Samstag, 8. Juni 2013

Hello Piedpiper, Karlsruhe, 07.06.13

Konzert: Hello Piedpiper
Ort: Karlsruhe
Datum: 7. Juni 2013 
Zuhörer: 15
Dauer: 60 min


Ich habe hier schon öfters berichtet, wie mich am Tag von Wohnzimmerkonzerten das große Muffensausen überkommt. Diesmal war es aber ganz entspannt. Ich konnte mich ganz und gar auf den Abend freuen und mit der Sonne um die Wette strahlen. 


Fabio Bacchet aka Hello Piedpiper war vor etwas über einem Jahr auf meinem musikalischen Horizont aufgetaucht und ich hatte ihn auch schon live als Support von Honig in Köln gesehen. Ich freute mich ganz sehr darauf, diesmal mehr von seinen Liedern zu hören und in intimer Atmosphäre ganz darin aufgehen zu können.



Fabio Bacchet war auch selbst ganz entspannt angekommen, wir hatten Zeit gehabt, im Garten den Sommer zu genießen und darüber zu fachsimpeln, wie er seine Technik am besten an unsere Anlage stöpselt (am Ende hatten wir beide viel zu kompliziert gedacht....) und als nach und nach die Besucher eintrafen, wollten alle zunächst noch eine Nase Abendsonne im Garten. 



Dafür, dass ich ihn als sehr fröhlichen und unkomplizierten Menschen erlebt hatte, waren seine Lieder voll Dunkelheit und viel Traurigkeit, voll der Fragen, was Menschen zum Wolf des Menschen macht. Seine Stimme dunkel und abgrundtief, aber - mitunter sich selbst gegenübertretend - auch sich darüber erhebend und nicht resignierend. In den Zwischenansagen gab es oft ein Lächeln und etwas Abbitte für die ernsten Themen. Aber wenn die Themen aus ihm so wunderbare Musik pressen, wer würde dann solcherart Abbitte verweigern wollen? In der Stunde jedenfalls niemand.



Im Vorfeld hatten wir ein bisschen hin- und herargumentiert, inwieweit Looping und Verstärkung für das Set des Wohnzimmerkonzerts dringend sind (ich: ach lass das doch zu Hause, macht nur alles kompliziert und die Akustik bei uns ist toll! - er so eher: es ist aber viel interessanter so). Was soll ich sagen, am Abend war ich froh, dass er sich durchgesetzt hatte. Was er aus den Möglichkeiten seiner elektronischen Spielzeuge herauskitzelte war stets eine gewisse Meta-Ebene und nie zu viel. Ein Musiker, der sich in rechter Weise zu beschränken wußte!




Wir lauschten ergriffen und klatschten begeistert und waren in Gedanken bei den heraufbeschworenen Kriegschauplätzen oder dem Wunsch, ein autarkes Leben zu führen. Und natürlich musste es am Ende noch ein paar Zugaben geben. z.B. das Rodriguez-cover Sugar man

Anschließend ließen wir das Konzert in der Küche ausklingen bei den letzten Flaschen Bier und der Neige Weißwein und kamen Stück für Stück zurück in einen gloriosen frühsommerlichen Tag irgendwie geläutert und mit vielen interessanten Fragen.



Schade war eigentlich nur, dass Fabio keine CDs verkaufen konnte - viele hätten sich die Lieder noch ein bisschen weiter ans Herz wachsen lassen wollen.

Setlist:
1. Birdsongs = Warsounds
2. For Ennio
3. The Pawn that beats the Drake
4. The Fen
5. Like the Lion in the Morning Time
6. War
7. The Taciturn Fool
8. Of people and the left
9. Live in Autarky
10. Not waving but drowning


11. Anecdotes (Z)
12. Sugarman (Rodriguez cover, Z)
13. The Darkness is so close.NOT! (Z)



Aus unserem Archiv:
 Hello Piedpiper, Köln, 22.10.13


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