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Mittwoch, 12. Dezember 2012

Mina Tindle und Lùisa, Berlin, 11.12.12

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Konzert: Mina Tindle (+Lùisa)
Ort: Comet Club Berlin
Datum: 11.12.12
Zuschauer: weit über 100
Konzertdauer: 30min. (Luisa); ca. 60 min. Mina Tindle




Berlin liegt unter einer dicken Schneedecke. Auf dem Weg zu meinem zweiten Konzert von Mina Tindle in diesem Jahr, erinnere ich mich gerne an das sommerliche Wetter im Mai zurück. Damals gastierte sie im wunderschönen (und leider an diesem Ort geschlossenen) Privatclub. Ihr damaliges Konzert hat mich begeistert und so war für mich schnell klar, dass ich die Gelegenheit, sie erneut in Berlin zu erleben, nicht verpassen möchte. Der eisige Wind peitsche mir ins Gesicht, als ich die letzten Meter zum Privatclub lief. Im Vorfeld war ich doch ein wenig enttäuscht, denn eigentlich sollte Mina Tindle im Festsaal Kreuzberg auftreten, was in Berlin schon ein Sprung nach oben gewesen wäre. Mir persönlich soll es recht sein, wenn großartige Künstler in kleinen Clubs auftreten. Nur begleitet mich dann auch immer die Sorge, dass sie irgendwann Berlin meiden.

Zu allererst betritt aber die bezaubernde Lùisa mit einem vorsichtigen "Hallo zusammen..." die Bühne. Das sie bezaubernd ist, kann ich schon vor ihrem Auftritt sagen, denn ich erlebte sie schon zwei Wochen zuvor bei der TVNoir Aufzeichnung im Heimathafen Neukölln, bei der sie vor ausverkauftem Haus und großen Publikum neben der Musik so einige knifflige Aufgaben zu lösen hatte. Das Konzept dieser Show besteht darin, etablierte Künstler mit Newcomern an einem Abend zusammenzubringen. Mit viel Selbstbewusstsein, Courage und Charme bewegte sie sich auf Augenhöhe mit Moneybrother. Sie beginnt ihr Set mit Springrainair. Nur mit ihrer Akustikgitarre und ein wenig Hall. Ich mag ihre Stimme, die sich mit ihrem dunkel gefärbtem Timbre, wie Gudrun so schön vom Konzert in Mannheim berichtete. Während ihre Gitarre noch von der Anreise unterkühlt war, ist Lùisa ganz und gar nicht. Im Gegenteil, sie ist stolz und dankbar zugleich mit Mina Tindle, die sie sehr schätzt, zusammen auf Tour zu sein. Sie erhält nicht nur Dankbarkeitsapplaus, wie oft üblich bei Vorbands, sondern Johlen und Pfeifen. Ein Zeichen, dass sie das Herz des Publikum eroberte. Wie schön sie die einzelnen Elemente in Belong  mit der Loop-Machine verknüpft. Was so leicht ausschaut, braucht sicherlich viel Übung. Atmosphärisch ist es wunderbar.

Ein Highlight war für mich ihr französisches Lied La cause. Die französische Sprache steht ihr sehr gut. Ihr Tourabschlusskonzert beendet sie dann mit meinem Favoriten des Abends: Heart-made failure.
Ich freue mich auf weitere Konzerte in Berlin im kommenden Jahr, auch wenn sie aktuell noch in Hamburg lebt (was ich gar nicht verstehen kann).

Die Umbauten sind nicht weiter aufwendig, die Instrumente stehen ja schon bereit.. Den Abend beginnt die Band mit Time Writer - ganz ohne instrumentale Unterstützung. Auch an diesem Abend hat sie diese bezaubernde Ausstrahlung, die sie einzigartig macht. Ihr Lächeln ist so gewinnend. Dazu noch ihr schickes Kleid. 


Die Band ist die gleiche wie im Mai, Olivier Marguerit an den Keyboards, Trompete und Trommeln sowie Guillaume Villadier am Bass, Gitarre und Glockenspiel. Nach The Kingdom, welches mir sehr gut gefiel, schon mit Pan der erste Höhepunkt des Konzertes. Die minimalistische und entschleunigte Liveversion von Pan ist zum dahinschmelzen. Unterstützt wird sie dabei sehr gekonnt und stimmungsvoll durch ihre beiden Bandkollegen. Die Stimme von Olivier gefällt mir dabei besonders. Überhaupt sind ihre beiden Musiker perfekt auf sie und miteinander aufeinander abgestimmt. Olivier, der kleine Schelm, der immer wieder mit Pauline aka Mina Tindle kleine Spässe macht und sie ihm deutlich ihre Dankbarkeit für seine gute Seele zeigt. "Danke very schön"! Too Loud widmet sie all den Frauen die, wie sie, in der Öffentlichkeit zu laut reden. Kaum vorstellbar bei dieser zarten Stimme. Wie auch schon Pan, so wird auch Too Loud in exzellenter Qualität vorgetragen. Kleine technische Probleme werden mit viel Humor hinweggelächelt. 

Während Henry auf der CD kaum auffällt, so ist es live fast eine epische Hymne. Dafür sorgt auch die Dramatik des Schlagzeugs und der druckvolle Bass. Nach dem fetzigen Sister durften wir zu To Carry Many Things den Takt mitklatschen, was sogar richtig Spass machte. Zu Echo macht Olivier wieder Schabernack, dass Mina Tindle das Lied dreimal neu beginnen musste. Ihre Erklärung "It´s a sad song" wurde mit viel Gelächter im Publikum aufgenommen. Der dritte Versuch klappte dann und es wurde ein weiteres Highlight für mich. Wie Olivier mit der einen Hand das Keyboard bediente und mit der anderen Hand die Trompete war sehr schön anzusehen, auch wenn nicht jeder Ton perfekt getroffen wurde, der Kerl hat Charme und schon wurde übergeleitet zu Demain. Es fängt ganz zart und fragil an und steigert sich immer weiter, um dann gegen Schluss wieder versöhnlich zu enden. Das lustige Glockenspiel kommt dann bei Lovely Day zum Einsatz. Als Kind stand ich immer ganz fasziniert am Straßenrand, wenn ein Spielmannszug vorbei ging - mit ihren Trommeln und ihre vielen Glockenspielen, die alle im Einklang die kleinstädtische Tristesse ein wenig farbenfroher machten. Es ist schön mich nun wieder daran zu erinnern. Zu Austin durfte dann auch ihr Tourbetreuer und guter Freund Raphael mit auf die Bühne. "Thank you very schön". Um ihr Fieber, mit dem sie auf der Bühne steht ein wenig zu kurieren, ordert sie mit viel Nachdruck einen Wodka. Die dann gespielte Version von The Good verzauberte den Raum. Mina Tindle versteht es ihre Zuhörer zu bezirzen. Ihr liebreizender Charme ist eine wahre Wonne. Kurz darf auch das Publikum ein paar Vokale mitsingen. Sie beschließt mit Os Argonautas ihr sagenhaftes Konzert.

