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Mittwoch, 23. November 2016

Weyes Blood und Laure Briard, Paris, 22.11.16

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Konzert: Weyes Blood und Laure Briard
Ort: L'Espace B
Datum: 22.11.2016
Zuschauer: etwa 150, ausverkauft

Foto: Gudio Engler ©


Alles ist sehr fein an Natalie Mering alias Weyes Blood. Die jungen Gesichtszüge, die Wespentaille, die langen glatten Haare, die Hände und vor allem natürlich ihr Gesang und ihre fragilen Folksongs, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen. Eine ästhetische, sehr elegante Künstlerin, die vor kurzem ihr zweites Album Front Row Seat To Earth herausgebracht hat. War schon der Vorgänger The Innocents aus dem Jahre 2014 eine Schönheit legte sie nun den grossen Wurf nach, ein Album, das sie weit nach vorne bringen könnte.

Das Espace B, in dem sie vor nicht sehr gut gefüllten Rängen 2015 schon einmal gespielt hatte, war dieses Mal schnell ausverkauft. Etwa 150 Leutchen hatten sich eingefunden und sorgten mit ihrer Körperwärme für tropische Temperaturen. Die türkisfarbene Anzugsweste ihres schönen Kostüms, das sie auch auf der Plattenhülle trägt, zog Natalie schnell aus und gab den Blick frei auf einen sehr schlanken Oberkörper, den sie in ein Ringelshirt gehüllt hatte.

Natalie war im Gegensatz zum letzten Male nicht alleine gekommen, sondern hatte eine richtige vielköpfige Band dabei, Schlagzeuger inklusive (aber nicht Chris Cohen der teilweise auf dem Album trommelte und es produzierte).

Alles Jungs, die aber Natalie nicht die Show stellen konnten (und dies auch gar nicht wollten), da Miss Mering wirklich Charisma und Ausstrahlung hatte und nicht nur wegen ihrer Lieblichkeit die Blicke auf sich zog. Sie hatte etwas Rätselhaftes an sich, eine Art die paradoxerweise gleichzeitig ein wenig reserviert und dennoch herzlich war. Und einen versauten Witz hatte sie auch auf Lager, es ging um den Vergleich einer Waschmaschine mit einer Jungfrau...

Am meisten begeisterte sie aber natürlich mit ihrer Stimme, diesem ätherischen Organ, das so herrlich rein und ergreifend klang. Ich versuchte die ganze Zeit Parallelen zu bekanten Folksängerinnen aus den 60ern und 70ern zu ziehen, aber die Vergleiche zu Vashti Bunjan, Joni Mitchell, Sandy Denny oder Joan Baez passten alle nicht so ganz. Sie erinnerte eher an zeitgenössische Kolleginen wie Marissa Nadler oder Angel Olsen.



Das gespielte Songmaterial war bestechend. Da gab es ein paar Songs, die wirklich was in mir bewegten, mich wirklich fesselten. Seven Ways mit seiner Orgel und der herrlichen sphärischen Pedalsteelgitarre wäre hier zu nennen, aber auch das feierliche Do You Need My Love mit seinen bababa Gesängen oder der Schmachtfetzen Used To Be. Als oldie but a goodie bezeichnete sie das eingängige Hang On vom Vorgängeralbum The Innocents von dem sie ansonsten sehr wenig performte (Bad Magic gab es noch)

Wäre die Hitze nicht gewesen, ich hätte mir ein wesentlich längeres Konzert gewünscht. So aber war ich froh, dass es nicht zu ausufernd wurde. Gegen Ende gab es noch ein gelungenes Soft Machine Cover und einen Solosong an der akustischen Gitarre, dann war die leicht gothisch anhauchte Messe gelesen.

Zuvor hatte die blonde Französin Laure Briard mit ihrer exquisiten Band des Labels von Midnight Special Records (Cléa Vincent, Michelle Blades, Alice Lewis...) für Charme und Eleganz gesorgt. Die junge Dame aus Toulouse spielte einen gelungen Mix aus französischem Chanson in der Tradition von Françoise Hardy, Sixties Pop à la Brigitte Bardot oder France Gall und Loungesongs im Stile von Stereolab.

Stücke wie Sur la piste de danse, oder Le roi du rock'n roll wurden mit mehr Pfeffer und Rockappeal als auf dem Album interpretiert, da klangen die Gitarren teilweise richtig laut und das Schlagzeug fetzig.

Titel vom Vorgänger wie Egoïste oder Révélation kamen sehr ohrwurmig rüber und so war bereits die Vorgruppe allein das Kommen wert. Aber es kam ja noch wie geschildert Weyes Blood und die machte den Abend perfekt.

Unter dem Strich: wundervoll!


Mittwoch, 12. September 2012

Folk im Pub, Oxford (UK), 10.09.2012

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Ort: James Street Tavern, Oxford
Datum: 10. 09. 2012, 20:30-23:00 Uhr
Zuhörer: 15



Die rasende Reporterin meldet sich mal wieder von ungewohnten Orten... Diesmal ist es Oxford, wohin mich mein Beruf geführt hat und wo ich einige freie Abende zur Verfügung habe.

Zwei Sachen fielen mir sofort auf, als ich den Oxforder Veranstaltungskalender durchkämmte: Es gibt fast jeden Abend Open Mic Veranstaltungen und Blues oder Jazzmusik in den verschiedenen (zahlreichen) Pubs und sogar manchmal im Kino vor dem Abendfilm (und kein Film fängt später als 20:10 Uhr an...) - aber in dem kurzen Zeitintervall hier keine eigentlichen Konzerte. Attraktiv erschien mir jedoch die Einladung in die James Street Tavern zu "French and Breton live music" mit dem Versprechen, dass hurdy gurdies dabei sein würden.

Es präsentierte sich mir als loser Treff von Musikern, die reihum Lieder anstimmen und wer mag, findet sich hinein mit seinem Instrument. Anstimmen heißt hier mit dem eigenen Instrument losspielen. Gesungen hat (leider!) keiner. Nach den Angaben im Netz findet dieser Treff jeden zweiten Montag im Monat statt. Den dritten Montag wenden sie sich dann nordischem Folk zu...

Ich mag so etwas archaische Musik im richtigen Kontext ganz gern, zumal sie gut gemacht so schön in die Beine geht. Wenn schon nicht dazu getanzt wird, dann tanzt doch wenigstens das Herz und der Fuß wippt und Streß und Traurigkeit treten mal für eine Zeit in den Hintergrund. Zuletzt hatte ich das in einer Folknacht in Ettlingen im November 2011 erlebt und genossen. Lustigerweise ausgerechnet mit der großen und heute raren Band der Szene, auf die sich viele zitierend beziehen: Blowzabella (neben Litha und Kwart war dann in dieser Nacht tatsächlich eine Dosis von sechs Stunden Rohfolk geboten worden).


