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Freitag, 30. August 2019

alinae lumr Tag 1, Storkow, 23.08.19

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1. Tag Alínae Lumr Festival - meine Auswahl
  John Moods 45 min
  Kliffs 45 min
  Charlotte Brandi 60 min
Ort: Storkow (Mark)
Datum:  23. August 2019



Im Vorausblick auf das Alínae Lumr Festival hatte ich schon von den besonderen Orten geschwärmt an denen meine Lieblingsmusik in Storkow dargeboten wird. Mit den Worten der Organisator*innen gesprochen: "alínæ lumr lädt ein zu einem ereignisreichen Urlaub auf dem Land. Auf der Burg, am Marktplatz, den Hinterhöfen, der Altstadtkirche, auf versteckten Wiesen und am See wartet ein sorgfältig kuratiertes Musik- und Kulturprogramm und die charmante Altstadt Storkow auf euch. Festivalbüro ist eure erste Station – hier könnt ihr euch eure Bändchen und ein Lächeln abholen."
 

Leider hatte ich in der Woche zuvor heftigst Streit mit meinem Rücken und deshalb auch einige kurze Nächte. So musste ich mein Musikprogramm ein wenig abkürzen und z.B. das mitternächtliche Konzert von Sophie Hunger weglassen.


Aber beginnend mit dem Lächeln im Festivalbüro am Markt hatte ich einen phantastischen ersten Tag. Auf dem Markt war noch der Aufbau der Essstände im Gange als das erste Konzert dort begann. Rückenfreundlich genoss ich es auf den Stühlen des Fair-Kaufladens bei einem schönen Tee (der selbstverständlich auch mit einem Lächeln serviert worden war). Im Rahmen des für mich nun schon dritten Besuches in Storkow fühlte es sich wie eine lieb gewordene Tradition an, dort jeden Tag einmal herein zu schauen. Das Konzert von John Moods war jedoch eher wenig mitreißend für mich.


Mein immer noch still in meinem Herzen hell leuchtender Höhepunkt war dann gleich anschließend das Konzert von Kliffs am Mühlenfließ. Hier stimmte einfach alles: ein ganz aufmerksames Publikum, das freundliche Grün ringsherum, die Abendsonne, das sympathische Duo auf der Bühne und die Musik. Und was ich an Festivals besonders toll finde: wenn sich auch Musizierende, die später erst dran sind (oder hier gar nicht auftreten), ins Publikum mischen.


Manches aus dem Set von Kliffs war mir vom im Frühjahr veröffentlichten EP schon recht vertraut und es gab auch Musik, die ich vor einem Jahr in Dresden - noch unter dem Namen Mark Berube - live von ihnen gehört hatte. Allerdings gab es auch Experiment mit ganz neuer Musik und die damit verbundene Nervosität auf der Bühne. Es ist immer ein bisschen wie ein großes Lob ans Publikum, wenn so etwas gewagt wird.


Besonders mochte ich diesmal Beyond my control, das diese phantastische Leichtigkeit des Sommertages wunderbar einfing und quasi die Essenz des Konzerts zusammenfasste. Aber auch Mississippi Prom mit der ausführlichen Geschichte dazu geht mir immer noch durch den Kopf. Bevor es für mich zum Burghof weiterging, gab es noch ein paar nette Begegnungen und Umarmungen von lieben Menschen. Es ist immer noch so wunderbar überraschend, wie sich aufgrund von Musik "meine Leute" aus nah und fern auf den Weg machen.


In der Burg hörte ich noch die letzten 10 Minuten von Night repair, die von etwa 20 Enthusiasten ordentlich abgefeiert wurden. Innerlich feierte ich dabei vor allem ab, wie unterschiedlich die Musik klingt, die für das Festival eingeladen worden war. 


Die Bühne im Burghof war schon für das Konzert von Sophie Hunger vorbereitet und ordentlich "voll gestellt", aber vorn in der Mitte fand Charlotte Brandi mit ihrem Trio Platz und spielte vor einem freundlich mitgehenden Publikum auf. Die Musik von der Burg hört man an vielen Orten im Ort mit und sie pulsiert durch interessante Echos immer wieder aus irreführenden Richtungen. Dieses lustige Hopsen durch den stillen Ort in der Mark stellte ich mir vor als ich dem Set lauschte.



Mit der untergehenden Sonne ging es dann für mich zurück ins Quartier - nicht ohne noch anderen lieben Leuten in die Arme zu laufen. Ich war auch nach dem verkürzten Tag randvoll mit wunderschönen Erlebnissen und einem still leuchtenden Glück im Herzen.

