger Schlußpunkt unter ein absolut gelungenes Festival gesetzt wurde.

Highfield ich komme wieder!!

Setlist Kaiser Chiefs, Highfield:

01: Every Day I Love You Less And Less
02: Heat Dies Down
03: Everything Is Average Nowadays
04: Born To Be A Dancer
05: Na Na Naa
06: I Can Do It Without You
07: Modern Way
08: I Learnt My Lesson Well
09: I Predict A Riot
10: Angry Mob
11: Ruby
12: Take My Temperature
13: Retirement

14: My Kind Of Guy (Z)
15: Oh My God (Z)



Moneybrother, Hohenfelden, 19.08.07

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Konzert: Moneybrother

Ort: Stausee Hohenfelden (Highfield-Festival)
Datum: 19.08.2007
Zuschauer: das Zelt war sehr voll


Der Schwede Anders Wendin, der sich hinter dem Pseudonym Moneybrother versteckt , trat gegen 20 Uhr 15 mit seiner Band im proppevollen Cola-Zelt auf. Ash hatten zuvor schon für ordentlich Stimmung gesorgt (Bericht + Setlist folgt!), so daß das Publikum schon schön warm und aufgeheizt war. Wenn ich von Publikum rede, könnte ich auch sagen, die kleinen Mädchen in der ersten Reihe, denn es schien fast so, als hätten sich nur Damen in das Zelt verirrt, während die Herren zu Silverchair auf der Hauptbühne abrockten.

Macht Moneybrother also Mädchenmusik, oder lag der weibliche Andrang bloß an der sportlich-attraktiven Erscheinung des dunkelblonden Lockenkopfes? Nun, beides stimmt irgendwie. Anders Wendin sieht nicht übel aus, hat einen naürlichen Charme, macht aber in der Tat Musik, die zuweilen nichts für Diabetiker und harte Männer ist.Eine große Portion Zucker streut der Skandinavier wirklich auf fast jedes Lied und so verwundert es nicht, daß da die Weiber und männliche Warmduscher (so wie ich) drauf stehen...

Wenn man die CDs von Moneybrother kennt, weiß man allerdings schon, daß das Ganze etwas klebrig ist, was man aber nicht so erwartet , ist die Tatsache, daß die Schweden auch Richtung losrocken können. In diesen rockigen Momenten erinnert der Stil dann ein wenig an Bruce "The Boss" Springsteen, während ansonsten andere schwedische Singer/Songwriter wie Pelle Carlberg, oder Loney, Dear musikalisch nicht sehr weit sind. Besonders hervorzuheben ist sowohl auf CD als auch live, die wirklich phantastische Stimme von Anders Wendin. Der sympathische Mann hat einen besonderen Schmelz in seinem Kehlchen und kann damit glatt dem Modfather Paul Weller das Wasser reichen! Neben dem Hauptdarsteller Wendin fielen natürlich auch noch seine flott rockenden Bandkollegen auf, vor allem der Saxophonist, der mit diesem Instrument dem Sound einen nicht unerheblichen "Achtziger Jahre - Faktor" beifügte. Eigentlich steh' ich persönlich nicht besonders auf Saxophonklänge, hier passte das in den Neunzigern ausgesprochen verpönte Instrument aber interessanterweise gut dazu.

Neben den alten Hits wie "They Are Building Walls Around Us" und "Joanna" konnten bereits Stücke der nagelneuen CD, wie "Down At The R" und "Just Another Summer" überzeugen. Das gesamte Set kam beim Publikum gar so gut an, daß - ungewöhnlich bei Festivals- mit "Reconsider" eine Zugabe gespielt wurde, bevor sich Anders Wendin und Band vor allem von den Girlies mächtig feiern ließen.

