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Donnerstag, 31. März 2011

Arbouretum, Paris, 28.03.11

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Konzert: Arbouretum & The Last Morning Soundtrack

Ort: La Maroquinerie, Paris

Datum: 28.03.2011
Zuschauer: höchstens 70 (Kapazität Maroquinerie 500), schade!
Konzertdauer: Arbouretum etwa 75 Minuten



Saftiger, steinschwerer, psychedelischer Bluesrock. Mit dem Stil der Amerikaner Arbouretum konnten Mädchen anscheinend nichts anfangen, denn das sehr spärlich erschienene Publikum bestand zu 85 Prozent aus Männern. Typen mit Vollbärten und wuscheligen Haaren, also genau passend zum Look der Band, die auf der Bühne stand, bevölkerten die Maroquinerie an jenem Montagabend.

Drei Besucher jenseits der vierzig waren besonders wild drauf und tanzten in der ersten Reihe unermüdlich zu den staubtrockenen Rhythmen von Arbouretum (nicht zu verwechseln mit Arborea! ) ab. Sie schienen wie in Trance, rissen die Hände nach oben, spielten Luftgitarre, bewegten sich headbangend vor und zurück und hüpften rum, als hätten sie Sprungfedern unter den Füßen. Man konnte von Glück reden, daß diese drei Komiker heute da waren, denn ansonsten wäre die gespenstische Leere in der Maroquinerie noch wesentlich deutlicher aufgefallen. Vielleicht gab es zu viele Konkurrenzveranstaltungen, in anderen Locations spielten u.a. die Shout Out Louds, Miles Kanes (der von den Rasclas und den Last Shadow Puppets), oder auch Immanu El.

Aber sei's drum, wir Männer ließen uns den Spaß an Arbouretum nicht nehmen. War irgendwie auch mal schön, ohne die ganzen heißen Weiber im Publikum, ein richtig zünftiger Herrenabend, so wie man (n) ihn öfter veranstalten sollte. Was wollen wir denn auch eigentlich mit den Weibern? Sollen sie doch shoppen gehen, oder sich die Augenbrauen zupfen, diese arroganten Ziegen!

Wir ließen es uns unterdessen heute richtig besorgen. Das Schlagzeug knallte tonnenschwer, die Gitarren jaulten bluesig, die Orgel klimperte hypnotisch und Sänger Dave Heumann hatte eine wirklich geile Stimme. Die Amis klangen ein wenig wie die frühen (und tollen!) Black Keys, oder auch die Gutter Twins. Oft gab es minutenlange Gitarrensoli (wer mag sowas nicht? haltet eure verfluchten Schnautzen, ihr habt keine Ahnung!), brachiale Schlagzeugsalven und Lieder, die anscheinend nie enden wollten. Die Band steigerte sich regelrecht in hypnotische Zustände, rockte was das Zeug hielt und stachelte vor allem unsere drei Komiker in der ersten Reihe saumäßig auf. Heavy, trocken, laut, genauso muß guter Rock klingen. Über eine Stunde ging das so, immer roh, immer wuchtig, bevor mit einer herzerweichenden Ballade abgeschlossen wurde.... kam keine Spur kitschig rüber, sondern balsamierte vielmehr die geschundenen Seelen der geplagten Großstädter, die einmütig mit der Zunge schnalzten und allesamt angaben, ein starkes Konzert gesehen zu haben, das ohne Zugabe dafür aber mit Umarmungen der drei Komiker seitens des Drummers endete.

Bewundernswert, daß die Band gespielt hat, als sei der Raum richtig voll gewesen. Sie gaben wirklich alles und das kann man neben dem hochkarätigen Set gar nicht hoch genug einschätzen!

Gut auch die Vorgruppe The Last Morning Soundtrack aus der französischen Bretagne. Arrangements aus Samt und Seide, wundervolle Harmonien zwischen Akustikgitarre, Piano und Cello und ein wehklagender Gesang, der an Damien Rice oder Chris Garneau erinnerte. Von denen wird man noch hören! Ihr erstes Album ist gerade erst erschienen.

Setlist Arbouretum, La Maroquinerie, Paris, siehe Foto.



Freitag, 26. November 2010

Tokyo Police Club & Trumans Water, Paris

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Konzerte: Tokyo Police Club & Trumans Water
Orte: La Maroquinerie & L'International
Datum: 25.11.2010
Zuschauer: jeweils recht viele, aber es gab noch Luft zum Atmen

Konzertdauer: Tokyo Police Club 75 Minuten


Im November geht konzerttechnisch so tierisch die Post ab, daß man als Gigfreak gar nicht mehr weiß, wo man denn nun hingehen soll. Allein am heutigen 25. November gab es schon wieder ein nahezu unüberschaubares Programm in Paris. Two Door Cinema Club im Olympia, Foals im Elysée Montmartre, Imogen Heap im Divan Du Monde, My Bee's Garden in der Flèche d'or, Eliza Doolittle (die neue Lily Allen) chez Moune, Poney Express im Reservoir, Battant im Point Ephémère, OMD im Casino de Paris, Phantom Buffalo & Truman Water im International und Tokyo Police Club in der Maroquinerie.