Der Merchandising Stand sind dieses Mal behelfsmässig zwei aufgestellte Barhocker links und rechts am Ausgang, auf denen jeweils Mina Tindle und Lùisa von vielen neuen und alten Fans belagert werden. Ein schöner Anblick, der Mut macht, dass Mina Tindle ihren Erfolg in Berlin weiter ausbauen kann und auch Lùisa sich fest in der Musikszene etablieren wird.


Links:
Lùisa: http://www.listentoluisa.com/
Mina Tindle: http://minatindle.com/



Dienstag, 11. Dezember 2012

Mina Tindle + Lùisa, Mannheim, 10.12.12

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Konzert: Lùisa und Mina Tindle
Ort: Alte Feuerwache, Mannheim
Datum: 10.12.2012
Zuschauer:50
Dauer: 30 min + 60 min


Es gibt Abende da passt einfach alles. Die Tür öffnet pünktlich, das Ambiente ist einladend, die Leute nett, der Wein schmeckt, das Konzert beginnt punktgenau, die Musik nimmt das aufmerksame Publikum vom ersten Akkord an mit und hinterher ist noch Zeit für einen kleinen Schwatz mit den Künstlerinnen. Und das alles ohne allzu viele Sorgen, ob man den letzten Zug noch schafft.
So war das am Montag in Mannheim. Gekommen war ich hier einerseits um Lùisa zu sehen, die wohl (hoffentlich!) im Februar ein Wohnzimmer Konzert bei uns spielen wird. Der Plan war, uns so schon einmal kennenzulernen. Andererseits hätte ich mir wohl Olivers Freundschaft verspielt, wenn ich Mina Tindle so nah hätte vorbeiziehen lassen - abgesehen davon, dass mich seine euphorischen Berichte auch neugierig gemacht hatten so ein Konzert selbst zu erleben. 



Als ich ziemlich genau zur Einlasszeit ankam, war es noch sehr ruhig. Das änderte sich auch im Laufe des Abends nicht, obwohl über die nächsten 90 min verteilt Leute kamen, auch an der Bar einkehrten und dort ein bisschen saßen bevor sie vor die Bühne kamen.  Eine sehr entspannte und gleichzeitig freundlich gespannte Atmosphäre herrschte, die mir sehr gut gefiel.
Als Lùisa ihr Set begann, waren wir ungefähr 30 Hörer. Mit ihrem sehr dunkel gefärbten Timbre, ihrem Charme und der Freundlichkeit ihres Auftrittes hatte sie die Leute sofort auf ihrer Seite, es wurde sehr herzlich geklatscht und zwischen den Liedern aufmunternd gerufen. Die Stimme ist tatsächlich sehr auffällig und meine Mutter hätte gesagt ein "dreckiges Organ". Im Vortrag wurde zum Teil sehr ruhig mit Gitarre musiziert, aber auch sehr temperamentvoll geloopt und geklatscht. Die 30 min vergingen wie im Flug. Aufmerker für mich Belong mit der nachdenklich wiederholten Zeile "Maybe I belong to somewhere else" (an einen anderen Platz als Hamburg) und das französisch vorgetragene "La cause" das sie explizit Mina Tindle widmete aber auch schon in Hamburg zum Besten gegeben hat: 

In der kurzen Umbaupause wurde der schwarze Vorhang am hinteren Rand der Bühne geöffnet. Ein Signal dafür, dass es im Hauptteil wohl einige Show-Elemente geben würde... Lùisa mischte sich unter das Publikum und wir hatten Gelegenheit zu einem kleinen Gespräch. Sie war dann später ein Fan in der ersten Reihe für Mina Tindle. Mittlerweile waren wir etwa 50 Hörer.


Mina Tindle traten als drei Personen (mit unglaublich vielen Instrumenten) auf. Die zentrale Sängerin mit einem jungen Mann am Schlagwerk (und manchmal mit Trompete) links von der Zuschauerseite aus und einem Herrn am Bass rechts von ihr, der zwischendurch für die deutschen Übersetzungen zuständig war. 


Der Herr am Schlagwerk hat mich ziemlich fasziniert, wie er das im Stehen alles so gemanagt hat. Gleichzeitig war das Schlagzeug aber nie so dominant, dass es andere Elemente wie Gesang oder Keyboard unterdrückt hätte.



Das Konzert begann sehr lustig, weil Mina uns unfreiwillig komisch mit "Gute Nacht" begrüßte. Es spricht für die gute Stimmung, dass dies sofort sehr freundlich korrigiert wurde. Stücke wie No lo se quando waren sehr leise und innig, aber zwischendurch durfte der Schlagwerker ordentlich einheizen und es ging rockig ab. 

Beim Lied über die Schwester schließlich fand sich das erste Tanzpaar, das die Füße nicht mehr still halten wollte. Es war eine ausgelassene Stimmung. Später gab es Lieder wo das Publikum tatsächlich das ganze Lied hindurch den Rhythmus mitklatschte und das nicht peinlich ist, sondern ganz natürlich. Mina zeigt eine toll wandelbare Stimme und wirkt ganz


ungekünstelt und zeigt viele Facetten. Ich habe auffällig viele Bilder wo sie lächelt oder lacht. Und es ist auch kein Problem, dass ihr zwischendurch das Mikro fast herunterfällt. Einzig schade, dass nach nur 55 min das Set schon zu Ende ist und es nur eine (aber sehr tolle) Zugabe gibt.


Vielen Dank für diesen rundum schönen und temperamentvollen Abend.!



Sonntag, 2. Dezember 2012

Mina Tindle, Paris, 26.11.12

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Konzert: Mina Tindle (Vorgruppe Judah Warsky)
Ort: Le Trianon
Datum: 26.11.2012
Zuschauer: etwa 1200
Konzertdauer: 90 Minuten


Version française en bas du texte!

Der 26. November 2012. Wieder einmal ein Tag, an dem ich mir selbst anerkennend auf meine Bloggerschulter klopfe. "Haste mal wieder richtig prophezeit, Olli, daß die süße Mina Tindle es mal weit bringt und kanntest sie ja schon wieder vor den anderen." Gut, Eigenlob stinkt, aber der Franzose sagt auch: "on est jamais aussi bien servi que par soi même" (das könnt ihr euch selbst übersetzen, haha!).


