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Donnerstag, 26. April 2012

Happy New Year, Paris, 24.04.12

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Konzert: Happy New Year

Ort: La Fabrique des Balades Sonores, Paris
Datum: 24.04.12
Zuschauer: etwa 20-25


Sehr coole Sache schon wieder. Happy New Year, ein spannendes Noisepop Trio aus New York machte in der winzigen Fabrique der Balades Sonores wahnsinnigen Krach und sorgte sogar dafür, daß sich Nachbarn telefonisch beschwerten. Das führte zwar nicht zum Abbruch, wohl aber zu einer Verkürzung des tollen Auftritts.

Auf winzigem Raume hatten die Amis ihre vielen Apparaturen aufgebaut und sogar ein richtiges Schlagzeug Kit untergebracht. Angeführt von der massiv am Arm tättowierten sexy Frontlady Eleanor Logan begeisterten Hapy New Year mit düsterem, experimentellen und bisweilen klaustrophob klingenden Avantgarde Pop.

Besonders gelungen war ihre auch auf Vinyl erhältliche Single Gold Medaillon, die einen New Orderschen Bass, wummernde Synthies und verhallten Gesang in die Wagschale zu werfen zu hatte.




Twins hingegen klang deutlich verzerrter, metallischer, sperriger, aber nicht weniger faszinierend. Irgenwie schafften es die Amerikaner kleine Melodien in den reichen Klangteppich mit einzubauen.




Das Iggy Pop Cover The Endless Sea fiel aber leider dem vorzeitigen Konzertabbruch zum Opfer. Man kann es sich jedoch in Ruhe auf Bandcamp (oder gleich hier bei uns!) anhören.




Eine aufregende Band, diese Happy New Year, obwohl es wohl eher das alleinige Projekt von Elanor Logan ist.

Das Trio spielt übrigens auch in Deutschland. Am 25. April 2012 in München, am 26. April 2012 im Berliner King Kong Club.

Setlist Happy New Year, Fabrique des Balades Sonores, Paris

01: Cranes
02: Summer
03: Gold Medaillon
04: Winter Sun
05: Movies



Mittwoch, 21. März 2012

Nadja & Off The International Radar, Montreuil, 20.03.12

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Konzert: Nadja & Off The International Radar
Ort: Les Instants Chavirés, Montreuil bei Paris

Datum: 20.03.2012
Zuschauer: etwa 40-50



Was macht man als Konzertblogger, wenn man keine Akkreditierung für Laura Marling bekommen hat? Nun, erst ist man etwas enttäuscht, dann aber freut man sich, stattdessen eine neue Location zu erkunden und auch mal experimentelle Musik zu hören. Die kleine Laura kann mich mal gern haben!


Les Instants Chavirés in Montreuil interessieren mich bereits seit einer Weile. Da wollte ich schon immer mal hin. Im letzten Jahr spielte der deutsche Pianist Nils Frahm dort und wäre ich nicht an meinem Vorurteil gescheitert, daß es zu weit sei, nach Montreuil herauszufahren, kennte ich den Schuppen jetzt schon. Dabei liegt er nur zwei U-Bahnstationen von Paris entfernt, bequem über die Metro- Linie 9 zu erreichen. Die Gegend ist nicht gerade glamourös, mit dem Schick der reichen Pariser Viertel hat sie nichts, aber rein gar nichts zu tun.


Ich stieg Metro Robespierre aus und erblickte auf der Straße sofort Krabbeltische und billige Läden. Eine gammelige Dönerbude reihte sich an die Nächste, klassische Restaurants schien es hier nicht zu geben. Die Wohnstraßen wirkten trostlos. Aber ich mag es, auch mal populärere Viertel zu erkunden. Hier sieht man, wie die einfachen Leute leben, erfährt von ihren Sorgen und Nöten. Ein Großteil der Bürger stammt ursprünglich nicht aus Frankreich, ist afrikanischer oder arabischer Herkunft.


Auf einem Plakat war zu lesen:" Squat Réappropriation Grève des Loyer Ne Laissons Pas Le Quartier Aux Riches" - "Hausbesetzung, Wiederbeanspruchung von Wohnraum, Verweigerung von Mietzahlungen, wir überlassen das Viertel nicht den Reichen."


Da ich noch nicht hier war, fragte ich eine Obstverkäuferin nach dem Weg. Les Instants Chavirés kannte sie nicht (eine Enklave für Pariser Bildungsbürger?), aber anhand meines Planes konnte sie mir zeigen, wie ich zu laufen hatte. Ich streifte durch einfache Wohnviertel, kam an einem Parkplatz vorbei, wo sehr viel Unrat und Müll auf der Straße lag und die grauen Wände und die alten Autos mit Graffiti verziert waren.


Das faszinierte mich auf eine gewisse Weise und ein abbruchreifer Schuppen ließ Fantasien in mir hoch kommen. Wie es denn wäre, hier so eine Bruchbude aufzukaufen und eine Konzertlocation draus zu machen? Ja, genau das wär's doch!

Aber erst einmal musste ich Les Instants Chavirés finden. Die Straße lag ziemlich versteckt und unscheinbar und nichts ließ hier auf eine Konzertlocation schließen. Auf einer grauen Tür stand mit abgeblätterter Schrift der Name: Instants Chavirés. Alles war still. Ich drückte den Türgriff, musste aber feststellen, daß die Tür verschlossen war. Ob das Konzert abgeblasen worden war? Ich mich im Tag geirrt hatte? Da kam plötzlich ein Mitbürger des Weges, den ich für einen potentiellen Konzertgänger hielt. Er erklärte mir, daß man hier erst um 20 Uhr 30 öffne. Ich war zu früh da. Sachen gibt's! Es war nämlich erst 20 Uhr...


Nachdem ich mir in den umliegenden Straßen eine halbe Stunde die Beine vertreten hatte, kam ich zurück und nun standen auch noch ein paar andere Mitbürger vor der Tür rum. Es wurde geöffnet, ich löhnte 10 Euro und gönnte mir erst einmal ein Bier. Nur tröpfchenweise trudelten die Zuschauer ein. Fast alles Männer zwischen 30 und 50, schlicht und funktionell gekleidet (der Renner: Kapuzensweater unter Lederjacke) schlank und sehr wahrscheinlich akademisch gebildet. Auch in der Folge blieb die Frauenquote äußerst gering. Ein bekanntes Phänomen, das weibliche Geschlecht kann mit experimenteller Rockmusik und Noise nicht viel anfangen. Sei's drum.

Der Merchstand war reich gedeckt und mit unzähligen CDs geschmückt. Aidan Baker, der männliche Part des Duos Nadja, hatte auch etliche Solo- Scheibchen mitgebracht und von Nadja selbst gab ebenfalls sehr viele Alben. Novizen wie ich hatten Probleme, den Überblick zu behalten. Aber auch die Vogruppe Off The International Radar hatte Alben dabei, auch auf Vinyl.


Off The International Radar fingen dann auch kurz nach 21 Uhr an. Sie spielten komplett im Dunkeln, projezierten aber Videos auf eine Leinwand, die sich in der Mitte des Raumes, hinter dem Merchstand, befand. Der Sound war elektronisch repetetiv und stark an deutschen Krautrock im Stile von Cluster erinnernd. Ich mochte das sehr und dämmerte wohlig dahin. Nicht weil mir langweilig war, sondern weil ich zu der Musik meditieren wollte. Die Band kredenzte synthetische Musik genau so wie ich sie mag. Nicht zu basslastig, sondern hypnotisch, tranceartig, erstaunlich organisch und anregend. Ein cooler Trip war das! Auch die Videos faszinierten mich. Oft sah man gewaltige Wasserfälle, aber auch Menschen auf Aussichtsplattformen, tausende Autos auf einem trostlosen Highway, Helikopter und schicke Wolkenkratzer. Moderne Architektenträume wurden hier Wahrheit.


Um 21 Uhr 30 war der schöne Traum zu Ende, das Licht ging an und die Band verschwand wortlos in der Kabine. Ich schlurfte schlaftrunken durch die Gegend. Der Raum hatte sich etwas stärker gefüllt, aber vielmehr als 40 Besucher wurden es nicht mehr. Vorne rechts gab es zwei rote Kinoklappsessel, die so gemütlich aussahen,daß ich mir einen davon schnappte und innerhalb kürzester Zeit wieder wegdöste.


Im Halbschlaf bekam ich mit, wie nun Nadja, bestehend aus Aidan Baker und Leah Buckareff , die Bühne kommentarlos betraten. Sie performte am Bass mit dem Rücken zum Publikum und drehte sich im Lauf der Show auch kein mal um. Er, ein hagerer, ziegenbärtiger Mann, perfomte an der Gitarre mit dem Gesicht zu uns. Die beiden waren durch eine Mixtable mit elektronischen Apparaturen (für die er zuständig war) voneinander getrennt. Sie agierten im blauen Schummerlicht und kommunizierten in keiner Weise, weder untereinander noch mit den Zuschauern. Das verlieh dem Ganzen eine gespenstische und leicht gothische Note.


Ihre Musik wird oft unter Drone, Doom oder Post Metal katalogisiert, aber unter dem nicht unpassenden Begriff Ambient können sich die meisten unserer Leser sicherlich mehr vorstellen. Auf jeden Fall war es verblüffend, wie sie einen breiten Klangteppich spannten, der immer dichter, lauter und intensiver wurde. Manchmal hatte ich das Gefühl, jede Sekunde könnte hier ein Raumschiff landen! Dabei war der Sound eigentlich nicht unangenehm, die metallische Note hielt sich in Grenzen und wild rumgeschrien wie bei Isis wurde auch nicht. Im Gegenteil, es wurde sogar gar nichts gesagt, das Set war rein instumental, obwohl es auch Platten geben soll, auf denen gesungen wird.

Nach dem Applaus zu urteilen, gab es nur ein eniziges Endloslied. Erst als dieses nach etwa einer Stunde zu Ende war, brandete Beifall auf und die beiden Musiker verließen abrupt die Bühne.

Wer wollte konnte sich reichhaltig mit CDs eindecken, es gab wie oben bereits erwähnt, tonnenweise davon. (einen Überlick über die stattliche Diskografie gibt es hier ). Das heutige Set stammte von einer Split CD, deren Namen ich aber leider vergessen habe.

Unter dem Strich ein dufter Konzertabend und eine spannende Underground Loction, die ich da für mich neu entdeckt habe. Diese Woche wird hier sogar kein Geringerer als Thurston Mooore eine spezielle Noise Show spielen. Yeah, bayby!!



Sonntag, 18. März 2012

The Megaphonic Thrift,Paris, 16.03.12

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Konzert: The Megaphonic Thrift
Ort: Le Divan Du Monde
Datum: 16.03.2012
Zuschauer: höchstens 80-100
Konzertdauer: 60 Minuten


Verflixt nochmal! Warum fängt in Paris die Hauptgruppe oft schon um 9 Uhr an? Ist doch albern früh! Sind wir denn auf einem Kindergeburtstag?

Ärgerlich! Denn gerne hätte ich von dem Konzert der noisgen Norweger The Megaphonic Drift mehr gehört und gesehen als nur drei Lieder, obwohl der letzte Track wirklich wahnsinig fulminant war. Ich war es mir natürlich wieder selbst schuld, muss ich halt früher kommen. Wobei ich zu meiner Verteidung (Ausrede) sagen muss, daß ich es einfach kaum schaffe, das Haus so früh zu verlassen, weil immer viel Arbeit ansteht und die Bloggerei selbst mich um Schlaf und Verstand bringt. Seit 5 Jahren quasi jeden Tag ein Konzert, dann die Fotos aussortieren, den Bericht schreiben etc, es bleibt mir keine Sekunde mehr für Freizeit anderer Art. Soll jetzt keine Aufforderung sein, eine Runde Mitleid zu spenden, aber ihr wisst sicherlich was ich meine, vor allem wenn ihr selbst bloggt (Blogs werden nur von Bloggern gelesen, habe ich mal irgendwo gehört).


The Megaphonic Thrift also. Ein Vierer aus Bergen in Norwegen, drei Männlein, ein Weiblein am Bass. Jungspunde, die so viel Lärm machten, daß sich einige Leute im Divan Du Monde die Ohren zuhielten. Nun, das war nunmal kein Schwedenpop heute! Es gab ordentlich was auf die Mütze und Kultbands wie Sonic Youth, My Bloody Valentine und die Pixes waren musikalisch nie sehr weit.

Gut, daß ich noch das Stück Tune Your Mind ("tell me a secret tell me a lie") mitbekam, denn das hatte es wirklich in sich und man hatte wirklich das Gefühl, Kevin Shields in jung da auf der Bühne zu sehen. Und bei Queen Of Noise musste ich ganz intensiv an Thurston Moore und Sonic Youth in der Daydream Nation Phase denken.

Keine wirklich originelle Band also, diese Megaphonic Thrift, dafür aber eine kurzweilige. Und das meine ich nicht nur, weil ich lediglich 15 Minuten gesehen habe, sondern weil ich mir vorstellen kann, daß bei dem Höllentempo, das die Berrgener anschlagen, eine Stunde wie im Fluge vergeht. Wer die meisten Livesongs wie ich verpasst hatte, konnet sich zumindest mit CDs trösten, der letzte Output heißt wie die Band selbst und stammt von 2012.

Setlist The Megaphonic Drift, Divan Du Monde, Paris

01: Neues
02: Raising Flags
03: Guillotine
04: Acid Blues
05: Fire Walk With Everyone
06: Moonstruck
07: Weed King
08: Tune Your Mind
09: Sister Joan
10: Queen Of Noise

Tune Your Mind by The Megaphonic Thrift



Samstag, 20. August 2011

Explosions In The Sky, Haldern Pop Festival, Rees-Haldern, 13.08.11

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Konzert: Explosions In The Sky

Ort: Hauptbühne des Haldern Pop Festivals
Datum: 13.08.2011, 0 Uhr 45

Zuschauer: ein paar Leute waren schon gegangen, als es losging...



"Explosions In The Sky are next" hatte Ober-Fleet Foxes Robin Pecknold nach dem Ende der absolut gelungenen Show seiner Band gesagt und dabei einen vielversprechenden Unterton in seiner Stimme gehabt, so als würde die Zuschauer Großes erwarten.