 


Aus unserem Archiv:
Berichte von 2016: Tag, 1, 2
Berichte von 2015: Tag 1, 2, 3


Montag, 12. August 2019

Vorfreude auf das alinae lumr Festival 23.-25.08. in Storkow

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Konzerte an besonderen Orten haben stets einen besonderen Reiz. Schon zweimal hatte ich das Glück, an einem Festival teilzunehmen, das diese Idee ganz besonders zelebriert: das alínæ lumr Festival in der kleinen Stadt Storkow. Hier kommen wunderbare Landschaft (zelten zugleich am Rand von See und Stadt) und eine besondere Musikauswahl für Kirche, Burghof, Marktplatz, Mühle und sogar einen Weidendom und ein Maislabyrinth zusammen.


Für die Berliner ist es besonders leicht zu erreichen. Mit Auto oder Bahn oder Rad kann man eigentlich nichts falsch machen. Tickets für das Wochenende oder einzelne Tage gibt es gerade noch zu kaufen.
 

Mich ziehen diesmal ganz besonders Sophie Hunger, Alin Coen, Charlotte Brandi und Kliffs in die brandenburgische Provinz. Aber ich bin auch sehr neugierig auf Blumfeld, den Film Island Songs, diverse Workshops und Rundgänge  (z.B zu den Wasserbüffeln oder in den Wald).


Bis dahin kann man noch in meinen Berichten von 2015 und 2016 schmökern und sich verlocken lassen, mal selbst die Seele so unbeschwert baumeln zu lassen. Für mich verbinden sich mit den zwei Festivals jedenfalls ganz einzigartige Erinnerungen an ganz außergewöhnliche Konzerte von Pascal Pinon, Martin Kohlstedt und Einar Stray.

Aus unserem Archiv:
Alle Berichte vom Festival
Berichte von 2016: Tag, 1, 2
Berichte von 2015: Tag 1, 2, 3
Sophie Hunger, Strasbourg, 17.10.18
Sophie Hunger, Dresden, 05.11.15
Sophie Hunger, Karlsruhe, 02.08.15
Sophie Hunger, Berlin, 18.06.15
Sophie Hunger, Haldern, 09.08.13
Sophie Hunger, Paris, 21.07.13
Sophie Hunger, Mannheim, 02.06.13
Sophie Hunger, Stuttgart, 20.04.13
Sophie Hunger, Karlsruhe, 01.03.13
Sophie Hunger, Berlin, 19.02.13
Sophie Hunger, Paris, 29.01.13
Sophie Hunger, Berlin, 19.11.12
Sophie Hunger, Paris, 10.11.12
Sophie Hunger, Paris, 09.03.12
Sophie Hunger, Paris, 06.12.10
Sophie Hunger, Paris, 02.06.10
Sophie Hunger, Köln, 29.09.09
Sophie Hunger, Köln, 09.05.09
Sophie Hunger, Paris, 23.03.09 


Alin Coen Band, Karlsruhe, 10.09.17
Alin Coen Band, Mannheim, 10.08.14
Alin Coen Band, Karlsruhe, 04.07.13
Alin Coen Band, Karlsruhe, 19.09.12  


Me And My Drummer, Dresden, 16.09.16
Me And My Drummer, Storkow, 27.08.16
Me And My Drummer, Stade, 03.08.13
Me And My Drummer, Karlsruhe, 31.01.13
Me And My Drummer, Darmstadt, 27.01.13
Me And My Drummer, Paris, 25.10.12
Me And My Drummer, Rüsselsheim, 20.07.12
Me And My Drummer, Mannheim, 19.05.12


Blumfeld, Berlin, 13.09.14
Blumfeld, Köln, 27.08.14
Blumfeld, Köln, 13.04.07



Mittwoch, 31. August 2016

alínæ lumr Festival, Storkow, 27.08.16

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Zweiter Tag des Alínae Lumr Festivals für mich mit Konzerten von 
  Pascal Pinon
  Bannermann
  Me and my Drummer
  Federico Albanese
Ort: Storkow
Datum: 27. August 2016
Dauer: je 50 min
Zuschauer: 50  bis 200 
 

Auch der Festivalsamstag war von Sonne überreich gesegnet. Insofern kam es mir besonders gelegen, dass das erste Konzert in der Kirche und somit an einem wohltemperierten Ort stattfinden würde. Außerdem war Pascal Pinon eines meiner privaten Highlights des Line-ups. Sie hatten am ersten Tag schon gegen Mitternacht am Mühlenfließ gespielt, was ich mir hatte entgehen lassen müssen; Aber nun, am frühen Nachmittag in der Kirche: Das würde ganz bestimmt zu 100% mein Ding!


Und die Erwartungshaltung wurde absolut erfüllt! Die beiden waren zu Beginn noch recht ruhig und der richtige Schalk im Nacken blitzte erst nach einigen Songs auf. Und doch war die reduzierte Fassung mit oft nur Flügel und ein- oder zweistimmigem Gesang eine wunderbares Destillat dessen, was die Musik der zwei Isländerinnen im Kern ausmacht. Einziges Manko, dass die Ansagen sehr oft nicht wirklich verständlich waren. Wahrscheinlich sind die beiden so daran gewöhnt, sich ohne viele Worte zu verstehen, dass auch für das Publikum eine Ansage oft schon leise begann um anschließend unhörbar im Flüsterton noch weiter zurückgenommen zu werden.


Es wurde einiges vom gerade erschienen Album Sundur gespielt, aber auch alte und mir damit sehr vertraute Lieder. Sehr schöne Neuerung im Instrumentarium war die E-Gitarre, die sehr warm und oft wie eine Singstimme eingesetzt wurde. Im Vergleich zu den sehr schön produzierten Versionen auf CD war es oft nur wie hingetupft - vor allem gesanglich. Außerdem meinten sie, die Versionen mit Flügel würden ihnen immer besonders langsam geraten. In jedem Fall war das dargebotene etwas delikates und wertvolles, das zum Glück auch von einem gebannten und aufmerksamen Publikum angenommen wurde um dann mit frenetischem Applaus gefeiert zu werden.


Unbedingter Höhepunkt für mich war schließlich die Zugabe mit einem wirklich unfassbar innigen Evgeni kissin - so noch nie gehört und absoluter Gänsehautmoment. Wunderbarst!


 
Setlist:
01: Jósa & Lotta
02: Somewhere
03: Ekki Vanmeta
04: Skammdegi
05: Brahms
06: 53
07: Babies
08: ??
09: White sun 


10: Evgeni kissin (Z)


Auf dem Markt machten schließlich nach einer kleinen Pause für mich Bannermann weiter. Vier Männer, von denen ich beim Aufbau recht rockiges erwartet hatte, die aber schließlich ziemlich fluffige Sommermusik lieferten. Sehr schön zum dabei sitzen und die Gedanken schweifen lassen. Wir kehrten schließlich zum Tee im Fairhandel am Markt ein, um die Wartezeit auf Me and my drummer ein wenig zu überbrücken. Wurden dort mit einer Liebe zum Detail bewirtet, dass wir innerlich ganz rot wurden. Auch das die besonderen Momente des Storkower Festivals: Wenn die Gäste des Festivals fast wie persönliche Gäste behandelt werden!


Für Me and my Drummer war ich in diesem Jahr nun zum ersten Mal im Burghof, der sich nicht so arg verändert hatte im Vergleich zum vergangenen Jahr. Es war auch der Moment in dem mir zum ersten Mal Künstler aus dem Line up über den Weg liefen so als würde ihnen der Konzertort auch Spaß machen... Was - wie ich finde - auch immer viel (positives) über ein Festival sagt! Für Charlotte Brandi und Matze Pröllochs waren weniger Leute erschienen, als ich erwartet hatte. Zum Teil erklärte sich das wohl damit, dass sich vor dem Einlass eine längere Schlange gebildet hatte. Ich habe nicht recht verstanden, warum dort keiner mehr hinein sollte.


Es war aber eine wunderbare und mitreißende Show der beiden und das Publikum honorierte das mit ordentlichem Enthusiasmus. Ich nutzte allerdings die Gelegenheit auch für einen kleinen Rundgang. Das Hof-Areal war wieder recht einladend gestaltet und spielte die Stärken voll aus. Für meinen Geschmack hätte es noch ein paar mehr Sitzgelegenheiten geben können - deshalb habe ich mir dann den letzten Teil des Konzertes doch lieber außerhalb des Hofes im Grünen sitzend angehört... (ja ich weiß, die Chance ist Luxus auf einem Festival!)
 

Weiter in meinem privaten Programm ging es auf den frühen Abend - wieder in der Kirche - mit Federico Albanese. Ein wie ich fand sehr passende Mischung und auch der Künstler meinte zum Schluß des Konzertes, dass er die besondere Atmosphäre in der Kirche sehr genossen hätte. Die für ein Festival leider schwer vermeidbaren Störungen durch Personen, die im Konzert kommen oder gehen wollen waren diesmal etwas weniger störend als beim Konzert mit Martin Kohlstedt im vergangenen Jahr - auch wenn die Kirche ähnlich gut gefüllt war. Über die Musik von Herrn Albanese kann ich wenig mit Worten sagen, obwohl das zuhören bei mir immer innere Filme anstößt. Er hatte sich auf die Musik des aktuellen Albums The Blue hour konzentriert. Aber es war auf alle Fälle eines der wirklich besonders schönen Konzerte des Festivals für mich.
 

