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Freitag, 30. November 2018

My Brightest Diamond, Paris, 23.11.18

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Konzert: My Brightest Diamond
Le Point Ephémère Paris
Zuschauer: etwa 300


So eine rundum locker-ausgelassene Stimmung gibt es eigentlich viel zu selten bei Konzerten, zu denen ich sonst so gehe. Bei My Brightest Diamond in Paris wurde vorher, -während und auch hinterher getanzt. Schon die Einlaufmusik war tanzbar und während noch ein paar Leute verdutzt auf die Bühne starrten, wo man My Brightest Diamond nicht sah, sondern lediglich ihre Stimme vom Band hörte, bahnte sich die zierliche rotgefärbte Sängerin ihren Weg durch das überraschte Publikum. Der Titel passte perfekt zu der Situation: It's me on the Dance Floor






In den letzten Jahren ist die Musik der hochtalentierten Amerikanerin in der Tat immer elektronischer und discolastiger geworden, was auch mit praktischen Aspekten zu tun. Das Reisen mit Ukulele, Autoharfe und und und ist Shara irgendwann zu beschwerlich und zu teuer geworden und so ist sie wieder dazu übergegangen, als Duo mit reduziertem Instrumentarium zu funktionieren und gewisse Passagen und speziell die Chorgesänge vorher aufzunehmen.  Schon im April hatte sie vor Dominique A auf diese Weise und in dieser Konstellation nur mit einem Schlagzeuger gespielt, an jenem Freitagabend im November was das ebenso der Fall. Und der Bursche war wirklich verdammt gut, Jharis Yokley hiess er, ein toller Trommler.



Und weil Shara Frankreich, seine Kultur und seine Sprache liebt, hatte sie sich erneut die Mühe gemacht, ein paar ihrer Songs ins Französische zu übersetzen. Aus This Is My Hand wurde Ceci est ma main, aus Another Chance wurde Une autre Chance, Champagne blieb Champagne. Die drei Lieder spielte sie hintereinander weg, bevor sie wieder ins Englische wechselte.




Was auch wechselte, war die Stimmung der Lieder, denn im Lauf des Sets wurde das Ganze immer mal wieder deutlich gitarrenlastiger. Shara hatte sichtlich Spass daran, ihre Elektrische aufheulen zu lassen und in die Luft zu reissen und zu zeigen, dass die Indierocklady in ihr noch sehr lebendig ist.



Besonders wild wurde es bei Dorian und Inside a Boy, da zeigte die in einem kurzen goldenen Glitzerkleid performende US-Amerikanerin, welch ein Vulkan in ihr brodelt. Schon das mysteriöse Gitarrenintro wurde von den Fans gefeiert und in der Folge hörten wir Riffs die man definitiv als heavy bezeichnen konnte. Gepaart mit ihrer Sopranostimme war das unwiderstehlich.



Und da gegen Ende auch der Blogothèque Mitbegründer Chryde im Publikum stand, widmete sie diesem und ihrem kleinen, inzwischen siebenjährigen Sohn die hinreissende Ballade I Never Loved Someone. Erstaunlich wie sie es schaffte, nicht ins Kitschige abzudriften, obwohl die Grenze manchmal stimmlich und textlich angetestet wurde. Josh T. Pearson, der auch im Publikum stand, sagte hinterher, er habe noch nie in seinem Leben ein schöneres Lied gehört. Wer sich fragt, warum Shara dem Blogothekler Chryde diesen Song widmete, sollte sich das 2011 in Berlin gedrehte Video ansehen, da kullern am Ende bei allen Beteiligten die Tränchen. Clyde hatte das Video zusammen mit Vincent Moon gefilmt.



Die beiden Zugaben waren auch noch mal hochkarätig. Der alte mit viel Theatralik performte Klassiker Be Brave mit seiner spannungsgeladenen Atmosphäre, die sich gegen Ende des Songs mit krachenden Gitarren und einem ekstatischen Gesang auf herrliche Weise entlud und das diskolastige White Noise setzten dem Konzert die Krone auf. Supportact Ian Chang war inzwischen hinzugestoßen und trommelt in einer sehr experimentellen Phase eifrig mit. Auch ein Rapper namens  Napoleon Maddox hatte seinen Auftritt.



Sie war so gutgelaunt, dass sie einige Fans noch während des Konzertes drückte und abbusselte und in der Menge zwischen den Fans nach dem Konzert weitertanzte, als schon längst Musik vom Band lief. Ob sie das bei anderen Konzerten ihrer aktuellen Tourné auch gemacht hat, weiss ich nicht. In Paris war es schliesslich eine Releaseparty ihres neuen Albums A Million and one, so etwas musste eben gebührend gefeiert werden. Passend dazu gab es kleine, auf der Innenseite signierte, Hütchen für ein paar Fans.



Setlist:
01: It's me on the dance floor
02: Ceci est ma main (This is my hand)
03: Une autre chance (Another Chance)
04: Champagne
05: You wanna see my teeth
06: Sway
07: Supernova
08 Mother
09: White Noise
10: Dorian
11: Inside a boy
12: I have never loved somebody
13: Be brave
14: White noise

Aus unserem Archiv:
My Brightest Diamond, Lille, 20.11.18
Shara Nova, Hamburg, 23.08.18
Shara Nova, Antwerpen, 05.01.18
My Brightest Diamond, Paris, 13.02.15
My Brightest Diamond, Haldern, 08.08.14
My Brightest Diamond, Eindhoven, 07.02.14
My Brightest Diamond, Straßburg, 30.03.12
My Brightest Diamond, Paris, 28.03.12
My Brightest Diamond, Berlin, 24.11.11
My Brightest Diamond, Haldern, 13.08.11
My Brightest Diamond, Paris, 07.10.08
My Brightest Diamond, Haldern, 08.08.08
My Brightest Diamond, Evreux, 27.06.08
My Brightest Diamond, Paris, 22.04.08
My Brightest Diamond, Paris, 02.10.07
My Brightest Diamond, Paris, 26.02.07

Mittwoch, 24. Oktober 2018

The Wedding Present, Paris, 22.09.18

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Konzert: The Wedding Present
Ort: Point Ephémère, Paris
Datum: 22.09.18
Zuschauer: zwischen 250 und 300



Wenn man die Konzertreisen von The Wedding Present in den letzten 10 Jahren mitverfolgt hat, konnte man schön sehen, wie die eigene Lebenszeit verstreicht. Da sie etwa ein mal pro Jahr nach Paris kommen, stellt man immer wieder erstaunt fest, wie schnell ein Jahr vergeht. Waren sie nicht erst kürzlich hier? Um 30 Jahre George Best zu feiern? Ach so, das war im November 2017! Auch schon wieder 10 Monate her, verrückt wie die Zeit fliegt!




Und witzigerweise stammte dann auch gleich das erste Lied des Abends von Georg Best. Everyone Thinks He Looks Daft ist ein Klassiker, ein veritabler Ohrwurm, der das Konzert auf schwungvolle Wiese lancierte. Aber die Weddos können auch gar nicht anders als schwungvoll und dynamisch. Ihre Konzerte ähneln mehreren hintereinanderfolgenden Sprints, jedes Lied ist noch schneller als das vorangegangene und Dave Gedge bearbeitet seine Gitarre immer wie ein gedopter Leichtathlet. Ich glaube der Mann braucht das einfach. Dieses sich Abschrammeln an seiner Elektrischen. Ein Lebenselixier für ihn. Eigentlich könnte er sich ja langsam zur Ruhe setzen oder zumindest etwas kürzer treten, aber Gedge zieht sein Tourprogramm Jahr für Jahr gnadenlose durch. Etliche Begleitmusiker konnten seinem Tempo nur eine Weile lang folgen, Wechsel im Personal gab es in der Historie der Band reichlich.





Auch heuer wieder wurden wir mit einem neuen Line Up überrascht. Anstatt der blonden Danielle Wadey, die inzwischen Gitarre spielt, zupft nun die brünette, bereits auf Studioaufnahmen von Going Going präsente Melanie Howard den Bass. Eine hübsche junge Frau mit zarten Gesichtszügen und einem gothisch angehauchten schwarzen Look, die sehr dezent, fast schüchtern, agierte. Drummer Charles Layton, der schon seit 13 Jahren dabei ist, ging da ganz anders zu Werke. Er knallte drauf wie ein Besessener und zog auch wieder urkomische Grimassen. Danielle Wadey schien ihre Funktion als Gitarristin zu geniessen. Ihre Rolle in der Band ist wichtiger geworden, sie steht jetzt mit Dave an vorderster Front und sang auch immer wieder ein paar Vocalparts. Hübsch anzusehen ihre Kleidung, ein güldenes enges Kleid und flache Glitzerschuhe.


Die Ansagen und Kommentare zwischen den Songs machte aber immer nur der Chef persönlich. Nicht, dass er ausufernde Reden hielt, das nicht, aber er gab immer mal kurze Erklärungen zur Genese der Stücke und von welchem Album sie stammen. In einer recht witzigen Szene zeigte er auch seinen zynischen Humor, als er nach einem Zug aus der Pulle seine edelstählerne Trinkflasche anschaute und grinsend sagte: "Ist nicht aus Plastik. Ich vermeide jetzt Plastik. Ok, ich mache ab und zu Flugreisen, aber zumindest versuche ich umweltfreundlicher zu sein."

Sprachs augenzwinkernd, schnappte sich seine Gitarre und schrammelte wieder drauf los.


Die Setlist ging diesmal quer durch den Garten, quasi jedes Album wurde mit mindestens einem Song bedacht, Bizarro sogar mit drei an der Zahl. Don' Talk Just Kiss, in der Anfangsphase gespielt, stammte z. B. von jenem Machwerk. Nach wie vor ein dufte Titel, der teilweise sehr grungig und aggressiv wird und wurde, aber auch immer mal wieder mit Tempowechseln aufwartete. "I wann wake up in you." sang Dave an einer Stelle. Wie er das wohl meinte? Ob das jugendfrei war?

Lovenest stach ebenfalls hervor. Ein Song mit einem langen Intro , eher mittelschnell als rasant, aber sehr punkig und mit vielen überraschenden Wendungen.

Und dann gab es auch Lieder von seltener gespielten Alben: Ringwall To Seatac von Take Fountain, Boo Boo von El Rey, oder Bear von Going, Going.

Die packendsten Tracks hatten die Weddos aber in die Schlussphase gepackt, da kamen  altbekannte Kracher wie My Favourite Dress, Kennedy ("too much apple pie") und Take Me! hintereinander weg. Das letzte Stück endete in einer irre langen Instrumentalphase und wurde voll ausgekostet.

Zugaben gab es danach natürlich keine, das sind wir von The Wedding Present auch nicht anders gewohnt.

Wieder mal ein starker Auftritt der Briten, die danach auch noch durch Deutschland tourten. Vielleicht wart ihr dabei und könnt uns eure Eindrücke schildern? Im Gebäude 9 in Köln war es sicherlich toll, davon gehe ich mal aus!



Setlist

Everyone Thinks He Looks Daft

Once More
Don't talk, Just Kiss
Blue Eyes
Lovenest
Ringway To Seatac
You Should Always Keep in Touch With Your Friends
Boo Boo
Gazebo
Heather
Pourquoi es tu devenue si raisonnable?
You Jane
Niagara
Getting Nowhere Fast
Bear
Flying Saucer
My Favourite Dress
Kennedy
Take Me!




Montag, 10. Februar 2014

Therese Aune, Samaris, Festival Air d'Islande, Paris 01.02.14

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Konzert: Therese Aune, Samaris und Mono Town- Festival Air d'Islande
Ort: Le Point Ephémère, Paris 
Datum: 01.02.14
Zuschauer: ausverkauft



Mit dem flotten Pagenschnitt hatte sie bei mir sofort gewonnen. Sympathie-und Schönheitspreise zumindest. Aber auch sonst wusste sich die junge Therese Aune schnell zu behaupten. Obwohl Norwegerin, trat sie beim Festival Air d'Islande auf. Sie war als erste von drei Acts in Rennen gegangen, hatte aber das Glück bereits zu recht früher Stunde vor voll besetzten Rängen zu spielen. Das recht kleine Point Ephémère platzte an jenem Samstag fast aus allen Nähten. Ich hatte massive Probleme, mich nach vorne durchzukämpfen. Aber vordrängeln können wir Deutsche ja wie keine zweite Nation, so daß ich irgendwann recht nahe dran war. Einzig der Betonpfeiler am rechten Rand der Bühne versperrte mir etwas die Sicht auf Therese, die auf ihrem Klavier klimperte und dazu kindlich, aber sehr eindringlich und langgezogen sang. Eine ganz besondere Stimme, die mich dennoch an die anderer Sängerinnen erinnerte. Welche genau, fand ich aber auch nach längerem Nachdenken nicht heraus. Sopa & Skin& Coco Rosie, Tegan & Sara, Joanna Newsom? Es gibt noch eine passendere Referenz, aber ich kam nicht drauf.

Wundervoll war  das Pianospiel Thereses, in vielen Phasen fast klassisch anmutend, so ähnlich also wie bei Agnes Obel. Anders als Agnes aber versprühte Therese viel Feuer und Temperament, ihre Stimme hatte viel Druck. Man merkte, daß da ein Mädel am Start ist, die sich Gehör verschaffen will. Dabei musste sie heute die Abwesenheit ihrer kompletten Band kompensieren. Normalerweise hat sie eine Gruppe mit vier zusätzlichen Musikerinnen an Schlagzeug, Tuba, Cello und Violine um sich. Natürlich fehlten deshalb ein paar Feinheiten udn Varianten in ihrem Set, aber auch solo beeindruckte Therese. Die Songs waren einfach gut, so herrlich dramatisch, cinematographisch, melancholisch. Von ihnen ging eine sehr spezielle, enorm warme und berührende Atmosphäre aus. In guter Erinnerung geblieben ist mir Sometimes, ein sehnsüchtig sentimentales Schmankerl mit glockenartigen Syhnties und einer großartig intonierenden Therese Aune, die eine erstaunliche stimmliche Bandbreite zeigte. Auch Myself As A Child ging unter die Haut, klang live viel roher und ungestümer als auf dem fein arrangierten Album Billowing Shadows Flickering Light.


