Sonntag, 9. August 2009

The Thermals, Berlin, 08.08.09


Konzert: The Thermals
Ort: Flughafen Tempelhof (Berlin Festival)
Datum: 08.08.2009
Zuschauer: recht gut gefüllter Hangar
Dauer: 48 min


Noch so eine Lieblingsband... Zweimal hatte ich die
Thermals aus Portland bisher gesehen und beide Male hatte mich der melodiöse Krach des Trios umgehauen. Zwischen den Konzerten habe ich nur vage Vermutungen, warum genau ich diese Band so sehr mag, wenn sie dann auf der Bühne stehen, sich verrenken, herrliche Gesichter ziehen und ohne irgendwelchen Firlefanz ihre zweieinhalb-Minuten-Hits abfeuern (schreckliche Floskel, leider aber genau zutreffend), wird mir das wieder glasklar, sie sind einfach gut. Und laut. Und schnell. Aber auch leider viel zu selten in Europa. Daher hatte ich mich auf die Amerikaner ganz besonders gefreut.

Anfang des Jahres ist mit Now we can see bereits das vierte Album der Thermals erschienen, ich kenne die Band allerdings erst seit ihrer letzten Platte von 2006. Auch wenn mir Now we can see ganz besonders ans Herz gewachsen ist, enthalten die ersten drei Platten
so viele Hits, daß ich mir beim besten Willen kein langweiliges Thermals-Konzert vorstellen kann!

Am Anfang im Fotograben klang die Band, wie ich es live kannte: unfassbar laut und
kraftvoll. Als ich nach dem dritten Lied aus dem Graben rausging (die restlichen Fotografen blieben noch ein Stück, die scheinen sich alle verzählt zu haben, denn I let it go war Lied vier), wurde der Sound aber schlagartig schlechter. Ich stand dann vor dem Mischpult mittig und war entsetzt, wie mies das Konzert abgemischt war. Glücklicherweise gab sich das irgendwann wieder, denn obwohl die augenfälligste Eigenschaft der Live-Thermals ihre Lautstärke ist, ist da eben sehr viel mehr als nur Krach, nämlich tolle Melodien!

Von ganz schrecklich besserte sich der Klang dann immerhin zu erträglich, man konnte dem Konzert entspannter folgen... Die Thermals bestehen aus Sänger und Gitarrist Hutch Harris, Bassistin Kathy Foster und dem mir neuen Schlagzeuger Westin Glass. Während Kathy der Inbegriff der coolen Bass-Spielerin ist, wirkt Hutch auf mich so, wie ich mir Highschoolband-Sänger vorstelle. Er klettert dauernd auf das Schlagzeug-Podest, rennt über die Bühne und schneidet köstliche Fratzen. Und weil Westin schon der x-te Schlagzeuger in der kurzen Bandgeschichte ist, will er wohl
auch nicht riskieren, wegen Passivität ersetzt zu werden. Er prügelte so kräftig auf seine Trommeln ein, daß ein Roadie gleich zu Beginn einen kurzen Stahlträger als Art Buchstütze vor die Bassdrum legen musste.

Mit 17 Liedern war der Auftritt der bisher kürzeste, den ich erlebt habe. Für dieses Set brauchten die Thermals allerdings auch nur gut 45 Minuten. Und
trotzdem spielten sie Unmengen an Hits. Das Sonic Youth Cover 100% war in meinen Augen gar nicht nötig, die Highlights waren Stücke wie A pillar of salt, Now we can see, I called out your name, We were sick oder I let it go (- übrigens sehr gleichmäßig von allen Platten).

Schade, schade, daß es anfangs so schlecht klang, das hat dem Konzert vieles genommen. Aber auch so verkorkst war der Auftritt ein Highlight des Berlin Festivals, und das nicht, weil der Rest schlecht gewesen wäre!

Und als das Gewitter vorbei war, lief vom Band ein Lied, das vermutlich ausschließlich für Kathy geschrieben worden ist: Rock 'n' roll Queen von den Subways.

Setlist The Thermals Berlin Festival, Flughafen Tempelhof:

01: Our trip
02: 100% (Sonic Youth Cover)
03: Returning to the fold
04: I let it go
05: How we know
06: I called out your name
07: Back to grey
08: When I was afraid
09: Here's your future
10: Test pattern
11: We were sick
12: St. Rosa and the swallows
13: A pillar of salt
14: It's trivia
15: No culture icons
16: A passsing feeling
17: Now we can see

Links:

- The Thermals beim Phono-Pop in Rüsselsheim 2007
- im Gebäude 9 in Köln am 19.12.2006
- und in Paris am 02.12.2006
- Fotos von den Thermals beim Berlin Festival



0 Kommentare :

 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates