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Montag, 24. Februar 2014

Cheesecakes & Mixtapes, Mannheim, 23.02.14

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Konzert: Bled white im Rahmen von Cheesecakes & Mixtapes
Ort: Café in der Alten Feuerwache, Mannheim
Datum: 23. Februar 2014
Dauer: 80 min
Zuschauer: etwa 40


(Noch mehr) Lust auf das Maifeld Derby wollte ich mir doch nur zu gern machen lassen. Deshalb habe ich mich an diesem wunderbar frühlingshaften Sonntag Nachmittag in den Zug nach Mannheim gesetzt. Seit Oktober 2013 laden Jan Zipperer und Dieter Schwengler einmal pro Monat in das Café in der Alten Feuerwache. Dort gibt es handverlesene Musik, Dönekes und Livemusik. 


Diesmal war versprochen, dass Timo Kumpf dabeisein würde und es um Hintergründe und Musik gehen würde, die mit dem Maifeld zu tun haben. Außerdem war die für den Nachmittag angekündigte Band Bled White(*) ganz meine Wellenlänge. Reihum haben die Herren auf der Bühne Songs angespielt und etwas dazu erzählt. Anschließend konnte das Publikum mit grün oder rot signalisieren, ob der Song was taugt oder nicht. Alles, was mehrheitlich befürwortet wurde, kam auf das Mixtape des Tages.


Was für ein schöner Auftakt, dass es direkt mit einem meiner allerliebsten Lieder losging und mit einer Band, auf die ich mich 2014 in Mannheim ganz besonders freue: Wye Oak mit Civilian. Ähnlich toll in meinen Augen auch der Song Apples von Efterklangs Piramida, der mich auch gleich wieder an das ergreifende Konzert im Zirkuszelt letztes Jahr erinnerte und an das Burning Eagle (träum!). Aufmerker für mich Hozier (noch nicht gekannt und gleich sehr gemocht), wo es geheimnisvolle Andeutungen gab...


Wunderbares musikalisches Vergnügen waren für mich auch Clickclickdecker und Son Lux (auch hier Vorfreude auf's Maifeld!). Der Auftritt von Bled White war kurz und knackig und für mich voll überzeugend. Werde mir die Jungs wohl nächstens noch einmal genauer ansehen müssen. Die Gelegenheit dazu gibt es bald auch in Karlsruhe.



Persönliches Resüme - ein vergnüglicher Nachmittag, prima Konzept, der Kuchen war lecker und tatsächlich habe ich jetzt schon total Bock auf das Maifeld Derby!

Setlist:
 
Wye oak: Civilian
The Notwist: Kong
Bilderbuch: Maschin
Efterklang: Apples
Breton: Envy
Clickclickdecker: Und darüber nachdenken nicht nötig
St Vincent: Birth in reverse
Höchste Eisenbahn: Egal wohin
Bedouin Soundclash: Brutal hearts
 

Liveauftritt Bled white
 

Son Lux: Lost it to trying
Ohmega Watts feat. DJ Manwell: Ode to Brooklyn

Phantogram: Nothing but trouble
Hozier: Take me to church

Nächster Termin für Cheesecake & Mixtapes
23. März

Konzerttermine Bled white:
28.02. Heidelberg - Karlstorbahnhof  (support für OF MONTREAL)
10.03. Berlin - Urban Spree (support für LOW ROAR)
11.03. Karlsruhe - Jubez (support für SHE MAKES WAR)
16.05. Karlsruhe - Tempel (Support: Petite Rouge)


Aus unserem Archiv:
I Confess, Köln, 27.10.12
I Confess, Frankfurt, 26.10.12



Wye Oak, Haldern, 10.08.12
Wye Oak, Wien, 12.06.11
Wye Oak, Paris, 07.09.09
Wye Oak, Paris, 05.11.08

The Notwist, Düsseldorf, 03.10.12
The Notwist, Düsseldorf, 03.10.12
The Notwist, Frankfurt, 22.06.12
The Notwist, Nijmegen, 22.01.12
The Notwist, Paris, 20.01.12
The Notwist, Köln, 14.04.09
The Notwist, Hamburg, 23.08.08
The Notwist, Melt!, 19.07.08

Efterklang, Mannheim, 01.06.13
Efterklang, Mannheim, 01.06.13
Efterklang, Paris, 13.12.12
Efterklang, Berlin, 05.12.12
Efterklang, Wien, 08.03.11
Efterklang, Eindhoven, 18.02.11
Efterklang, Haldern, 14.08.10
Efterklang, Paris, 28.04.10
Efterklang, Paris, 03.11.09
Efterklang, Paris, 07.04.08