Anschließend war diesmal schon Abschied nehemen angesagt vom zweiten Alínae Lumr in Storkow. Und es ging auf spätabendlicher Radtour zurück ins Quartier am Scharmützelsee unter einem unfassbar Sternen-reichen klaren Abendhimmel. Mein Herz wieder voll und mit dem Wunsch erfüllt, doch nächstes Jahr unbedingt wieder dabei sein zu wollen. Vielen lieben Dank an alle Organisatoren für so einen Ort voller Herzlichkeit und toller Musik und auch Dank an die Storkower, die das aus vollem Herzen mit tragen.

Meine Fotos der beiden Festivaltage


Tourdaten Me and my drummer:


Aus unserem Archiv
Berichte von 2015: Tag 1, 2, 3
jfdr, Ásbru, 02.07.15 
Samaris, Paris, 01.02.14
Samaris, Berlin, 17.09.14
Samaris, Köln, 16.09.14

Pascal Pinon, Frankfurt, 03.06.13
Pascal Pinon, Offenbach, 08.03.13
Pascal Pinon, Karlsruhe, 22.02.13
Pascal Pinon, Offenbach, 21.02.13 

Me And My Drummer, Stade, 03.08.13
Me And My Drummer, Karlsruhe, 31.01.13
Me And My Drummer, Darmstadt, 27.01.13
Me And My Drummer, Paris, 25.10.12
Me And My Drummer, Rüsselsheim, 20.07.12
Me And My Drummer, Mannheim, 19.05.12



Samstag, 27. August 2016

alínæ lumr Festival, Storkow, 26.08.16

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Erster Tag des Alínae Lumr Festivals 
   für mich mit Konzerten von LEA und Einar Stray Orchestra
Ort: Storkow
Datum: 26. August 2016
Dauer: 50 min + 45 min
Zuschauer: 50 und 300 (rammelvolle Kirche)



Wir hatten uns ein bisschen verschätzt mit unserer Fahrradtour, die wir so geplant hatten, dass sie rechtzeitig zum ersten Tag das Festivals alínae lumr in Storkow enden sollte: Wir waren etwas früh da. Aber so setzten wir uns in den Schatten am Markt und beobachteten das Schauspiel, wie unter einer gewissen Freitags-Nachmittags-Geschäftigkeit der Einheimischen die Stadt Storkow ganz sachte von den ALus übernommen wurde. Alles sympatisch, gesittet und geordnet und da wohl auch Petrus ein Ticket erworben hatte, war selbst das Wetter nur zum


Mit dem Beginn des ersten Konzerts des Programms am Mühlenfliess waren die Schatten schließlich auch lang genug, um sich ganz entspannt auf die Wiese zu lümmeln und LEA zuzuhören. Die mit ihrem letzten Lied so etwas wie den Spruch für das Festival ausgab: Nichts ist schöner als hier mit dir zu sein. Und das gilt nicht nur für Igel und Stachelschwein!


Ich hätte LEA normalerweise schon als Vorprogramm von Sóley am 26. Juli in Frankfurt erlebt. Aber dann war ich krank und konnte nicht fahren. Zwischenzeitlich hatte immerhin Oliver schon ein Statement abgegeben nach dem Treffen in Haldern. Ich war eigentlich nicht so sehr vor Ort, weil die Musik der jungen Frau so total meins ist. Sondern mehr, weil es als Auftakt für das Wochenende so gut passte.
 

Sonne, Wiese, voller Apfelbaum, dazu nette Leute ringsum und Liedtexte zwischen Melancholie und genauem hinschaun. Eine Stimme, die mich manchmal sehr berührte. Sympatisch und ehrlich wirkte das, auch gut gemacht. Sie berichtete von Kooperationen mit Nisse (für das Lied Dach) und Sebastian Madsen (für das Lied Staub) und tatsächlich hatte sie uns am Ende mit ihrem süßen und stachligen Liebeslied alle so weit, dass wir alle ein bisschen verliebt waren und noch eine Zugabe verlangten.


Setlist:
01: Vakuum
02: Kennst Du das
03: Wohin willst du
04: Dach
05: Du & Ich
06: Schwerelos
07: Staub
08: Applaus
09: Igel & Stachelschwein

10: Rückenwind (Z)


Anschließend hatte ich auf meinem privaten Programm den Markt, wo es (nachdem LEA ein wenig länger als ursprünglich geplant gespielt hatte) gleich Girlie geben würde (der Soundcheck hatte uns die letzten Songs auch schon ziemlich zerdonnert). Die hatten es aber nicht arg eilig mit dem Beginn und ich schwankte zwischen der Möglichkeit, mich auf der Burg umzusehen oder gleich mal auf die näher liegende Kirche umzuschwenken und letzteres gewann (auch dank einer gewissen Müdigkeit nach einem heißem Tag). In der Kirche war das Einar Stray Orchestra angesagt - mein am meisten herbeigesehntes Event für den ersten Tag in Storkow.
 

Es zeigte sich, dass die Besetzung diesmal ein Trio war, nämlich:
  Maja Gravoermoen Toresen: Violine & Gesang
  Ofelia Østrem Ossum: Cello & Gesang
  Einar Stray: Flügel & Gesang


Das Konzert begann ohne Gesang mit Teppet faller, wo die kammerkonzertanten Möglichkeiten des Settings gleich ganz und gar ausgepielt wurden. Die Kirche war bis in die Gänge hinein gefüllt mit sehr sehr aufmerksamen, leisen und schließlich enthusiastisch klatschendem Publikum.
 

Auffällig war für mich zunächst, dass Einars üblicher Sitztanz am Flügel nur halb so seltsam wirkte wie sonst am E-Piano. Direkt in der ersten Ansage thematisierte er die bittersüße Beziehung zu Kirchen und Religion. Für sie sei der Raum Kirche immer noch sehr heimatlich besetzt dabei aber der Missbrauch im Säen von Misstrauen zueinander ein verhasstes Ärgernis.



Ich freute mich auch sehr über eine weitere Möglichkeit, Pocket full of holes zu hören und ein bisschen mitzusingen. Die Blicke gingen in unserer Reihe hin und her, saßen doch zwei Leute bei mir, mit denen ich dieses Erlebnis beim Neujahrskonzert 2014 in Berlin hatte teilen dürfen, als das Lied zum ersten Mal live gespielt wurde. Ein weiterer großartiger Gänsehaut-Moment war die acapella Fassung zu dritt von For the country. 




Es gab schließlich auch einen Hinweis auf das fertige und von mir schon heiß ersehnte neue Album (im Januar 2017) und einen der neuen Songs: Penny for your thoughts. Sehr sehr schön passten natürlich auch die Klassiker und hier wieder als Rausschmeißer eingesetzten Chiaroscuro und Caressed in der Fassung des Tages in den Kirchenraum und es fiel uns allen sehr schwer zu akzeptieren, dass es WIRKLICH keine Zugabe geben würde, wenn wir auch noch so sehr bettelten... Dieses Konzert allein wäre die Fahrt nach Storkow schon wert gewesen! Und wenn es am schönsten ist, soll man ja bekanntlich aufhören, deshalb war nach dem Verlassen der Kirche für diesen Abend für mich der erste Festivaltag zu Ende.


Setlist:
01: Teppet faller
02: Pockets full of holes
03: Thrasymachus
04: For the country
05: Penny for your thoughts
06: Chiaroscuro
07: Caressed
 

Tourdaten Lea
26.09. Leipzig Täubchenthal
27.09. Dresden Scheune
28.09. Marburg Waggonhalle
29.09. Münster Hot Jazz Club
30.09. Kassel Theaterstübchen
09.10. Stuttgart Keller Klub
10.10. Saarbrücken Klub Garage
11.10. Darmstadt Centralstation (Lounge)
12.10. Erfurt Museumskeller

Alle Fotos

Aus unserem Archiv
Berichte von 2015: Tag 1, 2, 3
Lea, Haldern, 11.08.16
Einar Stray Orchstra, Frankfurt, 02.06.16  
Einar Stray Orchestra, Darmstadt, 16.05.15
Einar Stray, Berlin, 01.01.14
Einar Stray, Köln, 20.06.12




Montag, 24. August 2015

Alínae Lumr Tag 3, Storkow, 23.08.15

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3. Tag Alínae Lumr Festival - meine Auswahl
  Tiere die Menschen streicheln 60 min
  Trio Schmetterling 60 min
Ort:  Burghof in Storkow
Datum:  23. August 2015
Zuschauer: vielleicht etwa 200


Der dritte Festivaltag war eigentlich mehr so ein ausklingen lassen. Um ein Uhr Mittags gab es 30 min Chorkonzert in der Kirche und ab 16 Uhr noch einmal zwei Stunden unterhaltsames im Burghof. Der eigentliche Mittelpunkt des Festivals, der Markt war schon wieder fast der alte (bis auf die bunten Wimpel) und man hatte sich sozusagen zurückgezogen auf den Ort im Hof der Burg vor die größte Bühne. Es lag eigentlich schon sehr Abschied in der Luft. Als ich mit meinem Rad durch den Ort fuhr, fand ich den Bahnhof übervoll mit abreisenden Festivalgästen und befürchtete schon, dass sich kaum noch jemand Zeit für den Sonntag genommen hat.


Aber dem war zum Glück nicht so. Es war locker gefüllt, aber eine gute Stimmung. Mit dem herrlichen Sommerwetter passte auch das locker flockige Programm von Tiere die Menschen streicheln. Halb Lesung halb Mann mit E-Gitarre brachten Martin Gottschild und Sven van Thom alle zum lachen. Aber nebenbei wurden auch Karten gespielt, Kaffeeklatsch gehalten und noch die letzten Siebdrucke angefertigt. Alles ganz entspannt. 


Tourdaten im September:
19.09. Berlin, Frannz
20.09. Berlin, Frannz
21.09. Berlin, Frannz
22.09. Berlin, Frannz
23.09. Berlin, Frannz
25.09. Luckenwalde, Wunderbar
26.09. Bautzen, Steinhaus


Als der Soundcheck von Trio Schmetterling abgeschlossen war, gab es dann auch den letzten Musikbeitrag des Festivals von drei recht jung wirkenden Männern an Schlagzeug, Bass und E-Gitarre. Die Saitenspieler teilten sich außerdem in die Aufgabe, auch ab und zu das Keyboard zu bedienen.  Später habe ich gelesen, dass ihr erster Tonträger schon 2009 bei analogsoul erschien. Sooo jung dürften sie also doch nicht mehr sein. Über die Musik sagt das ohnehin nichts. Die fand ich zwar sehr interessant und irgendwie auch schön für den Abschied, aber schwer zu beschreiben. Es ist eigentlich so ein psychedelischer Traumtrip, der zwischendurch immer jäh unterbrochen wird, wenn es rhythmisch betont und fast tanzbar wird.


Tourdaten:
04.09. Hannover - GUT e.V.
09.10. Leipzig - Schauspiel
10.10. Plauen - Galerie Forum K




Und leider hieß es anschließend Auf Wiedersehen wunderbares Alínae Lumr Festival mit dem unaussprechlichen Namen, dem wundertollen Programm und den schönsten Orten für Musik! Bis hoffentlich wieder mal in ein oder zwei Jahren.



Aus unserem Archiv:
Tag 2
Tag 1 

Alle Bilder:


Alinae Lumr Tag 2, Storkow, 22.08.15

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2. Tag Alínae Lumr Festival - meine Auswahl
  Martin Kohlstedt 65 min
  Owen Pallett 60 min
  Sea & Air 80 min
  Ásgeir Trausti 60 min
Ort: Kirche und Burg in Storkow (Mark)
Datum:  22. August 2015
Zuschauer: 250, 500, 150, 500


Der zweite Tag hätte für mich mit einer Überraschung um 15 Uhr beginnen können. Leider kam die Nachricht darüber zu knapp als dass ich es noch von unserem Quartier nach Storkow geschafft hätte. So blieb es beim Ursprungsplan, dass ich ab dem Konzert von Martin Kohlstedt dabeisein würde. Damit hatte ich bewusst schon einiges auch für mich interessantes beiseite gelassen, um am Abend noch fit zu sein für Sea & Air und Ásgeir.


Als ich ankam, war allerdings noch genug Zeit, mich zunächst gründlich auf dem Marktplatz um zu sehen, was viel Spaß machte. Dort war munteres und fröhliches Treiben im Gange und es ergab sich die Gelegenheit zu sehr netten Gesprächen. Alles im Schatten einer gigantischen Eiche und vieler jüngerer Linden.

(c) Stephanie Eilenberger (Danke!!)
Mein erstes Konzert für diesen Tag war dann wie geplant Martin Kohlstedt in der Kirche. Zwei Reihen hinter mir saß auch Peter Broderick, der der nächste im Programm der Kirche sein würde (parallel zu Sea & Air im Saal der Burg). Eigentlich war diese mittelgroße und schlicht elegante Kirche der absolut perfekte Rahmen für diese Art von Musik, die auch sehr leise Töne umfasst und deshalb die Aufmerksamkeit ganz ungeteilt bindet. Leider zeigte sich schon gleich zu Anfang, dass das Pfund des tollen Konzertortes nicht recht wuchern konnte, weil ein ständiges Kommen und Gehen war (und ein lautloses Heraustreten aus den traditionell geschlossenen Kirchenbänken war schlicht unmöglich). 

(c) Stephanie Eilenberger (Danke!!)
Bei einem Festival mit sich überlappenden Konzerten muss man natürlich die Möglichkeit geben, nur reinzulauschen und dann auch wieder zu gehen, aber vielleicht hätte man hier eine andere Lösung suchen sollen. Z.B. Einlass nur bis Konzertbeginn und in der Mitte einmal nachrücken bzw. wieder gehen. Viele taten es dann wie ich - schlossen die Augen und versuchten die Unruhe dadurch auszuschalten und sich nur auf die Reise einzulassen, auf die Martin Kohlstedt uns mitnahm. Und die hatte es in sich. Seine Musik ist in Teilen so hoch dramatisch und dann wieder so klar und bis sie fast ein nichts wird. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das letzte Stück OMB, in dem er über den Ton - oder eher die Taste für das - A auf dem Flügel meditierte. Im Konzert zu hören waren außerdem EXA, GOL, NIO, ANT, ENT,  VET, PHY, LEH (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge).

Seine Ansagen waren eher sparsam, aber es fühlte sich so an, als würde er das Konzert, die gebannte Aufmerksamkeit und den stets enthusiastischen Applaus sehr genießen. Er ließ sich sogar zu einer kurzen Zugabe überreden, was ja bei Festivals eher nicht eingeplant ist. Jedenfalls eine wunderbare Stunde an diesem Samstag Abend für mich, die mich auch sehr neugierig auf die Person gemacht hat.


Durch Verspätungen war die Anfangszeit für Owen Pallett im etwa 7 min entfernt gelegenen Burghof schon verstrichen bevor ich mich überhaupt in Bewegung setzen konnte. Aber ich ließ mich (entgegen meinem Naturell) nicht verrückt machen. Als ich vor dem Eingang zum Burghof stand (wo man natürlich die Musik genauso gut hören konnte wie drinnen), ging gerade mit Pauken und Trompeten die Sonne unter und dem Schauspiel widmete ich für die nächsten Minuten meine ganze Aufmerksamkeit. Alle, die schon Owen Pallett live erlebt haben, werden mir zustimmen, dass dies eine herrliche Kombination ist - seine etwas verrückte und mitreißende Musik und ein so wunderbares Naturschaupiel.


Im Hof gab es eine große Gruppe, die sich wirklich vom Spektakel auf der Bühne ganz mitreißen ließ und die Musik bejubelten (neben denen weiter hinten, die es als Soundtrack zu essen, trinken uns schwatzen nahmen, was aber alles gut zusammen passte). Owen selbst machte den Eindruck, als würde er gerade von ein paar Kumpels überredet worden sein, doch etwas zu spielen. Gerade vom Ballspiel am Strand zurückgekommen und mit Sonne aufgetankt. Auf der Bühne stand er barfuß und hüpfend und schien eine gute Zeit zu haben. Freilich ist das bei ihm in dem Moment ja trotzdem voll professionell (er spielt einfach zu viele Konzerte als dass es anders sein könnte) - aber auch immer ganz auf das Publikum bezogen. Und das schloß er für diese Stunde in seine Arme. Ich konnte trotz Verspätung noch ganz leicht bis zur ersten Reihe vordringen und mich von diesem Teufelsburschen bezaubern lassen. Vom Balkon des Gebäudes mit dem Saal, sahen auch einige der anderen Künstler zu, die selbst auf dem Festival schon aufgetreten waren. Auf der Bühne war außer ihm noch sein Mann am Bass Matt Smith.


Setlist Owen Pallett
01: Audience 
02: Arctic 
03: Scandal 
04: Dog 
05: Soldiers 
06: Tryst 
07: Seven 
08: Infernal 
09: Riverbed
10: Elsewhere
11: Win & Regine 
12: Many Lives 
13: This Modern Love



nächste Tourdaten:
Lausanne 21.08.
Storkow 22.08.
Brecon Beacon 23.08.
Frankfurt 25.08.
Berlin 26.08.
Edinburgh 28.08.
Gdansk 30.08.
Bergen 02.09.
Essen 05.09.
Essen 06.09.
Raleigh 12.09.



Nach Owen, der sich ziemlich genau an die geplanten Zeiten hielt, war nun also für mich der Moment gekommen, endlich etwas mehr des neuen Materials von Sea & Air zu hören und zu sehen und auch das erste Mal den Saal als Festivalraum zu sehen. Ich denke, der Saal war für die Art Musik, die Sea & Air mitgebracht hatten, eine perfekte Bühne und obwohl wir Zuschauer mehrfach Zeugen davon wurden, wie Songs ein zweites Mal angesetzt werden mussten und auch wie eine Saite riß, fand ich das Konzert rund und gelungen.


Das neue Material hat mich sofort wieder am Haken (auch wenn ich immer noch nur Ausschnitte kenne, weil ich meine erworbene CD ohne Abspielgerät nicht hören kann) - das war wohl ganz tief drin für mich das wichtigste. Die Chemie zwischen Band und Publikum war super und fast ein bisschen übermütig und sicher haben diejenigen, die Sea & Air zum ersten mal sahen, sich in diesem Rahmen so richtig anfixen lassen können. Auch wenn es keine perfekt inszenierte Bühnenshow war. Aber die Bühne war wieder voller Instrumente wie Gong und Pauke und Cembalo/Harmonium-Multi, um nur einige zu nennen. Die beide so einsetzten, dass es einen einmaligen und wunderbar mitreißenden Sound ergab.


Daniel und Eleni gingen zum Glück flapsig über die Pannen hinweg und hatten auch sonst einige Sprüche parat: Indiekinder - willkommen im Mainstream war die Ansage zu dem Track, der schon vor erscheinen des ganz frischen Albums Evropi öffentlich gemacht worden war: Should I care. Und irgendwie stimmt das ja auch, denn es ist ein richtig hymnischer Ohrwurm. Später bei Yeah, I know sollten wir 20täusiges Publikum imitieren und entsprechend mitsingen, was wir natürlich taten und was schließlich auch zur Überbrückung für die nötige Stimmpause bei den Instrumenten (aus)genutzt wurde.


Und die Zugabe war ein von mir sehr geliebtes Lied - also ein besonderes Geschenk - in einem wieder neuen und sehr passenden Gewand. Fast sakral mit Gong und Wehklagen eingeleitet hat es mich ganz umgehauen. Zweimal musste ich sehr an Christoph denken - einmal, als sich direkt hinter mich (echt auf die Pelle gerückt nah, was im Raum nicht not tat) zwei Quatschnasen gestellt hatten, die alles auf der Bühne kommentieren mussten. Und als ich feststellte, dass das Konzert mit dem ersten Track des aktuellen Albums begonnen hatte...

Setlist:
01: We all have to leave someday
02: Lady evropi

03: Should I care
04: Do animals cry
05: hahahahahaha
06: Yeah I know
07: Pain is just a cloud
08:
09:
19: Mercy
11: Heart of the Rainbow

12: Take me for a ride (Z) 



Tourdaten:
21.08. Tübingen - Sudhaus Waldbühne
22.08. Storkow - Alinae Lumr Festival
24.08. Berlin - Klunkerkranich
25.08. Hamburg - Uebel & Gefährlich Dachterrasse
26.08. Köln - Yuca
27.08. München - Cord Club


Als ich aus dem Saal wieder in den Hof trat, war Ásgeir dabei, alle dort mit seinen isländischen Weisen zu verzaubern. Leider hat er ja inzwischen alles verenglischt, um besser verstanden zu werden... Er war mit ganzer Band auf der Bühne und etwas rockig aufgestellt (so wie ich es in Karlsruhe erlebt hatte). Und das passte sehr gut in die späte Stunde dieses Festivals. Ich war aber nur eher passiv dabei und noch mit dem bisher gehörten innerlich sehr beschäftigt. Aber auch als quasi Soundtrack habe ich die Show sehr genossen.

Aus unserem Archiv:
Tag 1
Tag 3 
Owen Pallett, Karlsruhe, 30.11.14
Owen Pallett, Köln, 29.11.14
Owen Pallett, Dresden, 17.06.14
Owen Pallett, Paris, 11.12.12
Owen Pallett, Düsseldorf, 26.05.12
Owen Pallett, Eindhoven, 11.11.11
Owen Pallett, Köln, 23.06.11
Owen Pallett, Paris, 22.02.11
Owen Pallett, Eindhoven, 18.02.11
Owen Pallett, Paris, 01.06.10
Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10
Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10

Sea + Air, Karlsruhe, 03.10.13
Sea + Air, Ludwigsburg, 30.11.13
Sea + Air, Karlsruhe, 21.07.13
Sea + Air, Mannheim, 31.05.13
Sea + Air, Darmstadt, 03.03.13
Sea + Air, Köln, 24.10.12

Ásgeir Trausti, Karlsruhe, 08.07.13 



 

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