Setlist Moneybrother, Highfield:

01: Just Another Summer (neu)
02: My Little Girl
03: The Pressure (EP-Titel)
04: Will Not Happen
05: They Are Building Walls Around Us
06: Down At The R (neu)
07: Blow Him Back Into My Arm
08: Joanna
09: Guess Who's Gonna Get Some Tonight (neu)
10: Reconsider



Tegan & Sara, Hohenfelden, 19.08.07

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Konzert: Tegan & Sara

Ort: Stausee Hohenfelden (Highfield-Festival)
Datum: 19.08.2007
Zuschauer: viele


Das Coca Cola Soundwave Tent war am heutigen Sonntag für mich ab 17 Uhr 20 interessanter als die Hauptbühne, denn mit Tegan & Sara, Ash und Moneybrother spielten gleich drei gute Bands hintereinander, die ich den zur gleichen Zeit auf der Main Stage auftretenden Chris Cornell, Jimmy Eat World und Silverchair allemal vorzog.

Die kanadischen Zwillingsschwestern Tegan & Sara eröffneten also den Reigen guter Konzerte im Cola-Zelt und ich habe es nicht sonderlich bedauert, fast das komplette Konzert von Chris Cornell verpasst zu haben, zumal ich das Highlight seiner Show, die Cover-Version von Billie Jean nach Michael Jackson noch mitbekam.

Begleitet wurden die beiden Schnuckelchen von zwei Herren an Bass und Schlagzeug, aber das Hauptaugenmerk lag ganz eindeutig auf den Schwestern. Ausgestattet mit Gitarren und stilechten 80er Jahre Frisuren (Vokuhila) trällerten sie herzallerliebst Stücke von ihrem Vorgängeralbum "So Jealous", aber auch Neuheiten von dem in Kürze erscheinenden Nachfolger, so z.B. das Stück "Nineteen". "Unfortunately you can't buy the new album here, our record company really sucks!", verkündeten sie irgendwann leicht genervt. Schade, schade, zu gerne hätte ich bei dem improvisierten Saturn-Stand auf dem Gelände eine taufrische Kopie des Neulings erworben!

Logischerweise beschränkten sich meine Kenntnisse deshalb auf Songs der CD "So Jealous". Besonders klasse kamen hiervon "Where Does The Good Go", "So Jeaulous" und natürlich die Hymne "Walking With The Ghosts" rüber. Bei einigen Stücken spielte Tegan und Sara Keyboard und in diesen Situationen standen sich die Schwestern in der Mitte der Bühne direkt gegenüber, während sie bei den restlichen Lieder mehr Distanz zueinander hielten.

Um zu funktionieren, müssen sie sich aber mit Sicherheit zumindest musikalisch gut verstehen, obwohl zu lesen ist, daß Tegan in Vancouver, Sara hingegen in Montreal wohnt.


Zumindest für meine Ohren klang es aber ziemlich harmonisch, was die Mädels heute so vortrugen, die kindlich wirkenden Stimmen ergänzten sich hervorragend und auch der Rest der Band, allen voran der dynamische Drummer, war in Form.

Die lustigste Anekdote des Sets ereignete sich, als Tegan (oder war das jetzt Sara?) darauf hinwies, daß sie bereits in Deutschland gespielt hätten und zwar im Vorprogramm von Bryan (nicht Ryan!) Adams."Kennt ihr den noch ?", fragte sie schüchtern und als keine besondere Reaktion kam, ergänzte sie: "Bryan Adams, you don't know "Summer of 69"?- "This was a good one". Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie "Summer Of 69" wirklich mögen und vielleicht deshalb kam prompt die Erklärung für die Story: "just trying to connect with you, you know?"...

Dabei war es eigentlich gar nicht unbedingt notwendig, einen Draht zum Publikum herzustellen, denn die Kanadierinnen kamen wirklich gut an. Zu Recht, denn ihr relativ kurzes Konzert wußte zu überzeugen. Man darf also auf das neue Album und die kommenden deutschen Konzerttermine gespannt sein.

Auszug aus der Setlist Tegan & Sara:

- Where Does The Good Go
- Nineteen
- So Jeaulous
- Walking With A Ghost
- I Know I Know I Know

Wird bei Gelegenheit ergänzt...

Eagles Of Death Metal, Hohenfelden, 19.08.07

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Konzert: Eagles Of Death Metal

Ort: Stausee Hohenfelden (Highfield Festival)
Datum: 19.08.2007
Zuschauer: so einige


Wenn Testosteron einen Duft hätte, dann hätte es wohl gewaltig gemieft während des Auftritts der Eagles Of Death Metal!

Sänger und Gitarrist Jesse Hughes versprühte nämlich dermaßen viel von dem männlichen Sexualhormon, daß man damit wohl noch zehn Radfahrer bei der Tour de France hätte dopen können. Tätowiert bis zum Geht-Nicht-Mehr posierte der rotblonde Typ oft am Bühenrand, heizte so dem Publikum ein und ließ einen Macho-Spruch nach dem anderen vom Stapel. "I love German girls, I really love them", sagte er gegen Mitte des Sets. "So the next song will be 'German Girl'", fuhr er fort. "Normally it's called 'English Girl', but today I change the name, because after the gig I'd like to have a German girl in my room"...

Natürlich war jeder Spruch und jede Pose mit einem Augenzwinkern versehen und nicht allzu Ernst zu nehmen, schließlich wurden hier sämtliche Klischees über "Sex, Drugs and Rock 'n' Roll" ausgepackt, und oft hatte man den Eindruck, bei Jesse "The Devil" Hughes und seinen Bühnenpartnern handele es sich um Karrikaturen.

Bandmitgründer Josh "Queens Of The Stone Age" Homme war zwar nicht mit von der Partie, aber dafür konnte man sich köstlich über den dicken, glatzköpfigen (na ja fast, eigentlich hatte er einen kleinen Irokesen-Schnitt) Gitarristen und den an Slash von Guns And Roses erinnernden Bassisten amüsieren. Lediglich der Schlagzeuger (wahrscheinlich Gene Trautmann) sah "normal" aus.

Zum Schreien komisch war inbesondere die Gestik von Jesse "The Devil", wenn er fast pikiert die Finger spreizte, hatte man das Gefühl, einen homosexuellen Cowboy vor sich zu haben. Ich denke aber nicht, daß es sich um eine Verunglimpfung handelte, dafür wurde einfach alles zu sehr ins Lächerliche gezogen. Alles andere als lächerlich war aber der musikalische Auftritt der alten Säcke.

Keine Spur Death Metal, dafür aber umso mehr staubtrockener Rock 'n' Roll mit Blues-Elementen wurde geboten, wobei zwischen Songs vom ersten Album "Peace, Love And Death Metal" und dem neuen Werk "Death By Sexy" schön gewechselt wurde.

Von letzgenanntem Longplayer stammten dann auch die beiden wohl größten Hits "Cherry Cola" und natürlich "I Want You So Hard", die gegen Ende kamen. Abgerundet wurde der unterhaltsame Auftritt schließlich von "I Only Want You". Die Tatsache, daß zahlreiche Festivalgäste nach dem Set noch lange "Boys Bad News" auf den Lippen hatten, spricht anschaulich für die Einprägsamkeit der Lieder der Testosteronmonster von Eagles Of Death Metal.



The Sounds, Hohenfelden, 19.08.07

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Konzert: The Sounds

Ort: Stausee Hohenfelden (Highfield-Festival)
Datum: 19.08.2007
Zuschauer: mittlerer Andrang vor der Hauptbühne


Der dritte und letzte Tag des gelungenen Highfield-Festivals 2007 sollte es noch einmal in sich haben. Brand New, Eagles Of Death Metal, Ash, Tegan & Sara, Moneybrother und vor allem die Kaiser Chiefs beehrten allesamt mit ihrem Erscheinen das wunderbare Gelände am idyllischen Stausee in Hohenfelde bei Erfurt.

Mein persönlicher Auftakt des Tages war allerdings das Konzert der Schweden von The Sounds. In der Bahnhofskneipe des Nachbarortes Kranichfeld hatten wir zuvor einen frisch gebrühten starken Kaffee serviert bekommen und waren somit bestens für den anstrengenden Tag gerüstet.

Eine ziemlich kitschige Opernarie erklang zum Einmarsch aus den riesigen Boxen und stimmte auf das ein, was nun folgen sollte: Kitsch! Allerdings äußerst kurzweilig und höchst unterhaltsam dargeboten von der heiß aussehenden Frontlady Maja Ivarsson und ihren vier männlichen Bandkollegen.

Als Mitdreißiger, der mit Platten von Kim Wilde und Nena groß geworden ist, fühlte ich mich gleich mit dem Opener "Living In America" an die 80er Jahre zurückerinnert. Kein Wunder eigentlich, hieß doch der größte Hit von Kim Wilde damals "Kids In America" und zwischen "Living In America" und "Kids In America" bestanden nicht nur hinsichtlich des Titels, sondern auch aufgrund des musikalischen Stils deutliche Parallelen. Als das Debütalbum der Sounds vor gut drei bis vier Jahren herauskam, war das Eighties-Revival gerade groß im Gange, Nena hatte zusammen mit besagter Kim Wilde ihre alten Hits neu aufpoliert, Wir Sind Helden hauchten Ideal neues Leben ein und selbst a-ha waren wieder aus der Versenkung aufgetaucht. In dieser Zeit hörte ich auch das erste Album der Sounds so einige Male. Seitdem ist die Retro-Welle zeitweilig wieder kurz abgeflacht, hat aber in jüngster Zit besonders durch CSS und New Young Pony Club neue Nahrung erhalten. Insofern war der Zeitpunkt seitens der Schweden gut gewählt, um mit einem neuen Album, vollgepackt mit kitschigem, aber einprägsamen Sythie-Sound, um die Ecke zu kommen.

"Trying To Say This To You" heißt das zweite Opus und logischerweise stammten davon auch die meisten heute gespielten Lieder. Einer der Höhepunkte der Show war zweifelsohne der fetzige Ohrwurm "Painted By Numbers", der schon zu dieser frühen Uhrzeit (14.15 Uhr), die Festivalgäste ordentlich in Fahrt prachte.

Überhaupt: die Stimmung war von Anfang bis Ende prächtig, was nicht unwesentlich an der sexy Erscheinung der blonden Maja Ivarsson lag. Beine hatte die Frau, einfach unglaublich! Durchtrainiert wie eine Leistungssportlerin ging sie mehrfach tief in die Knie, wackelte mit ihren Hüften und gewährte auch Einblicke auf das wahnsinnig knackige Hinterteil. Ich bin mir nicht sicher, ob es an den Temperaturen lag, daß mir so heiß wurde, oder ob es an der Attraktivität der Blondine lag...

"We came all the way from fucking Sweden to play here", sagte die Rockröhre irgendwann, was mit starkem Applaus quittiert wurde. Cool war auch, daß sich die Sängerin in der Pause zwischen zwei Titeln spontan eine Zigarette anzündete und rauchend weitersang, aber auch das Erklettern des Schlagzeuges, von dem sie dann mit ihren schwarzen Stöckelschuhen thronte, war sehr amüsant mitanzusehen.

Eine starke Phase hatte das Set als mit "Tony The Beat" und "Song With A Mission" zwei Knüller des neuen Albums hintereinander gespielt wurden, aber auch das Finale hatte es noch einmal in sich.

"The next song is about something, I maybe have to much of: 'Ego.'" Ein großes Ego hat Maja sicherlich, aber auch unbestreitbare Qualitäten als Entertainerin. Die 35 Minuten verstrichen nämlich, ohne daß man sich auch nur eine Sekunde hätte langweilen können...

Setlist The Sounds, Highfield:

01: Living In America
02: Hit Me!
03: Queen Of Apology
04: Painted By Numbers
05: Hurt You
06: Tony The Beat
07: Song With A Mission
08: ? (wird nachgereicht)
09: Ego



 

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