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Dienstag, 26. Februar 2013

Lùisa, Karlsruhe, 25.02.13

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Konzert mit Lùisa & Dino Joubert
Ort: Karlsruhe
Datum: 25.02.2013
Zuschauer: etwa 20
Dauer: 65 min


 

Ich hatte Lùisa schon live gesehen, wir hatten uns im Dezember in Mannheim kurz gesprochen und der Termin war lange abgesprochen und freudigerwartet. Aber dann gab es kurzfristig noch ein kleines musikalisches "Mitbringsel": Dino Joubert.





Schon beim Lauschen während des Warmspielens der Gitarren zwischen Kaffee und Abendessen wurde mir klar, hier haben sich zwei gesucht und gefunden und das Konzert gestaltete sich dann auch eher ebenbürtig. Dino gestaltete die erste Hälfte, wobei bei einem Song Lùisa hinzukam und Lùisa übernahm die zweite Hälfte mit etwas Unterstützung von Dino. Der dritte Musiker im Bund, der bei den Konzerten auf den größeren Bühnen den Allrounder geben muss (Tasten, Schlagzeug, Loops, Gesang) hatte an dem Abend mal fast frei.



Sehr, sehr gefallen haben mir die Lieder von Dino. Er hat eine warme und wandelbare Stimme und während des Konzertes musste ich immer wieder auf seine flinken Finger schauen. Die Songs haben teilweise einen sehr klassischen Charme - auch wenn das jetzt vielleicht ein bisschen prätentiös klingt: mir kamen die frühen Beatlessongs in den Sinn. Also nicht typisch deutsch und auch nicht wirklich typisch Singer-Songwriter. Die Lieder kamen nicht nur bei mir gut an und so durfte er nicht ohne ein Extra-Lied den Stuhl im Bühnenraum verlassen.



Lùisa war charmant und souverän in den Ansagen und füllte mit ihrer Wahnsinnsstimme das auf einmal ganz kleine Zimmer. Nach wie vor ein faszinierende Phänomen für mich, wo sie dieses Stimm-Volumen herzaubert. Während ich Dino in meiner Einschätzung so etwas eher britisch verortet habe, sucht Lùisa den Anschluss an unserer französischen Nachbarn und die Lieder mit den französischen Texten finde ich tatsächlich richtig rund und gut. 

Und auch sie wurde ordentlich beklatscht und um eine Zugabe gebeten. Anschließend saßen wir noch länger und ließen den schönen Abend mit Wein und angeregten Gesprächen ausklingen.

Setlist Lùisa:
Nighthawks
Against millions of clouds
La cause
Springrain air
L'hiver en juillet
heart made failure
Cut loose
A new heart

weitere Tourdaten Lùisa:
27.02. Brause, Düsseldorf
28.02. Die Wohngemeinschaft, Köln
01.03. Batterie, Kassel
03.03. Milla, München
06.03. NBI, Berlin
07.03. Aaltra, Chemnitz
08.03. Wärmehalle, Leipzig
09.03. Scheune, Dresden

10.03. Songslam, Stuttgart
13.03. Uebel & Gefährlich, Hamburg


aus unserem Archiv:
Lùisa, Mannheim, 10.12.12 
Lùisa, Berlin, 11.12.12


Mittwoch, 12. Dezember 2012

Mina Tindle und Lùisa, Berlin, 11.12.12

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Konzert: Mina Tindle (+Lùisa)
Ort: Comet Club Berlin
Datum: 11.12.12
Zuschauer: weit über 100
Konzertdauer: 30min. (Luisa); ca. 60 min. Mina Tindle




Berlin liegt unter einer dicken Schneedecke. Auf dem Weg zu meinem zweiten Konzert von Mina Tindle in diesem Jahr, erinnere ich mich gerne an das sommerliche Wetter im Mai zurück. Damals gastierte sie im wunderschönen (und leider an diesem Ort geschlossenen) Privatclub. Ihr damaliges Konzert hat mich begeistert und so war für mich schnell klar, dass ich die Gelegenheit, sie erneut in Berlin zu erleben, nicht verpassen möchte. Der eisige Wind peitsche mir ins Gesicht, als ich die letzten Meter zum Privatclub lief. Im Vorfeld war ich doch ein wenig enttäuscht, denn eigentlich sollte Mina Tindle im Festsaal Kreuzberg auftreten, was in Berlin schon ein Sprung nach oben gewesen wäre. Mir persönlich soll es recht sein, wenn großartige Künstler in kleinen Clubs auftreten. Nur begleitet mich dann auch immer die Sorge, dass sie irgendwann Berlin meiden.

Zu allererst betritt aber die bezaubernde Lùisa mit einem vorsichtigen "Hallo zusammen..." die Bühne. Das sie bezaubernd ist, kann ich schon vor ihrem Auftritt sagen, denn ich erlebte sie schon zwei Wochen zuvor bei der TVNoir Aufzeichnung im Heimathafen Neukölln, bei der sie vor ausverkauftem Haus und großen Publikum neben der Musik so einige knifflige Aufgaben zu lösen hatte. Das Konzept dieser Show besteht darin, etablierte Künstler mit Newcomern an einem Abend zusammenzubringen. Mit viel Selbstbewusstsein, Courage und Charme bewegte sie sich auf Augenhöhe mit Moneybrother. Sie beginnt ihr Set mit Springrainair. Nur mit ihrer Akustikgitarre und ein wenig Hall. Ich mag ihre Stimme, die sich mit ihrem dunkel gefärbtem Timbre, wie Gudrun so schön vom Konzert in Mannheim berichtete. Während ihre Gitarre noch von der Anreise unterkühlt war, ist Lùisa ganz und gar nicht. Im Gegenteil, sie ist stolz und dankbar zugleich mit Mina Tindle, die sie sehr schätzt, zusammen auf Tour zu sein. Sie erhält nicht nur Dankbarkeitsapplaus, wie oft üblich bei Vorbands, sondern Johlen und Pfeifen. Ein Zeichen, dass sie das Herz des Publikum eroberte. Wie schön sie die einzelnen Elemente in Belong  mit der Loop-Machine verknüpft. Was so leicht ausschaut, braucht sicherlich viel Übung. Atmosphärisch ist es wunderbar.

Ein Highlight war für mich ihr französisches Lied La cause. Die französische Sprache steht ihr sehr gut. Ihr Tourabschlusskonzert beendet sie dann mit meinem Favoriten des Abends: Heart-made failure.
Ich freue mich auf weitere Konzerte in Berlin im kommenden Jahr, auch wenn sie aktuell noch in Hamburg lebt (was ich gar nicht verstehen kann).

Die Umbauten sind nicht weiter aufwendig, die Instrumente stehen ja schon bereit.. Den Abend beginnt die Band mit Time Writer - ganz ohne instrumentale Unterstützung. Auch an diesem Abend hat sie diese bezaubernde Ausstrahlung, die sie einzigartig macht. Ihr Lächeln ist so gewinnend. Dazu noch ihr schickes Kleid. 


Die Band ist die gleiche wie im Mai, Olivier Marguerit an den Keyboards, Trompete und Trommeln sowie Guillaume Villadier am Bass, Gitarre und Glockenspiel. Nach The Kingdom, welches mir sehr gut gefiel, schon mit Pan der erste Höhepunkt des Konzertes. Die minimalistische und entschleunigte Liveversion von Pan ist zum dahinschmelzen. Unterstützt wird sie dabei sehr gekonnt und stimmungsvoll durch ihre beiden Bandkollegen. Die Stimme von Olivier gefällt mir dabei besonders. Überhaupt sind ihre beiden Musiker perfekt auf sie und miteinander aufeinander abgestimmt. Olivier, der kleine Schelm, der immer wieder mit Pauline aka Mina Tindle kleine Spässe macht und sie ihm deutlich ihre Dankbarkeit für seine gute Seele zeigt. "Danke very schön"! Too Loud widmet sie all den Frauen die, wie sie, in der Öffentlichkeit zu laut reden. Kaum vorstellbar bei dieser zarten Stimme. Wie auch schon Pan, so wird auch Too Loud in exzellenter Qualität vorgetragen. Kleine technische Probleme werden mit viel Humor hinweggelächelt. 