Ein Blick in das Archiv des Konzerttagebuchs dokumentriert es genau:  am 15.10.2008 war ich zum ersten Mal auf einem Konzert von Mina Tindle in der Pariser Flèche d'or. Damals gab es von ihr weder eine Single noch eine EP und schon gar kein Album. Der Longplayer ist inzwischen im Frühjahr 2012 erschienen und immerhin vier der sechs Lieder, die sie damals in der Flèche d'or gespielt hatte (Sister, To Carry Many Small Things, The Kingdom, Lovely Day), haben es auch auf die Taranta genannte Platte geschafft.


Dennoch klangen die Songs heute merklich anders, denn es wurde im Laufe der Jahre viel an ihnen rumgefeilt, rearrangiert und neuinterpretiert. Zudem hat sich ihre Livetruppe im Lauf der Jahre auch positionell verändert. Maxime Chamoux ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr am Piano dabei und auch Thomas Pirot sitzt nicht mehr hinter den Drums. Geblieben ist der alte Weggefährte Guillaume Villadier an Gitarre, Bass und Ukulele und der Syd Matters-Musiker Olivier Marguerit an Schlagzeug (im Stehen), Keyboard und Trompete. Dieses Power Trio ist inzwischen gut zusammengewachsen und hat gemeinsam unzählige Konzerttermine 2012 absolviert. Sie waren eigentlich überall, nur nicht in meinem Wohnzimmer...






Heute also die bisherige Krönung der Laufbahn von Mina Tindle, das Bespielen der 1600 er Location Le Trianon. Ein prachtvolles, geschmackvoll renoviertes Theater, welches heute wohl etwa 1200 Zuschauer sah. Das Parkett unten war bestuhlt, so als wolle man zum Ausdruck bringen, daß es eine gesetzte Veranstaltung ist, bei dem auch ältere Semester dabei sind und man sich ordentlich zu benehmen hat. So eine Art Diplomverleihung für die Künstlerin im Beisein der Eltern.


Aber das soll mit dem "gesetzte Veranstaltung" jetzt gar keine Verhohnepiepelung sein, im Gegenteil. Die durchgängige Bestuhlung bot den würdigen Rahmen für ein wundervolles Fest. Hier gab es kein Rempeln und Stoßen, keine Kameras oder Smartphones die störend in die Luft gerissen wurden und auch niemanden, der sich vordrängelte. Alle saßen sie friedlich da und guckten mit leuchtenden Augen auf die Bühne und wurden Zeuge des Talentes der jungen Pariserin und ihrer beiden männlichen Mitmusiker.

Trotz der Nervenanspannnung machten die drei Sympathen ihre Sache gut und es half sicherlich auch, daß Olivier Maguerit mit Syd Matters schon im 2500 Zuschauern fassenden Olympia gespielt hatte. Seine Erfahrung und Routine übertrug sich auch auf die Sängerin und Guillaume, der ohnehin immer wahnsinnig lässig und unbeirrbar wirkt.


Stimmlich gab es also keine stressbedingten Wackler bei Mina Tindle und ihre hübsche, leicht jazzig/soulige Stimme kam zur vollen Entfaltung. Musikkritiker vergleichen sie immer wieder mit Feist, manche sogar mit Alela Diane. Zu Alela sehe ich allerdings stimmlich kaum Gemeinsamkeiten. Dennoch gab es aber ein Band, daß Mina mit Alela verband und zwar die Tatsache, daß die Französin im letzten Jahr genau an der gleichen Wirkungsstätte das Vorprogamm der Kalifornierin bestritten hatte. Deshalb sprach Tindle auch von einer Art Jahrestag, der hier gefeiert wurde und von einem irrealen Ereignis, das sie sehr berühre. An den intensiv glänzenden Augen der natürlichen Schönheit konnte man ablesen, daß dies kein blabla war, mehrfach wähnte ich sie am Rande der Tränen, vor allem bei den Danksagungen.


Das Publikum, darunter natürlich viele Bekannte und Freude, retunierte diese Ansprachen sofort mit lautem Applaus, aber es wurde nicht nur für die schönen Reden, sondern selbstverständlich auch für die guten Lieder geklatscht. Für Pan, einen der wenigen französischen Chansons, der gleich zweimal gebracht wurde, einmal relativ zu Beginn und später dann zusammen mit JP Nataf als letzte Zugabe. Für Sister, bei dem das Toypiano so herrlich pluckerte und der Rhythmus gut in die Beine ging (obwohl man sich freilich nicht bewegen konnte). Für Too Carry Many Small Things, der schwungvollen Hitsingle, zu der auch viele Leute mitklatschten oder für The Kingdom, das vor Jahren bereits als Vinylsingle ausgekoppelt worden war.



Mein persönlicher Favorit hieß aber Austin. Damals als B-Seite auf The Kingdom enthalten, wurde der Song seitdem komplett neu arrangiert und deutlich in die Länge gestreckt. Das tat ihm sichtlich gut, denn er brillierte durch Komlexität, eine sich steigernde Dramatik  und eine erstaunliche Wendung gegen Ende, bei dem der "Magier" Olivier Marguerit ein wenig die psychedelische Handschrift seiner Hauptband Syd Matters mit einbrachte.

Austin war auch gleichzeitig letzter Track des offiziellen Sets. Der Zugabenteil wirkte danach wie ein Schaulaufen im Eiskunstlauf. Hier wurde alles aufgeboten, was die Schönheit und Feierlichkeit noch steigern konnte. Eine sizilianische glutäugige Tänzerin zum Stück Taranta, ein mehrköpfiger, absolut traumhaft schön singender Frauenchor, in dem man glänzende Sängerinnen wie The Rodeo, Lidwine und Mitglieder der Band Les Colettes wiederfand, ein Caetano Veloso Cover (Os Argonautas) und das erwähnte französisch gesungene Pan mit dem rauschebärtigen alten Herrn des Indie-Chansons JP Nataf (Archivfoto), den Kenner noch von der Band The Innocents her kannten.

Insgesamt fast 90 Minuten ging das so und ich muss nicht lügen, um zu sagen, daß ich an diesem feinen Konzert mehr Freude als an einem Fußballspiel hatte.

Daß ich hinterher bei der Aftershow kaum mal eine Gelegenheit hatte, Mina Tindle zu ihrem Auftritt zu beglückwünschen, weil immer neue Gratulanten ankamen, war zu verschmerzen. Ich habe sie halt nicht mehr "für mich alleine" , wie damals in der Fleche d'or 2008, als ich ganz locker und ungestört mit ihr plaudern konnte . Aber ich teile sie gerne mit allen, die sie mögen (Mann bin ich ein großzügiger, ja geradezu großmütiger Mensch!) und wünsche ihr auch bei den anstehenden deutschen Konzertterminen den größtmöglichen Zuspruch. Sie wird auch verzaubern, wie eine Tarantel, dessen bin ich mir sicher.