Die Fleet Foxes Fans von Explosions In The Sky? Wirklich? Nun, zumindest haben beide in den zwei letzten Jahren etliche Festivals rund um den Globus gemeinsam bestritten, da ist es kein Wunder, wenn eine Folkband aus Seattle, die für ihre wundervollen Harmoniegesänge bekannt ist, Zugang zum epischen, instrumentalen Gitarrenrock einer Truppe aus Texas bekommt. Musikfans sollten ohnehin offen für alle möglichen Stile sein, sich auf ein Genre festzulegen zeugt von Verbohrtheit und Voreingenommenheit.


Last Known Surroundings from Explosions in the Sky on Vimeo.



Aber wer kann etwas mit Instrumentalmusik anfangen? Meine Frau jedenfalls nicht! Immer wenn ich im Urlaub die neue CD Take Care Take Care Take Care im Auto laufen lassen wollte, meckerte sie: "können wir nicht was anderes hören? irgend etwas mit Gesang?" Überflüsig zu sagen, daß mich diese Nörgeleien nervten. Im Falle von Explosions In The Sky stehe ich nämlich auf dem Standpunkt, daß auch ganz ohne Lyrics alle denkbaren Stimmungen perfekt ausgedrückt werden. Die Palette der Emotionen reicht von Hoffnung über Aufbegehren bis hin zur Euphorie, aber auch Momente des Innehaltens, des Träumens, des Besinnens werden wunderbar vertont. Durch den Wechsel von ruhigen hin zu stürmischen Passagen und das Variieren von Tempo und Lautstärke durchläuft der Hörer ein schaurig-schönes Wechselbad der Gefühle und fühlt sich am Ende überglücklich, schwerelos und unendlich berauscht. Zumindest mir ergeht es so.

Ob die Halderner beim Auftritt der Texaner ähnliche Glücksmomente empfanden, mag ich zumindest bezweifeln. Ein Teil des Publikums schien sich ein wenig zu langweilen, als die monumentalen Gitarrenwände hochgezogen wurden und wuchtigste Schlagzeugsalven abgeschossen wurden. Ihnen fehlte wohl der Zugang zu dieser Art von Musik, die so heroisch, ästhetisch und stolz ist wie keine Zweite. Aber diese Musik hatte kein Gesicht, die Visagen der Bandmitglieder hatte man hinterher schnell wieder vergessen und wenn einem einer der Burschen beim Pizzastand über den Weg gelaufen ist, fiel das sicherlich niemandem auf. Und dies obwohl die Explosionsinthesklyer wesentlich dynamischer, theatralischer und bewegunsgfreudiger ihren Sound darbieten als die enorm hüftsteifen und statischen Kollegen von Mogwai. Besonders cool, war daß der vermeintliche Chef der Band (der rotblonde, vom Haarausfall geplagte Kerl in der Mitte) manchmal sogar Luftgitarre spielte. Ich habe ihn genau beobachtet, manchmal flog seine Hand an den Saiten vorbei, die Aktion diente nur der Unterstreichung der Dramatik, musikalisch hatte sie keine Bedeutung. Aber natürlich wurde auch richtig gespielt. Und wie! Gleich mit drei Gitarren und einem Bass wurde einem die Birne windelweichgeklopft und wenn das Schlagzeug losgaloppierte, donnerte es aus dem Hintergund wie verrückt. Die ganze zuvor aufgebaute Spanung entlud sich in einem Gewitterhagel, den der Niederrhein so nocht nicht erlebt hatte (siehe Video beim Rockpalast), es schepperte und krachte aus allen Ecken und die Protagonisten auf der Bühne schrammelten sich in einen veritablen Rausch. Köpfe flogen, Gitarren wurden in die Luft gerissen und der Schweiß tropfte den modernen Helden in Rinnsälen von der Stirne. Extase pur, zumindest oben auf der Bühne. Unten im Publikum ging es indess gemächlicher zu. Ein heftiges Kopfnicken war das höchste der Gefühle, mehr Enthusiasmus war den Haldenern nicht zu entlocken. Dennoch bin ich überzeugt, daß die Fans keineswegs entäuscht und neue Anhänger hinzugewonnen wurden. So manch einer äußerte sich hinterher euphorisch auf Facebook und wer das epische Konzert gesehen hat, wird die Begeisterung nachvollziehen können.

Bei der Setlist ging es übrigens quer durch den Garten und das neue Album wurde lediglich mit zwei Titeln gewürdigt. Dafür gab es mit Your Hand in Mine einen der schönsten und heroischsten Titel im Katalog der Texaner und mit The Birth And Death Of The Day einen hochmelodischen Hammer luftigster Gitarren, der in der Vergangenheit unzählige Male auf meinem Ipod lief.

Seht euch Explosions in The Sky an, wenn sie in eurer Nähe aufkreuzen und lasst euch verzaubern von Instrumentalmusik, die viel mehr sagt, alsso mancher schwache Singer /Songwriter mit gestelzten Texten!

Achso: die Fahne, die über einer Box hing war natürlich die Fahne von Texas und nicht von Chile, obwohl sie dieser sehr ähnelt.

Setlist Explosions In The Sky, Haldern Pop Festival 2o11:

01: Let Me Back In (Take Care, Take Care, Take Care)
02: Catastrophe And The Cure (All Of A Sudden...)
03: Last Known Surroundings
04: Your Hand In Mine (The Earth is...)
05: The Birth And Death Of The Day (All Of A Sudden I Miss Everyone)
06: Postcard Form 1952 (Take Care...)
07: The Only Moment We Were Alone (The Earth Is Not A Cold Dead Place)



Samstag, 23. April 2011

Asobi Seksu, Paris, 22.04.11

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Konzert: Asobi Seksu
Ort: La Flèche d'or, Paris, Inrocks Indie Club
Datum: 22.04.2011
Zuschauer: nicht sonderlich viele
Konzertdauer: etwa 1 Stunde


Boah, ey!!! Der Hammer! Asobi Seksu haben mich mit ihrem noisigen Dreampop in andere Galaxien gebeamt, das Konzert in Paris war ein Oberknaller.

Offebachä, nix wie hin zu Asobi Seksu heute abend!!

Setlist Asobi Seksu, La Flèche d'or, Paris:

01: Coming Up
02: Trails
03: Rasberry
04: Size
05: Perfectly Crys
06: New Years
07: Drummer
08: Thursday
09: Happy
10: Pink Light
11: Trance Out
12: J.A.M.C.

13: Red Sea

Donnerstag, 17. Februar 2011

Leyli & Meurtre, Paris, 16.01.11

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Konzert: Leyli & Meurtre (Lafidki), Paris, 16.01.11

Ort: Café de Paris, Paris
Datum: 16.01.2011
Zuschauer: 20
Konzertdauer: jeweils etwa 45 Minuten


An dieser Stelle möchte ich mal kurz meine Mutter in Berlin lieb grüßen. Wir haben uns heute sehr angeregt am Telefon unterhalten und ein wichtiger Grund, warum ich weitherhin motiviert an diesem Blog arbeiten kann, ist die enorme Rückendeckung von Mutti! Danke! Ohne dich hätte ich schon hingeschmissen!