Der Silent Song folgte noch, bevor mit einem herzerweichenden Stück am Harmonium abgeschlossen wurde. Broken Bird hieß er und diese entzückende Ballade beendet auch das Album von There. Man soll eben aufhören, wenn es am schönsten ist...






Dann kamen Samaris. Ein wohlklingender Name. Und auch das, was die dreiköpfige Band musikalisch zeigte, verdiente dieses Attribut. Die drei jungen Menschen aus Island schufen einen ungemein feinen, feenhaften, verwunschenen Elektrosound, den sie auch choregraphisch wunderbar umsetzten. Sängerin Jófríður Ákadóttir, uns Musikfans als Teil des formidablen Schwesternduos Pascal Pinon bekannt, verzückte nicht nur durch ihren sehnsüchtigen Hauchgesang im Stile von Björk, sondern auch durch ihre unschuldige Präsenz, ihren charmanten Tanzstil und ihren Look. Auf Socken agierte sie auf der Bühne und den dünnen langen Körper hatte sie in eine Art Nachthemd gehüllt. Ihren blonden Schopf krönte ein silbern glänzender Haarschmuck. Traumhaft.

Wie eine Schlafwandlerin schlich sie hin und her, sang (für mich) Unverständliches, aber wahnsinnig Schönes auf isländisch und begeistere mich auch durch ihre Gestik, z.B. durch das Verschränken der Hande und Arme hinter ihrem Kopf.




In der Mitte machte sich ein junger Bursche namnes Þórður Kári Steinþórsson hinter Synthies zu schaffen. Er kreierte einen flotten Loungesound, in dem es auch mystische Töne und spannende Geräusche zu hören gab.

Rechts außen spielte ein Mädel (Áslaug Rún Magnúsdóttir) mit güldenem Brokatmantel, weißen Nike Turnschuhen und dunkelvioletten Lippen Klarinette. Ihr Spiel bereicherte die Musik von Samaris ungemein, es gab ihr eine klassische, aber auch verwunschene Note, so als würde man in einem Wald voller Fee stehen. Es war herrlich.

Knapp vierzig Minuten dauerte das Set, das mit fabelhaften Stücken des Debütalbums gespickt war. Alles auf isländisch gesungen, aber das war nicht weiter schlimm, entscheidend war die geschaffene Atmosphäre, die meine Nachbarin beim Konzert als aus einem Film von Lars von Trier entlehnt, beschrieb. Das Spannende war der gleichzeitig entstehende Eindruck von Sinnlichkeit und Unschuld, zwei an sich gegensätzliche Dinge, die Samaris aber sehr wohl zu vermitteln wussten.

Allein der letzte Songs dauerte stolze 9 Minuten, triumphierte mit ultraflotten Tanzbeats und dem gespressten Gesang von Jófríður Ákadóttir. Sie schien in Trance zu sein, nahm ihre Umwelt nicht mehr war. Beindruckend.

Für die Füße waren allerdings dann die Jungs von Mono Town. Das klang nach britischen Softrockbands, aber in der Lightvariante. Also eine Art Coverband von Acts wie Travis, Snow Patrol, Cold Play, I Am Kloot und so weiter. Fürchterlich. Verlieren wir also keine weiteren Worte darüber.



Sonntag, 8. Dezember 2013

Dean Wareham, Paris, 07.12.13

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Konzert: Dean Wareham
Ort: Point Ephémère, Paris
Datum: 07.12.2013
Dauer: Dean Wareham gut 70 min, Papercuts knapp 35 min
Zuschauer: 170 bis 200 



Wenn ich gefragt würde - ich werde aber leider nie danach gefragt - welche fünf Bands die wichtigsten meines Lebens wären, Galaxie 500 wäre immer dabei. Das Trio aus Boston, das sich 1990 nach drei Platten in drei Jahren schrecklich früh auflöste (altes Problem: eine Band, die aus einem Paar - Naomi Yang und Damon Krukowski - und einem weiteren Musiker - Dean Wareham - besteht, kann langfristig nicht funktionieren), hat diesen Liebling-Job bei mir seit den ersten Liedern, die ich von ihnen Ende der 80er Jahren gehört hatte, sicher. Im Gegensatz zu fast allen anderen Lieblingsbands hatte ich Galaxie 500 damals live gesehen (auf der Loreley beim Bizarre Festival), ich erinnere mich aber leider nicht mehr an dieses Konzert.


2010 beim von Belle & Sebastian veranstalteten Bowlie 2 stand der Frontmann, der die Jahre nach dem Split mit seiner neuen Band Luna zugebracht hatte, als "Dean Wareham plays Galaxie 500" im Programm. Ich war im Vorfeld skeptisch, nach ein paar Takten Flowers aber noch einmal neu verliebt und hatte mich nicht nur nach diesem Konzert gefragt, warum Galaxie 500 nicht den gleichen Stellenwert wie Gruppen wie  Nirvana haben. Und mir die Antwort gleich selbst gegeben: weil die Musikwelt enorm ungerecht ist - und weil Marketing offenbar nie Dean Warehams Stärke war. 

Vor einiger Zeit wurde Solomaterial des gebürtigen Neuseeländers Wareham angekündigt. Obwohl der Sänger seit 25 Jahren unzählige Platten (zuletzt als Dean & Britta mit seiner Frau und Ex-Luna-Bassistin Britta Phillips) veröffentlicht hat, sind die im September erschienene Single Love is colder than death und die nachfolgende EP Emanzipated hearts erstaunlicherweise die ersten Veröffentlichungen von Dean Wareham. 


Love is colder than death war für mich Liebe auf den ersten Blick. Das Lied ist schlicht grandios. Auch die anderen Stücke der EP überzeugen vollkommen, die Vorabsingle steht aber über allem.

Als Dean Wareham eine kurze Europatour ankündigte und keine Deutschland-Termine dabei waren, war eines der beiden Londoner Konzerte meine erste Wahl. Am Tag des Konzerts musste ich die Pläne kurzfristig ändern und stattdessen auf Paris umbuchen. Auch die Musiker hatten Probleme, in die St Pancras Old Church zu kommen, am Nachmittag twitterte Britta aus einem Zug, daß sie Hilfe benötigten, um es zum Konzert zu schaffen, weil der Zug bei Manchester sturmbedingt stillstehe. Die Band schaffte es nach London - und ich nach Paris in den Point Ephémère, einen kleinen Laden am Kanalufer, der vielleicht 250 Zuschauer fasst, leider aber nicht ausverkauft war.


Um halb neun begann das Vorprogramm zunächst mit drei Sololiedern des Supports Papercuts. Jason Robert Quever aus San Francisco, der sich hinter diesem Namen verbirgt, hat mit Dean Wareham als Produzent bei dessen Solodebüt gearbeitet. Die drei akustischen Lieder am Beginn gefielen mir gut, mit den beiden zusätzlichen Musikern Anthony LaMarca am Schlagzeug und Britta Phillips am Bass und einer elektrischen statt der akustischen Gitarre wurde es sehr gut. Ein tolles Vorprogramm, das perfekt zum Sound der "Hauptgruppe" passte!

