Mittwoch, 26. August 2026

Lowlands Festival - Biddinghuizen/NL - 20.-24.08.2026

0 Kommentare

 


Konzert: Lowlands Festival
Ort: Biddinghuizen/NL
Datum: 20.08.-24.08.2026
Dauer: 4 Tage
Zuschauer: ca. 60.000


Gastautorin Sonja berichtet:


 „Here We Go Again“ Lowlands 2026: Für mich war Lowlands in diesem Jahr mehr als nur ein Festival. Es war eine persönliche Reise und eine Herausforderung. Zum ersten Mal fuhr ich nicht im Team, sondern alleine. 

Was sich zunächst ungewohnt anfühlte, wurde schnell zu einer besonderen Erfahrung. Ich musste mich auf mich selbst verlassen, neue Menschen kennenlernen und durfte feststellen, dass man auch alleine Teil von etwas Größerem sein kann. 

Gleichzeitig steht das Lowlands Festival  selbst vor Herausforderungen. Eine neue Leitung, wirtschaftlicher Druck und die Frage, wie sich ein Festival immer  weiterentwickeln kann, ohne dabei seine Identität zu verlieren. 

Zwischen großen Erwartungen, einem vielfältigen Publikum und dem Anspruch, an Bewährtem festzuhalten und zugleich Neues zu wagen, muss sich das Festival immer am eigenen, extrem hohen Anspruch messen lassen. 


Die Reise begann am ersten Tag etwas holprig. Das medizinische Team rettete zunächst mein Festivalwochenende, dafür noch einmal ein riesiges Dankeschön. Somit konnte der erste Festivaltag ruhig und gefühlvoll mit dem irischen Newcomer Dove Ellis starten. 

Zwischen Indie-Folk, sanften Gitarren und seiner außergewöhnlichen, fast schwebenden Stimme entwickelte sich schnell eine ganz besondere Atmosphäre. Auch wenn ich leider nur die letzten drei Songs erleben durfte, war sofort zu spüren: Hier entsteht gerade etwas Besonderes. Ellis hat eins DER Alben des Jahres (auch wenn es im Dezember 2025 erschien) geschaffen, und ist eine echte Entdeckung.


Der Kontrast zu COBRAH hätte nicht größer sein können. Ihre Show war eine wilde, kinky Mischung aus Clubmusik, Industrial-Electro und provokanter Performance. Harte Beats, hypnotische Hooks und eine selbstbewusste Bühnenpräsenz machten den Auftritt zu einem körperlichen Erlebnis. Hier blieb wirklich niemand lange still stehen.

Mit Blood Orange wurde es anschließend wieder musikalischer und atmosphärischer. Zwischen R&B, Indie, Funk und Art-Pop entstanden warme, volle Klangwelten, die deutlich ruhiger wirkten, aber trotzdem eine enorme Sogwirkung entwickelten. 


Danach übernahmen die Viagra Boys und brachten ihre ganz eigene, mittlerweile gut bekannte Festival-Attitüde mit. Zwischen Post-Punk, dreckigen Gitarren, treibenden Beats und jeder Menge schrägem Humor wurde es laut, wild und herrlich chaotisch. Genau, diese Mischung aus Punk-Energie und absurdem Charme macht die Viagra Boys live so besonders. 

Den Abschluss machten für mich FCUKERS und damit vermutlich einer der heißesten Newcomer des Festivals. Das New Yorker Duo verbindet House, Garage, Breakbeats und den Sound der 90er- und 2000er-Clubkultur mit einer ordentlichen Portion Indie-Attitüde. 

Ihre Songs sind direkt, tanzbar und gemacht, um live zu funktionieren. Genau das spürte man auch im Publikum: Energie bringt das Zelt zum schwingen und bildet einen perfekten Abschluss für diesen völlig diversen ersten Festivaltag.


Good Morning Lowlands, Tag zwei startete mit dem Ziel Boys Noize um 3:30 Uhr noch zu erleben. Doch zwischen Start und Ziel kann viel passieren. Der Start beginnt mit Violet Grohl musikalisch stark. Sie stand selbstbewusst auf der Bühne und wirkte dabei überhaupt nicht so, als müsste sie sich hinter ihrem berühmten Namen verstecken. 

Auch Keo sorgten mit Ihren rohen Gitarren, eingängigen Melodien und 90er-Grunge-Einflüssen für einen energiegeladenen Sound, der Freude machte. Mein persönliches Highlight war an diesem Tag aber eindeutig der Auftritt von Geese im Bravo, dem zweitgrößten Dome des Festivals.

Die Band spielte fast ohne Spots auf der Bühne, und genau das machte den Auftritt so besonders. Die Songs klangen live viel verzerrter, rauer und intensiver als auf dem Album. Vor allem die Stimme von Cameron Winter ging mir direkt unter die Haut. Es war einer dieser Auftritte, bei denen ich irgendwann einfach nur noch dastand und mich von der Musik mitreißen ließ und überrascht war, als es plötzlich vorbei war. Ja, Geese hatten einen Hype. Aber diese Band wird zurecht auch noch eine lange Zukunft haben.  


Danach ging es mit einem kurzen Sprint für einen kurzen Abstecher ins Alpha. Der New Yorker "Shane Boose", besser bekannt als Sombr, ist gerade einer der spannendsten jungen Künstler zwischen Dance und Alt-Pop. Seine Musik begann als Bedroom-Pop, bevor Songs wie „12 to 12“ und „undressed“ ihn in kürzester Zeit international bekannt machten. Ich wäre aufgrund der super Stimmung auch gerne länger geblieben, doch dafür war keine Zeit. 

Relativ kurz vorab erst angekündigt spielten Royal Blood im Heineken-Zelt. Jetzt wurde es wieder laut und körperlich. Das britische Duo schafft es mit Bass, Schlagzeug und Gesang, einen unglaublichen Druck zu erzeugen. Der Sound drückte, die Energie war sofort da, und langsam fragte ich mich nicht mehr, ob ich bis 3:30 Uhr durchhalte, sondern nur noch, wie. 

Und dann war es tatsächlich so weit. Nach einem kurzen Abstecher zum Adonis (der großen Gay und Trans Disco auf dem Gelände) ging es zu Boys Noize ins Bravo. Hinter dem Namen steckt der deutsch-irakische Produzent Alexander Ridha, der seit über zwei Jahrzehnten für einen ungewöhnlichen, düsteren Mix aus Electro, Techno, House und Hip-Hop steht. Genau das bekam ich jetzt zu spüren: Die Beats waren hart, treibend und völlig kompromisslos. 

Eigentlich war ich längst zu müde, aber daran war plötzlich nicht mehr zu denken. Der Sound ging direkt in den Körper und ich tanzte mich noch einmal völlig frei. Aus dem „Schaffe ich das überhaupt bis 3:30 Uhr ? war plötzlich eine Party bis 4:30 Uhr morgens geworden. Erst danach war wirklich keine Energie mehr da. „Good Morning Lowlands“! und ab ins Bett.

Uups, schon der letzte Tag! Und dabei gibt es noch so viel zu entdecken: Kunstinstallationen wie „Chasing the Dot“ von Philip Vermeulen, die mit Licht, Farbe und Wahrnehmung spielt, den Wellnessbereich, das Kino und vieles mehr. Leider schafft man einfach nicht alles. 


Aber gerade an diesem letzten Tag gab es noch einmal unvergessliche Momente, die diese Reise besonders machten. Zum Aufwachen und Ankommen: Anaiis, die französisch-senegalesische Sängerin und Songwriterin aus London, verzaubert mit ihrer warmen Stimme und einer Mischung aus Soul und R&B und sorgt damit für die erste Gänsehaut des Tages.

Nach einer kurzen Stärkung an einem der unzähligen Foodstände ging es für die nächsten vier Stunden ins Alpha. Für zwei Konzerte, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch beide auf ihre ganz eigene Art herausragend waren. 


Turnstile waren pure Energie: wild, rau, körperlich und voller Lebensfreude. Kaum ein Moment zum Durchatmen. Dafür Springen, Tanzen, Moshpits und eine unglaubliche Verbundenheit im und mit ihrem Publikum. Selbst Crowdsurfing im Rollstuhl wurde hier möglich. 

Das sind die Momente die für mich perfekt zeigen, was diese Musik auslösen kann: Freiheit, Gemeinschaft und pure Freude. Zwischen Turnstile und Lorde der berühmte Sonnenuntergang im Alpha. Jedes Jahr aufs Neue schafft dieser Moment eine ganz besondere Atmosphäre. Wenn die Sonne langsam verschwindet, das Licht weicher wird und für einen Augenblick alle einfach innehalten, fühlt sich ein Festivalabend plötzlich ganz besonders an.


Und dann kam Lorde. Ich war ehrlich gesagt gespannt, denn natürlich kennt man ihre Songs, aber wie würde das live funktionieren ? Die Antwort kam mit voller Wucht. Eine außergewöhnlich intensive Show zwischen Intimität und großer Inszenierung: bewegliche Würfel wurden zu Videowänden und Bühnen, dazu Licht, Kamerabilder aus unmittelbarer Nähe und eine Choreografie, die ihre Songs immer wieder in völlig neue Bilder übersetzte. 

Besonders diese Nähe hat mich gepackt: Lordes Gesicht riesengroß auf den Screens, ungefiltert und ganz nah, während sie gleichzeitig über die Bühne tanzte und mit voller Energie in ihren Songs aufging. Es fühlte sich weniger wie ein klassisches Popkonzert und mehr wie ein perfekt inszeniertes Gesamtkunstwerk an. Und irgendwann war dieser Moment da, in dem aus „mal sehen, wie sie live ist“ ein „wow, das werde ich so schnell nicht vergessen“ wurde. 

Die letzten Akkorde, die Lichter und dieser eine Moment, in dem man noch einmal auf ein intensives Wochenende zurückblickt. Plötzlich zählen keine Zahlen, keine Zweifel und keine offenen Fragen mehr. Es bleibt nur dieses Gefühl von Freiheit, Gemeinschaft und Dankbarkeit. Denn genau dieses Gefühl ist es, das uns immer wieder an diesen magischen Ort zurückbringt.

Lowlands ist soviel mehr als ein paar große Bühnen auf der grünen Wiese. Hier verbinden sich Kultur und Subkultur, Unterhaltung und Wissenschaft, Fakten und Emotionen zu einer Stadt mit 60.000 Einwohnern. Diesen Anspruch in der Zukunft mit der gleichen Leidenschaft fortzuführen, wird die große Herausforderung für die nächsten Jahre.     

Lowlands 2027……. „Here we go again“!


Dienstag, 11. August 2026

Haldern Pop Festival 2026, Rees-Haldern, 05.08.-08.08.2026

0 Kommentare

 


Konzert: Haldern Pop Festival
Ort: Rees/Haldern
Datum: 05.08.-08.08.2026
Dauer: 4 Tage
Zuschauer: fast ausverkauft



Zum bereits 43. Mal lädt das Dorf am Niederrhein die Welt zu sich ein. Unter  dem Begriff "Pop" wird seine ganz eigene Sicht des diesjährigen Status Quo präsentiert. 

Als einer der Headliner für die drei vollgepackten Tage dieses Vorhabens wurden "The Notwist" ausgewählt. So vorhersehbar und logisch diese Wahl erschien, es steckt etwas mehr dahinter.

"The Notwist" spielen am Freitagabend ein wirklich epochales Konzert auf der Mainstage. Die Band besteht seit 1989, also fast 37 Jahre. Das klingt weder Hip, noch spannend. Genau wie das Festival hat aber auch die Band diverse Häutungen in den ganzen Jahren durchlaufen. Früher wild und ungestüm, dann voller Experimentierfreude und Überraschungen. Es folgten ruhigere Phasen und auch etwas orientierungslos mäanderte es einige Weile vor sich her, bevor es seit der Corona Zeit wieder künstlerisch und live steil bergauf geht. 

1000 Stile, 1000 Melodien, 1000 Talente. Das verbindet diese beiden Lieblingsprojekte. 


Ich weiß nicht, ob "Geordie Greep" (der ehemalige Sänger von "Black Midi") vom Backstage des Spiegelzeltes am Nachmittag schonmal sehen wollte, wer da vor ihm so auftritt. Er hätte vermutlich geschmunzelt, als die Schweizerin "Nathalie Fröhlich" dort ihre ganz eigene Version von Pop präsentierte. 

Das Publikum, wenn auch nicht identisch, feierte beide Auftritte wie eine Messe. Die Eine auf der Bühne im Bikini, die Anderen in gebügelten Hosen und Hemden. 

In der Frage, was Pop ist, zählt für das Haldern Festival nicht, ob es im Studio einen Glücksfall gab oder ein Produzent einen Song zum Hit destilliert hat. 


Wer in Haldern auftreten darf, ist auf der Bühne zu Hause. Er wird jedes Publikum überzeugen, egal ob als ausufernder Prog-Rock oder Solo am Piano in der Kirche. So wächst das Festival immer mehr in der stilistischen Breite, statt auf überteuerte Headliner und mehr Zuschauer zu schielen.

Das macht es aber auch so schwer, neue Besucher*innen für einen Besuch zu begeistern. In der deutschen Monokultur der Festivals muss es eine klare Erzählung geben. Wo Genregrenzen überschritten werden, gibt es oft Unmut und Schulterzucken. 


Wer aber einmal erlebt hat, wie bereichernd es sein kann, hierzulande noch fast unbekannte Acts wie "Heidi Curtis" (Americana Rock), "Erotic Secrets of Pompeii" (Artrock), "Nectar Woode" (Soul) und "Sara Parkman" (Folk aus einer anderen Welt) innerhalb von nur drei Stunden zu erleben, der kann am Zeltplatz viel berichten und zehrt noch lange davon.  


Und so lohnt es sich in den Tagen nach dem Festival noch einmal tiefer in die Playlisten der tollsten Auftritte zu versinken, und die gewonnenen Eindrücke zu vertiefen. "Friko", mit ihrem hymnischen, melodischen und mitreißenden Sound zum Beispiel. Oder die unglaublich talentierten Songschreiber*innen des Kollektivs von "Ugly". Und natürlich, der mit Ansage tolle Auftritt von "Westside Cowboy", deren Platte erst in den nächsten Tagen erscheint. Viele  Vorschusslorbeeren wurden schon verteilt.

Und auch das ist nur in Haldern möglich: "Bonnie Prince Billy", eigentlich gesetzt für den späten Abend auf der Hauptbühne, spielt lieber mittags in der Dorfkirche. In früheren Jahren hätte so eine Entscheidung noch viele Diskussionen in der Community des Festivals ausgelöst. Mittlerweile gibt es so viel anderes zu bestaunen, das die meisten Besucher*innen davon kaum Notiz nehmen müssen.


Für die Postrock Fraktion und die tanzende Meute gab es ebenfalls genug zu erleben. Mit "chest.", "the 113", "Adult DVD", "Bleech 9:3" und vielen mehr, waren fast alle vielversprechenden Bands dieses Jahres am Start.

Dazu die Bands der mittlerweile schier unermüdlichen Talentschmiede des Windmill Club in Brixton. Hier dürfte das Haldern Pop schon lange ein geflügeltes Wort sein. Neben den Headlinern von "Black Country, New Road" schauten dieses Jahr auch ein weiterer "Black Midi " Ableger: "My New Band Believe" (Post-Pop), "1000 Rabbits" und der DJ "Mount Palomar" vorbei. 


Warum dieser mit gleich zwei prominenten Sets, sowohl im Spiegelzelt als auch auf der Hauptbühne bedacht wurde, ist mir allerdings unklar. Während der Auftritt im Spiegelzelt noch intensiv und frisch daherkam, wirkte es auf der großen Bühne dann doch etwas beliebig.

Über die üblichen Beschwerden bei anderen deutschen Festivals braucht man hier gar nicht erst reden. Bis auf etwas Stau bei der Anreise, leistete die größtenteils ehrenamtliche Crew wieder ganze Arbeit. Der Verzicht auf das sonst übliche Becherpfand war sehr entspannend und auch das etwas größere Spiegelzelt klang wesentlich besser und fasste ca. 300 glückliche Besucher mehr pro Konzert.


Und dann war da noch der Auftritt von "The Itch" am Samstagnachmittag. Die Band war live noch nicht ganz an dem Punkt, wo Viele sie bereits verorten, aber in ein paar Jahren werden wir uns erzählen, sie in Haldern schon 2026 gesehen zu haben. 

Wie so viele andere Geschichten, die nur ein Festival schreiben kann, das keine Melodie, kein Genre und kein Talent auslässt.

Schöner als "The Notwist" in ihrem Song Teeth kann man es nicht beschreiben: "I won`t sing in vain like all the others".  


Wir sehen uns zum 44. Mal in Haldern vom 11.08.-14.08.2027. Kauft früh eure Tickets und alle bringen eine*n Freund*in mehr mit.    

Spread the word !

Mehr Fotos schon jetzt und in den nächsten Tagen auf Instagram: Konzerttagebuch / folgt uns.... 


Montag, 3. November 2025

My sister grenadine

0 Kommentare

Konzert: My sister grenadine
Ort: Wohnzimmer im Europaviertel
Datum: 31. Oktober 2025
Dauer: 80 min
Zuschauer: 23
 

Bericht von Renate, Fotos von Mathias und Martin (vielen Dank!)
 
My Sister Grenadine waren neben Vince Kokot (mit Ukulele, Gitarre, Metronom, Kassettenrecorder, Blasharmonika) diesmal auch Andreas Neumann (Klarinette, Bass Klarinette, Xylophon, Keys, Objekte). Mit Rucksäcken, Taschen und einer Lastenkarre trafen sie am Nachmittag am Hauptbahnhof in Karlsruhe ein, all das Gepäck passte gerade in den Kombi. In unserem Wohnzimmer eingetroffen, wurde ausgepackt, sorgfältig Instrumente und Lautsprecher aufgebaut, Beleuchtung ausgerichtet, dann wieder etwas gedimmt, damit sie das Publikum besser sehen können. Dann ein letzter Soundcheck und Pause für die beiden Musiker. 
 


Die ersten Gäste trafen ein, zwischendurch kamen Kinder an die Tür und wollten Süßes oder Saures, ein Schild an der Tür bat um Ruhe ab 20 Uhr, die Klingel wurde ausgeschaltet, jetzt ist Bühne frei für „My Sister Grenadine“. Man hätte eine Stecknadel fallen hören, so ruhig wurde es. Das Metronom schlägt, mit deutlicher Stimme hören wir von Vince „Sonne“... „Regen“...“Jahr“, die Worte aneinandergereiht, minimalistisch, im Hintergrund Geräusche aus dem Kassettenrecorder. Zunächst eine befremdliche, dann geheimnisvolle Atmosphäre, alle sind gespannt, was jetzt kommt. Jedes Stück ist anders, mal düster, mal melodiös, mal eindringlich, mal bedrohlich, die Spannung und Aufmerksamkeit bleiben und beherrschen den Raum.
 


Vince ist nicht nur Musiker, von ihm sind auch die Texte. Vieles in englischer Sprache, weil ihm das besser mit der Musik klingt, aber Sprechtexte auch in Deutsch. Nur „leuchtende Vögel“ ist keine eigene Lyrik. Sie verarbeiten damit ein Stück von Thomas Brasch und setzen die Worte in szenische Klänge. My Sister Grenadine entstand 2007 als akustisches Projekt von Vince Kokot. Nach Stationen unterschiedlicher Besetzungen stehen Vince und Andreas Neumann (Andy) seit 2023 als Duo auf der Bühne. Andy kann Klarinette und Bass Klarinette und ist außerdem der IT‘ler und Techniker. Er schließt die Augen, dreht an Knöpfen damit der Sound genau so ist wie er ihn will. 
 
 
Plötzlich titscht ein Tischtennisball durch den Raum, danach ein anderes Objekt. Andy spielt mit scheinbar banalen Objekten und setzt sie auf den Punkt musikalisch ein. Mit wechselndem Einsatz ihrer Instrumente singen sie mal solo, mal zweistimmig, meist beide von vorne, dann geht mal Vince, mal Andy hinter das Publikum und singt und spielt von dort, um ein ganz anderes Hörerlebnis zu schaffen. Sie haben keinen Manager, aber ein imaginäres Management, das ihnen immer wieder mit Rat zur Seite steht. Sie sollen mehr „happy Musik“ spielen, dann trifft das mehr Publikum. Tatsächlich haben sie eine Kiste mit solchen eingängigeren Stücken komponiert, wie vom Management empfohlen. Damit gehen sie aber sehr bedacht um. Sie machen und sie spielen die Musik, die aus ihnen kommt, sie komponieren nicht nach Erfolgschancen. Kein Mainstream.
 

Doch aus dem Publikum ruft doch einer nach „happy musik“, und sie erfüllen diesen Wunsch. Das imaginäre Management hat auch empfohlen, die Stücke zu erklären und so dem Publikum die Story dahinter mitzugeben. Das machen sie auch und auch das kommt gut an. So erfahren wir, dass sie Hauskonzerte lieben, weil sie da in Hausschuhen auftreten können, in jedem Haus andere. Wir erfahren auch dass sie für Engagement und Einsatz gegen Rassismus stehen, wohlwissend dass es ein mühsamer Prozess ist und dass sie die Ergebnisse vielleicht gar nicht mehr erleben werden. Zum Schluss gibt es noch eine Zugabe und dann einen regen Austausch mit den Gästen, es ist ein gelungener Abend.


Setlist
Intro / poem
to a void
the journey
leuchtende Vögel (Text Thomas Brasch)
those icicles
fireworks
lee
pour les oiseaux
8:46
future flames
ballad of daylight saving
fixing a riddle

interlude / poem#ballad of joy

a trivial pursuit
emma
equinox / deutscher Herbst

shelter song (Zugabe)
 


Donnerstag, 30. Oktober 2025

Left of the Dial Festival - Rotterdam - 23.10.-25.10.2025

0 Kommentare

 


Konzert: Left of the Dial Festival
Ort: Innenstadt Rotterdam
Datum: 23.10.-25.10.2025
Dauer: 3 Tage
Zuschauer: ausverkauft


Die Wetterprognose für das Wochenende versprach stürmische und regnerische Tage und sie sollte recht behalten. Schon auf dem Weg zwischen den Locations wurde man ordentlich durchgepustet, und so gehörte das frieren im Nieselregen fast genauso zum Festivalerlebnis wie die Musik selbst. Doch irgendwie passte das: Der Wind, die dunklen Wolken, das hektische Lichtermeer der Stadt, all das verlieh dem Left of the Dial 2025 eine ganz eigene Energie. 

Das Left of the dial Festival wächst langsam aber stetig. Dieses Jahr waren es nochmal mehr Spielstätten und Konzerte, viel mehr. Schwerpunkt liegt auf Newcomern aus UK und Irland. Einen deutschen Act suchte man im Line-Up vergeblich. 


Der Festivalauftakt am Donnerstag begann mit No Joy im Theater De Doelen Up. Die Kanadier waren ein perfekter Start: dichte Gitarrenwände, schwebender Gesang und ein Sound, der sofort klarmachte, worum es an diesem Wochenende gehen würde. Um das Eintauchen in neue Klangwelten. No Joy schafften es, das Publikum in eine melancholische, aber zugleich euphorische Stimmung zu versetzen. Ein Auftakt, wie man ihn sich nur wünschen kann. 


Den nächsten schönen Moment gab es mit Green Gardens. Warmes Schlagzeug, schöne Melodien, weicher Indie-Rock, der sich anfühlte wie eine Umarmung nach einem langen, kalten Tag. Ihr Set war unaufgeregt, ehrlich und voller Gefühl. Zwischen all den lauten, kantigen Bands war das ein wohltuender Ruhepunkt. Fast so, als würde jemand kurz die Tür zum Sturm schließen und sagen: Bleib doch noch ein bisschen hier. 


Danach ging es weiter durch die Stadt. Vom eleganten Theater wo DBA! aus Liverpool einem ordentlich einheizten bis in kleinere Clubs, wie das Cube, wo man PollyfromtheDirt lauschte. Überall Menschen mit Festivalbändchen, tropfnassen Jacken und leuchtenden Augen. 

Freitag – Entdeckungen zwischen Windstille und Wohlklang. Am Freitag hatten Wind und Regen deutlich nachgelassen. Nach Sturmtief Benjamin am Donnerstag fühlte sich die Stadt fast schwerelos an. Über Rotterdam lag eine ruhige, gespannte Festivalenergie. Man konnte endlich ohne Jacke von venue zu venue ziehen und sich ganz auf die Musik konzentrieren. 


Eines der Highlights am Freitag war die US-Amerikanerin Prewn. Eine klare Stimme, zerbrechlich und doch kraftvoll, jeder Song hatte Gewicht. Ihre Musik war melodisch, leicht und schwer zugleich, voller schöner Gegensätze. Zwischen den Songs zeigte sie sich sympathisch, witzig und nahbar. Prewn hat dieses seltene Talent, das Publikum zum Lächeln und gleichzeitig fast zum Weinen zu bringen. 

Später in der Paradijskerk spielten DUG, die mit ihrer fesselnd freundlichen und optimistischen Stimmung im feinsten Americana-Folk das Publikum verzauberten. Ihre Songs waren warm, erzählerisch und voller Charme und für einen Moment verwandelte sich die alte Kirche gefühlt in einen kleinen Pub irgendwo in den Hügeln Irlands. Es war einer dieser Auftritte, die keine großen Effekte brauchen, nur Ehrlichkeit und Herz. 


Samstag – Durchgefeiert bis zum letzten Akkord. Der Samstag fühlte sich an wie das große Finale einer intensiven Reise. Die Tageskonzerte des „Official Unofficial“-Programms lockten bereits am Nachmittag viele in kleine Bars und Cafés, wo es bereits tolle Bands wie Pebbledash zu sehen gab. Präsentiert, wie zwei weitere Bands, von unseren Freunden des Misty Fields Festival.

Auch die Band Ain´t ist ein Traum für alle, die den 90er-Gitarrensound lieben. Wunderschön melodisch, mit schnellem, treibendem Bass und einer großartigen Sängerin, deren Stimme zwischen Kraft und Melancholie pendelte. Den Tag über ging es weiter von Bühne zu Bühne, immer wieder neue Überraschungen, neue Sounds, neue Begegnungen. 


Am Abend erreichte das Festival seinen Höhepunkt. Basht. (mit Punkt) spielten ein beeindruckendes Abschluss-Set, das noch einmal zeigte, warum Left of the Dial kein gewöhnliches Festival ist: Es geht hier nicht um große Namen, sondern um das Gefühl, Teil von etwas Echtem und Unvorhersehbarem zu sein. 

Einen tollen Moment wollen wir nicht vergessen: Zac Lawrence, ansonsten oberkörperfreier Sänger der Band Deadletter präsentierte in der Kirche sein wirklich gelungenes Solo-Album "Beware of Pity". (Hörtipp)   
 
Natürlich haben wir noch viel mehr gute Acts gesehen. Diese stellen wir euch in den nächsten Tagen immer noch in einzelnen Insta-Posts vor.


Left of the Dial war Laut, nass und echt. Man kommt, um neue Bands zu entdecken, und geht mit einem halben Dutzend Lieblings-Acts im Kopf wieder zurück nach Hause. Man läuft durch Regen und Wind, verliert sich in unbekannten Straßen und findet genau dort den Soundtrack, den man nie gesucht, aber dringend gebraucht hat. 

Rotterdam hat an diesem Wochenende wieder einmal gezeigt, dass Musik nicht glatt und bequem sein muss. Sie darf weh tun, nass machen und überraschen. Und genau das war Left of the Dial 2025: laut, ungeschliffen und absolut großartig.

Der VVK für 2026  hat bereits begonnen: TIX 2026: 


Donnerstag, 21. August 2025

Lowlands Festival - 14.08.-17.08.2025 - Biddinghuizen/NL

0 Kommentare

 


Konzert: Lowlands Festival
Ort: Biddinghuizen/NL
Datum: 14.08.-17.08.2025
Dauer: 4 Tage
Zuschauer: 65.000 sold out



Die Ankunft am Campingplatz am Freitagmorgen beginnt mit der typisch entspannten Lowlands-Atmosphäre: Der Campingplatz im niederländischen Biddinghuizen ist bereits gut gefüllt, da die Anreise bereits am Donnerstag möglich ist. 

Nun heißt es Zeltleinen straffen, Heringe in den Boden schlagen und dann dieser weite Blick über die aufgehende Festivalstadt: bunte Zelte, erste Begegnungen, Musik weht einem entgegen und die Vorfreude greift wie ein freundlicher Pogo. Schon erste Blicke auf das Gelände verheißen ein abwechslungsreiches Wochenende: Kunstinstallationen auf grünen Wiesen, kreative Skulpturen – so wird der Festivalgeist greifbar. Man fühlt sich als Gast und nicht als Kunde.

Ein Beispiel sind die Übergänge vom Zelt-zum Festivalgelände. Keine Zäune oder schlecht gelaunten Secs erwarten einen hier. Den Besuchern wird vertraut und die belohnen sich selbst und den Veranstalter mit einem unglaublich relaxten Wochenende. 



Alles stimmt an diesem ersten Festivaltag. Das Wetter ist perfekt, blauer Himmel, warme Sonnenstrahlen und dazu gibt es ja auch noch Konzerte auf mehr als 10 Bühnen bis tief in die Nacht. Life as it should be.


Der energiegeladene Auftritt der Irischen Musikerin CMAT mit vollem Namen Ciara Mary-Alice Thompson, lädt mit den ersten Tönen zu einem Wochenende voller Entdeckungen und musikalischer Vielfalt ein. "The Guardian" schrieb über ihre Musik: „Ihre Lieder sind traurig und doch zugänglich, emotional gebildet und geschickt gestaltet, aber, was entscheidend ist, mit einem enormen Sinn für Humor."

Und genau dieser Humor und die Spielfreude der Band sind ein perfekter Auftakt für den ersten Tag. Weiter geht es zu einem kurzen Abstecher ins "Bravo" (eigentlich der Tanztempel der Nacht. Ein Zelt für ca. 10.000 Zuschauer) um bei Kingfishr feinsten Irischen Indie Folk zu hören, der einen an Mumford and Sons erinnern lässt. 

Das Programm beim Lowlands ist so vielfältig und auf dem eigentlichen Weg zur nächsten Location gibt es soviel zu entdecken, manchmal schafft man es nicht immer alle Konzerte komplett zu erleben. Auf dem Weg zum "Alpha" (der Main-Stage Dome) gibt es noch einen kurzen Moment im "India" Podium, dort stehen Deadletter auf der Bühne, die für ihren energiegeladenen Post-Punk-Sound bekannt sind, der Elemente von The Fall und LCD Soundsystem aufgreift. Dringend zu empfehlen. 


Zwei Bands die ich auf jeden Fall an diesem ersten Tag komplett sehen wollte, spielen im Alpha: London Grammar: kühl, makellos, unnahbar. Als Hannah Reid und ihre Band die Bühne betreten, ist alles perfekt, fast zu perfekt. Glasklare Stimme, makelloser Sound, jede Note sitzt wie aus dem Studio geschnitten. 

Doch zwischen Bühne und Publikum liegt eine unsichtbare Glasscheibe. Kaum ein Wort, kein Blick, kein Moment, der diese Barriere durchbricht. Viele lauschen gebannt, andere spüren eine kühle Distanz – schön anzuhören, aber schwer zu fühlen. Dazu passt die Sonnenbrille, die Hannah das gesamte Konzert nicht abnehmen wird, obwohl sie in unter einem riesigen Dach spielt. Ein Konzert wie ein poliertes Kunstwerk: man bewundert es, aber man berührt es nicht. 


Queens of the Stone Age dagegen: roh, direkt, ein verschwitzter Traum.  Als Josh Homme und seine Mitstreiter übernehmen gibt es keine Spur von Zurückhaltung. Jeder Riff ein Faustschlag, jede Ansage ein Augenzwinkern. Die Band verschmilzt mit der Menge, und als Josh Homme sich spontan direkt in die Zuschauer hineinwirft, lebt er und wir im Moment.

Wo London Grammar Abstand hielt, reißen Queens of the Stone Age die Festivalmauern ein. Zwei Extreme an einem Tag – und genau dafür liebt man Festivals: Man kann sich erst im kühlen Neonlicht verlieren und später in rotem Scheinwerferfeuer wiederfinden. 


Am zweiten Tag passiert, das was sich jeder Festival Liebhaber wünscht, die Erinnerung an die an dem Tag bis dahin gesehen Bands ist verschwimmt im Nachhinein, denn ein Abend mit FKA Twigs ist kein gewöhnliches Konzert. Es fühlte sich eher wie ein Theaterstück an, vielleicht sogar wie ein Ritual, in dem wir alle Zeugen wurden oder Komplizen. 

Von der ersten Minute an stand die Bühne nicht nur für Musik, sondern für ein Spiel aus Körper, Stimme und Emotionen. Die Show begann roh und brutal: Bewegungen, die an Kampf erinnerten, scharfe und brutal klare und laute Beats, die den Raum zerschnitten, und eine Intensität, die das Publikum in den Bann zwang. Fast animalisch, voller Kraft, fast gewalttätig in ihrer Direktheit. 


Doch diese Härte verwandelte sich mit fließender Eleganz. Zwischen schweißtreibender Ekstase (wirklich) und hochgradig sexuell aufgeladener Präsenz offenbarte FKA Twigs eine Sinnlichkeit, die nie platt, sondern immer kunstvoll inszeniert war. Tanz, Gesten und Blicke verwoben sich zu einer körperlichen Sprache, die so unmittelbar wirkte, wie ihre Songs. 

Dann folgten die Brüche. Plötzlich zerbrechlich, fast verletzlich, stand sie da und sang Balladen, die so hoch emotional waren, dass der ganze Saal in eine andere, fast intime Sphäre gezogen wurde. Jeder Ton wirkte wie ein Geständnis, jede Silbe wie ein offener Nerv. FKA Twigs erzählte an diesem Abend keine Geschichte im klassischen Sinn. Sie zeigte Zustände, Extreme, Übergänge – roh, brutal, sexuell aufgeladen, dann wieder sinnlich und verletzlich. Es war ein Fiebertraum, aus dem man am Ende aufwachte, ein wenig benommen, ein wenig verändert. 

Der dritte Tag begann noch im Halbschlaf: Black Country, New Road eröffneten mit zarten, verschlungenen Songs, die wie ein vorsichtiges Aufwachen wirkten. Fragil, manchmal brüchig, dann plötzlich kraftvoll – ihre Musik schuf sofort eine besondere Nähe zwischen Bühne und Publikum. 


Es folgten die Fontaines DC. Ihr Auftritt war laut, treibend, kantig – aber vielleicht zu sehr auf Autopilot, nach einem vollen Jahr auf Tournee. Die Energie war da, die Songs rissen mit, aber es fehlte das Unberechenbare, das Überraschende. Man sah eine Band, die weiß, wie man ein Festivalpublikum bedient, aber die Leidenschaft schien ein Stück weit hinter der Routine zu verschwinden. 

Und doch: die Menge ließ sich mitreißen, tanzte, schrie. Die Energie stimmte, das Publikum ging mit, aber die Überraschung fehlte. Ein Sturm, der zündet, aber kaum nachhallt. Als die Sonne langsam tiefer sank, brachte MK.GEE eine andere Farbe ins Spiel. Sein Sound erinnerte an die elektronische Phase von  Bon Iver – dieses Schweben zwischen Intimität und elektronisch verzerrter Entrückung. 

Plötzlich war da Wärme, fast so, als würde jemand eine Decke um die erschöpften Körper legen. Seine Stimme klang verletzlich und nah, die Songs breiteten sich aus wie kleine Träume. Zwischen all der Lautstärke des Tages war das einer der Momente, in denen man wirklich stehen blieb, um zu lauschen. 
Sein Gesicht war zu fast keiner Sekunde erkennbar, Nebel und Stobolicht boten eine anstrengende und oft nicht passende Untermalung dieses musikalisch fantastischen Konzerts. 

Zum Abschluss verwandelte Jamie xx das Gelände in eine Tanzfläche. Mit dichten, hypnotischen Beats trug er die Menge durch den Abend, baute Spannung auf und löste sie immer wieder ein. Ein Finale, das weniger Konzert als kollektives Abschiednehmen war. Auf jedem anderen Festival wäre dieses DJ-Set herausragend. Hier tanzt man zu ähnlich guter Musik noch auf sieben weiteren Bühnen mit diversen Stilen durch die Nacht.


Am Morgen danach begann das eigentliche Erwachen. Das Festivalgelände lag stiller da, nur das Knistern von Müllsäcken und das Quietschen zusammenfallender Zeltstangen war zu hören. Mit jedem Handgriff beim Abbau, mit jeder zusammengerollten Isomatte verabschiedete man sich ein Stück mehr von den letzten Tagen.


Als der letzte Hering aus der Erde gezogen war, blieb ein Moment des Innehaltens: der Blick über den leeren Zeltplatz, über Spuren von Nächten voller Musik und Begegnungen. Müde, aber glücklich ging es zurück Richtung Alltag – mit der Gewissheit, dass die Vorfreude auf das nächste Jahr schon jetzt wieder wächst.


 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates