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um
17:57
Konzert: Dream Wife
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 15.03.2018
Dauer: ca. 60 min
Zuschauer: wohl (nahezu) ausverkauft
"Du bist groß. Die Leute hinter dir können nichts sehen. Du weißt, was das heißt?" Am Anfang wurde nur der Mann direkt vor der Sängerin gebeten, zur Seite zu gehen, vor Somebody ("this song is very special for us") der Rest. Alle Männer in den ersten Reihen sollten Platz für die "bad bitches" im Publikum machen - und einige taten sich damit sichtbar schwer. Es dauerte minutenlang, bis die nicht schrecklich komplizerte Vorgabe ("keine Männer in den ersten drei Reihen") umgesetzt war. Rücksichtslosigkeit ist bei Konzerten häufiger als gute Vorgruppen und meist ein männliches Problem. "It's not your time now. Thank you for being respectful but get the fuck away."

Obwohl Rakel Mjöll das Publikum gut sortierte ("ich wäre eine gute Schäferin"), erzeugte das Umverteilen einen Bruch im Konzert. Vorher war die Stimmung brillant, danach auch wieder, die fünf Minuten dazwischen waren zäh. Mich hätte die Rede der isländischen Frontfrau nur gestört, wenn sie mich auf Rücksichtslosigkeit angesprochen hätte, nur war das Timing nicht perfekt. Vor dem Konzert wäre es besser gewesen. Allerdings hätte sich dann wohl kein Mann dran gehalten. qed

Dream Wife hatte ich 2016 beim Iceland Airwaves schon sehen wollen, dort spielte die Londoner Band einige Male. Dummerweise waren all die Konzerte parallel zu anderen Pflichtterminen, also blieb uns nur der letzte Auftritt im ersten Stock einer Kneipe. Als wir da ankamen, war der Laden so voll, daß wir schon auf der Treppe scheiterten. Seitdem stehen Dream Wife auf meiner Wunschliste, umso glücklicher war ich, daß die Band im Blue Shell spielen würde. Mittlerweile sind Dream Wife auch fürs Indietracks bestätigt, da ich da aber nie weiß, welche zukünftige Lieblingsband da parallel spielen könnte, wollte ich kein Risiko eingehen und kaufte kurzfristig ein Ticket für Köln. Das erschien mir nicht riskant, voll würde es schon nicht werden.

Vermutlich hatte ich eine der letzten Karten bekommen, das Blue Shell war zum Start der Hauptgruppe knallvoll. Dream Wife wurden ursprünglich als Fakeband im Rahmen eines Kunstprojekts am Art College in Brighton gegründet. Für eine Ausstellungseröffnung, auf der die "90er Jahre Girlband aus Kanada" auftreten sollte, schrieben Rakel, Gitarristin Alice Go und Bassistin Bella Podbadec einige Songs. Das funktionierte so gut, daß Dream Wife eine echte Band wurden und... in Kanada tourten. 2018 erschien die Debütplatte - und die nächsten großen Touren.

Dream Wife sind eine unter sehr vielen jungen britischen DIY-Punkbands, sie sind aber trotz der vielen Referenzen, die ihre Musik sofort hervorruft, so besonders, daß sie hängenbleiben. Das Set war fantastisch, die Songs taugen viel. Gerade daß man in jedem Stück etwas anderes erkennt, ohne eine Coverband zu sehen, gefiel mir. Kaum erinnerte mich etwas an Blondie, spielten Dream Wife ein kurzes One way or another, als ich daran dachte, daß Spice Grrrls auch ein gute Bandname sei, bauten sie Wannabe (in F.U.U.) ein. Der Manifest-Charakter des Stücks erinnerte mich an Savages, es war viel Sleater-Kinney zu hören, Gitarre und Bass waren meist so herrlich postpunkig, wie ich das zuletzt bei Shopping gehört habe. Bei Lolita spielte die isländische Sängerin mit Björk-Vorurteilen, denen sie vermutlich oft begegnet und variierte den Beginn des Stücks im Vergleich zur Albumversion um einen björkischen Gesang am Anfang.

Ich hatte ganz andere Erwartungen an den Abend. Ich hatte mit einem netten punkige Konzert gerechnet. Aber die Vehemenz mit der die drei Frauen und ihr männlicher Schlagzeuger ihre ausgezeichneten Lieder spielten, war das, was hängenbleibt. Wie gut wären die erst, wenn sie schon seit zehn Jahren eine Band wären und sich nicht erst 2016 für eine Ausstellung gegründet hätten!
Setlist Dream Wife, Blue Shell, Köln:
01: Hey heartbreaker
02: Lolita
03: Fire
04: Spend the night
05: Everything
06: Love without reason
07: Kids
08: Somebody
09: Right now
10: Act my age
11: One way or another (Blondie Cover)
12: F.U.U.
13: Let's make out
um
23:09
Konzert: Alvvays
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 12.09.2017
Dauer: Alvvays 65 min, Alaskalaska knapp 35 min
Zuschauer: ca. 200 (ausverkauft)
Manchmal gibt es so Konzerte, auf die man seit Jahren wartet. Also nicht "man" sondern ich, normale Menschen haben solche Probleme nicht. Seit Alvvays 2014 in meiner Aufmerksamkeit aufgetaucht sind, möchte ich die kanadische Indiepop-Perle live sehen. Das Debüt-Album Alvvays ist eine fantastische Sammlung wundervoller Lieder. Das bekannteste von denen ist Archie, marry me, meine Lieblinge sind allerdings Atop a cake und Next of kin. Vergangene Woche erschien Nachschub mit Antisocialites. Ich hatte das Album am Nachmittag zum ersten Mal gehört und war sehr angetan, wie durchgängig gut die Platte geworden ist. Drei, vier Lieder blieben sofort hängen, was ein Qualitätsmerkmal ist.
Der Einlaß hatte sich eine ganze Weile verzögert, weil es wohl technische Probleme gab. Das Blue Shell war ausverkauft, daher war ich früh da. Als die Türe geöffnet wurde, ging es plötzlich sehr flott. Eine ganze Menge junger Menschen schleppte Sachen auf die Bühne, stellte sich auf und begann ein Konzert. Alaskalaska hatte ich irgendwo aufgeschnappt und wieder vergessen. Daß ich den Namen in ein paar Jahren noch weiß, bezweifele ich stark, denn nach ganz okayem Beginn, wurden Alaskalaska irgendwann unschön. Dieses Irgendwann kann ich präzisieren. Bei den ersten Liedern kam das bedrohlich vor mir schwebende Saxophon nur durch wenige, sehr untypisch gespielte Töne zum Einsatz. Als stünde in seinem Vertrag "ab Minute zehn darfst Du hemmungslos sein", begannen dann die fiesen 80er-Jahre Saxophon-Soli. Aus einen harmlosen aber nicht schlechten Konzert wurde dadurch eine Funkpop-Sache, die leider so gar nicht als Vorbereitung für die Hauptband taugte. Aber auch 34 Minuten gehen vorbei, auch wenn die letzten 20 schwierig waren.
Als Alvvays um halb zehn zu Klängen dieses Dudelsack-Pophits aus vergangenen Zeiten, dessen Namen mir nicht einfallen will, auf die Bühne kamen, war das Blue Shell knallvoll. Warum auch immer... Alvvays sind für eine Indiepop-Band riesengroß! Daß das verdient ist, war nach drei Minuten jedem im Saal bewußt. Alvvays haben nicht nur die Songs, sie spielen sie auch hervorragend live und - überhaupt nicht unwichtig - die Band ist hochsympathisch.
Es begann mit Saved by a waif vom neuen Album, dem Lied mit den hohen Tönen im Refrain, das aber trotzdem auch von Camera Obscura stammen könnte. Nach einem der großen Hits von der ersten Platte (Adult diversion), folgten erst einmal nur Lieder von Nummer zwei. Eigentlich keine gute Idee, allerdings sind In undertow, Plimsoll punks und Lollipop (Ode to Jim) Riesenhits. Ich kannte keins der neuen Lieder länger als ein paar Stunden, sie klangen aber während des Konzerts nicht nur vertraut, sie lösten bei mir auch nach ein paar Takten großen Spaß aus. In undertow, dessen erste Töne mich an I think we're alone now von Tiffany* erinnern (was gut ist!) ist ein verdammt guter Song! Plimsoll punks auch! Und Lollipop!
Ich habe selten ein Konzert einer Band mit ganz frischer neuer Platte erlebt, das so homogen verlief. Nur einmal, bei Forget about life gab es einen kurzen geplanten Bruch. Sängerin Molly Rankin legte die Gitarre weg und sang das ruhigste Stück, das auch von Flowers stammen könnte.
Das Konzert war fantastisch und hatte keinen Moment, der es nicht war. Bis auf Already gone spielte die Band jedes Lied der neuen Platte. Und dazu die Knüller des ersten Albums. Aus denen ragte, was die Reaktionen angeht (meine Vorlieben hatte ich ja geschildert), natürlich Archie heraus. Das Stück hat unfassbar hohe Spotify-Statistiken, erfuhr ich vor dem Konzert. Aber es war nur eines von vielen Highlights.
Weil das Blue Shell (das nichts mit dem bösen Shell zu tun hat, Molly und Alec!) so voll war, konnten die fünf Kanadier die Bühne nicht verlassen und spielten die Zugaben gleich mit. Die Frontfrau hatte das kurz vor dem geplanten Ende ihren Kollegen angesagt (neben Gitarrist Alec O'Hanley sind das Keyboarderin Kerri MacLellan, Schlagzeugerin Sheridan Riley und Bassist Brian Murphy). Die erste (nicht-wirklich) Zugabe war Dives vom Debüt, das letzte Lied ein Cover. Als Molly etwas von "Let's go swimming" sagte und die ersten Takte auch so klangen, dachte ich einen Moment an ein Allo Darlin' Cover, das fremde Lied war aber Trying to be kind von The Motocycle Boy, das auch in der Alvvays-Version toll war!
Was mich aber neben der wundervollen Musik so begeisterte, war das souveräne aber unglaublich nette Auftreten der Band. Alvvays spielten vor vollem Haus, waren aber herrlich natürlich. "Ist heute Dienstag? Wie heißt Dienstag auf Deutsch?" Später fragte die Sängerin, wo Düsseldorf liege. Fans hatten die Band angeschrieben und gebeten, auch einmal in Düsseldorf zu spielen. Aus den kölntypischen Reaktionen schloß sie, daß man sich nicht mag. "Oh, the Dusseldorfians are your rivals?" Auch wenn sie diesen Teil der Kölner DNS nicht kannte, hatte Molly mehr Ahnung von Köln als ich. "Cologne is the city of giving, isn't it?" begründete sie ihren Wunsch, daß wir die "tiny people" von hinten nach vorne durchlassen sollten.
Musikalisch erinnern mich Alvvays oft (und sehr gerne) an Camera Obscura (was sehr sehr gut ist!). Die schottische Band ist aber legendär mürrisch auf der Bühne und zählt nicht zu den nettesten hundert unter meinen Lieblingsgruppen. Alvvays sind die netten Camera Obscura. Das wusste ich bis gestern nicht, das begeistert mich aber noch einmal eine Ecke mehr für die Kanadier!
Setlist Alvvays, Blue Shell, Köln:
01: Saved by a waif
02: Adult diversion
03: In undertow
04: Plimsoll punks
05: Lollipop (Ode to Jim)
06: Not my baby
07: Hey
08: Atop a cake
09: Forget about life
10: Your type
11: Next of kin
12: Ones who love you
13: Archie, marry me
14: Dreams tonite
15: Party police
16: Dives
17: Trying to be kind (The Motocycle Boy Cover)
* eigentlich eher an die Lene Lovich-Version. Aber die von Tiffany mag ich halt auch sehr.
um
13:08
Konzert: Human Tetris
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 08.05.2017
Dauer: gut 60 min
Zuschauer: ca. 50 bis 60
Die Zeiten, in denen ich Musik in Russland mit Thomas Anders und Eurodisco gleichgesetzt habe, sind seit vier fünf Jahren vorbei, als Motorama in mein Leben traten. Postpunk, Joy Division-Klänge... auf einmal nahm ich den fernen Osten Europas musikalisch ganz anders wahr. Mit pinkshinyultrablast und Ytro erweiterten eine Shoegaze- und Motoramas rohe Schwesterband meinen Horizont weiter. Human Tetris, die bereits seit 2009 Musik veröffentlichen, schnappte ich erst später auf, sehr blöd. Dabei spielten sie schon einmal in Köln. "In einer ehemaligen Strip-Bar", sagte mir Sänger Arvid hinterher. Im King Georg also.