Um halb zehn begann dann deren Part, mit Dean (Gitarre), Britta (Bass), Anthony (Schlagzeug) und Jason (Keyboard). Und es begann gleich mit den fabelhaften Love is colder than death. Eigentlich eine Verschwendung, einen solchen Hit gleich an den Anfang zu stellen. Aber da nur Hits folgten, störte das nicht weiter.

Die erste Phase gehörte den Solostücken. Die Band spielte zu Beginn auch The longest bridges in the world, The deadliest day since the invasion began und Emanzipated hearts (mit dem kurzen Weihnachtslied-Sample wie auf Platte). Das dazwischen gestreute When will you come home von On fire machte aber früh klar, daß das, was Dean Wareham auf Facebook angekündigt hatte ("playing the new EP and older tunes too") natürlich ernst gemeint war. Ich hatte auf eine "Werksschau" gehofft, auf Lieder aus allen Karrierephasen. 

Die zweite Konzertphase war dann genau das. Lieder von Galaxie 500, deren ersten Takte vom sehr andächtigen Publikum bereits gefeiert wurden und Moon palace und Lost in space von Luna (beide von Penthouse) wechselten sich ab. Dazwischen spielte das Quartett mit Air noch ein letztes Lied der EP. Air ist ein Cover der Incredible String Band (Dean: "even hippies can write good music").  


Auch wenn Love is colder... oder The longest bridges... oder The deadliest day... grandios waren und für sich wundervolle Lieder sind, standen sie in meinem Fan-Ohr im Schatten der Galaxie 500 Evergreens. Strange, Temperature's rising oder Tugboat gehören zu meinem persönlichen Weltkulturerbe und jedes von ihnen hatte die Fahrt nach Paris gerechtfertigt. Endlich Luna-Lieder live zu hören, war ein wundervoller Bonus zu einem ohnehin schon großartigen Abend! Mit Moon palace und Lost in space war ich auch sehr glücklich und ohne den anderen Luna-Mitgliedern zu nahe zu treten zu wollen, galt auch hier das gleiche wie im Fall von Galaxie 500. Auch solo oder mit "Ersatzband" funktionieren diese Stücke alleine durch Deans Stimme und Gitarre perfekt!

Anfang des Jahres erscheint das Solodebüt des Sängers, die neun Songs dafür sind fertig. 2014 wird eine Europatour folgen. Dabei werden die neuen Lieder sicher deutlich mehr im Vordergrund stehen. Aber es werden genauso sicher großartige Abende werden! Und wenn als Sahnehäubchen immer ein paar ältere Perlen dabei sind (dann vielleicht auch von Dean & Britta), umso besser!


Die beiden neben Fourth of July wohl bekannsteten Galaxie 500 Lieder Blue thunder (bei dem ich das Gefühl hatte, daß Dean einige wenige der ganz hohen Töne ausließ) und Tugboat beschlossen das reguläre Set. Als Zugabe folgte mit Ride into the sun eine Verneigung gegenüber Lou Reed, den Dean extrem schätzte. Das beste der drei Cover des Abends folgte aber danach und sorgte mit den ersten Bass-Tönen schon für Verzückung. Ceremony, der Joy Division Song, der erst von New Order nach Ian Curtis' Tod veröffentlicht wurde, ist auch in der Galaxie 500 Version atemberaubend. Vielleicht war Dean die Idee, das Lied ins Set aufzunehmen, beim unfreiwilligen Bahnstopp gekommen, gestrandet waren die Musiker nämlich in Macclesfield, dem Ort, an dem Ian Curtis starb und beigesetzt ist.

Ein Abend rund um viele musikalische Helden. Und einer, der mich glücklich macht, was für ein gutes Händchen ich doch bei der Wahl meiner Lieblingsbands bewiesen habe, egal, ob mich jetzt jemand nach denen fragt oder nicht.

Setlist Dean Wareham, Point Ephémère, Paris:

01: Love is colder than death
02: The longest bridges in the world
03: When will you come home (Galaxie 500)
04: The deadliest day since the invasion began
05: Emancipated hearts
06: Temperature's rising (Galaxie 500)
07: Strange (Galaxie 500)
08: Air
09: Moon palace (Luna)
10: Lost in Space (Luna)
11: Blue thunder (Galaxie 500)
12: Tugboat (Galaxie 500)

13: Ride into the sun (Lou Reed Cover) (Z)
14: Ceremony (Galaxie 500) (Joy Division / New Order Cover) (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Barcelona, 28.05.11
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Paris, 19.02.11
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Minehead, 11.12.10



Dienstag, 25. Juni 2013

The National, Paris, 25.06.13

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Konzert: The National
Ort: Le Point Ephémère, Paris
Datum: 25.06.13
Zuschauer: 350, ausverkauft
Konzertdauer: etwa 80 Minuten  (es gab keine Vorgruppe)



The National in einem kleinen Pariser Club vor lediglich 350 begeisterten Leuten, wer hätte gedacht, daß wir Indiefreaks in Panama noch einmal diese Chance bekommen? Jeder, der als Booker in der Musikzene in der Seine-Metropole arbeitet, wusste schließlich, daß The National kategorisch Clubkonzerte für 2013 abgelehnt hatten. Dann aber gab es eine Konzertabsage in Istanbul (als hätten die Türken zur Zeit nicht schon genug Probleme) und der Weg war frei für eine Show im Point Ephémère. Die eigentlich angesetzte Waxachate vertröstete man mit einem Nachholtermin im Oktober und erklärte zudem, daß sich die Karten für ihren Gig mangels Promo schlecht verkauft hätten.

Die Nachricht von der Show von The National schlug am letzten Donnerstag in Musik Paris (was denn? es gibt schließlich auch Fußball Deutschland!) wie eine Bombe ein, das Problem war bloß, daß beim Eröffnung des Vorverkaufs am Freitag um 12 Uhr fast alle in die Röhre schauten. Die Karten waren in einer Sekunde (!!) weg. Auch ich hatte erst kein Glück, bevor noch Pech dazu kam.

Kate This Is The Kit Stables, die beim The National Label Brassland veröffentlicht, besorgte mir aber kurzfristig am Tage des Konzertes einen schicken Gästelistenplatz. Aus Pech wurde Glück, ohne Eintritt zu bezahlen, latschte ich stolz wie Oskar zur Emfangsdame und sagte, daß mein Name auf der Gästeliste von The National stünde. So war es dann auch und ich bekam noch ein wichtiges schwarzes Bändchen für die After Show (die hätte ich lieber ausgelassen, Stichwort: Brummschädel)

Ganz kurz zum Konzert (ich muss dringend ins Bett) bevor ich morgen den musikalischen Teil ausführlicher schildern werde:

Berninger mit Brille und obligatorischem Rotweinglas (bzw Becher) wirkte entspannt und gut in Form, will heißen er schrie teilweise wieder rum wie so ein Gestörter, was wir Fans natürlich genauso haben wollten. Zu Mister November drehte er wie immer eine Runde durchs Publikum, was nach wie vor funktionierte wie beim ersten Mal.

Die Dessners unterdessen ließen die Gitarren heulen und den Sound wesentlich aggessiver und rockiger klingen als auf den schönen, aber schnarchnasigen Clubsesselatmosphären-Plattenaufnahmen.


Die neuen Lieder zogen recht gut (das treibende und basslastige Graceless war sogar ein Hammer, Don't Swallow The Cap ebenfalls überdurchschnittlich), die Balladen I Need My Girl und This Is The Last Time überzeugten durch Sanftheit und Melancholie. Herausragend waren aber die alten Kracher wie Fake Empire, Squalor Victoria, Mister November und Terrible Love.

Die Stimmung war durchgehend hervorragend. Im Publikum fanden sich glücklicherweise nicht nur Labelmenschen und Promofritzen, sondern auch ein paar echte Fans, die seit Jahren bei allen guten Konzerten dabei sind. Eine Schicki-Micki Veranstaltung für ein paar desinteressierte Snobs wurde es somit Gott sei Dank nicht.

Ein männlicher Mitbürger wurde von Matt Berninger auf die Bühne gezogen und bereitete ihm damit sicherlich einen denkwürdigen Abend. Ich persönlich hätte die glutäugige Brünette hochgebeten, die glotze nämlich herrlich schmachtend den ganzen Abend nach oben. Aber Berninger braucht keine Weiber, sein Rotweinpegel ist ja konstant hoch. (Stichwort: too drunk to fuck)

Schöner Abschluß mit Vanderlyle Crybaby Geeks in einer am Bühnenrand vorgetragenen Akustikversion.

Morgen mehr!

Setlist The National, Point Ephémère, Paris:

01: I Should Live In Salt
02: Don't Swallow The Cap
03: Secret Meeting
04: Bloodbuzz Ohio
05: Sea Of Love
06: Squalor Victoria
07: I Need My Girl
08: This Is The Last Time
09: The Geese Of Beverly Road
10: Abel
11: Pink Rabbits
12: Graceless
13: Fake Empire

14: Humiliation
15: Mr. November 
16: Terrible Love
17: Vanderlyle Crybaby Geeks 

Fotos von diesem Gig:

bei Robert Gil, klick

Links:

- aus unserem Archiv:
- The National, Camber Sands, 09.12.12
- The National, Barcelona, 27.05.11
- The National, Eindhoven, 18.02.11
- The National, Paris, 23.11.10
- The National, Neu-Isenburg, 18.11.10

- The National, Wien, 18.08.10
- The National, Haldern, 14.08.10
- The National, Latitude-Festival, 16.07.10
- The National, Paris, 07.05.10
- The National, Haldern, 09.08.08
- The National, Montreux, 16.07.08
- The National, Köln, 27.11.07
- The National, Paris, 14.11.07





Mittwoch, 12. Juni 2013

Scout Niblett, Paris, 08.06.2013

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Konzert: Scout Niblett
Ort: Le Point Ephémère, Paris
Datum: 08.06.13
Konzertdauer: etwa eine Stunde
Zuschauer: ungefähr 200




So gerne ich einzelne Künstler mag, ich halte in der Regel immer einen gewissen Abstand, eine gewisse Distanz zu der Person, die hinter der Musik steckt. Hat auch damit zu tun, daß ich mich als Blogger als eine Art Journalist sehe. Zwar unbezahlt, aber gewissenhaft und seriös arbeitend. Sympathiepunkte darf es geben (wir sind ja nicht mehr in der Schule), das ist menschlich, aber die musikalische Qualität muss bei der Konzertkritik immer im Vordergrund stehen.

Bei Scout Niblett fällt es mir gar nicht so leicht, Distanz zu halten. Zu sehr besteht eine Einheit aus der Musikerin Scout und der Privatperson Emma. Bei der Wahlamerikanerin ist alles hochgradig authentisch und persönlich, da ist es schwierig zwischen der Künstlerin und der (inzwischen) guten Bekannten zu unterscheiden. Seit etwa 2006 verfolge ich nun ihr Schaffen, bin ihr nach den bisher 6 Konzerten hinterher ein paar mal begegnet und habe mich auf Anhieb gut mit ihr verstanden. Sie ist eben nicht eine jener Musikerinnen, die am Merchstand nur nett lächelt, um eine CD mehr zu verkaufen. So etwas wie einen ehrgeizig verfolgten, grimmig konstruierten Karrierplan sehe ich bei ihr nicht. Was nicht heißen soll, daß sie ihren Job als Musikerin nicht ernst nimmt. Sie ist lediglich äußerst autark, steht dem Musibusiness zu recht kritisch gegenüber und macht vieles frei nach Schnauze.

Das ist sicherlich auch ein wichtiger Grund dafür, warum ich Scouts Musik so sehr schätze. Sie folgt keinen Trends, will nicht nach irgendwem klingen, sondern schreibt und musiziert selbstständig und ohne Kompromisse. Sie hat mir irgendwann einmal erzählt, daß sie recht selten auf Konzerte gehe und dies obwohl sie in Portland, Oregon, sprich einer weltweiten Musikhochburg lebt. Inspiriert wird sie also nicht von anderen Künstlern, sondern vom eigenen Leben, der Astrologie und täglichen Beobachtungen.

Das neue Album scheint eine Art Trennungsalbum geworden zu sein, indem sie die schmerzliche Separation von ihrem letzten Partner verarbeitet. Was auf Platte bereits sehr intensiv und nahegehend klingt, würde live also dann noch direkter und wahrhaftiger auf einen wirken?

In der Tat! In einer knappen Stunde hatten Scout und ihre beiden männlichen Mitmusiker, Phlipe am Schlagzeug und Miguel an der zweiten Gitarre die rund 200 Leute im Point Ephémère tief aufgewühlt, mit ihrer lauten Musik ordentlich durchgeschüttelt und alle schweißgebadet, aber beglückt zurückgelassen. Es war eine 60 minutige Hitzeschlacht, bei der die Musik ähnlich schwül, bleiern und schwermütig klang wie es die feuchte Wärme in dem Laden bereits suggerierte. Schon immer klangen die Songs von Scout  wie eine Art Soundtrack zu einer gefahrverheißenden Autofahrt durch die Wüste von Mexiko, wo man immer damit rechen muss, abgeknallt zu werden.

Der neue Song Gun scheint stellvertretend hierfür zu stehen. Die Gitarre klingt gruselig, aber auch enorm sinnlich und diabolisch anziehend, das Schlagzeug schwer und agressiv, wobei sich der Song nie für Lärm oder knisternde Intimität entscheiden kann. Live noch einmal deutlich intensiver als auf Platte. Die bitter zynischen Lyrics stehen ohnehin für sich selbst ("you took your love from me and I am thankful every day").

Gun war nur eines von vielen packenden Stücken, die eine Scout Niblett in bestechender Form zeigten. Sie war konzentiert und fokussiert bei der Sache, ließ zwar auch diesmal nicht ihre Standardfrage an das Publikum : "do you have any questions?" aus, wusste aber immer in welche Richtung das Konzert gehen sollte. Früher war das manchmal anders, da ließ sie sich teilweise aus dem Konzept bringen, wusste nicht, welche Songs sie spielen sollte und wirkte bisweilen unvorbereitet. Scout Niblett 2013 ist tight, professioneller (ohne zu glatt zu werden) und mit beindruckendem Songmaterial unterwegs. Neben Gun begeisterten von dem neuen Output auch Could This Possibly Be? ("yeh, yeh!") und die ungemein schwermütige, aber wunderschöne Ballade My Man mit der markanten Textzeile: "Could we have made it somehow?"



Von den alten Sachen waren insbesondere Nevada (herrlich nörgelig und grimmig vorgetragen: "put on that suit and lend me that costume") und Let Thine Heart Be Warned ("louder than the thunder") hervorzuheben, die gewohnt roh, wahnsinnig rockig und suizidal klangen.


Schade nur, daß uns lediglich eine Stunde Konzert gegönnt wurde. Zuvor waren zwei mir völlig unbekannte Bands aufgetreten, deren Namen man sich nicht merken muss. 80 Minuten Scout Niblett und Band wie am folgenden Tage in Köln, das wäre es gewesen! Aber wollen wir mal nicht meckern, diese Stunde hatte es in sich und es war so heiß, daß man sich auch ein wenig freute, schnell an den külen Kanal Saint Martin zu kommen, der gleich vor dem Point Ephémère fließt. Dort zog es hinterher dann auch die Band und ihr Team hin. Ich Glücklicher durfte mich hinzugesellen. Was dort erzählt wurde, bleibt aber privat. Blogger sollten schließlich ein wenig verschwiegen sein, wenn es um die Privatsphäre von Künstlern geht und die Texte des neuen Albums geben genug her, um zu verstehen, wie es um das Seelenheil der Engländerin und Wahlamerikanerin bestellt ist. Nur so viel: Emma hat gesagt, daß sie für immer Musik machen möchte, egal wie finanziell schwierig das auch sein mag. Ist doch ein super Ausblick, oder etwa nicht? Mit einer neuen Tour durch Europa ist wohl im November zu rechnen.



Freitag, 21. Dezember 2012

Mac Demarco & Chris Cohen & Arlt, Paris, 02.12.12

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Konzert: Mac Demarco & Chris Cohen & Arlt
Ort: Le Point Ephémère, Paris
Datum: 02.12.2012
Zuschauer: ausverkauft, also etwa 400



 
Fast schon wieder drei Wochen her, aber viel zu toll um unterschlagen zu werden! Die Konzerte von Arlt und den beiden Captured Track Artisten Chris Cohen und Mac Demarco müssen hier einfach noch erwähnt werden.

Es war ein Abend, der wirklich rundum gelungen war und drei ausgezeichnete Auftritte bot.



Die Franzosen Arlt hatten mit ihren schrägen, auf französisch gesungenen Avantgarde Folk Songs bestens in den Abend eingeleitet. Ich habe 2012 desöfteren von ihnen berichtet und geschwärmt, deshalb beschränke ich mich hier darauf, ihnen ein erneut gutes Konzert zu attestieren.



Dann schon Chris Cohen. Nicht der Sohn von Leonard, aber ähnlich talentiert. Sicherlich wird er nicht wie sein berühmter Namensvetter riesige Hallen füllen, aber um einer der am heißesten gehandelten Namen in Indiekreisen 2012 zu werden, reichte es dann aber doch. Dabei hat der bis dahin eher als Teamplayer fungierende Kerl ( ) sage und schreibe 10 Jahre gebraucht, um endlich sein erstes Soloalabum namens Overgrown Patch zu veröffentlichen. Nicht wenige sehen in dem Opus das Album des Jahres und auch ich bin nach anfänglichen Gähnattacken schwer angetan von diesem Longplayer. Es ist ein äußerst subtiles, unaufdringliches Machwerk, mit kleinen feinen Melodien, einer sonnendurchtränkten California Atmosphäre und einem Gesang, der mit seiner Sanftheit begeistert. Ein Grower vor dem Herrn im Übrigen, den ich aber vor dem Konzert noch nicht kannte.



Der Auftritt im Point Ephémère wusste dann ebenfalls zu gefallen, wenngleich Chris schon beim ersten Lied das Mikro von seiner Verankerung rutschte, was einer der Bandmitglieder von Mac Demarco geistesgegenwärtig dadurch löste, daß er das Ding 4 Minuten lang vor den Mund von Herrn Cohen hielt. Eine witzige Szene, die die Stimmung sofort etwas auflockerte.


Live tritt Chris Cohen zusammen mit drei Musikern auf. Er selbst sitzt am Schlagzeug und singt und diese Doppelaufgabe löste er dann ab Lied zwei mit festgezurrtem Miro auch bestens. 

Die zeitlosen Songs seines Albums gaben sich die Klinke in die Hand. Da hörte man noch einmal wunderbare Nummern wie Caller No. 99. Monad oder Optimistic High. Das war bester psychedelisch angehauchter 6o ies Pop, der so lässig und nonchalant rüberkam, daß es eine wahre Freude war. Wenn Retro immer so gut klingen würde, wäre die Welt eine schönerer Ort, wirklich war.




Die Band selbst schien ebenfalls Freude am Musizieren zu haben, agierte ansonsten aber eher diskret und zurückhaltend, was wiederum der gespielten Musik ziemlich perfekt entsprach.

45 Minuten- 50 Minuten ging das in etwa so, wir bekamen quasi das gesammte Album des in Vermont lebenden Amerikaners zu hören und hinterher fanden seine Tonträger reißenden Absatz, zu recht!



Dann aber Mac DeMarco und nun war Schluß mit der vornehmen Zurückhaltung. Jetzt wurde rücksichtslos und ständig gerülpst, die Nase hochgezogen und wild aufgespielt. De Marco teilt mit Cohen zwar das Label, hat mit ihm ansonsten aber nicht sehr viel gemein. Er gerierte sich als der typische Lausbub, mit einem breiten Grinsen (das seine Zahnlücke offenbarte), legeren Manieren, viel Durst nach Bier (er trank das fiese französische Kronenburg, das nach Affenpisse schmeckt) und frechen Sprüchen. Die Weiber im Publikum schienen auf ihn zu fliegen, obwohl er selbst schmunzelnd erzählte, daß er immer erfolglos in Amerika die kleinen Asiatinnen angraben würde.


Auch seine Bandkollegen waren unreife Chaoten, aber gerade das machte ihren Charme aus. Mit ihren von Pavement und anderen Slackerbands beeinflussten Songs räumten Demarco und seine Jungs auf der ganzen Linie ab. Das störte es die meisten Leute auch nicht, daß das Gitarrestimmen meistens ewig dauerte, daß der Spielfluss durch kleine Witzchen immer wieder gestört wurde und das Ganze wesentlich ungehobelter und unmelodischer als auf dem recht ruhigen Album klang,  von dem coole Songs wie Cooking Up Something Good, Ode To Viceroy oder My Kind Of Woman  performt wurden.




Der in Montreal lebende Kanadier sprach zwar kein französisch, wusste sich aber bestens verständlich zu machen. Als er gegen Ende in das Publikum sprang und sich auf Händen tragen ließ, flogen ihm die Herzen im Sturm zu. Das nutzte er, um mit Still Together zum Abschluß eine Schnulze hinterherzuschicken. Er gebärdete sich als Crooner mit schrägem Falsettgesang, dem nichts peinlich war.

Als die Kanadier fertig waren, setzte ein Run auf ihre CDs und Platten ein. Selten wurden an einem Abend bei einem Indie-Konzert so viele Tonträger abgesetzt wie hier. Captured Tracks, die auch DIIV in ihrem Katalog haben, scheinen im Moment also alles richtig zu machen.

Ein dufter Konzertabend, an den ich mich sicherlich auch 2013 noch gern erinner werde.







Dienstag, 18. Dezember 2012

White Fence, 10.12.12

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Konzert: White Fence (The Feeling Of Love)
Ort: Le Point Ephémère
Datum: 10.12.2012
Zuschauer: ausverkauft, also etwa 400




Das sehr dynamische und in musikalischen Dingen äußerst geschmackvolle Collectif MU feierte in dieser Woche seine 10 jährige Existenz und da mischte ich mich gerne unter die Feiernden. Die ganze Woche über fanden Konzerte, Clubabende, Projektionen und am Wochenende sogar ein Indie Weihnachtsmarkt (natürlich ohne Nikoläuse und so nen Kram) statt und gestartet wurde am 10. Dezember im Szene-Club par excellence, dem Point Ephémère.

Feeling of Love aus Frankreich hießen die Opener und mit ihrer Mischung aus The Fall und Gun Club machten sie ihre Sache sehr ordentlich.

 


Dann aber warteten alle auf die Headliner White Fence. Der Laden war richtig knackig voll und dies obwohl sehr viele Insider und Szenegänger und keine Musiktouristen da waren. Nachdem Ty Segall die Pariser Musiknerds mit seinem rüden Garagenrock kürzlich beglückt hatte, wollten nun alle sehen, ob White Fence, die oft mit Ty Segall zusammen gespielt und aufgenommen haben, ähnlich einschlagen würden.



Ich positionierte mich weit vorne auf der Treppe und sah dann auch schon die Band, die ihren Kram aufbaute. Der Leader von White Fence, Tim Presley, stellte sich als ein ganz dürres, seltsam ältlich wirkendes Männchen mit Lockenmatte heraus. Ich könnte ihn schon als Bandmitglied der Strange Boys gesehen haben, konnte mich aber an seine Fratze nicht erinnern. Wahrscheinlich war er beim Konzert der Strange Boys im Nouveau Casino 2010 einfach nicht dabei.



Egal, seine Band White Fence spielte eh viel härter und kompromissloser als die Strange Boys auf. Die vier mürrischen Typen ließen es eine Stunde lang richtig krachen. Dabei war ihr psychedelischer Garagen Rock im Stile der 1960 er Jahre alles andere als unmelodiös.

Schon Opener Mr. Adams wartete mit äußerst lässigem  kalifornischem Feeling auf und entfaltete auf Anhieb seinen Lo-Fi Charme. Der Song klang wesentlich rockiger und roher als auf Platte, was im Übrigen für das gesamte Set galt. Bei She Relief zum Beispiel heulten die bluesig angehauchten Gitarren saulaut auf und machten trotz (oder gerade wegen?) des schweineriffigen Charakters tierischen Spaß.

 


Hier wurde der Fuß nie vom Gaspedal genommen und ganz schnörkellos und nonchalant nach vorne gespielt. Wieder einmal wurde deutlich, daß Livemusik mit den Studioaufnahmen nicht viel gemein hat. Die Lautstärke, das Tempo, alles war deutlich verschärft. Hört man in der Konserve die Beatels, die Kinks, die Beach Boys oder die Mamas und Papas raus, klang das hier eher nach The Fall, den Stooges oder den Black Lips.

 

Einzelne Lieder in einem sehr gut geölten Set hervorzuheben, wäre unpassend. Es gab weder den einen großen Hit noch Rohrkrepierer und die Stücke dauerten eh meistens nur 2 einhalb bis drei Minuten.

Regungen zeigten die Musiker so gut wie keine, Ansprachen oder gar Anekdoten ließen die coolen Boys ganz aus.

Eine Stunde lang ging das so, dann waren alle naßgeschwitzt, aber froh dabei gewesen zu sein. Eine knackige, eine kurzweilige Angelegenheit.

Ein super Start in die Feierwoche für das Colletic MU!

Setlist White Fence, Point Ephémère, Paris

01: Mr. Adams
02: The Love Between
03: Lilliana (Won't You Play The Drums?)
04: Chairs
05: Baxter Corner
06: Lizards First
07: She Relief
08: The Pool
09: Breathe Again
10: Enthusiasm
11: Sticky Fruitman Has Faith
12: Harness

13: Get That Heart




Freitag, 30. November 2012

Motorama, Paris, 27.11.12

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Konzert: Motorama (AV & El Perro del Mar)
Ort: Le Point Ephémère, Paris
Datum: 27.11.2012
Zuschauer: volle Hütte, wohl etwa 300
Konzertdauer: Motorama: 53 Minuten, El Perro del Mar gut 50 Minuten

 

Es war vor fast genau 10 Jahren. Frankreich stand im Tennis Daviscup Finale gegen Russland. Ich war im Stadion in Bercy live mit dabei. Mein erstes Daviscup Finale überhaupt, leider nicht als Spieler, aber immerhin als Zuschauer. Es läuft das letzte entscheidende Einzel zwischen Paul-Henri Matthieu und Mikhail Youzhny. Gesamt-Zwischenstand ist 2:2, wer jetzt dieses Match gewinnt, holt den Pott für sein Land. Der Franzose spielt zu Beginn sensationell gut, macht auf beiden Seiten Druck und führt schnell mit 2:0 Sätzen. Es ist fast langweilig, so drückend ist seine Überlegenheit. Es fehlt nur noch ein Satz, dann kann Frankreich die Champagnerkorken knallen lassen. Sieht nach einer Formsache aus. Dann aber steigert sich der Russe plötzlich. Youzhny ist ein großgewachsener, etwas tapsig wirkender Bursche mit Stoppelhaarschnitt und rundem Kopf. Seine enorm ästhetische einhändige Rückhand* kommt immer besser, er zieht sie nun immer häufiger durch. Er gewinnt den dritten Satz, verkürzt auf 1: 2 Sätze. Matthieu setzt noch einmal nach, will den Sack zumachen, scheint den vierten Satz und das Match jetzt doch zu gewinnen. Aber die Rückhand von Youzhny kommt in den entscheidenden Momenten gestochen scharf. Wie Laserstrahlen schießen die Bälle in die Hälfte von Matthieu, der den vierten Satz trotz vieler Chancen verliert. Nun kippt das Match komplett. Youzhny feuert aus allen Rohren und gewinnt auch den fünften und entscheidenden Satz und somit das Match. Russland ist Davis Cup Sieger.



Jetzt schäumen die Emotionen über. Matthieu weint wie ein kleiner Junge auf seinem Stühlchen,  Youzhny salutiert wie ein Soldat und wird von seinen Kollegen hoch in die Luft geworfen. Ein Konfettiregen rieselt von oben runter, Musik ertönt (David Guetta, igitt), Präsident Boris Jelzin ist auf dem Platz, jubelt mit den Russen. Die Franzosen im Publikum schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, ein paar Leute werfen aus Frust ihre Sitzkissen durch die Gegend. Ich selbst bin völlig konsterniert, habe mit meiner Wahlheimat Frankreich mitgezittert. Das Bild des weinenden Paul Henri Matthieu, es lässt mich lange Zeit nicht los. Er hat so toll gespielt und doch verloren. Er wird zwei Jahre brauchen, um wieder einigermaßen Anschluß zu finden und diese bittere Niederlage zu verdauen. Die Russen waren gnadenlos. Kampfstark und nervenstark. Brutal effizient. Und dennoch elegant dabei. Jushni verkörpert stilistisch die perfekte Mischung aus Power und feiner Technik.


Seltsamerweise musste ich beim Konzert von Motorama in Paris an genau dieses Tennismatch denken. Sicherlich lag es auch daran, daß mich Sänger Vladislav Parshin optisch stark an Mikhail Youzhny erinnerte. Gleiche Stoppelfrisur, gleicher runder Kopf, ebenfalls groß und schlank, und dennoch ein wenig tapsig wirkend. Amüsanterwiese hatte er zudem weiße Tennisschuhe von Reebok an. Seine Stimme (das Äquivalent zu den Schlägen Jushnis) ist ebenfalls eine Mischung aus Sensibilität, Feinheit und ungemeiner Power. Wenn er ruhig und gesetzt intonierte, klang er wie Stuart Staples, wenn er schrie, hatte man das Gefühl, den leibhaften Geist von Ian Curtis zu vernehmen. Das war Gänsehautfeeling pur und erinnerte mich an die alten Liveaufnahmen von Joy Divsion, bei denen Ian Curtis immer total ausgerastet ist. Irre!

Allerdings startete Parshin stimmlich zunächst ziemlich verhalten und bewegte sich auch nicht sonderlich viel. Die meiste Zeit klebte sein Mund nahe am Mikro und er sang mit geschlossenen Augen. Dann aber, es war gut eine halbe Stunde gespielt, schrie er urplötzlich ein paar Songzeilen aus voller Kehle. Er bekam einen wahren Tobsuchtsanfall, lief wie in Extase nach hinten und tickte völlig aus. In den letzten zwanzig Minuten des Konzertes hatte er sämtliche Blockaden gelöst, war aufgestachelt wie ein russischer Tanzbär. 


Dem Publikum blieb der Atem stocken, als er sich auf spektakuläre Weise wie tot auf den Boden fallen ließ und mit dem Kopf nach unten weitersang. Das kam so überraschend, daß der Effekt bei mir immens war. Ich war total elektrisiert, es war wie in einem Thriller. Mein Herz schlug wie verrückt und auch die Musik zu den Bildern war beeindruckend. Motorama spielten mit 300 Stundenkilometern, ballerten jetzt ihre besten Songs raus und brachten die Zuschauer zum Johlen.

Das Konzert brillierte aber nicht nur durch sein wildes Ende, sondern wusste durchgängig zu überzeugen. Da gab es so viele kleine Details, die zum Gelingen  beitrugen. Die ungeheuer frischen Twee Pop Gitarren, das wild nach vorne galoppierende Schlagzeug, der knarzige Bass, die unverschämt eingängigen Melodien, all dies machte zusammen mit der Grabesstimme von Parshin den Charme des Ganzen aus.




Für die gute Optik sorgte die einzige Frau in der Band. Irene Parshina, höchstwahrscheinlich die Schwester des Sängers. Ein zierliches Persönchen mit einem sexy Bleisitftrock und kessen Dum Dum Girls Strumpfhosen, zu denen sie hochglänzende schwarze Stiefeletten trug. Eine Augenweide, die aber auch ihren musikalischen Part gut spielte. Cool wie eine Hundeschnauze ließ sie ihr Instrument düster durch die Lieder brummeln und schuf so einen schönen Kontrast zu den fröhlichen Gitarren. Sie verzog das ganze Konzert über keine Miene, wirbelte aber gegen Ende ihr blondes Haar ein wenig durch die Luft.



Hinsichtlich des Songmaterials gab es logischerweise wenige Überraschungen. Das aktuelle zweite Album Calendar wurde fast komplett gespielt, zusätzlich gab es noch den ein oder anderen Song, der entweder vom ersten Werk Alps gestammt haben dürfte , ober aber ganz neu und unveröffentlicht war (One Moment wurde auf jeden Fall gebracht).

Highlights für mich Young River ("No one knows this place), To The South, Rose In The Vase (" I spend my days sitting in front of the fireplace, you spend your days dying like a rose in the vase) und Sometimes, bei dem es wie beim Tennis Tränen gab: "sometimes I want to count your tears". Ich muss zugeben, daß auch bei mir ein wenig salzige Flüssigkeit aus den Augen floss, denn obwohl ich zu den flotten Rhythmen und den überschwenglichen Gitarren  durchgängig tanzte, war die Musik doch immer auch von einer intensiven Melancholie durchzogen.




Mir kam ein Gedanke, der mir ziemlich gut gefiel: Motorama klingen, als wäre ein wenig Sonnenlicht in die dunkle Wohnung von Ian Curtis in Macclesfield eingefallen. So als würde es diesem schwer depressiven Menschen wieder etwas besser gehen, als könne er plötzlich wieder Farben sehen. Passend dazu das Cover zum Album, wo man einen friedlichen Bergsee erkennt, auf dem Ruderer ihre Kreise ziehen. Der Himmel ist blassblau, die Atmossphäre entspannt und idyllisch. Ian Curtis lebt in Motorama weiter, er ist neugeboren und wohnt nun in Rostov-on-Don am Kaukasus.

Und Frankreich und Russland haben sich wieder versöhnt. Diesmal spielt nicht Russland gegen, sondern für Frankreich. Talitres aus Bordeaux hat nämlich die Russen gesignt und wird mit ihnen noch glorreiche Tage erleben. Spätestens 2013 werden Motorma in der ganzen Welt explodieren und dann werden sich diejenigen glücklich schätzen, die an jenem 27. November 2012 im Point Ephémére waren.

Ein Wahnsinnskonzert! Mit Sicherheit mindestens genauso denkwürdig wie das Daviscupfinale 2002!

P.S: Ebenfalls spielten die Franzosen AV und die Schwedin El Perro del Mar. AV boten französischen Neo New Wave, der ok war, El Perro Del Mar unsäglich schlechten Elektro Pop. Dabei mochte ich ihr erstes Album sehr. Die Künstlerin hat sich definitiv in die falsche Richtung entwickelt, langweilte mich mit ihrem Lounge Dub zu Tode.

* Wikpedia sagt: "Youzhny has a unique backhand. Many consider his backhand to his best shot"


 

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