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Dienstag, 20. März 2018

Dan Korn, Karlsruhe, 16.03.18

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Konzert mit Dan Korn in der Karlsuher Waldstadt
Datum: 16. März 2018
Dauer: 60 min
Zuschauer: 8


Schon vor einem reichlichen Jahr war Dan Korn bei uns zu Gast. Damals wohnte er sogar für eine Weile in Karlsruhe obwohl seine Heimat Großbritannien ist. Inzwischen tendierte er auf der Frage des wohers zu einer unentschiedenen Antwort, denn er hat gar keine eigene Bleibe. Seit 5. Januar ist er unterwegs und spielt mitunter fünf Konzerte pro Woche. Ins Heimatland geht es momentan nur, um Familie zu treffen und zu feiern... Manches hat sich natürlich in dem letzten Jahr nicht geändert und sogar einige der Lieder waren schon vertraut wie Supermoon, Running from ghosts und Nighttime luminescent.
 


Was sich auch nicht geändert hat: Dan ist live einfach unfassbar viel besser, als man nach anhören des aufgezeichneten Materials erwartet. Selbst die Sachen, die man als Herzschmerz abtun könnte sind in der Ehrlichkeit und dem unverstellten Gefühl im Konzert einfach wunderbar: I dream all night and I dream all day. Always imagining you.  Dazu diese Freundlichkeit, die sogar in einem Song wie Polaris ganz weich bleibt bis es endlich doch aus ihm ausbrichen darf, wie verletzt er ist, seine ehemalige Freundin mit einem Schaumschläger zu sehen:
Who is that man?
What is his name?
What does he want with you?




Oder solche wunderbaren Textstücke wie Love is gratitude for being, die mir im Herzen bleiben und von dort leuchten dürfen. Wie das Lied Super moon ein kleines Kleinod, dass man sich immer wieder anhören kann auch wenn es darum geht, dass das ansehen des Naturereignisses leider nicht klappt, weil die Wolken im Weg sind.
  



Setlist:
01: The Dreamer
02: All I need
03: Running from Ghosts
04: Idaho
05: The Stream
06: Mexico
07: Ethiopia
08: Polaris
09: Nighttime luminescence
10: Love is gratitude for being
11: Super Moon
12: Folsom Prison Blues (Johnny Cash cover)


Aus unserem Archiv:
Dan Korn, Karlsruhe, 30.01.17


Dienstag, 27. Februar 2018

Maita & The American West, Karlsruhe, 19.02.18

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Konzert mit Maita & The American West 
      in der Karlsruher Waldstadt
Datum: 19. Februar 2018
Dauer: 25 min + 45 min
Zuschauer: 21


Seit Tagen habe ich einen Floh im Ohr. Noch viel länger - fast genau ein Jahr - begleitet mich schon das kurze Album Waterbearer, sitzt mir mit seiner innigen und klaren Musiksprache ganz nah am Herzen. Was für eine Freude, als sich herausstellte, dass Maria und Matthew Zeltzer als The American West & Maita -Tour in Deutschland unterwegs sein werden.


Im ersten Schritt plante ich einen Besuch des Nachmittagskonzertes in Offenbach - im herrlich wilden Hafen 2 dortselbst. Aber dann traute ich mich doch noch zu fragen, denn direkt am Tag danach war noch eine Lücke in der veröffentlichten Tourplanung. Man kann sich vielleicht vorstellen, wie lange ich mich selbst kneifen musste, nachdem ein freudiges Ja als Antwort gekommen war.
 

So kamen die beiden am Montag nach dem Offenbacher Konzert mit ihrem kleinen Hund bei uns an und es war sofort alles sehr nett und wunderbar einfach. Zu meiner großen Freude füllte sich etwas später auch das Wohnzimmer überdurchschnittlich gut und wir hatten einen sehr entspannten Abend mit The American West - Musik sozusagen als Support und Maitas wunderbaren Weisen als eigentlichem Kernstück des Abends.
 