Human Tetris stammen aus Moskau und sind vierköpfig, neben Sänger Arvid Kriger Keyboarderin Tonia Minaeva sowie Maxim Zaytsev (Bass) und Ramil Rubinov (Schlagzeug). Uns fielen als erstes die merkwürdigen Instrumente von Arvid und Maxim auf. Gitarre und Bass waren sehr klein und hatten die Wirbel* nicht oben sondern auf der anderen Seite der Instrumente. Ob die aus Platzgründen für die Tour gewählt waren (passen beide in einen Koffer) oder musikalische Relikte aus den 80ern waren? Ich weiß es nicht.
Es dauerte etwas, bis mich das Konzert wirklich packte. Die ersten beiden Lieder dümpelten etwas daher. Beide (Runaway und Blind) stammen von der neuen Platte The river pt 1., die ich zielsicher nach dem Konzert kaufte (auf CD für 15 € - ich hatte zunächst verwegen das Gesamtwerk verlangt - zwei EPs, eine CD und The river pt 1., mit sechs Liedern auch eher EP und bekam die für 60 € angeboten. Als CD).
Ab Bravery (neue Platte), bei dem erstmals Tonia mitsang, wurde das Konzert immer packender. Die verträumten Gitarren (Gitarre) waren mir auch da noch zu leise, aber jetzt war es das erhoffte Konzert der Russischen Schule. Bravery war einer meiner Lieblinge des Abends. Das nächste kam etwas später. Arvid, der hervorragend Englisch spricht, stellte es als "new one" vor und sagte mir hinterher, es heiße Ruins. Vielleicht das beste Lied des Konzerts.
Andere Höhepunkte waren Things I don't need, das es bei bandcamp gibt, das wundervolle Shadows, bei dem Tonia die erste Stimme singt (neue Platte).. ach, eigentlich alles in der zweiten Konzerthälfte! Sehr gut gefiel mir auch Summer in Crimea (von 2012, das scheint mir irgendwie wichtig zu sein), das erstaunlich vertraut klang. Seine Melodie erinnert stark an eine dreifach schnelle Version von There is a light...
Nach einer knappen Stunde beendete Silver tears von der 2012er Platte das Konzert, bevor die Band zu einer Zugabe zurückkam: Here comes the rain again von den Eurythmics, ein eh tolles Lied großartig interpretiert.
Ganz am Anfang hatte ich noch nicht erwartet, daß es mir so gut gefallen würde, am Ende war ich sehr angetan. Und irgendwann kommt der Punkt, an dem ich blind zu allen russischen Bands gehe, weil ich das Land nur noch mit guter Musik verbinde.
Vorgruppe: Beluga (Köln / 30 min).
Setlist Human Tetris, Blue Shell, Köln:
01: Runaway
02: Blind
03: Bravery
04: Home (Lil Swan Cover)
05: Last forever
06: Pictures on the wall
07: Ruins (neu)
08: Insanity
09: Things I don't need
10: Baltic Sea
11: Shadows
12: Summer in Crimea
13: Silver tears
14: Here comes the rain again (Eurythmics Cover) (Z)
* Ich Experte!
um
22:34
Konzert: The Spook School
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 08.12.2016
Dauer: 33 min
Zuschauer: etwa 60
Ganz selten noch fahre ich wegen Vorgruppen zu Konzerten* und eigentlich hätte es mir diese Woche auch besser gepasst, dies beizubehalten. Allerdings war das Headliner-Set (!) der schottischen The Spook School beim Indietracks Festival im Sommer so gut, daß ich nicht anders konnte.
Die Band aus Edinburgh hat vor ein paar Jahren schon einmal blutjung beim Indiepop-Glasto in den Midlands gespielt. Ihr Konzert im Sommer war riesig, auch wenn die jungen Gesichter und die manchmal quakenden Stimmen vielleicht ein wenig ablenken, sind Nye und Adam Todd, Anna Cory und Schlagzeuger Nial McCamley brillante Musiker, ihre Songs verdammt gut.
Die Lieder der Schotten klingen lustig, ihr exzentrischer Schlagzeuger, der auch Comedian ist, verstärkt diesen Eindruck, die Themen der Stücke sind in der Regel aber nicht fröhlich, sie handeln zum Beispiel von den Problemen, sich als transsexuell zu outen.
The Spook School waren Vorgruppe von PWR BTTM und sicher bei weitem nicht der Konzertgrund jedes Besuchers (aber von vier auf jeden Fall). Es dauerte aber höchstens ein Lied, bis die Band gefeiert wurde, als wäre sie seit Jahren Publikumsliebling!
Die beiden Todds und Anna (die Bassistin) singen abwechselnd. Während die Bassistin bei Burn masculinity und I want to kiss you nur im Hintergrund sang, hatte sie bei Gone home, einem recht neuen Lied, das nach den beiden ersten Platten auf einer Fortuna POP! Compliation erschienen ist und dem noch neueren While you were sleeping die Hauptstimme.
Die Spook School spielte noch ein weiteres unveröffentlichtes Lied (Body), das eines der Highlights des kurzen Konzerts war. Neben Try to be hopeful und I'll be honest.
Natürlich kann ich nicht über ein Spook School Konzert schreiben und den Schlagzeuger komplett ignorieren. Beim Indietracks hatte Niall einen Lebenshilfe-Workshop angeboten. Im Blue Shell zeigte er seine Fremdsprachqualitäten. Vor dem ersten Lied kündigte er an, später seine Deutschkenntnisse testen zu wollen. Das machte er nach While you were sleeping: "Ich habe meine Nummer verloren, könnte ich Deine haben?", nachzu akzentfrei! Sein Deutschlehrer hat ihm alles Wichtige beigebracht: "Deine Augenfarbe passt perfekt zu meiner Bettwäsche!" Dem Trommler mit dem urinblonden Pilzkopf (neu!) zuzugucken, hätte den Ausflug locker gerechtfertigt, dazu kam aber die brillante Musik! Hoffentlich spielen die Schotten bald noch einmal als Hauptgruppe in Köln, genug tolle Lieder haben The Spook School dafür locker!
Setlist The Spook School, Blue Shell, Köln:
01: Burn masculinity
02: I want to kiss you
03: Gone home
04: While you were sleeping (neu)
05: Speak when you're spoken to
06: Body (neu)
07: Try to be hopeful
08: Binary
09: I'll be honest
10: Are you who you think you are?
*zuletzt im Sommer zu Precious Few vor den wahnsinnig enttäuschenden Arthur Beatrice
um
16:55
Konzert: PINS
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 25.02.2016
Dauer: knapp 50 min
Zuschauer: auch knapp 50
Am Donnerstag war Euroleague-Abend. Mein Verein hat donnerstags spielfrei. Für Konzerte muß man sich glücklicherweise nicht qualifizieren, also stand ich vor einer Bühne.
In Köln spielte heute eine Band aus Manchester, die ich schon einige Male gesehen hatte, allerdings noch nie mit einer eigenen Show. Meine PINS-Premiere war beim Best Kept Secret Festival 2014, im vergangenen Jahr supporteten sie Sleater Kinney und Best Coast. Spätestens bei diesen beiden Konzerten hatten PINS sich in meinem Buch der guten Bands festgespielt. Daß ich mir den Auftritt im Blue Shell also nicht entgehen lassen würde... keine große Überraschung.
2014 machte die Band mir live Spaß, seitdem wird sie live aber immer noch besser. Im Vorprogramm von Sleater Kinney nicht sofort mit dem ersten Lied des Hauptprogramms wieder vergessen zu sein, ist schließlich schon eine Kunst.
Das Konzert im Blue Shell begann ohne Vorgruppe um kurz nach halb zehn. Schrecklich viele Zuschauer waren nicht gekommen, vielleicht 50. Das ist im Blue Shell besonders doof, da die Bands aus dem Backstage-Bereich durch den Saal auf die Bühne gehen müssen. Aber PINS spielten, als wären wir ein ausverkauftes Apollo.
Bei meinem ersten Konzert hatten mich PINS an Savages erinnert. Damals hat das vielleicht noch ein wenig gehinkt, heute gleicht vor allem der Gesang von Gitarristin Faith Holgate dem von Jehnny Beth. PINS sind eine Spur weniger wütend, die Song-Themen im Gegensatz zu Savages mehr Grrrl als Riot. Gemeinsam haben die beiden Bands aber zum Beispiel ihre vorzügliche Live-Qualität. Viele bessere englische Garagen-Bands kann man zur Zeit sicher nicht bei uns sehen.
PINS spielten neben Songs der beiden Platten und von Singles bzw. EPs das Misfits-Cover (Hybrid moments), das live gesetzt zu sein scheint, und ein neues Stück. Den Title hatte ich als als "Triple" verstanden (ein Fußball-Song?), das Lied heißt aber wohl Trouble.
Mit PINS kann man nichts falsch machen. Die Band werde ich vermutlich noch häufig sehen, bis mein Verein donnerstags wieder Fußball spielt.
Setlist PINS, Blue Shell, Köln:
01: Molly
02: Young girls
03: Curse these dreams
04: Shoot you
05: Too little too late
06: LuvU4Lyf
07: Trouble (neu)
08: Get with me
09: Girls like us
10: Mad for you
11: Oh Lord
12: Waiting for the end
13: Dazed by you
14: Hybrid moments (Misfits Cover) (Z)
Links:
- aus unserem Archiv:
- PINS, Köln, 02.11.15
- PINS, Antwerpen, 21.03.15
- PINS, Hilvarenbeek, 21.06.14
um
17:41
Konzert: Waxahatchee
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 08.06.2015
Dauer: Waxahatchee gut 50 min, Pinkwash 30 min
Zuschauer: etwa 80
Es ist schon fast wieder ein halbes Jahr her, daß wir wegen eines 45-Minuten-Konzerts einer Amerikanerin mit komischen Namen nach Brüssel gefahren sind. Natürlich war das keine Schnapsidee, Waxahatchee begeisterte uns Ende Januar sehr. Waxahatchee war damals nur Sängerin Katie Crutchfield und bei drei Liedern zusätzlich ihre Schwester Allison.
Vor zwei Monaten erschien das neue, mittlerweile dritte Album der Frau aus dem Süden der USA. Die Tour zur Platte führte Waxahatchee in einige deutsche Städte, die vorerst letzte Station war heute in Köln. Ich hatte gelesen, daß es diesmal ein Konzert mit Band sein sollte. Da "Band" ein dehnbarer Begriff ist, hatte ich keine konkreten Vorstellungen, was genau passieren würde.
Um 21:15 h begann zunächst einmal die Vorgruppe Pinkwash. Pinkwash* sind Waxahatchee Schlagzeugerin Ashley Arnwine und Sänger und Gitarrist Joey Doubek. Die beiden kommen aus Philadelphia und waren mir entschieden zu (hart)rockig. Hätte ich nicht hingesehen, hätte ich außerdem gedacht, daß Ashley singt. Joeys Gesang klang, als ahme ein Kind eine Frau nach. Nicht meine Tee-Tasse.

Als Waxahatchee - diesmal Katie und Allison, Ashley, eine Bassistin (Katherine Simonetti?) und ein Gitarrist (Keith Spencer?) - um fünf nach zehn auf die Bühne kamen, sah es anders als im Januar aus, es klang aber gleich. Das erste Lied (Chapel of pines von Katies Dritt- oder Viertband Great Thunder) spielte die Frontfrau ohne ihre Band, nur der Gitarrist spielte leise mit. Erst bei Under a rock (Eselsbrücke: Rock = laut) stiegen die anderen Musiker ein. Mir gefiel diese Bandversion der Waxahatchee-Musik noch einen Ticken besser als die Soloinstrumentierung in Brüssel. Wobei ich (ich kenne mein Gedächtnis) nicht ganz sicher bin, ob ich das nicht auch geschrieben hätte, wenn ich die beiden Konzerte in umgekehrter Reihenfolge erlebt hätte. Das beste Lied war nämlich Blue pt II, das Katie und Allicon gemeinsam sangen und das wieder nur von diesen beiden zarten E-Gitarren begleitet wurde, semiakustisch quasi.

Nach vier Liedern gab es ein Problem mit dem Klang. Der Soundmann schlug vor, eine kurze Pause zu machen und nachzubessern. Die Band verbrachte die Zeit mit ein paar Improvisationen. Als alles geflickt war, ging es weiter und klang (wie auch vorher) hervorragend.
Einzig, daß vom ersten Album so wenig gespielt wurde, störte ein wenig. Aber das ist wohl der Band-Sache geschuldet. Nach Ende des sehr kurzen Sets (gerade mal 40 min) ging die Band, nur Katie blieb auf der Bühne. Die Frau aus Alabama spielte als Zugaben noch drei Lieder alleine und nur das letzte (Noccalula) stammte von American weekend. Den Wunsch nach Liedern von P.S. Eliot kommentierte Katie mit "I don't remember these songs!"
Neben dem alles überstrahlenden leisen Blue pt II gefiel mir Peace and quiet von Cerulean salt ganz besonders. Das Ende des Stücks in dieser Bandfassung war wirklich fabelhaft!
Daß im Blue Shell vor allem "Fachpublikum" war, Leute, die man ganz regelmäßig bei guten Konzerten sieht, war kein Zufall. Daß das Publikum hinterher sehr zufrieden wirkte, auch nicht.
Setlist Waxahatchee, Blue Shell, Köln:
01: Chapel of pines (Great Thunder)
02: Under a rock
03: Misery over dispute
04: Waiting
05: The dirt
06: Lively
07: Brother Bryan
08: Less than
09: Poison
10: Grey hair
11: Blue pt II
12: Lips and limbs
13: Coast to coast
14: Peace and quiet
15: Bonfire
16: La loose (Z)
17: Tangled envisioning (Z)
18: Noccalula (Z)
Links:
- aus unserem Archiv:
- Waxahatchee, Brüssel, 31.01.15
* "Pinkwash" bezeichnet in den USA den Versuch von Unternehmen, das Thema Brustkrebs (mit diesen in Amerika so beliebten aufgedruckten Schleifchen, in diesem Fall pinken) für PR-Zwecke zu mißbrauchen. Vielen Firmen, die dies betreiben, wird von politischen Aktivisten vorgeworfen, damit gerade von umwelt- und gesundheitsgefährdenden Produkten bzw. Produktionen abzulenken. Der Bandname ist eine Abrechnung mit diesem Zynismus (Joey hatte seine krebskranke Mutter 14 Monate lang gepflegt).
um
12:32
Konzert: Motorama
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 20.05.2015
Dauer: 75 min
Zuschauer: gut 150
Seit wir mit dieser Konzertsache angefangen haben, bemühen wir uns vor allem darum, daß unsere Berichte ohne jede Objektivität* auskommen. Wer wissen will, ob ein Musiker technisch gut ist oder ein Instrument auf A, B oder C gestimmt ist, ist bei uns vollkommen falsch. Da empfehle ich dann Fachliteratur. Mit der unbedingten Subjektivität steigt leider aber die Verantwortung. Wenn ich von einer Band schwärme, macht das ja nicht zwangsläufig jeder andere auch. Ansonsten spielten When Nalda Became Punk in Stadien und Westernhagen im Autohaus. Mich macht es nervös, wenn Freunde einer meiner Schwärmereien auf den Leim gehen, zu einem Konzert mitkommen und es nachher vielleicht hassen.
Bei Motorama sollte ich es langsam eigentlich wissen. Die sind super, da kann nichts passieren.

Sie waren auch heute wieder super, gar keine Frage! Eine Woche nach meinem letzten Motorama Konzert (im tollen Kesselhaus im Schlachthof in Wiesbaden) war der 75 minütige Auftritt nicht die Spur langweilig, auch wenn die Setlist fast gleich war, da variieren Motorama einfach nicht viel. Anders als vor acht Tagen war die Stimmung. In Wiesbaden wurde das Konzert sehr ordentlich gefeiert, in Köln war es aber um Hausnummern ausgelassener. Ab To the south war der Abend im Blue Shell eine Tanzveranstaltung.
um
00:03
Konzert: Marika Hackman
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 10.05.2015
Dauer: Marika Hackman 55 min, Mari Mana gut 35 min
Zuschauer: etwa 40
Ihr werde immer wieder vorgeworfen, daß sie während eines Konzerts grimmig gucke, sagte Marika Hackman nach den ersten beiden Liedern am Sonntagabend. Das liege an der "sad, disturbing nature" ihrer Songs. Dazu sehe ein Lächeln einfach dämlich aus. Sie lachte dabei. Ohnehin schien die Britin viel Spaß an ihrem ersten eigenen Konzert in Köln zu haben, obwohl das Blue Shell schrecklich leer geblieben war. Dabei hatte die Sängerin aus Brighton 2013 Laura Marling im Stollwerck supportet und sollte damit in Köln nicht mehr unbekannt sein.
Ich war ehrlich gesagt auch nicht ganz sicher, ob es eine gute Idee sein würde, den Abend im Blue Shell zu verbringen oder ob ich mich nicht langweilen würde. Ich hatte Marika Hackman noch nicht gesehen. Beim End Of The Road Festival 2013 hatte ich ihrem Auftritt im überfüllten Tipi Zelt (das keines war - lange Geschichte) wegen der lustigen Bo Ningen aus Japan, die parallel spielten, ausgelassen.
Marikas im Februar erschienene Debüt-Platte We slept at last kannte ich auch nicht, es hätte also durchaus ein Ausflug sein können, den ich bereut hätte. Wurde es aber nicht. Gleich mit den ersten Lieder hatte mich* die Frau in der Jogging-Hose und dem Sweatshirt.** Spätestens beim vierten Lied (Deep green) war ich begeistert. Immer wieder erstaunlich, wie sehr man mit einer Gitarre und einer guten Stimme fesseln kann. Jedenfalls dann, wenn das Talent zum guten Songwriting ebenfalls reich vorhanden ist.
Marika wechselte zwischen zwei akusischen und zwei elektrischen Gitarren. Mir gefielen die Stücke mit E-Gitarre besser (Deep green, Animal fear), dachte ich. Zwei der größten Knüller des Abends (Skin, Ophelia) spielte die Britin aber auf einem der akustischen Instrumente.
Marika Hackmans Texte sind allerbeste Unterhaltung, sofern man nicht allzu lebensbejahend ist. Die Geschichten hinter Zeilen wie "Lovers are unkind", "I'm a broken ship, a sinking mast" oder "I have no head, the forest floor is my bed, the leaves that fall I use as a blanket, for my bones are as cold as lead" mag ich mir gar nicht näher ausmalen. Der Wald-Text stammt aus Monday afternoon, einem weiteren "dieser Mitklatsch-Lieder", wie Marika einleitete. Das Liebeslied handelt davon, in den Wald zu gehen, um die Liebe zu finden und beim Warten zu sterben. "Lay on your back, breathe it in, the sickly sweet of my rotting skin", kommt auch nicht in jedem romantischen Song vor. Während sie das Album geschrieben habe, habe sie so schlecht geschlafen, daß sie sich selbst ein Schlaflied geschrieben habe. Auch das (Claude's girl) spielte sie in dem kurzen aber extrem schönen Konzert.
Marika Hackman covert immer wieder fremde Stücke. Auf einer ihrer EPs ist auch eine Version von Burgundy von Warpaint. Leider spielte sie das nicht, stattdessen '81 von Joanna Newsom. Aber auch das war gelungen, kam allerdings nicht an die eigenen Songs ran.
Nach 55 Minuten war Schluß. Eine Zugabe spielte die Britin trotz sehr gewogenem Publikum nicht.
Natürlich war es eine gute Idee, den Abend im Blue Shell zu verbringen. Die morbiden Träume, die er verursachen wird, nehme ich dafür gerne hin.
Setlist Marika Hackman, Blue Shell, Köln:
01: Retina television
02: Drown
03: Cannibal
04: Deep green
05: Next year
06: Itchy teeth
07: Monday afternoon
08: Animal fear
09: Claude's girl
10: Ophelia
11: '81 (Joanna Newsom Cover)
12: Before I sleep
13: Let me in
14: Skin
15: Cinnamon
Links:
- aus unserem Archiv:
- Marika Hackman, Larmer Tree Gardens, 01.09.13
* Musikjournalisten-Sprache
** auf dem Land auch Sweetshirt
mehr Fotos später
um
14:40
Konzert: Honeyblood
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 01.10.2014
Dauer: 50 min
Zuschauer: 45
Stina Tweddale bewies bei ihrer T-Shirt Wahl schon einmal Geschmack. Die Honeyblood-Sängerin trug ein Shirt von Courtney Barnett - eine Verbindung, die ich nicht unbedingt erwartet hätte. Auch was die Einflüsse auf ihre eigene Musik angeht, ist die Schottin stilsicher. Best Coast sei eine Band, die ihr wichtig sei, und Best Coast ist auch das, was ich immer mal wieder aus den Stücken der jungen Glasgower Band raushöre.
Ich hatte Honeyblood im Juni bei Best Kept Secret Festival gesehen. Damals hatte die Band einen recht prominenten Platz im Tagesprogramm, wurde aber nicht von schrecklich vielen Menschen gesehen. Mir gefiel der kurze Auftritt, gegen das enorm gute Programm des restlichen Tages konnten Honeyblood aber nicht recht bestehen.
Nach dem Konzert lief die Debütplatte des Duos (das auch auf dem Cover ebgebildet ist) in meinem Radio eine Weile hoch und runter - und sie wird immer noch besser und besser. Im September stieg Schlagzeugerin Shona McVicar* aus und wurde zumindest vorübergehend durch Cat Myers ersetzt.
Das Blue Shell war um neun, als es ursprünglich losgehen sollte, noch sehr leer. In der halben Stunde bis zum wirklichen Konzertbeginn füllte es sich noch ein wenig, mehr als 45 Zuschauer waren aber nicht gekommen. Dabei hätte der Auftritt mehr Publikum verdient gehabt!
Ganz offensichtlich sind die beiden Musikerinnen sehr jung. Sicherlich ist der Stil, den Honeyblood bedienen, nicht schrecklich originell. Die komplexen Melodien mit vielen Tempo- und Rhythmus-Änderungen sind aber enorm pfiffig und hätten auf eine sehr viel erfahrenere Band hingewiesen. Bei mir hat das nicht funktioniert, weil ich die Musik der jungen Frau ja live kennengelernt habe. Ich wäre auch im Leben nicht darauf gekommen, daß Honeyblood aus Glasgow stammen, die Musik klingt amerikanisch in meinen ungebildeten Ohren.
Das Programm war etwa das gleiche wie im Juni. Nur hatten Honeyblood bei ihrem ersten Konzert in Deutschland mehr Zeit und konnten daher das komplette Album spielen. Honeyblood perform Honeyblood also. Während Braid Burn Valley (Blink, now you've missed it) zurecht erst als letzten Stück ins Konzert gerutscht ist, es ist das schwächste Lied der Platte und steht - wie ich in Dean Warehams schlauer Biographie gelernt habe - da, wo schwächste Titel eines Albums stehen, an vorletzter Stelle, war Joey live sehr schön.
Die großen Hits (und besten Lieder des Abends) waren aber Killer bangs, All dragged up mit seinem herrlichen Franz Ferdinand Stampf-Beat, Super rat und Fall forever.
Die Zugabe bestritt Stina alleine. Die beiden Frauen waren auf der Bühne geblieben, das passiert im Blue Shell oft, Schlagzeugerin Cat kletterte dann aber doch runter. "Cat kennt das Lied nicht!" Also spielte die Sängerin Kissing on you, die B-Seite von Bud alleine auf der Gitarre.
Mir gefiel der Auftritt von Honeyblood sehr gut. Die Band passt viel besser in Clubs wie das Blue Shell als auf Festival-Bühnen. Die neue oder vorübergehende Schlagzeugerin (Stina stellte sie als Tourdrummerin vor) gefiel mir deutlich besser als die, die vom Album lächelt. Ihr Spiel war viel dynamischer, das von Shona wirkte manchmal so, als schliefe die gleich ein. Am meisten beeindruckte mich aber die Souveränität, mit der die Band den 42-minütigen** Auftritt hinlegte. Shona wirkt, als spiele sie seit zehn Jahren Konzerte. Offenbar ist auch in dieser Beziehung Glasgow eine gute Heimatstadt - der die Sängerin aber das Lied (I'd rather be) Anywhere but here geschrieben hat.
Setlist Honeyblood, Blue Shell, Köln:
01: Fall forever
02: Biro
03: (I'd rather be) Anywhere but here
04: Bud
05: Fortune cookie
06: Joey
07: Choker
08: No spare key
09: All dragged up
10: Super rat
11: Braid Burn Valley (Blink, now you've missed it)
12: Killer bangs
13: Kissing on you (Stina Solo) (Z)
Links:
- aus unserem Archiv:
- Honeyblood, Hilvarenbeek, 21.06.14
* diese Namen!
** Standard-Zeit für den ersten Auftritt einer britischen Band. Es sind immer 42 min!
um
09:30
Konzert: Yuck
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 19.03.2014
Dauer: 55 min
Zuschauer: 40 - 50
Als Yuck nach 45 Minuten zur Zugabe zurückkamen, rief einer der viel zu wenigen Zuschauern einen Wunsch rein: "Middle Sea!" - "Middle Sea? Das hatten wir doch schon. Sollen wir das noch mal spielen?" - Dem Wünscher war das unangenehm. "I'm sorry!" - die Band hatte Spaß.
Spaß, obwohl kaum jemand da war. Weil es um neun ohne Vorgruppe losgehen sollte, war ich pünktlich da. So wie vier andere. Es füllte sich nach und nach noch etwas, mehr als gut 40 Leute wurden es aber nicht mehr bis halb zehn. Köln ist halt eine Europapokalstadt und gegen die Champions League (und ein paar Parallel-Konzerte) war kein Kraut gewachsen.
Eigentlich sollte ich Yuck nicht mehr mögen. Wenn eine Band den Sänger tauscht, verliere ich normalerweise das Interesse. Im April vergangenen Jahres war Daniel Blumberg ausgeschieden und wurde durch Max Bloom, den bisherigen Gitarristen ersetzt. Auch fällt die erste Platte ohne Daniel (die zweite der Band), die 2013 erschien, deutlich ab gegenüber der ersten. Auf dem Papier. Auf der Bühne überzeugten mich die Londoner trotzdem. Ob das an meinem miesen Gedächtnis (und der fehlenden Erinnerung an die "alten" Yuck) liegt, weiß ich nicht, das Konzert war jedenfalls toll und hätte ein größeres Publikum verdient gehabt. Wenn eine kleine Gruppe allerdings Ticketpreise jenseits der 20 € aufruft, sind dreistellige Zuschauerzahlen etwa so wahrscheinlich wie der Champions League Titel für Leverkusen.
Die Engländer spielten die erwartete Mischung aus Stücken beder Platten. Auch wenn mir einige der neueren Sachen überraschen gut gefielen (die eigentlich unscheinbare Zugabe Memorial fields oder das großartige Lose my breath zum Beispiel), sind die Hits die Lieder der ersten Platte. Meist singt Max, aber auch seine beiden Nachbarn Bassistin Mariko und der neue Gitarrist Ed haben Gesangsparts. Die Lieder, die Mariko singt - Lose my breath oder mein großer Liebling The wall - waren besonders klasse.
Als Yuck nach elf Liedern (darunter einem neuen Stück und dem New Order Cover Age of consent) verschwanden, hatte ich das Gefühl, sie seien gerade zwanzig Minuten auf der Bühne gewesen - der Auftritt war enorm kurzweilig! Nach der zweiten Zugabe Georgia war endgültig Schluß.
Schade, daß Yuck ein offenbar sehr optimistisches Management (oder wer auch immer für die Ticketpreisvorstellungen zuständig ist) haben. Ich würde die Band gerne häufiger sehen.
A propos nicht mehr sehen: leider nicht mitbekommen habe ich, wie der mögliche Mallorca-Sonnenbrille gegen T-Shirt Tausch ausgegangen ist. Sänger Max hatte bei einem Zuschauer eine neongelbgrüne Brille entdeckt und gelobt und gebeten, sie einmal ausprobieren zu dürfen. Das anschließende Angebot "wir können tauschen, die Brille gegen ein T-Shirt!", wollte er aber nicht direkt annehmen. Dabei stand sie ihm und lenke die Blicke etwas weg von seinen Kollegen. Während seine Frisur nämlich eher überschaubar ist, haben seine drei Kollegen im Schnitt einen Kubikmeter Haare auf dem Kopf. Wenn sich Yuck irgendwann trennen, wird die Frisur-Problematik vermutlich der Grund dafür sein.
Setlist Yuck, Blue Shell, Köln:
01: Holing out
02: Lose my breath
03: Another one (neu)
04: Out of time
05: Get away
06: Rebirth
07: Nothing new
08: Middle Sea
09: The wall
10: Age of consent (New Order Cover)
11: Operation
12: Memorial fields (Z)
13: Georgia (Z)
Links:
- aus unserem Archiv:
- Yuck, Köln, 13.12.13
- Yuck, Paris, 05.11.11
- Yuck, Haldern, 11.08.11
um
15:12
Konzert: Motorama
Ort: Blue Shell,Köln
Datum: 25.09.2013
Dauer: knapp 60 min
Zuschauer: ca. 150
Um kurz vor elf war Vladimir Parshin außer Atem und hatte nur noch ein Glas in seinem Brillengestell, und das war beschlagen. Das knapp einstündige Konzert hatte den Motorama-Frontmann gezeichnet - und mich erneut überzeugt, eine der spannendsten und besten Bands der letzten Jahre gesehen zu haben.

Motorama stammen aus Rostow am Don im tiefsten Russland, einem Land, aus dem nicht viele Indiebands den Weg nach Westeuropa finden. Stimmt mein Bild vom musikalischen Russland, sind Indiebands dort noch exotischer als bei uns. Also wären Motorama schon einmal per se erwähnenswert. Aber das reicht natürlich nicht, um uns hier nachhaltig zu beeindrucken. Diesen Part übernimmt die phänomenal gute Musik der Russen! Die beiden Alben Alps und Calendar und die beiden EPs Horse (2008) und Bear (2009) enthalten eine Unmenge an Ohrwürmern und Hits, melodieverliebte Lieder, die süchtig machen. Hätte ich nicht gewußt, woher sie kommen, hätte ich Motorama dem Hören nach nach Skandinavien (wegen Bands wie Tiger Lou oder Mary Onettes) oder nach England verortet.

Motorama begannen ihr Konzert um kurz vor zehn mit Lantern von der Bear-EP. Das Stück ist das einzige Lied, bei dem ich den zielzitierten (und schon lästigen) Ian Curtis-Vergleich des Sängers nachvollziehen kann. Lantern hört sich wirklich ein wenig an, als sei es ein (sehr gut gemachtes) Joy Division Cover. Ab da brauchte man schon viel (nein, richtiger: wenig) Phantasie, um immer wieder die Engländer als Referenz anzuführen. Motorama sind melodiöser und viel weniger melancholisch und wütend als Joy Division (die ich hier schon wieder viel zu oft erwähnt habe).

Motorama sind ein Quintett. Neben Vladimir gehören seine Frau am Bass, ein zweiter Gitarrist, ein Keyboarder und ein Schlagzeuger zur Band. Das ist für die kleine Bühne des Blue Shell schon eine große Mannschaft. Ich wusste von meinem ersten Konzert in Wiesbaden aber, daß Vlad nicht lange an seinem Platz stehen bleiben würde. Am Anfang stand er noch brav vorne in der Mitte mit Blick nach rechts zu seiner Frau. Beim zweiten Lied White light (von Calendar) nahm er das Mikro vom Ständer und hängte stattdessen seine Gitarre oben an das Gestell - ein erster Ausblick auf die Ausbrüche, die noch kommen sollten.

Zunächst folgten aber noch ruhigere Lieder, allesamt Hits. To the south, Eyes, Far away in the city, Stücke, in die ich mich unsterblich verliebt habe. Bei Scars flog die Brille runter und die Gitarre auf den Boden. Der Sänger wurde extrovertierter. Der erste richtige Ausbruch kam in der Mitte von Alps. Irgendwann schrie es aus Vlad raus, das Stück wurde lauter und lauter. Bei During the years danach sprang der Musiker mit dem kahlrasierten Kopf in die Menge. Irgendwann flog das Brillenglas raus - jemand wies Vladimir darauf hin, er konnte es retten. Weiter ging es einäugig und außer Atem. Und laut und wild und großartig. Nach Anchor, bei dem der Frontmann seine Gitarre mit den Saiten zur Brust umhatte, war Schluß. Viel zu früh für meinen Geschmack. Es reichte aber ein Blick ins Gesicht des erschöpft schräg am Verstärker (mit Delphin-Foto geschmückt!) lehnenden Sängers: der war platt! Restlos!

Trotzdem gab es eine Zugabe, das unverschämt ohrwurmige Warm eyelids, zu dem Vlad eine Blechtröte in Form eines Tiger- oder Bärenkopfes ...trötete. Das klingt komisch, machte aber wie alles* an diesem Abend enorm viel Sinn! Gottseidank wurde dieses fabelhafte Konzert mit vielen Zuschauern belohnt. Wer 2.800 km von der Heimat entfernt so grandios aufspielt, verdient ein großes, glückliches Publikum. Und der kommt hoffentlich bald zurück, so ganz uneigennützig bemerkt.
Sicheres Jahres-Top-5-Konzert!
Setlist Motorama, Blue Shell, Köln:
01: Lantern
02: White light
03: To the south
04: Letter home
05: Eyes
06: Young river
07: Scars
08: Rose in the vase
09: Far away in the city
10: Winter at night
11: Empty bed
12: Alps
13: During the years
14: Anchor
15: Warm eyelids
Links:
- aus unserem Archiv:
- Motorama, Esslingen, 05.03.13
- Motorama, Wiesbaden, 06.03.13
- Motorama, Wiesbaden, 06.03.13
- Motorama, Paris, 25.02.13
- Motorama, Paris, 27.11.12
Tourdaten Motorama:
26.09.13: Münster, Gleis 22
27.09.13: Hamburg, Knust (Reeperbahn Festival)
28.09.13: Berlin, Astra (Berlin Independent Night)
29.09.13: Leipzig, Kafic
30.09.13: Jena, Café Wagner
01.10.13: Würzburg, Cairo
02.10.13: Swamp, Freiburg
* das "alles" bezieht sich auf das Hauptprogramm. Die Elwins aus Kanada als Vorgruppe überzeugten mich mit ihrem Highschool-Rock nicht, das Konzert langweilte mich. Man muß ihnen aber zugute halten, daß sie für ordentlich Stimmung gesorgt haben (Job erfüllt). Außerdem hatte der rechte Gitarrist der höflichen Kanadier eine dieser Schnurrbart-Brille-lustige-Nase-Kombinationen an, die es früher in jedem gutsortierten Scherzartikelladen zu kaufen gab!
um
09:55
Konzert: James Walsh
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 12.07.2013
Dauer: 90 min
Zuschauer: ca. 120 - 140
von Petra aus der Nähe von Köln
Blue Shell, Köln, ein nicht zu heißer Sommertag. Perfekt für einen guten Gig in der wohlbekannten Location.
Das Blue Shell ist noch ziemlich leer, als wir es um kurz vor acht betreten. James Walsh, der ehemalige Starsailor Frontman, gut aufgelegt, durchaus in der Stimmung auf eine kleine Plauderei vor seinem Konzert. Ein sehr sympathischer Typ, der auf den ersten Eindruck so gar nichts von dem schüchternen Musiker an sich hat, als der er mir beschrieben wurde!
Ich muss gestehen, dass ich etwas unbedarft und völlig unvorbelastet zu diesem Konzert gegangen bin. Die Band Starsailor war für mich bis jetzt doch eher Neuland.
Auf James Walshs Soloprojekt bin ich eher zufällig durch seine Zusammenarbeit mit Donny Little und Mick McDaid den Bandmitgliedern von Paolo Nutini, sowie Jim Duguid, Paolos ehemaligem Drummer, aufmerksam geworden. Und das, was ich da hörte, gefiel mir richtig gut. So gut, dass ich mich sehr freute, als James eines seiner wenigen Solokonzerte in Deutschland für das Blue Shell ankündigte. Es war klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen konnte.
Eine gute Stunde später, um kurz vor neun war es dann endlich soweit. Unter großem Beifall betrat James die Bühne. Und legte sofort los. Er brauchte nicht viel, um sein Publikum mitzureißen. Ein Mann, seine Gitarre und eine kraftvolle, außergewöhnliche Stimme, welche das gesamte Konzert durch begeisterte!
Schon beim ersten Lied Good Souls war klar, dass das Konzert sowohl eine Reise in die musikalische Vergangenheit als auch in die Gegenwart von James Walsh werden würde. Die Auswahl der Starsailor Songs haben mir in akustischer Version vorgetragen übrigens so gut gefallen haben, dass ich sie jetzt auch in der Bandversion für mich entdecke.
Was folgt ist ein weiterer Titel aus „alten Zeiten“. Die begeisterten Fans der ersten Stunde erkennen es wohl sofort. Tell Me It’s Not Over bleibt auch mir sofort im Gehörgang hängen.
Auch auf der Bühne bestätigt sich schnell der erste Eindruck eines sehr netten Musikers, der seine Kunst mit großer Spielfreude vorträgt. Immer ein Lächeln im Gesicht plaudert er munter zwischen den Liedern, macht Scherze und gibt Erklärungen zu einzelnen Stücken ab. Wenn es denn überhaupt nötig ist.
Der dritte Titel Precious Stolen Moments ist auf James’ neuer EP Time Is Nigh zu finden. Ein eingängiger Titel, den ich sehr gelungen finde. Auch er wird mit einer Leichtigkeit vorgetragen, dass es einfach nur Spaß macht, dabei zu sein. Ein gut gelauntes Publikum genießt den Abend sichtlich.
Bevor James sich mit Start Again, dem einzigen gespielten Song seines 2012 erschienen Albums Lullaby zuwendet, erfreut er seine Zuhörer erneut mit einem Hit aus Starsailor Zeiten, Poor Misguided Fool, gefolgt von Be That Man. In The Crossfire muss ich wohl als einzigen Titel erwähnen, der mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat. Das wurde aber gleich von dem sehr charmant angekündigten, wunderbaren Summer Dress wettgemacht, das ebenfalls auf der empfehlenswerten EP zu hören ist. Wie der Titel schon erahnen lässt, wie gemacht für einen schönen Sommertag!
James Walsh hat mich wirklich beeindruckt! Ein Musiker seiner Klasse der sich nicht zu schade für ein gelungenes Cover ist. Und dann noch von U2! Still Haven’t Found What I’m Looking For und danach der einzige Song von Starsailor, der sogar mir bekannt war. Four On The Floor war nicht zu unrecht ein großer Erfolg für die Band und verführt noch immer zum mitsingen und tanzen. Gefolgt von Silence Is Easy, ein tolles Lied aus großen Zeiten der Band!

James Walsh gönnt sich eine sehr kurze Pause und lässt sich nicht lange vom begeisterten Publikum noch dreimal zurück auf die Bühne bitten. Und noch immer kommt er mit einer Leichtigkeit herüber, dass man die Zugaben sehr genießen kann. Alcoholic war ein Highlight des Abends und eine Premiere für mich. Ich finde das Lied richtig gut! Mit Stand By Me wagt sich James noch einmal an ein Cover heran, das großen Anklang findet. Ganz besonders freute mich auch, We Could Try live hören zu können. Mit Fever beschloss der ehemalige Frontman von Starsailor sein Solo Konzert in Köln.
Ich bin mir sicher, ich war nicht die einzige Zuschauerin für die es gerne noch ein wenig so hätte weiter gehen können. Aber ich habe James auch seinen „Feierabend“ gegönnt! Schnell in ein neues T-Shirt geschlüpft hat er sich schnell wieder unter seine Fans begeben, um seine EP zum Kauf anzubieten, Autogramme zu schreiben und andere Wünsche zu erfüllen. Immer noch besten gelaunt. Wie ich feststellen musste, ein sehr bekannter Musiker, frei von jeglicher Überheblichkeit. Er hat sich seinem Kölner Publikum als das präsentiert, was er ist – ein sehr sympathischer Künstler ohne irgendwelche Starallüren und ein verdammt talentierter Musiker, der sehr gut in der Lage ist ein Konzert ohne irgendwelchen Schnickschnack auf hohem Niveau darzubieten. Danke für diese fantastische Show, James. Du hast einen Fan mehr!
Setlist James Walsh,
Blue Shell, Köln:
01: Good Souls
02: Tell Me It’s Not Over
03: Precious Stolen Moments
04: Poor Misguided Fool
05: Be That Man
06: Lullaby
07: Start Again
08: In The Crossfire
09: Summer Dress
10: Still Haven’t Found What I’m Looking For (U2 Cover)
11: Four To The Floor
12: Silence Is Easy
13: Alcoholic
14: Stand By Me (Ben E. King Cover)
15: We Could Try
16: White Flag (Dido Cover)
17: Love is here
18: Fever
um
00:53
Konzert: On An On
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 09.05.2013
Zuschauer: rund 65 (bei der Vorgruppe ein paar mehr als bei On An On)
Dauer: On An On 52 min, Woman 30 min
Die schönste Szene des kurzen, feiertäglichen Konzertabends ereignete sich bereits bei der Vorgruppe. In einer Liedpause rief einer der Zuschauer "wie heißt ihr denn eigentlich?", worauf sich die drei Musiker kurz anguckten und das nächste Lied anstimmten. Woman aus Köln wollten sich nicht vorstellen.
Die Musik der (aus drei Männern bestehenden) Band war sehr elektronisch, mit oftmals verzerrtem Gesang und stark funkigem Element. Meins war sie nicht, beim Publikum kamen Woman jedoch gut an, viele schienen aber die Bandmitglieder auch näher zu kennen. Wer nicht dazu zählte, wurde nicht mit Informationen überhäuft. Als die Musiker von der Bühne kamen, fragte ein Zuschauer "findet man euch auch im Internet?" und bekam ein "ja" zur Antwort. Tut mir leid, daß ich das wohlgehütete Geheimnis um den Namen hier preisgegeben habe, aber wir verstehen uns auch irgendwie in der Tradition großer Journalisten wie Ulrich Meyer.
Die Hauptgruppe On An On stammt aus Chicago und Minneapolis und ist bei City Slang unter Vertrag. Ihre Musik wird mal als Dreampop, mal in der Nähe von Yeasayer oder Broken Social Scene angesiedelt. Ich habe Percussionelemente von Vampire Weekend rausgehört und von meinen Konzertbekannten kam beim letzten Stück (Every song) "das ist das Coldplay-Lied." Ob diese Einordnungs-Mischung weiterhilft? Ich denke nicht. Bei Musik ist es eben wie bei Äpfeln, das beste Urteil entsteht beim Verzehr.
On An On spielten heute zu viert (um den Live-Schlagzeuger erweitert). Hauptsänger ist Gitarrist Nate Eiesland, den Keyboarderin Alissa Ricci immer wieder (leider sehr leise) stimmlich begleitet. Bei zwei oder drei Stücken singt Bassist Ryne Estwing mit sehr hoher Stimme. Cops vom Debütalbum oder das Flaming Lips Cover Buggin' als Zugabe bekamen dadurch den Touch Yeasayer, der der Kritikerkollege vielleicht rausgehört hatte.
Neben neun Songs und dem Flaming Lips-Stück spielten On And On mit Unison von Björk ein weiteres Cover und beendeten nach gut 50 min ihren schönen Auftritt. "Wir haben leider nur eine 45 min Platte und können nicht mehr spielen", klagte Ryne, der den Abend (amerikanisch) überschwenglich als "special" und "besten der Tour" bezeichnete.
Es war wirklich ein schönes Konzert, das sehr viel mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Aber offenbar war es nicht schrecklich gut angekündigt und wurde vor ein paar Tagen vom Gebäude 9 runterverlegt. Auf der Suche nach einem Ticket hatte ich gestern selbst auf den beiden großen Onlineseiten für Tickets nichts gefunden. Da überrascht es ja eigentlich dann nicht, daß der Vorverkauf schlecht läuft.
Setlist On And On, Blue Shell, Köln:
01: The hunter
02: War is gone
03: American dream
04: All the horses
05: Bad mythology
06: Cops
07: Unison (Björk Cover)
08: Panic
09: Ghosts
10: Every song
11: Buggin' (The Flaming Lips Cover) (Z)