Bréton, Paris, 01.11.12
Bréton, Rüsselsheim, 20.07.12
Bréton, Rüsselsheim, 20.07.12
Bréton, Düsseldorf, 30.06.12
Bréton, Frankfurt, 22.06.12

ClickClickDecker, Beverungen, 25.05.12
ClickClickDecker, Bochum, 09.04.07

St. Vincent & David Byrne, Larmer Tree Gardens, 30.08.13
St. Vincent, Paris, 09.07.12
St. Vincent, Paris, 26.02.12
St. Vincent, Paris, 30.11.11
St. Vincent, Köln, 19.11.11
St. Vincent, Paris, 26.04.09
St. Vincent, Köln, 02.12.07
St. Vincent, Köln, 10.11.06

Höchste Eisenbahn, Stuttgart, 11.01.14
Phantogram, Paris, 24.02.12

(*) formerly known as I confess.




Freitag, 21. Februar 2014

We invented Paris, Mannheim, 19.02.14

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Konzert: We invented Paris mit Support L'Aupaire
Ort: Alte Feuerwache in Mannheim
Datum: 19. Februar 2014
Dauer: 30 min + 85 min
Zuschauer: 400-500


Won't you come and dance on water with me

Das habe ich schon seit fast zwei Wochen als Dauerohrwurm. Und natürlich bin ich dem musikalischen Charme von Flavian Graber willenlos erlegen. Keine Frage also, dass ich jederzeit Pfützen mit ihm leertanzen würde und voller Vorfreude nach Mannheim aufbrach, zumal die Alte Feuerwache dort ein für das Publikum sehr angenehmer Ort ist.


Als Vorprogramm hatte ein glückliches Händchen L'Aupaire gewählt. Ein noch recht junges Projekt des Gießener Multiinstrumentalisten Robert Laupert, der mit Jonathan Reiter an Drums (und einmal auch Melodica im Duett mit Trompete sehr witzig vermischt) und Karsten Brudy an Pedalsteel, Trompete und E-Gitarre die ganze Tour von We invented Paris begleitet. Das Projekt hatte seinen ersten Auftritt ausgerechnet im Karlsruher Tollhaus (31. 10. 2013 als Support für Johannes Falk).



Die Songs wurden hymnisch und warm präsentiert. Die manchmal regelrecht schmutzige Stimme von Robert Lauper stand im Mittelpunkt und die Verwendung der Steelgitarre gab allem eine erdige Note. Das Schlagzeug wurde für meinen Geschmack wunderbar dezent eingesetzt, sodass es ein filigranes Netz um die Songs webte. Alles in allem für mich eine schöne halbe Stunde, wenngleich ich vom relativ lauten Geräuschpegel der ungeniert bis ganz vorn schwatzenden Leute etwas abgelenkt war.

Setlist:
1: Keep on steppin' boy
2: Rollercoaster Girl
3: Start all over again
4: Good old fashioned
5: Hold on
6: Always travelling 

Hier entlang zu einem Konzertbericht aus Berlin


Gespannt war ich natürlich nun auf die Pariserfinder - der Umbau ging superfix vor unser aller Augen vonstatten, aber dann passierte nix. Es wurde schon 21:15 Uhr und ich hibbelig - too many worries and little peace. Aber alles war vergessen, und my eyes wide open als es dann mit Sleeptalker (dem letzten Song des aktuellen Albums) endlich losging. Eigentlich ein stiller Song, eröffnet durch einen treibenden Rhythmus - auf Holzkisten geklopft, der sich schließlich in einen irgendwie erlösenden und tröstlichen Refrain auflöste If you're not asleep at least you should be dreaming.


Tänzerisch und mit Tempo präsentierten uns We invented Paris als nächstes einen Hit vom ersten Album und auch Auguste Piccard trieb uns mit stampendem Beat und Gitarrenläufen vor sich her. Alle Ängste of wasting our lifes für mich an diesem Abend ausgeräumt. Selbst das eigentlich im Text harsche Everyone Knows so fröhlich beim zuhören.


Spätestens beim Song Mont Blanc It's time to feel my own heartbeat. Ich habe bis dahin schon so viel getanzt und so viele Emotionen durchlebt - ordentlich Arbeit für mein Herz. Beim altvertrauten  Bubbletrees darf es noch einmal fliegen wie es nur die erste Liebe (und die Erinnerung daran) schenkt. Bei jedem Wiederhören klappt das; und auch der Zauber von Bohème wird sich wohl nicht verlieren:

Bohème, je t'aime
Bohème, je t'aime
C'est toujours la même chose
On va chanter des chansons d'amour
On va danser jusqu'a la nuit  

 

Was sollte ich dazu sagen - außer es aus vollem Herzen mitzusingen?! Philosopher begann anschließend mit geklatschtem Rhythmus und blieb bei der Einladung sing your song, dance all night long. Nichts lieber als das! Doch die Runde für die tanzwütigen Konzertbesucher wurde an dieser Stelle unterbrochen und der magischste Moment des Abends entstand als sich Flavian mitten ins Publikum setzte für Requiem. Alle fixiert auf diesen Punkt in der Mitte, diese Lichtgestalt, perfekte Ruhe und Mitgefühl für einen traurigen Abschied.

 
Die Reihe der neuen Songs wurde anschließend auf der Bühne weitergeführt und mit Polarbear gab es wieder einen Rhythmus zum klatschen und ordentlich in die Füße gehende Beats.  Als Schlusslied durfte sich noch einmal Iceberg vom Debut in den Ablauf schieben. Natürlich gab es von Anfang an in der recht vollen Feuerwache ordentlich Applaus und sonstige Anteilnahme am Programm. Hier waren viele Fans versammelt und sicher auch so einige Aktionäre. Und so war eigentlich klar, dass dies noch nicht das Ende des Abends sein würde.


Der Zugabenteil nahm mit Zeppelin den Faden noch einmal etwas nachdenklich auf, aber spätestens bei Nothing to say wurde der Rhythmusteppich schließlich zu einer wahren Hexenaustreibung und auch More setzte diese aufgewühlte Stimmung fort. 


Richtig ergreifend wurde es aber im allerallerletzten Zugabenteil, als die ganze Band akustisch in der Mitte des Publikums stehend Silence zelebrierte. Ganz bei sich und ganz bei uns. Der Moment Standing here Watching this hour fading der absoluten Ruhe - das sind die Momente, für die ich diese Band weiter heiß und innig lieben werde.




Setlist:
1: Sleeptalker (RSS)
2: A view that almost kills (WIP)
3: Auguste Piccard (RSS)
4: Everyone Knows (RSS)
5: Dance on Water (RSS)
6: Mont Blanc (RSS)
7: Bubbletrees (WIP)
8: Bohème (WIP)
9: Philosopher (RSS)
10: Requiem (RSS)
11: Treeless (RSS)
12: Polar Bears (RSS)
13: Farmer (RSS)
14: Iceberg (WIP)

15: Zeppelins (RSS) (Z)
16: Nothing to say (WIP) (Z)
17: More (WIP) (Z)

18: Silence (WIP) (Z)

RSS: Rocket spaceship Thing (2014)
WIP: We invented Paris (2011)



weitere Konzerte:

21.02. Köln  Luxor
22.02. Hannover  Pavillon
24.02. Berlin  Bi Nuu
27.02. Leipzig  Werk2
28.02  Jena - Cafe Wagner
01.03. Ulm - ROXY


Aus unserem Archiv:
We Invented Paris, Rüsselsheim, 20.07.12
We Invented Paris, Rüsselsheim, 20.07.12
We Invented Paris, Mannheim, 19.05.12 

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Shout Out Louds, Mannheim, 01.10.13

2 Kommentare

Konzert: Shout Out Louds (& Empire Escape)
Ort. Alte Feuerwache, Mannheim
Datum: 01.10.2013
Dauer: Shout Out Louds 80 min, Empire Escape 35 min
Zuschauer: ca. 450



Die Shout Out Louds aus Stockholm sind eine dieser Gruppen, mit der man nun wirklich nichts falsch machen kann. Ich hatte die Band um den immer traurig guckenden Sänger Adam Olenius 2007 in Haldern lieben gelernt und danach noch ein paarmal gesehen und nie ein schlechtes Konzert erlebt. Trotzdem hätte ich die aktuelle Shout Out Louds Tour nicht unbedingt gesehen, weil ich die Schweden ein wenig aus den Augen verloren hatte und gerade nicht unter Konzertarmut leide. Als der Support bekannt gegeben wurde, änderte sich meine Planung: die hochspannenden Empire Escape aus Berlin wollte ich nämlich ganz dringend wiedersehen, je früher desto besser. So kam ich nach Mannheim.


In Mannheim entsteht rund um das Maifeld Derby eine Musik- und Konzertszene, deren neuestes Kind der Derby Herbst ist. Der Abend mit den Shout Out Louds war die Eröffnungsveranstaltung dieser Reihe in der Alten Feuerwache. Ich wollte als Kind nie Feuerwehrmann werden, hätte ich diese Feuerwache schon gekannt, hätte ich vielleicht diesen Berufswunsch gehabt (statt Zöllner). Der große Saal, der früher die Garage war (oder wie auch immer man das nennt), ist einer der schönsten Konzerträume, die ich kenne. Alleine dafür hatte sich die Tour gelohnt. Als Zuschauer steht man an der Stelle, an der früher die Löschzüge auf Einsätze warteten, die Ausfahrttore an der rechten Außenwand sind noch vorhanden. Großartig!

Großartig ist ein schöner Übergang... Denn das beschreibt die Musik von Empire Escape auch sehr gut. Die Berliner Band hat Mitte September ihr Debüt Colours veröffentlicht und ist für mich die zur Zeit spannendste deutsche Band. Als ich Silhouettes zum ersten Mal gehört habe, war mein erster Gedanke, daß das Lied auch den Editors gut stünde. Als dann deren Album erschien, tat mir der Vergleich leid, weil die Engländer sich aus meiner Gunst gespielt hatten und ich ein so tolles Lied wie Silhouettes nun wirklich nicht mit den flachen neuen Stücken der Editors vergleichen wollte. Mittlerweile - nachdem ich auch die vor ein paar Tagen noch einmal atemberaubend gut erlebt habe - sehe ich vielmehr Gemeinsamkeiten mit Motorama beispielsweise. Dieser sagenhafte Melodienreichtum, die düsteren - aber nicht zu dunklen Lieder, die tiefe Stimme des Sängers - die Stücke machen mir kaum weniger Spaß als die der Russen. Es war also nur konsequent, daß mich auch Empire Escape live begeistert haben!

Empire Escape sind Sänger und Gitarrist Hendrik Schäfer, Gitarrist Julius Rothlaender, Bassist Ihno Homma, Schlagzeuger Michael Jobs und Live-Keyboarderin Katja Hubrich. Alle fünf trugen einheitlich schwarze Kleidung mit goldenen Quer- oder Längsstreifen. 


Das Konzert begann mit Oui vom Debüt-Album und mit vielen wunderbaren Gitarren! Besonders gut gefiel mir aber auch etwas, auf das ich sonst wenig achte: das energische Schlagzeugspiel. Der perfekt ausgemischte Sound rundete dies ab. Beim großen Hit Silhouettes danach wirkte das Schlagzeug noch wuchtiger, nicht dumpf oder nur laut, wuchtig. Das Stück ist aber ohnehin hervorragend und für mich eines der Lieder des Jahres.


Bei New York movie fiel mir erstmals die zweite Stimme von Gitarrist Julius auf, auch das ein fabelhaftes Element (wenn jetzt auch noch die Keyboarderin singen würde, wäre mein Glück vermutlich perfekt). Auch beim zweiten großen Hit The chemistry of colours sang Julius eine Zweitstimme. New York movie endete übrigens mit mogwaischen Gitarren. 

Vor Feathers sprang Hendrik ins Publikum, um eine CD zu verschenken. Sie machten das bei jedem Konzert. Beim ersten Auftritt, als sie noch nichts Eigenes hatten, bekam ein Glückspilz eine Roxette-Platte...

Als vorletztes spielten Empire Escape ein neues Stück (A sip of beauty), bei dem Sänger Hendrik plötzlich ausbrach und schrie! Wenn eine Band kurz nach der Veröffentlichung des Debüts live solche Perlen auspacken kann, ist das enorm velversprechend.

Bis dahin war das Konzert von vielen Gitarren und von einiger Lautstärke beherrscht. Das letzte Stück The past is a strange place fiel im Vergleich dazu aus der Reihe. Julius setzte sich ans Klavier, Keyboarderin Katja und Bassist Ihno stellten sich mit Handglockenspielen auf dessen Platz und spielten Doppelglockenspiel bei diesem ruhigen Abschlußsong. Er war ganz anders als der Rest, er war aber keinen Deut schlechter. Zwei Glockenspiele! Zwei!


Ein rundum großartiges Konzert! Wenn ich so besonders begeistert von einer Band bin, die noch zu wenige kenne, frage ich mich oft, ob ich hier richtig liege. Bei Empire Escape habe ich diese Zweifel wirklich nicht. Der Applaus der Leute um mich rum in der Feuerwache gab mir da recht. Ihr könntet das bitte auch überprüfen: seht euch Empire Escape bei ihrer Tour an, die Termine stehen unten!

Setlist Empire Escape, Alte Feuerwache, Mannheim:

01: Oui
02: Silhouettes
03: New York movie
04: Divine
05: Feathers
06: The chemistry of colours
07: A sip of beauty
08: The past is a strange place

Bericht Shout Out Louds folgt!

Setlist Shout Out Louds, Alte Feuerwache, Mannheim:

01: Sugar
02: Fall hard
03: Walking in your footsteps
04: Parents living room
05: Normandie
06: 14th July
07: Impossible
08: Very loud
09: Chasing the sinking sun
10: Hermila
11: Tonight I have to leave it

12: Walls (Z)
13: Please please please (Z)

14: Go sadness (Z)



Links:

- aus unserem Archiv:
- Shout Out Louds, Wien, 22.10.10
- Shout Out Louds, Köln, 20.08.10
- Shout Out Louds, Frankfurt, 29.03.10
- Shout Out Louds, Paris, 01.04.08
- Shout Out Louds, Köln, 18.09.07
- Shout Out Louds, Haldern, 04.08.07 
- Empire Escape, Köln, 16.09.12

Tourdaten Shout Out Louds mit Empire Escape:

02.10.13: Stuttgart, Wagenhallen  03.10.13: CH-Aarau, KiFF
04.10.13: AT-Graz, PPC
05.10.13: AT-Linz, Posthof

Tourdaten Empire Escape:

10.10.13: Oberhausen, Druckluft 
11.10.13: Münster, Eule 
12.10.13: Dortmund, Subrosa 
13.10.13: Offenbach, Hafen 2 
14.10.13: Hannover, Kulturpalast Linden 
15.10.13: Göttingen, Pools 
16.10.13: Oldenburg, Polyester 
17.10.13: Hamburg, Astra Stube 
18.10.13: Kiel, Die Pumpe 
19.10.13: Lübeck, Tonfink 
21.10.13: Halle, Goldene Rose 
22.10.13: Mainz, Schon Schön 
23.10.13: Ilmenau, BD Club 
24.10.13: Berlin, Privatclub 
26.10.13: Chemnitz, Weltecho 
27.10.13: Leipzig, Werk 2 (+ I AM IN LOVE) 

2014:
01.02.14: Dresden, Ostpol 
04.02.14: AT-Wien, B72 
05.02.14: AT-Graz, Spotting @ Postgarage 
06.02.14: München, Milla 
10.02.14: AT-Innsbruck, Weekender 
11.02.14: Reutlingen, franz.K 
12.02.14: Stuttgart, Café Galao 
13.02.14: Nürnberg, Club Stereo 
14.02.14: Saarbrücken, Sparte4 
15.02.14: Karlsruhe, Kohi 
16.02.14: Köln, Tsunami Club 
13.03.14: Hagen, Pelmke Noir 
15.03.14: Aachen, AZ 
21.03.14: Jena, Kassablanca 
22.03.14: Wolfsburg, Sauna Klub





Donnerstag, 9. Mai 2013

Monophona, Mannheim, 07.05.13

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Konzert: Monophona
Ort: Alte Feuerwache, Mannheim
Datum: 07.05.2013
Zuschauer: ca. 25
Dauer: 75min



Ich gehe ja wirklich gern und oft begeistert auf Konzerte, aber Supportbands sind für mich mehr so ein notwendiges Übel - an Wochentagskonzerten meist regelrecht ärgerlich. Zumal wenn die Stimmung dann durch ewigen Umbau und/oder Warten auf die Hauptband wieder ganz verpufft. 

Aber es gibt manchmal Ausnahmen. So geschah es mir letzten Juni in Köln, dass diese Elektroschnipsel- und Rhythmusfrickler vor Einar Stray mein Herz eroberten. Dabei ist das gar nicht mein gewohntes musikalisches Futter.


Monophona haben aber einerseits diese eindringlich unaufdringliche Frauenstimme und andererseits diese ganz eigentümliche Art, wie sie in all ihrem Minimalismus das Schlagzeug immer wieder für emotionale Ausbrüche genau richtig einsetzen. Und all das wird von den Samples gestützt und vorbereitet, die verwirrend und verwoben sind aber nicht selbstverliebt kompliziert.

Nun gab es eine Möglichkeit, die drei Künstler mit einem eigenen Programm in Mannheim zu sehen und dieser Einladung bin ich mit ziemlich großer Vorfreude gefolgt.


Auf den Abend war es auch noch ein schöner Sommertag geworden, wo das Reisen Spaß macht und gegenüber der Alten Feuerwache ging bei meiner Ankunft recht theatralisch die Sonne hinter den Mannheimer Schornsteinen unter. 

Ich war noch gar nicht so oft in der Alten Feuerwache, aber jedes Mal hatte es mir dort gut gefallen. Man kann sich auf Pünktlichkeit verlassen, der Raum wurde immer gut gestaltet und alle Personen waren ganz besonders nett. So war es auch diesmal. Aber ich war doch ein kleines bisschen erschreckt, als ich 20:30 Uhr der erste Besucher war (Beginn sollte 21 Uhr sein). So richtig strömten auch danach keine Besucher und es blieb bei nur 25 Zuhörern.  Da die Band es im Raum sehr dunkel ließ und wir alle die Musik, die es dann ab 21:15 Uhr zu hören gab, wirklich abfeierten, haben wir vielleicht eine größere Kulisse glaubhaft vorgegaukelt? 

Neu war für mich die visuelle Umsetzung der Stücke mit Mustern und Filmen und Videos, die hinter die Band auf den Vorhang projiziert wurden. Gefallen hat mir auch insbesondere, dass es nicht zu laut war - auch in den Phasen wo Jorsch Kass am Schlagzeug ganz aus sich herausging passte es in den Raum. Man kriegt höchstens eine wohlige Rückenmassage beim an die Säulen lehnen von den sich übertragenden sehr niedrigen Bassfrequenzen in den Samples von Philippe Schirrer...

Ein interessantes Instrument auf der Bühne war auch eine Schreibmaschine, die in Zwischenansagen und für Kommunikation mit dem Publikum als Vehikel diente aber auch als Rhythmusgerät (z.B. bei Warrior). 

Ich kriegte beim nachdenken über das, was ich in diesem sehr dunklen Raum und in der dort erzeugten Atmophäre hörte, die Beschreibung als haunting nicht aus dem Kopf. Weil dieses englische Wort so gut für die beiden widerstreitenden Pole steht, die gleichzeitig von der Musik in mir angeregt wurden: Es macht Angst und bedrückt, aber es verzaubert auch und berückt. (haunting = eindringlich, gespenstisch, packend, tief bewegend, unvergesslich).

Wenn man Claudine Muno auf der Strasse trifft, traut man ihr bestimmt nicht zu, solche Gefühle auslösen zu können. Auch in den Zwischenansagen war sie ganz einfach, direkt und sehr sympatisch. Sie erzählte von der Deutschland-Tour, die sie an ganz verschiedenartige Orte geführt hatte - in Punkclubs und auf Volksfestbühnen (am 1. Mai) und nun also nach Mannheim zu uns. Sie erzählte, wie sie gern so wie Curt Cobain gesungen hätte. Aber als Mädchen ist es schwer - man ist nie so laut. Daraus wurde Material für einen Song: Boy.


Für mich war der erste Höhepunkt Let me go. Das war der Moment wo ich mir sozusagen innerlich selbst auf die Schulter klopfen konnte und meinem inneren Zweifler zuflüstern: die Fahrt hat sich heut wieder gelohnt! Give up und Cracks brachten ebenfalls Momente, wo ich die Bodenhaftung für ganze Passagen verlor.



Anscheinend war ich damit nicht allein, denn ab dem zweiten Stück (Let me go) gab das Mannheimer Publikum reichlich und enthusiastischen Applaus und so mussten auch am Schluss  Zugaben spendiert werden. 

Ich bin reich beschenkt nach Hause gefahren und lass die schönen Momente seitdem immer wieder Revue passieren beim nachhören auf CD.



Eigentlich schreiben wir ja hier über Konzerte. Aber in diesem speziellen Fall muss ich auch zum Kauf der CD raten, die ganz minimalistisch eine Schönheit eigener Art bietet. Man öffnet die Hülle und wird überrascht!

Setlist:
(1) Unfold
(2) Let me go
(3) Ribcages
(4) Boy
(5) Thumb
(6) Sleep
(7) Give up
(8) Every day is like Sunday (Morrissey cover)
(9) Cracks
(10) Warrior
(11) Shades of grey

(Z1) Quiet
(Z2) The Spy 

Aus unserem Archiv:

Monophona, Köln, 20.06.2012
Monopona, Luxemburg, 10.11.2012



Dienstag, 11. Dezember 2012

Mina Tindle + Lùisa, Mannheim, 10.12.12

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Konzert: Lùisa und Mina Tindle
Ort: Alte Feuerwache, Mannheim
Datum: 10.12.2012
Zuschauer:50
Dauer: 30 min + 60 min


Es gibt Abende da passt einfach alles. Die Tür öffnet pünktlich, das Ambiente ist einladend, die Leute nett, der Wein schmeckt, das Konzert beginnt punktgenau, die Musik nimmt das aufmerksame Publikum vom ersten Akkord an mit und hinterher ist noch Zeit für einen kleinen Schwatz mit den Künstlerinnen. Und das alles ohne allzu viele Sorgen, ob man den letzten Zug noch schafft.
So war das am Montag in Mannheim. Gekommen war ich hier einerseits um Lùisa zu sehen, die wohl (hoffentlich!) im Februar ein Wohnzimmer Konzert bei uns spielen wird. Der Plan war, uns so schon einmal kennenzulernen. Andererseits hätte ich mir wohl Olivers Freundschaft verspielt, wenn ich Mina Tindle so nah hätte vorbeiziehen lassen - abgesehen davon, dass mich seine euphorischen Berichte auch neugierig gemacht hatten so ein Konzert selbst zu erleben. 



Als ich ziemlich genau zur Einlasszeit ankam, war es noch sehr ruhig. Das änderte sich auch im Laufe des Abends nicht, obwohl über die nächsten 90 min verteilt Leute kamen, auch an der Bar einkehrten und dort ein bisschen saßen bevor sie vor die Bühne kamen.  Eine sehr entspannte und gleichzeitig freundlich gespannte Atmosphäre herrschte, die mir sehr gut gefiel.
Als Lùisa ihr Set begann, waren wir ungefähr 30 Hörer. Mit ihrem sehr dunkel gefärbten Timbre, ihrem Charme und der Freundlichkeit ihres Auftrittes hatte sie die Leute sofort auf ihrer Seite, es wurde sehr herzlich geklatscht und zwischen den Liedern aufmunternd gerufen. Die Stimme ist tatsächlich sehr auffällig und meine Mutter hätte gesagt ein "dreckiges Organ". Im Vortrag wurde zum Teil sehr ruhig mit Gitarre musiziert, aber auch sehr temperamentvoll geloopt und geklatscht. Die 30 min vergingen wie im Flug. Aufmerker für mich Belong mit der nachdenklich wiederholten Zeile "Maybe I belong to somewhere else" (an einen anderen Platz als Hamburg) und das französisch vorgetragene "La cause" das sie explizit Mina Tindle widmete aber auch schon in Hamburg zum Besten gegeben hat: 

In der kurzen Umbaupause wurde der schwarze Vorhang am hinteren Rand der Bühne geöffnet. Ein Signal dafür, dass es im Hauptteil wohl einige Show-Elemente geben würde... Lùisa mischte sich unter das Publikum und wir hatten Gelegenheit zu einem kleinen Gespräch. Sie war dann später ein Fan in der ersten Reihe für Mina Tindle. Mittlerweile waren wir etwa 50 Hörer.


Mina Tindle traten als drei Personen (mit unglaublich vielen Instrumenten) auf. Die zentrale Sängerin mit einem jungen Mann am Schlagwerk (und manchmal mit Trompete) links von der Zuschauerseite aus und einem Herrn am Bass rechts von ihr, der zwischendurch für die deutschen Übersetzungen zuständig war. 


Der Herr am Schlagwerk hat mich ziemlich fasziniert, wie er das im Stehen alles so gemanagt hat. Gleichzeitig war das Schlagzeug aber nie so dominant, dass es andere Elemente wie Gesang oder Keyboard unterdrückt hätte.



Das Konzert begann sehr lustig, weil Mina uns unfreiwillig komisch mit "Gute Nacht" begrüßte. Es spricht für die gute Stimmung, dass dies sofort sehr freundlich korrigiert wurde. Stücke wie No lo se quando waren sehr leise und innig, aber zwischendurch durfte der Schlagwerker ordentlich einheizen und es ging rockig ab. 

Beim Lied über die Schwester schließlich fand sich das erste Tanzpaar, das die Füße nicht mehr still halten wollte. Es war eine ausgelassene Stimmung. Später gab es Lieder wo das Publikum tatsächlich das ganze Lied hindurch den Rhythmus mitklatschte und das nicht peinlich ist, sondern ganz natürlich. Mina zeigt eine toll wandelbare Stimme und wirkt ganz


ungekünstelt und zeigt viele Facetten. Ich habe auffällig viele Bilder wo sie lächelt oder lacht. Und es ist auch kein Problem, dass ihr zwischendurch das Mikro fast herunterfällt. Einzig schade, dass nach nur 55 min das Set schon zu Ende ist und es nur eine (aber sehr tolle) Zugabe gibt.


Vielen Dank für diesen rundum schönen und temperamentvollen Abend.!