Von außen war der Unterschied nicht so offensichtlich, da in beiden Teilen beide musizierten und sangen (Maria spielte zunächst Viola und Matthew akustische Gitarre um dann später auf E-Gitarre und akustische Gitarre zu wechseln.) Aber in der musikalischen Handschrift war der Unterschied natürlich sehr klar... In der innigen Live-Fassung durften die Lieder, die mir schon so sehr ans Herz gewachsen waren noch einmal ganz besonders glitzern und scheinen und das Publikum nahm dies mit angehaltenem Atem und enthusiastischem Applaus auf. Was für ein ganz besonders schöner Abend dies war!
 


Die beiden sind in typischen Jahren mehr als 200 Tage auf Tour und kommen immer wieder gern herüber nach Europa. Diesmal haben sie fünf Wochen Zeit mitgebracht. Von mir gibt es natürlich in diesem Fall eine ganz besonders dicke Empfehlung, sich das selbst live anzusehen.



Tourdaten:
17.02. Bolleke | Duisburg
18.02. Hafen 2 | Offenbach

19.02. Karlsruhe | Wohnzimmerkonzert
20.02. Blue Note | Dresden
21.02. Barkett | Berlin
22.02. tba
23.02. Kasseturm | Weimar
24.02. Moritzhof | Magdeburg
25.02. Böllerbauer | Haag
26.02. Portier | Winterthur + BALTO
27.02. Sound and Sandwich | Bern
28.02. Hardrock Cafe | Innsbruck
01.03. Fümreif | St. Georgen
02.03. Club Glam | Feldbach
03.03. Lendhafen | Klagenfurt
04.03. Lost Weekend Sunday Session | München
06.03. The Lovelace Hotel | München
08.03. Bar Gabanyi | München
09.03. Tonfink | Lübeck
10.03. Bistro Tati | Hamburg
11.03. Hansa 48 | Kiel
14.03. Ä | Berlin
15.03. Grolsch Song Night | Osnabrück
16.03. Cafe Klatsch | Wiesbaden
17.03. Cafe Kairo | Bern
18.03. Gleis Süd | Horb Am Neckar



Sonntag, 11. Februar 2018

Jaye Bartell, Karlsruhe, 08.02.18

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Konzert mit Jaye Bartell & Laura Loriga in der Karlsruher Waldstadt
Datum: 8. Februar 2018
Dauer: 25 min + 40 min
Zuschauer: 10



Ende 2017 hatte das klienicum die Werbetrommel für die geplante Tour von Jaye Bartell  gerührt:
  das warme timbre seines vortrags stiftet einen andauernden frieden. man möchte nimmermehr entfliehen. auch wenn wir mit der welt kollidieren, das lichte zeichen einer hoffnung ignorierte niemand. so zeichnet bartell gern den kosmos nach, nirgends ist es sicher, auch wenn sich einer dir verspricht. was harmonietreu klingt, verbirgt bitternis. im für und wider entspringt eine schmerzhafte lust auf mehr. jeder song riskiert. bleischwer hängen sich die silben an deine füße, um dich in den abgrund zu reissen, lediglich dem mut des songschmieds aus brooklyn ist es zu verdanken, dass du schließlich überleben wirst.
 

Die Liste der geplanten Konzerte umkreiste Karlsruhe mit der einen oder anderen Lücke, sodass ich kurz entschlossen eine Einladung aussprach. Erst sah es so aus, als ob wir nicht zusammenkämen, aber auf einmal passte es auf den Abend vor München doch ganz gut. Die nötigen Absprachen betrafen unser Klavier für "die Begleitung" und erst am Tag des Konzertes kam die Frage, ob die Begleitung - eine gewisse Laura - auch selbst ein kleines Set spielen könne. Auf Bandcamp kann man nachhören, wie Jaye mit Angel Olsons Stimme harmoniert. Ich hätte also bei mir selbst auch eine Frau als Begleitung gedacht haben können - hatte ich aber nicht. Mein ja kam spontan ohne nachdenken, und erst danach  recherchierte ich, was es mit der Musikerin Laura aka mimes of wine auf sich hat.
 


