Freitag, 14. August 2009

Loney, dear, Haldern-Festival, 14.08.09


Konzert: Loney, dear
Ort: Haldern-Festival
Datum: 14.08.2009
Zuschauer: sehr viele
Dauer: 60 min



Aus unserer Begeisterung für Emil Svanängen alias Loney, Dear machen wir auf dem Konzerttagebuch kein Geheimnis. Zigmal haben wir ihn inzwischen gesehen und immer hat er durch seinen Charme, seinen Humor und seine Hingabe imponiert. Ob er ein so großartiger Songwriter wie Sufjan Stevens oder Conor Oberst, oder ein solch virtuoser Musiker wie Andrew Bird ist, muß an dieser Stelle gar nicht entschieden werden, denn was bei Emil besonders ausgeprägt ist, ist sein großes Herz und das zählt. Sobald er loslegt, geht förmlich die Sonne auf, obwohl einige seiner Lieder in moll gehalten sind.

Grund zu strahlen, hatte man auch 2009 beim Genießen des Halderners Konzertes von Loney Dear reichlich. Denn Emil hatte mit Malin und Susanna nicht nur gleich zwei charmante Damen mitgebracht (Percussions, Keyboard, Gesang, Gitarre), sondern auch seinen Freund Patrick Watson als Verstärkung eingeladen. Loney Dear with Friends hieß es dann auch sinnigerweise im Programmheft. Aber Freunde, ja Fans des Schweden, sind wir hier in Haldern sowieso irgendwie alle. Oder etwa nicht? Welcher Stammgast hat denn nicht noch die fulminanten Auftritte der letzten beiden Jahre in bester Erinnerung? Seit dem Konzert im Spiegelzelt 2008 ist aber auch schon wieder sehr viel Wasser den nahegelegenen Rhein runtergeflossen und mit Dear John gab Anfang des Jahres sogar ein neues Album. Davon stammten dann auch logischerweise die meisten Titel des gut einstündigen Sets und auf Grund der Qualität der Neulinge wurde auch das Fehlen von Klassikern wie I Am John, Saturday Waits oder Innocent Girl Ignorant Boy gut kompensiert. Elektronischer sind sie geworden, die neuen Sachen von Emil, allen voran die Singleauskopplung Airport Surroundings oder das phasenweise technolastige Under A Silent Sea,
was aber auf der großen Bühne keinesfalls ein Nachteil war. So nämlich konnte die Wiese besser und druckvoller beschallt werden, als dies mit ausschließlich intimen und ruhigen Folkstücken möglich gewesen wäre. Prima Stimmung also und allein schon das wundervolle Summers rechtfertigte die erneute Verpflichtung des Schweden. Ein Lied, das so unglaublich unschuldigen Pop bietet, daß romantisch veranlagte Leute wie ich ein leichtes Kribbeln im Bauch bekamen! Klar ging es auch hier nicht ohne einen obliagatorischen Nanana-Singalong ab, aber wer dem Blondschopf deshalb schwache Texte vorwurft, tut ihm Unrecht. Es ist ohnehin nicht nachvollziehbar, warum Loney Dear von ein paar verkniffenen Folkmusik-Kritikern dafür kritisiert wird, das er weniger ernsthaft und depressiv auftritt, als einige seiner Kollegen. Darf es denn keine Mitsingnummern wie The Meter Marks OK geben, wenn man ihm Folkgenre als As gelten will? Für uns auf dem Konzerttagebuch stellen solche Kleinigkeiten kein Problem dar. Wir mögen zu Recht umjubelte stoische Singer/Songwriter wie Will Oldham oder Bill Callahan genauso gern wie einen Emil Svanängen, der ohnehin gut daran tut, sich nicht festzulegen, ob er Pop, Folk, oder Indie macht. Und volksnah ist er geblieben, der persönliche Verkauf von CDs am Bühnenrand nach dem Konzert belegte dies eindrucksvoll!

Wir sehen uns hoffentlich 2010 wieder, lieber Emil!

Setlist Loney, Dear, Haldern-Festival:

01: I see the darkness
02: I was only going out
03: Everything turns to you
04: Summers
05: Airport surroundings
06: Under a silent sea
07: Carrying a stone
08: The meter marks ok
09: Violent

10: Sinister in a way of hope (Z)

Links:

Aus unserem Archiv:

- Loney Dear am 22.04.2009 in Paris
- und am 03.03.2009 in Paris

- Loney Dear im Pariser Motel am 27.01.2009
- in Haldern 2008
- Loney Dear in Frankfurt, Mai 2008
- Loney Dear Im Olympia beim Pariser Festival des Inrocks
- in Haldern 2007
- in der Pariser Boule Noire 2007
- Fotos von Loney Dear aus Haldern




1 Kommentare :

oliver r. hat gesagt…

"Das liebste Kind von Haldern" hatte der Moderator Patrick Watson angekündigt. Von König war nicht die Rede. Der liegt doch bekanntlich auf einem Friedhof in Los Angeles :)

Ohnehin muss ich Dir bei Watson widersprechen, der ist gut, wenngleich nicht so stimmungsaufhellend und euphorisierend wie Loney, Dear.

 

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