Umso breiter musste ich grinsen, als auch in Oxford die Encyclopedia Blowzabellis (ein Notenbuch mit Stücken von Blowzabella) zum Ideen finden gezückt wurde... Hier war ich unter Brüdern und Schwestern im Geiste! Insgesamt waren es schließlich 12 Personen. Mehrere von ihnen wechselten die Instrumente und so waren drei Drehleiern, zwei Akkordeons, ein Bandoneon, drei Geigen, eine Viola, eine Blockflöte, eine Querflöte, eine Gitarre, ein Banjo und eine Gitarre mit 8 Saiten am Werk. Viele der Stücke hatten eine etwas dunkel gefärbte und melancholische Grundstimmung. Aber wenn dann der Rhythmus von den Baßsaiten der Drehleier und einer Fidel im Refrain das Stück dominieren, dann weiß man wieder: das Leben ist schön und Trauer und Dunkel gehören halt dazu.


Zum Glück überwogen in der letzten Stunde die fröhlichen Stücke und ich ging beschwingt und frohen Herzens den weiten Weg in mein College zurück. Mir waren 2,5 Std. beste Unterhaltung geboten worden und Gastfreundschaft!



Montag, 12. Dezember 2011

Liz Green, Paris, 6 & 7.12.11

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Konzerte: Liz Green Orte: Fnac des Ternes & La Flèche d'or, Paris
Datum: 6 & 7.12.2011
Zuschauer: etwa 20 (Fnac des Ternes) bzw. circa 200 (La Flèche d'or)

Konzertdauer: jeweils etwa 40 Minuten


Liz Green habe ich schon eine Weile auf dem Schirm. Die britische Folk & Bluessängerin ist mir live bereits zwei mal über den Weg gelaufen, hat mich jeweils sehr beeindruckt und ich habe es mir deswegen auch nicht nehmen lassen, ihre wunderschönen, handgestalteten EP's zu kaufen. Inzwischen sind die Dinger vergriffen und haben Sammlerwert. Aber Liz Green ist einfach zu gut und talentiert, um nur eine kleine exklusive Hörerschaft anzusprechen, die auf 100 Stück limitierte Cds im privaten Regal horten. Pias ist auf die rotblonde Dame mit der famosen Stimme aufmerksam geworden und hat sie gesignt. Dementsprechend steigen ihre Chancen auf eine professionelle Vermarktung und das kann mir nur recht sein. Sie hat ein wenig Rampenlicht wirklich verdient!

Trotz der Unterstützung von Pias ließen sich an jenem 6. Dezember in Paris nur höchstens 20 Leutchen beim Showcase in der Fnac blicken, wovon sicherlich noch einmal jeweils 5 Mitarbeiter bei der Fnac und Pias waren. Somit hatte ich das Talent aus Manchester quasi noch einmal fast für mich alleine. Ich war mir meines Glücks bewußt und genoß den intimen Gig in vollen Zügen. Wie immer glänzte Liz Green durch Natürlichkeit, gute Laune und fantastische Songs, die sie als eine der besten jungen Songwriterinnen Großbritanniens auswiesen. Miss Green scheint aus einer anderen Zeit zu stammen, ihre Lieder könnten glatt einer alten Grammofonaufnahme entspringen. Vielleicht saßen deshalb zwei ältere Frauen ganz vorne im Publikum?

Aber das Ganze war natürlich auch Etwas für Jüngere, denn die Green beschränkt sich nicht darauf, einen 30 er Jahre Retro-Aufguss zu servieren, sondern schafft es auf wundersame Weise, klassisch anmutende Folk/Bluessongs modern und aufregend klingen zu lassen. Ihre vorgetragenen Lieder teilte sie selbst in drei Kategorien ein: "A song about a party (Midnight Blues), a song about the war (Displacement Song) and all the other songs are about death". Nie vergaß sie bei diesen traurigen Themen aber ihren schwarzen Humor und so wußte man nie, ob man lachen oder weinen sollte. Definitiv lustig war aber ihre mir bereits bekannte Nummer mit der Vogelmaske. Es geht hierbei um Joe, "half man-half bird" wie sie erklärte, "who lost his fourteen sons (also half bird) in the Amercian Civil War before having to kill his wife Oko and himself with a woodcutter's axe". Der gepielte Titel hieß Hey Joe, hatte aber mit dem gleichnamigen Stück von Jimi Hendrix rein gar nichts zu tun. Eine wundervolle Ballade und ein Highlight in einem hochkarätigen Set, das die Sängerin mit French Singer beendete weil sie meinte es sei "rude" diesen Track in Paris nicht zu bringen.

Am nächsten Tag beim "richtigen" Konzert in der Flèche d'or waren dann mehr Zuschauer anwesend und hier spielte sie dann auch noch The Ballad Of Joe And Oko (jetzt bitte nicht an John und Yoko denken!), wozu sie einen Bildband gezeichnet hatte, den sie hübsche lächelnd dem Publikum Seite für Seite zeigte.

Zwei ausgezeichnete Konzerte, die die Vorfreude auf das im Januar 2012 erscheinende Debütalbum O, Devotion! noch mehr anheizt. Im Januar und Februar tourt sie dann auch wieder durch Kontinentaleuropa, da heißt es dabei sein!

Konzerttermine Liz Green 2012:

19.01.2012: Labor, Zürich
20.01.2012: Dudingen, Schweiz
21.01.2012: Parterre, Basel
23.01.2012: Il Clandestino, Faenza, Italien
26.01.2012: Botanique, Brüssel
27.01.2012: Paradiso, Amsterdam

28.01.2012: Roter Salon, Berlin
07.02.2012: Point Ephémère, Paris
01.03.2012: Dachauer Kultur-Schranne

Aus unserem Archiv:

Liz Green, Paris, 06.10.10
Liz Green, Paris, 31.01.10


Lesenswert:

Bloggerkönig das Klienicum zum Debütalbum von Liz Green, klick!






Pics Archiv, aktuelle Fotos in Kürze!



Montag, 7. Februar 2011

Sarah Jeanne, Paris, 05.02.11

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Konzert: Sarah Jeanne
Ort: La Bellevilloise, Paris
Datum: 05.02.11
Zuschauer: mindestens 200
Konzertdauer: etwa 45 Minuten


Bericht Sarah-Jeanne in Kürze.


Concerts à venir de Sarah-Jeanne:

15.02.2011: Le Connetable, Paris
20.02.2011: Café 25° Est, Paris
07.04.2011: Pop In, Paris

Sonntag, 31. Oktober 2010

Denis Jones, Paris, 30.10.10

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Konzert: Denis Jones
Ort: Chez Justine, Paris
Datum: 30.10.2010
Zuschauer: hmm
Konzertdauer: etwa 40 Minuten


Eigentlich war ich auf eine Party bei einem sehr netten Landsmann eingeladen. Ob es einen Zusammenhang mit Halloween gab, weiß ich nicht. Ist aber auch egal, denn ich wollte auf jeden Fall da hin, gruselig geschminkt oder nicht. Seitdem ich wie so ein Junkie quasi jeden Abend auf Konzerten unterwegs bin, ist es schwierig geworden, mich zu einer Party anzulocken (es sei denn es tritt dort eine Band auf). Meine sozialen Kontakte fokussieren sich stark auf andere Musikverrückte, ebenso süchtige Konzertgänger, Indiemusiker, Konzertveranstalter, Gigfotografen, andere Blogger, Labelmenschen etc. Obwohl es natürlich auch hier ein paar Arschgeigen gibt, fühle ich mich in dem Milieu pudelwohl. Aber ich möchte trotzdem auch gerne mal sehen, wie andere Mitbürger in Paris so leben und Leute kennenlernen, die nicht direkt etwas mit Musik zu tun haben. Das Problem war bloß: am heutigen 30. Oktober gab es natürlich auch wieder einige spannende Konzerte. Logisch. Irgendwo spielt in Paris immer die Musik, jeden Tag.