Und wurde ganz still und beglückt - das war so passgenau meine Art von Musik, dass ich mich in die Nase kniff und dachte - wieder einmal typisch Gudrun: Lange vorbereitende emails und Planereien und dann ploppt mir doch so ein Volltreffer ganz ungeplant in den Schloß. In der Livedarbietung nur mit Stimme und Klavier war es natürlich sehr viel weniger expressiv und dramatisch, aber es ließ ahnen, dass sich da was tolles entwickelt.



Nach 25 min wechselte Jay dann aus dem Publikum auf die Bühne, stimmte noch kurz seine Gitarre und beglückte uns mit seinen wunderbar dunkel funkelnden Liedern, ein paar sparsam gestreuten Ansagen voller Wärme und Charme und ich musste sehr an die so treffende oben zitierte Beschreibung von Eike denken. Schönere und treffendere Worte kann ich nicht finden und so lass ich diesen Bericht wie er ist.


Setlist Mimes of wine:
01: Yours eyes have come
02: Aixillio
03: Road
04: Birds of a feather
05: Yellow Flowers

Setlist Jaye Bartell:
01: Lilly
02: So kind
03: Dance with me
04: Light enough
05: Tuesdays
06: Swim, Colleen
07: Army of One
08: Valerie (Broadcast-cover)
09: Out of Doors

10: Slow going (Z) 


Tourdaten:
08.02. Karlsruhe privat
09.02. München Bergschmiede
11.02. Darmstadt Gute Stube
12.02. Mannheim Altes Volksbad
13.02. Jena Glashaus
14.02. Berlin Schokoladen 



Sonntag, 29. Oktober 2017

Anna Scharling, Karlsruhe, 27.10.17

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Konzert mit Anna Scharling (Duo) in der Karlsruher Waldstadt
Datum: 27. Oktober 2017
Dauer: 65 min
Zuschauer: 13


Immer wieder ist es toll, wie mir das Schicksal die tollsten Gäste zuspielt. Die Dänin Anna Scharling hatte ich mir schon in den Kalender geschrieben - für den 25.10. in Darmstadt. Dann kam die Chance, hier! zu sagen, also ein Konzert (oder auch zwei) in Karlsruhe zu organisieren - und das habe ich nur zu gern gemacht. Eingefangen hatte mich ein ganz bestimmter Sing-Duktus, der mir besonders bei den Stücken mit Klavierbegleitung nur zu gut gefiel. Es fällt mir schwer zu sagen, was es genau ist, aber für mich spielen die Lieder von Anna Scharling in meiner Lieblings-Sängerinnen-Liga mit. 
 
Da wo es am für mich total unverständlich bleibt und am meisten weh tut, wie wenig diese absolut radiotaugliche Musik in der Öffentlichkeit vorkommt. Wer kann so die tollen Lieder von Big Fox oder Anette Askvik sowie Anna Scharling kennenlernen? 

Für die aktuelle Tour hat sich Anna noch eine Namensvetterin als Unterstützung mitgebracht: Anna Roemer begleitete sie an der E-Gitarre und brachte damit viele Klangfarben ins Set.



Licht und Schatten des Lebens wurden schon im Auftakt des Konzertes miteinander verwoben: Happy und I remember darkness. Ausgehend von eigentlich unschuldigen Kindheitserinnerungen wurde das letztere in der Zusammenarbeit mit Michael Møller auf einmal sehr viel dunkler.
 
Fast übermütig klangen dagegen die Melodien von Meant to be und Tar & Feather. Das Publikum folgt alle Klangfacetten mit großer Aufmerksamkeit und überschwänglichem Applaus. Das war wirklich ein ganz besonderer musikalischer Abend mit den zwei Däninnen!

Die zart tupfende Melodie von The highest bidder verbunden mit einer dunkel aufschimmernden Traurigkeit und Melancholie bereitete schließlich das Finale vor bevor ein Mut machendes From Hope am Klavier und das zärtlich tastende Sleeping at the gates endgültig den Abend abrundeten.


Setlist:
01: Happy
02: I remember the darkness
03: Imaginary
04: The devil in you
05: Wait
06: Truce
07: Meant to be
08: Empty sphere
09: Tar & Feather
10: Grandpas Dog Died
11: The highest bidder
12: Moment
13: From Hope
14: Sleeping at the gates 

15: Zugabe


Tourdaten:
21.10. Erfurt Franz Mehlhose
22.10. Trier Brunnenhof
25.10. Darmstadt Gute Stube  

26.10. Karlsruhe Wohnzimmerkonzert  
27.10. Karlsruhe Wohnzimmerkonzert    
29.10. Thun Cafe Bar Mokka    
31.10. Nürnberg Tafelhalle Café   
01.11. München Volkstheater



Dienstag, 19. September 2017

Carmen Underwater, Karlsruhe, 18.09.17

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Konzert mit Carmen Underwater in der Karlsruher Waldstadt
Datum: 18. September 2017
Dauer: 105 min
Zuschauer: 7


Es ist schon das zweite Mal in der letzten Zeit, dass ich als Gudrun, Freundin von Oliver begrüßt und eingeordnet wurde und es ist nicht Oliver aus Paris gemeint, sondern Oliver aus Berlin... 
 

Als mir das zum ersten Mal geschah (die Geschichte wird hier noch ausführlicher erzählt, versprochen!) habe ich sehr gelacht und mich auch ein wenig gewundert, wie der Mundfunk so funktioniert. Diesmal war es aber "mit Ansage": Carmen Underwater sind (noch!) in Berlin zu Hause, haben sich aber im April auf eine ausgedehnte musikalische Familienabenteuerreise gemacht, die von Anfang an diesen Stop in Karlsruhe eingeplant hatte, weil der Berliner Oliver uns aufeinander verwiesen hatte.
 

Was wir dann bekamen war auch mir gewieften Konzertgängerin etwas Neues: Musik und obendrauf Geschichten von der Reise. Das geht natürlich in so intimem Rahmen ganz besonders gut und aus der Erzählung wurde bald ein Gespräch mit vielen Fragen und eigenen Erfahrungen.
 

Carmens Musik speist sich aus tief im Herzen verankerten guten wie schlechten Erfahrungen. Insofern sind sie innig und wild, flüsternd und schreiend stets in der Lage, in meinem Inneren Gefühle anzustoßen und mich der Stimme und dem Herzen dahinter zu öffnen. Ich bin sehr froh, dass auch wir eine Station auf der Complete-Tour sein durften. Carmen und ihrer kleinen Familie wünschen wir  alles Gute auf den Weg und uns allen vielleicht ein Wiedersehen (was ihren Erzählungen nach gar keine allzu große Seltenheit sein soll). 

Wo die Reise lang ging und noch gehen wird:




Samstag, 2. September 2017

Plumes, Karlsruhe, 31.08.17

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Konzert mit Plumes in der Karlsruher Waldtstadt
Datum: 31.08.2017
Dauer: 50 min
Zuschauer: 17


Meistens kann man erst aus sicherer zeitlicher Entfernung einschätzen, welche Bedeutung ein Tag, ein Ereignis in sich tragen, wie sie sich in der Erinnerung darstellen werden. Als ich die kanadische Band Plumes 2013 (als Trio) in Mainz zum ersten Mal sah, war aber sofort klar, dass für mich mit diesem Abend und diesem Ort immer ein besonderer Zauber verbunden sein würde. Besonders schön war es deshalb, dass schon ein Jahr später Karlsruhe auf dem Tourfahrplan stand - gleich mit zwei Konzerten und wir uns auch 2015 in Darmstadt sehen konnten. Über die Zeit ist damit ein Vertrauen gewachsen, dass sich bei der Ankunft unserer musikalischen Gäste die Waldstadt wie ein Home away from home anfühlte und mir gleich noch eine andere Textzeile aus dem gleichen Lied in den Sinn kam: Tonight is an island we can rest on.
 