Der andere wesentliche Grund (natürlich neben den aufmunternden Kommentaren und der guten Leserresonanz, danke, danke, danke!) warum es hier weitergeht, ist die Leidenschaft, die ich für die Künstler, gerade die jungen und unerfahrenen, entwickelt habe. Und Leidenschaft kommt tatsächlich auch von leiden. Ich leide regelrecht mit diesen mutigen und kreativen Menschen mit, sehe wie sich abrackern müssen, um oft schlechtbezahlte Konzerttermine zu finden, weiß, daß sie bei irgendwelchen entfernt bekannten Leuten oder in miesen Hotels übernachten müssen, völlig übermüdet vor einer Handvoll von Leuten auftreten, gegen ihr Lampenfieber ankämpfen und auf der Bühne dennoch ihr Allerbestes geben. Und dann fahren sie meistens noch in der gleichen Nacht mit einem gammeligen Kleinbus zum 500 Kilometer entfernten nächsten Konzert weiter, wo sie manchmal für 30 Euro (und teilweise weniger) spielen und zwei selbstgebrannte CDs verkaufen. Kaum einer der vergnügungssüchtigen Konzertbesucher macht sich ein genaues Bild von diesem harten Leben. Aber genau diese widrigen Umstände sind der ideale Nährboden für Kreativität. Erfolgreiche und altgediente Musiker sind oft zu satt und zu komfortabel gebettet, um noch wirklich spannende Alben hinzubekommen.

Deshalb war für mich heute klar, daß ich nicht zu Noah & The Whale (die natürlich noch nicht zu satt, wenngleich schon früh vom Erfolg verwöhnt) ins Café de la Danse, sondern zu der jungen Leyli und ein paar anderen Artisten ins Café de Paris gehen musste.

Café de Paris, das klingt so mondän, aber die Musiker des heutigen Abends bekamen nicht den eigentlich Konzertsaal, der oben gelegen ist, sondern einen recht räudigen kleinen Kellerraum zugewiesen, in dem sich zwischen 20 und 30 linksalternative Mitbürger (fast alles Männer) versammelt hatten, um den experimentellen Noise und Hardcore Post-Rockern der französischen Band Meutre (der Mord) zuzuhören. Die dreiköpfige Band mit der hübschen Bassistin Elisa Pône klang teilweise richtig gruselig. Ihre auf französisch dahingerotzten Texte waren finster und gemein und der kurzhaarige Sänger schien oft regelrechte Tobsuchtsanfälle zu bekommen. Vati hätte mich hier nicht hingelassen. Meine Fresse! Es kamen auch seltsame Instrumente zum Einsatz zum Beispiel eine kleine aggressive Minitrompete, mit der die Band freejazzige Laute erzeugte, oder aber Megaphone, Stimmverzerrer, Vintagekeyboards, etc.

Mir gefiel das bizarre Konzert gut und ich kaufte ihre Demo-CD. Ich war übrigens der Einzige...




Dann kam Marie-Pascale Hardy aka Leyli. Eine Kanadierin aus Quebeq, die seit drei Jahren in London lebt und erst dort mit der Musik angefangen hat. Die hagere, großgewachsene Blondine ist noch ein fast unbeschriebenes Blatt, aber das könnte sich mit ein wenig Glück bald ändern. An Talent und guten Ideen mangelt es der Frau mit dem grünbemalten Gesicht jedenfalls nicht. Was sie heute vortrug, beeindruckte mich außerordentlich. Vielmehr noch: es berührte mich emotional zutiefst. Das zarte Mädchen sang so fragil und berührend, das mir ganz warm um Herz wurde. Sie verfügt über eine Hauchstimme à la Jane Birkin, kann stilistisch aber eher in die Ecke experimenteller Folk/Indierock im Stile von PJ Harvey und Scout Niblett gestellt werden. Sie selbst konnte mir hinterher gar nicht so recht ihren Stil beschreiben und kannte die allermeisten Musiker, die für mich vermeintlich halbwegs ähnlich klangen wie sie, gar nicht. Leyli sang übrigens abwechselnd auf französisch und englisch und spielte akustische und elektrische Gitarre, Ukulele und Keyboard. Zusätzlich hatte sie einen Schlagzeuger dabei, der ab und zu für etwas mehr Dampf sorgte. Alles war in moll gehalten, kam finster und geheimnisvoll daher, bisweilen fast gothisch. Authentisch und atemberaubend intim klang es immer. Zu Beginn des Konzertes waren vielleicht 5 Leute im Raum, dann in der Spitze 20. Aber durch diese zähe Anfangsphase ihrer Karriere muss Leyli jetzt durch und ich bin sicher, bald wird sie vor größerer Kulisse spielen. Ich war hinterher jedenfalls schwer angetan, habe heute meine persönliche Entdeckung des (freilich noch jungen) Jahres gemacht und das bisher beste, nahegehendste Konzert gesehen. Die brauchte ich für eine Oliver Peel Session!!

Hinweis: auf der Labelseite von Leyli kam man die auf 150 Exemplare limitierte Debüt Ep namnes Grey, Green, Grey, Grey, Green. Grey, Green, Grey and Green für 6 Euro käuflich erwerben.







Samstag, 15. Januar 2011

Godspeed You! Black Emperor, Paris, 14.01.11

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Godspeed You! Black Emperor

Ort: La Grande Halle de la Villette, Paris
Datum: 14.01.11
Zuschauer: ausverkauft, 4000!
Konzertdauer: fast 2 1/2 Stunden


Für den 14. Januar hatte ich eigentlich das Konzert von Joanna Newsom im Théatre des Bouffes Du Nord fest eingeplant. Aber daraus wurde nichts, weil die Harfenlady krankheitsbedingt absagen musste. Ich erfuhr davon erst an der Eingangstür des Theaters. Wie ein Depp stand ich da und wusste nicht, was ich mit dem angebrochenen Abend tun sollte. Vernünftig sein und brav nach Hause fahren zu Frau und Kater? Nö, pure Vernunft darf niemals siegen (wer sang das? Heino, oder?). Ich also ab in die Metro Richtung La Villette wo Godspeed You! Black Emperor aufspielen sollten. Gegen 21 Uhr 15 kam ich dort an. Spät, denn das Konzert der wiederformierten Postrock-Legenden hatte bereits begonnen. Dummerweise hatte ich auch keine Karte oder Akkreditierung für den ausverkauften Gig und so hoffte ich, zufälligerweise auf Leute vom Label oder Veranstalter zu treffen, die mich, den stadtbekannten Bloggertitanen Oliver Peel (lol), einschleusen. Vor dem Eingang lungerten aber nur noch Ordner rum, die Sache schien aussichtslos. Da sah ich plötzlich eine junge Frau anstürmen. Ich guckte genauer hin und stellte fest, daß es sich um meine Konzertgängerfreundin Meg handelte. Sie erblickte mich und fragte völlig verdattert: "Ist das Konzert etwa schon aus?" Ich verneinte und ließ durchblicken, daß ich keine Karte hatte. Da grinste sie und öffnete ihre Tasche. Eine ihrer Freundinnen konnte heute abend nicht und so hatte sie ein Ticket zuviel, das sie noch zu verhökern hatte. Ich zahlte ihr den regulären Preis, also 30 Euro. Wir mussten uns nun beeilen, Godspeed ließen es in der Halle ja schon längst krachen.

Drinnen angekommen, stießen wir auf eine riesige Menschenmasse. Angeblich soll die Location 4000 Leute fassen und die standen sich die Füße platt und glotzten auf eine Leinwand, auf die Videos projeziert wurden. Düstere Bilder offenbarten sich meinen fast vierzig Jahre alten Augen. Das schwarze-
weiße Geflimmer erinnerte unter anderem an einen Fluß schwarzen Wassers. Morbide. Die Band konnte ich allerdings von weitem nicht gut sehen, aber mir gelang es, mich Stück für Stück weiter nach vorne zu arbeiten. Aus der Ferne glaubte ich Jessica Moss (A Silver Mount Zion) an der Geige zu erblicken, was mich allerdings sehr verwunderte weil ich doch wußte, daß lediglich Sophie Trudeau als einzige Fiedlerin sowohl bei A Silver Mount Zion als auch bei Godspeed zum Line-Up gehört. Erst als ich ziemlich weit vorne angekommen war, war mir klar, daß dort natürlich Sophie und nicht Jessica agierte. Ihre Geige war ein ganz wichtiges Element innerhalb der sphärischen Soundlandschaften , die von einer siebenköpfigen Band hochgezogen wurden. Ihr klassisches Instrument klang verhallt, verzerrt, irgendwie irreal. Die Töne schwebten durch die riesige Halle und vermengten sich mit den mal kontemplativen, mal brachialen Gitarren und dem sich oft langsam anpirschenden Schlagzeug. Auffällig und ungewohnt die Positionierung der Band auf der Bühne. Niemand stand vorne im Mittelpunkt, sondern die Anordnung der Mitglieder war hufeisenförmig um die turmhohen Marschall-Boxen herum. Eine Hälfte der Musiker performte im Sitzen (darunter Obergodspeed Efrim), die andere Hälfte, so z.B Sophie und Kontrabassist Thierry Amar, im Stehen. Kommunikation mit dem Publikum? Null. Man ließ die wuchtigen instrumentalen Songs und die verstörenden Videos sprechen, das musste genügen. Jeder konnte sich selbst die Message, die hinter den ellenlangen Stücken verbarg, herleiten. Ging es um Gesellschaftskritik? Sicherlich, denn Godspeed sind für ihre anarchistischen und antikapitalistischen Äußerungen bekannt. Aus dem spektakulären Video mit den Flammen konnte man so einiges ableiten. Zunächst sah man auf der großen Leinwand nur zwei kleine Feuerquellen, als hätte jemand sich eine Zigarette mit einem Feuerzeug angezündet. Im Verlaufe aber entwickelten sich diese kleinen Flammen zu einem gewaltigen Inferno, in dem Städte, Industrieanlagen (und Atomkraftwerke?) niederbrannten Alles fackelte lichterloh. Was war das? Die Hölle auf Erden? Der Brand, der unseren Planeten für immer auslöscht?

Zu einem anderen Stück gab es ebenfalls eine fast abstoßend zu nennende Illustrierung. Ein Bagger schaufelte industriellen Unrat meterhoch auf und dies genau unter einer Brücke. Vermutlich ein Bild für die Entfremdung des Menschen von seiner Umwelt, für die fatalen Folgen der Bauwut für unsere Lebensqualität. Und dann sah man später auch noch einen Mann mit grauem Jacket, der uns den Rücken zukehrend auf einer Bank saß. Sein Gesicht war nicht zu sehen und es war nicht klar, was er tat. Rauchte er? Irgendwie sehr befremdend das Ganze...


Erst gegen 23 Uhr, nach fast 2 1/2 Stunden Spielzeit, verklangen die letzten bizarren Töne und die Band verließ ohne sich groß feiern zu lassen wortlos die Bühne. Zu einer Zugabe kamen die Kanadier nicht mehr zurück. Als Zuschauer war man ziemlich verdutzt und etwas ratlos. Wie war diese Comeback-Konzert nun musikalisch zu bewerten. Ein Hammer? Ein einmaliges, nie dagewesenes Erlebnis? Nicht ganz. Zwar gab es immer wieder mal unglaublich packende Passagen, in der sich die ganze aufgebaute Spannung extatisch entlud und ein Bild von Dramatik Kraft, Erhabenheit, Freiheit und Schönheit im Kopfe hinterließ, aber auch Momente zähen Verweilens, in denen scheinbar nichts passierte. Als Zuschauer war man gefordert, musste sich konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren, wenn minutenlang lediglich düstere sphärische Töne durch die Halle schwebten. Auch Stehvermögen war verlangt, denn fast 150 Minuten lang stand man sich in der Grande Halle de la Villette die Füße platt. Ein paar Leute verließen im Laufe des Konzertes dann auch den vorderen Bereich (weil sie nach Hause wollten, oder weil es ihnen einfach viel zu laut war?), so daß ich immer näher und näher an die Bühne rückte. Dies erlaubte mir auch, die Musiker genauer zu sehen, was aber nicht viel änderte, denn ihre Mimik und Körpersprache gab so gut wie nichts her. Allesamt agierten sie stoisch, auf sich selbst konzentriert und ohne den Blick zum Publikum zu richten. Es war fast wie bei einem klassischen Orchester, obwohl im Falle von Godspeed ein vor der Band agierender Dirigent fehlte. Zwar gilt Efrim als Bandleader , tat aber rein gar nichts, um dies nach außen kundzutun. Die Musiker kannten ihren Part wohl allzu genau (faszinierend, wie merken sich sich das alles?), brauchten niemanden, der sie dirigiert. Als letztes Stück hatten sie BBFIII performt, was Kenner der Band (wozu ich nicht gehöre) als Höhepunkt des Konzertes bezeichneten. Zu Beginn hörte man hier wie auch bei anderen Tracks gesampelte Stimmen von einem Band, es klang nach Kriegsberichterstattung.

Die Fans verhielten sich aber hier und heute nicht kriegerisch, sondern friedlich. Einzig und allein am Merchandisingstand wurde hinterher ein wenig um den besten Platz gekämpft. Immer wieder erstaunlich, welch reißenden Absatz T-Shirts, CDs und Platten vor allem bei solchen Noise-und Postrockkonzerten finden und dies trotz gesalzener Preise von 20 Euro. Dies zum Thema Antikapitalismus. Und die wie im Rausch gekauften CDs hört hinterher meistens doch kein Arsch, weil man die bei den Konzerten erlebten Gefühle mit Musik aus der Konserve nicht reproduzieren kann...

Fotos folgen in Kürze.

Setlist Godspeed You! Black Emperor, Grande Halle de la Villette, Paris:

01: Hope Drone
02: Storm
03: Monheim
04: Albanian
05: Chart # 3
06: World Police And Friendly Fire
07: Dead Metheny
08: Rocket Fall On Rocket Falls
09: BBFIII

- Fotos von dieser Show Konzertfotografenzar Robert Gil, klick!


Artverwandtes aus unserem Archiv

Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra, Paris, 11.11.08
Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra, Paris, 13.04.08
The Silver Mt. Zion Memorial Orchestra, Paris, 17.04.07 (damals nur mit einem e)



Montag, 29. November 2010

Festival BB Mix, Boulogne-Billancourt, 27 & 28.11.10

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Konzert: Festival BBMIX (mit Swans, The Radio Dept, The Raincoats, James Blackshaw, u.a.)

Ort: Carré Belle-Feuille, Boulogne-Billancourt bei Paris
Datum: 27 & 28.11.2010 (2 & 3. Festivaltag)
Zuschauer. jeweils recht reges Zuschauerinteresse
Konzertdauer: Swans minimum 2 Stunden





Putain! Une bombe sonore ce concert! Une véritable tuerie! Bon, les Swans m'ont détruit les oreilles, mais ça valait le coup quand même! Malgré une interruption d'une demi heure pour des problèmes téchniques, ce spectacle fut intense, dramatique et brutalement noise. Wow, quelle fessée! Je n'en reviens pas!

