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um
12:02
Konzert: Sophie Steinchen und La Petite Rouge
Ort: Vanguarde in Karlsruhe
Datum: 19. Dezember 2014
Dauer: 30 min + 60 min
Zuschauer: etwa 70
Die Adventszeit neigte sich auf Weihnachten hin. Dieser Freitag war mein letzter voller Arbeitstag gewesen und ich war mir bis zuletzt nicht ganz sicher gewesen, ob ich am Abend noch genug Energie für den Weg in Karlsruhes Westen aufbringen würde. Der Ausflug nach Stuttgart am Vorabend hatte erst 2 Uhr morgens geendet und mein Freitag war ein ereignisreicher Tag gewesen.
Schließlich war ich aber sehr froh, dass ich mir doch einen Ruck gegeben hatte, denn als ich im Vanguarde ankam, herrschte dort eine ganz besonders warme und einladende Atmosphäre und ich wurde mit Umarmungen empfangen. Viele hier waren sicher in der einen oder anderen Weise Leuten auf der Bühne verbunden und freudig gespannt. Mit immerhin knapp 70 Leuten waren die Plätze schließlich alle besetzt und weiter hinten und an den Rändern wurde auch gestanden.

Sophie Steinchen eröffnete den Abend. Ich hatte sie im September in unser Wohnzimmer locken können und war nun besonders gespannt, was sie für ihr Set im Dezember vorbereitet hatte. Bei uns in der Waldstadt waren einige ganz frische Stücke vorgestellt worden, die ich hier wieder treffen durfte. Wednesday night und Call the Emergency z.B. sind schon durch ihre Zeit in London angeregt. Plastic Heart und Nightfall anschließend stammten von ihrer Karlsruher EP. What have you done to us now war auch ein Frischling vom September und schließlich gab es noch zwei mir ganz unbekannte Stücke. I tried stop breathing once arbeitete mit loops und stellte ihre Stimme in den Vordergrund mit Rhythmen vom Webstuhl dazu. Das war fand ich ganz besonders intensiv in ihrem ohnehin schon sehr innigen Set. Leider waren es am Ende nur 30 Minuten.
Setlist:
01: Wednesday Night
02: Call the Emergency
03: Plastic Heart
04: Nightfall
05: What have you done to us now
06: I tried stop breathing once
07: Poetry
La Petite Rouge musste einiges vorbereiten. Wobei im Vergleich zum Treffen zu Pfingsten der technische Aufwand eigentlich minimal war: Eine Gitarre, ein multivalentes Keyboard, ein Rechner und ein paar Fußtaster. Ich fand es über das letzte halbe Jahr sehr spannend, ihre Stationen aus der Ferne zu beobachten. Wir trafen uns ja beim New-Band-Wettbewerb-Zwischen-ausscheid zum ersten mal live. Inzwischen hat sie das Finale gewonnen und daneben viele Supportslots mit verschiedenen Bands gespielt - z.B. trafen wir uns bei She makes war in Karlsruhe. Ihre Musik wurde dadurch auch überregional bekannter und zuletzt beim klienicum und auf Nothing but Hope and Passion vorgestellt.