Dienstag, 19. Januar 2010

Ian Brown, Mannheim, 16.01.10

1 Kommentare

Konzert: Ian Brown
Datum: 16.01.2010
Ort: Alte Feuerwache, Mannheim


von Ursula von Neulich als ich dachte

Über Liveauftritte von Ian Brown hatte ich schon einiges gehört: Seine frühere Band, die Stone Roses, gelten zwar für viele auch heute noch als Sternstunde der Popmusikgeschichte, doch ihre Livequalitäten waren dabei eher umstritten – was aber auch egal war, wenn Perlen wie „I Wanna Be Adored“ zum Besten gegeben wurden. Herr Brown ist mittlerweile bereits seit sechs Alben solo unterwegs, und auch seine Live-Auftritte waren nicht immer ein reines Vergnügen. Über sein Erscheinen beim Haldern-Festival 2002 kann man zum Beispiel lesen:


„Das was man [...] zu sehen bekam, ist einfach nur als verstörend zu bezeichnen. Ein schrecklich schief singender Ian Brown, der den Sound seiner toll aufspielenden Band mit dem Gesang geradezu störte. Sein Auftreten ist wohl tatsächlich cool und der Name scheinbar so groß, dass sich ein Teil der Zuschauer nichts aus den schiefen Gesangsversuchen machte. Es stellte sich einem gelegentlich die Frage, ob der ganze Rauch um das ehemalige Stone Roses Mitglied tatsächlich nur von der Nebelmaschine kam.“ (Quelle: http://archiv.c6-magazin.de/06/kultur/musik/2002/07/1027459543.php)


Browns aktuelles Album „My Way“ gilt aber für viele als das bisher beste seiner Solokarriere, also entschlossen wir uns, seinen Auftritt in der Mannheimer Feuerwache zu besuchen. Angesichts der alten Geschichten war ich sehr gespannt, in welcher Form sich der Sänger beim Konzert präsentieren würde.

Interessiert waren wohl auch viele andere „Altfans“, denn an den ergrauenden Haaren der zumeist männlichen Gäste, die zum Teil T-Shirts von „historischen“ Bands wie The Sultans of Ping FC oder der frühen Oasis zur Schau trugen (oder gleich als Liam Gallagher-Klon einliefen), erkannte man, dass sich das Publikum gut ins Thema Brown eingearbeitet hatte.

Und da stand er dann auch schon auf der Bühne, und anders als der echte Liam (der ebenfalls Ian Brown als Stilvorbild nennt) war er bestens gelaunt, kommunikativ und freundlich, sprach mit dem Publikum, wusste, dass er in Mannheim war (und das zum ersten Mal) und studierte mit den Fans kleine Tänze ein. Alles prima und alles andere als verstörend.

Zugegeben: Ein toller Sänger ist Ian Brown nicht, gerade das eigentlich sehr schöne Lied „Keep What Ya Got“ versemmelte er durch schiefe Töne und zu langsames Tempo ziemlich. Dennoch funktionierten die meisten Songs prächtig. Die Setliste war dabei eine Mixtur aus dem aktuellen Album und einem „Best of“. Mit „Crowning Of The Poor“, „Golden Gaze“ und „Time Is My Everything“ ging es gleich sehr gut los, wurde jedoch dann im weiteren Verlauf ein wenig mau, um nach vereinzelten Highlights wie „Love Like A Fountain“ mit dem finalen „F.E.A.R.“ richtig toll zu werden. Die Livedarbietung war dabei sehr drum-lastig, neben dem eigentlichen Schlagzeug betätigte sich ein als Mr. Goldfinger vorgestellter Perkussionist an weiteren Schlaginstrumenten.

Die eigentlichen Knaller waren, stellte sich heraus, für die Zugaben zurückgehalten worden: Vor „Stellify“ und „Just Like You“ bat Herr Brown um Musikwünsche, worauf sich das Publikum mit Titelvorschlägen die Kehlen aus dem Hals brüllte. Den Vorschlag „Supersonic“ setzte er dann aber verständlicherweise nicht um, sondern gab das auch auf der Setliste vermerkte „Fools Gold“ zum Besten, den einzigen Stone Roses-Song des Abends.

Die Fans von Manchester United geben angeblich bei Fußballspielen auf den Tribünen Stone Roses-Songs zum Besten. Vielleicht haben sie es sich deshalb verdient, dass Ian Brown bei „ihrem“ Konzert im Dezember 2009 als zweiten alten Hit „I Wanna Be Adored“ gespielt hat. Aber das ist nur ein kleiner Wermutstropfen in einem an und für sich schönen Konzertabend.

Setlist Ian Brown, Alte Feuerwache, Mannheim:

01: Crowning Of The Poor
02: Golden Gaze
03: Time Is My Everything
04: All Ablaze
05: Keep What Ya Got
06: Save Us
07: Love Like A Fountain
08: Corpses In Their Mouths
09: Laugh Now
10: Vanity Kills
11: Own Brain
12: Longsight M13
13: Marathon Man
14: Sister Rose
15: F.E.A.R.

16: Fools Gold (Z)
17: Stellify (Z)
18: Just Like You (Z)

Fotos folgen!






 

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