Das letzte Album war als Plumesensemble mit dicker Farbe gemalt gewesen, üppig und mit vielen Instrumenten. Es war zum Glück 2015 auch als Quintett in die Live-Aufführung nach Deutschland gekommen mit den kanadischen Musikern. In unserem Wohnzimmer war es 2014 zuletzt ein Quartett gewesen. Diesmal reist Veronica Charnley im Duo durch Deutschland. Sie mit E-Gitarre und ein paar Pedals - unsere Stereoanlage übernahm brav die Verstärkerrolle. Begleitet wird sie von  Sarah Niblack aus Seattle mit Viola, ein Instrument, das schon vor dem Konzert die Aufmerksamkeit der Hörer auf sich zog und später ein wenig gedämpft werden musste um die Stimme von Veronica nicht zu übertönen. 
 

Die beiden jungen Frauen hat das Schicksal in Paris zusammen geführt und die musikalisch neue Konstellation hatte erst am Vorabend in Paris in informellen Konzert die Feuertaufe bestanden. Da wir uns beim Essen ein wenig in alten und neuen Geschichten verbummelt hatten, musste der Soundcheck noch schnell am Anfang des Konzertes mit Hilfe des Publikums bewältigt werden mit viel Gelächter und letztlich wenig Problemen. Schon in diesem mit lachen und Sympatie von allen Seiten geführten Gespräch wurde mir klar, dass dies ein besonderer Abend werden würde.
 

Als Auftakt diente ein mir vertrauter Song Secret Love - sehr innig und spätestens als die Viola einsetzte, war Gänsehaut garantiert. Der Klang war warm und wirkte auf mich wie wie eine stumme Singstimme. Und auch mit dem zweiten Lied wurde tief in meinen Erinnerungsresonanzraum gesendet: Die ersten zwei Akkorden von Phonebooth zauberten ein seeliges Grinsen in mein Gesicht. Dieses wunderbare vertraute Kleinod!! Die spannende Frage vor dem Konzert war für mich gewesen: Wird es neues Material zu hören geben? Was hat Veronica wohl in den letzten zwei Jahren auf die Beine gestellt? Und diese Neugier wurde aufs beste befriedigt mit zunächst drei Liedern zu Emily Dickins Gedichten. Hier hörten wir auch zum ersten Mal Sarahs Singstimme wunderbar wiegend im Dreiertakt von Say Sea, Take Me
 

Für das dritte - Will there really be a Morning ging es tief in das von Veronica so geliebte Folkuniversum. Sehr gelungen fand ich auch das neue Gewand Early Bird  mit einem dramatisch festlichen Violakonzert als Auftakt. Veronicas Stimme und die Viola umschlangen sich durch Höhen und Tiefen - das war mit fröhlichen Augenzwinkern vorgetragen. Ein weiterer neuer Song Jeanne D'Ark begann mit dem aufmunternden Spruch: Go on you can untangle much more than you thought über einer zunächst tonlosen Gitarrenbegleitung. Diese Farblosigkeit in der Begleitung wurde später aufgelöst mit der tonhaft umarmenden Viola und Sarah im Gesangsduett. So entließ uns das Lied in einer optimistischen und warmen Stimmung. Mit Winter Getaway,  Seaweed und Holdup endete das Konzert wieder mit vertrauten Melodien, verzaubert durch Violaklänge.
 


Natürlich mussten wir uns noch eine Zugabe erbitten. Da die beiden nicht mehr Stücke geprobt hatten, spielte Veronica uns ein Solostück über ihre Liebe zu Crème brûlée: I'm taken to heaven with you. Ein Stück Himmel hatten wir an dem Abend auch blitzen sehen.

Setlist:
01: Secret Love
02: Phonebooth
03: Lightning
04: Say Sea, Take Me
05: Will there really be a Morning?
06: Early Bird
07: Jeanne
08: Winter Getaway
09: Seaweed
10: The Holdup

11: The Golden Gourmande (Z)
 

Aus unserem Archiv:
Plumes, Darmstadt, 16.04.15
Plumes, Karlsruhe, 23.03.14
Plumes, Karlsruhe, 22.03.14
Plumes, Mainz, 26.04.13 


Tourdaten:


Sonntag, 9. April 2017

Mäkkelä & Nightbird, Karlsruhe, 05.04.17

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Konzert mit Nightbird & Mäkkelä in der Karlsruher Waldstadt
Datum: 5. April 2017
Dauer: 110 min
Zuschauer: 14


Es ist immer eine Freude für mich, wenn Künstlerinnen gerne wieder zu uns kommen. Noch schöner ist es, wenn auch meine Stammgäste über der Ankündigung leuchtende Augen bekommen. So geschehen bei der Nachricht, dass Mäkkelä uns im April 2017 wieder die Ehre geben wird - immer noch mit dem Album Last of a dying breed im Gepäck aber diesmal in Begleitung der finnischen Songwriterin Nightbird.


Auf der letzten Tour durch Finnland hatten sich die beiden zufällig gefunden und waren voneinander so begeistert, dass sie sofort ein Lied über ihr Treffen schrieben: Harbour town. Ich finde es ja prinzipiell meistens spannender, wenn Frauen singen und fand deshalb die Begleitung in Ordnung. Im Konzert kam aber der Moment, wo sie zum ersten Mal sang und ich sofort verstand, was es gewesen war, was den Martti da so umgehauen hatte. Was für eine Stimme! Total geerdet und aus dem tiefsten Grund schöpfend. Das hatte ich der äußeren Hülle nicht angesehen oder vermutet....
 


Die Gitarrenbegleitung hatte auch wenig liebliches und hübsches, sondern war ähnlich rau und ein wenig wild. Eine echte Entdeckung, die unser finnischstämmiger Freund da freundlicherweise mit uns geteilt hat!
 


Besonders gefielen uns allen denn auch die drei gemeinsam gesungenen Liedern, in denen sich die Stimmen so interessant mischten und rieben neben den vertrauten Liedern und Geschichten, die Mäkkelä in seiner einzigartigen Intensität für uns dabei hatte und präsentierte. Die leuchtenden Augen im Vorfeld waren mehr als berechtigt gewesen!
 


Aus unserem Archiv:
Mäkkelä, Karlsruhe, 19.10.15
Mäkkelä, Karlsruhe, 23.10.13 


Donnerstag, 23. März 2017

Karo & Lost name, Karlsruhe, 21.03.17

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Konzert mit Karo & Lost name in der Waldstadt
Datum: 21. März 2017
Dauer: 35 min + 50 min
Zuschauer: 13


Was gibt es schöneres an einem gründlich verregneten Frühlingsbeginn als traurigen Liebesliedern zuzuhören? Wir hatten uns dafür mit Karo aka Karoline Schaum aus Würzburg und Lost name aka Andi Langhammer aus München wahre Spezialisten eingeladen. Sie hatten am Vorabend eine öffentliche Generalprobe in München gespielt und den festen Vorsatz, uns einen ganz besonderen Abend zu schenken. Leider war in München unbemerkt noch ein blinder Passagier ins Auto gestiegen und hatte sich uneingeladen und unwillkommen in Karos Kopf und Rachen breit gemacht. So wurde schon ihr erster Song The Sailor in der Fassung des Tages ganz besonders sanft, nachdenklich schwebend und melancholisch.


Was mich ein wenig an die Musik von Nadia Reid erinnerte (deren neues Album dann prompt am nächsten Tag im Kasten lag) auch wenn die E-Gitarre natürlich anders färbt als eine akustische. Aber diese Stimme... Es blieb aber nicht beim schmachten. Der Song Gold Star erschien mir fast schon bedrohlich über dem stetig langsam schlagendem Beat:  I will burn you. Manchmal liegt eben tatsächlich in der Ruhe die Kraft, besonders wenn sie - wie hier - langsam immer mehr Druck aufbaut. Ein großes Wow und gemeinsames Ausatmen war da am Schluss mehr als angemessen.


Für meinen Geschmack steigerte es sich sogar noch weiter in dem mir kurz scheinenden Set über das von Karo gern gespielte Chris Isaacs Cover Wicked game und Paper Planes zu einer rundum eindrücklichen reichlichen halben Stunde. Da konnte die Erkältung noch so wichtig tun! Nachdem das Publikum zu Beginn als zu ruhig gescholten wurden, gab es schließlich noch richtig lange Filmdiskussionen zwischen den Songs...
 

Setlist Karo:
01: The Sailor
02: Viva la Vladi (Arbeitstitel)
03: Gold star
04: Wicked game (Chris Isaacs Cover)
05: Paper planes


Nach kurzem umstöpseln nahm dann Andi seinen Platz auf der Bühne ein. Auch er begann sehr leise und fast anmutig mit one step forward. Sein Kopf ganz in die Musik versunken über der Gitarre kreisend ... maybe I'm somebody else. Dabei war auffällig für mich, wie die Gitarre als wichtige eigene Stimme kunstvoll eingesetzt und gespielt wurde. Die Stimme in diesem Stück erinnerte mich an Conor Oberst (das scheint zu meinem Leidwesen allerdings eine recht häufig geäußerte Assoziation zu sein) aber die Gitarre sprach eine ganz andere Sprache.


Trotz etwas Bammel vor der wohnzimmertauglich etwas improvisierten Technik war das nächste Stück Simon vom Flirren aus den vorbereiteten Loops begleitet und wurde schließlich wunderbar und ohne Pannen mehrstimmig und hymnisch. The Libertine Song fing mit einer eindrücklichen und hinreißenden Gitarrenmelodie an und baute sich dann wunderbar aus vielen Schichten für uns auf. Die darin geäußerte Idee I sell my guitar to live in the woods erschien mir aber nach solch wunderbarer Performance doch einigermaßen erschreckend bis absurd. Was ihm vielleicht im tiefsten Herzen nicht anders geht, denn er arbeitete sich ordentlich daran ab.
 

Auch später bei Bullet war die innere Pein - über die der Song zu sprechen versucht - mehr als spürbar während er in einer fast traditionellen Liedform zu bleiben schien, bevor er dann doch vielstimmig und ein wenig verfremdet klingen durfte um schließlich mit der inständigen Bitte zu schließen Just take back what you said. Das nächste Lied Skjolden war daneben fast schon simpel. Was immer das heißen soll, denn es griff mir direkt ans Herz und den anderen ging es da nicht anders und auch das Schlußlied des Sets versuchte uns in ruhiger Kraft ordentlich die Seele zu massieren.


Danach durfte noch nicht Schluss sein, auch wenn Andi uns warnte, er hätte nur noch ein Schreistück vorbereitet. Burning Bridges in Venice war tatsächlich laut und wütend, aber damit auch ganz nach unserem Herzen.

Setlist Lost name:
01: Forward
02: Simon
03: The libertine song
04: Untitled
05: Bullet
06: Skjolden
07: Truth or dare or truth

08: Burning Bridges in Venice (Z)


Aus unserem Archiv:
Karo, Nürnberg, 13.01.10
Karo, Paris, 18.10.09 (Oliver Peel session) 


Tourdaten:





Sonntag, 29. Januar 2017

YouYourself&i, Karlsruhe, 27.01.17

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Konzert mit YouYourself&i und Ada Lea
   in Karlsruhe-Waldstadt
Datum: 27. Januar 2017
Dauer: 40 min + 20 min
Zuschauer: 8



Vielen Dank an Michael für die sprechenden Bilder

Der Januar der Daniels. Diesmal ein Mann aus Montréal: Daniel Gélinas aka YouYourself&i. Wie er mich gefunden hat? Das ist eine feine Geschichte.  Simon von Xifu Sagas hatte den Kontakt vermittelt. Er hatte sich an die komische Deutsche erinnert, die ihn vor etwa 2 Jahren darum gebeten, ein Album zu schicken - über das ich bei David Simard in Paris gestolpert war, den ich ein Jahr vorher auf einer OliverPeel-Session getroffen und dann nach Karlsruhe eingeladen hatte...  Vor vielen, vielen Jahren war Daniel auch WG-Genosse von David und auch schon Aushilfs-Drummer von Plumes. Und schon erscheint die Indie-Musik-Szene in Kanada wie ein Dorf... 


