Montag, 9. Juni 2014

New Bands Festival, Karlsruhe, 07.06.14


Konzerte: Vision, Cryptic Carpet, La Petite Rouge
Ort: Jubez in Karlsruhe
Datum: 7. Juni 2014
Dauer: je 30 min
Zuschauer: 50-150


Schon seit einiger Zeit verpasse ich mich mit La Petite Rouge, einer für mich sehr interessant klingenden Künstlerin aus Karlsruhe.  Sie war zweimal Support für Konzerte, die ich eigentlich fest eingeplant hatte und streichen musste, dann gab es in letzter Zeit zwei kurzfristig angesetzte Gigs in Karlsruhe, von denen ich zu spät erfuhr. Zuletzt musste ich mir von den Neuseeländern French for Rabbits erzählen lassen, wie toll sie den gemeinsamen Gig mit der Karlsruherin in Feldkirch fanden... 


Nun gab es endlich eine Chance, den ruhigen Samstag vor Pfingsten zu nutzen, um sie im Rahmen des New Band Festivals spielen zu sehen. Veranstaltet vom Popnetz Karlsruhe ist dies eine Möglichkeit für Bands aus Karlsruhe und dem Umland, attraktive Auftrittsmöglichkeiten bzw. Studioaufnahmen zu erspielen. Im Jubez fand an diesem Abend schon die dritte Veranstaltung der 2014er Runde statt.


Ich gehe ja viel und gern auf Konzerte und auch gern ins Jubez, aber ich glaube, einen Nachwuchsbandcontest hätte ich mir sonst nicht für den Abend ausgesucht. Ich wäre wohl nach Mainz gefahren, um beim Open Ohr schon am Nachmittag meine "Dosis" Livemusik zu tanken. Was eine Fehleinschätzung gewesen wäre. Es zeigte sich nämlich, dass die beiden Bands, die noch vor La Petite Rouge auf dem Programm standen, mich komplett fesseln konnten.


Zum zuhören gekommen waren etwa 50 Leute für den Anfang - es füllte sich dann aber schnell noch auf solide knapp 150 Leuten. Und der Ablauf war gut geplant. Jede Band hatte etwa 30 min Programm und der Umbau zwischendurch war mit 10 min knapp aber - wie sich erwies ausreichend - geplant. Es wurde dadurch nicht langweilig, sondern es war gerade genug Zeit, um etwas zu trinken zu holen, oder kurz ins Gespräch zu kommen über eben gehörtes.


Den Anfang machte Vision, eine als noch sehr junges Projekt vorgestellte Band über die ich leider nichts finden konnte im Netz (der Name ist dabei doch eher hinderlich). Die Musik war poppig aber nicht beliebig, sondern hatte immer wieder eigene Wendungen parat. Die Stimme der Sängerin gefiel mir sehr gut und der Auftritt war absolut professionell und sympathisch. Ich konnte auch wieder meinem Lieblingshobby frönen, fasziniert Schlagzeugerinnen bei der Arbeit zusehen... Gern hätte ich den Mann am Bass später noch darauf angesprochen, was die fünfte Saite am Bass für ihn für Vorteile birgt.


Anschließend gab es eine ordentliche Portion Testeron mit Cryptic Carpet.  Drei junge Männer bedienten die Punkschiene mit deutschen und englischen Texten. Ich bin bei diesem Genre immer etwas wählerisch, weil ich nicht dumm angemacht werden will und auch nicht niedergebrüllt. Deshalb hatte ich mich schon so halb innerlich darauf eingestellt, die halbe Stunde vielleicht lieber an der Bar zu verbringen. Das erwies sich dann aber als unnötig. Im Gegenteil fühlte ich mich im Großen und Ganzen sehr gut unterhalten, die Musik war mitreißend und 1-2 Songs sogar richtig gut. Im ersten Song war eine Saite am Bass gerissen und es musste schnell Ersatz geborgt werden. Aber das klappte zum Glück unaufgeregt.


La Petite Rouge hatte auf einem Tisch vor sich allerhand Elektronik aufgebaut, aber auch eine Mandoline und eine Gitarre gestimmt bereit stehen. Sie konnte mich in ihrem Set sowohl mit den eher klassischen Hilfsmitteln der Liedermacherin überzeugen - als auch mit den vielschichtig elektronisch aufbereiteten und mit Zappelbeats unterlegten Songs. Sie hat so eine zurückgenommene Attitüde hinter ihren Instrumenten, dass man sich schon ein bisschen fragen kann, wie hier eigentlich die Botschaft rüberkommt (was sie unzweifelhaft aber schafft!). Für das Publikum hatte sie schließlich auch noch eine Aufgabe: einen dreistimmigen Chorus für einen Song. Klappte an dem Abend wunderbar und machte irgendwie glücklich.


Nach dem Set entschied ich mich zu gehen, zumal als nächstes wieder reichlich Gitarren und junge Männer auf der Bühne erschienen. Ich war mir ohnehin sicher, das Beste für mich an dem Abend herausgepickt zu haben (sorry Last Minute und Mess up your DNA). Und später hörte ich, dass La Petite Rouge den ersten Platz der Jury gewonnen hat und auch VISION hat sich für die nächste Runde qualifiziert.

Konzertvorschau La Petite Rouge:
2. Juli Karlsruhe - ZKM  (Support für Annagemina)


Mehr Bilder des Abends:




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