Es wurde mir auch bei unserem dritten Treffen nicht so recht klar, wieso ich ihre Musik so mag, wo ich doch mit dem Genre Elektro so wenig am Hut habe. Wahrscheinlich ist es für mich deshalb auch so schwierig, ein Label an die Musik von La Petite Rouge zu machen. Sicherlich gewinnen mich ihre Stimme und die Authentizität der Lieder, aber ein ein bisschen präziser könnte so ein Bericht schon sein.... Besondere Gänsehaut-Momente waren an diesem Abend Deserted Star, Black und das letzte Stück des Sets: Flower, bei dem wir wieder mehrstimmig mitsingen durften.
Für Black und Me and my feather gab es einen Chor und für letzteres sogar zwei Solisten. Es war damit irgenwie auch ganz besonders adventlich und innig, obwohl auch vorher schon emotional voll gepunktet wurde. Klar war, dass wir sie nach dem letzten Stück nicht gehen lassen wollten und nach etwas verhandeln wurde als Zugabe noch ein Lied aus dem Zyklus mit Farben gewählt - eines, das aus Kindheitserinnerungen gespeist wurde: Yellow.
Damit endete ein wirklich runder und eindrücklicher Konzertabend. Ich bin sehr gespannt darauf, was 2015 für die beiden jungen Frauen bereithalten wird! Da der Bericht so spät fertig geworden ist, gibt es sogar schon eine erste Antwort auf diese Frage:
Setlist
01: floating
02: wonder women
03: devil ones
04: spreading energy
05: deserted star
06: cheesy moon
07: black
08: me and my feather
09: the flower
10: yellow (Z)
Aus unserem Archiv:
Sophie Steinchen, Karlsruhe, 22.09.14
La Petite Rouge, Karlsruhe, 23.10.14
La Petite Rouge, Karlsruhe, 07.06.14
um
19:04
Konzert: She makes war mit Support La petite Rouge
Ort: Kohi in Karlsruhe
Datum: 23. Oktober 2014
Dauer: 35 min + 85 min
Zuschauer: etwa 50
Im März war ich in das Konzert von She makes war gestolpert. Gekommen war ich damals für den Support Bled White und Laura Kidd hatte mich anschließend mit ihrem einfallsreichen, kraftvollen und mitreißenden Düsterpop um den kleinen Finger gewickelt. Da sie eine sehr mitteilsame Künstlerin ist, hatte ich in den vergangenen Monaten das Gefühl, sie sehr gut kennengelernt zu haben und war über die Aussicht, sie schon im Herbst wieder in Karlsruhe sehen zu können ehrlich begeistert. Nur, wie viele wohl den Weg ins Kohi finden würden?
Zum Glück war die Sorge hier unbegründet. Als ich im Kohi ankam, war es mit Stehpublikum gut gefüllt. Noch nicht ganz für Saunaheizung gestopft, aber doch ganz ordentliche vielleicht 50 Leute. Laura fand das natürlich auch toll und legte allen anwesenden auch ans Herz, unser Karlsruher Kohi ordentlich lieb zu haben, damit es so ein gastlicher Ort für Künstler und Publikum bleiben kann.
Zunächst aber lauschten wir dem Support, der allein mir auch schon die Anreise ins Kohi wert gewesen wäre. Wie erhofft, verstand es nämlich La Petite Rouge wieder, allen den Kopf zu verdrehn und die Herzen zu quetschen. Das ist umso erstaunlicher, als ihre Musik gar nicht sehr homogen ist, aber das Resultat immer das gleiche. Egal ob sie mit Lied zur Gitarre oder mit elektronischer Frickelei und Gesang oder aber mit instrumental verzerrter Stimme singt - die Anwesenden stehen mit offenem Mund davor und lassen den letzten Ton andächtig verklingen, um dann begeistert in Applaus auszubrechen. Meine Lieblinge The Flowers und Hit Girl schafften es wieder ganz besonders gut. Es ist aber fast schon platt, sie aus einem exzellenten Set hervor zu heben.

Im Moment als das Set eigentlich beendet sein sollte, das Publikum das aber nicht so gern akzeptieren wollte, gab Laura selbst den entscheidenden Impuls: sie muss noch eins spielen, oder?! Und so erhielten wir noch ein deutsches unfassbar inniges Wiegenlied aus dem inneren Anne-Kaffekanne-Universum.
Setlist La petite Rouge:
01: Bookstore
02: Love
03: Colors
04: The Flowers
05: Hit Girl
06: Window
07: Schlaflied (Z)
Der anschließende Umbau verlief resolut und zielgerichtet und war nach 15 min abgeschlossen. Und Laura begann das Konzert mit mir inzwischen sehr vertrauten Lieder bevor auch Lieder des noch in Planung befindlichen Albums vorgestellt wurden: Drown me out und Never was z.B. Delete war wieder ein Knaller mit Megaphone-Umzug durchs Publikum und jede Menge special effects, wie Weckerpiepen und Minizymbeln über einem wahrhaften Loopgebirge. I want to delete myself hing mir als Ohrwurm noch am nächsten Morgen an... Ich würde sagen: Mission erfüllt.
Der Höhepunkt in Bezug auf ruhige Stücke war ewas später Slow Puncture, dessem speziellen Zauber ich mich nie entziehen kann. Der Rausschmeißer Scares ro capsize evozierte uns als Chor und Rhythmusformation, was hervorragend funktionierte und natürlich noch begieriger auf Zugaben sein ließ. Besonders faszinierend fand ich dabei, dass sie Olympian vom Anfang des Abends noch einmal aufnahm und in völlig neuer Art vor uns zusammenbaute.
Setlist She makes war:
01: Shields and daggers
02: Olympian
03: Let this be
04: Drown me out
05: Time to be unkind
06: Delete
07: Butterfly
08: Stargazing
09: Slow Puncture
10: Never was
11: In this boat
12: Cold shoulder
13: The best
14: Scares to capsize
15: Exit strategy (Z)
16: Olympian Version 2 (Z)
Aus unserem Archiv:
She makes war, Karlsruhe, 11.03.14
La petite Rouge, Karlsruhe, 07.06.14
Crowdfundinglink für das neue Album
Konzerttermine La Petite Rouge
25.10. Frankfurt Main - Zoom (support The/Das)
27.10. Köln
28.10. Frankfurt Main
30.10. Gießen
(jeweils als support für L'Aupaire)
Konzerttermine She makes war
11.10. Freiburg Swamp Club
13.10. Frankfurt House gig at Dietmar's
14.10. Osnabrück Shock Records
15.10. Oldenbur Polyester
17.10. Berlin Madame Claude
18.10. Leipzig Café Tabori
19.10. Schleswig KulturNetz
21.10. Hamburg- Hasenschaukel
23.10. Karlsruhe KOHI
24.10. Augsburg Ballonfabrik
25.10. Köln AZ
26.10. Brüssel Home concert (Schaerbeek)
28.10. Kassel Schlachthof
29.10. Stuttgart house concert
email indiewohnzimmer@email.de for details
30.10. - 9.11. Support für Levellers
Alle Bilder:
um
12:58
Konzerte: Vision, Cryptic Carpet, La Petite Rouge
Ort: Jubez in Karlsruhe
Datum: 7. Juni 2014
Dauer: je 30 min
Zuschauer: 50-150
Schon seit einiger Zeit verpasse ich mich mit La Petite Rouge, einer für mich sehr interessant klingenden Künstlerin aus Karlsruhe. Sie war zweimal Support für Konzerte, die ich eigentlich fest eingeplant hatte und streichen musste, dann gab es in letzter Zeit zwei kurzfristig angesetzte Gigs in Karlsruhe, von denen ich zu spät erfuhr. Zuletzt musste ich mir von den Neuseeländern French for Rabbits erzählen lassen, wie toll sie den gemeinsamen Gig mit der Karlsruherin in Feldkirch fanden...
Nun gab es endlich eine Chance, den ruhigen Samstag vor Pfingsten zu nutzen, um sie im Rahmen des New Band Festivals spielen zu sehen. Veranstaltet vom Popnetz Karlsruhe ist dies eine Möglichkeit für Bands aus Karlsruhe und dem Umland, attraktive Auftrittsmöglichkeiten bzw. Studioaufnahmen zu erspielen. Im Jubez fand an diesem Abend schon die dritte Veranstaltung der 2014er Runde statt.
Ich gehe ja viel und gern auf Konzerte und auch gern ins Jubez, aber ich glaube, einen Nachwuchsbandcontest hätte ich mir sonst nicht für den Abend ausgesucht. Ich wäre wohl nach Mainz gefahren, um beim Open Ohr schon am Nachmittag meine "Dosis" Livemusik zu tanken. Was eine Fehleinschätzung gewesen wäre. Es zeigte sich nämlich, dass die beiden Bands, die noch vor La Petite Rouge auf dem Programm standen, mich komplett fesseln konnten.
Zum zuhören gekommen waren etwa 50 Leute für den Anfang - es füllte sich dann aber schnell noch auf solide knapp 150 Leuten. Und der Ablauf war gut geplant. Jede Band hatte etwa 30 min Programm und der Umbau zwischendurch war mit 10 min knapp aber - wie sich erwies ausreichend - geplant. Es wurde dadurch nicht langweilig, sondern es war gerade genug Zeit, um etwas zu trinken zu holen, oder kurz ins Gespräch zu kommen über eben gehörtes.

