Sonntag, 1. März 2009

Toy Fight, Paris, 26.02.09


Konzert: Toy Fight

Ort: L'International, Paris
Datum: 26.02.2009
Zuschauer: hab' sie nicht gezählt. Voll war's!
Konzertdauer: ca. 40 Minuten



Deutsche Landsleute treffe ich in Paris eher selten (na gut, Karl Lagerfeld ist mir dreimal über den Weg gelaufen, aber das zählt nicht). Dank der Errungenschaften des Internets halte ich aber Kontakt zur alten Heimat und aufgrund besser werdender Sprachkenntnisse, werde ich so langsam selbst zu einem kleinen Franzosen. Insofern fehlt mir eigentlich nichts, weder das deutsche Schwarzbrot, noch die komfortablen Toiletten (obwohl, die schon manchmal!). Trotzdem war ich sehr erfreut, die Bekanntschaft einer reizenden jungen Münchnerin zu machen, die für das famose Label City Slang (Arcade Fire, The Notwist, Lambchop etc.) arbeitet. Die fesche Dame mit der markanten Brille war mir schon bei Dear Reader in der Maroquinerie im Publikum aufgefallen und auch beim Konzert der Fleet Foxes in der Cigale hatte ich sie wiedergesehen. Vorgestellt wurde sie mir amüsanterweise von Olivier, seines Zeichens Gitarrist von Syd Matters, Fugu und Los Chicros und seit geraumer Zeit auch sehr eifrig mit seiner Freundin unter dem lustigen Namen My Girlfriend Is Better Than Yours auf Pariser Konzertbühnen unterwegs.

Aber warum war sie überhaupt heute bei Toy Fight? - Ganz einfach, die Franzosen Toy Fight sind auch bei City Slang gesignt, als erste französische Band überhaupt! Eine kleine Sensation, denn die Künstlerauswahl des feinen Labels ist exquisit und sehr erlesen. Toy Fight selbst können ihr Glück noch gar nicht so richtig fassen, denn vor ein paar Monaten gaben sie ihre Konzerte noch vor ein paar Freunden im Motel oder anderen kleinen Locations. Das International ist zwar auch nicht sehr groß, aber relativ neu auf der Club - Landkarte und entsprechend populär. Es platzte aus allen Nähten und schon bei der exzellenten Vorgruppe Maison Neuve, gab es vor der kleinen Bühne in der Kellergruft kein einziges Plätzchen mehr. Allerdings konnte man die Band durch eine Scheibe von der Seite sehen, wenn man auf der Steintreppe saß.

Als Maison Neuve fertig waren, versuchte ich näher ranzukommen, um Toy Fight abzukipsen, aber es gab irgendwie kein Durchkommen. Überall drängten sich szenige Menschen, die die neue französische Popsensation aus nächster Nähe sehen wollten. Darunter allerdings auch Leute, die nur gekommen waren, weil der Eintritt im International gratis ist und das Bier für Pariser Verhältnisse billig.

Ich selbst war vor allem durch die fantastische Pauline aka Mina Tindle auf die Band Toy Fight aufmerksam geworden. Seitdem ich die hübsche Blondine in der Flèche d'or gesehen hatte, schwärme ich von ihr und diese Schwärmerei bezieht sich sowohl auf ihre tolle, an Feist erinnernde Stimme, als auch auf ihr niedliches Aussehen. Sie ähnelt ein wenig der jungen Carla Bruni, ohne allerdings den Eindruck zu vermitteln, demnächst mit dem Präsidenten ins Bett hüpfen zu wollen. Stattdessen bringt sie sich lieber bei Toy Fight ein und sorgt dort für die feminine Note in der ansonsten rein männlichen Formation, deren harter Kern aus dem Trio Sebastien Broca, Maxime Chamoux und David Simonetta besteht, aber live durch El Bert und den omnipräsenten Drummer Jean (Jaune!) ergänzt wird.

Welche Musik machen nun Toy Fight? Und was macht sie so besonders, daß man sogar in Deutschland auf sie aufmerksam wird? Nun, da ist einmal ihr entwaffnender Charme, ihr hübsches Aussehen, aber vor allem ihre Spontaneität, ihre Frische und ihr ausgeprägter Sinn für ohrwurmige Melodien. Wenn man ein paar mal Kracher wie Your Own Fireworks, High Noon oder Victims Hairdo gehört hat, bekommt man sie so schnell nicht mehr aus dem Gehörgang und könnte vor Freude im Kreis hüpfen! Your Fireworks hat einen beschwingten, Laune machenden Drive und eine tolle Gitarrenmelodie, High Noon brilliert mit Handclaps und einem nach vorne preschenden Basslauf im Stile von Arcade Fire und Victims Hairdo hat einen unwiderstehlichen Retrocharme, wie wir ihn bereits bei Belle & Sebastian lieben gelernt haben. Hinzu kommt noch das wunderschöne Piano und die liebliche Backgroundstimme von Mina Tindle. Auf Drum Drum Boy werden sie dann auch noch zart melancholisch und verzaubern mit einem tollen Banjo. Reichlich Hits also, die auch heute in Paris nicht ihre Wirkung verfehlten und wenn das Album Peplum, das am 4. Mai erscheinen soll, nur annähernd die Erwartungen erfüllt, die die EP High Noon (kann man bei i-tunes downloaden!) weckt, dann dürften hohe Platzierungen in den Jahrescharts sämtlicher Musikzeitschriften garantiert sein!



Setlist Toy Fight, L'International, Paris:

01: Les Indes Noires
02: Avalanches
03: Fireworks
04: Minute Song
05: Trucmy Che
06: Golden MK
07: Bob
08: Victims Hairdo
09: High Noon
10: Drum Drum Boy

Pour nos lecteurs français:

"Nous nous considérons simplement comme un groupe français. C'est peut-être notre manière d'appréhender nos influences anglo-saxonnes et ce charme latin qui ont plu à une oreille allemande", disaient les membres du groupe pop parisien/lyonais Toy Fight dans le Numero 127 de Magic, revue pop moderne. Et c'est vrai! Pas seulement Christof Ellinghaus, directeur artistique du label allemand City Slang ou les Toy Fight ont trouvé refuge aime ce groupe, mais également moi et je suis allemand aussi! Dans le club l'international qui était plein comme un ouef, j'ai vécu un très bon concert, frais, pétillant et truffé des tubes imparables comme Your Own Fireworks et High Noon. Le french pop chanté en anglais se porte très très bien donc! Et la bonne nouvelle: Leur premier album va sortir le 4 mai! Jusque là on se console avec leur EP a télécharger legalement sur I-tunes!





- Links: Mehr Fotos von Toy Fight und Mina Tindle hier
- Videoclip Toy Fight The Hidden Second

- Konzertreview Mina Tindle hier




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