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Sonntag, 26. Februar 2012

Phantogram, Paris, 24.02.12

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Konzert: Phantogram
Ort: La Flèche d'or (Inrocks Indie Club)
Datum: 24.02.2012

Zuschauer: ausverkauft, also 450 etwa



Manchmal habe ich den Eindruck, die Indie-Szene wird immer mehr Schick-Micki bzw. bling-bling wie man in Frankreich sagt. Mehr Modenschau und Projektionsfläche für eitle Szenepeople als ein Ort, wo sich Musikbegeisterte treffen. "Schuld daran" sind unter anderem Pitchfork und die hippe Elektrobewegung, wo oft nur das Coole, das Trendige, das Kurzlebige zählen.



Beim Konzert der Amerikaner Phantogram in der Pariser Flèche d'or hatte ich wieder einmal diesen Eindruck. Leute, die genau wissen, wie man Second Hand-Fummel mit Designerteilen kombiniert, bevölkerten den Laden und nervten mitunter wahnsinnig. Allein das Pärchen, das vor mir stand, war unerträglich. Er den Dreitagebart genau auf die richtige Länge gestutzt, mit Mützchen à la Enrice Iglesias und einem selbstverliebten Blick, seine Tussi treudoof und arrogant guckend. Ich ahnte schon, daß die mir auf den Sack gehen würden. So kam es dann auch. Die beiden tanzten wahnsinnig affektiert, schossen dann aber auch immer wieder Selbstportraits mit ihren i-phonen und schwätzten ungeniert laut rum.

In der Mitte vor der Bühne eine Horde junger Amerikanerinnen, die sich bewegten, als seien sie Eisprinzessinen und auf der Bühne ein hübsches Pärchen (+ ein Drummer), das elektronischen Dream Pop/Shoegaze kredenzte. 20 % Blonde Redhead, 10 % Mylene Farmer (wegen der dünnen Säuselstimme der Sängerin), 10 % My Bloody Valentine, 10 % Metric, 10% Julee Cruise, 15 & Crystal Castles, 10 % Lush, 10 & School Of Seven Bells und 5 % Jane Birkin, so die nicht unbedingt originelle musikalische Mischung. Eine regelrechte "Plage" an Dream Pop Bands mit verhuschtem weiblichen Gesang bricht seit dem Erfolk von Beach House über uns herein und wenn ich nicht grundsätzlich dieses Genre sehr mögen würde, schrie ich nach Hilfe. So aber bin ich hin und her gerissen. Einerseits mag ich die Einflüsse dieser jungen Bands, andererseits vermute ich, daß in dem ein oder anderen Fall kommerzielle Interessen überwiegen. Es ist allein schon nervig, daß man die Facebook Seite von Phantogram erst liken muß, bevor man die Lieder gratis im Stream hören kann und das Debütalbum Eyelid Movies wurde am Merch nicht wie sonst meistens üblich für 10, sondern für 15 Euro verkauft.

Zugeben muss ich aber, daß ich einigen Passagen des heutigen Konzertes eine Menge abgewinnen konnte. Zum einen war die bildhübsche (dieser fesche Pagenschnitt!) Sarah Bartel eine wirklich beeindruckende, ständig in Aktion befindliche Performerin, die die Texte mit Inbrunst intonierte und zum anderen war das Songmaterial oft hitträchtig. Mouthful Of Diamonds, 16 Years und When I'm Small, das prickelte phasenweise wie bester Champagner. Kühle Synthies trafen auf melodisch-melancholische Gitarren, während das Schlagzeug von hinten mechanisch schepperte. Obendrüber immer der sinnliche Hauchgesang von Sarah, also anziehend war es schon, keine Frage!




Bei der Zugabe wurden sie dann auch noch einmal ganz melancholisch und in einer der letzten Szenen rückten Joshua und Sarah ganz eng zusammen. Der Moment hatte etwas Intimes, etwas stark Knisterndes. Aber just in diesen Sekunden rief eine offensichtlich besoffene Amerikanerin ganz laut rein:" you're so hot, it's unbelievable" was die Magie völlig zerstörte.


Wie ich sagte, das Publikum ist manchmal blöd und affektiert und versteht nix von Musik. Mein persönliches Urteil zu Phantogram ist damit noch nicht gefällt. Die sind toll! Oder doch nicht? Ach, ich brauche da etwas Zeit...


Setlist Phantogram, Flèche d'or, Paris:

01: Intro
02: Bloody Plams
03: Running From The Cops
04: Mouthful Of Diamonds
05: As Far As I Can See
06: Turning Into Stone
07: 16 Years
08: You Are The Ocean
09: Don't Move
10: Turn It Off
11: Make A Fist
12: When I'm Small

13: Nightlife
14: Futuristic Casket



Mittwoch, 22. Februar 2012

Trailer Trash Tracys, Paris, 21.02.12

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Konzert: Trailer Trash Tracys
Ort: Le Point Ephémère, Paris
Datum: 21.02.2012

Zuschauer: ausverkauft, also mindestens 300


Nachdem mich meine neue Hausärztin kürzlich als massiv zu fett eingestuft hat, habe ich sofort das Heft des Handelns in die Hand genommen, einen Stepper gekauft und meine Ernährung konsequent umgestellt. Schluß jetzt mit Nutella und fetten Kebabs nach Konzerten! Ran an den Speck, rauf auf den Stepper!

