Montag, 9. Januar 2012

My Year In Lists: die 10 besten Konzerte des Jahres (Frank)

Die 10 besten Konzerte des Jahres von Frank von pretty-paracetamol

Das mit mir und den Konzerten war in diesem Jahr gar nicht so einfach. Ganz abgesehen davon, dass ich aufgrund meines Fernstudiums nicht mehr so viel freie Zeit übrig hatte, um mir die Nächte um die Ohren zu schlagen, es gab doch tatsächlich eine Phase Anfang des Jahres, in der ich auch kaum Lust verspürte, mir Livemusik anzuschauen. Viele gute Bands und schöne Abende gingen mir so durch die Lappen. Mist! Aber gegen Sommer legte sich diese alberne Marotte und ich war wieder willens, mehr Musik zu sehen. Und der Sommer sollte noch manche Überraschung parat haben.

01: Sufjan Stevens, Barcelona

Im Frühjahr fuhren wir zum zweiten Mal nach Barcelona. Das Primavera Sound Festival ist eines der angenehmsten Festivalgelände, die ich kenne. Gut, ich kenne nicht so viele, aber ohne Untertreibung, Verkehrsanbindung, Organisation, Ablauf,
Auslauf, das passt schon sehr gut zusammen. Pulp waren der letztjährige Hinfahrgrund, ein anderer überraschte jedoch mit einem fulminanten Auftritt, der mich die übrigen Festivalbands beinahe Bands sein ließ. Sufjan Stevens, der Vogelmann.

Es war unser erstes richtiges Konzert des Festivals, und es fesselte uns zwei Stunden lang an die gepolsterten Theatersessel. Der Amerikaner, der so abgedrehte Dokumentationen über Highways produziert, die – bestimmt künstlerisch auf allerhöchstem Niveau – mich so überfordern, dass ich sie mir in einem Stück nicht anschauen kann, setzte das Maß der Dinge.

Es war der Donnerstagabend. Im Internet reservierten wir Tickets für das Auditorium, einem Theater- und Konzertsaal mit begrenzter Sitzplatzkapazität und enormer Akustik. Dort sollte Sufjan Stevens um halb acht auftreten. Sein Konzert wollten wir uns ansehen, parallel lief auf den anderen sechs Bühnen nicht viel, was wir großartig verpassen würden. Also stellten wir uns eine Stunde vorher an, ließen die Taschenkontrolle über usn ergehen und kamen pünktlich um halb acht Im Saal an. Wir ergatterten uns noch Sitzplätze in der dritten Reihe und ließen uns gemütlich nieder. Das wir die nächsten knapp drei Stunden hier verbringen würden, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Egal, nachdem Dj Stitch das Vorprogramm darbot, gab es diese unglaubliche Stevens Show, die ich nicht in Worte fassen kann. Konfetti, Filmchen, Engelsflügel, ach, alles fällt mir gar nicht mehr ein.

02: Elbow, Köln

Der zweite konzertiale Jahreshöhepunkt waren Elbow. Es war das Konzert, das mir direkt dieses Gänsehautkribbeln bescherte. An diesem Abend passte alles, die Vorband, das Publikum, die Musik. Guy Garvin und Kollegen verzauberten die Live Music Hall spätestens mit „Mirrorball“. Ich war gefangen und wachte erst anderthalb Stunden wieder auf. “We’ve got open arms for broken hearts“ Das passierte mir dieses Jahr nicht so oft. Eigentlich funktionierte das nur in den wenigen Konzert-Kurzurlauben, in denen ich etwas abschalten konnte. 2011 war ich zu sehr mit anderen Dingen ausgelastet, um mich auf die Konzerte einzulassen. Konsequent sind daher die Plätze drei und vier.

03: Bettie Serveert, Amsterdam

Wieder Barcelona und erstmals Amsterdam. Bettie Serveert spielen „Palomine“, ihr
Debüt Album. Als ich die Ankündigung las war mir klar, da muss ich hin. Dass es dann im Paradiso trotz sehr warmer und schwüler Spätsommertemperaturen und einem sehr vollem Magen vom Abendessen (amerikanisch) im Restaurant gegenüber so gut werden würde, hätte ich dennoch nicht gedacht. Und als wir im Anschluss noch einer knappen Stunde zwei Stockwerke höher noch Port O’Brien reloaded a.k.a. Waters sehen konnten, war der Konzertabend perfekt.

04: Warpaint, Primavera Festival

Wie man um 18 Uhr als erste Band auf einer großen Festivalbühne tausende von
Menschen verzaubern kann, zeigten uns Warpaint. Es war windig, der Sand wehte über unsere Köpfe und es war eigentlich noch zu früh am Abend für den typischen Warpaint Bass. Egal, es funktionierte und das Konzert war so beeindruckend, dass ich mir lange überlegte, ob ich sie mir Wochen später in der Kulturkirche anschauen solle. Nicht, das ich mir den tollen Konzerteindruck durch ein gutes Kulturkirchenkonzert versaue. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Warpaint nie mehr so gut wie an diesem Abend in Barcelona sehen werde.

05: Trail of dead / Rival Schools / Asobi Seksu, Luxemburg

Luxemburg ist konzerttechnisch immer eine reise Wert. Die Rockhal liegt am
südlichen Stadtrand, wunderbar mit dem Auto zu erreichen. An diesem Tag fuhren wir gerne die zwie Stunde durch die Eifel, des Triple Rival Schools, Asobi Seksu und .... and you will know us by the trail of dead versprach höchste Unterhaltung. Interessanterweise sahen das die Luxemburger nicht so, der Konzertraum war gerade mal knapp zur Hälfte gefüllt. Uns war das egal, umso entspannter konnten wir den Abend verbringen. Noch angenehmer wäre er geworden, wenn Walter Schreifels nicht eine halbe Stunde lang mit einer Mischung aus Schweißgeruch und Whiskeyfahne hinter uns gestanden hätte, um sich Trail of dead anzusehen. Na ja, Rock’n’Roll halt.

06: Sebadoh, Köln
09: Antlers, Köln
10: Esben and the witch, Köln

alle Fotos von Frank




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