Am meisten interessierten mich die beiden letztgenannten Konzerte. Aber beide gleichzeitig gucken ging wohl schlecht, oder? Ich entschied mich also für Phantom Buffalo und Trumans Water im International. Als ich dort ankam, spielte aber erst noch der Kanadier Moran und der war enorm zäh und lahm. Um viertel vor zehn hatte er immer noch nicht fertig. Ich langweilte mich wie Sau. Da kam plötzlich mein Freund Yves angeschneit, der mir erzählte, daß Tokyo Police Club in der nicht sehr weit entfernten Maroquinerie erst um 22 Uhr 10 angesetzt waren. Spontan wie ich bin, verließ ich kurzerhand das International, setzte mich in den blöden Bus und fuhr den Berg Richtung Maroquinerie hoch. Ein Ticket oder einen Gästelistenplatz für die Show hatte ich nicht, aber man ließ mich trotzdem umsonst rein, schließlich bin ich Oliver Peel!

Drinnen angekommen, sah ich noch das Ende des Sets der Engländer Little Comets. Sie spielten sehr frisch, flott und Laune machend auf. Ihr Sound war typisch für die ganzen jungen britischen Bands der 2000er Jahre. Hibbeliger Punk-Pop, absolut tanzbar, melodisch und catchy. Vergleiche zu den Good Shoes, Los Campesions! Maccabees etc, drängten sich förmlich auf, aber es gab auch einen gewissen Afro-Einschlag à la Vampire Weekend zu bemerken. Mit One Night In October hatten sie zudem einen veritablen Indie-Hit zu bieten.

Nicht schlecht also, diese Little Comets! Wir werden noch von ihnen hören.

Etwa zwanzig Minuten später dann der Einmarsch von Tokyo Police Club. Das unglaublich junge und in den meisten Fällen weibliche Publikum war entzückt, als der schelmisch grinsende Bandleader Dave Monks die Bühne betrat. Ein lustiger, absolut sympathischer Typ, der mit seiner verschmitzten Art extrem gut ankam. Er wirkt wie der typische Slacker, so etwa wie ein Thurston Moore in jung. Ich könnte mir gut vorstellen, daß er in zwanzig Jahren fast noch genauso aussieht. Auf jeden Fall hatte er sich kaum verändert, seitdem ich ihn im Februar 2007 das erste Mal mit seiner Band gesehen hatte...

Seit 2007 ist viel Zeit ins Land gegangen. Die erste EP von Tokyo Police Club, A Lesson In Crime und auch das erste richtige Album Elephant Shell habe ich seitdem immer mal wieder mit Freude laufen lassen,
mit dem neuen Werk bin ich allerdings noch nicht vertraut. Von Champ (2010) kannte ich rein gar nix. Das war bei dem jungen Publikum in der Maroquinerie anders. Vor allem die Mädels sangen die Parolen komplett mit. Manche hatten ein Dauerginsen im Gesicht, daß bis zum Ende des Konzertes anhielt. War ja auch wirklich unterhaltsam, dieses flott abgeschossene Set der Kanadier! Da wurde nicht lange gefackelt und gezaudert. Stattdessen haute einem die Band die melodiösen Gittarenhits nur so um die Ohren und die Zeit verging wie im Fluge. Bei mir persönlich gab es immer wider aha- Momente, wenn die alten Sachen wie Tesselate oder Be Good geschmettert wurden, aber gegen Ende machte ich auch Anhieb einen Kracher vom neuen Album aus: Boots Of Danger. Eine Nummer, die auch die Strokes nicht besser hinbekommen hätten! Lässig aus der Hüfte geschossen, ungemein euphorisierend und mit einem Refrain ausgestattet, den man nicht mehr vergisst ("wait up, you never get nervous anymore"). So lange Julian Casablancas und Co. Tokyo Police Club die Bühne überlassen, vertrösten wir uns gerne mit so einem natürlichen Stimmungaufheller!

Die einzige Zugabe dann auch noch einmal ohrwurmig: Cheer It On ("operator give my the president of the world! this is an emergency!") hatte nichts von seiner Anziehunsgkraft verloren und begeisterte mich noch genauso wie im Februar 2007! An Christoph: Heute wurde seit langer Zeit mal wieder ausziehen (à poil) und David Bowie reingerufen!



Setlist Tokyo Police Club, La Maroquinerie, Paris:
01: Favorite Colour
02: Nature Of The Experiment
03: Graves
04: Top 5
05: Spark
06: In A Cave
07: Tessellate
08: Hands Reversed
09: Big Difference
10: Not Sick
11: Be Good
12: Bambi
13: Favourite Food
14: Citizens Of Tomorrow
15: Breackneck Speed
16: Wait Up (Boots Of Danger)
17: Your English Is Good

18: Cheer It On

Im Anschluß an die Show von Tokyo Police Club ging es für mich gleich munter weiter. Ich nahm meine Beine unter den Arm und rannte in einem Affenzahn den Berg der Rue de Menilmontant runter. Ich wollte ja schließlich noch ins International. Konzertjunkies wie ich kriegen schließlich nie den Hals voll genug. Vor der Tür des International hingen noch Freude und Bekannte von mir ab, die bei Labels oder Bookingagenturen arbeiten. Wenn solche "Profis" vor Ort sind, verheißt das oft ein Konzert für Insider. Ich war gespannt, schlug die Tür auf und hoppelte die Treppenstufen zum Kellgergeschoß runter, wo die Gigs hier stattfinden. Schon etwas angegraute Musiker spielten noisige, aggressive und hundsgemeine Indiesongs mit Hardcore Einschlag. Die Meute war aufgestachelt und johlte. Anscheinend kannten sie alle Trumans Water und hatten sich keineswegs zufällig hierhin verlaufen. Unter den Gästen war auch mein Freund Pascal, der die Band in den 1990er Jahren einmal in einem besetzten Schuppen im 12. Pariser Arrondissement gesehen hatte. Heldenhafte Dinge erzählte er von dieser kultigen Show, was meine Neugierde noch weiter anstachelte.

Dummerweise hatte aber mein Abstecher in die Maroquinerie so viel Zeit gekostet, daß ich nur noch die letzten beiden Lieder des Sets zu hören bekam. Plötzlich kam es zu einem lautstarken Wortwechsel zwischen dem Sänger von Trumans Water und einer Zuschauerin in der ersten Reihe. Sie gifteten sich auf englisch an und er gestikulierte im Stile eines John McEnroe, wenn dieser nicht mit dem Schiedsrichter zufrieden ist. Ich denke aber, es war nur Spaß, denn kurze Zeit später grinste der Heißsporn schon wieder. Normalerweise gibt es im International selten bis nie Zugaben, aber heute war das anders. Motiviert durch die am Ende Pogo tanzenden Zuschauer, verlängerten Trumans Water ihren Auftritt um satte 15 Minuten und drei bis vier Lieder. Was gespielt wurde, konnte ich beim besten Willen nicht sagen, da ich mich mit der Diskografie der Band null auskenne. Berichten kann ich allerdings, daß die Leute weiterhin abpogten wie verrückt und damit die aufgepeitsche Atmosphäre weiter verstärkten. Dann war aber wirklich Schluß.

Am Merch gab es einen reichen Gabentisch mit allerlei CDs und Vinylplatten der Band zu bewundern. Trumans Water haben mehr als ein Dutzend CDs veröffentlicht, darunter eine Peel Session (nein, keine Oliver Peel Session)! Mein Freund Pascal schlug wie immer herzhaft zu und trug 3 CDs und eine sehr schön aufgemachte Platte (das neue Werk O Zeta Zunis) aus dem Laden.

Eine coole Sache! Ist was für Fans von Sebadoh, Wire, Sonic Youth, etc. Pussies draußen bleiben!

Setlist Trumans Water, L'International, Paris:

01: ?
02: ...own Bo..
03: Janellopy
04: We Fish
05: 5-7-10 Split
06: 665
07 Bev Toxin
08: ... New Rise + Fall
09: Long End Of A Firearm
10: Gibraltar
11: Sorry About The Blood


Ausgewählte Konzerttermine Trumans Water:

27.11.2010: Friese, Bremen
28.11.2010: Magasin 4, Brüssel
30.11.2010: Bang Bang Club, Berlin
01.12.2010: Kiel, Schaubude

Aus unserem Archiv:

Tokyo Police Club, Latitude-Festival, 16.07.10
Tokyo Police Club, Brüssel, 05.06.08
Tokyo Police Club, Frankfurt, 25.06.07
Tokyo Police Club, Köln, 25.02.07
Tokyo Police Club, Köln, 25.02.07
Tokyo Police Club, Paris, 16.02.07



Donnerstag, 25. November 2010

Teenage Fanclub, Paris, 24.11.10

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Konzert: Teenage Fanclub
Ort: le Point Ephémère
Datum: 42.11.2010
Zuschauer: seit langem ausverkauft
Konzertdauer: 100 Minuten






Teenage Fanclub hätte ich auch gern gesehen. Es hat mich aber niemand eingeladen, so daß ich ins Espace B getigert bin, wo wesentlich jüngere Leute knackfrisch aufspielten (Bericht folgt). Aber meine Freundin Uschi war da und hat mir freundlicherweise die Setlist mitgebracht. Ihr einziger Kommentar zum Konzert: "Es war sehr laut!" Aber ist das gleichbedeutend mit gut? Das müsste sie mir schon noch einmal genauer sagen. Konzertfotografenzar Robert Gil hat jedenfalls keine Herzchen verteilt. Aber er steht ja auch nicht so auf College-und Indierock. Kürzlich hat er mir mal verraten, daß er noch nie etwas mit Pavement anfangen konnte und Built To Spill begeistern ihn auch nicht. Sehe ich logischerweise ganz anders. Wie auch immer hier ist die

Setlist Teenage Fanclub, Point Ephémère, Paris (vieln Dank an Uschi!):

01: Start Again
02: Soetimes
03: The Past
04: It's All In My Mind
05: Don't Look Back
06: Baby Lee
07: Verisimilitude
08: Star Sign
09: I Don't Want Control Of You
10: About You
111: Mellow Doubt
12: Shock and Awe
13: When I Still Have Thee
14: I Need Direction
15: Your Love Is The Place
16: Sparky's Dream
17: The Concept

18: Sweet Days Waiting
19: Did I Say
20: Can't Feel My Soul
21: What You Do To Me
22: Everything Flows

Anmerkung: Das Foto stammt von Christoph und entstand vor ein paar Monaten in New York; das obige schöne Video hat Uschirocksparis gemacht. Danke!

Aus unserem Archiv:

Teenage Fanclub, New York, 30.09.2010


- tolle Fotos Teenage Fanclub @ Point Ephémère Paris bei Robert Gil. Klick!


Mittwoch, 24. November 2010

The National, Paris, 23.11.10

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Konzert: The National

Ort: 'L'Olympia, Paris
Datum: 23.11.2010

Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: fast 100 Minuten



Un concert somptueux, magistral et renversant! Dans vingt ans on va se dire: The National 2010 à l'Olympia: "J'y étais!"


Boah, ey! Alter! Der Hammer!

Aber formulieren wir doch etwas gewählter: Das Konzert von The National im legendären Pariser Olympia war einfach atemberaubend gut! Eine epische, absolut denkwürdige, ja lebensverändernde Show, von der man 20 oder 30 Jahre später sagt: "ich war dabei".

So etwas sieht und hört selbst ein Konzertjunkie wie ich sehr selten. Brillanter Sound, ein stimmlich bestens aufgelegter Matt Berninger, Bläser die mich in den siebten Himmel tröten, postpunkige Gitarren, die melodisch schrammelig klirren, das es eine helle Freude ist, ein stakkatisches Schlagzeug, das fast 100 Minuten lang fehlerlos hämmert und Hits über Hits! Wer da noch ein Haar in der Suppe findet, dem ist wirklich nicht zu helfen. Und Matt war nicht nur stimmlich sensationell, sondern auch in den Pausen zwischen den Liedern erstaunlich gesprächig, heiter, fast selbstsicher. Wenn er sich aber das Mikro griff, agierte er urplötzlich wieder wie ein Besessener. So wie heute ist er noch nie ausgerastet! Zum Standarprogramm gehörte bisher, daß er bei Squalor Victoria und Mr. November seine elegante Zurückhaltung aufgibt und rumbrüllt wie ein Gestörter. Heute aber tat er das aber bei sehr vielen Songs und es wirkte noch nicht einmal aufgesetzt oder einstudiert. Matt Berninger also der legitime Thronfolger von Ian Curtis. Gänsehaut pur!

Musikalisches Highlight? Ganz klar der postpunkige Killersong Available (Album Sad Songs For Dirty Lovers), der mich förmlich wegfegte. Schönster Moment? Die akustische Zugabe Vanderlyle Crybaby Geeks, bei der mir die Trompete emotional so sehr zusetzte, daß ich Sternchen sah.

Morgen mehr. Stay tuned!

So. Wer will mehr? Diejenigen, denen die Zusammenfassung reicht, lesen bitte nicht weiter, für die anderen gibt es zusätzliche Details:

Dienstag, der 23. November in Paris. Ein grauer Tag, wie so oft in den letzten Wochen. Zu Hause lasse ich High Violet laufen, das aktuelle Album von The National. Ich komme erneut zu der ernüchternden Erkenntnis, daß dieses Werk nur gehobener Durchschnitt ist. Vier Songs, Runaway, Anyone's Ghost, Conversation 16 und Afraid Of Everyone ragen heraus, der Rest ist eher fad. Mir fehlen ganz einfach die Gitarren und alles ist zu glatt und harmonisch durcharrangiert. Ich fühle mich müde und niedergeschlagen, wie so oft in den letzten Jahren. Zum Glück gibt es Konzerte. Wenn sie gut sind, verfliegt meine Schwermut, bin ich mich endlich wieder unbeschwert und frei. Ob mir der Gig von The National heute abend angenehme Gefühle bereiten , mich aufbauen wird? Ein wenig skeptisch bin ich schon, zumal Christoph kürzlich nicht gerade schwärmerisch vom Konzert in Neu-Isenburg berichtet hat. Aber das Olympia ist nun einmal nicht die Hugenottenhalle. Ohne die Neu-Isenburger beleidigen zu wollen: das Olympia ist eine ganz andere Hausnummer. In diesem legendären Saal traten schon Piaf und Brel auf und von Jeff Buckley und vielen anderen Größen gibt es Live-CDs, die dort entstanden sind. Ob es wohl auch eine CD/DVD The National live à L'Olympia geben wird? Vieles spricht dafür, denn heute sah man überall aufgebaute Kameras am Bühnenrand. Sie werden dokumentieren, was ich und etwa 2500 andere Fans gehört und gesehen haben. Eine fantastische Show, die in die Geschichte eingehen wird...