Ich strampel also bis in die lichten Haarspitzen motiviert 40 Minuten lang auf der Foltermaschine auf unserer herrlichen Terrasse und fühle mich eigentlich ziemlich gut. Am Abend gegen 19 Uhr beutelt mich dann aber die Müdigkeit. Ich kann nicht anders, als auf dem Sofa etwas zu ruhen. Die Katze gesellt sich zu mir, legt sich auf meinen Bauch und wir pennen ein bißchen. Ein bißchen viel! Als ich aufwache, ist es fast 21 Uhr! Ich frage mich, ob es noch lohnt, zum Konzert aufzubrechen, gebe mir dann aber einen Ruck und renne los Richtung U-Bahn. Auf meinen Kopfhörern läuft Pulp, His 'n' Hers. Ein tolles Album, das ich irgndwie gar nicht oft genug gehört habe, hintenraus entdecke ich noch versteckte Perlen. Als ich über die Brücke des Canal Saint Martin laufe, ertönt gerade Happy Endings. Hoffentlich das Motto für den Rest des Abends?!


Ich erreiche den Club und treffe eine Bekannte, die zwar keine Karte hat, aber dennoch in das ausverkaufte Konzert reinkommt, weil sie hübsch und charmant ist und der gorillahafte Türsteher Mitleid mit ihr hat. Wir Männer haben es in solchen Situationen wesentlich schwerer...

Drinnen ist es eklig voll. Überall Menschen in dicken Winterjagen, die aneinander kleben und so noch mehr Wärme enstehen lassen. Wir kommen kaum durch, schaffen es gerade einmal drei Meter seitlich durchzurücken. Plötzlich vermisse ich meinen i-pod. Ich suche alle Taschen zehnmal durch, kann aber nichts finden. Er muss auf den Boden gefallen sein, oder jemand hat ihn mir aus der Tasche stibitzt. Wie auch immer, er taucht den ganzen Abend nicht mehr auf und ich bin entsprechend frustriert.


Dennoch versuche ich etwas von dem Konzert von Trailer Trash Tracys mitzubekommen. Auf eine Leinwand werden bunte abstrakte Bilder geworfen und vorne in der Mitte agiert eine männermordende Blondine mit einem feschen Kurzhaarschnitt. Eine richtige Diva! Suzanne Aztoria heißt sie und wird von drei Kerlen musikalisch begleitet.

Ester nennt sich das Debütalbum, das bei den Kritikern alsbald Vergleiche mit der (Alb)traumwelt von David Lynch, Dreampop- und Shoegaze Bands wie den Cocteau Twins, Beach House und My Bloody Valentine hervorrief und insgesamt sehr gut rezensiert wurde. Erfreulicherweise klingt das Ganze live aber nicht nur nach einem faden Aufguß, sondern gefällt durch Druck, massive Halleffekte, perlende Keyboards und die traumversunkene Stimme von Aztoria. Engelhard's Arizona heißt ein Song und an ein brütend heißes Wüstenklima wird man ob des düster schwülen Elektro- Sounds in der Tat erinnert. Wenn man jetzt noch halluzinogene Drogen einwerfen würde (wovon ich abrate), könnte man sich in andere Galaxien beamen.



Leider stehe ich aber immer noch so ungüstig -eingepfercht zwischen Leuten und vor mir ein Betonpfeiler-, daß das Ganze kein wirkliches Vergnügen ist. Erst ganz gegen Ende gelingt es mir, in die Nähe der Bühne vorzurücken und die Band bzw.
vielmehr die ganz klar im Mittelpunkt stehende Sängerin richtig zu erblicken. Sie trägt ein rotes langes Kleid, darüber ein marinefarbenes modisches Jeanshemd und merkwürdige globige gelbe Schuhe. Man glaubt sie fast in Hypnose, sie scheint halbwegs weggetreten zu sein. "Wegtreten" ist dann auch bald das Stichwort, denn die Band verlässt nun die Bühne.

Die erste Zugabe bestreitet Suzanne ganz alleine und trägt ein sehr verhaltenes Lied vor, das auch von Marlene Dietrich hätte stammen können. Dann kommt die gesamte Gruppe noch ein letztes Mal wieder und läßt das funkelnde Dies In 55 erklingen. Das Schlagzeug scheppert mechanisch, die Synthesizer orgeln die immer gleiche Sequenz und der Gesang hallt feierlich durch das Point Ephémère. Dieser Schluß hat etwas Bewegendes, die Sängerin scheint ziemlich gerührt und erleichtert zu sein, den Test Paris bestanden zu haben.


Ich bin jedenfalls neugierig geworden, kann mir aber noch kein stichhaltiges Urteil zu den Trailer Trach Tracys bilden. Vielleicht haben wir längerfristig Spaß an ihnen, vielleicht sind sie aber auch nur ein kurzlebiges Phänomen.

Setlist Trailer Trash Tracys, Point Ephémère, Paris

01: Moroder
02: You Wish You Were Red
03: Los Angered
04: Strangling Good Guys
05: Intro
06: Candy Girl
07: Black Circle
08: Engelhard's Arizona
09: Starlatine
10: Turkish Heights

11: I Love How You Love Me In The Flesh
12: Dies In 55



Donnerstag, 28. Oktober 2010

Heligoland, Paris, 26.10.10

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Konzert: Heligoland

Ort: L'International, Paris
Datum: 26.10.10
Zuschauer: etwa 150
Konzertdauer: ungefähr 40 Minuten


Auf Helgoland war ich noch nie. Meine Eltern sind früher immer mit mir auf eine andere Nordseeinsel, nach Norderney, gefahren. Dennoch führe ich die englische Übersetzung von Helgoland, Heligoland, in den letzten 12 Monaten regelmäßig im Munde, weil sich eine in Paris lebende australische Shoegaze-Band nach der Insel benannt hat. Seitdem ich sie im Pariser Glazart 2009 zum ersten mal sah, bin ich regelrecht süchtig nach ihrem melancholischen Dreampop. Hinzu kommt, daß die Bandmitglieder unglaublich nett und herzlich sind und immer ein Lächeln auf den Lippen tragen. Sängerin Karen Vogt hat es mir mit ihrem sehnsüchtig flehentlichen Gesang besonders angetan. Man merkt, daß das bei ihr aufrichtig gemeint ist, sie nicht schauspielert. Und Gitarrist Dave Olliffe hat schon in meinem Wohnzimmer musiziert, aber ich finde ihn nicht nur deshalb toll. Mit seinen melodischen Riffs schießt er mich regelmäßig auf den Mars.

Klar, daß ich kein Konzert von Heligoland verpassen will! Zu dumm nur, daß heute auch noch Peter Broderick in der Flèche d'or spielte und ich den Kerl auch auf keinen Fall auslassen wollte. Aber ich schaffte beides terminlich zu vereinbaren. Erst Peter Broderick und dann Heligoland im International. Dass ich die ersten beiden Songs der Australier versäumte war zu verschmerzen. Mit Nearness und Light Inside hatten sich mich nämlich schnell wieder rumgekriegt. Die Kombi aus dem wehklagenden Gesang von Karen und den unverschämt melodiösen und schönen Gitarrenparts von Dave wirkte besser als jedes Medikament und die traurige Musik verbesserte meine Laune schlagartig. Auch ein Jahr ohne Sonne, A Year Without Sunlight konnte meiner Psyche nichts anhaben, vor allem wenn es sich um ein famoses Lied von Heligoland handelt. Wahnsinn wie Karen mit ihrer berührenden Stimme die Seele massierte und Dave die Elektrische höher und höher stiegen ließ. Wie ein Heißluftballon, der sich immer weiter von der Erde entfernt. In solchen Momenten möchte ich am liebsten meine Euphorie rausschreien, wie ein Fußballspieler, der ein wichtiges Tor markiert hat. Vor meinem geistigen Auge laufen dann Bilder von Adlern ab, die majestätisch über die Felder gleiten und sich grenzenlos frei fühlen. Immer wieder fantastisch was Musik auf emotionaler Ebene anstellen kann. Und Heligoland drücken eben bei mir genau die richtigen Knöpfchen! Hach!



Wer Gelegenheit hat, die live zu viert auftretende Band in seiner Nähe zu sehen, sollte unbedingt da hin. Für meine Helden würde ich persönlich nämlich glatt nach Australien schwimmen. Aber das muss ich gar nicht, sie spielen ja oft genug in Paris und wer nicht grad um die Ecke wohnt, kann sich wunderbar mit ihrem neuen Album All Your Ships Are White trösten!



Setlist Heligoland, L'International, Paris:

01: Cabo De Gata
02: Kiss Kiss Bang Bang
03: Nearness
04: Light Inside
05. I'm In Love With A German Filmstar (The Passions Cover)
06: Mapping


Aus unserem Archiv:

Heligoland, Paris, 05.05.10
Heligoland, Paris, 17.02.10
Heligoland, Paris, 11.10.09
Heligoland, Paris, 02.09.09




Samstag, 12. Juni 2010

The Big Pink & Ghost Society, 11.06.10

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Konzert: The Big Pink & Ghost Society

Ort: La Machine du Moulin Rouge, Paris
Datum: 11.06.10
Zuschauer: nicht sehr viele, vielleicht 250? Und der Laden ist groß (Fassunsgvermögen etwa 1000)
Konzertdauer: The Big Pink 45 Minuten


Konzerte nach Mitternacht, das gibt es abgesehen von Festivalauftritten recht selten. Ich erinnere mich eigentlich nur an zwei andere Events dieser Art. 2009 spielten Vampire Weekend (auf dem Foto) zu nächtlicher Stunde ein fulminantes Konzert und 2006 traten die alten Säcke der New York Dolls im Olmypia auf, um ein schauderhaftes Konzert aufs Parkett zu legen.

Wie würde es heute werden? Und wie kam es überhaupt zu dieser ungewöhnlich späten Ansetzung? Nun, die Engländer The Big Pink hatten am Nachmittag die zweifelhafte Ehre, im Vorprogramm der absolut scheußlichen Muse im riesigen Stade de France aufzutreten und da bot es sich an, zu später Sunde noch einen Club Gig dranzuhängen. Eine feine Sache, zumal ich die aufstrebende Band noch nie live gesehen hatte und mir auch in letzter Minute ein Gästelistenplatz zugeschustert wurde. Ohnehin kostete die Veranstaltung nur faire 10 Euro und dafür wurde einem zudem die dänische Band Ghost Society auf dem Tablett serviert. Eine super Truppe, die bereits um Punkt Mitternacht anfing. Anfgeführt von der hübschen Blondine Sara Savery (auch Mitglied von People Press Play) bot die vierköpfige Band (in der heute der Franzose Simone von Exsonvaldes als Gastmusiker mitspielte) feinen IndiePop/Shoegaze, der mit ein paar richtig schönen Stücken gespickt war. Die Stimme der singenden Bassistin Sara hatte es mir besonders angetan und ihre Band Ghost Society ist der beste Beweis dafür, daß die dänische Musikszene zur Zeit hoch spannend ist!

Um 0 Uhr 35 waren die Nordeuropäer mit ihrem Set durch und die Zuschauer warteten nun ungeduldig auf den Beginn von The Big Pink. Der Start verzögerte sich aber ungewöhnlich lange. Erst nachdem man über eine Stunde tatenlos rumhing, ging der Vorhang um 1 Uhr 45 (!) endlich auf und vier überwiegend in schwarz gekleidete Musiker betraten die Bühne. Sofort fiel mir auf, daß eine Frau am Schlagzeug saß. Die zierlich aussehende Asiatin bewies in der Folge, daß sie mächtig Power hat und daß auch Frauen trommeln können, selbst wenn die Schlagzeugerin von GlasVegas mit ihrem stümperhaften Spiel in den letzten Jahren Negativwerbung für weibliche Drummerinnen gemacht hat. In der Mitte agierte ein Typ mit Muskel Shirt und einem ausgeprägten Bizeps. Es handelte sich um den Sänger und Gitarristen Robbie Furze (was für ein Name, der Plural von Furz!), der eine ähnliche Stimme wie der komische Typ von Kasabian hatte. The Big Pink gefielen mir aber deutlich besser als die Stadionrabauken von Kasabian, denn ihr Sound war kompromisslos, rauh, roh und pechschwarz. Parallelen zu A Place To Bury Strangers, The Jesus & Mary Chain, Black Rebel Motorcycle Club und den Stone Roses kamen mir in den Sinn, aber trotz der nur recht schwer erkennbaren eigenen Indentität, konnte ich dem Set so einiges abgewinnen. Die Band war tight, höllisch laut und berauschend. Erfreulicherweise war das Ganze auch gitarenlastiger als ich das im Vorfel vermutet hatte. Ich war davon ausgewonnen, daß die Keyboardparts eine dominante Rolle spielen würden, aber dem war glücklicherweise nicht so. The Big Pink feuerten die Songs ihres ersten Album A Brief History Of Love ab und hatten auch Platz für zwei neue Lieder im Set. Der Abschluß nach kurzen 45 Minuten ohne Zugabe dann aber wie zu erwarten mit dem Hit Dominos, der auch schon zu Werbezwecken verwendet (missbraucht?) wurde. "The girls falls like Dominos" traf zwar heute nicht direkt zu, aber zumindest rissen ein paar Mädels bei diesem Kracher euphorisch die Arme in die Luft.

Ein gutes Konzert, das um 2 Uhr 30 endete und zur Folge hatte, daß ich die letzte Metro verpasst hatte. Vergeblich wartete ich eine halbe Stunde lang auf ein freies Taxi und musste dann wohl oder übel den Heimweg zu Fuß antreten. Ich bin eine Stunde durch das nächtliche Paris gelatscht! Was ich nicht alles für Konzerte tue!

Setlist The Big Pink, La Machine du Moulin Rige, Paris:

01: Too Young To Love
02: At War
03: Velvet
04: Crystal Visions
05: Twilight
06: Tonight
07: Sweet Dreams
08: Dominos




Dienstag, 20. April 2010

The Besnard Lakes, Paris, 19.04.10

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Konzert: The Besnard Lakes

Ort: Bus Palladium, Paris
Datum: 19.04.2010
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft, etwa 250
Konzertdauer: 80-85 Minuten


Der Vulkanstaub über Europa fordert die ersten Konzertabsagen. Heute traf es die Schweden Shout Out Louds, die nicht wie geplant ihr ausverkauftes Konzert im Scopitone geben konnten. War mir persönlich allerdings schnuppe, denn ich hatte ohnehin den Gig der kanadischen Besnard Lakes rot im Kalender eingetragen. Und die Band aus Montreal trat auch wirklich an. Schon kurz vor Beginn der Show ließ sich der Sänger der vierköpfigen Truppe kurz auf der Bühne blicken und ließ mich heftig schmunzeln. Mit seiner langen lockigen Matte und der riesigen Fliegerbrille sah er aus wie Horst Schlämmer! Geil! Auch sein schwarzes Cowboy Hemd war cool. Der Abend würde super werden, soviel war jetzt schon klar!

10 Minuten später ging es mit heftigen Nebelschwaden im Bus Palladium los. Ein Club, der Kultstatus hat und schon seit Ewigkeiten existiert, allerdings erst seit kurzem wieder mit Konzerten begonnen hat. Gelegen ist er im puffigen Pigalle Viertel und auf dem Weg dorthin kam ich an den ältesten und ekelsten Huren vorbei, die man sich nur vorstellen kann. Ob Frank Ribery und seine Nationalmannschaftskollegen hier in der Gegend verkehren? Kaum vorstellbar, minderjährig ist hier keine von den Animierdamen, im Gegenteil...

Zurück zum Konzert. Das Begann so wie ich mir das erhofft hatte: höllisch laut und mit psychedelischen Gitarren. Mein Freund Philippe D. hingegen schien etwas enttäuscht. Er hatte in Zeitschriften Vergleiche mit den Beach Boys aufgeschnappt, aber so poppig wie Brian Wilson und seine Kumples klangen Leader Jace Lasek, seine Bass spielende Frau Olga Goreas, Gitarrist Richard White und Drummer Kevin Laing höchstens bei dem softesten Titel For Agent 13 (ein Highlight!). Stattdessen war ihr Sound schwer, manchmal fast metallisch und ohrenbetäubend. Die Stimme von Horst, ähem Jace klang einfach sensationell! Ließ er das Falsett ertönen, erinnerte er an Justin "Bon Iver" Vernon (Beispiel: Disaster), sang er trockener und tiefer, kam mir immer wieder Alan "Low" Sparhawk (And You Lied To Me) in den Sinn. Ohnehin konnte man mühelos zahlreiche heraushörbare Referenzen auflisten. Pink Floyd (Disaster), Led Zeppelin, ELO (Like The Ocean, Like The Innocent), aber auch Bands aus den Neunzigern wie My Bloody Valentine (Albatros), die Flaming Lips (Devastation) und Spiritualized oder die Band Of Horses (Chicago Train) und Black Mountain aus der Gegenwart. Dennoch klangen die Besnard Lakes völlig eigen. Ihre faszinierende Mischung aus 60ies Pop, psychedelischem Rock, Progrock und Shoegaze hatte etwa Berauschendes. Das Publikum, bestehend zur einen Hälfte aus den eher feisten und wenig stylishen Anhängern des Classic Rock und zur anderen Hälfte aus dem hübscheren Indievölkchen, hatte seine helle Freunde. Schade, daß nicht mehr Frauen da waren, der Männeranteil dürfte mindestens 70 % betragen haben! Wahrscheinlich sind die Besnard Lakes zu hart und zu wenig gezuckert für zarte Mädchenohren...

Für den weiblichen Charme musste also die Bassistin und Sängerin Olga sorgen. Verdammt cool, wie sie ihr Instrument hielt und immer mal wieder einen Arm in die Luft riss, um ihrem Feuereifer Ausdruck zu verleihen! Ihr Gesangespart war wesentlich ausgeprägter, als ich das erwartet hatte. Da ich nur im Besitz des hervorragenden zweiten Albums The Besnard Lakes Are The Dark Horse war, auf dem sie kaum (Ausnahme Because Tonight) trällern durfte, konnte ich nicht ahnen, daß sie nicht nur für die Backing Vocals zuständig ist. Albatross , ein Killersong, ging auf ihre (nicht vorhandene ) Kappe. Aber logischerweise hatte ihr Gatte dennoch den Löwenteil am Gesang. Und wie ein Löwe fletschte der langhaarige Heißsporn auch bisweilen die Zähne! Fast wie ein Heavy Metal-Musiker rockte er immer wieder wild ab und lieferte sich in einer spektakulären Szene ein headbangendes Duel mit seinem Weibe. Und wie hoch er mit seiner Stimme bei dem wunderbaren Chicago Train, kam, der Wahnsinn! Auch bei Disaster durchdrang seine Kopfstimme das Bus Palladium und der Song war sogar noch eine Zacken schärfer als Chicago Train.

Fast eine Stunde lang klopften die vier englischsprachigen Kanadier (sie leben in Montreal kommen aber von der Westküste) das Pariser Publikum windelweich, dann zogen sie nach einem epischen und mit Wucht vorgetragenen And You Lied To Me zum ersten mal Leine. Aber sie kamen wieder und legten noch einmal nach. Mit Rides The Rails schossen sie mich endgültig waidwund. Ein profund schöner Titel, der noch nicht den Schlußpunkt setzte. Nach heftigem Applaus kamen die vier Helden nämlich noch einmal wieder und hatten erst nach Capo* endgültig fertig.

Ein astreines Konzert einer famosen Band! Stark wie eine Flasche voll und nicht schwach wie eine Flasche leer!

Setlist The Besnard Lakes, Bus Palladium, Paris:

01: Like The Ocean, Like The Innocent Pt.
02: Devastation
03: For Agent 13
04: Glass Printer
05: Land Of Living Skies Pt.1: The Land
06: Chicago Train
o7: Albatross
08: Light Up The Night
09: And This Is What We Call Progress
10: Disaster
11: And You Lied To Me

12: Light Up The Night
13: Rides The Rails

14: Capo*

* Ich glaube das ist irgendein Kürzel. Ich denke sie haben On Bedford And Grand gespielt.



Donnerstag, 25. März 2010

Rockettothesky, Paris, 24.03.10

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Konzert: Rockettothesky

Ort: La Société des Curiosités, Paris
Datum: 24.03.2010 Zuschauer: etwa 30
Konzertdauer: ungefähr 1 Stunde



Der Abend des 24. März 2010 oder die Geschichte eines planlos durch die Stadt irrenden Konzertbloggers.


Weil ich mal wieder spät dran war und noch schnell unter die Dusche gehüpft bin, bat ich meine französische Frau, mir den Weg zur Société des Curiosités über das Internet herauszufinden. Nachdem ich mich abgetrocknet hatte, überreichte sie mir einen kleinen Zettel, auf den sie den Plan zu der mir bis dato unbekannten Location aufgemalt hatte. Normalerweise ist sie in diesen Dingen absolut zuverlässig, aber nachdem ich aus der mir von ihr indizierten Metrostation Voltaire ausgestiegen und eine Viertelstunde lang rumgeirrt war, merkte ich, daß der Plan nicht stimmen konnte.* Ich fragte etliche Passanten nach Rat, aber die allermeisten kennen sich in ihrer Stadt, auch in ihrer Nachbarschaft, überhaupt nicht aus. Vor allem die Araber in den Dönerbuden, die ich befragt hatte, zuckten in den meisten Fällen nur mit den Schultern, obwohl mein Ziel eigentlich gar nicht so unendlich weit entfernt war. Wahrscheinlich fangen sie morgens an, das fettige Fleisch runterzusäbeln und sind dann abends so platt, daß sie nie dazu kommen, sich in ihrer Umgebung umzusehen. Sie konnten mir alle nicht weiterhelfen. Nach einer langen Odysee, deren Details ich hier aus Zeitgrunden unterschlage, kam ich irgendwann zur Alimentation Génerale im Oberkampfviertel und fragte ein jungen Herrn am Empfang, ob er denn die Cité Industrielle und speziell la Société des Curiosités kennen würde. Er verneinte, suchte aber mittels einer Applikation auf seinem Iphone den Weg heraus und konnte mir die glückliche Botschaft überbringen, daß mein Zielort gar nicht mehr weit entfernt sei. Er kannte den Laden auch nicht, vermochte mir aber zumindest sagen, wie ich dahin komme. Uff! Mit fast 50 (!) Minuten Verspätung erreichte ich die mir angegebene Straße. Es war eine kleine dunkle Gasse ohne Publikumsverkehr. Eine reine Wohnstraße, keine Bars oder dergleichen, was für Oberkampf sehr ungewöhnlich ist. Als ich schließlich vor der gesuchten Nummer 9 stand, sah ich aber nur ein Privatgebäude. Ich trat ein und befand mich auf einem Privatinnenhof. Nein, hier konnte das wirkich nicht sein! Abmarsch und wieder zurück zum Anfang! Eine offensichtlich betrunkene Frau schnorrte mich um Zigaretten an, da ich aber seit Jahren nicht mehr rauche, wies ich sie ab. Die Gute konnte ich wahrlich nicht fragen, wo denn nun diese verfluchte Société des Curiosité war. Dann sah ich plötzlich ein trendiges Indiegirl vor einer einen Spalt weit geöffneten Stahltür ohne Schild stehen. Ich sprach sie an und sie erklärte mir, daß dies der Eingang zum Konzertraum sei. Das Problem war bloß, daß drinnen schon gespielt wurde und der Eingang direkt neben der improvisierten Bühne vorbeiführte. Ganz leise und mit Samtpfötchen stießen wir die Tür auf und setzen uns sofort auf einen der Stühle. Wie ich hinterher erfuhr, hatte ich nur zwei Lieder verpasst. Der Laden war fast komplett agedunkelt und die Gäste nur schemenhaft zu erkennen. Saucool, dieses Ambiente! Fast wie in einem besetzten Künstlerschuppen. An den Seiten standen überall riesige Regale und es gab auch lederne Clubsessel und moderne Designerstühle. Die Bühne war ebenfalls nur spärlich beleuchtet. Jenny Haval aka Rockettothesky spielte mit zwei Begleitmusikern. Die blonde Norwegerin hatte einen schicken Kurzharrschnitt à la Sean Seberg und sang atemberaubend schön. Ihre Stimme schien zu schweben, sie erfüllte wie auf Flügeln getragen den mucksmäuschen stillen Raum. Gesanglich gab es gewisse Parallelen zu Mariee Sioux oder Marissa Nadler, aber das Kehlchen von Jenny war noch lieblicher, noch luftiger, ja noch schöner! Das Paradies auf Erden schien so nahe. Die zwei männlichen Musiker spielten Akustikgitarre (oft mit Geigenbogen) und so abenteuerliche "Instrumente" wie eine Zange, oder (schon deutlich normaler) Glöckchen und diverse Percussions.

Der Vortrag war so unbeschreiblich schön, daß ich dahinschmolz. Mit Grizzly Man bescherte mir Rockettothesky einen der wundervollsten Songs, den ich je in meinem Leben gehört hatte! Ich glaube er nimmt Bezug auf einen Film (den ich allerdings nicht gesehen habe). Er stammte genau wie Oh, Anna und Mothering Silence von ihrem Alum Medea (2008). Von ihrem 2006 er Werk To Sing You Apple Trees spielte sie hingegen gar nichts. Stattdessen gab es zahlreiche Neuheiten, die auf einem neuen, noch nicht veröffentlichen dritten Album enthalten sein werden. Nach den heutigen Kostproben ist davon auszugehen, daß auch dieses Opus famos werden wird!

Der Stil von Rockettothesky ist nicht so leicht zu kategorisieren, sie selbst spricht von A'Capella/Trance/Shoegaze, aber es gab auch wavige und folkige Elemente.

Ich war jedenfalls restlos begeistert und will die hochtalentierte Fru unbedingt für eine Oliver Peel Session gewinnen. Drückt mir die Daumen, daß daraus etwas wird, der erste Kontakt ist schon hergestellt!

Setlist Rockettothesky, Société des Curiosités, Paris:
01: Engines In The Sky
02: Golden Locks
03: Milk Of Marrow
04: Mothering Silence
05: Grizzly Man
06: Oh, Anna
07: How Gentle To Go Swimming
08: To Camelot
09: Blood Flight


* dies war aber nicht ihre Schuld, sondern des Internetseitenbetreibers, der einen völlig falschen Plan indiziert hatte.



Samstag, 9. Januar 2010

Kim Novak, Paris, 08.01.10

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Konzert: Kim Novak

Ort: La Flèche d'or, Paris

Datum: 08.01.2010
Zuschauer: etwa 150
Konzertdauer: ungefähr 45 Minuten


Chronique en français en fin d'article!


Ein weißbärtiger Grantler aus Trier hat einst (1848) das kommunistische Manifest geschrieben. Mehr als 160 Jahre später sind die Auswirkungen seiner und Engels Thesen auch in westlichen Industrienationen noch omnipräsent. Ganz am Ende der 1970 er Jahre legten vier lichtscheue Jungs aus Manchester mit dem Album Unknown Pleasures nach und schufen das inoffizielle depressive Manifest. Die unbekannten Freuden die man beim Hören dieses sinistren Werkes erfahren durfte, bestanden hauptsächlich darin, daß man saumäßig niedergeschlagen und deprimiert war und sich dennoch am morbiden Sound berauschte. 30 Jahre später sind die Auswirkungen der depressiven Weltsicht von Ian Curtis und Co. immer noch omnipräsent. Unzählige Bands in der ganzen Welt kopieren den Stil von Joy Division (auf dem oberen Foto) und die Sänger dieser Kapellen haben immer einen dermaßen traurigen Gesichtsausdruck drauf, als hätte man ihnen den Lolli geklaut. Auch die aus der Normandie stammenden Franzosen Kim Novak klangen auf ihrem ersten Album Luck & Accident (Talitres, 2007) mehr oder weniger stark nach Joy Division. Damit soll nun Schluß sein und deshalb findet man auch auf der offiziellen Webseite der Band folgendes Statement: "Ce second opus marquera la volonté du groupe de s'affranchir des codes qui l'ont lié aux fantômes new wave". - Mit dem zweiten Album möchte sich die Band von dem zu eng gewordenen Korsett des New Wave befreien.

Ein Aufbruch also, eine Neuausrichtung nach dem Abgang des Gitarristen Hairday, der aus dem Quartett ein Trio machte. Am 6. Januar konnte ich im Pariser International schon einmal hören, wie der neue Stil klingt, allerdings auf Anhieb nicht wirklich beurteilen, wie gut die Songs des in diesem Jahr erscheinenden zweiten Albums sind.

Nach dem heutigen Sensationskonzert in der Pariser Flèche d'or sehe ich wesentlich klarer. Die neuen Lieder sind allesamt Granaten mit enormen Hitpotential und ziehen live auf Anhieb unfassbar gut! Früher schauten die Zuschauer bei Konzerten der spindeldürren Franzosen immer nur andächtig auf die Bühne, heute aber tanzten vor allem die Mädels ausgelassen zu den zackigen Rhytmen von Instant Hits wie Not So Sure oder Step In Free. Der Sound ist direkter geworden, tighter, alles ist mehr auf den Punkt gespielt. Statt nach Joy Division klingen Kim Novak nun eher nach The Velvet Underground. Zeitlich ein Schritt zurück, aber für die Band ein klarer Schritt nach vorne!