Den Anfang machte Vision, eine als noch sehr junges Projekt vorgestellte Band über die ich leider nichts finden konnte im Netz (der Name ist dabei doch eher hinderlich). Die Musik war poppig aber nicht beliebig, sondern hatte immer wieder eigene Wendungen parat. Die Stimme der Sängerin gefiel mir sehr gut und der Auftritt war absolut professionell und sympathisch. Ich konnte auch wieder meinem Lieblingshobby frönen, fasziniert Schlagzeugerinnen bei der Arbeit zusehen... Gern hätte ich den Mann am Bass später noch darauf angesprochen, was die fünfte Saite am Bass für ihn für Vorteile birgt.

Anschließend gab es eine ordentliche Portion Testeron mit Cryptic Carpet. Drei junge Männer bedienten die Punkschiene mit deutschen und englischen Texten. Ich bin bei diesem Genre immer etwas wählerisch, weil ich nicht dumm angemacht werden will und auch nicht niedergebrüllt. Deshalb hatte ich mich schon so halb innerlich darauf eingestellt, die halbe Stunde vielleicht lieber an der Bar zu verbringen. Das erwies sich dann aber als unnötig. Im Gegenteil fühlte ich mich im Großen und Ganzen sehr gut unterhalten, die Musik war mitreißend und 1-2 Songs sogar richtig gut. Im ersten Song war eine Saite am Bass gerissen und es musste schnell Ersatz geborgt werden. Aber das klappte zum Glück unaufgeregt.

La Petite Rouge hatte auf einem Tisch vor sich allerhand Elektronik aufgebaut, aber auch eine Mandoline und eine Gitarre gestimmt bereit stehen. Sie konnte mich in ihrem Set sowohl mit den eher klassischen Hilfsmitteln der Liedermacherin überzeugen - als auch mit den vielschichtig elektronisch aufbereiteten und mit Zappelbeats unterlegten Songs. Sie hat so eine zurückgenommene Attitüde hinter ihren Instrumenten, dass man sich schon ein bisschen fragen kann, wie hier eigentlich die Botschaft rüberkommt (was sie unzweifelhaft aber schafft!). Für das Publikum hatte sie schließlich auch noch eine Aufgabe: einen dreistimmigen Chorus für einen Song. Klappte an dem Abend wunderbar und machte irgendwie glücklich.

Nach dem Set entschied ich mich zu gehen, zumal als nächstes wieder reichlich Gitarren und junge Männer auf der Bühne erschienen. Ich war mir ohnehin sicher, das Beste für mich an dem Abend herausgepickt zu haben (sorry Last Minute und Mess up your DNA). Und später hörte ich, dass La Petite Rouge den ersten Platz der Jury gewonnen hat und auch VISION hat sich für die nächste Runde qualifiziert.
Konzertvorschau La Petite Rouge:
2. Juli Karlsruhe - ZKM (Support für Annagemina)
Mehr Bilder des Abends: