Donnerstag, 5. März 2009

Soy un Caballo & Barth & Arch Woodman, Paris, 04.03.09

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Konzert. Soy Un Caballo & Barth & Arch Woodman

Ort: Le Point Epémère, Paris (Point FMR)
Datum: 04.03.2009
Zuschauer: leider nicht extrem viele.
Konzertdauer: jeweils 30-40 Minuten



Eigentlich wäre ich ja auch sehr gerne erneut zu Emil "Loney Dear" Svanängen gegangen (der Schwede spielte eine Black Session beim Radiosender France Inter), aber wir haben auf dem Konzerttagebuch auch das Anliegen, noch recht unbekannten Künstlern eine Plattform zu bieten und ihre Konzerte zu besprechen.

Darum entschied ich mich also, ins Point FMR am Canal St Martin zu pilgern. Ein altes Fabrikgebäude, das immer wieder mit spannenden Acts aufwarten kann. Oft sieht man hier sehr frühzeitig Künstler, von denen die (Indie) - Musikwelt erst später Kenntnis nimmt. Aktuelles Beispiel: Sophie Hunger. Die inzwischen in allen Musikmedien besprochene Schweizerin war schon letztes Jahr da und spielte für ein paar gutinformierte Insider.

Ähnliches Medieninteresse würde ich auch den heute auftretenden Bands in der Zukunft wünschen, denn sie hatten allesamt ein erlesenes Programm zu bieten!

Als erste in den Ring geschickt wurden die Bretonen namens Arch Woodman. Eine vielköpfige Truppe (inklusive einer charmanten Flötistin), die auch schon einmal in der Maroquinerie bei einem sog. Inrocks Indie Club aufgetreten war. Und wer es dahin bringt, von dem wurde schon einmal Notiz genommen, denn bei den Inrocks Abenden werden in der Regel zwei bis drei siedend heiße Newcomer, meist aus England oder den USA, gebucht, denen man eine französische Gruppe voranstellt, die bei dem Talentwettwerb CQFD (aber jetzt bitte nicht an Popstars, DSDS oder einen ähnlichen Mist denken!) weit vorne gelandet ist.

Cocoon haben so angefangen, als sie The View und The Enemy supporteten und sind zumindest in Frankreich inzwischen wesentlich erfolgreicher als die Engländer. Coocon haben nämlich das legendäre Olympia im Januar ausverkauft (und stehen somit in einer Reihe mit den Kaiser Chiefs, den Kings Of Leon und Bloc Party) während The View im April "nur wieder die Maroquinerie zur Verfügung gestellt bekommt und obendrein nur als Vorgruppe von Mando Diao, die selbst wiederum froh sein können, wenn sie den ca. 500 Leute fassenden Raum ausverkaufen können. Also was lernen wir daraus? Wer bei dem Wettbewerb CQFD gewinnt, kann es weit bringen, zumindest in Frankreich, schließlich haben dort auch Syd Matters vor ein paar Jahren gesiegt.

Trotz dieser Meriten war es leider noch ziemlich leer als Arch Woodman loslegten. Eigentlich das Projekt eines Mannes, Arch Woodman (wie der im richtigen Leben heißt, weiß ich nicht), der aber live Hilfe braucht, um seine vielschichtigen Kompositionen, die zwischen Folk und Postrock verortet werden, darbieten zu können. Seine Band nennt sich lustigerweise das Hope + Belief Collective und der Name ist schon ein wenig bezeichnend für die musikalischen Vorlieben der Nordfranzosen. Die kann man auch bei anderen Kollektivbands wie der Broken Social Scene, Do Make They Think oder A Silver Mount Zion finden. Allerdings auch bei Folkkünstlern wie Sun Kill Moon und anderen. Zumindest liest man das so in den Medien. Allerdings hört sich Arch Woodman und sein Kollektiv erfreulicherweise sehr eigenständig an. Die postrockige Seite ist eher reduziert und das folkige Element kommt stärker zu Geltung. Allerdings auch nicht so wie bei Bonnie "Prince" Billy. Irgendwie anders. Also gar nicht so leicht zu beschreiben und das ist gut so! Aber besser nicht so viel vergleichen und einfach mal bei MySpace oder ähnlichen Seiten reinhören, ich finde es lohnt sich!


Setlist Arch Woodman, Point Ephémère, Paris (Merci Arch!):

01: Hunter!
02: You Couldn't Be Anyone
03: Write It To A Friend
04: Slowly Singing
05: From Those Lands
06: All Parades & Marches
07: Horse Trapper

Nachdem Arch Woodman fertig waren, erblickte ich Kate Stables und ihren Partner (zumindest in der Musik, ob auch in der Liebe weiß ich nicht) Jesse D. Vernon, die unter dem Pseudonym This Is The Kit herrliche Folkmusik machen und gemeinsam auch auftreten. Letztes Jahr ist ihr Album Krulle Bol erschienen und darauf befindet sich mit Birchwood Beaker eine besondere Perle. Da Kate aber nun einmal im Publikum und nicht auf der Bühne stand, war mir klar, daß ich heute diesen tollen Titel nicht geboten bekommen würde. Aber da hatte ich mich getäuscht! Die Belgier Soy Un Caballo, die nun an der Reihe waren, coverten nämlich ca. in der Mitte ihres wundervollen Sets Birchwood Beaker in einer ganz fabelhaften und originellen französischen Version. A Travers de la neige, so der Arbeitstitel dieses noch unveröffentlichten Chansons, der im Laufe des Jahres als limitierte Vinyl-Single erscheinen wird. Er enthält alle Ingredienzen, die die Musik von Soy Un Caballo so wundervoll machen. Als da wären: die sanfte und traumhaft schöne Stimme der niedlichen Aurélie Muller, die auch für das tolle Artwork verantwortlich zeichnet, das gefühlvolle Gitarrespiel von Thomas Van Cottom, der ebenfalls eine angenehme Singstimme hat, vor allem aber das famose Xylophonspiel von Aurélie. Viel zu selten wird dieses grandiose Instrument eingesetzt! Es gibt dem Sound eine herrlich entspannte, aber auch mystische Note und ist kennzeichnend für den Stil der Belgier, die heute noch durch einen weiteren Gitarristen unterstützt wurden. Absolut originell und gar nicht so leicht in eine Schublade zu stecken, was das Duo da so anstellt. Es gibt gleichzeitig ein liebliches und sonnendurchflutetes Element, aber auch eine hauchzarte Melancholie, die immer gegenwärtig ist. Mit der Brechstange zu Werke gehen die beiden nie, aber trotzdem ist das Ganze keineswegs süßlich oder kitschig. Vielmehr ist das entspannte, sehr innovative und vielschichtige Popmusik, die bei jedem Hördurchgang besser wird. Unverschämt charmant und so gut, daß sogar ein ganz Großer wie Bonnie "Prince" Billy auf das Duo aufmerksam geworden ist und auf einem Titel des Albums Les Heures De Raison auf französisch mitsingt! Wenn ich ganz ehrlich sein darf: der Prinz singt ziemlich schief und mit mittelprächtigem Akzent (ich bin nett zu ihm, ich verehre ihn ja) und der Song ist alles andere als mein Favorit auf dem ansonsten fabelhaften Album, das unglaublich abwechslungsreich und pfiffig ist.

Ja, Aurélie (die übrigens auch Bass spielt) und Thomas haben mein Herz gewonnen und neben dem This Is The Kit Cover noch mit einer anderen Neuinterpretation eines Liedes geglänzt. Zusammen mit den ausgezeichneten Engländern Tunng haben sie dem Song Robin neues Leben eingehaucht und auch dieser Track ist als limitierte Vinyl - Single veröffentlicht worden. Allein das traumhaft schöne Artwork lohnt die Anschaffung und ich warte schon gespannt auf das neue Album, denn Les Heures De Raison hat inzwischen schon ein Jahr auf dem Buckel. Ich habe aber die Vermutung, daß Soy Un Caballo erst einmal dieses Werk so richtig vermarkten wollen, denn sowohl bei Pitchfork als auch beim Wire Magazin zeigte man sich sehr angetan und künftige Tourdaten in Spanien und gleich zweimal London sprechen dafür, daß es nun auch außerhalb von Belgien und Frankreich für Aurélie und Thomas gut läuft. Verdient haben sie es auf alle Fälle! Und wer bietet seinen Fans nach dem Konzert neben den üblichen CDs und Schallplatten eigentlich köstliche belgische Schokolade in der Form von hübsch verpackten Brownies an?



Setlist Soy Un Caballo, Point Ephémère, Paris (Merci à Aurélie!):

01: Le Retour
02: La Lune Et Le Loup
03: La Droiture
04: Au Ralenti
05: A Travers La Neige (Birchwood Beaker im Original. Franz. Cover von This Is The Kit)
06: Robin
07: But Will Our Tears
08: La Raison Du Plus Fort
09: La Bibliothèque
10: La Chambre

Der Bericht über Barth folgt am Freitag!


Pour nos lecteurs français:

Une bien belle soirée encore avec trois groupes français (Soy un Caballo sont belges en fait, mais ils étaient les seuls à chanter en francais) de talent. Programmation éclectique, organisé par les charmantes filles de la Summery Agency.

Les bretons Arch Woodman ont commencé cette soirée avec leurs compositions raffinées quelque part entre folk, pop, et postrock. Projet d'un jeune homme blond à la guitare acoustique mais épaulé par son groupe, le bien nommé Hope + Beliefe Collective, qui a offert au public les morceaux du très bon album avec le nom improbable Draped Horse Blue Licorne Argentee Feather Blue, dont le tubesque Slowly Singing.

Puis le duo belge Soy un Caballo a prouvé que leurs chansons sont aussi bon que le chocolat belge. Aurélie Muller (à la basse et le Xylophone) et Thomas Cottom (à la guitare) jouent de la pop, mais comme pas la même pop que les autres. Chez eux c'est très original, complexe et charmant et en plus ils jouent des reprises géniales comme À travers de la neige, une reprise de This Is The Kit ou Robin révisité par les anglais Tunng.

Soy un Caballo sont inclassable tout comme Barth, qui ne veut pas chosir entre Indie Pop, Reggae, Ska, Electropop et pleins d'autres genres. C'est beau et original et en plus ils y a des vidéos superbes qui me font rever de l'été...

Links:

- mehr Fotos von Arch Woodman hier
- Mehr Fotos von Soy Un Caballo hier

Soy un Caballo - Robin in einer Video- Session mit der Blogothèque. Charmant wie immer! (Und Kate von This Is The Kit hat ein kleines Baby im Arm). La Raison Du Plus Fort, benfalls von der Blogotheque.





Mittwoch, 4. März 2009

Maxïmo Park, Köln, 03.03.09

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Konzert: Maximo Park
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 03.03.2009
Zuschauer: seit Wochen ausverkauft
Dauer: 70 min.


Einen schönen Service bot 1live auf unserer Fahrt zum Gebäude 9. Als Einstimmung wurde da Maxïmo Park Frontmann Paul Smith interviewt. "Ich würde unseren neuen Stil jetzt als Postwar-melodramatic-film noir* bezeichnen. Außerdem habe ich mir einige neue Anzüge machen lassen. Nur ein neuer Hut fehlt mir noch."

Lies, lies, lies, lies, lies..., denn den grünschwarz gemusterten Anzug mit schwarzem Revers kannte ich schließlich schon aus Haldern (schon da hatte er mich an westfälische Schützenuniformen erinnert) und - viel wichtiger - Paule hatte einen neuen Hut! Statt seines Markenzeichen-Bowlers trug der Sänger im Gebäude 9 einen klassischen Herrenhut, einen Borsalino, wenn ich das richtig gesehen habe.

Und dann hatte Keyboarder Lukas plötzlich einen neuen Platz. Der introvertrierte
Pianist steht nun links auf der Bühne, bei meinen bisherigen Park-Konzerten war rechts sein Stammplatz.

Nicht neu war (um damit langsam zum noch spannenderen Teil überzugehen), daß Maxïmo Park vor neuen Platten oder wichtigen Festivals Warmup-Gigs spielen. Letztes Jahr haben wir die Band dabei im wundervollen Doornroosje in Nijmegen gesehen, bei einem Trainingskonzert für Hurricane und Southside, in den letzten Tagen waren die Nordengländer unterwegs, um in kleinen Clubs die Zugkraft ihrer neuen Songs zu testen. Im Mai erscheint mit Quicken the heart das dritte Maxïmo Park Album und damit steht eine wichtige Englandtour an. Der Abend im Gebäude 9 war nun das achte und letzte Test-Konzert in kleinen Sälen in Deutschland, Slowenien, Kroatien, Tschechien, Italien und Österreich.

Natürlich dauerte es nur wenige Stunden, bis das Gebäude 9 ausverkauft war, in solch kleinem Rahmen sieht man die Band schließlich selten. Ihr letzter Köln-Auftritt fand vor anderthalb Jahren im Palladium statt und bot fabelhafte Unterhaltung -
allerdings nur von den Blood Red Shoes, Maxïmo Park und Palladium waren in schlechter Form und ziemlich mau.

Heute sollte alles anders sein. Schon bei
The kids are sick again, einer Neuheit, von der es ein paar Live-Videos bei youtube gibt, merkte man den fünf Musikern an, daß sie Lust hatten und ihnen die sieben kleinen Konzerte in den letzten Tagen offenbar viel Freude gemacht haben.

The kids are sick again ist sehr ruhig und langsam, gefiel mir aber gut. Ich würde es vermutlich
selbst nicht als Postwar-melodramatic-film noir bezeichnen (auch, weil ich nicht weiß, was das ist), das Lied klingt aber durch und durch neu, weil es viel ruhiger als die bisherigen Stücke ist. Aber nicht schlecht, keine Frage.

Danach sollten schön abwechselnd sichere (alte) Treffer und neue Lieder folgen. Natürlich ging das Konzept auf. Our velocity, Signal and sign oder By the monument kannte jeder, die Stimmung war bestens, und die neuen Lieder wurden sehr freudig aufgenommen.

Zweite Neuheit Another world (oder In another world) fiel mir durch einen oh-oh-oh-Refrain auf. Das Lied war eine Ecke schneller, allerdings auch eigen und hätte damit sicher stilistisch auf A certain trigger fremd gewirkt. Ich könnte mir vorstellen,
daß der Song eine Single werden könnte, auch wenn es nach dem ersten Hören zwar gut aber nicht überragend schien.

Nummer drei der Neuheiten, The penultimate clinch hatte die Besonderheit, daß Lukas einen größeren Gesangesanteil hatte. Und dann war es richtig gut - auch stilistisch wieder neu, man kann der Band überhaupt nicht vorwerfen, sich
regelmäßig zu covern, aber doch Maxïmo Park, auch wenn das nach einem Widerspruch klingen mag.

Nach einem meiner Lieblinge von Our earthly pleasures, By the monument, folgte eine echte Premiere.
"Das nächste Lied haben wir noch nie gespielt!" Im Gegensatz zu einer anderen Lieblingsband, die mit so etwas schon einmal geschummelt hat, waren wir wohl wirklich die ersten, die Haven't seen her live gehört haben. Das Stück ("It's about being ripped into pieces") ist eine wundervolle Ballade mit herzerweichenden uh-uh Background-Gesängen aber sicher keine Single.

Let's get clinical direkt im Anschluß mit schmetternden Gitarren und Staccato-
Rhythmus könnte von den Futureheads stammen (wenn es ein wenig schneller wäre). Das muß ich aber wohl noch ein paarmal hören, um es besser einschätzen zu können.

Das nächste neue Lied hatte ich schon in Nijmegen und Haldern gehört. Tanned hatte mich bei den beiden anderen Gelegenheiten nicht vom Hocker gerissen. Ein Lieblingslied ist es immer noch nicht, Tanned und ich fangen aber an, uns besser zu verstehen. Dazu trägt sicher der Heavy-Keyboard Anfang bei, der taugt sehr viel!

Books from boxes und Limassol folgten und räumten ab. Und danach folgte ein erstes Lieblingslied von
Quicken the heart, das auch schon im letzten Sommer gespielte Questing not coasting (Paul auf deutsch: "Es geht um ein Gewitter"). Bis dahin ganz klar das beste der neuen Lieder und ganz sicher auch bei künftigen Konzerten gesetzt!

Girls who play guitars und Graffiti bildeten den Abschluß, bevor einer der größten Knüller des knackigen 70-minütigen Sets kam. That beating vom kommenden Album** packte und überzeugte mich auf Anhieb, da war kein Reinhören nötig! Toll waren dabei die How soon is now Gitarren! Daß danach noch mit Nosebleed einer meiner Lieblinge und mit Apply some pressure einer der Überhits folgten, war mir eigentlich egal, That beating beruhigte mich so sehr, daß ich mich auf Album drei freuen kann, und war damit schon gedanklich der Abschluß des Konzerts.

Nach dem sehr drögen letzten Kölner Konzert und sieben Monaten MP-Pause machten mir die Jungs aus Newcastle wieder richtig Spaß! Dazu trugen so viele Faktoren bei: die überragenden Songs im Überfluß (sodaß sie sich diesmal und für mich erstmals erlauben konnten, The coast is always changing wegzulassen), der großartige Frontmann, dessen Gesten und Bewegungen immer noch aufregend sind und der vollkommen durchgeknallte Keyboarder Lukas, der mehr neben als hinter seinem roten Tastenteil stand. Daß dabei nicht jeder Ton sitzt, ist vollkommen klar - einmal lag Lukas allerdings total daneben. Bei Limassol tanzte er noch irgendwo, wollte aber seinen Einsatz retten und griff irgendwo hin, nur nicht auf den richtigen Ton...


Maxïmo Park haben mir wieder viel Spaß gemacht! Das Gebäude 9 war zwar ausverkauft aber nicht unangenehm voll. Ob 2009 "The year of The Park" wird, wie Paule neulich schrieb, weiß ich nicht, aber es ist gut, die Band in guter Form und mit Freude am Auftreten zurückzuhaben.

Setlist Maxïmo Park, Gebäude 9, Köln:

01: The kids are sick again (neu)

02: Our velocity
03: In another world you'd have found yourself by now (neu)
04: Signal and sign
05: The penultimate clinch (neu)
06: By the monument
07: I haven't seen her in ages (neu)
08: Let's get clinical (neu)
09: Going missing
10: Tanned (halb neu)
11: Books from boxes
12: Limassol
13: Questing not coasting (recht neu)
14: Girls who play guitars
15: Graffiti

16: That beating (neu) (Z)
17: Nosebleed (Z)
18: Apply some pressure (Z)

- aus unserem Archiv:
- Maximo Park, Haldern, 09.08.08
- Maximo Park, Nijmegen, 20.06.08
- Maximo Park, Wiesbaden, 22.10.07
- Maximo Park, Köln, 16.10.07
- Maximo Park, Glasgow, 02.10.07
- Maximo Park, Paris, 08.06.07
- Maximo Park, Köln, 26.05.07
- Maximo Park, Bochum, 09.04.07
- mehr Fotos aus dem Gebäude 9

* sinngemäß!
** und es ist noch nicht mal auf dem Album! Vielen Dank für den Hinweis!




Dienstag, 3. März 2009

Loney Dear, Paris, 03.03.09

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Konzert: Loney, Dear

Ort: Showcase Fnac, Forum Des Halles, Paris
Datum: 03.03.2009
Zuschauer: Hmm, vielleicht 60?
Konzertdauer: ca. 40 Minuten



"Wann ist denn dieses Foto (die linke Aufnahme) entstanden?", fragte ich völlig überrascht meine Flickr- Freundin Kirstie (aka kirstiecat, eine famose Fotografin!), als ich ich in ihrem Stream Bilder von Emil "Loney Dear" Svanängen sah, auf denen der blonde schwedische Sänger seine hübsche Akustikgitarre auf einer Konzertbühne in Chicago schwang.

Ich ging davon aus, daß Kirstie ältere Fotos von Loney, Dear hochgeladen hatte, die sie zuvor aus Zeitmangel noch nicht bearbeiten konnte. Aber ich irrte, die Pics waren nagelneu, enstanden am 01. März in der Schubas Tavern für eine Session des Radio Free Chicago! Ich konnte das kaum fassen, denn ich wußte ja, daß Emil heute und morgen in Paris aufreten sollte. Ein hartes Geschäft, diese Musikindustrie, auch und gerade für Indiekünstler auf dem aufsteigenden Ast, wie Loney Dear. Ohne weltweite Promo läuft gar nichts, schon gar nicht in Zeiten der Krise der Musikindustrie im Speziellen und der Wirtschaftskrise im Allgemeinen.

"Wir sind heute morgen noch in Chicago gewesen und jetzt stehen wir hier in Paris in einem CD Laden. Ich glaube ich habe seit ca. 30 Stunden nicht mehr geschlafen und so fühle ich mich auch. Aber es ist trotzdem großartig hier zu sein und für euch zu spielen!"

Die Freude war ganz auf der Seite des Publikums, denn man merkte Emil, der mit einer vierköpfigen Band (ohne ihn mitzurechnen) gekommen war, die ihn an Bass, Keyboard, elektrischer Gitarre und Schlagzeug tatkräftig unterstützte, trotz der Strapazen an, daß er mit Freude und Leidenschaft bei der Sache war. Sobald er sich seinen melancholischen und wundervollen Liedern hingibt, ist er sowieso wie in Trance. Dann strahlen seine blauen Augen und er sieht aus wie ein kleiner Junge, der von seiner Mutter einen Marmorkuchen gebacken bekommen hat. Er steigert sich quasi in einen Rausch aus nanana - Singalongs und greint dazu, daß es einem durch Mark und Bein geht! Seine CDs sind toll, keine Frage, aber live bekommt die ganze Sache noch einmal eine ganz andere Dimension. Man spürt fast körperlich, wie er in seinen Liedern alle Emotionen, die der Mensch so kennt, durchmacht. Er greint, flüstert, wimmert, weint, lacht, wird nostalgisch oder heiter, je nachdem, welches Stück gerade gespielt wird. Der Jetlag ist dann auch schnell vergessen, zumindest wenn man Emil heißt. Sein Schlagzeuger hatte es hingegen schon deutlich schwerer seine Äuglein offen zu halten, bei einem ruhigeren Lied sind ihm sogar glatt die Lider runtergefallen. Sekundenschlaf nennt man so etwas, aber für einen Musiker ist das zum Glück weniger gefährlich als für Autofahrer...

"Irgendwie fühle ich mich hier gar nicht wie bei einem normalen Konzert," sagte Emil plötzlich. "Ihr sitzt alle auf dem Boden, das kommt mir hier alles wie auf einem Pfadfinderlager vor. Nun, ja, ist auch schön! Und danke, daß ihr nach einem sicherlich harten Tag gekommen seit, um einem Mann aus einem kleinen und unbedeutenden nordeuropäischen Land zuzuhören.

Wenig später reichte ihm das Zuhören aber nicht mehr aus, der schwedische Singer/Songwriter wollte, daß das Publikum zu dem alten Klassiker The Meter Marks OK mitsingt, oder zumindest ein wenig mitsummt, auch wenn er verstehen könne, "daß man dafür nachmittags in einem Laden der Fnac nicht unbedingt in Stimmung sei"...

Diesem älteren Stück von Loney, Noir waren etliche neue Songs vom Neuling Dear John vorangegangen, die deutlich stärker instrumentiert und wuchtiger waren, als Sachen aus dem Backkatalog. Hervorzuheben natürlich die aktuelle Single Airport Surroundings, die temporeich, aber trotzdem ähnlich melancholisch ist, wie die Sachen die wir bisher kennen und lieben. An Seele oder Charme eingebüßt hat die Musik von Loney, Dear deshalb trotzdem nicht, denn im Mittelpunkt bleibt nach wie vor seine markante Falsett-Stimme und die allgegenwärtigen nanana - Passagen. Aber es gibt auch auffällige Neuerungen. So spielte Emil heute zum ersten Mal in meiner Gegenwart live Keyboard und zwar beim Stück Under A Silent Sea, das genauso wie der Opener I Was Only Going Out, Everything Turns To You und das abschließende und sehr gelungene Violent auf dem im März erscheinenden Opus Dear John zu finden sein wird. Darauf darf man sich als Fan sehr freuen, die heutigen Hörproben waren jedenfalls sehr vielversprechend!

Und Loney Dear wird sowieso immer einen Platz in der ersten Reihe auf dem Konzerttagebuch einnehmen! Wir verfolgen seinen Werdegang schon seit einer Weile sehr interessiert und spätestens wenn er wieder beim Haldern Pop Festival auftritt, kleben wir wieder an seinen Fersen. Ach, was sage ich da! Solange können wir natürlich nicht warten! Nächstes Date mit Emil: 22. April im Pariser Point Ephémère.

Ausgewählte Konzerttermine von Loney, Dear:

08.04.2009: Uebel & Gefährlich, Hamburg
09.04.2009: Knaack, Berlin
21.04. 2009: Botanique, Brüssel

Setlist Loney, Dear, :

01: I Was Only Going Out
02: Everything Turns To You
03: Airport Suuroundings
04: Under A Silent Sea
05: The Meter Marks OK
06: I Love You (In With The Arms)
07: Violent

Pour nos lecteurs français:

Le talentueux suédois Emil Svanängen alias Loney, Dear venait à Paris tout droit de Chicago. Accompagné d'un vrai groupe, il avait vraiment une dure journée derrière lui:

"We (the band) started our day in Chicago and I haven't slept for about 30 (!) hours or something, but it's nice to play for you here in Paris" le singer/sonwriter attachant expliquait entre deux morceaux. Des morceaux sublimes qui venaient d'ailleurs dans la majorité de son nouvel album Dear John, dans les bac le 9 mars. Le son y est un peu plus musclé qu'auparavant, mais sans perdre l'âme et cette douce mélancholie si charactéristique pour les gens qui viennent du nord et qui ont besoin de composer des belles chansons pour se chauffer le coeur pendant les longs nuits d'hiver...

Emil s'impliquait vraiment beaucoup, malgré la fatigue évidente. Il mettait du coeur dans ses titres comme p.ex. le nouveau single Airport Surroundings (un tube!) ou le tout dernier morceau Violent, (son titre favori comme il disait lui même) qui va également figurer sur l'album Dear John.

Mais il y avait aussi 2 classiques, dont la chanson The Meter Marks OK (tiré de l'album Loney, Noire) ou Emil demandait même au public de participer et de chanter avec lui (sans grand succès d'ailleurs).

Un très bon Showcase donc et l'album à venir promet des belles choses!

Aus unserem Archiv:

- Loney Dear im Pariser Motel
- in Haldern 2008
- Loney Dear in Frankfurt, Mai 2008
- Loney Dear Im Olympia beim Pariser Festival des Inrocks
- in Haldern 2007
- In der Pariser Boule Noire 2007

- Videoclip der neuen Single Airport Surroundings
- Thanks for the brilliant first photo to Kirstiecat. Your are simply the best, Kirstie!

Nachtrag:

Loney, Dear stand einen Tag später erneut auf einer Pariser Konzertbühne, leider in meiner Abwesenheit (schluchz!). Beim Radiosender France Inter spielte er eine sog. Black Session und mein französischer Freund Philippe war dabei. Es muss toll gewesen sein (Stammgäste reden von einer der besten Sessions überhaupt!) und am Ende gab es sogar Standing Ovations und Zugaben, was bei France Inter nicht selbstverständlich ist.

Setlist Loney, Dear, Blacksession France Inter, Paris (Merci mille fois à Philippe!):


01: I was only going out
02: Everything turns to you
03: Airport surroundings
04: Under a silent sea
05: Saturday waits
06: The meter marks ok
07: Harsh words
08: I am John
09: Carrying a stone
10: In with the arms (I love you)
11: Violent
12: Won't you do

Nach der offiziellen Sendezeit:

13: Your time is to come
14: Sinister in a state of hope

15: Shivering Green (Z)

- English Review and a video on Rockerparis, click!

Das Ende der Session im Video klick!, merci à Rockerparis, bon boulot!






School Of Seven Bells, Paris, 02.03.09

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Konzert: School Of Seven Bells

Ort: Maison de Radio France, Paris (Black Session Lenoir, France Inter)
Datum: 02.03.2009
Zuschauer: wie viele passen in das Studio 105? Keine Ahnung, ist konzipiert wie ein Hörsaal an der Uni.
Konzertdauer: 55 Minuten



Eine der zur Zeit spannendsten Gruppen ("un des groupes les plus éxcitants du moment") hat uns der sonore Moderator Bernard Lenoir in den heiligen Hallen des Radiosenders France Inter angekündigt und dem netten Onkel nimmt ja eigentlich eine Menge ab.

Was dann kam, war allerdings so spannend wie Golf im Fernsehen oder das Löhr-Center in Koblenz! - Nein, Spaß bei Seite, so öde war es natürlich auch nicht, aber der unglaublich kühle, fast sterile Sound von School Of Seven Bells hat mich zumindest am Anfang doch ziemlich abgeschreckt. Die jeweils recht langgezogenen Songs des Trios aus Brooklyn - ein ex-Gitarrist der Secret Machines und zwei bildhübsche glutäugige Zwillingsschwestern an Keyboard und Bass - schienen vom Band zu kommen, so makellos und keimfrei verpackt waren sie! Und dies trotz eines enormen Lärmpegels! Wenn Alejandra und Claudia Deheza nicht so gutaussehend gewesen wären, hätte ich prompt in den bequemen Sesseln des Radiosenders wegdämmern können. So gab es wenigstens für die männlichen Zuschauer etwas fürs Auge, allerdings waren alle drei Bandmitglieder so kühl wie ihre Musik und die schneebehangenen Berge auf ihrem Albumcover. (Nonverbale) Kommunikation zwischen den einzelnen Musikern? - Fehlanzeige! Die einzige, die ab und zu mal lächelte und auch drei Worte zum Publikum sprach ("Hi" am Anfang und "Thank you" am Ende), war die Bassistin mit dem Pony (nicht das junge Pferd, die Frisur meine ich natürlich!). Manchmal suchte sie auch ein wenig die Nähe zu dem blonden Gitarristen mit dem Popperscheitel. Die Keyboarderin allerdings, klimperte vor sich hin, als gehöre sie der Roboterband Kraftwerk an.

Nach circa einer halben Stunde Spielzeit ohne besondere Höhepunkte, kam ich aber etwas besser rein. Es gab nämlich ein Stück (welches das war? Hmm, werde es rausfinden...), bei dem endlich einmal der hübsche und liebliche Gesang der beiden Schwestern besser zu hören war, weil das Gitarrenspiel von Benjamin Curtis zum ersten Mal etwas reduzierter war. Zuvor hatten jeweils die noisige Elektrische verhindert, daß man den Gesang oder gar Textzeilen heraushören konnte. So etwas kennt man ja schon von My Bloody Valentine, aber es ist und bleibt irritierend, weil man immer den Eindruch hat, das Mikro sei zu leise eingestellt.

Die letzten drei Songs des Sets hoben sich allerdings wohltuend vom Rest ab. Half Asleep (Singleauskopplung), My Cabal und Sempiternal werden wohl auch nicht umsonst oft als beste Songs des Albums Alpinisms genannt,
das im Übrigen ganz hervorragende Kritiken bekommen hat. 9/10 Punkte im NME, 8.0 Punkte bei Pitchfork und etliche andere sehr positive Wertungen belegen eindrucksvoll wie hoch das Trio aus Brooklyn geahndelt wird.

Ich persönlich bin da aber nach dem ersten Liveerlebnis (und nach dem ersten zählbaren Höreindruck überhaupt) weniger euphorisch. Zwei hübsche Frauen mit lieblichen, wenngleich auf die Dauer eher eintönigen Stimmen und ein Poppertyp mit einer noisig-psychedelischen Gitarre ließen mich heute zumindest eher kalt. Aber ich glaube genau diese Kühle ist gewollt, das Albumcover mit der Gletscherlandschaft spricht Bände!

Ob ich bei School Of Seven Bells wohl auch noch auf den Geschmack komme? Vielleicht verbrigt sich hinter der eisigen Fassade ja doch noch eine faszinierende und spannende Band mit guten Liedern?!


Setlist School Of Seven Bells, Black Session # 294, Stuido 105 France Inter, Paris:

01: Face To Face On High Places
02: Iamundernodisguise (auf der Liste wirklich zusammengeschrieben)
03: Wired For Light
04: Chain
05: Connjur
06: White Elephant Coat
07: Caldo
08: Half Asleep
09: My Cabal
10: Sempiternal

Links:

- mehr Photos von School Of Seven Bells
- School Of Seven Bells - Original Videoclip Half Asleep
- White Elephant Coat live und akustisch. Sehr schön und ganz anders, als das was ich heute gehört habe
- Sempiternal live

Konzerttermine von School of Seven Bells:

03.03.2009: Paradiso, Amsterdam
04.03.2009: Ancienne Beligique, Brüssel
05.03.2009: Point Ephémère, Paris
07.03.2009: Gleis 22, Münster
08.03.2009: Bang Bang Club, Berlin
09.03.2009: Molotow, Hamburg
10.03.2009: Studio 672, Köln
12.03.2009: Flex, Wien
13.03.2009: Atomic Café, München

Pour nos lecteurs français:

Bernard Lenoir nous a annoncé un des groupes "le plus excitant du moment", venant tout droit de Brooklyn- "The place to be" dans le monde de la music indé actuel.

Mais mise à part un grand mur de son, monté par l'ex - guitariste de The Secret Machines Benjamin Curtis et deux soeurs jumelles ultra belles au clavier et à la basse (Alejandra et Claudia Deheza) il se passait d'abord pas grand chose. Il y avait un gros son, mais ça restait froid (visiblement c'était le but!) et stérile et le groupe - mise à part quelques éclats de sourire de la bassiste - ne communiquait pas entre eux.

Après une bonne demie heure sans morceau qui m'a réellement marqué, le concert s'est amélioré vers la fin et les deux soeurs jumelles ont eu l'occassion de montrer qu'elles ont vraiment des belles voix. Avant on pouvait à peine les entendre , parce que le bruit de la guitare était trop violent - du shoegaze à la My Bloody Valentine quoi, mais moins bon malheureusement!

Les trois dernières chansons m'ont finalement un peu consolés, notamment le single Half Asleep et la finale avec le bruyant Sempiternal.

Peut-être il faut écouter l'album Alpinisms plus souvent pour vraiment apprécier les titres de School Of Seven Bells ...







Sonntag, 1. März 2009

Toy Fight, Paris, 26.02.09

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Konzert: Toy Fight

Ort: L'International, Paris
Datum: 26.02.2009
Zuschauer: hab' sie nicht gezählt. Voll war's!
Konzertdauer: ca. 40 Minuten



Deutsche Landsleute treffe ich in Paris eher selten (na gut, Karl Lagerfeld ist mir dreimal über den Weg gelaufen, aber das zählt nicht). Dank der Errungenschaften des Internets halte ich aber Kontakt zur alten Heimat und aufgrund besser werdender Sprachkenntnisse, werde ich so langsam selbst zu einem kleinen Franzosen. Insofern fehlt mir eigentlich nichts, weder das deutsche Schwarzbrot, noch die komfortablen Toiletten (obwohl, die schon manchmal!). Trotzdem war ich sehr erfreut, die Bekanntschaft einer reizenden jungen Münchnerin zu machen, die für das famose Label City Slang (Arcade Fire, The Notwist, Lambchop etc.) arbeitet. Die fesche Dame mit der markanten Brille war mir schon bei Dear Reader in der Maroquinerie im Publikum aufgefallen und auch beim Konzert der Fleet Foxes in der Cigale hatte ich sie wiedergesehen. Vorgestellt wurde sie mir amüsanterweise von Olivier, seines Zeichens Gitarrist von Syd Matters, Fugu und Los Chicros und seit geraumer Zeit auch sehr eifrig mit seiner Freundin unter dem lustigen Namen My Girlfriend Is Better Than Yours auf Pariser Konzertbühnen unterwegs.

Aber warum war sie überhaupt heute bei Toy Fight? - Ganz einfach, die Franzosen Toy Fight sind auch bei City Slang gesignt, als erste französische Band überhaupt! Eine kleine Sensation, denn die Künstlerauswahl des feinen Labels ist exquisit und sehr erlesen. Toy Fight selbst können ihr Glück noch gar nicht so richtig fassen, denn vor ein paar Monaten gaben sie ihre Konzerte noch vor ein paar Freunden im Motel oder anderen kleinen Locations. Das International ist zwar auch nicht sehr groß, aber relativ neu auf der Club - Landkarte und entsprechend populär. Es platzte aus allen Nähten und schon bei der exzellenten Vorgruppe Maison Neuve, gab es vor der kleinen Bühne in der Kellergruft kein einziges Plätzchen mehr. Allerdings konnte man die Band durch eine Scheibe von der Seite sehen, wenn man auf der Steintreppe saß.

Als Maison Neuve fertig waren, versuchte ich näher ranzukommen, um Toy Fight abzukipsen, aber es gab irgendwie kein Durchkommen. Überall drängten sich szenige Menschen, die die neue französische Popsensation aus nächster Nähe sehen wollten. Darunter allerdings auch Leute, die nur gekommen waren, weil der Eintritt im International gratis ist und das Bier für Pariser Verhältnisse billig.

Ich selbst war vor allem durch die fantastische Pauline aka Mina Tindle auf die Band Toy Fight aufmerksam geworden. Seitdem ich die hübsche Blondine in der Flèche d'or gesehen hatte, schwärme ich von ihr und diese Schwärmerei bezieht sich sowohl auf ihre tolle, an Feist erinnernde Stimme, als auch auf ihr niedliches Aussehen. Sie ähnelt ein wenig der jungen Carla Bruni, ohne allerdings den Eindruck zu vermitteln, demnächst mit dem Präsidenten ins Bett hüpfen zu wollen. Stattdessen bringt sie sich lieber bei Toy Fight ein und sorgt dort für die feminine Note in der ansonsten rein männlichen Formation, deren harter Kern aus dem Trio Sebastien Broca, Maxime Chamoux und David Simonetta besteht, aber live durch El Bert und den omnipräsenten Drummer Jean (Jaune!) ergänzt wird.

Welche Musik machen nun Toy Fight? Und was macht sie so besonders, daß man sogar in Deutschland auf sie aufmerksam wird? Nun, da ist einmal ihr entwaffnender Charme, ihr hübsches Aussehen, aber vor allem ihre Spontaneität, ihre Frische und ihr ausgeprägter Sinn für ohrwurmige Melodien. Wenn man ein paar mal Kracher wie Your Own Fireworks, High Noon oder Victims Hairdo gehört hat, bekommt man sie so schnell nicht mehr aus dem Gehörgang und könnte vor Freude im Kreis hüpfen! Your Fireworks hat einen beschwingten, Laune machenden Drive und eine tolle Gitarrenmelodie, High Noon brilliert mit Handclaps und einem nach vorne preschenden Basslauf im Stile von Arcade Fire und Victims Hairdo hat einen unwiderstehlichen Retrocharme, wie wir ihn bereits bei Belle & Sebastian lieben gelernt haben. Hinzu kommt noch das wunderschöne Piano und die liebliche Backgroundstimme von Mina Tindle. Auf Drum Drum Boy werden sie dann auch noch zart melancholisch und verzaubern mit einem tollen Banjo. Reichlich Hits also, die auch heute in Paris nicht ihre Wirkung verfehlten und wenn das Album Peplum, das am 4. Mai erscheinen soll, nur annähernd die Erwartungen erfüllt, die die EP High Noon (kann man bei i-tunes downloaden!) weckt, dann dürften hohe Platzierungen in den Jahrescharts sämtlicher Musikzeitschriften garantiert sein!



Setlist Toy Fight, L'International, Paris:

01: Les Indes Noires
02: Avalanches
03: Fireworks
04: Minute Song
05: Trucmy Che
06: Golden MK
07: Bob
08: Victims Hairdo
09: High Noon
10: Drum Drum Boy

Pour nos lecteurs français:

"Nous nous considérons simplement comme un groupe français. C'est peut-être notre manière d'appréhender nos influences anglo-saxonnes et ce charme latin qui ont plu à une oreille allemande", disaient les membres du groupe pop parisien/lyonais Toy Fight dans le Numero 127 de Magic, revue pop moderne. Et c'est vrai! Pas seulement Christof Ellinghaus, directeur artistique du label allemand City Slang ou les Toy Fight ont trouvé refuge aime ce groupe, mais également moi et je suis allemand aussi! Dans le club l'international qui était plein comme un ouef, j'ai vécu un très bon concert, frais, pétillant et truffé des tubes imparables comme Your Own Fireworks et High Noon. Le french pop chanté en anglais se porte très très bien donc! Et la bonne nouvelle: Leur premier album va sortir le 4 mai! Jusque là on se console avec leur EP a télécharger legalement sur I-tunes!





- Links: Mehr Fotos von Toy Fight und Mina Tindle hier
- Videoclip Toy Fight The Hidden Second

- Konzertreview Mina Tindle hier




 

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