Die Auswahl war wieder einmal prima und es war schwierig, sich auf einen Gig festzulegen. Crystal Castles zappelten in der ausverkauften Cigale rum (ich mag die seltsamerweise, obwohl ich eigentlich überhaupt kein Anhänger synthetischer Musik bin), Beach Fossil beehrten die Flèche d'or und Ariel Pink trat im Nouveau Casino auf.

Aber meine Wahl fiel auf eine Veranstaltung, die gleich gegenüber des Nouveau Casino, im Cafe/Restaurant Chez Justine stattfand. Hier sollte der Brite Denis Jones spielen, mit dem fast eine Oliver Peel Session zu Stande gekommen wäre. Wohlgemerkt: ich wollte trotzdem auf die Fete zu meinem netten Landsmann. Ich dachte, es sei beides möglich. Erst Denis Jones bei Justine gucken und dann ab zur Party. Ich hatte nicht nur meine Frau dabei, sondern auch eine Flasche Wein, die ich dem Gastgeber übereichen wollte. Daraus wurde aber nichts, weil das laut My Space für 20 Uhr angesetzte Konzert von Denis Jones letzlich um 22 Uhr 30 begann. Zuerst wurde hier der samstägliche Restaurantbetrieb durchgezogen. Schicke Leute (" des gens branchés" wie man in Frankreich sagt) drängelten sich im Minutentakt zur Tür herein, um überteuerte Burger (15 Euro der kleine Cheeseburger mit Pommes Frites, happig!) oder Cocktails an der Bar zu trinken. Ich hatte den Laden Chez Justine ganz anders in Erinnerung. Als ich vor etwa zwei Jahren hier gegen 18 Uhr einmal zum Aperitif einkehrte, saß man auf stimmunsvollen, abgewetzten Sesseln und schrammeligen Tischen. Das hatte Atmosphäre und den typisch Pariser Bohème Charme. Nun aber haben die (neuen?) Betreiber die alten Möbel rausgeworfen, machen verstärkt auf angesagtes Restaurant und zielen es auf eine zahlungskräftige Klientel ab. Nichts für mich, ich fühlte mich nur mittelmäßig wohl. Auch der Künster selbst, Denis Jones, äußerte sich vor dem Gig skeptisch und fragte sich, ob die mampfenden Schönlinge ihm denn überhaupt Beachtung schenken würden. Letztlich verhielt sich das Publikum aber relativ fair und es wurde nicht allzu heftig geplappert. Begünstigend kam hinzu, daß die Boxen ziemlich laut aufgedreht wurden und der Kollagensound des Klangkünstlers Denis Jones die Plaudereien an den Tischen weitestgehend überdeckte. Schade allerdings, daß es technische Probleme gab. Zunächst riss dem Briten schon nach ein paar Takten eine Gitarrenseite, die er eigenhändig reparieren musste und dann war der Rauschebartträger auch mit dem Ton nicht so recht zufrieden. Seine Loop-und Sampeltechnik ist faszinierend, allerdings auch störungsanfällig und live nicht immer leicht zu reproduzieren. "Sorry ich kann hier nur die halbe Leistung bringen", sagte er etwa in der Mitte des Auftritts schulterzuckend in Richtung des Publikums. Aber das störte mich persönlich nicht sonderlich, denn das enorme Potential und der Ideenreichtum des Engländers war dennoch einwandfrei zu erkennen. Seine Stimme ist vorzüglich und seine Elektrofrickeleien klingen so organisch, daß man das Ganze trotzdem noch als Folk bezeichnen kann. Eine moderne Interpretation des Genres freilich. Future Folk kann man bei Last fm lesen und dieser Begriff trifft die Sache schon sehr gut. Anstatt am konventionellen Singer/Songwriter-schema festzuhalten, bei dem traurige Männer traurige Lieder auf einer Akustikgitarre zum Vortrage bringen, feilt Jones an einem Stil, der zwar in den letzten Jahren auch schon von einigen anderen Künstlern angewendet wurde, aber dennoch ganz klar die Handschrift seines Autors trägt. Vor allem aber: die Lieder von Denis sind einfach wunderschön! Sie stammten heute größtenteils von seinem letzte Output Clap Hands, in Ausnahmefällen aber auch von seinem Debüt Humdrum Virtue. Eine Setlist hatte der talentierte Musiker trotzdem nicht, denn ein Teil des Sets bestand aus freien Improvisationen. Dennoch wurde es über die gesamte Länge nie zu experimentell, weil Jones unkonventionellen Liedern, auch immer mal wieder Stücke hinterherschickte, die einen eher klassischen Folkaufbau hatten. Visuell wurden die Tracks von abstrakten Videos untermalt, die die hypnotische Wirkung des Songmaterials noch unterstrich.

Nach etwa 40 Minuten hatte Jones fertig und schlich von der kleinen Bühne. Ich (und diejenigen die zugehört haben) hatte(n) ein feines Konzert erlebt, das ich mir noch durch CD Käufe versüßte. Ich lehne mich sicherlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, daß die Indiegemeinde von Denis Jones in den nächsten Jahren noch so einiges hören wird.




Sonntag, 26. September 2010

Jo Krasevich, 24.09.10

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Konzert: Jo Krasevich

Ort: Gibert Joseph, Paris
Datum: 24.09.10
Zuschauer: 10-15
Konzertdauer: etwa 35 Minuten


Ihr heißgeliebter Hund namens Toulouse sei ihr in Paris entlaufen, erzählte uns eine unglaubliche nette und sympathische Jo Krasevich nach ihrem Showcase im Gibert Joseph CD-Store. Die charismatische, sehr groß gewachsene Amerikanerin aus Detroit mit Wohnsitzen in Paris, Los Angeles und Montreal berichtete ein wenig von dem Leben auf Tour, dem Streit mit ihrem ehemaligen Plattenlabel und ihrem Konzert vom Vortag, wo sie im Café de la Danse Ray La Montagne supportet hatte. Ihr zweites Konzert in Paris wie sie anmerkte, das erste hatte vor ein paar Monaten im Jazz-Club New Morning stattgefunden. Jo Krasevitch? Wer is'n das? Das wusste ich bis ein paar Stunden vor dem kurzen Akustikauftritt bei Gibert auch nicht. Ein unbeschriebendes Blatt. Zumindest für mich. Die Musikgazette X-Roads hingegen hatte über sie in der aktuellen Ausgabe zwei Seiten gefüllt und ein interessantes Interview abgedruckt. Darin erzählt die Tochter eines Jugoslawen und einer Franko-Kanadierin von iher Kindheit in Detroit und Ottawa, ihrer kurzen, aber sehr erfolgreichen Karriere als Model (sie hatte es auf die Titelseite der Elle gebracht und Fotos mit Helmut Newton gemacht), einem Gastauftritt bei einem U2-Konzert und ihrer Vorliebe für das Songwriting von Neil Young.



Mit einem Cover von Neil Young, Like A Hurricane, hatte sie auch den heutigen Showcase beendet. Ansonsten spielte sie aber eigene Kompositionen von ihrem Debütalbum Merry-Go-Round an dem sogar Daniel Lanois (Produzent von Bob Dylan, Neil Young etc.) Gitarre spielend beteiligt gewesen war. Butterweiche, anschmiegsame und höchst tröstliche Folksongs voller Simplizität und Melancholie. Die Stimme von Jo Krasevich gefiel mir ganz ausgezeichnet. Sie erinnerte an Suzanne Vega oder Anna Ternheim und schuf eine äußerst intime Atmosphäre. Ohnehin war ich der langbeinigen Lady sehr nahe, denn ich hatte es mir auf dem Boden vor ihren schokoladenbraunen Cowboystiefeln bequem gemacht. "This is a good spot" rief sie mir von oben zu und ich nickte bejahend. Krasevich spielte Gitarre aber auch Mundharmonika und trug Stücke wie Crazy Love, If I oder Fall On Me (kein R.E.M. Cover!) vor. Die Sachen gefielen mir auf Anhieb, sie kamen ungekünstelt und authentisch rüber. Schade, daß die Zeit wirklich wie im Fluge verging, ein halbes Dutzend Songs und dann war auch schon Schluß. Hinterher musste ich unbedingt ihr Album haben, dessen Anschaffung auch für das Artwork im Jugendstil-Design lohnt. Auf Konserve sind die Titel allesamt stärker arrangiert, mit Peadal- Steel und Geige unterlegt und mundgerecht aufgearbeitet. Der reduzierte Akustikvortrag von heute gefiel mir besser, aber schlecht ist das Album keineswegs.

Ich war auf jeden Fall froh, Bekanntschaft mit Jo Krasevich geschlossen zu haben und nun drücke ich ihr ganz fest die Daumen, daß sie ihren Hund wiederfindet!


For our english readers (thanks a million to Uschi for the translation!)

Jo Krasevich is an incredibly kind and wonderful person. Unfortunately, her beloved dog called Toulouse ran away in Paris, as she told us after her show case at the Gibert Joseph CD-Store. The Detroit born, tall and charismatic American woman who resides in Paris, Los Angeles und Montreal shared some other moments of her life with us: life on tour, the clash with her former record label, the show she played last night when she was supporting Ray La Montagne at Café de la Danse. She mentioned that it was her second concert in Paris, after playing at New Morning jazz club a few months ago. But who is Jo Krasevich actually? I hadn’t heard the name until only shortly before this acoustic set at Gibert; I admit that she was a dark horse to me. X-Roads magazine, on the contrary, have dedicated two pages of their current issue to her, including an interesting interview: The daughter of a Yugoslav father and a Quebecois mother speaks about her childhood in Detroit and Ottawa, her short but very successful career as a model (she scored a cover of Elle and posed for Helmut Newton!), a guest appearance at a U2 concert and her fondness for Neil Young’s songwriting skills. And so, the last song of today’s show case was a cover of Neil Young’s Like A Hurricane. Apart from that, she performed several titles off her debut album Merry-Go-Round. The album features, nota bene, Daniel Lanois (producer of Bob Dylan, Neil Young etc.) on the guitar and contains mellow and very comforting, melancholic lo-fi folk songs. I really have enjoyed Jo Krasevich’s voice. She sounded like Suzanne Vega or Anna Ternheim and created a wonderful, intimate mood. I sat very close to the long legged lady anyway, comfortably installed on the floor, right in front of her chocolate brown western boots. "This is a good spot" she said to me from above, and I nodded in agreement.Krasevich played the guitar and also the harmonica, performing titles such has Crazy Love, If I or Fall On Me (NOT a R.E.M. cover!). The songs sounded unaffected and authentic; I liked them on the first listen. Bummer that time passed by so quickly! The set was finished after half a dozen of songs only. Afterwards, I absolutely had to get her album. Its Art Nouveau artwork is well worth the purchase. With a tighter arrangement and pedal steel guitar and fiddle, the songs are more bite-sized in their album versions. I prefer the stripped-down acoustic performance, but the album is not bad at all. I’m glad I got to know Jo Krasevich. I’ll keep my fingers crossed for her and hope that she’ll find her dog!


Video by Rockerparis, Jo Krasevich-Crazy Love




Montag, 13. September 2010

Damien Jurado, Paris, 11.09.10

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Konzerte: Damien Jurado
Orte: Fargo Recordstore & Café de la danse, Paris Datum: 11.09.10
Zuschauer: 20-30 (Fargo Store), 500-600 (ausverkauft) Café de la danse (Support Campbell/Lanegan)
Konzertdauer: jeweils 30-40 Minuten



Nicht ein Feuerwehrmann aus New York, sondern ein Singer/Songwriter aus Seattle war mein Held an diesem 11. September!

Die Rede ist von Damien Jurado, der gleich zwei mal in der Stadt der Liebe auftrat. Der erste Gig war eine ziemlich exklusive Geschichte. Der Mann mit dem in der Folkszene obligatorischem Karoshirt gab nämlich um 18 Uhr einen Showcase im Fargo Recordstore unweit des Oberkampf-Viertels. 20 Eingeweihte hatten sich in Michels fein sortiertem Plattenladen eingefunden und kauerten zwischen Vinylscheiben auf dem Boden, oder standen vor den Regalen, um andächtig Damien Jurado und seinen traurigen, aber wundervollen Songs zuzuhören. Das Konzert hatte schon begonnen als ich eintrat und ich war nicht der Letzte, der noch später angeschissen kam. Ungefähr 10 weitere Fans tröpfelten im Laufe des Akustiksets noch ein.

Vor den CD-Neuheiten saß der recht kräftig gebaute Mann auf einem Stühlchen und trug einen Zungenschnalzer nach dem anderen vor. Seine Grammofon-Stimme war schlicht und einfach sensationell! Ein unglaubliches Timbre, ein weicher runder Klang, dem er aber ab und an auch ein klein wenig Kratzbürstigkeit beimischte. Wahrlich eine Wohltat für die Ohren und das Herz! Auch sein Auftreten war angenehm sympathisch und bescheiden. Er machte nicht viel Aufheben um seine Person, sondern zelebrierte ganz relaxt seine formidablen Lieder, die zum größten Teil von seinem überaus gelungenen neuen Album Saint Bartlett stammten. In der heutigen komplett akustischen Variante war das Ganze vielleicht noch schöner und berührender als auf dem Tonträger, denn so kam die ungeheure Intimität noch besser zur Geltung. Rachel & Cali oder Cloudy Shoes, egal was er gerade anstimmte, es war schlichtweg ein Traum! Auch dem Altwerk widmete er den ein oderen anderen Track, dann aber sagte er, daß er nun schnellstens zum Café de la Danse müsse, ansonsten würden sie ihn dort umbringen. Hätten sie natürlich nicht gemacht, aber in der Tat erwartete man im Café de la danse Damien Jurado zu seinem "richtigen" Konzert. als Support von Campbell & Lanegan. Zusammen mit seiner Frau, die auch ein paar Fotos geschossen hatte, wanderte er zur zwei U-Bahnstation entfernten Location zu Fuß. Er käme während einer Tournee nie dazu, sich zu bewegen, erklärte er mir später. Ein ungemein netter Kerl und was für ein fabelhafter Musiker!

Im Café de la Danse angekommen, machte er vor deutlich mehr Zuschauern seine Sache genau so gut. Humor bewies er, als er nach drei eher melancholisch gehaltenen Stücken erklärte, er hätte nun seine fröhlichen Songs verballert, von nun an würde es deutlich trauriger werden. Viellicht liegt es an dieser (mir persönlich sehr gut gefallenden ) Schwermut, daß sein Sohn seine Musik nicht sonderlich mag. "My son hates my music. He prefers bands like Daft Punk, Justice or Kraftwerk". Wenn sein Sohnemann älter wird, wird er sicherlich mehr zu schätzen wissen, was sein Vater Großartiges geschrieben hat. Mit seiner Stimme, seinem guten Songwriting und der Fähigkeit, Leute allein an der Akustikgitarre in seinen Bann zu ziehen, verfügt Damien Jurado über alle Qualitäten, die ihn zu einem der besten Singer/Songwriter seiner Generation machen.

Damien Jurado, mein Held dieses 11. Septembers 2010!

Setlist Damien Jurado, Fargo Store Paris:

- Three To Be Seen
- The Loneliest Place I've Ever Been (Is In Your Arms)
- Abilene
- Rachel & Cali
- Cloudy Shoes
- Diamond Sea

+ Newspaper Gown (new)


Ausgewählte Konzerttermine Damien Jurado (ohne Gewähr):

13.09.2010: King Geogr, Köln
14.09.2010: Ekko, Utrecht
15.09.2010: Haus 73, Hamburg
16.09.2010: NBI Club, Berlin
17.09.2010: UT Connewitz, Leipzig



Mittwoch, 18. August 2010

The Tallest Man On Earth, Haldern, 14.08.10

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Konzert: The Tallest Man On Earth

Ort: Hauptbühne des Haldern Pop Festivals, Rees-Haldern, Niederrhein
Datum: 14.08.2010
Zuschauer: viele



The Tallest Man On Earth war kein Riese, aber die Songs des Schweden, der sich hinter diesem Moniker verbirgt, waren, man erlaube mir dieses flache Wortspiel, riesig. Kristian Matsson heißt er, der angeblich größte Mann der Welt. Vermutlich bezog sich das mit dem "tall" heute vor allem auf die Bühne, denn die war wirklich großräumig, vor allem weil sie nur von dem Schweden und seiner Akustikklampfe eingenommen wurde. Ein Novum für mich in Haldern. Gab es das schon einmal, daß ein Musiker ganz alleine auf der Mainstage auftrat? Ein gewagtes Unterfangen der Organisatoren, die entweder kein Plätzchen mehr im Spigeltent frei hatten, oder aber Kristian Matsson den großen Auftritt gönnten. Wie auch immer, der Lockenkopf machte seine Sache gut. "Sorry, this is no music to dance to" sagte er entschuldigend, aber mir war sein warmherziger Folk allemal lieber als die gräßliche Dance Music von Delphic. Und dann die Stimme! Ein bluesig-kraziges Kehlchen, das nicht jedermanns Sache war, was beweist, daß die meisten Leute, die sich heutzutage Folkfans nennen, mit traditionell angelegtem Folk à la Bob Dylan oder Van Morrisson nicht viel anfangen können. Klar erforderte es eine gewisse Aufmerksamkeit und Konzentration, seien akutischen Stücken zuzuhören, aber von einem versierten Publikum wie dem Halderner darf man das ruhig erwarten.

Ich jedenfalls habe mich nicht gelangweilt und The Tallest Man On Earth darf gerne in meinem Wohnzimmer auftreten, wenn er das denn möchte. Wie können zumindest die größte Katzenrasse der Welt (eine Ragdoll) aufbieten!

Setlist The Tallest Man On Earth, Haldern Pop festival 2010:

01: The Wild Hunt
02: Thousand Ways
03: I Won't Be Found
04: The Gardener
05: Love Is All
06: Where Do My Bluebird Fly
07: You're Going Back
08: King Of Spain



Montag, 16. August 2010

Laura Marling, Haldern-Festival, 13.08.10

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Konzert: Laura Marling
Ort: Spiegeltent des Haldern Pop Festivals, Rees-Haldern
Datum: 13.08.2010
Zuschauer: knallvolles Zelt
Konzertdauer: etwa 50 Minuten


Die junge Engländerin Laura Marling entwickelt sich immer mehr zur Diva. Den langwierigen Soundcheck in Haldern übernimmt ein stark tätowierter Glatzkopf für sie und sie erscheint eine Viertel Stunde später auf der Bühne obwohl ihre zahlreichen männlichen Bandmitglieder, darunter Marcus Mumford (ihr Lover?) schont längst bereit stehen. Ob ihr Majorlabel EMI das wohl so will? Professionell wirkt es ja, wenn man nicht mehr selbst Hand anlegt und hinterher nicht den Kabelsalat aufräumt, aber schöner finde ich es, wenn die jeweiligen Künstler den Aufbau-und Abbau persönlich erledigen. Na ja, vielleicht sollte ich nicht jede Kleinigkeit überinterpretieren. Dass mit der professionellen Vermarktung durch ihr Label EMI weiß ich aber aus eigener Erfahrung. In Paris kam ich vor ein paar Monaten in den Genuß, Laura Marling bei einer geheimen Videosession der Seite le-hiboo.com zu treffen und wurde hinterher von einem ihrer Labelmenschen darüber belehrt, daß man bei EMI das Recht am Bild der Sängerin genauestens überwache. Ich solle bitte meine Fotos zuerst der zuständigen Person zuschicken, die mir dann die Veröffentlichung von ein paar Schüssen genehmigen würde. Von 20 Bildern erlaubte man mir nur ganze 3 bei Flickr öffentlich hochzuladen! (eines davon habe ich hier eingestellt, Laura mit Gitarre und Trenchcoat auf einer Wiese, irgendwie sehr lässig) Die Karriere von Laura Marling ist also perfekt durchgeplant, damit es was wird mit dem kommerziellen Erfolg an dem sie schon in ihrem jungen Alter mit enormen Fleiß, Ehrgeiz und Talent arbeitet. Als Wunderkind wird sie in der Presse oft dargestellt, als unglaublich reif für ihr Alter und nicht zuletzt als Nachfolgerin von Joni Mitchell. Kein Wunder, daß da viel Druck auf ihren schmalen Schultern lastet. Bisher geht sie damit sehr gut um, ist immer höflich, wohlerzogen und nett. Allerdings stets auch auf vornehme Weise reserviert und distanziert. Heute in Haldern war das nicht anders. Man merkte, daß sich Laura bemühte, Kommunikation zu betreiben, einen Draht zum Publikum herzustellen (prägnantes Beispiel: die Mitpfeifszene bei einem Lied) und offen zu sein. Richtig an sie ran ließ sie aber keinen (nein, nein, nicht das Ranlassen was ihr Lustmolche meint!). Man merkte immer, daß es eine Barriere zwischen ihr und den Fans gab, egal wie nett und charmant sie auch lächelte. Aber in dieser Hinsicht gilt wie überhaupt in Bezug auf Laura Marling: Gebt dem Mädchen Zeit, sich menschlisch und musikalisch zu entwickeln! Ja, sie ist sehr talentiert, stimmlich gut und enorm charmant, aber die neue Königin der Folkmusik ist sie noch nicht. Ich selbst hatte mich vor ein paar Jahren, als ich sie zum ersten Male in Paris gesehen habe, dazu hinreißen lassen, überaus schwämerisch und unter Verwendung von zahlreichen Superlativen über sie zu berichten. Vieles davon kann ich auch heute noch so unterschreiben, bin aber inzwischen sachlicher und weiß, daß gerade in der Folkmusik kein Star vom Himmel fällt. Gutes Songwriting braucht Reife, Zeit und Erfahrung und griffige Songs schreibt man nicht mal so nebenbei. Dabei hat Laura ja in diesen Bereichen tasächlich schon Großartiges geleistet. Ghosts, My Manic and I und Alas I Cannot Swim, bereits auf dem ersten Album gab es einige Sternstunden zu feiern. Mit dem Neuling I Speak Because I Can tue ich mich allerdings schwerer. Lediglich das schon früh zur Setlist gehörende Blackberry Stone und die Single Hope In The Air überzeugen mich hunderprozentig, einige ander Titel verblassen hingegen ein wenig. Und der Instrumentierung beim heutigen Konzert war es mir oftmals zu viel (besonders orchestral: Alas I Cannot Swim, das mir besser in reduzierter Version gefällt). So hatte der Gig für mich dann auch konsequenzerweise die besten Momente, wenn die Blondine ganz alleine sang und Gitarre spielte. Da wurde es dann richtig intim und heimelig im Zelt und mir wurde wieder bewußt, warum ich Laura Marling von Beginn an so vergöttert habe. In diesen kostbaren Momenten stellte die Folkeuse dann auch wirklich einen Draht zum (sehr angetanen) Publikum her und band es auch in der bereits oben erwähnten Mitpfeifszene zum Song Night Terror mit ein. Eine kesse Besucherin fragte hinterher, ob das Haldern-Publikum den Preis für die beste Partizipation gewonnen hätte (Laura hatte vorher davon berichtet, daß sie auch in anderen Städten die Leute mitpfeifen lässt), wurde aber schlagfertig und schmunzelnd mit den Worten beschieden: " You were good, but Sydney won, you have to work a litte bit on it" (den genauen Wortlaut erinnere ich nicht mehr, aber in der Sache dürfte es hinkommen).

In Anspielung auf diesen Spruch könnte es für mich als Fazit lauten: " You were good, but Alela Diane, Nina Nastasia or Mia Doi Todd won, you still have to work a bit on it, Laura Marling"...

Setlist Laura Marling Haldern Pop Festival 2010:

01: Devils Spoke
02: Rambling Man
03: Ghosts
04: My Manic And I
05: Blackberry Stone
06: Don't Ask Me Why (Laura solo)
07: Night Terror (solo)
08: Goodbye England (solo)
09: Alpha Swallows
10: Hope In The Air
11: Alas I Cannot Swim
12: I Speak Because I Can





Samstag, 15. Mai 2010

Nina Nastasia, Paris, 14.05.10

3 Kommentare

Konzert: Nina Nastasia

Ort: L'Espace B, Paris
Datum: 14.05.2010
Zuschauer. etwa 50
konzertdauer: 2 x 45 Minuten


Ich solle nichts über die zweite Hälfte des Konzertes schreiben, bat mich Nina Nastasia, nachdem ich ihr erzählt hatte, daß ich einen Blog betreibe und ihren Auftritt rezensieren werde. Aber warum eigentlich nicht? Weil sie sich etliche Male verspielt hatte und nicht den richtigen Guitar Key erwischt hatte? Weil sie ab und zu die Tonlage nicht traf? - Alles keine Gründe für mich, allzu hart mit der New Yorkerin ins Gericht zu gehen.* Klar, war es etwas seltsam, daß sie derart oft ihren Vortrag mittendrin unterbrach und laut aufjauchzte: "oh no, let's start again!" Angeblich hatte sie zu viel getrunken. "It's a strange show, I shouldn't drink when I play", seufzte sie, nachdem sie sich zum wiederholten Male einen Patzer geleistet hatte. Das Publikum störte sich nicht sonderlich daran. Etwa 50 kultivierte Männer und Frauen zwischen 30 und 40 hatten es sich auf dem Fußboden des Espace B bequem gemacht und lauschten konzentriert und vorbildlich leise den Geschichten, die die eigenwillige Singer /Songwriterin zu erzählen hatte. Wie immer gab es zwischen den Songs auch die ein oder andere witzige bzw. zynische Ankedote. Schmunzler erntete Nina, als sie erzählte, daß sie als Großstädterin immer von einem Leben auf dem Lande geträumt hätte und ihrem Traum sehr nahe war, als sie ein paar Wochen auf einem Biobauernhof in den USA verbrachte. Allerdings merkte sie sehr schnell, daß sie nicht zum Landei taugt und folgerte konsequenterweise: "It was horrible actually. All these fucking vegetables"...

Eine andere Anekdote handelte vom Verzehr von Tierhoden, genauer Stierhoden. Ob man in Frankreich "testicicles" essen würde, fragte sie in die Runde. Als sich niemand meldete, warf ich in ein: " Yes, In the south." Dummerweise war mein Akzent aber wohl nicht so sattelfest und Nina rief lachend: "What was that? With a sauce?" Stierhoden mit Soße, nein, das war es natürlich nicht, was ich sagen wollte! Vielmehr wollte ich ausdrücken, daß man im Süden Frankreichs durchaus ab und zu "testicules" esse. In Nizza hatte ich dieses Gericht schon einmal auf einer Karte gefunden (Mist, ich hatte mich vor versammelter Mannschaft zum Deppen gemacht, der kein englisch kann!).

Amüsant war auch, daß die Sängerin beichtete, daß sie eine schrecklich schlechte Autofahrerin sei und deshalb keinen Wagen mehr lenke. Sie würde wie eine Irre fahren. Dies hätte sie auch gestern dem Berliner Publikum im Admiralspalast berichtet, woraufhin ein Berliner Zuschauer reinrief: "In Paris fahren sie alle wie die Irren!" Nicht, daß sie, Nina, das ungeprüft glauben würde, aber dennoch wolle sie dem Pariser Publikum einmal mitteilen, was man in der deutschen Haupstadt von den französischen Fahrkünsten hält (nämlich nichts!).

Schließlich und dies soll den anekdotischen Teil beenden, ging es zwischen den Songs auch oft um ein Gesellschaftsspiel, das sie kürzlich bei einer Hochzeit kennengelernt hatte: "bring it on the table" hieß es, wenn ich mich recht erinnere. So ganz habe ich nicht verstanden, wie das funktionierte und ich glaube die Franzosen auch nicht, denn immer wenn Nina anregte, daß das Publikum doch dieses Spiel mit ihr spielen solle, kam kein Feedback. Ich glaube, man soll dabei außergewöhnliche Geschichten aus seinem Leben offenbaren und Nina hatte wohl bei der Hochzeit erzählt, daß sie damals in den 80ern Drogenschmugglerin für die Sandinista in Nicaragua gewesen sei. Frei erfunden, versteht sich. Aber so kannte ich Nina Nastasia schon von ihrem letzten Konzert, das ich im Nouveau Casino erlebt hatte. Immer für einen Plausch und eine Story gut. Ungewöhnlich waren allerdings ihre Patzer. Damals hatte sie ein weitgehend perfektes Konzert hingelegt, heute war das etwas anders. Aber so will es ja eigentlich auch der Freund des kleinen, feinen Indie/Folkonzertes. Perfekt geölte Auftritte ohne den kleinsten Schnitzer mag man weniger, vielmehr bevorzugt man es, wenn der Künstler da vorne menschelt und auch mal schwächelt. Daß Nina eine fantastische Künstlerin ist, die schon etliche hervorragende Alben herausgebracht hat, wusste ohnhein jeder, der hier und heute im Espace B war. Niemand war zufällig gekommen und viele kannten sich mit dem Oeuvre der Nastasia sehr gut aus, was man auch daran erkennen konnte, daß etliche Besucher alte Klassiker forderten, als Nina "any requests? in die Runde fragte. Rosemary (Album The Blackened Air) wurde beispielsweise gewünscht, aber auch Regrets (Run To Ruin) oder die noch nicht ganz so alten Our Discussion (You Follow Me) und Birds Of Cuzco (On Leaving) Ich persönlich war besonders dankbar, daß der Treehouse Song gespielt wurde. "Every night I promise you we'd go down to see the friend we once knew, but every night I'd make an excuse, trällerte Nina schöner als eine Nachtigall und ich war entzückt. Auch ganz großartig (obwohl sie diesen Song ebenfalls unterbrach): Stormy Weather, mein Favorit vom tollen ersten Album Dogs, das ich im Vorfeld des Konzertes etliche Male gehört hatte, um mich sanft in den Schlaf zu wiegen. "I can't be on best behaviour, I'm not afraid of stormy weather" so der markante Refrain. Ansonsten im zweiten Teil auch ein oder zwei neue Lieder vom demnächst erscheinenden Album Outlaster, von dem sie vor allem im ersten Teil mehrere Kostproben bot. Sechs Lieder von 10 habe sie vom ersten Album gespielt, erzählte mir eine wahnsinnig nette Nina Nastasia hinterher, darunter auf jeden Fall Wakes und ansonsten (falls mich mein Gedächtnis nicht trübt) One Way Out, Moves Away und What's Out There. Viel zu den neuen Stücken sagen kann ich allerdings nicht, da muss ich erst das Erscheinen des Albums abwarten. Eike vom Klienicum hat es aber jetzt schon auf Herz und Nieren geprüft und jeden einzelnen Song seziert. Deshalb empfehle ich auch dringend die Lektüre seines diesbezüglichen Posts.

Und Nina Nastasia muß sich trotz des holprigen zweiten Teils (in der Mitte gab es eine zwanzigminütige Pause, warum auch immer) keine Sorgen machen, daß ich ihr heutiges Konzerte verreiße. Ihre Stimme ist viel zu schön, ihr Songwriting viel zu klug und ihr Wesen viel zu faszinierend, um sie wegen mangelnder Perfektion in die Pfanne zu hauen. Eine goßartige Künsterlin, schön daß wir sie einem solch intimen Rahmen genießen durften!

Auszüge aus der Setlist Nina Nastasia, Espace B, Paris (nicht in dieser Reihenfolge):

Wakes
One Way Out
Moves Away
What's Out There

Rosemary
Regrets
Bird Of Cuzco
Our Day Trip
Stormy Weather
Treehouse Song
Late Night
Our Discussion

Aus unserem Archiv:

Nina Nastasia, Paris, 09.03.08

* genauso sieht es wohl der glänzende Pariser Fotograf L'esprit d'escalier, der auch da war. Sein feiner Kommentar hierzu auf englisch:

"If you ever thought that music was about flawless performing, perfect tempo and that kind of things, you're so fucking wrong and you need to see someone like Nina perform. It doesn't matter if the chords aren't right, if you don't remember the end of the lyrics when you have a great voice and as long as you bring the audience with you wherever it is you're going (and how drunk you are) "



Donnerstag, 13. Mai 2010

Christina Antipa & June Madrona, Paris, 11.05.10

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Konzert: Christina Antipa & June Madrona
Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 11.05.10
Zuschauer: viele, etwa 100 in der Spitze
Konzertdauer: Christina Antipa etwa 45 Minuten, June Madrona ungefähr 1 Stunde


Was für ein Line-Up! Zwei hervorragende Künstler aus dem Hause Waterhouse Records gratis im Pop In, was will man mehr? Vor allem, wenn es sich um Musiker handelt, die bei uns auch jeweils schon eine tolle Oliver Peel Session absolviert haben.



June Madrona sind großartig, sehr kommunikativ und stimmungsvoll, Star des Abends war für mich aber ganz klar die junge Kalifornierin Christina Antipa! Mit ihren äußerst warmherzigen, authentischen und berührenden Folksongs schoss sie mir Pfeile durchs Herz. Und diese Stimme! So sanft, so zärtlich, so bewegend. Dem Goldkehlchen von Laura Marlings sehr ähnlich, aber irgendwie noch schöner. Ich war hingerissen von Christina, hätte ihr die ganze Nacht zuhören können. Ihr Gesang spendet soviel Trost, sendet soviel Liebe aus, ist so wundervoll. Was für ein Talent! Und sie ändert abend für abend die Setlist, performt ständig andere Songs. Vergangene Woche hatte ich sie im International gesehen, war dann am Samstag in der glücklichen Lage, sie in unserem Wohnzimmer willkommen zu heißen und heute zum dritten Mal dabei und werde deshalb von mal zu mal mit der Sängerin vertrauter. Sie ist etwas ganz Besonderes, soviel muss klar sein. Innerhalb einer Woche hat sie sich in die Liste meiner 10 Lieblingssängerinnen gespielt. Dabei kenne ich ihre Musik eigentlich schon seit einem Jahr, nachdem ich mir beim Festival in La Villette im Mai 2009 am Stand von Waterhouse Records zwei ihrer CDs zugelegt hatte. Mit ihrem neuen Werk The Royal We macht sie aber einen ganz gewaltigen Satz nach vorne. Ihre Stimme ist präziser und nuancenreicher, das Gitarrespiel professioneller, die Produktion besser und die Songs packender und markanter. Der Seelentröster Beautiful Places allein rechtfertigt schon den Kauf des Machwerkes mit den Händen auf dem hübschen Cover. Diesen Hit hat sie glücklicherweise heute gemeinsam mit dem Bassisten Erwan Broussine auch gespielt, aber ansonsten gab es mit Here's Your Ghost nur noch einen einzigen Song des neuen Silberlings. Die Kalifornierin ist ihrer Zeit schon wieder voraus und spielte ansonsten auschließlich neues, atemberaubend schönes Material (One Little Bird, etc.).