Setlist Mina Tindle, Le Trianon, Paris

01: Allegria
02: Bells
03: The Kingdom
04: Pan
05: Too Loud
06: Henry
07: Sister
08: To Carry Many Small Things
09: Echo
10: Demain
11: Lovey Day
12: Austin

Tanzpassage, 

13: Taranta
14: The Good
15: Os Argonautas (Caetano Veloso)
16: Pan (avec Nataf)

Deutsche Konzerttermine von Mina Tindle: 

08.12.2012: Gebäude 9, Köln
09.12.2012: Jahrhunderthalle, Bochum
10.12.2012: Alte Feuerwache, Mannheim
11.12.2012: Festsaal Kreuzberg, Berlin >> höchstwahrscheinlich in den Comet Club verlegt; erkundigt euch bitte beim Veranstalter

Pour nos lecteurs français:




Le 26 novembre 2012. Un de ces jours où je me félicite moi-même d'avoir découvert l'artiste Mina Tindle si tôt et où je suis content de mes qualités de dénicheur de talents (pour les compliments on n'est jamais aussi bien servi que par soi même, n'est-ce pas?)! J'avais prédit un parcours pareil pour la talentueuse parisienne dès le premier concert que j'ai vu d'elle le 15/10/2008 à la Flèche d'or. À l'époque elle n'avait pas encore de 45 tours, ni de Ep et surtout pas d'album. Mais finalement 4 morceaux qu'elle avait joués à la Flèche d'or ce soir-là, ont fini sur l'album, finalement intitulé Taranta.



Mais aujourd'hui ces belles chansons sonnaient très différemment. Ces dernières années Mina les avait réarrangées, retravaillées et re-interpretées et puis il n'y a plus exactement la même équipe sur scène non plus. Le pianiste Maxime Chamoux (Please Dont Blame Mexico) a quitté l'aventure, le batteur Thomas Pirot (Nelson) ne fait plus partie du groupe non plus et seulement Guillaume Villadier (Sidi Ali), le guitariste/bassiste est resté. Depuis un moment le multi-instrumentaliste Olivier Marguerit (Syd Matters, Chicros, Fugu et plein d'autres) a rejoint le groupe et y joue de la batterie (debout!), des claviers, et de la trompette. Ce "Power Trio" a joué d'innombrables concerts en cette année 2012. Ils étaient vraiment partout (Maroquinerie, Bouffes du Nord, Festival Fnac live, EMB Sannois, Colette, etc) sauf dans mon salon....

Aujourd'hui donc le couronnement de ce très beau parcours au Trianon, somptueux théâtre de 1600 places, récemment rénové avec beaucoup de style et d'élégance. La salle était entièrement équipée de sièges, comme pour une sorte de "remise de diplômes" en présence des parents et des amis!

Le Trianon est le cadre idéal pour un évènement pareil, pas de bousculades, pas de bras levés avec une caméra ou un portable qui bouche la vue, personne ne profitant d'une seconde d'inattention pour se précipiter sur une place laisser vacante. Tout le monde était assis dignement et regardait les yeux brillants la scène et fut temoin du charme et du talent de Mina Tindle et de ses musiciens.


Malgré le stress et la tension, les artistes s'en sortaient très bien et je pense que l'expérience d'Olivier Marguerit qui avait déjà joué avec son groupe Syd Matters au mythique Olympia, y était pour beaucoup. Son calme et sa lucidité se transmettait au reste du groupe.


Vocalement il n'y avait aucun tremblement chez Tindle, et sa belle voix jazzy/soul pouvait se développer pleinement. Des critiques la comparent souvent à Feist et même à Alela Diane. Avec la dernière je ne vois pas trop de similitudes, mais il y a quand  même un lien qui noue Mina et Alela: la parisienne avait fait juste un an avant la première partie de la californienne au même endroit et c'est pour cela que Tindle parlait aussi de ce concert aujourd'hui comme une sorte de premièr anniversaire. Jamais elle n'aurait imaginé de jouer ici comme tête d'affiche, déclara-t-elle émue et la lueur dans ses yeux verts (elle pleurait un peu, non?) nous montrait que ce n'était pas seulement du blabla. Elle reçut beaucoup d'applaudissements chaleureux pour ces petits discours, mais le public n'apprécia pas seulement les remerciements, mais également et surtout les magnifiques chansons plein de grâce et de tendresse.



Les meilleures dans un set bien équilibré furent Pan, mélancolique chanson française, jouée même deux fois, puis Sister, morceau enjoué avec une mélodie irrésistible, le tube Too Carry Many Small Things euphoriquement reçu par le public, et puis The Kingdom, un tres bon vieux titre, sorti en 45 tours sur Sauvage Records il y  deux ans.

Mais le titre le plus remarquable fut Austin. Au départ seulement Face B du single The Kingdom ce titre fut complètement réarrangé depuis et brilla par sa complexité, son changement de rythme et un final fabuleux où on voyait bien  la patte psychédélique de Syd Matters, incorporé par Olivier Marguerit qui faisait sortir des mélodies de toute beauté de son piano électrique.



Austin était également le dernier morceau du set officiel. Vinrent ensuite les rappels avec une danse hypnotique de Moira Cappilli , une amie de Mina ("l'une des femmes de sa vie même) qu'elle avait croisé lors d'un voyage, puis le morceau titre de l'album Taranta et l'arrivée d'un sublime choeur féminin, composé de filles très douées comme The Rodeo, Lidwine, Emma Broughton, Myra Lee, Maeva et deux membres des Colettes (Diane Sorel et Anne Millioud-Gouverneur) C'était la phase la plus solennelle et conviviale du concert où les voix s'entremêlaient parfaitement pour le plus grand joie des auditeurs.

Mais ce n'était pas tout. Pour les deux dernieres chansons Mina changa de langue, laisse l'anglais de côté et interpréta avec plein d'émotion en portugais Os Argonautas, reprise de Caetano Veloso puis en dernier rappel encore une fois Pan cette fois ci avec JP Nataf, chanteur barbu et culte des Innocents.





Au vu de ce magnifique concert, je suis totalement persuadé que son parcours ne s'arrête pas là et je vous donne rendez-vous très bientôt à l'Olympia!



Dienstag, 24. Juli 2012

Festival Fnac live, Paris 20, 21, 22.07.12

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Konzert: Festival Fnac live, mit Liz Green, Liza Manili, Alt-J, Balthazar, Mina Tindle u.v.a.

