Donnerstag, 19. November 2009

Ane Brun, Paris, 17.11.09


Konzert: Ane Brun

Ort: Le Café de la danse, Paris
Datum: 17.11.2009
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: 70-75 Minuten



Ane Brun singt wunderbar (ein wenig wie Dolly Parton), hat eine ausgezeichnete weibliche Begleitband und Folkarrangements, die absolut harmonisch und ausgewogen sind. Und dennoch: Bisher hat es die Norwegerin mit Adoptivheimat Schweden noch nicht geschafft, mich völlig auf ihre Seite zu ziehen.

Im ausverkauften Cafe de la danse zu Paris gab Ane das letzte Konzert ihrer ausgiebigen Tour und war sichtlich gerührt, daß so viele Menschen gekommen waren, um ihr zuzuhören. Bekleidet mit einer schwarzen Kapuze, die sie ein wenig wie eine russische Witwe aussehen ließ, spielte sie ihre melancholischen und amerikanisch gefärbten Folksongs auf ihrer Akustikgitarre (die sie heiß und innig liebt, wie sie erklärte) und begab sich für ein Lied auch hinter den schwarzen Flügel. Ihre drei weiblichen Mitmusikerinnen, Rebecca Karijord an Melodica und Miniharfe, Jennie Abrahamson, Piano und Linnea Olsson am Cello, sangen allesamt im Background mit und schufen sehr schöne Chorgesänge, die allerdings manchmal eine Spur zu süßlich ausfielen. Mit Abstand am besten gefiel mir Linnea, die auch bei Frida Hyvönen und Nina Kinert in Diensten steht. Ihr Cellospiel war einfach atemberaubend gut. Mit bestechender Präzison wechselte sie mit unglaublicher Leichtigkeit von der zupfenden Bearbeitung zum Streichen ihres wunderbaren Instrumentes. Auf diese Weise erzeugte sie veritable Wohlklänge, es war ein großer Genuß ihr zuzuhören!

Schade bloß, daß einige Lieder des Sets ein wenig vor sich hinplätscherten und für Leerlauf sorgten. Gute Lieder hat sie nämlich zu bieten, die Ane. The Puzzle, das sehr früh gebracht wurde z. B. oder auch die Ballade Gillian. Meine persönlichen Favoriten waren jedoch The Treehouse Song und vor allem das wunderschöne Don't Leave. Ein Lovesong wie gemalt, voller Wehmut und Sentimentalität. Und irgendwie das englische Pendant zum Brel- Klassiker Ne me quitte pas.

À propos Klassiker. Von denen gab es im Zugabenteil gleich zwei. Das Alphaville Cover Big In Japan war schöner als das Original und True Colours hätte 80 er Jahre Ikone Cyndi Lauper selbst nicht besser hinbekommen.

Insgesamt also ein gelungenes Konzert. Ane muß aber noch ein wenig arbeiten und mich bekneten, bevor ich ihr mit Haut und Haaren verfalle. Bisher ist es noch Sympathie und Anerkennung des Talents, aber noch keine glühende Liebesbeziehung....


Setlist Ane Brun, Café de la danse, Paris:

01: My Lover Will Go
02: The Puzzle
03: Raise My Head
04: To Let Myself Go
05: Gillian
06: Ten Seconds
07: Koop Island Blues
08: My Baby's Arms
09: Petrified Forest Road
10: My Star
11. Changing of the Seasons
12: Lullaby for Crown-Ups
13: The Treehouse Song
14: Round Table Conference
15: The Fall
16: Don't Leave
17: Ballon Ranger

18: Big In Japan (Alphaville)
19: Rubber & Soul
20: True Colours (Cindy Lauper)

Pour nos lecteurs français: Chronique à venir.




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