Es beginnt bereits sehr vielversprechend. Um 20 Uhr 50 gehen die Lichter aus und die Band tritt auf die Bühne. Schon beim ersten Lied, der Ballade The Runaway, wird klar, daß nichts schief gehen kann. Der Sound ist brillant, glasklar und perfekt ausgesteuert. Die Stimme von Matt, manchmal live ein Problembär, kommt fast genauso weich und rund wie auf Platte rüber. Bei den vorgehenden Konzerten, die ich erleben durfte, war sie immer deutlich knarziger und rauer. Im Hintergund laufen Videos auf einer Leinwand, ich kann sie aber auf Grund meiner Position seitlich von der Bühne kaum sehen. Mistaken For Strangers kommt bereits an dritter Stelle und mischt zum ersten Mal das ansonsten eher ruhig und bedächtig zuhörende Publikum etwas auf. Anders als in Neu-Isenburg kennen die Leute den Backkatalog von The National sehr gut. Mistaken for Strangers wird euphorischer aufgenommen als das zuvor gespielte Anyone's Ghost. Auch die anderen beiden Knüller von Boxer, Squalor Victoria und Fake Empire werden später ähnlich stark abgefeiert. Die Besucher im Olympia sind fachkundig, es sind kaum Ahnunglose darunter und vor allem steht das launische und elitäre Indiepublikum trotz der neuesten Erfolge nach wie vor hinter The National. Es sind auch ein paar Leute da, die die Amerikaner bereits bei ihrem ersten Pariser Konzert auf dem Hausbot Guinguette Pirate (heutiger Name: La Dame de Canton) gesehen haben. Damals dürften kaum 100 Leute Zeuge der Show gewesen sein und auf diesen Umstand weist auch Matt schmunzelnd hin. "Sind Hélène und Sigrid eigentlich heute im Publikum?", will der Anzugträger wissen. Ja sie sind es, haben ihm und der Band die Stange gehalten. Berninger betreibt an etlichen anderen Stellen Konversation dieser Art, für mich bisher eher ungewohnt. Der Erfolg scheint ihn lockerer, gesprächiger gemacht zu haben. Oder ist er nur der Wein, den er trinkt? Weißwein wohlgemerkt. Die (2.?) Flasche hat Matt nicht aufbekommen und sich draufhin einfach einen Drumstick genommen, in den Flaschenhals gesteckt und das Ding zum Explodieren gebracht. Am Ende der Show gibt er die Pulle einem Fan, ohne davon getrunken zu haben. Eine der vielen netten Gesten, die es heute zu beobachten gibt. Witzig auch, wenn der frankophile Bryce Dessner auf französisch parliert und Matt ganz skeptisch nachfragt: "What did he say? It makes me nervous when Bryce talks in french!" Aber Matt muss sich keine Sorgen machen, denn Bryce erzählt nur nette Dinge über Matt, auch wenn er einmal scherzhaft meint: "J'ai dit que tu es un connard- ich habe gesagt, daß du ein Idiot bist." Lockere Stimmung also und dies beim wichtigsten Pariser Konzert von The National bisher. Es wirkt deshalb nicht aufgesetzt und anbiedernd, wenn Bryce auf französisch betont: "Wir wissen, daß es ein große Chance ist, in diesem legendären Saal für euch zu spielen."

Und diese Chance haben The National definitiv genutzt! Sie geben heute alles, legen sich 200 % ins Zeug und kompensieren auch die Abwesenheit des famosen Liveviolinisten Padma Newsome, der sonst den Sound von The National mit seinem gefühlvollen Spiel bereichert. Matt ist jedenfalls bis in die lichten Haarspitzen motiviert und bringt die Leute von der Security am Ende ganz schön ins Schwitzen. Zu Mr. November macht er einen Abstecher ins Publikum (nichts Neues) und auch bei Terrible Love nimmt er immer wieder Kontakt zu den Fans auf. Er peitscht sie im letzten Drittel förmlich an, klettert auf die Absperrung und brüllt ihnen die Parolen aus nächster Nähe ins Ohr. Es ist wirklich ein unfassbares Konzert, in jeder Hinsicht. Natürlich sind die Posen der Gebrüder Dessner (das gleichzeitige Hochreißen der Gitarren, das demonstrative Aufbauen am Bühnenrand) einstudiert, aber im Olympia bleibt wenig Plaz für Improvisation. Da muss alles flutschen. Dennoch schafft es die Band, human und authentisch zu wirken. Im Mittelteil spielen sie mit Lit Up und Abel zum Beweis Lieder, die nicht auf der Setliste vorgesehen waren. Sie schlagen genauso ein wie der Rest des famosen Sets. Auch der Zugabenteil ist spetakulär. Nach dem erwähnten Ausflug ins Publikum bei Mr. November gibt es noch ein Terrible Love, das tausend mal besser als auf Platte ist und vor allem mit Vanderlyle Crybaby Geeks eine Zugabe, bei der das Publikum im Chor mitsingt und die Trompete ganz wundervoll die feierliche Stimmung untermalt.

Großartig! The National im Olympia in Paris 2010: ich war dabei!




Setlist The National, Olympia, Paris:*

01: Runaway
02: Anyone's Ghost
03: Mistaken For Strangers
04: Bloodbuzz Ohio
05: Baby We'll Be Fine
06: Slow Show
07: Squalor Victoria
08: Afraid Of Everyone
09: Available
10: Lit Up
11: Cardinal Song
12: Conversation 16
13: Sorrow
14: Apartment Story
15: Abel
16: Daughters Of The Soho Riots
17: England
18: Fake Empire

19: Lucky You
20: Mr. November
21: Terrible Love
22: Vanderlyle Crybaby Geeks

* danke an Jaz', die mitgeschrieben hat und dies zu Recht! Die getippte Setlist, die sich Fans hinterher unter den Nagel rissen, war nämlich stellenweise falsch. Es fehlten auf dieser Lit Up und Abel, zwei Songs die definitiv gespielt wurden. Wir vom Konzerttagebuch begnügen uns nie mit ungefähren Informationen, sondern versuchen so genau wie möglich zu recherchieren. Schön, wenn uns Leute dabei helfen :)

Aus unserem Archiv:

- The National, Neu-Isenburg, 18.11.10
- The National, Wien, 18.08.10
- The National, Haldern, 14.08.10
- The National, Latitude-Festival, 16.07.10
- The National, Paris, 07.05.10
- The National, Haldern, 09.08.08
- The National, Montreux, 16.07.08
- The National, Köln, 27.11.07
- The National, Paris, 14.11.07



Dienstag, 5. Oktober 2010

The Posies, Paris, 04.10.10

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Konzert: The Posies

Ort: Le Divan Du Monde
Datum: 04.10.2010
Zuschauer: nicht ausverkauft
Konzertdauer: mindestens 80 Minuten


For our english readers: This show was absolutely ace! The Posies are still great and they have lost nothing of their freshness and catchyness. Lots of small children at this show. Jon said: " Finally our public gets younger." Ken replied: "Yes, but unfortunately they don't have the money to buy our record." Such great guys! Go to see them live!


Die 90er Jahre sind zurück! Pavement (auf dem Foto), Teenage Fanclub, Blur, The Vaselines, The Pastels und auch The Posies. All diese Kultbands spielen noch bzw. wieder. Da lacht das Slackerherz. Wie sich Jon Auer, Ken Stringfellow und Special Guest Hugh Cornwell (The Stranglers) heute im Pariser Divan Du Monde geschlagen haben, berichte ich morgen hier. Genau!

Hier ist der Bericht:

Jon Auer und Ken Stringfellow, ein lustiges Pärchen voller augenfälliger Gegensätze. John, der verschmitzte und eher stille Melancholiker, Ken, der schelmische, äußerst draufgängerische Berufsjugendliche mit dem breiten Grinsen. Der Erste mit einer gewissen Leibesfülle, die er unter schwarzen Klamotten zu kaschieren versucht, der Zweite spargeldürr wie ein alter Punk. Auer mit dunklen schwarzen Locken, die ihn wie eine Kreuzung aus Antonio Banderas und Robert "The Cure" Smith aussehen lassen, Stringfellow mit ausgefransten glatten Haaren, die ihn noch einmal ein paar Jahre jünger machen, als er eigentlich ist (nämlich fast 42). Auch stimmlich gibt es Unterschiede. Jon Auer singt verträumt-sentimental wie Elliott Smith, Ken Stringfellow bissig und hoch wie A.C. Newman von den New Pornographers. Ein tolles Duo, das strengenommen aber keines ist, denn neben den beiden Leithammeln gibt es bei den Posies mit Matt Harris (Bass) und Darius Minwalla (Drums) auch noch zwei andere Musiker. Und heute im Pariser Divan Du Monde gesellte sich noch ein fünfter Musiker hinzu und zwar kein Geringerer als Hugh Cornwell, alter Haudegen der Kult- Punkband The Stranglers und seit den späten 80ern, frühen Neunzigern als Solokünstler aktiv!

Für das Eintrittsgeld, recht happige 25 Euro, war also etwas geboten in diesem Pariser Bistro/Club! Die Fans sahen ein tightes, schnörkelloses Set, vollgepackt mit catchy Power Pop- Nummern, die live viel lauter und rockiger klangen als auf Platte. Der Großteil der gespielten Lieder stammte vom letzten Output Blood/Candy, den man auf jeden Fall als gelungen bezeichnen kann. Vor allem The Glitter Prize (mit Stringfellow am Piano) und So Caroline sind toll und kamen auch heute prima rüber. Aber auch der Backkatalog wurde gewürdigt und das 1993 Kultalbum Frosting On The Beater kam in besonderem Maße zum Zuge. Solar Sisters, Love Letter Boxes, Flavor Of The Month und Dream All Day, all dise fetzigen Uptempo-Stücke wurden gespielt. Solar Sister kam gleich an dritter Stelle und zeigte den Leuten wo der Hammer hängt. Ken Stringfellow greinte, sprang mit Scherenschritt duch die Luft und spuckte wie ein Lama auf den Boden, daß die (Speichel-) Funken nur so sprühten! Auch Love Letter Boxes hatte Dampf unter dem Kessel und erinnerte mich an zwei weitere Lieblingsbands, Buit To Spill und The Shins. Flavor Of The Month war ursprünglich nicht vorgesehen (dafür aber eigentlich Definite Doors), schloss aber auf noisige und äußerst rockige Weise den offiziellen Teil ab, in dem auch das ohrwurmige Prachtstück Please Return It (von Amazing Disgrace) seinen Platz hatte.

Der Zugabenteil wurde dann überwiegend zusammen mit Hugh Cornwell bestritten. Der hagere Bursche gab den Old School punkigen Stücken Rain On A River und Going To The City eine dritte Stimme, bevor Jon Auer noch einmal den Hauptgesangespart übernahm: Dream All Day war eine Slackerhymne par excellence und unterstrich, daß auch die alten Sachen der Posies noch nichts von ihrem Charme verloren hatten.

Ob die kleine Tochter von Ken die Musik ihres Vaters mag? Daürber wurde nichts bekannt, aber sie half zumindest ihrem Daddy beim Verkauf von Tonträgern auf der Bühne. Süß!

Setlist The Posies, Divan Du Monde, Paris:

01: So Caroline
02: Please Return It
03: Licenses To Hide
04: Sad To Be Aware
05: Solar Sister
06: The Glitter Prize
07: Plastic Paperbacks ( mit Hugh Cornwell)
08: Accidental Architecture
09: Take Care Of Yourself
10: Cleopatra Street
11: Enewetak
12: Conversations
13: Love Letter Boxes
14: Throwaway
15: I Guess You're Right
16: Flavor Of The Month (danke an Uschi!)

17: She's Coming Down Again
18: Rain On A River (mit Hugh)
19: Goin To The City (mit Hugh)
20: Dream All Day

Ausgewählte Konzertdaten The Posies (ohne Gewähr):

07.10.2010: Botanique, Brüssel
08.10.2010: Caserne Fonck, Liège (Lüttich)
09.10.2010: Sugar Factory, Amsterdam
10.10.2010: Vera, Groningen
12.10.2010: Tivoli, Utrecht
13.10.2010: Gleis 22, Münster
14.10.2010: Comet Club, Berlin




Montag, 9. August 2010

Shearwater, Frankfurt, 06.08.10

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Konzert: Shearwater (Nils Frahm)

Ort: Das Bett, Frankfurt
Datum: 06.08.2010
Zuschauer: etwa 120
Konzertdauer: Nils Frahm 35 Minuten, Shearwater 60-70 Minuten


Als wir gegen Viertel vor neun vor dem Frankfurter Indieclub Das Bett aufkreuzen, stehen wir vor verschlossenen Türen. Ein kleiner weißer (nein nicht der mit den Klopapier-Ersatzrollen!) Zettel am runtergelassenen Rollladen liefert die Erklärung: Einlass heute um 21 Uhr. Zu früh gekommen! So etwas passiert mir in meinem heimischen Konzertjagdrevier in Paris nie. Aber ich bin nun einmal mit meinem für seine Pünktlichkeit bekannten Bloggerfreud Christoph unterwegs und da wird keine Minute verpasst. Von Verpassen kann aber ohnehin nicht die Rede sein, denn bevor es mit dem jungen Berliner Pianisten Nils Frahm losgeht, vergehen quälend lange 70 Minuten. Um 21 Uhr hatte der Clubchef pünktlich den Rollladen hochgelassen und danach war erst einmal Dauerbeschallung durch die aktuelle Beach House CD Teen Love angesagt. Als die Scheibe zum dritten Mal durchläuft, würde ich am liebsten Amok laufen, denn der eiernde Orgelsound hängt mir bis zum geht nicht mehr zum Halse raus. Irgendwann ist die Qual zu Ende und Nils Frahm setzt sich hinter sein vor der Bühne aufgebautes Piano. Sein Spiel ist anmutig, traumversunken, hochmelancholisch. Es ist ein Genuss ihm zuzuhören. Das hinter und vor ihm stehende Publikum dankt es ihm durch vorbildliche Stille und applaudiert auch angemessen lang. Frahm selbst spricht scheinbar überrascht vom längsten Applaus, den er auf der Tour mit Shearwater bekommen hat. Seine Bescheidenheit macht ihn sympathisch, aber er muss sich wirklich nicht verstecken, denn er hat jede Menge Talent und sein rein instrumentales Set , das aus Stücken (insgesamt vier) von Wintermusik und Bells besteht, passt atmosphärisch auch gut zum Headliner des heutigen Abends.