Ort: Parvis de l'Hôtel de Ville, Paris
Daten: 20, 21, 22.07.12
Zuschauer: ingesamt 75.000


Ich erzähle sicherlich nichts Überraschendes, wenn ich sage, daß große Massenfestivals wie das Gratis-Festival Fnac live in Paris eigentlich nichts für mich sind.

Allerdings hatten die Veranstalter zumindest auch ein wenig an uns Indienerds gedacht und uns ein paar schöne Namen beschert. Da ließen sich auch einige regelmäßige Klubkonzertbesucher nicht lange bitten und mischten sich unter das musikunwissende Volk.


Vier Tage lang steppte bei endlich gutem Wetter vor dem herrlichen Rathaus von Paris der Bär, gaben sich französische und internationale Künstler die Klinke, nein, die Mikros in die Hand.


Den ersten Tag am Donnerstag hatte ich komplett gestrichen, interessiert hätten mich da eh nur François and The Atlas Mountains. Am zweiten Tag, sah ich als Erstes Mina Tindle, die unseren Lesern hier schon seit Jahren wohlbekannt ist. Ihr Siegeszug in Frankreich setzt sich fort und im November wird sie die 1000 er Location Le Trianon bespielen, was wirklich famos ist. Aber auch deutsche Fans können sie in diesem Jahr noch sehen und zwar am 8. August im Hafensommer in Würzburg und 10. August auf der Sommerbühne in Detmold. Beim Fnac live spielten Mina und ihre beiden Mitstreiter Olivier und Guillaume ein stark verkürztes Set in dem so hübsche Stücke wie Sister (sehr beschwingt) Pan (melancholisch und auf französisch gesungen), To Carry Many Small Things (der Hit!) Lovely Day (der samtweiche Closer) ihren Platz hatten. Trotz unzähliger Konzerttermine in den letzten Wochen und Monaten wirkten die drei Musiker frisch und spielfreudig, lachten viel und spielten wie aus einem Guß. Das viele Training hat dazu geführt, daß allles prima flutschte und inzwischen sind sie auch in der Lage, ein solch großes Geläde wie hier zu beschallen, in dem sie das Songmaterial druckvoller spielen.


Ich bin jedenfalls sicher, daß der rasante Aufstieg der Mina Tindle noch nicht zu Ende ist. Bereits vor vier Jahren hatte ich ihr eine rosige Zukunft attestiert und recht behalten (freu' dich Oliver!).


Nach den Franzosen dann Belgier auf der Bühne. Balthazar nennen sie sich und spielen frischen, melodieverliebten und druckvollen Indierock/Pop. Das klang zwar nicht weltbewegend neu, war aber so tight, daß viele voll mitgingen. Im Grunde genommen hätte das jetzt auch eine amerikanische (z.B. Eels oder Beck) oder englische Band (z.B. Franz Ferdinand oder die Arctic Monkeys) sein können, ihre belgische Herkunft merkte man ihnen jedenfalls nicht an. Die vier Jungs und das eine fesche Mädel (Patricia) an der Geige spielten sich schnell in die Herzen der Pariser und jagten nur so durch ihr knackiges Set. Am Besten gefiel mir, daß die Geigerin ihr Instrument am Ende wie eine Gitarre behandelte und ohne Geigenbogen einfach mit den Fingern durch die Saiten strich. Aber nicht nur das, die Songs an sich waren auch sehr ansprechend. Ein Aufmerker!


Am nächsten Festivaltag interessierten mich zwei Namen. Alt-J (∆) und Dominique A. Letztgenannten habe ich aber verpasst, weil ich in einem Straßencafé in netter Begleitung Bier trinken war und in diesem Moment an ganz andere Dinge als ein Festival dachte. Alt-J ∆ hatte ich aber komplett gesehen. Wobei komplett heißt: dreißig Minuten, länger war ihr Set leider nicht. Musikalisch irgendwo zwischen der Beta Band, Django Django und Tunng angesiedelt, spulten die Jungs aus Leeds ihren rhythmischen Elektro-Folk mit düsterer Note ab und wussten mich vor allem mit dem wundervollen Stück Mathilda auf ihre Seite zu ziehen. Insgesamt gefiel vor allem die Unaufgeregtheit, das angenehm Unaffektierte der Songs, die aus vielen Puzzelteilen zusammengestellt waren und ihre wahre Größe sicherlich in einem Indie-Club entfalten. Cleverer Indie Pop mit vielen kleinen schönen Melodien und einem Sänger mit markanter Stimme, die mich mit ihrem leicht bluesigen Einschlag an Timber Timbre erinnerte. Ob Alt-J nun wirklich eine Sensation sind, mag ich freilich nach diesem kurzen Auftritt noch nicht zu sagen. Dranbleiben, abwarten und Tee trinken (und vielleicht ihr Album An Awesome Wave, von dem natürlich die meisten Stücke stammten, öfter mal hören).

Blieb der Sonntag, der letzte Tag des Fnac live Festivals. Es war heiß geworden in Paris, die Fahrer der Tour de France waren heute durch die Ziellinie an den Champs- Elysées geschossen und mit der Britin Liz Green stammte auch eine Künstlerin aus dem Land des Tour de France Siegers Bradley Wiggins, dem Green (wohl zu Scherzen aufgelegt) ein Lied widmete. Vor Liz ging aber noch Liza an den Start und zwar genauer gesagt Liza Manili aus Frankreich. Die hübsche Schauspielerin und Sängerin sorgte auch heute wieder für gute Laune mit ihrem Retro-Pop der teilweise in Richtung New Wave geht. Neben ihrem auffällig gemusterten Kleid und den grasgrünen Pumps sorgte der Überhit Le Petit Train für die größte Aufmerksamkeit, aber darüber hab ich mich ja schon in der Vergangenheit detailliert ausgelassen, insofern verweise ich auf meine alten Berichte.


Und dann endlich Liz Green und ihre Band. Ich hatte mir nach dem nur 20 minütigen Auftritt von Liza Manili Sorgen gemacht, daß auch der Gig von Miss Green verdammt kurz werden würde, wurde aber mit einem 40-45 minütigen Set positiv überrascht. Liz erschien mit grünem Tirolerhütchen und einem strahlenden Lächeln, das wohl auch dem sonnigen Wetter in Paris geschuldet war. In England habe es 6 Monate in Folge geregnet, berichtete die Britin und meinte schulterzuckend, daß sie jetzt dummerweise keinen sonnigen Song im Programm habe, der zu den Pariser Temperaturen passe. Aber egal. Denn schließlich entpuppten sich die tragisch- komischen Melancholienummern der Liz Green zu einer spannenden Sommermusik. Anstatt die Stück wie am Anfang ihrer Karriere üblich, in dunklen Spelunken oder Jazzcafés geboten zu bekommen, entwickelten Klassiker wie Bad Medecine und der Displacement Song auf dem sonnenüberfluteten Festivalgelände ihren ganz besonderen Reiz. Zwei Lieder schossen mir an diesem Tag die Lampen aus. Das war zum einen Louis. Hierbei dreht es sich um eine Mann in Mexiko, der seit 20 Jahren keine einzige Beerdigung in seiner Heimstastadt verpasst hat. Ist doch verrückt, oder? Ein Lied mit einem bedrohlichen Gitarrenintro, aber einer Passage mit einem lieblicheren Refrain: "I think we are better off here." Die Band spielte hierbei ihren Part perfekt, Saxofon und Kontrabass unterstrichen immer mal wieder die von der Akustikgitarre getragenen Erzählstränge und sorgten für noch mehr Dramatik und Gänsehaut.

Und zum anderen mein schon oft zitierter Liebling The Quiet, bei dem mich Liz Green an Antony and The Johnsons und seine herzergreifenden Ballade Hope There Is Someone erinnerte. Das Lied war wie immer wahnsinnig emotional und erstaunlicherweise blieb selbst das feierfreudige Festivalvolk, das Liz Green zum Großteil nicht kannte, bei ein paar stillen und sehr bewegenden Momenten ruhig und hörte gespannt zu. Mein Herz pochte wie verrückt und ich merkte wie eine kleine Träne höher und höher stieg. Dann aber war das Lied vorbei und Liz und ihre Band lachten in den Pausen immer so laut, daß man plötzlich von traurig zu heiter überging, nur um kurze Zeit später den Schalter wieder auf traurig zu stellen.

Auch zwei neue Lieder gab es, darunter das herrvorragende Penelope und ein Lied, das einen engen Zusammenhang zu der Beerdigung ihres Onkels hatte, der riesiger Fan von Tina Turner und Kylie Minogue war, wie Liz augenzwinkernd erzählte.


Nach diesem erneut hervorragenden Konzert von Green ging es mit Ewert and The Two Dragons aus Estland weiter. Eine ganz erstaunliche Band, die mit einem flotten Glockenspielpart das erste Lied In The End There's Only Love begann. Die Stimme des Sängers gefiel mir auf Anhieb, sie erinnerte mich an Paul McCartney, den Badly Drawn Boy, aber auch The Tallest Man On Earth, hatte ein warmes und melancholisches Timbre. Der Sound klang erfreulich fein, sehr rhythmisch und temporeich, war aber immer mit der typisch slawischen Schwermut überzogen. Eine Schwermut, die aber nie deprimierend war, sondern immer wieder die Sonne durchs Fenster blicken ließ und teilweise auch weitestgehend aufgehoben wurde, um in einen schwungvollen Schunkelrhtyhmus zu driften, der einen fast euphorisch stimmte. Genau wie Loney Dear verstanden es die Esten, Freude und Leid quasi zeitgelich in ihren absolut wundervollen Liedern zu vertonen. Und dann immer wieder diese feinperlende Melodien, hach Mensch wie großartig! Von Lied zu Lied verliebte ich mich mehr in dieser Gruppe, die obendrein noch wahnsinnig sympatisch rüberkam.

Eine spekatukläre Szne gab es, als bei einem Lied gleich drei Bandmitglieder trommelten, aber das war keine Effektheischerei, sondern lediglich eine schöne Abwechslung, die auch optisch was hermachte.


Noch besser war aber, daß ich hinter mir drei semmelblonde Lettinen bemerkte, die stolz die Landesfahne im Wind wedeln ließen und zu Sailor Man aus voller Kehle mitsangen

Ich könnte jetzt noch stundenlang weiterschwärmen, hebe mir aber noch ein paar Komplimente für die Haldern-Berichterstattung auf. Da werden Ewert and The Two Dragons in der kleinen Haldern Pop Bar spielen und da bin ich definitiv dabei!

Setlist Liz Green, Festival Fnac live, Paris

01: Midnight Blues
02: Louis
03: Displacement Song
04: neu
05: The Quiet
06: Penelope
07: Bad Medecine



Samstag, 5. Mai 2012

Mina Tindle, Berlin, 03.05.12

2 Kommentare

Konzert: Mina Tindle

Ort: Privatclub, Berlin

Datum: 03.05.2012

Zuschauer: sicherlich weit über 100

Konzertdauer: 70 Minuten


Bericht und Fotos von Markus aus Berlin


An diesem Abend kam ich gehetzt und leider zu spät im Privatclub an. Irgendwie war ich heute blockiert, um mich frühzeitig zum Konzert aufzuraffen. Es gibt Musiker, deren Musik begeistert mich schon beim ersten Anhören. Mina Tindle gehörte leider nicht in diese Kategorie und so hatte ich Sorge, dass ich mich auf dem Konzert langweilen und ärgern würde. Meine Skepsis lag vielleicht auch am eher durchschnittlichen Giana Factory Konzert am Vorabend auf das ich mich sehr gefreut habe...dazu noch die Einschätzung, dass es wohl ein recht einsames Unterfangen werden würde, da ich Mina Tindle keine große Zugkraft in Berlin zutraute. Soviel vorweg: Der Abend sollte mich eines Besseren belehren.

Als ich dann abgehetzt die steilen Treppen des Privatclubs hinunterstürzte, hatte das Konzert gerade begonnen. Ich eilte noch schnell zum Tresen und orderte das einzige Getränk des Abends.
Zu weiteren Bestellungen kam ich nicht, da mich die Musik von Mina Tindle vom ersten Augenblick an fesselte. So stand ich mit einem unerwartet großem Publikum in dem kleinen und gemütlichen Privatclub. Eine meiner Lieblingsadressen in Berlin. Wie sich im Verlauf des Konzerts herausstellen sollte, hatte Mina hier ihren ersten Auftritt - fünf Jahre zuvor - als Background-Sängerin. Sie erinnerte sich daran, als sie wieder vor Ort war. Überhaupt - der ganze Abend war gespickt von äußerst charmant vorgetragenen Anekdoten. Das Berliner Publikum war lebendig und auch mal laut - was mich dieses Mal nicht störte - es passte sehr gut zu der äußerst gut aufgelegten Mina Tindle, die geradezu zum Dauergrinsen animierte, so schön war der Abend. Es wurde mitgeklatscht, mitgesungen, viel gelacht und alle Anwesenden waren in ihren Bann gezogen. Unterstützt wurde sie von zwei charismatischen, sympathischen und lässigen Mitmusikern. Die rundeten gekonnt und unaufgeregt mit ihrer Begleitung die Stimme von Mina Tindle ab. Mina Tindle beherrschte mit ihrer Band alle Spielarten gekonnt - ob es nun gefühlvoll, druckvoll, schnell oder auch mal laut sein sollte - es harmonierte alles miteinander. Die Lieder waren wie miteinander verwoben.


