Montag, 6. Juni 2016

Robert Forster, Barcelona, 04.06.16


Konzert: Robert Forster
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona (CCCB)
Datum: 04.06.2016
Dauer: 38 min
Zuschauer: ein paar hundert



Als einige Minuten vor dem Konzertbeginn von Robert Forster noch im Halbschatten rumdämmerte, sagte der Australier, der seit ein paar Minuten auf der Bühne stand, daß er jetzt anfange. Die angesetzte halbe Stunde am Samstagnachmittag reichte dem Sänger der Go-Betweens wohl nicht. Genausowenig war er mit der Idee des Festivals einverstanden, seinen Zusatzauftritt solo und mit akustischer Gitarre zu bestreiten. "Ich habe eine Band dabei, also spiele ich auch mit der." 


Seit wir zum Primavera fahren, sind die Konzerte außerhalb des Festivalgeländes am Samstag und Sonntag ein wirkliches Highlight. In den vergangenen Jahren fanden diese Nachmittags-Shows in einem Park statt. Als es im Vorfeld dieser Ausgabe hieß, statt im Grünen müssten wir jetzt in den Höfen rund ums Museum für zeitgenössische Kunst (MACBA) Bands gucken, klang das nach einer Verschlechterung. Die beiden Bühnen im Parc de la Ciutadella sind unerreicht, aber die neue Lösung im CCCB (Centre de Cultura Contemporània de Barcelona)ist wirklich auch nicht schlecht. In den beiden Innenhöfen sind Bühnen aufgebaut (Daypro und Martini), eine dritte befindet sich im Theatersaal des CCCB. Alles ist unmittelbar nebeneinander und angenehm luftig organisiert. Die Bands spielten am Nachmittag jeweils 30 Minuten, jeweils abwechselnd. Nur Robert Forster mochte sich eben nicht an diese Vorgaben halten und begann bereits acht Minuten früher.



Der Australier hatte vier Musiker dabei: seine Frau Karin Bäumler an der Violine, Schlagzeuger Chris O'Neill und die beiden Gitarristen bzw. Bassisten Luke McDonald und Scott Bromiley. Das Lied, das ich zunächst noch für den Soundcheck hielt, war eines von Roberts Soloalbum Songs to play von 2015 (Learn to burn). Später spielte er auch noch I can do von einer früheren Platte, der Rest der Songs stammte von den Go-Betweens


Und wie toll die waren! Draining the pool for you oder Clouds oder Surfing magazines. Wow! Je länger das kurze Konzert dauerte, umso mehr bedauerte ich, nicht auch seinen Auftritt am Freitag im Auditori gesehen zu haben. Bei mehr als 80 Bands pro Tag kann man nicht immer alle Künstler sehen, die einen wirklich interessieren. Umso schöner, daß ein paar von denen dann auch noch einmal nachmittags spielen. 

Ganz oft habe ich am Wochenende gelesen, wie großartig daß Primavera besonders deshalb ist, weil es oft komplett anders als andere Festivals bucht. Wer John Carpenter oder Brian Wilson zur besten Zeit auf den großen Bühnen auftreten lässt, verdient jedes Lob! Und der bucht dann eben auch Suede oder Mudhoney (die mir egal sind) für Gratis-Konzerte außerhalb des eigentlichen Programms oder eben musikalische Perlen wie den zusätzlichen Auftritt von Robert Forster!


Wo gibt es das schon, daß eines der besten Konzerte des Wochenendes mittags um drei ganz woanders stattfindet?

Setlist Robert Forster, Primavera Festival, Barcelona:

01: Learn to burn
02: Head full of steam (The Go-Betweens)
03: Born to a family (The Go-Betweens)
04: Draining the pool for you (The Go-Betweens) 
05: I can do
06: Clouds (The Go-Betweens)
07: Surfing magazines (The Go-Betweens)
08: Too much of one thing (The Go-Betweens)



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