Mittwoch, 31. August 2016

alínæ lumr Festival, Storkow, 27.08.16


Zweiter Tag des Alínae Lumr Festivals für mich mit Konzerten von 
  Pascal Pinon
  Bannermann
  Me and my Drummer
  Federico Albanese
Ort: Storkow
Datum: 27. August 2016
Dauer: je 50 min
Zuschauer: 50  bis 200 
 

Auch der Festivalsamstag war von Sonne überreich gesegnet. Insofern kam es mir besonders gelegen, dass das erste Konzert in der Kirche und somit an einem wohltemperierten Ort stattfinden würde. Außerdem war Pascal Pinon eines meiner privaten Highlights des Line-ups. Sie hatten am ersten Tag schon gegen Mitternacht am Mühlenfließ gespielt, was ich mir hatte entgehen lassen müssen; Aber nun, am frühen Nachmittag in der Kirche: Das würde ganz bestimmt zu 100% mein Ding!


Und die Erwartungshaltung wurde absolut erfüllt! Die beiden waren zu Beginn noch recht ruhig und der richtige Schalk im Nacken blitzte erst nach einigen Songs auf. Und doch war die reduzierte Fassung mit oft nur Flügel und ein- oder zweistimmigem Gesang eine wunderbares Destillat dessen, was die Musik der zwei Isländerinnen im Kern ausmacht. Einziges Manko, dass die Ansagen sehr oft nicht wirklich verständlich waren. Wahrscheinlich sind die beiden so daran gewöhnt, sich ohne viele Worte zu verstehen, dass auch für das Publikum eine Ansage oft schon leise begann um anschließend unhörbar im Flüsterton noch weiter zurückgenommen zu werden.


Es wurde einiges vom gerade erschienen Album Sundur gespielt, aber auch alte und mir damit sehr vertraute Lieder. Sehr schöne Neuerung im Instrumentarium war die E-Gitarre, die sehr warm und oft wie eine Singstimme eingesetzt wurde. Im Vergleich zu den sehr schön produzierten Versionen auf CD war es oft nur wie hingetupft - vor allem gesanglich. Außerdem meinten sie, die Versionen mit Flügel würden ihnen immer besonders langsam geraten. In jedem Fall war das dargebotene etwas delikates und wertvolles, das zum Glück auch von einem gebannten und aufmerksamen Publikum angenommen wurde um dann mit frenetischem Applaus gefeiert zu werden.


Unbedingter Höhepunkt für mich war schließlich die Zugabe mit einem wirklich unfassbar innigen Evgeni kissin - so noch nie gehört und absoluter Gänsehautmoment. Wunderbarst!


 
Setlist:
01: Jósa & Lotta
02: Somewhere
03: Ekki Vanmeta
04: Skammdegi
05: Brahms
06: 53
07: Babies
08: ??
09: White sun 


10: Evgeni kissin (Z)


Auf dem Markt machten schließlich nach einer kleinen Pause für mich Bannermann weiter. Vier Männer, von denen ich beim Aufbau recht rockiges erwartet hatte, die aber schließlich ziemlich fluffige Sommermusik lieferten. Sehr schön zum dabei sitzen und die Gedanken schweifen lassen. Wir kehrten schließlich zum Tee im Fairhandel am Markt ein, um die Wartezeit auf Me and my drummer ein wenig zu überbrücken. Wurden dort mit einer Liebe zum Detail bewirtet, dass wir innerlich ganz rot wurden. Auch das die besonderen Momente des Storkower Festivals: Wenn die Gäste des Festivals fast wie persönliche Gäste behandelt werden!


Für Me and my Drummer war ich in diesem Jahr nun zum ersten Mal im Burghof, der sich nicht so arg verändert hatte im Vergleich zum vergangenen Jahr. Es war auch der Moment in dem mir zum ersten Mal Künstler aus dem Line up über den Weg liefen so als würde ihnen der Konzertort auch Spaß machen... Was - wie ich finde - auch immer viel (positives) über ein Festival sagt! Für Charlotte Brandi und Matze Pröllochs waren weniger Leute erschienen, als ich erwartet hatte. Zum Teil erklärte sich das wohl damit, dass sich vor dem Einlass eine längere Schlange gebildet hatte. Ich habe nicht recht verstanden, warum dort keiner mehr hinein sollte.


Es war aber eine wunderbare und mitreißende Show der beiden und das Publikum honorierte das mit ordentlichem Enthusiasmus. Ich nutzte allerdings die Gelegenheit auch für einen kleinen Rundgang. Das Hof-Areal war wieder recht einladend gestaltet und spielte die Stärken voll aus. Für meinen Geschmack hätte es noch ein paar mehr Sitzgelegenheiten geben können - deshalb habe ich mir dann den letzten Teil des Konzertes doch lieber außerhalb des Hofes im Grünen sitzend angehört... (ja ich weiß, die Chance ist Luxus auf einem Festival!)
 

Weiter in meinem privaten Programm ging es auf den frühen Abend - wieder in der Kirche - mit Federico Albanese. Ein wie ich fand sehr passende Mischung und auch der Künstler meinte zum Schluß des Konzertes, dass er die besondere Atmosphäre in der Kirche sehr genossen hätte. Die für ein Festival leider schwer vermeidbaren Störungen durch Personen, die im Konzert kommen oder gehen wollen waren diesmal etwas weniger störend als beim Konzert mit Martin Kohlstedt im vergangenen Jahr - auch wenn die Kirche ähnlich gut gefüllt war. Über die Musik von Herrn Albanese kann ich wenig mit Worten sagen, obwohl das zuhören bei mir immer innere Filme anstößt. Er hatte sich auf die Musik des aktuellen Albums The Blue hour konzentriert. Aber es war auf alle Fälle eines der wirklich besonders schönen Konzerte des Festivals für mich.
 

Anschließend war diesmal schon Abschied nehemen angesagt vom zweiten Alínae Lumr in Storkow. Und es ging auf spätabendlicher Radtour zurück ins Quartier am Scharmützelsee unter einem unfassbar Sternen-reichen klaren Abendhimmel. Mein Herz wieder voll und mit dem Wunsch erfüllt, doch nächstes Jahr unbedingt wieder dabei sein zu wollen. Vielen lieben Dank an alle Organisatoren für so einen Ort voller Herzlichkeit und toller Musik und auch Dank an die Storkower, die das aus vollem Herzen mit tragen.

Meine Fotos der beiden Festivaltage


Tourdaten Me and my drummer:


Aus unserem Archiv
Berichte von 2015: Tag 1, 2, 3
jfdr, Ásbru, 02.07.15 
Samaris, Paris, 01.02.14
Samaris, Berlin, 17.09.14
Samaris, Köln, 16.09.14

Pascal Pinon, Frankfurt, 03.06.13
Pascal Pinon, Offenbach, 08.03.13
Pascal Pinon, Karlsruhe, 22.02.13
Pascal Pinon, Offenbach, 21.02.13 

Me And My Drummer, Stade, 03.08.13
Me And My Drummer, Karlsruhe, 31.01.13
Me And My Drummer, Darmstadt, 27.01.13
Me And My Drummer, Paris, 25.10.12
Me And My Drummer, Rüsselsheim, 20.07.12
Me And My Drummer, Mannheim, 19.05.12



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