Überhaupt die gesamte Songauswahl war exzellent. Meine persönlichen Favoriten waren das in ihrer Muttersprache unheimlich stimmungsvoll vorgetragene Pan, The Good sowie der von ihr hervorragend interpretierte alte Ronettes Klassiker Be My Baby. Aber wie soll man an diesem Abend auch eine faire Auswahl von Höhepunkten auswählen. Die anderen Lieder waren nicht minder schön. Alles war betörend, bezaubern. Ihr schönes Kleid, ihr gewinnendes Lächeln, ihre schönen Beine.

Nachdem ich auf ihrem Konzert war, erschließt sich mir ihre Musik nun endlich so umfassend, wie ich es vorher nicht für möglich hielt. Ich höre seitdem ihre Lieder rauf und runter. Ich habe mich auf ihrem Konzert gefühlt, als hätte ich mich frisch verliebt - zumindest ein kleines bisschen. Ich hoffe sie wird bald wieder nach Berlin kommen. Ich glaube die anderen Gäste waren nicht minder begeistert und so wird sie wohl immer mehr Berliner begeistern, verzaubern und betören. An diesen Abend werde ich mich immer gerne zurück erinnern. Danke, Oliver Peel, für diesen hervorragenden Tipp.

Setlist Mina Tindle, Privatclub, Berlin

Time Writer
Bells
The Kingdom
Pan
Too Loud
Henry
Sister
To Carry Many Small Things
Echo
Lovely Day

Zugabe:

Plein Nord / The Good
Be My Baby
Austin

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Unbedingt die Videos angucken, das erste ist ein toller Livemitschnitt aus der Pariser Maroquinerie







Donnerstag, 22. März 2012

Mina Tindle, Paris, 21.03.12

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Mina Tindle
Ort: Parvis de la Défense, bei Paris
Datum: 21.03.12, 18 Uhr 30
Zuschauer: etwa 200, Gratisshow im Freien


Spontane Überraschunsgkonzerte sind mir oft am liebsten.

Deshalb war ich auch entzückt, als ich zufällig bei Facebook las, daß die Pariserin Mina Tindle ein Gratiskonzert um 18 Uhr 30 in La Défense geben würde. Zur Zeit findet in dieser modernen Ecke (die nicht mehr zu Paris gehört) das alljährige Festival Les Chorus des Hauts-de-Seine statt, bei dem sich Umsonstgigs am Mittag und bezahlpflichtige Shows (allerdings nur moderate 15 Euro für jeweils drei Bands) im schönen Spiegelzelt Magig Mirror (ganz wie in Haldern!) am Abend um 20 Uhr abwechseln.

Ein Konzert zur Abenddämmerung um 18 Uhr 30 draußen war also etwas Spezielles und Ungeplantes und wenn dann auch noch mein Liebling Mina Tindle spielt, muss ich natürlich dabei sein. Gerade erst an diesem Montag ist ihr erstes Album Taranta offiziell erschienen und meine hohen Erwartungen konnte das Scheibchen glücklicherweise erfüllen. Livemusik ist mir aber immer noch am liebsten und so genoß ich die rund 45 minütige Show in vollen Zügen.

Das Set entsprach in weiten Zügen dem kürzlichen Auftritt in der Maroquinerie, fand aber ohne die Special Guests JP Nataf und auch ohne die Chordamen Lidwine, The Rodeo und Les Colettes statt. Es war aber keineswegs weniger gut. Im Gegenteil, dadurch das heute keinerlei Erwartungsdruck bestand, konnte das Trio aus Mina, Olivier und Guillaume völlig befreit aufspielen und wirkte frischer und spielfreudiger denn ja. Auch der Sound war exzellent und so erlebte ich einen absout genußvollen Abend, der atmosphärisch durch die tollen Leuchtfackeln verschönert wurde, die einen interessanten Kontrast zur mondänen Hochhausfront am Horizont bildeten. Das Konzert hatte noch im Hellen begonnen, dann aber brach die Nacht Minute für Minute ein und als ich mich auf den Nachhauseweg machte, war es dunkel.

In der Metro dachte ich noch einmal an die besten Momente. Natürlich an den Hit To Carry Many Small Things, an die ausgezeichneten Titel Sister, Pan und Lovely Day und ein fulminantes Finish.

Sister ist ein Albumtrack, der mit einem pluckernden Toypianosound und Tempo beginnt, bevor er in eine ruhige, melancholische Phase gleitet, dann aber durch Dampf und Vorwärtsdrang begeistert. Ein Super-Lied zu dem Guillaume Ukulele spielte und das sowohl beim Konzert in der Maroquinerie als auch heute wahnsinnig gut rüberkam.



Bei Pan handelt es sich um einen französischen, äußerst hübschen Titel, den Mina normalerwiese mit JP Nataf gemeinsam singt. Nataf war aber heute nicht zugegen, was aber prima kompensiert wurde.





Auch das Ende konnte überzeugen und mit Lovely Day kam noch einer der anrührendsten Titel im Repertoire der Französin. Damit war der Schlußpunkt aber noch nicht gesetzt. Austin fehlte noch. Ursprünglich eine B-Seite der Single The Kingdom, wurde das Stück inzwischen komplett neu arrangiert, deutlich in die Länge gestreckt und fast in Post Rock Manier dargeboten. Famos, wie Syd Matters Mitglied Olivier Marguerit seinem Keyboard psychedelische Känge entlockte, wie hier auch mal experimentelle Seiten angetestet wurden.

War schön in der Metro dieses Konzert noch einmal Revue passieren zu lassen. Das gehört ohnehin zu meinen Ritualen. Meine späteren Konzertberichte enstehen im Kopfe bereits in der U-Bahn, am Computer wird das Ganze dann nur noch in genaue Worte gefasst.

Setlist Mina Tindle, Festival Chorus des Hauts-de-Seine 2012:

01:Time Writer
02: Bells
03: Too Loud
04: Sister
05: Henry
06: To Carry Many Small Things
07: Pan
08: Echo
09: Lovely Day

10: Austin



Dienstag, 13. März 2012

Mina Tindle & Les Colettes, Paris, 12.03.12

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Conzert: Mina Tindle & Les Colettes
Lieu: La Maroquinerie, Paris
Date: 12.03.2012
Spectateurs: presque complèt, 450 environ
Durée du concert: Mina Tindle environ 75 minutes, Les Colettes environ 25-30 minutes


Il y avait quelques ressemblances avec le concert du Prince Miiaou (7/03/12) ce soir. Les deux spectacles ont eu lieu à la Maroquinerie. Les deux artistes sont françaises et très douées, pour l'une comme pour l'autre c'était la première fois en tant que tête d'affiche dans cette salle indé mythique de la Rue Boyer et aussi bien Le Prince Miiaou et Mina Tindle chantent de temps en temps en français. Et encore un parallèle: à chaque fois les parents, grand-parents et amis étaient bien présents et tellement heureux d'assister à une soirée inoubliable pleine d'émotions. Mais les ressemblances s'arretent là, stylistiquement c'est différent.


Mais avant Mina le public a eu droit à une très belle découverte. Les Colettes, groupe français composé de trois filles: Diane Sorel (chant, batterie), Delphine Ciampi (guitare) et Anne Millioud-Gouverneur (violon). Les fidèles des concerts de Mina Tindle les connaissaient peut-être déjà, puisque ces trois jeunes demoiselles ont déjà joué avec elle en première partie en juillet 2011 à la Loge. Ce soir donc l'occasion de présenter leurs compositions envoutantes à un public plus large. Il y avait certainement déjà 350 personnes dans la Maroquinerie quand les Colettes ont entamé leur concert à 20h. Tout de suite une ambiance digne de David Lynch s'installa. C'était rêveur, atmosphérique, planant et incroyablement beau. De la dream pop inspirée et sans copier Broadcast, Beach House, Cocteau Twins ou Pram. Bien sûr il y avait un côté Björk dans la très belle voix de la chanteuse Diane Sorel, un air de Jonny Greenwood (Radiohead) dans le jeu de guitare de Delphine Ciampi et un aspect pop de chambre très à la mode avec le violon joué par Anne Millioud-Gouverneur, mais j'étais bluffé par l'univers onirique bien à elles. Et les chansons tenaient la route. Prenez Clear Waters par exemple. un titre poétique, mélancolique, planant, parfaitement bien chanté (Diane, quelle belle voix, quel accent anglais impeccable!) et stylistiquement entre folk et pop rêveuse ou encore Tipsy Toes, d'une noirceur séduisante, truffé de belles harmonies vocales et une ambiance dangereuse et dramatique digne de la jeune Pj Harvey.


Il était donc évident que je devais m'acheter le premier EP cinq titres après le concert. Je m'en réjouis, tant il est somptueux!

Setlist Les Colettes, La Maroquinerie, Paris:

01: Clear Waters
02: In Heaven
03: Pearl's Song
04: Walking
05: Tipsy Toes



Puis il fallait attendre un peu le départ du concert de Mina Tindle. Le public était impatient, réclama "Mina, Mina, Mina", mais attendit jusqu'à environ 21 h 10 avant de l'apercevoir enfin sur scène. Elle était accompagnée par Olivier Marguerit (Syd Matters, Chicros, Fugu, etc.) à la batterie et aux synthés, puis de Guillaume (Sidi Ali) à la guitare électrique et au banjo. Elle même chanta (terriblement bien), joua également sur une guitare électrique et de temps un temps sur un petit piano électrique.

Dès le début l'ambiance était très bonne et ludique. La présence des amis y était pour beaucoup, mais il y avait également pas mal de gens qui découvraient Mina Tindle ce soir. Pour ma part, je l'avais déjà vu environ dix fois, j'étais donc très familier avec le répertoire de la jeune chanteuse. Mais malgré cela je ne me suis pas ennuyé une seule seconde. Mina a su développer ses chansons avec chaque concert, à améliorer certaines parties, ajouté de petits détails, travailler son chant etc. C'est désormais bien rodé sans être léché ou lisse. Comme d'habitude Mina mit tout son coeur dans les paroles, sourit, communiquait non verbalement avec le public et se montrait particulièrement émue ce soir.


Elle remercia maintes fois ceux qui l'ont toujours soutenue et avait à la fin les larmes aux yeux. Cette mélancolie est un aspect de l'univers de Mina Tindle, mais il y a aussi le cote jouissif et ludique, plein d'insouciance et d'espoir. Elle est en même temps une chanteuse triste et heureuse, et elle reste surtout toujours authentique. C'est cela qui la rend si attachante et si aimable. Elle n'es pas superficielle, elle vit pour l'art, travaille dur pour progresser mais n'oublie jamais ses amis. Comme JP Nataf. Elle est toujours admiratrice et reconnaissante de son soutien depuis quelques années. Ensemble ils nous jouèrent la très belle ballade Pan en français. Une des rares excusions dans la langue de Molière dans un set dominé par les titres anglais, comme l'ensoleillé To Carry Many Small Things, l'éblouissante ballade Lovely Day ou le bluffant Echo.



Mais c'est en chantant en français qu'elle m'a le plus ravi ce soir, avec Taranta, titre album éponyme de l'album à paraître le 19 mars, présenté par un large groupe de choristes surdouées (The Rodeo, Lidwine, Diane Sorel, Anne Millioud-Gouverneur). Inspiré par un beau voyage en Italie, il était si doux, si sublime si harmonieux. Il parle du lien entre l'hystérie fémininine et la création artistisque.


Et puis il y avait un final époustouflant avec un Olivier Marguerit, qui laissait affleurer l'influence du génial Syd Matters (Jonathan Morali) avec son jeu de clavier psychédélique et hypnotique pendant le morceau Austin.

Après 70 minutes il y eut un dernier rappel avec un autre titre en français Plein Nord, chanté avec beaucoup de tendresse et sensualité.

Un concert quasiment parfait, longuement applaudi par un public complètement sous le charme.





Setlist Mina Tindle, La Maroquinerie, Paris:

01: Time Writer
02: Bells
03: The Kingdom
04: Too Loud
05: Henry
06: Sister
07: To Carry Many Small Things
08: Pan (+ JP Nataf)
09: Echo
10: Lovelyday

11: The Good (+ coeristes)
12: Taranta (+ coeristes)
13: Austin

14: Plein Nord (solo)

Mina Tindle dans nos archives:

Mina Tindle, Paris, 25.09.11
Mina Tindle, Paris, 22.04.11
Mina Tindle, Paris, 30.06.10
Mina Tindle, Paris, 11.02.10
Mina Tindle, Paris, 19.10.09
Mina Tindle, Paris, 07.09.09
Mina Tindle, Paris, 12.05.09
Mina Tindle, Paris, 14.04.09
Mina Tindle, Paris, 13.01.09
Mina Tindle, Paris, 15.10.08



 

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