Ihr seht an meiner Schwärmerei bereits, daß ich der Frau verfallen bin. Dazu stehe ich! Ihr Songmaterial gefällt mir bereits jetzt besser als die Lieder von Cat Power in ihrer besten Phase, die sie meines Erachtens mit dem Album You Are Free erreicht hat. Wenn es irgendeine Gerechtigkeit auf der Welt gäbe, dann würde sich The Royal We von Christina Antipa auch besser verkaufen als I Speak Because I Can von Laura Marling. Und Stammleser von uns wissen, wie sehr ich auf Laura Marling stehe!

Fortsetzung folgt ...

Setlist June Madrona, le Pop In, Paris:

01: Our Friends
02: Boundaries
03: Roll On Columbia
04: An Early Spring
05: The Western Flight
06: Tinnitus
07: Tent Caterpillars
08: Lion Talk
09: Sea Of Cortez
10: Come Over
11: Bobby Scarecrow
12: David's Appartment
13: Santa Fe
14: Cascadian Summer
15: Wolf Dream

Links:

- Kurzer, aber sehr feiner Hinweis auf dem Klienicum zum neuen Album von Christina Antipa, klick!
- Hier geht es zum gutgemachten Blog von Christina Antipa
- Oliver Peel Session mit Christina Antipa, inzwischen mit neuen Videos von Uschi angereichert. Klick!



Mittwoch, 28. April 2010

Barzin, Paris, 27.04.10

1 Kommentare

Konzert: Barzin

Ort: L'Espace B, Paris

Datum: 27.04.2010
Zuschauer: etwa 50
Konzertdauer. ungefähr 1 Stunde


Kennt hier jemand Barzin? Ja? Nein? Ist keine Mischung aus Benzin und Marzipan, sondern ein fabelhafter kanadischer Singer/Songwriter, der heute zusammen mit seiner Band ein wunderschönes Konzert aufs Parkett gelegt hat. Nicht nur Kultblogger Vincent Moon (La Blogothèque), der im Publikum weilte, sondern auch ich und die anderen Gäste, waren von den kontemplativen Songs des sympathischen Musikers sehr angetan.

Wer es gerne ausführlicher möchte, bitte schön:

Gerne bemühen Musikjournalisten klischeehafte Ausdrücke, um den jeweiligen Stil eines Künstlers zu beschreiben. Rotweinmusik, Kaminfeuermusik, perfekt für den Herbst, oder - ganz schlimm: Kuschelrock (hilfe!), all diese Floskeln hat jeder schon einmal im Musikexpress, der Spex, oder im deutschen Rolling Stone gelesen. Dog shit! Aber irgendwie passen diese Kategorisierungen oft erstaunlich gut und jeder weiß sofort was gemeint ist. Der Kanadier Barzin macht, nun ja ... Rotweinmusik, die man an einem kühlen Herbstabend prima vor dem flackernden Kamin anhören und zu der man mit seiner Geliebten herrlich kuscheln kann. Ähem, ja. Nennen wir es lieber Slowcore. Diesen Ausdruck liest man häufig im Zusammenhang mit Barzin. Slowcore, was is'n das? Das Gegenteil von Hardcore? Hmm, vielleicht. Meint aber sicherlich, daß die Lieder des Kanadiers saumäßig langsam und melancholisch sind. Chokebore= Sadcore, Barzin= Slowcore, passt schon irgendwie. Wer auf Slayer steht, ist bei Barzin sicherlich fehl am Platze. Die Songs plätschern nämlich in Zeitlupe (Slowmotion) dahin und man hat reichlich Zeit, sein Rotweinglas auszudrinken. Genau die richtige Musik für einen permanent getriebenden und rastlosen Menschen wie mich also. Ich hetzte mich ab wie so ein Weltmeister, um pünktlich im Espace B zu erscheinen. Ich war nämlich vorher im Café de la Danse bei Lightspeed Champion und musste mich mächtig sputen, um gegen 22 Uhr 15 einzutreffen. Ich schaffte die Punktlandung und kam genau pünktlich zum ersten Song. Einige Leute lungerten schon wieder auf dem Fußboden rum, eine Angewohnheit, die ich nicht besonders schätze, aber tanzbar war die Musik, die da vorne gespielt wurde nunmal nicht. Am Besten hätte man sie in einem bequemen Ohrensessel genoßen. Mit einem Glas Rotwein in der Hand, versteht sich. Aber auch ganz ohne ein Gläschen Bordeaux und eine weiche Rückenlehne verfehlte der sentimentale Stoff seine Wirkung nicht. Ungemein erlesen, harmonisch und fein, was Barzin und seine drei Begleitmusiker da ablieferten. Es gab eine Pedal Steel, ein Akkordeon und ein Xylophon, um die knisternde Atmosphäre zu erzeugen. Traumhaft war das. Kein schiefer Ton, keine falsche Note, kein Knarzen störte den Wohlklang. Ich schwebte dahin, ließ mich gleiten und war schwer angetan, von dem bildschönen Seelentröster Let's Go Driving. Wow, fast wie bei Sparklehorse, so als würde man von der sanften Stimme in Watte eingepackt! Und da Mark Linkous nun einmal leider seinem Leben ein Ende gesetzt hat, freut man sich, daß es würdige Nachfolger wie Barzin gibt. Jedes einzelne Lied war ein Hochgenuß erster Güte, so daß es schwer fällt, besondere Schmankerl herauszupicken. Vielleicht sollte man Past All Concerns besonders erwähnen: "I followed you to your room you took your clothes off", das nenne ich einen Text, der Lust gibt! Kein Wunder, daß die Lyrics nur gehaucht werden, man kann das Knistern förmlich spüren. Auf diese Weise wandelte der Kanadier mit uns fast eine Stunde lang durch eine Wolke aus (nicht zu süßer) Zuckerwatte und meinte am Ende mit einem Augenzwinkern: "This is our last song, it's our rock song." Laut war die Nummer natürlich trotzdem nicht, aber wir hatten ja Rotweinmusik bestellt, you know? Den Rausch wollten natürlich alle Anwesenden noch ein wenig verlängern und Blogger-und Filmergott Vincent Moon höchstpersönlich wünschte sich Leaving Time. Eine Schmonzette wie aus dem Lehrbuch, die heftig auf die Tränendrüse drückte und auch die Songzeile: "I'll paint for you something blue" enthielt. Witzig war, daß Barzin erwähnte, daß Vincent in seinem Videoclip extra eine besonders hübsche Frau ausgesucht hatte, um das Stück zu illustrieren. Nach einer weiteren Zugabe war Schluß und wie auf Federn schwebte ich berauscht (nicht vom Rotwein, hatte ja keinen gesoffen!) aus dem Espace B, zwei frisch erworbene CDs des Künstlers unter dem Arm, um mich zu Hause von seinen Balladen in den Schlaf wiegen zu lassen.

Setlist Barzin, Espace B, Paris:

01. Queen Jane
02: In The Morning
03: Let's Go Driving
04: Oh Lover
05: If I'm Bleeding Now
06: Past All Concerns
07: I Couldn't Find The City
08: Fucked Up
09: Lover In The Dark

10: Leaving Time
11: ?



 

Konzerttagebuch © 2010

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