Ja was war denn das jetzt?? Ein Erdbeben? Ein Bombenangriff? Das Ende der Welt? Das Schmoren in der Hölle? Meine Fresse, war das ein brachiales Konzert der Amerikaner Swans! Leute, ich sag' euch, so etwas habe ich noch nie erlebt! Gut, es mag sein, daß meine feinen Öhrchen nur noch gezuckerten Seichtpop oder ruhigen Folk gewöhnt sind und ich keine Erfahrung mit Noisekonzerten habe. Aber das was da über zwei Stunden auf die Zuschauer einprasselte, war wirklich stahlhart, metallisch und hundsgemein. Ein Konzert wie ein Arschfick. Ich fühle mich jetzt noch als seien Panzer über mich drübergerollt, als seien meine Ohren vergewaltigt worden. Ein schamanisches, brutalstmögliches Gewitter an verzerrten Gittaren, Paukenschlägen und gruseligen Tönen. So höllisch laut, daß nach circa einer Stunde der Strom aufiel. Als die Tontechniker eine halbe Stunde später den Schaden behoben hatten, ging es mit unbarmherziger Härte weiter und man hatte fast das Gefühl, als wolle die Band sich rächen und extra noch 500 Dezibel lauter spielen. Am Ende tropfte fast Blut aus meine Ohren. Mit dem Tinnitus meines Lebens tippe ich gerade diese Zeilen. Wenn das Fiepen etwas besser wird, werde ich ausführlicher von diesem Monster von Konzert berichten und dann natürlich auch noch auf die anderen Bands und Künstler des Festivals eingehen.


Setlist Swans, Festival BBMix, Boulogne Billancourt bei Paris:

01: No Words/No Thoughts
02: Your Property
03: Sex God Sex
04: Jim
05: I Crawled
06: Avatar
07: Eden Prison

08: ???


Ausgewählte Konzerttermine Swans (ohne Gewähr):

02.12.2010: L'Usine PTR, Genf
03.12.2010: Teatro Espace, Turin,
04.12.2010: Locomotiv Club, Bologna
05.12.2010: Piper Club, Rom
07.12.2010: Arena, Wien
08.12.2010: Palác Akropolis, Prag
09.12.2010: Firlei, Wroclaw, Polen
10.12.2010: Stodola, Warschau,
12.12.2010: Kampnagel, Hamburg
13.12.2010: Volksbühne, Berlin


- Video by YouTube User SepBan. Entstanden im Lee's Palace am 2. Oktober 2010.



Sonntag, 17. Oktober 2010

Red Sparowes, Paris, 16.10.10

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Konzert: Red Sparowes
Ort: La Maroquinerie, Paris
Datum: 16.10.2010
Zuschauer: gut besuchte, aber nicht ausverkaufte Veranstaltung
Konzertdauer: keine Ahung, ich habe Raum-und Zeitgefühl verloren!


Boah, ey!!! Was für ein Hammer! Musik von einem anderen Stern, zelebriert von einer Postrockband aus Los Angeles namens Red Sparowes . Das war galaktisch, gigantisch, orgasmisch, besser als Sex! Die fünfköpfige Band mit dem süßen Mädel an der Gitarre hat mir die Birne matschig geklopft und beinahe mein Trommelfell gefetzt, aber die Sache war es wirklich wert! An einem Konzertabend an dem noch etliche andere Bands in der Pariser Maroquinerie auftraten ( Monno, Gnaw, Head Of Wantastiquet) war ich lediglich für Red Sparowes angereist. Zuvor hatte ich noch in Ruhe mit meiner Frau zu abend gegessen, bevor ich mir dann dieses himmliche Konzert zum Dessert einverleibt habe. Von Beginn an war ich von den komplexen und atemberaubend schönen Soundlandschaften gefesselt und genoß auch die hypnotisierenden Videos, die auf eine Leinwand projeziert wurden, in vollen Zügen. Man sah prachtvolle Landschaften, die Silhouette einer Großstadt, ein menschliches Auge, Pilze, die durch die Gegend flogen, Sterne, Krater, dürre Zweige, Totenköpfe, die Flut, eine Tageszeitung mit der Schlagzeile "The War On Terror", Explosionen, eine Dollarnote, Affen, Autobahnen bei Nacht, und allerlei anderes anregendes Zeug. Ein Fest für alle Sinne! Am schönsten waren aber natürlich die herrlichen Gitarrenmelodien, das Wechselspiel zwischen kontemplativen und dramatischen, metallischen Phasen und die ungeheure Wucht und Anziehungskraft, die von der spannend arrangierten, rein instrumentalen Musik ausging. Die gutinformierten Fans im Publikum schnalzten mit der Zunge und ließen ihre Köppe energisch vor- und zurückfliegen. Wie immer war der überwiegende Teil der Gäste männlich, aber es ist ja nix Neues, daß die meisten Weiber keine Ahnung von guter, harter Musik haben. Ohnehin scheißegal, denn das Mädchen auf der Bühne, war ja auch recht hübsch. Fast schüchtern zupfte sie an ihrer Gitarre, während die Herren da schon energischer und testosterongeschwängerter zu Sache gingen. Der tätowierte Basser riß sein Instrument immer mal wieder in die Höhe, der Drummer mit der Elvis Presley Tolle kloppte auf sein Fell wie so ein Gestörter und der Ober- Red Sparow sah mit seinen langen Locken schon so ähnlich aus wie Efrim Menuck von A Silver Mount Zion/ Godspeed You! Black Emperor. Leute mit Ahnung klärten mich darüber auf, daß der Bursche auch bei Isis aktiv gewesen war.

Hinsichtlich der gespielten Stücke verweise ich auf die Setlist, ich kannte das Material vorher nicht, ging aber froh und wie ein Honigkuchenpferd grinsend mit der aktuellen CD The Fear Is Excruciating, But Therein Lies The Answer und einem gewaltigen Tinnitus nach Hause.

Geil, ey, Alter!

Pour nos lecteurs francais:

Wouahh! Quelle claque ce concert des américains Red Sparowes! C'était de la musique venant d'un autre planète! Galactique, gigantesque, orgasmique, mieux que le sexe! Le Quintet de Los Angeles m' a totalement secoué et en passant presque détruit les tympans, mais ça valait le coup. Venant juste pour le set des Red Sparowes (j'avais raté les autres groupes avant) j'ai passé un samedi soir passionnant. Dès le début j'ai été captivé par les paysages sonores complexes et d'une beauté folle et j'ai également beaucoup aimé les projections vidéos. On y voyait de grands espaces hivernaux magnifiques, la silhouette d'une métropole, un oeil humain de près, des champignons flottant dans l'air, des étoiles, cratères, branches mortes, et autres têtes de morts, un journal avec "The War On Terror" en gros titre, des explosions, des dollars, des singes, des autoroutes de nuit et plein d'autres images stimulantes et hypnotisantes. C'était un spectacle qui faisait appel à tous les sens. Mais bien évidemment le plus beau furent ces murs de guitares mélodiques, ces changements de rythmes entre des phases comtemplatives et rêveuses, d'autres plus énervées voire métalliques et la puissance incroyable de cette musique dramatiquement orchestrée.

Le public s'en delecta en faisant le signe typique des concerts post-rock: mouvement rapide de la tête d'avant en arrière. Dommage qu'il n' y ait eu que peu de femmes dans le public, comme souvent malheureusement dans ce type de concert, mais pour compenser il y avait au moins une jolie jeune fille à la guitare sur scène. Elle restait plutôt discrète dans une attitude typiquement shoegaze, tandis que les hommes bougaient leurs corps et leurs cheveux longs dans le rythme. Le batteur était impressionnant aussi, avec sa frappe très lourde et précise. Le chef du groupe (également clavieriste chez Isis) ressemblait drôlement à Efrim, ce qui m'a rappelé que je dois vite me procurer des places pour le grand retour des Godspeed! Mais des groupes comme Red Sparowes prouvent d'une maniere impressionnante qu'il y a pleins de groupes postrock/noise fabuleux! Tout simplement renversant!


Setlist Red Sparowes, La Maroquinerie, Paris:


01: Buildings
02: Avalanche
03: Freeway
04: Elephant
05: LHR
06: Bassong
07: EEL
08: Kelpass
09: Alone
10: Mother


Ausgewählte Konzerttermine von Red Sparowes
(ohne Gewähr):

28.10.2010: Szene, Wien
29.10.2010: Kranhalle/Feierwerk, München
30.10.2010: PMK, Innsbruck
31.10.2010: Jubez, Karlsruhe





Mittwoch, 22. September 2010

Part Chimp, Brüssel, 17.09.10

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Konzert: Part Chimp

Ort: Magasin 4, Brüssel
Datum: 17.09.2010
Konzertdauer: 70 Minuten


Unser Leser Markus hat sich höchst erfreulicherweise als Gastschreiberling beteiligt und uns einen Konzertbericht aus Brüssel gesendet. Wir freuen uns sehr, wenn neben uns auch mal andere zu Wort kommen und für Abwechslung sorgen. Schickt uns doch auch eure Konzertberichte, wir veröffentlichen sie dann gerne hier. Die Artikel müssen auch nicht ausufernd lang sein.

Vielen Dank an Markus also, hier ist sein Bericht:

Manche Musikgruppen nehmen für sich - mehr oder weniger ernst - in Anspruch die "beste Band der Welt" zu sein. Manche sehen sich zumindest als die "lauteste Band der Welt". Ich weiss, dass Superlative wie diese in der Regel nicht exakt nachprüfbar sind. Ich weiss nur, dass Part Chimp vergangene Freitag Nacht in Brüssel *höllisch* laut (und dazu,was nicht ganz selbstverständlich ist, auch teuflisch gut) waren. Lauter zumindest als Bands wie Dinosaur Jr., die ich zuletzt im Mai livegesehen habe, oder auch als die eigenen Label-Kollegen (bzw. -chefs) Envy bzw. Mogwai. Dabei stellt die enorme Lautstärke zwar ein Markenzeichen von Part Chimp dar, ist hier aber definitiv kein Feigenblatt für vermeintlich fehlende musikalische Qualität. Im Gegenteil: "Thriller" war eines meiner Lieblingsalben des vergangenen Jahres - changierend zwischen Noise Rock und Stoner Rock und mit einem tollen Gespür für sich langsam und drückend zum donnernden Wall-of-Sound aufbauende Songstrukturen.

Veranstaltungsort war an jenem Abend das "Magasin 4" in Brüssel, ein ausgedientes, etwas heruntergekommenes ehemaliges Lagerhaus an einem Hafen-Quai in Brüssel, das von außen auf den ersten Blick nicht unbedingt als Konzertsaal zu erkennen war. Das Betreiber-Team des"Magasin 4", sowie dieMitglieder einiger lokaler Bands, die an diesemAbend im Vorprogramm auftreten sollten (Baby Fire, Joy as a Toy,Kapitan Korsakov), stellten sich aber als sehr freundlich und hilfsbereit heraus.

Part Chimp präsentierten vor einem überwiegend jungen Publikum von grobgeschätzt ca. 300-350 Zuschauern eine sehr gelungene Mischung ausKlassikern von den Alben "Chart Pimp" (2003) und "I Am Come" (2005)sowie von neuerem Material von "Thriller" (2009) und der soebenerschienenen 7" EP "You Decide / Big Bird". Daneben gab es mit "Lies"noch einen unveröffentlichten Song, der es (für mich nach der Live-Darbietung etwas unverständlich) letztes Jahr leider nicht mehr auf "Thriller" geschafft hatte.

Mein persönliches musikalisches Highlight war an diesem Abend die überlange, 13 Minuten dauernde Version von "30,000,000,000 People", die die Energie und den Spielwitz, den Part Chimp an diesem Abend unter Beweis stellten, abschließend noch einmal auf den Punkt brachte. Diejenigen im Publikum, die nach dem Ende des eigentlichen Sets dachten, dass danach nichts mehr käme und die Halle daher fluchtartig verließen (und davon gab es einige!), haben zumindest diesen Kracher von
einer Zugabe verpasst.


Setlist Part Chimp, Brüssel:

01: Trad
02: Dr. Horse
03: Sweet T
04: Bring Back The Sound
05: Tomorrow Midnite
06: You Decide
07: Lies
08: Today 2
09: War Machine
10: Hello Bastards
11: Starpiss

12: 30,000,000,000 People

Link: Bei Flickr gibt es bei Janick's sehr gute Fotos von Part Chimp. Klick!



Montag, 24. Mai 2010

Dinosaur Jr. & Built To Spill, Paris, 23.05.10

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Konzert: Dinosaur Jr. & Built To Spill

Ort: La Machine du Moulin Rouge, Paris,
Datum: 23.05.2010
Zuschauer: hmm? 1000 vielleicht
Konzertdauer: Built To Spill eine Stunde, Dinosaur Jr. 75-80 Minuten


Was für ein Line-Up! Built To Spill und Dinosaur Jr. im Doppelpack! Ähnlich spektakulär wie kürzlich Pavement & The National. Aber wo waren die Frauen?? 80 % des Publikums bestand aus bärtigen, mittelmäßig attraktiven Männer zwischen 30 und 40. Typen wie ich also. Wäre toll gewesen, wenn mehr Mädchen den Weg in die Machine du Moulin Rouge gefunden hätten, aber das war zu erwarten. Built To Spill & Dinosaur Jr. sind den Weibern zu hart und Doug und Joseph (J) nicht sexy genug. Wenn Peter, Luke oder Johnny (Borrell nicht Hallyday) spielen, stehen sie hingegen Schlange. Oberflächliche Weibsbilder! Keine Ahnung von guter Musik! Immer nur kommen, wenn Typen mit einem knackigen Hintern die Gitarren schwingen! Pfff! Dabei sind Douggie und J echte Guitar Heroes und zudem unfassbar lässig und nonchalant. Also ich steh' auf die Beiden! Und sie haben meine hohen Erwartungen auch nicht enttäuscht, wenngleich man das ein oder andere Haar in der Suppe finden konnte. Built To Spill haben als Vorgruppe naturgemäß nicht lange genug gespielt und deshalb zahlreiche Lieblingslieder (I Woud Hurt A Fly, Liar, Car, Strange, etc...) ausgelassen, waren aber soundtechnisch gut abgemischt, während man bei Dinosaur Jr. vor lauter höllisch lärmenden Gitarren bisweilen die wunderbar brüchige Stimme von J Mascis nicht mehr raushören konnte. Bei Feel The Pain ging aber urplötzlich ganz heftig der Pogo im Publikum ab.

Achso, Murph saß heute nicht hinter der Schießbude bei den Dinosauriern, sondern ein Kerl namens Kyle. Er war aber nur Ersatz, Murph ist also nicht gefeuert worden, sondern lediglich früher in die USA zurückgeflogen. Lou Barlow zupfte wie gewohnt den Bass, hatte deutlich längere Locken als zuvor und auch ein paar Kilo zugelegt. J Mascis sah aus wie immer und seine dünnen weißen Haaren flogen ihm, vom Ventilator befächert, ständig in die Fresse. Weiß nicht, wie er so (Beweisfoto bei Robert Gil, klick!) überhaupt singen konnte.

Wer es ausführlicher wünscht:

Wenn sich Fans fragen, wer denn dieser Ben sei, dessen Namen man auf Doug Martsch's Gitarre lesen kann, dem sei veraten, daß es sich um den Sohn des Built To Spill Frontmannes handelt. Er ist inzwischen ein Teenager, konnte es als kleines Kind (also in den 90ern) aber nicht ertragen, wenn sein Dad ihn verließ, um auf Tour zu gehen. Gerüchteweise habe ich gehört, daß Ben krank sei. Ich glaube er leidet unter Autismus. Meine Bekannte Dorothé, die unter dem Projektnamen The Rodeo in Frankreich große Erfolge feiert, hatte mir einmal erzählt, daß sie Doug Martsch damals einen Brief geschrieben hatte, indem sie fragte, warum denn Built To Spill nie nach Europa auf Tour kämen. Martsch antwortete persönlich und ausführlich und erklärte, daß er seinen Sohn nicht lange alleine lassen könne. Diese Geschichte fand ich sehr rührend und verstärkte meine ohnehin schon vorhandene Sympathie für Doug noch einmal. Ein überaus talentierter Musiker, der nicht bereit ist, für den Erfolg alles zu opfern. Jemand, der bescheiden, menschlich und natürlich bleibt, kein Aufhebens um seine Person macht. Ein dufter Typ einfach. Mit Geld nicht zu bezahlen, wieviel Freude, Trost und Euphorie er mir mit seiner Musik bereitet hat. Perfect From Now On, Ancient Melodies Of The Future, You In Reverse, alles Alben, die bei mir rauf und runter liefen. "I listened the shit out of these records", so würde es wohl der Engländer sagen , wenn er beschreibt will, daß er wie ich die CDs unzählige Mals gehört hat. Insofern schon sehr seltsam, daß ich das neue Album There Is No Enemy noch nicht besaß, als ich mich zur Machine du Moulin Rouge begab, wo das Konzert von Built To Spill und Dinosaur Jr. stattfand. Es gibt einfach zu viele Veröffentlichungen jede Woche, da fällt es noch dem ehrgeizigsten Konzertbloger schwer, zu folgen. Außerdem habe ich bei Lieblingsbands immer Angst vor Enttäuschungen, wenn sie neue Alben veröffentlichen.

Um 20 Uhr 25 hatte ich den Eingang zur ehemaligen Locomotive erreicht. Die Location befindet sich in der von Touristen überlaufenen Mühle Le Moulin Rouge. Der Einlass verlief äußerst schleppend und noch schlimmer: Built To Spill hatten bereits angefangen! Im Flur in der Schlange stehend hörte ich von weitem In The Morning einen alten Klassiker von There Is Nothing Wrong With Love. Andere Fans, die mit mir anstanden, witzelten rum und riefen: "Diejenigen, die nur für Dinosaur Jr. gekommen sind, lassen bitte einmal die Fans von Built To Spill vor. Merci!" Ich fragte mich, ob das auf mich zutraf. War ich auch in erster Linie für Built To Spill gekommen? Jein! Wenn ich mich zwischen Built To Spill und Dinosaur Jr entscheiden müsste, würde ich vermutlich die Truppe um Doug Martsch bevorzugen, aber J Mascis und seine Bande mag ich auch sehr gern. Ich war für beide Acts gekommen.

Gegen 20 Uhr 35 war ich endlich nach vorne durchgedrungen und sah das Quintett Built To Spill gewohnt stoisch agierend. Allesamt Burschen, die sich nur auf ihren musikalischen Part konzentrieren und nichts so sehr hassen, wie Show oder Entertainment. "Just play your fucking riff, that's all", sagen sie sich vermutlich vorher. Entsprechend knapp sind dann auch jeweils die Statements von Doug. Mehr als ein knappes "thanks" entfährt ihm so gut wie nie. Lediglich einmal holte er etwas weiter aus und erklärte mit hämischem Unterton: "Thanks for standing there and watching us play", so als wolle er sagen: "Hey, cool von Euch, daß ihr nicht abhaut, sondern uns geduldig zuhört...

Ich persönlich kam mit Stop The Show so richtig in Fahrt. Ein alter Klassiker vom brillanten Album Perfect From Now On, der zunächst ein paar Minuten instrumental vor sich hin treibt, bevor Dog greinend ins Geschehen eingreift: "You don't tell me anything that's not a dream that's not a big lie"... Wie oft ich dieses Lied wohl auf meinem Ipod gehört habe? 50 mal? 100 mal? Nie zuvör gehört, hatte ich allerdings Hindsight vom neuen Longplayer. Ein Versäumnis, denn dieser Song ist richtig gut. Ziemlich lieblich, fast heiter, zumindest für Built To Spill Verhältnisse und schnell ins Ohr gehend. Das nachfolgende Wherever You Go kannte ich dan wieder, es stammt vom 2006 er Release You In Reverse, den Built To Spill wohl im Nachhinein ziemlich gerne mögen, denn auch der abschließende Song Conventional Wisdom mit seinen Endlos- Gitarrenschleifen am Ende stammte davon. Spannender für mich aber Nowhere Nothin' Fuckup, ein Uraltsong von Ultimate Alternative Wavers (1992), den ich vorher nicht kannte. Eine aggressive Nummer mit viel Biss und Power, die nicht zu Unrecht zur Setlist gehörte. "In America every puddle gasoline rainbow" hieß es da textlich am Ende, was immer damit auch gemeint ist...

Ausführlicher Bericht Dinosaur Jr. etwas später...


Setlist Built To Spill, La Machine Du Moulin Rouge, Paris:

01: Oh Yeah
02: In The Morning
03: Virgina Reel Around The Fountain (Halo Benders)
04: Distopian Dream Girl
05: Stop The Show
06: Hindsight
07: Wherever You Go
08: Nowhere Nothin' Fuckup (abgekürzt NNFU)
09: Coventional Wisdom

Setlist Dinosaur Jr., La Machine Du Moulin Rouge, Paris:

01: Thumb
02: Budge
03: No Bones
04: Imagination Blind
05: Repulsion
06: Pieces
07: Out There
08: Feel The Pain
09: Over It
10: Raisans
11: Freak Scene
12: Gargoyle

+ 2 Zugaben

Aus unserem Archiv:

Built To Spill, Paris, 03.11.08
Built To Spill, Paris, 30.05.07
Built To Spill, Köln, 18.05.07

Dinosaur Jr., München, 23.05.08
Dinosaur Jr., Paris, 24.08.07
Dinosaur Jr., Hohenfelden, 18.08.07



 

Konzerttagebuch © 2010

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