Hervorzuheben auch das perfekt geölte Zusammenspiel des Powertrios aus Caen. Sie spielen inzwischen wie aus einem Guß, machen kaum noch Fehler und haben ein technisches Niveau erreicht, mit dem sie sich mit internationalen Größen wie Franz Ferdinand oder den Strokes messen können. Seit Jahren gehe ich nun auf Konzerte aller Art und habe sowohl etablierte Gruppen in großen Hallen, aber auch Newcomer in kleinen Schuppen gesehen und da merkt man irgendwann auch als Nichtmusiker wer es drauf hat. Kim Novak haben es drauf und wie! Rasierklingenscharf die Bassläufe von Ugo, wuchtig und explosiv die Schlagzeugsalven des jungen Heißsporns Nicolas und greinend und nahegehend wie nie zuvor die Klagegesänge des Leaders Jérémie.

Was soll ich noch sagen? Konzert des Jahres ganz klar! Ha, es ist der 8. Januar, was? Na und? Würde mich nicht wundern, wenn dieser schaurig-schöne Auftritt auch am 31. Dezember noch ganz oben stehen würde. Kim Novak haben mich ungespitzt in den Boden gerammt und mich berauscht zurückgelassen. Wenn sie dieses Jahr nicht den Durchbruch schaffen, fress ich 'nen Besen! Spitze!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Setlist Kim Novak, La Flèche d'or, Paris, 2010:

01: Falling Apart
02: Lost At Play
03: Not So Sure
04: Severine
05: Love Affair
06: In The Land Of
07: Step In Free
08: New York
09: Cold Laws
10: Crystal
11: Somebody New

Pour nos lecteurs français:

Kim Novak sont de retour! Enfin! Le groupe caennais à l'âme sombre est désormais un trio et de passage à Paris pour trois dates afin de tester les nouveaux morceaux du deuxième album, à paraître dans le courant de l'année 2010. Aujourd'hui ils envahissent la Flèche d'or, salle qu'ils connaissent très bien puisqu'ils ont joué ici à plusieurs reprises. Mais la Flèche d'or a changé et fait peau neuve depuis sa réouverture récente. Pareil pour Kim Novak, un son neuf pour ne pas refaire deux fois de suite le même album. Logiquement ils déclarent sur leur blog officiel: "Ce second opus marquera la volonté du groupe de s'affranchir des codes qui l'ont lié aux fantômes new wave." Et ils tiennent parole. Sans changer radicalement leur identité et leur univers toujours sombre et melancolique, ils ont écrit des morceaux plus directs, plus bruts, plus rentre-dedans et plus dansants. Je les écoute en live aujourd'hui pour la deuxième fois (après leur prestation du 6 janvier à l'International) et je peux d'ores et déjà confirmer qu'il y aura de veritables tueries sur ce deuxième album produit par Frans Hagenaars (Alamo Race Track)! Not So Sure sonne comme le meilleur des Velvet Undergound revisité par trois types super sympathiques de Normandie, Severine (encore un clin d'oeil au Velvet?) brille par une douce melancolie, dont ils ont toujours la recette et Step In Free a un groove tout simplement irrésistible qui fait danser les belles filles dans le public. Preuve que la nouvelle formule est plus efficace et remuante en live qu'auparavant. Tout en restant authentiques ils savent désormais mieux comment chauffer une salle et connecter avec leur public. Quelques petits gestes du formidable bassiste Ugo suffisent pour que les gens tapent dans les mains et participent. C'est aussi Ugo qui clame plusieurs fois New York City avant que ce tube que je connaissais déjà dans une autre version depuis fin 2008, soit entonné et ramasse tout! Cold Laws ensuite pourrait facilement sortir en single avec son riff cinglant et son accélération de folie et un Jérémie qui devient quasiment extatique vers la fin. Un morceau splendide, peut-être le meilleur que le groupe ait jamais écrit.

Que du bon donc, dans un set truffé des pepites et éxécuté avec une maîtrise technique parfaite. Rares sont les groupes français tellement bien rodés, carrés et puissants, pouvant facilement rivaliser dans ce domaine avec des groupes internationaux tels que les Strokes, Franz Ferdinand ou Interpol.

Kim Novak finissent par un de mes morceaux préferés. Ce que j'adore chez Somebody New c'est le changement d'ambiance. Commençant d'une manière assez gaie et lumineuse (enfin on se comprend, pour un groupe noir comme Kim Novak!) le style change à mi-morceau pour devenir toujours plus ombrageux et menaçant avant de s'achever dans un final des plus noisy!

Un concert époustoufflant! Mortel !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Aus unserem Archiv:

Kim Novak, Paris, 06.01.10
Kim Novak, Paris, 19.09.08
Kim Novak, Paris, 18.06.08
Kim Novak, Paris, 02.11.07
Kim Novak, Paris, 22.09.07
Kim Novak, Paris, 17.07.07
Kim Novak, Paris, 02.05.07
Kim Novak, Paris, 12.10.06

Links:

- Der Blog von Kim Novak, klick!

- Der Videokanal von Kim Novak bei YouTube, klick!
- Video live:Kim Novak Cold Laws @ La Flèche d'or, Paris, klick!





 

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