Freitag, 10. Mai 2013

On An On, Köln, 09.05.13


Konzert: On An On
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 09.05.2013
Zuschauer: rund 65 (bei der Vorgruppe ein paar mehr als bei On An On)
Dauer: On An On 52 min, Woman 30 min




Die schönste Szene des kurzen, feiertäglichen Konzertabends ereignete sich bereits bei der Vorgruppe. In einer Liedpause rief einer der Zuschauer "wie heißt ihr denn eigentlich?", worauf sich die drei Musiker kurz anguckten und das nächste Lied anstimmten. Woman aus Köln wollten sich nicht vorstellen.

Die Musik der (aus drei Männern bestehenden) Band war sehr elektronisch, mit oftmals verzerrtem Gesang und stark funkigem Element. Meins war sie nicht, beim Publikum kamen Woman jedoch gut an, viele schienen aber die Bandmitglieder auch näher zu kennen. Wer nicht dazu zählte, wurde nicht mit Informationen überhäuft. Als die Musiker von der Bühne kamen, fragte ein Zuschauer "findet man euch auch im Internet?" und bekam ein "ja" zur Antwort. Tut mir leid, daß ich das wohlgehütete Geheimnis um den Namen hier preisgegeben habe, aber wir verstehen uns auch irgendwie in der Tradition großer Journalisten wie Ulrich Meyer.

Die Hauptgruppe On An On stammt aus Chicago und Minneapolis und ist bei City Slang  unter Vertrag. Ihre Musik wird mal als Dreampop, mal in der Nähe von Yeasayer oder Broken Social Scene angesiedelt. Ich habe Percussionelemente von Vampire Weekend rausgehört und von meinen Konzertbekannten kam beim letzten Stück (Every song) "das ist das Coldplay-Lied." Ob diese Einordnungs-Mischung weiterhilft? Ich denke nicht. Bei Musik ist es eben wie bei Äpfeln, das beste Urteil entsteht beim Verzehr. 

On An On spielten heute zu viert (um den Live-Schlagzeuger erweitert). Hauptsänger ist Gitarrist Nate Eiesland, den Keyboarderin Alissa Ricci immer wieder (leider sehr leise) stimmlich begleitet. Bei zwei oder drei Stücken singt Bassist Ryne Estwing mit sehr hoher Stimme. Cops vom Debütalbum oder das Flaming Lips Cover Buggin' als Zugabe bekamen dadurch den Touch Yeasayer, der der Kritikerkollege vielleicht rausgehört hatte.

Neben neun Songs und dem Flaming Lips-Stück spielten On And On mit Unison von Björk ein weiteres Cover und beendeten nach gut 50 min ihren schönen Auftritt. "Wir haben leider nur eine 45 min Platte und können nicht mehr spielen", klagte Ryne, der den Abend (amerikanisch) überschwenglich als "special" und "besten der Tour" bezeichnete. Es war wirklich ein schönes Konzert, das sehr viel mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Aber offenbar war es nicht schrecklich gut angekündigt und wurde vor ein paar Tagen vom Gebäude 9 runterverlegt. Auf der Suche nach einem Ticket hatte ich gestern selbst auf den beiden großen Onlineseiten für Tickets nichts gefunden. Da überrascht es ja eigentlich dann nicht, daß der Vorverkauf schlecht läuft.

Setlist On And On, Blue Shell, Köln:

01: The hunter
02: War is gone
03: American dream
04: All the horses
05: Bad mythology
06: Cops
07: Unison (Björk Cover)
08: Panic
09: Ghosts
10: Every song

11: Buggin' (The Flaming Lips Cover) (Z)


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