Shearwater bequemen sich schließlich erst nach 23 Uhr auf die Bühne. Fünf amerikanische Musiker mit dem hochaufgeschossenen Sänger, Gitarristen und Pianisten Jonathan Meiburg an der Spitze und der schönbeinigen Bassistin Kimberley Burke als optisches Highlight. Natürlich hat sie mehr zu bieten als nur tadellose Beine und ein entzückendes Lächeln. Ihr graziles Baßspiel (mal gezupft, mal gestrichen) ist hochfein und ich kann meine Augen nicht von ihr lassen. Ihr friedlicher, verträumter Blick hätte allein schon das Kommen gerechtfertigt (am Ende habe ich ungefähr 400 Fotos von ihr, ...ähem, ja). Klarer Chef von Shearwater ist aber Jonathan, der wie immer mit seiner von zarten Anmut zur heroischen Stürmigkeit wechselnden Stimme begeistert. Sein anrührender Falsettgesang ist schlicht und einfach sensationell! Auch seine Mimik zu beobachten lohnt sich. Wenn er in den rockigen Passagen alle Zügel losläßt (der Kerl kommt aus dem Pferdeland Texas!) und den Mund wie ein angriffslustiger Löwe aufreißt, bleibt kein Auge trocken. Auch die anderen drei Musiker agieren effizient und hochklassig, fallen aber abgesehen von dem lustig frisierten Drummer mit dem Mickey Mouse T-Shirt nicht sonderlich auf. Letztgenannter hat gegen Ende seinen großen Auftritt, als er am vorderen rechten Bühnenrand zusammen mit Kimberley um die Wette klöppelt und dem Glockenspiel wahre Wohlklänge entlockt. Witziger als diese Szene ist aber eine Passage, in der er auf der Bühne nicht gebraucht wird, sich in aller Seelenruhe eine Flasche Bier holt und sich seitlich neben Kimberley kauert, um ihr Bein zu tätscheln. Ob der langmähnige Muskelprotz wirklich mit der Beauty zusammen ist? Eifersucht! Aber musikalisch ist er ja wirklich unumstritten toll, denn er spielt nicht nur formidabel Schlagzeug, sondern auch Klarinette.

Hinsichtlich des Songmaterials steht eindeutig das aktuelle Werk The Golden Archipelago im Vordergrund. Für mich nicht unproblematisch, weil ich von dem Vorgänger Rook so dermaßen bgeistert war, daß ich mich bis zum heutigen Konzert nicht getraut hatte, das neue Opus zu hören. Meine Bedenken werden aber ziemlich schnell zerstreut, denn schon der Opener Black Eyes ist betörend schön und auch Castaways lässt mich mit der Zunge schnalzen. Absolute Highlights bleiben aber Rooks und Century Eyes im Doppelpack, an diese mit jubilierenden Trompeten untersetzten Perlen kommen die neuen Sachen einfach nicht ran. Euphorisierend allerdings auch 74/75, das live noch mehr rockt als aus der Konserve. Ohnehin werden sämtliche Lieder leicht abgewandelt gespielt, nichts klingt wie vom Band und es bleibt Platz für Improvisation und Spontaneität, kleine Patzer inklusive. Schade, daß das Frankfurter Publikum so zurückhaltend bleibt und nur bedingt mitswingt, aber die Hessen sind wahrscheinlich stille Genießer, denn zufriedene Gesichter sieht man hinterher reichlich. Auch die deutsche Folksängerin Caroline (Projekt Radio Caroline) ist hingerissen. Sie kannte Shearwater vorher nicht und ist innerhalb von einer guten Stunde zum Fan geworden.

Das lange Warten auf die Bands hat sich letztlich also mehr als gelohnt. Dann läuft wieder Beach House vom Band. Die sehen wir am 15. August an gleicher Stelle und darauf freue ich mich bereits sehr. Trotz der nervigen Dauerberieselung bin ich nämlich glühender Anhänger des Duos...

Setlist Shearwater, Am Bett, Frankfurt:

01: Black Eyes
02: Landscape At Spead
03: Castaways
04: White Waves
05: God Made Me
06: Corridors
07: Hidden Lakes
08: Home Life
09: Rooks
10: Century Eyes
11: I Was A Cloud
12: 74/75
13: Uniforms

14: Missing Islands
15: Snow Leopard

Shearwater:

Past shows:

05.08.2010: München, Ampere
06.08.2010: Das Bett, Frankfurt
07.08.2010: Beatpol, Dresden

Demnächst:

09.08.2010: Comet Club, Berlin
10.08.2010: Übel & Gefährlich, Hamburg



 

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