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Donnerstag, 5. August 2021

Heimspiel Knyphausen, Eltville-Erbach, 29.07. - 01.08.21

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Festival: Heimspiel Knyphausen 2021
Ort: Draiser Hof, Eltville-Erbach
Datum: 29.07. - 01.08.2021
Zuschauer: 300 bis 500





Alles auf Anfang! Alles Neu!
- von Denis Schinner - 

Vier Tage. Zwei Bands je Tag. Maximal 500 Besucher. Alle sitzen. Wo soll dass alles noch ein Festivalfeeling entwickeln lassen? Und doch stellt sich (Vor)Freude ein. Bilder vom Aufbau der, zugegebenermaßen recht klein wirkenden, Bühne, das LineUp wird Spaß machen, freies und nicht vorzubestellendes Catering, ein kleines Rahmenprogramm und Wein, Wein, Wein…Irgendwie doch vieles wie früher. Ein kurzer Plausch mit Frederick, Benjamin, Stefan und Anna über die Vorbereitungen und ein paar Eckdaten. Es ist nicht ausverkauft. Für Donnerstag und Sonntag ist noch die Abendkasse geöffnet. Sicherlich ein Resultat der coronabedingten Umstellungen. Die Leute werden sich erst langsam wieder auf Menschenansammlungen einlassen können. Das Heimspiel dauert dieses Jahr vier Tage und Kinder zahlen erstmals den vollen Preis, aufgrund der Vorgaben des Gesundheitsamtes. Denn jede Person zählt. Das hat alles Konsequenzen. Aber die Branche muss starten und jedes wiedererwachende Festival versprüht Hoffnung, auch für diejenigen Macher und Organisatoren, die aus den unterschiedlichsten Gründen noch nicht wieder starten können oder dürfen. 

Tag 1 - Es startet noch entspannter als erwartet. Am Donnerstag waren nur ca. 300 Besucher über den VVK auf dem Gelände. Feste Platzierungen über markierte Tische und Bänke mit ausreichend Abstand sollen die Einhaltung der aktuell in Hessen geltenden Coronaregeln mit absichern. Dazu komplette Registrierung aller vor Ort. Nichts was störend wirkt. Nein, absolut nicht. Die Organisatoren vor Ort haben ganz Arbeit geleistet um ein möglichst unbeschwertes Festivalerleben möglich zu machen. Hut ab! 



Stefanie Shrnk
- dunkelschöner Sound mit Texten voller Schwermut…allein sein ist auch blöd aber zusammen fällt irgendwie auch noch schwer… Und wenn es dann doch noch möglich ist, sich auf der ohnehin kleinen Bühne sich nochmal zu verdichten, dann spricht das für, Ja wofür eigentlich? Der Sound und die Textur passten doch sehr zum Auftakt. Irgendwie tastend, irgendwie unsicher, irgendwie etwas wankelmütig. Steine im Schuh, schmerzende Knie, Wimpern im Auge - wann kommt der Flow zurück? Spucky Action und die Katze von Jesus… manchmal etwas verwirrende Texte, man muss dran bleiben im zu folgen. Geht sitzend fast gut. Zur Zugabe ergänzt endlich eine Gitarre den Sound und es wird leichter und heller. Die Überleitung zum Hauptact des 1. Tages, die Höchste Eisenbahn, mit denen Stefanie vor zwei Jahren zusammen noch auf Tour waren, gelingt nun doch unproblematisch. 



Die Höchste Eisenbahn - Die sommerlichen Festivalgefühle steigern sich beinahe ins fahrlässig Unermessliche, als das Kollektiv anspielt. Abstände verschwimmen kurzzeitig, die Masken fallen und pure Gesichtsnacktheit offenbart sich bei dieser absolut unterbewerten Band! Der ein oder andere spielerische Patzer wird selbstkritisch zwinkernd aufs Homeoffice geschoben. Aber die Kapelle feiert sich und den Abend und alle feiern mit! Erlösend! 

Tag 2 - der Tag startet tiefenentspannt auf der Campingwiese am Weingut. Noch keine 10 Mobile sind am Morgen vor Ort. Kein Gedränge an der Dusche. Alle gechillt! Also ein wenig den Rhein auf und ab. Irgendwo auf einen leichten Riesling einkehren und es sich gut gehen lasse. Auf dem Weg zur 16:00 Uhr Weinprobe dann noch ein bisschen Soundcheck von Gisbert & Kai lauschen und dabei feststellen, dass just auch Texte von Schubert eingespielt werden, die früher mal in der Schule zelebriert wurden. Dejavue quasi… 

Die kleine aber feine Weinprobe führt über vier Stationen mit vier Weinen durch die Geschichte des Gutes und des produzierten Weines. Zweimal an dem Wochenende führt die Weinprobe einen kleinen Kreis von Interessierten an Reben, Trauben, Kessel und Tank, Gährung und Reife heran. Diese netten kleinen Rahmenprogrammpubkte haben sich in all den Jahren des Heimspiels bewährt und wären unter normalen Umständen sicherlich üppiger ausgefallen. So aber - Lieben Dank an Stefan für die Führung und an Eila für die kunstvolle Öffnung der Flaschen! 

Die nun schon erprobte Platzzuordnung schafft weitere Entspanntheit. Des Deutschen liebste Beschäftigung im Urlaub, das Ausbreiten von Handtüchern auf Plätzen, Liegen oder Picknickdecken entfällt hier gänzlich. Alle 500 Besucher:innen (ausverkauft) schlendern entspannt durch die Reihen und suchen ihre gebuchten Tischnummern… 



Ole - Ich wünsche Dir alles Gute und viele Tage am Meer! Was braucht es mehr? Außer vielleicht ein Piano und einen Oli Schulz, der das Tape rauskramt und Gisbert nahe ans Ohr legt. Ein wunderbares leises, lautes, vor allem tiefes Konzert zum Mitlauschen und um dem Rauschen des Meeres hinterherzuhören. Danke! 



Gisbert zu Knyphausen & Kai Schuhmacher - das Schubert Programm, entstanden nach einer Anfrage vo Kai vor rund zwei Jahren, passte sicherlich in die Zeit. Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt. So lässt sich sicherlich die Romantik treffend zusammenfassen. Opulent im Wort und mit dem Arrangement auch opulent im Spiel. Das gesamte Programm, mit Flügel, Streichern, Posaune, E-Gitarre und Drums begleitet, zeichnet das ständige Auf- und Ab zu Schuberts Lebzeiten und transportiert in die Neuzeit. Unterbrochen wird das Set durch etliche bekannte Stücke von Gisbert, zu denen das Publikum Platz immer wieder verlässt und tanzen möchte. Und so reagiert auch das Publikum entsprechend. Mal jauchzend - mal (zu Tode) betrübt. Mal sitzend - mal tanzend! Und man fragt sich, ob der Abend nicht doch noch mehr Leichtigkeit gebraucht hätte. 

Tag 3 - Seepferdchenprüfung. Auf ins Freibad! Bis zum Abend mit erneut 500 Besucher:innen ist viel Zeit und somit erreicht das Entspannungslevel ungekannte Tiefen. Überhaupt entwickelt sich dieses Festival zum entspanntestes Festival ever! 



Ätna - nach deren krankheitsbedingter Absage, wir waren wirklich untröstlich 😢, schickte sich mit Finn Ronsdorf einer an, die Festivalherzen zu erobern, den bislang nur Kenner oder Besucher des letzten ENES kennen mochten. Stimmlich herausragend, eröffnete er dem Publikum 45 Minuten zwischen Staunen, Schmunzeln und absoluter Gebanntheit. Sicherlich viel mehr als nur ein Ersatz!
 


Sophie Hunger - wie gewohnt mehrsprachig zieht die Schweizerin Ihr Publikum vom ersten Akkord an in Ihren Bann. Das neue Album Halluzinationen spielt sie in der Aufnahmebesetzung mit ihr an der Gitarre, Julian Satorius an den Drums, dazu Piano, Horn und fünf Sänger:innen um Marc Beriybill (Cliffs) im Back - der Zauberchor, am Stück und leitet zum Schluss mit dem Codewort „HOPE“ über in die Realität der Neuzeit. Sie schlägt sofort eine Brücke zu jedem, zu jeder Einzelnen im Publikum und genießt dabei die Präsenz. Nichts wird dem Zufall überlassen, neben dem obligatorischen Gitarrenwechsel, werden selbst die Becken an den Drums getauscht um andere Klangfarben erzeugen zu können, sprachlicher Wechsel, mal zart, mal wild und abrupt. Die Backupsingers mal ausgestellt, mal im Vordergrund wenn sich Sophie ans Piano setzt und die Sicht freigibt. 



Der Abend klingt aus mit einer wunderschönen Playlist, tönend aus einer vermeintlich herren-, oder damenlosen Tasche auf einer Weinzeltgarnitur. Es wird (mit Abstand) getanzt und da ist es wieder, das Gefühl der Leichtigkeit und des zu Hause seins. Danke den/derunbekannten Playlistersteller:in! 

Tag 4 - Nun doch etwas geschafft von den vorangegangenen Tagen, glücklicherweise ohne Ausfälle, was durchaus mit der Qualität der probierten Weine zu tun haben dürfte, geht es auf die Zielgeraden. Shopping in der Vinothek, noch ein Café in der Strandbar und ein wenig Soundchecklauscherei bei den wunderbaren Black Sea Dahu. WoMo abfahrbereit richten und auf zum legendären Tisch 32 mit neu gewonnen Musikfreunden aus Magdeburg und Darmstadt. Die feste Zuordnung der Tische und Plätze hätte auch ins Auge gehen können. Danke an Stefanie & Matthias, Petruna & Hanno, Helena oder Michael für die sehr kurzweilige Zeit und den gemeinsamen Spaß! 



Lúisa - feinster Indiepop aus Hamburg. Bereits das zweite Mal nach 2017 beim Heimspiel, damals noch solo, heute von Matze am Bass und Lasse an den Drums unterstützt. Lieder vom Kommen, Bleiben und Gehen. Mal als Chanson getarnt, mal kraftvoll tanzbar. Schöööön! 


Black Sea Dahu - Mein ganz persönliches Finale. Die Züricher Band um die drei Geschwister liefern seit Jahren wirklich, wirklich grandiose Konzerte ab. Dabei nehmen sie die Zuhören mit in ungeahnte Tiefen und tauchen mit ihnen ganz ein in das komplette Gefühlsspektrum. Das Ganze wird sorgfältig und dicht arrangiert mit einem hörbaren Verständnis für das Ganze. Die Zugaben beziehen alle mit ein. Die Bühne wird ins Dunkel gelegt, eine Passage mit dem Publikum wird eingeübt und die Band und die Musik verschmelzen mit dem gesamten Festival. Eine weitere Zugabe wird ohne Probe gespielt. Dass dies möglich wird, zeigt die ganze Qualität von Black Sea Dahu. Denn der Song erscheint erst in rund zwei Monaten ;) 




Was bleibt am Ende? Mich beschleicht das Gefühl einiges gerne in die „neue“ Festivalzeit mit hinübernehmen zu wollen. Weniger Besucher, mehr Platz, Genuss und Qualität, überhaupt mehr Qualität bei begrenzter Quantität! Und ich bemerke bei mir eine Veränderung dahingehend, dass ich Konzertbesuche wohl zukünftig eher nach Orten wähle und nicht mehr nur ausschließlich nach den Bands. So könnten sich die Orte mit den besten Konzepten durchsetzen. Konzepte die Sicherheit und Unbeschwertheit fördern und nicht noch den letzten Euro herausholen müssen. Eben Orte wie das Weingut Baron Knyphausen! Mein Dank gilt Frederick, Benjamin, Stefan, Anna und all den nicht genannten Macher:innen dieses famosen kleinen, feinen Festivals! See you I’m nächsten Jahr! Es war wunderbar! Fühlt Euch gedrückt! Die ganze Galerie in Kürze auf www.desc-photography.com




Montag, 2. September 2013

Sound of Bronkow Festival - Tag 2, Dresden, 31.08.13

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Meine Konzerte am 2. Tag des Sound of Bronkow Festivals: 
   No king no crown (35 min)
   Lùisa (45 min)
   Richard Walters (45 min)
   Sea of Love (50 min)
   O Emperor (50 min)
   Brokof (45 min)

Ort: Societätstheater in Dresden
Datum: 31. August 2013


Traditionell findet am Festival-Samstag und -Sonntag ein großer Teil des Programms im Garten des Societätstheaters statt. Zu diesen Konzerten sind alle sogar ohne Eintritt und Festivalbändchen herzlich eingeladen. Stets entsteht dabei eine Athmosphäre wie bei einem freundlichen Familientreffen. Die kleinen tanzen vor der Bühne, alt und jung mischen sich im Publikum auf dem Rasen vor der Wiese und auf den Bänken. Mit dem schönen Wetter in unnachahmlicher Heiterkeit. Ich war ab 15 Uhr dabei und hatte damit schon Richard Elms verpasst. Aber der Garten war auch schon so früh am Festivaltag sehr gut besetzt.



Ein Grund, weshalb ich mich so sehr auf das diesjährige Festival gefreut hatte, war der angekündigte Auftritt von Binoculers. Leider musste der am Freitag krankheitsbedingt abgesagt werden. Es spricht aber für die Qualität der Dresdner Musikszene, dass sich von heut auf morgen ein sehr guter "Ersatz" fand in dem Singer Songwriter No king no crown. Er spielte ein sehr sympathisches und grundsolides Programm. Das Lied, was bei mir gerade die meisten Herzenssaiten zum Schwingen brachte, war This goodbye isn't forever wo in aller Herzenswärme die Abschiede mit einem langen Auslandsaufenthalt erst hier - dann da - zum Thema wurden.

Setlist:
1) With ease
2) Heart to escape
3) Homesick
4) Graceful Covered
5) A challenge has been set
6) This goodbye isn't forever
7) Trapped in life




Lùisa haben wir im Konzerttagebuch in den vergangenen zehn Monaten intensiv begleitet. Außerdem sind mir alle Künstler, die schon in unserem Wohnzimmer zu Gast waren natürlich ganz besonders ans Herz gewachsen. Insofern war auch der Auftritt hier im Festivalgarten eines meiner Highlights in der Erwartung auf das Wochenende. Leider löste der Auftritt diese hohen Hoffnungen nicht ganz ein, was aber zum großen Teil am Sound lag. Erst schepperte es total und auch später war die Stimme von Lùisa nicht genug herausgestellt gegen das Schlagzeug. Die Temperatur der Musik war deutlich rockiger als ich es kannte. Das kann ihr mit ihrer Rockstimme eigentlich sehr gut stehen, funktionierte hier aber für mich noch nicht so zündend. Das Publikum im Garten war aber mit anfeuerndem Applaus nicht geizig und war mit Lùisas freundlicher Art und den Liedern sehr gut unterhalten.


Setlist:
1) Against millions of clouds
2) La cause
3) Springainair
4) The Wolf
5) Heart-made failure
6) L'hiver en Juillet
7) Belong
8) The moor
9) Cut loose 



Richard Walters musste ich kürzlich im Nuncafé in Karlsruhe verpassen. Umso erfreuter war ich, dass ich das kennenlernen nun in Dresden nachholen konnte. Er saß schon den ganzen Nachmittag unscheinbar im Publikum und kam dann zu gegebener Zeit einfach mit seiner Gitarre auf die Bühne. Der Soundcheck war eins-fix-drei erledigt. Er hatte eine total nette Art, das Publikum in den Zwischenansagen um den kleinen Finger zu wickeln: Warum denn bittesehr Dresden nicht deutsche Hauptstadt sei - es wäre doch viel netter als Berlin. Oder die Beschreibung, dass er bei einem abgefahrenen Festival in einem Friseursalon gespielt hätte - das sei doch wie einen Beinamputierten in einen Hosenladen zu schleppen. Schließlich erbat er sich ein Whoop für das Treffen der hohen Töne, was wir ihm nicht abschlagen konnten. 

Besonders seine sehr ruhigen Balladen brannten sich mir ins Herz. Die Verwendung eines seiner Trennungslieder in der US-amerikanischen Fernsehserie Criminal minds stellte er so bildhaft vor Augen, dass mir ein verstohlenes Tränchen lief. Gegen 18 Uhr musste er sich dem Angelusläuten für einige Minuten geschlagen geben, aber das erhöhte den Charmefaktor des Auftritts eher noch.

Setlist:
1) Blossom
2) True love will find you
3) Tomorrow begins
4) Whan you gonna come back
5) Infinity street
6) Walli softly stronger
7) The escape artist
8) Snowdrifts
9) Elephant in the room
10) Dead end loner
11) Spirit of the stairway 


Sea of love hatte ich zum ersten Mal vor zwei Jahren beim gleichen Festival gesehen und mich in ihre Musik verliebt. Seitdem hat es mit Konzerten und uns nicht so gut geklappt, deshalb war auch ihr Auftritt im Garten ein muss für mich. Selbst wenn zeitgleich Mire Kay im kleinen Saal auftreten würden! Unter den vorn tanzenden Kindern war eine deutliche Faszination mit dem Fuchs am Schlagzeug zu beobachten und Marie-Sophie Kanske musste immer wieder lächeln, wenn wieder einer besondere Faxen machte. Mein Höhepunkt des Programms war der Song Don't be afraid of the dark und die Ankündigung, dass es im November eine EP geben wird. Leider war auch in diesem Set die Frauenstimme längst nicht so prominent, wie es nötig gewesen wäre.


Die Abendstunden brachten für mich noch O Emperor im großen Saal und Brokof im Foyer. Beides grundsolide und sympathische Sets, die vom Publikum jeweils sehr enthusiastisch und freundlich aufgenommen wurden. Ich war schon etwas müde und wohl auch nicht mehr so aufnahmebereit, weshalb ich dann auch das Set 22 Uhr nicht mehr abwartete.


Das Fazit des Tages im Rückblick waren viele sehr sehr positive und freundliche Sets und eine wunderbare Festivalstimmung. Allerdings leider keine hervorstechenden oder überraschenden Künstler und etwas Enttäuschung, dass die Sets mit den Frauenstimmen irgendwie alle nicht so recht überzeugen konnten in der Tonabstimmung vor Ort.



Mehr Bilder:



Aus unserem Archiv:
Sound of Bronkow 2012 Tag 3
Sound of Bronkow 2012 Tag 2
Sound of Bronkow 2012 Tag 1 
Sound of Bronkow 2013 Tag 1 
Brokof, Karlsruhe, 23.02.12
Lùisa, Mannheim, 10.12.12
Lùisa, Berlin, 11.12.12
Lùisa, Karlsruhe, 25.02.13

 

Mittwoch, 27. Februar 2013

Konzertankündigung Lùisa & Ticketverlosung

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Das Konzerttagebuch hat ihn schon, den Lùisa-Virus: Wir haben uns in diese Stimme verliebt und können nicht genug davon kriegen. Und wir möchten gern so viele Leute wie möglich damit anstecken.


Deshalb verweisen wir noch einmal auf die (korrigierten) Tourdaten im Februar und März und verlosen Tickets für das Berliner Konzert

Alle Personen, die diesen Post oder den entsprechenden Beitrag auf facebook bis zum 4. März 20 Uhr kommentieren bzw. gudrun@konzerttagebuch.de eine entsprechende e-mail schreiben, kommen in den Lostopf.  

Die Gewinner (von je 2 Tickets) werden dann am 5. März im Verlauf des Morgens informiert. Je mehr Personen teilnehmen, desto mehr Tickets werden verlost.

Es lohnt sich also das weitersagen und teilen.


Tour:

27.02. Brause, Düsseldorf
28.02. Die Wohngemeinschaft, Köln
01.03. Batterie, Kassel
03.03. Milla, München

06.03. NBI, Berlin


07.03. Aaltra, Chemnitz
08.03. Wärmehalle, Leipzig
09.03. Scheune, Dresden
10.03. Songslam, Stuttgart
13.03. Uebel & Gefährlich, Hamburg


aus unserem Archiv:
Lùisa, Mannheim, 10.12.12 
Lùisa, Berlin, 11.12.12
Lùisa, Karlsruhe, 25.02.13 


Mittwoch, 12. Dezember 2012

Mina Tindle und Lùisa, Berlin, 11.12.12

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Konzert: Mina Tindle (+Lùisa)
Ort: Comet Club Berlin
Datum: 11.12.12
Zuschauer: weit über 100
Konzertdauer: 30min. (Luisa); ca. 60 min. Mina Tindle




Berlin liegt unter einer dicken Schneedecke. Auf dem Weg zu meinem zweiten Konzert von Mina Tindle in diesem Jahr, erinnere ich mich gerne an das sommerliche Wetter im Mai zurück. Damals gastierte sie im wunderschönen (und leider an diesem Ort geschlossenen) Privatclub. Ihr damaliges Konzert hat mich begeistert und so war für mich schnell klar, dass ich die Gelegenheit, sie erneut in Berlin zu erleben, nicht verpassen möchte. Der eisige Wind peitsche mir ins Gesicht, als ich die letzten Meter zum Privatclub lief. Im Vorfeld war ich doch ein wenig enttäuscht, denn eigentlich sollte Mina Tindle im Festsaal Kreuzberg auftreten, was in Berlin schon ein Sprung nach oben gewesen wäre. Mir persönlich soll es recht sein, wenn großartige Künstler in kleinen Clubs auftreten. Nur begleitet mich dann auch immer die Sorge, dass sie irgendwann Berlin meiden.

Zu allererst betritt aber die bezaubernde Lùisa mit einem vorsichtigen "Hallo zusammen..." die Bühne. Das sie bezaubernd ist, kann ich schon vor ihrem Auftritt sagen, denn ich erlebte sie schon zwei Wochen zuvor bei der TVNoir Aufzeichnung im Heimathafen Neukölln, bei der sie vor ausverkauftem Haus und großen Publikum neben der Musik so einige knifflige Aufgaben zu lösen hatte. Das Konzept dieser Show besteht darin, etablierte Künstler mit Newcomern an einem Abend zusammenzubringen. Mit viel Selbstbewusstsein, Courage und Charme bewegte sie sich auf Augenhöhe mit Moneybrother. Sie beginnt ihr Set mit Springrainair. Nur mit ihrer Akustikgitarre und ein wenig Hall. Ich mag ihre Stimme, die sich mit ihrem dunkel gefärbtem Timbre, wie Gudrun so schön vom Konzert in Mannheim berichtete. Während ihre Gitarre noch von der Anreise unterkühlt war, ist Lùisa ganz und gar nicht. Im Gegenteil, sie ist stolz und dankbar zugleich mit Mina Tindle, die sie sehr schätzt, zusammen auf Tour zu sein. Sie erhält nicht nur Dankbarkeitsapplaus, wie oft üblich bei Vorbands, sondern Johlen und Pfeifen. Ein Zeichen, dass sie das Herz des Publikum eroberte. Wie schön sie die einzelnen Elemente in Belong  mit der Loop-Machine verknüpft. Was so leicht ausschaut, braucht sicherlich viel Übung. Atmosphärisch ist es wunderbar.

Ein Highlight war für mich ihr französisches Lied La cause. Die französische Sprache steht ihr sehr gut. Ihr Tourabschlusskonzert beendet sie dann mit meinem Favoriten des Abends: Heart-made failure.
Ich freue mich auf weitere Konzerte in Berlin im kommenden Jahr, auch wenn sie aktuell noch in Hamburg lebt (was ich gar nicht verstehen kann).

Die Umbauten sind nicht weiter aufwendig, die Instrumente stehen ja schon bereit.. Den Abend beginnt die Band mit Time Writer - ganz ohne instrumentale Unterstützung. Auch an diesem Abend hat sie diese bezaubernde Ausstrahlung, die sie einzigartig macht. Ihr Lächeln ist so gewinnend. Dazu noch ihr schickes Kleid. 


Die Band ist die gleiche wie im Mai, Olivier Marguerit an den Keyboards, Trompete und Trommeln sowie Guillaume Villadier am Bass, Gitarre und Glockenspiel. Nach The Kingdom, welches mir sehr gut gefiel, schon mit Pan der erste Höhepunkt des Konzertes. Die minimalistische und entschleunigte Liveversion von Pan ist zum dahinschmelzen. Unterstützt wird sie dabei sehr gekonnt und stimmungsvoll durch ihre beiden Bandkollegen. Die Stimme von Olivier gefällt mir dabei besonders. Überhaupt sind ihre beiden Musiker perfekt auf sie und miteinander aufeinander abgestimmt. Olivier, der kleine Schelm, der immer wieder mit Pauline aka Mina Tindle kleine Spässe macht und sie ihm deutlich ihre Dankbarkeit für seine gute Seele zeigt. "Danke very schön"! Too Loud widmet sie all den Frauen die, wie sie, in der Öffentlichkeit zu laut reden. Kaum vorstellbar bei dieser zarten Stimme. Wie auch schon Pan, so wird auch Too Loud in exzellenter Qualität vorgetragen. Kleine technische Probleme werden mit viel Humor hinweggelächelt. 

Während Henry auf der CD kaum auffällt, so ist es live fast eine epische Hymne. Dafür sorgt auch die Dramatik des Schlagzeugs und der druckvolle Bass. Nach dem fetzigen Sister durften wir zu To Carry Many Things den Takt mitklatschen, was sogar richtig Spass machte. Zu Echo macht Olivier wieder Schabernack, dass Mina Tindle das Lied dreimal neu beginnen musste. Ihre Erklärung "It´s a sad song" wurde mit viel Gelächter im Publikum aufgenommen. Der dritte Versuch klappte dann und es wurde ein weiteres Highlight für mich. Wie Olivier mit der einen Hand das Keyboard bediente und mit der anderen Hand die Trompete war sehr schön anzusehen, auch wenn nicht jeder Ton perfekt getroffen wurde, der Kerl hat Charme und schon wurde übergeleitet zu Demain. Es fängt ganz zart und fragil an und steigert sich immer weiter, um dann gegen Schluss wieder versöhnlich zu enden. Das lustige Glockenspiel kommt dann bei Lovely Day zum Einsatz. Als Kind stand ich immer ganz fasziniert am Straßenrand, wenn ein Spielmannszug vorbei ging - mit ihren Trommeln und ihre vielen Glockenspielen, die alle im Einklang die kleinstädtische Tristesse ein wenig farbenfroher machten. Es ist schön mich nun wieder daran zu erinnern. Zu Austin durfte dann auch ihr Tourbetreuer und guter Freund Raphael mit auf die Bühne. "Thank you very schön". Um ihr Fieber, mit dem sie auf der Bühne steht ein wenig zu kurieren, ordert sie mit viel Nachdruck einen Wodka. Die dann gespielte Version von The Good verzauberte den Raum. Mina Tindle versteht es ihre Zuhörer zu bezirzen. Ihr liebreizender Charme ist eine wahre Wonne. Kurz darf auch das Publikum ein paar Vokale mitsingen. Sie beschließt mit Os Argonautas ihr sagenhaftes Konzert.

Der Merchandising Stand sind dieses Mal behelfsmässig zwei aufgestellte Barhocker links und rechts am Ausgang, auf denen jeweils Mina Tindle und Lùisa von vielen neuen und alten Fans belagert werden. Ein schöner Anblick, der Mut macht, dass Mina Tindle ihren Erfolg in Berlin weiter ausbauen kann und auch Lùisa sich fest in der Musikszene etablieren wird.


Links:
Lùisa: http://www.listentoluisa.com/
Mina Tindle: http://minatindle.com/



 

Konzerttagebuch © 2010

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