Während Henry auf der CD kaum auffällt, so ist es live fast eine epische Hymne. Dafür sorgt auch die Dramatik des Schlagzeugs und der druckvolle Bass. Nach dem fetzigen Sister durften wir zu To Carry Many Things den Takt mitklatschen, was sogar richtig Spass machte. Zu Echo macht Olivier wieder Schabernack, dass Mina Tindle das Lied dreimal neu beginnen musste. Ihre Erklärung "It´s a sad song" wurde mit viel Gelächter im Publikum aufgenommen. Der dritte Versuch klappte dann und es wurde ein weiteres Highlight für mich. Wie Olivier mit der einen Hand das Keyboard bediente und mit der anderen Hand die Trompete war sehr schön anzusehen, auch wenn nicht jeder Ton perfekt getroffen wurde, der Kerl hat Charme und schon wurde übergeleitet zu Demain. Es fängt ganz zart und fragil an und steigert sich immer weiter, um dann gegen Schluss wieder versöhnlich zu enden. Das lustige Glockenspiel kommt dann bei Lovely Day zum Einsatz. Als Kind stand ich immer ganz fasziniert am Straßenrand, wenn ein Spielmannszug vorbei ging - mit ihren Trommeln und ihre vielen Glockenspielen, die alle im Einklang die kleinstädtische Tristesse ein wenig farbenfroher machten. Es ist schön mich nun wieder daran zu erinnern. Zu Austin durfte dann auch ihr Tourbetreuer und guter Freund Raphael mit auf die Bühne. "Thank you very schön". Um ihr Fieber, mit dem sie auf der Bühne steht ein wenig zu kurieren, ordert sie mit viel Nachdruck einen Wodka. Die dann gespielte Version von The Good verzauberte den Raum. Mina Tindle versteht es ihre Zuhörer zu bezirzen. Ihr liebreizender Charme ist eine wahre Wonne. Kurz darf auch das Publikum ein paar Vokale mitsingen. Sie beschließt mit Os Argonautas ihr sagenhaftes Konzert.

Der Merchandising Stand sind dieses Mal behelfsmässig zwei aufgestellte Barhocker links und rechts am Ausgang, auf denen jeweils Mina Tindle und Lùisa von vielen neuen und alten Fans belagert werden. Ein schöner Anblick, der Mut macht, dass Mina Tindle ihren Erfolg in Berlin weiter ausbauen kann und auch Lùisa sich fest in der Musikszene etablieren wird.


Links:
Lùisa: http://www.listentoluisa.com/
Mina Tindle: http://minatindle.com/



Dienstag, 11. Dezember 2012

Mina Tindle + Lùisa, Mannheim, 10.12.12

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Konzert: Lùisa und Mina Tindle
Ort: Alte Feuerwache, Mannheim
Datum: 10.12.2012
Zuschauer:50
Dauer: 30 min + 60 min


Es gibt Abende da passt einfach alles. Die Tür öffnet pünktlich, das Ambiente ist einladend, die Leute nett, der Wein schmeckt, das Konzert beginnt punktgenau, die Musik nimmt das aufmerksame Publikum vom ersten Akkord an mit und hinterher ist noch Zeit für einen kleinen Schwatz mit den Künstlerinnen. Und das alles ohne allzu viele Sorgen, ob man den letzten Zug noch schafft.
So war das am Montag in Mannheim. Gekommen war ich hier einerseits um Lùisa zu sehen, die wohl (hoffentlich!) im Februar ein Wohnzimmer Konzert bei uns spielen wird. Der Plan war, uns so schon einmal kennenzulernen. Andererseits hätte ich mir wohl Olivers Freundschaft verspielt, wenn ich Mina Tindle so nah hätte vorbeiziehen lassen - abgesehen davon, dass mich seine euphorischen Berichte auch neugierig gemacht hatten so ein Konzert selbst zu erleben. 



Als ich ziemlich genau zur Einlasszeit ankam, war es noch sehr ruhig. Das änderte sich auch im Laufe des Abends nicht, obwohl über die nächsten 90 min verteilt Leute kamen, auch an der Bar einkehrten und dort ein bisschen saßen bevor sie vor die Bühne kamen.  Eine sehr entspannte und gleichzeitig freundlich gespannte Atmosphäre herrschte, die mir sehr gut gefiel.
Als Lùisa ihr Set begann, waren wir ungefähr 30 Hörer. Mit ihrem sehr dunkel gefärbten Timbre, ihrem Charme und der Freundlichkeit ihres Auftrittes hatte sie die Leute sofort auf ihrer Seite, es wurde sehr herzlich geklatscht und zwischen den Liedern aufmunternd gerufen. Die Stimme ist tatsächlich sehr auffällig und meine Mutter hätte gesagt ein "dreckiges Organ". Im Vortrag wurde zum Teil sehr ruhig mit Gitarre musiziert, aber auch sehr temperamentvoll geloopt und geklatscht. Die 30 min vergingen wie im Flug. Aufmerker für mich Belong mit der nachdenklich wiederholten Zeile "Maybe I belong to somewhere else" (an einen anderen Platz als Hamburg) und das französisch vorgetragene "La cause" das sie explizit Mina Tindle widmete aber auch schon in Hamburg zum Besten gegeben hat: 

In der kurzen Umbaupause wurde der schwarze Vorhang am hinteren Rand der Bühne geöffnet. Ein Signal dafür, dass es im Hauptteil wohl einige Show-Elemente geben würde... Lùisa mischte sich unter das Publikum und wir hatten Gelegenheit zu einem kleinen Gespräch. Sie war dann später ein Fan in der ersten Reihe für Mina Tindle. Mittlerweile waren wir etwa 50 Hörer.


Mina Tindle traten als drei Personen (mit unglaublich vielen Instrumenten) auf. Die zentrale Sängerin mit einem jungen Mann am Schlagwerk (und manchmal mit Trompete) links von der Zuschauerseite aus und einem Herrn am Bass rechts von ihr, der zwischendurch für die deutschen Übersetzungen zuständig war. 


Der Herr am Schlagwerk hat mich ziemlich fasziniert, wie er das im Stehen alles so gemanagt hat. Gleichzeitig war das Schlagzeug aber nie so dominant, dass es andere Elemente wie Gesang oder Keyboard unterdrückt hätte.



Das Konzert begann sehr lustig, weil Mina uns unfreiwillig komisch mit "Gute Nacht" begrüßte. Es spricht für die gute Stimmung, dass dies sofort sehr freundlich korrigiert wurde. Stücke wie No lo se quando waren sehr leise und innig, aber zwischendurch durfte der Schlagwerker ordentlich einheizen und es ging rockig ab. 

Beim Lied über die Schwester schließlich fand sich das erste Tanzpaar, das die Füße nicht mehr still halten wollte. Es war eine ausgelassene Stimmung. Später gab es Lieder wo das Publikum tatsächlich das ganze Lied hindurch den Rhythmus mitklatschte und das nicht peinlich ist, sondern ganz natürlich. Mina zeigt eine toll wandelbare Stimme und wirkt ganz


ungekünstelt und zeigt viele Facetten. Ich habe auffällig viele Bilder wo sie lächelt oder lacht. Und es ist auch kein Problem, dass ihr zwischendurch das Mikro fast herunterfällt. Einzig schade, dass nach nur 55 min das Set schon zu Ende ist und es nur eine (aber sehr tolle) Zugabe gibt.


Vielen Dank für diesen rundum schönen und temperamentvollen Abend.!



 

Konzerttagebuch © 2010

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