Mittwoch, 7. Oktober 2026

"Come as you are" Festival - Effenaar/Eindhoven - 03.10.2026

 


Konzert: "Come as your are"-Festival
Ort: Effenaar/Eindhoven
Datum: 03.10.2026
Dauer: 1 Tag
Zuschauer: ca. 1.400 ausverkauft


Tagesfestivals in kleineren Hallen sind in Deutschland ja nahezu unbekannt. In den schönen Clubs unserer niederländischen Nachbarn sind sie fester Bestandteil der Szene-Kultur. Thematisch unterscheiden sich die Konzertserien wie "Fuzz-Club", "London-Calling" und hier das "Come as you are"-Festival in Eindhoven natürlich erheblich. Was bleibt, ist eine tolle Atmosphäre, mit vielen Newcomern am Nachmittag, und größeren, etablierteren Acts am Abend.  

"Fiep" sind so eine tolle Newcomer-Band aus dem unendlichen Amsterdamer Kosmos. Ich durfte sie bereits beim Misty Fields Festival bewundern, und auch heute haben sie nichts von ihrem Charme und den guten Indiesongs verloren. TIP: Nightshop


Nach einer klassischen, frittierten Stärkung am extra aufgebauten Pommesstand dann eine kleine Überraschung: "Republica" sind zurück. Ausgestattet mit zwei echten Welthits, gibt es eine lupenreine Zeitreise in die 90er. Einige der neuen Bandmitglieder/innen waren da allerdings noch gar nicht geboren. Frontfrau Saffron Sprackling und der bereits sehr gut gefüllte Saal haben Spaß und schwelgen bei "Drop that gorgeous" und "Ready to go" in Erinnerungen.

Im Anschluss wird es dann für mich etwas emotional. Die "Afghan Whigs" sind eine der Bands, die mich niemals langweilen. Seit 1992 habe ich unzählige Konzerte besucht und mich immer wieder von ihrem souligen, intelligenten Rock mitreißen lassen. Frontmann Greg Dulli schreibt auch nach der langen Pause der Band immer noch fantastische Songs, die auch heute Abend gegen die alten Kracher sehr gut bestehen können. 



Seit Ewigkeiten werden nochmal Schätze aus ganz alten Zeiten ausgepackt. "What jail is like", "I`m her slave" und "My enemy" sind unzerstörbare Klassiker und zeigen die Whigs live wieder als rollenden Zug, den keiner aufhalten kann. Dazu die Highlights der neuen Platte. Das groovende "Duvateen", "House of I" und "My lover". 

Diese Tour spart sich die, sonst auch immer tollen Streicher und Bläser. Zum Jubiläum gibt es die rockige Version der Band zu bewundern. Leider war die Spielzeit aufgrund des Festivalrahmens auf 60 Minuten begrenzt. Ich hätte noch stundenlang lauschen wollen.


"Shame" haben es danach etwas schwerer. Ihr Post-Punk wirkt etwas beliebiger als in ihren Anfangstagen. Dazu kommen große technische Probleme, die zu mehreren Unterbrechungen führen. Da kann keine Stimmung aufkommen.

 
Als besonderes Schmankerl präsentiert das Festival dann zu später Stunde noch eine Stunde "Nirvana" live. In Perfektion vorgetragen von der niederländischen Band "Paceshifters". Diese touren mit diesem Konzept durch niederländische Clubs, haben aber auch schon selber diverse Alben veröffentlicht. Es macht höllischen Spaß, diese Klassiker live zu erleben. Die Wucht und pure Energie sind in jeder Sekunde spürbar.  


Es war wieder ein wunderschöner, perfekt organisierter und entspannter Tag in Eindhoven. Lasst Köln links liegen und besucht mehr Konzerte und Festivals in den Niederlanden. Es lohnt sich.



 

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