Kurzfristig hatte sich auch noch die ganz spontan frisch aus Montréal eingeflogene Ada Lea angekündigt (die als Fløre De Ris auch für das Artwork der Musik von Daniel verantwortlich ist) und so wurde unversehens ein kanadischer Abend gefeiert. Ada spielt eigentlich Kontrabass zu ihren Liedern, fand das aber für die kurze Reise nach Europa ein wenig unhandlich. Beim durchsehen unseres Gästebuches hatte sie noch ein weiteres bekanntes Gesicht gefunden: Robert Lesley aus New York (wo sie drei Jahre gelebt und Kontrabass studiert hatte).


Das erste Mal präsentierte sie nun ein Kurzprogramm ihrer Musik mit der Gitarre von Daniel und einem kleinen Keyboard, das in den Rucksack passt. Über den Rechner war es an unsere Musik-Anlage angeschlossen. Und dies waren zur Hälfte auch noch ganz neue Lieder. Mit ihrem unnachahmlichen Lächeln meinte sie, dass auch ihre schon älteren Songs - wie Looking back - ihrer Meinung nach so sogar besser klingen.

Setlist Ada Lea:
01: Melody
02: Real
03: Looking back
04: Every Woman


Daniel trat anschließend wie eine leicht modernisierte Fassung eines Eremiten in unsere Mitte. In seinen löchrigen langen Wollmantel gehüllt, hockte er sich auf den Boden, löschte alle Lichter und spielte nur im Licht von Kerzen. Eine explizite Herausforderung an den Mann am Fotoapparat... Seine Gitarre passte in das Gemälde, stammt sie doch aus einem Laden in Vermont, der alte Instrumente wieder auf Vordermann bringt und ist schon eine ältere Dame des Jahrgangs 1933. Er begann sein Set mit einem sehr ruhigen mehr hingetupften Wiegenlied - die Gitarre dabei senkrecht im Schoß liebevoll umarmt. Ohne Möglichkeit zum applaudieren ging er direkt zum zweiten Song im Dreiviertel-Takt über, der auf mich wie ein Kinderlied wirkte.


Anschließend wurde es etwas schräger mit dem Lied daffadowndill. Ein Song der sich mir bei der Vorbereitung des Abends schon ins Ohr geschlichen hatte und den ich mich immer wieder summen erwische mit seiner Toccata-Melodie zum Textthema des Verschwinden lassens. Anschließend gab es eine Einspielung von Kinderlärm vom Telefon zu der er sein Stück honeybees spielte. Everything is melting again... (das stimmte leider noch nicht ganz für das aktuelle Wetter ist aber für die nächsten Tage versprochen). Es folgte ein sehnsuchtsvoller Song movie über einen Hitchcockfilm den er noch nicht gesehen hat und wohl leider nie sehen wird. Meditativ und repetitiv ging es weiter und erst nach 25 min sprach er das erste Wort... Ein fast fröhliches Stück cardboard sky bildete den Abschluss und mit den letzten Tönen pustete er alle Kerzen vor ihm aus.


Es schloß sich noch eine sehr lebhafte Gesprächsrunde an das Konzert an in mehreren kleinen Gruppen. Schön, ihn nun ausgerechnet auf der Reise zu wissen an den Ort, wo die Geschichte begann: zu Anne und David in Paris.

Setlist YouYourself&i:
01: memory stone
02: copper kettles
03: daffadowndill
04: honeybees
05: movie
06: museum peace
07: cardboard sky

Aus unserem Archiv:
Feral & Stray, Paris, 17.06.14  

David Simard, Paris, 15.02.15
David Simard, Karlsruhe, 05.11.14
David Simard, Karlsruhe, 04.11.14

Plumes, Karlsruhe, 23.03.14




 

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