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Sonntag, 7. Oktober 2012

Sera Cahoone, Paris, 3.10.12

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Konzert/Concert: Sera Cahoone
Ort/Lieu: Boutique Fargo, Paris
Date: 3.10.12
Spectateurs environ 25-30
Durée du concert: à peu près 30 minutes




C'est devenu une bonne et agréable habitude. Suivre les showcases intimistes dans la jolie Boutique Fargo, 42 rue de la Folie Méricourt, où on trouve une collection très vaste de vinyls, CDs, beaux livres, affiches de concert rares et magazines de musique anglais.


Michel, le sympatique patron du prestigieux label (Ryan Adams, Andrew Bird, Alela Diane et plein d'autres ont publiés des disques sur Fargo) et de cette magnifique boutique, invite régulièrement des artistes de son label ou des amis stylistiquement proches. Des musiciens de grande qualité y sont passés ces derniers années. Alela Diane (photo), Damien Jurado, Syd Matters, Josh T. Pearson, Chad van Gaalen,Villagers, Mariee Sioux, Deer Tick, Dan Mangan, Tift Merrit et bien d'autres encore. A chaque fois c'était mémorable et très beau.


La souriante Sera Cahoone ne dérogeait pas à cette règle. Son showcase d'environ 30 minutes était particulièrement douce et envoûtante. Avec une guitare acoustique, un peu d'harmonica et sa voix extrêmement agréable et belle, elle interpréta les sublimes morceaux de son actuel album Deer Creek Canyon. Je connaissais pas encore l'artiste, pourtant auteur de trois d'albums, ancienne batteuse de Band Of Horses et Carrisa's Wierd et signé sur le label très renommé Sub Pop, mais je tombais immédiatement amoureux de sa sincérité, authenticité et chaleureusité.

Des morceaux comme Worry All Your Life  ou Naked nous mettaient du baume au coeur. 

  Sera Cahoone - Naked by SubPop  

  Sera Cahoone - Deer Creek Canyon by SubPop



C'était du country moderne et assez pop avec des mélodies imparables. S'il n'avait pas un problème technique on aurait même pu profiter d'un peu de pedal steel, joué normalement par son partenaire musicale Jason, qui devrait donc de se contenter de jouer la deuxième guitare acoustique sur quelques titres. Les deux harmonisaient bien ensemble et lui apportait le "wildwest feeling" avec son chemise a carreaux et ses boots cowboy.

Ma chanson préféré fut Every Little Word, titre mélancolique doté d'une mélodie impeccable qui était non sans rappeler les meilleurs moments de Neko Case.

Après ce chouette concert, il y avait l'occasion de discuter un peu avec l'artiste, d'acheter des disques, de feuilleter dans des bouquins.

Bref, c'était encore une fois super sympa!

Setlist Sera Cahoone, Showcase Fargo, Paris

01: Baker Lake
02: Last Time 
03: Naked
04: Worry All Your Life
05: Only As The Day Is Long
06: Deer Creek Canyon
07: Every Little Word
08: Couch Song
09: Nervous Wreck





Samstag, 21. April 2012

Mariee Sioux, Paris, 20.04.12

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Konzert: Mariee Sioux

Ort: Boutique, Fargo, Paris
Datum: 20.04.12
Zuschauer: etwa 40
Konzertdauer: 35-40 Minuten


Noch mal Mariee Sioux, nochmal wundervoll! Am Freitag präsentierte sich die Kalifornierin in der schönen Fargo Boutique und spielte mit ein wenig Unterstützung durch ihre zwei Begleitmusiker ein ganz sanftes Akustik-Set. Zum Davonschweben!

Setlist Mariee Sioux, Showcase Fargo:

01: Ghosts On My Heart
02: Swimming Through Stone
03: Flowers And Blood
04: Tule
05: Old Magic



Montag, 9. April 2012

Lisa Hannigan, Paris, 6 & 8. 04.12

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Konzert: Lisa Hannigan
Ort: Fargo & Galsrock, Paris

Datum: 6 & 8.04.2012

Zuschauer: bei Fargo etwa 30, bei Galsrock mindestens 60-70

Konzertdauer: jeweils etwa 30 Minuten



An so etwas merkt man dann doch, daß Paris eine Kulturhochburg ist. Wo bekommt man schon eine solch exquiste Sängerin wie die Irin Lisa Hannigan an drei verschiedenen Tagen gratis und in einem intimen Ambiente geboten?

Freilich musste man gut informiert sein, um davon zu wisssen. Es empfahl sich, meine Konzerttipps für Paris gelesen zu haben. Aber selbst mir entging, daß Lisa am 5. April in der englischen Buchhandlung Shakespeare & Company akustisch vom Leder gezogen hatte.


Das Konzert im schönen Fargo Recordstore am 6. April hatte ich mir aber frühzeitig notiert. Es fand um 18 Uhr statt und ich kam genau pünktlich dort an. Lisa hatte es sich auf dem Tresen (halbwegs) gemütlich gemacht und spielte zunächst Mandoline. Vor ihr standen etwa 20 bis 30 Musikfans, die mucksmäuschentill das akustische Set mitverfolgten und von der wahnsinnig hübschen Stimme der Irin ziemlich geplättet schienen. Die stilvolle Dame mit den Rehaugen und den feinen Zügen performte Stücke ihres aktuellen Albums Passenger aber auch einen alten Song vom Erstling Sea Sew.


Mit würzig-rauchiger Stimme und immenser Inbrunst spielte sie auch Little Bird & Knots, zwei Lieder, die die Pariser Videoseite lehiboo in einem Baugraben (!) und vor dem Eiffelturm bei Nacht gefilmt hatte. Lisa berichtete schmunzelnd von dieser kürzlich stattgefundenen Episode.

Obwohl ihr in Paris der Duettpartner des Album, Ray Lamontagne, fehlte, spielte sie das Stück O Sleep und schaffte es auch ziemlich gut, die rauchige Männerstimme zu ersetzen.




Dann musste ich auch schon los zu meiner Meditationsstunde und ging kurz bevor bei Fargo Schluß war.

Am Ostersonntag schließlich stand Lisa Hannigan erneut auf einer improvisierten Bühne, dieses Mal im CD-Laden Galsrock im Pigalle Viertel. Hier war es aber so voll, daß man in den eigentlichen Raum gar nicht mehr rein kam und vom Eingangsbereich aus dem Konzert zuhören konnte (musste), ohne allerdings etwas zu sehen. Sehr störend und unhöflich, daß sich ausgerechnet ein 1,90 m großer Kerl mitten in den Türrahmen stellte. Hätte er sich zivil verhalten, hätten die anderen Leute zumindest noch einen Teil des Kopfes von Lisa sehen können, so aber glotzte man auf seinen Rücken.

Was man hören konnte, enstsprach dem Set von Fargo. Das war minimalistisch, gefühlvoll, warmherzig und vor allem sehr schön.

Vielleicht erlebe ich das Ganze ja noch einmal zu besseren Bedingungen als bei Gals Rock? Wer weiß...

Ausgewählte Konzerttermine Lisa Hannigan:

19.04.2012: Binnenstad, Motel Mozaique 2012, Rotterdam
22.04.2012: Paradiso, Amsterdam
23.04.2012: Doornroosje, Nijmegen
24.04.2012: Grünspan, Hamburg
25.04.2012: La Fléche d'or, Paris
27.04.2012: Theaterhaus, Stuttgart
28.04.2012: Ampere, München
29.04.2012: Das Bett, Frnakfurt
03.05.2012: Bi Nuu, Berlin
04.05.2012: BeatPol, Dresden
06.05.2012: Chaya Fuera, Wien
08.05.2012: Blue Lézard, Lausanne
10.05.2012: abart, Zürich
11.05.2012: Gebäude 9, Köln
12.05.2012: Botanique, Brüssel


Freitag, 10. Februar 2012

Big Deal, Paris, 09.02.12

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Konzert: Big Deal
Ort: Boutique Fargo, Paris

Datum: 09.02.2012
Zuschauer: etwa 30
Konzertdauer. etwa 35 Minuten




Sehr schöne Menschen sind das. Beide. Sowohl die umwerfend attraktive Blondine Alice Costelloe als auch ihr brünetter musikalischer Partner Kacey Underwood. Beide zusammen formen sie das Duo Big Deal und gaben heute einen intimen Showcase im Fargo Recordstore in Paris. Natürlich hatte ich nur Augen für die Dame, wer will es mir verdenken, bei den himmlisch blauen Augen und dem rot geschminkten Schmollmund (echt im Gegensatz zur Silikonschnute von Lana Del Rey) von Alice. Ganz dicht stand ich dran als die beiden mit zwei Akustikgitarren unplugged vom Leder zogen und sehr zärtliche und sentimentale Lieder aus dem Ärmel schüttelten. Songs, die auf ihrem ersten Album Lights Out drauf sind. Davon performten sie Chair, aber auch Talk, Homework, Swoon und Locked Up und bezauberten auf Anhieb. Das Ganze klang so persönlich, so sanft und tröstlich. Man höre nur das Kleinod Homework und verstehe dann besser, warum ich schwärme. Verblüffend, mit welch wenigen Mitteln die beiden Musiker Emotionen schürten und unsere Herzelein bei der derzeitigen Schweinekälte wärmten. Zwar zeugten die eher simplen Texte nicht gerade von Shakespearscher Dichtkunst, aber die Worte klangen aus ihren Mündern so authentisch und wahrhaftig, daß man keinen Zweifel hatte, daß sie ihre Seele reinlegten.

Homework by Big Deal

30 Minuten schwelgen mit Big Deal, das Ganze auch noch gratis und in angenehmer Gesellschaft von tadellos stillen Zuhörern, was will man eigentlich mehr? Nun, ein elektrisches Konzert von Big Deal! Im März kommen sie nach Paris zurück und dann werden sie auch E-Gitarren dabei haben. Auch in Deutschland werden sie Station machen. Seid keine Frösche, seid dabei!





Mittwoch, 25. Januar 2012

Craig Finn, Paris, 24.01.12

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Konzert: Craig Finn

Ort: Fargo Store, Paris
Datum: 24.01.2012

Zuschauer: etwa 25

Konzertdauer. etwa 35 Minuten



Wenn Menschen aus nichtkünstlerischen Berufen ein schweres Herz haben, vertrauen sie sich in der Regel einem Psychologen an. Wenn an Musikern die Seelenpain nagt, schreiben sie traurige Songs, um sich zu erleichtern. So geschehen im Falle von Craig Finn, der hinsichtlich der Lieder seines ersten Solalbums Clear Heart Full Eyes dem angesehenen Uncut Magazin folgends sagte: "I turned 40 in August and wanted to reflect the quieter moments, those softer fears and anxieties."

Aha, die sanfteren Sorgen und Ängste also, wohl in Abgrenzung zu seiner Arbeit mit seiner rockigeren Band The Hold Steady, wo er dann sicherlich die aggressiveren Ängste bekämpft, in dem er sie durch scheppernde, ordentlich rumpelnde Songs verarbeitet.

Heute in Paris zeigte sich Craig von seiner besinnlicheren, intimeren Seite und zog vor etwa 20- 25 Leuten im schönen Fargo Record Store akustisch vom Leder. Ich war zu spät gekommen, weil ich vorher noch zu lange mit meiner Psychologin geplappert hatte (ich sollte Singer/Songwriter werden, dann kann ich mir die Sitzungen vielleicht sparen) und verpasste etwa 10 Minuten des feinen Sets. Dennoch sollte ich es nicht bereuen, nach Oberkampf gefahren zu sein, denn Craig, der zusammen mit einem Pedal Steel Gitarristen erschienen war, bot wirklich ein sehr nahegehendes Konzert, daß er mit knarzig-warmer, whiskeygetränkter (obwohl er hinterher statt Whiskey Bier aus einem Humpen trank) Stimme vortrug. Er klang fast wie Tom Petty,Bruce Springsteen, oder John Cougar Mellencamp, auf jeden Fall wie einer dieser alten Haudegen, bloß daß Craig Finn im Gegensatz zu den Genannten fast niemand kennt.

Auf solche Mainstream-Acts wollte sich Craig Finn hinsichtlich seiner Einflüsse auch nicht berufen, sondern nannte (gegenüber Uncut) stattdessen geschmackssicherere Americana- Legenden wie Townes Van Zandt, Warren Zevon und Neil Young. Aber das hier heute war letztlich vor allem sein eigenes Ding. Es waren seine persönlichen Geschichten die er da singenderweise beschrieb, auch wenn die Texte nicht immer unbedingt autobiografisch gewesen sein mögen. Es ging oft um Einsamkeit, Entfremdung, Selbstfindung, aber auch um Gott. Jesus kam gleich mehrfach vor, nicht nur in dem gelungenen Stück New Friend Jesus. Mit einem schelmischen Lächeln kommentierte Finn anschließend, daß er gestern beim Gig im Ramones Museum in Berlin auf die Idee gekommen sei, statt Jesus vielleicht lieber Jay-Z zu singen, daß hätte mehr Pfeffer.

Sehr schön waren auch Western Pier und Honolulu Blues und die meisten Zuschauer hätten deshalb auch noch deutlich länger zuhören können. Aber Craig Finn hatte nicht ewig Zeit, schließlich befand er sich mitten in einer kleinen Promotour, die ihn am darauffolgenden Tag auch noch nach London führte.





Wer wie ich den Hold Steady Sänger mit seinem Soloalbum live erleben will, hatt am 26. März in Berlin die Gelegenheit dazu. Da wird der in Minnesota groß gewordene Mann die Felice Brothers supporten. Sicherlich ein stimmungsvolles Konzert, auf daß man sich freuen kann!

Craig Finn, Konzerttermine

23.02.2012: Doornroosje, Nijmegen
26.03.2012: Postbahnhof, Berlin
27.03.2012: Tivoli de Helling


Fotos: Archiv




Freitag, 8. April 2011

Chad VanGaalen, Paris, 07.04.11

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Konzert: Chad VanGaalen
Ort: Fargo Record Store, Paris
Datum: 07.04.2011
Zuschauer: ungefähr 45-50
Konzertdauer: etwa 35-40 Minuten


In Paris lacht im Moment die Sonne aus jeder Ritze, aber die Folkfans der Seine-Metropole bevölkerten dennoch den brütend heißen Plattenladen von Michel Pamplune. Bei Fargo spielt im Moment einfach die Musik und wenn man Topkünstler in intimer Atmosphäre gratis sehen kann, dann ist die Entscheidung gegen das Straßencafé und für den Fargo Record Store schnell gefallen.

Heute zu Gast zwischen CDs, Vinylplatten und Musikbüchern: Chad VanGaalen, ein baumlanger kanadischer Singer/Songwriter, den alle Musikfans in Deutschland von lobpreisenden Artikeln auf dem Klienicum kennen. Der Bursche war heute erst in Paris eingeflogen, klagte über Müdigkeit und Jetlag, legte sich aber trotzdem voll ins Zeug und spielte großzügigerweise sogar insgesamt 7 feine Lieder. Mal auf der Ukulele, mal auf dem Banjo oder der Akustikgitarre performend, brillierte er mit (Falsett)- Stimme, schönen Melodien und kuriosen Texten. Besonders abstrus wurde es, als er bei einem neuen Stück texlich fragte: "maybe if I shave my pussy, you gonna love me?"...

Highlight war dennoch ein anderer Song und zwar Willow Tree, den er mit einer brüchigen Falsettstimme auf dem Banjo vortrug. "When I die I'll hang my head beside the willow tree when I'm dead is when I'll be free" wimmerte er und besorgte mir eine Gänsehaut, die sich gewaschen hatte.



Und er setzte gleich mit einem anderen wundervollen, auf der Gitarre gespielten Lied nach, in dem es textlich hieß: "Sarah wake me up." Definitiv die beste Phase des kurzen, aber sehr guten Sets, das mit I Changed My Name und Sing Me To Sleep beschlossen wurde.




In CD-Verkäufe ummünzen konnte Chad seinen Auftritt allerdings nicht, was schlicht und einfach daran lag, daß der Fargo Store keine Werke des Amerikaners vorrätig hatte. Das neue Album erscheint in Kürze, es wird Diaper Island heißen und sicherlich exzellent werden.

Setlist Chad VanGaalen, Fargo Store, Paris:

01: After The Afterlife
02: ? Lyrics: "Can't remeber your name"
03: Shave My Pussy
04: Willow Tree
05: ? Lyrics: "Sarah wake me up"
06: Changed My Name
07: Sign Me To Sleep

Link:

Sehr schöner Blogeintrag zu Chad Van Gaalen auf dem Klienicum, klick!




Donnerstag, 7. April 2011

Tift Merritt, Paris, 06.04.11

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Konzert: Tift Merritt
Ort: Fargo Store, Paris
Datum: 06.04.11
Zuschauer: bestimmt 50
Konzertdauer: etwa 30 Minuten


Tifft Merrit zu Gast in der Stadt der Liebe.

Das passt, denn die zierliche Amerikanerin mit den wundervollen blauen Augen hat einen besonderen Bezug zu Paris, hat hier einige Monate gelebt, Songs geschrieben und beherrscht auch die Sprache Molières.

Michel Pamplune, Chef des exquisiten französischen Folklabels Fargo und Besitzer der gut sortierten Boutique im Pariser Oberkampf-Viertel, hatte die gute Merritt zu einem intimen, akustischen Showcase geladen und die temperamentvolle Countrysängerin ließ sich nicht lange bitten, spielte spontan ein halbes dutzend Songs ihres letzten, außerordentlich tollen Albums See You On The Moon und zusätzlich ein neues, noch unveröffentlichtes Stück.

Etwa 50 Insider hatten sich gegen 19 Uhr in dem Laden eingefunden, schwitzten ob der großen Hitze und lauschten andächtig den herzerwärmenden Kompositionen der Amerikanerin. Tift peformte im Stehen und bewegte sich enorm viel. Mit Schwung und Körpereinsatz unterstrich sie die Leidenschaft ihrer Lieder, denen man anmerkte, daß sie authentisch und ungekünstelt waren. Auf dem letzten, von Tucker Martine (Laura Veis, My Morning Jacket) produzierten Album klingt das Ganze wesentlich stärker instrumentiert und arrangiert und deshalb war es ein Genuß, die Stücke in abgespeckter Version präsentiert zu bekommen.

Wundervoll allein schon der Titeltrack: "I'll see you on the moon, where everyone is well and you never have to wait if you got a story to tell..." intonierte die Merritt inbrünstig und ich nahm ihr jede Zeile ab. Trotz der vermittelten Emotionen wirkte das gespielte Material keineswegs schwülstig oder kitschig, sondern einfach nur bewegend und wunderbar tröstlich. Die Fans, die auf dem Boden und an den Seiten kauerten, kamen wirklich auf ihre Kosten (die sie nicht hatten, der Showcase war gratis) und hinterher ging auch so manche Platte und CD von Tift über den Ladentisch.

Witzig: unter den Zuschauern war auch die großgewachsene Schwedin Frida Hyvönen, die inzwischen in Paris lebt. Vielleicht erfreut sie uns ja auch irgendwann mit einem intimen Konzert. Die Dame braucht allerdinsg ein richtiges Piano, logistisch wird das also schwieriger als bei Tift Merritt, die lediglich ihre Stimme, eine Akustikgitarre und eine Mundharmonika brauchte...



Donnerstag, 10. Februar 2011

Deertick & Dolorean & Tift Merritt, Paris, 08.01.11

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Konzert: Deertick & Dolorean & Tift Merritt, Fargo All Stars # 4

Ort: La Flèche d'or, Paris

Datum: 08.01.11

Zuschauer: gut besuchte Veranstaltung



Das exquisite Pariser Folklabel Fargo hatte zur vierten All Stars Night geladen und viele kamen. Es war zwar nicht brechend voll in der Pariser Flèche d'or, aber der Abend war doch ausreichend gut besucht, daß man von einem Erfog sprechen konnte.

Fargo steht seit Jahren für Qualität im Bereich Folk/Americana/ Alt. Country. Große Namen haben hier in der Vergangenheit Platten veröffentlicht. Andrew Bird, Ryan Adams, Ron Sexmith und so weiter und so fort. Die drei Letztgenannten sind zwar nun nicht mehr dabei, dafür aber etliche andere Hochkaräter wie z.B. Alela Diane (Foto, entstanden bei einem Showcase im Fargorecordstore) , Chris Garneau, Neal Casal, Jesse Sykes und vor allem die Stars des heutigen Abends, die jungen Raubeine von Deer Tick.

Deer Tick konnte man sicherlich als Headliner der All Stars Night # 4 bezeichnen, aber auch die anderen beiden Acts Tift Merritt und Dolorean waren erlesen.



Tift machte den Anfang. Die einzige Frau auf dem Programm und auch die Einzige, die nicht bei Fargo selbst unter Vertag steht. Sie war Ehrengast, wurde auf Grund ihrer musikalischen Nähe zu den Künstlern des Pariser Labels mit hinzugenommen. Und es stellte sich als eine gute Entscheidung heraus, Merritt mit ins Boot genommen zu haben. Die feurige Lady aus North Carolina trug mit kraftvoller Stimme und viel Temperament ihre Countrysongs abwechselnd an Klavier und Akustikgitarre vor. Ihre Ausstrahlung war außergewöhnlich. Obwohl nicht sehr groß gewachsen, hatte sie eine erstaunliche Bühnenpräsenz und viel Charisma (und schöne Beine, aber das nur nebenbei). Zudem sprach sie beachtlich gut französisch und konnte mit ein paar wohlplatzierten Sätzchen die Sympathien der Franzosen gewinnen ("I have to live here in Paris, one day..."). Musikfans, die ausschließlich auf kargen, brüchigen Folk fokussiert sind, könnten ihre Probleme mit Tift's kraftvoller Stimme und ihrer feurigen Art haben, diejenigen, die aber auch traditionelle Countrysängerinnen wie Emmylou Harris oder Patsy Cline mögen, dürften ihre Freude an Merritt haben. Für mich war die Musik von Tift eine Neuentdeckung, denn obwohl ich ihren Namen schon mehrfach aufgeschnappt hatte, kannte ich keine Songs von ihr. Dabei ist Tift Merrit alles andere als eine Debütantin. 4 zumTeil mit sehr beachtlichen Kritiken versehene Alben stehen zu Buche, darunter der letzte Output See You On The Moon aus dem Jahre 2010.

Ich ärgere mich im Nachhinein, keines der Machwerke am Merch erstanden zu haben, denn gerade mit dem letzten Song, den sie auf der Mundharmonika begleitete, hat sie mich ziemlich weichgekocht. Die Frau hat was, ich bleibe ihr auf den bestiefelten Fersen!

Mit Dolorean kam danach eine reine Männerband, die mitunter das Pech hat, ihren Namen falsch geschrieben zu sehen. Unaufmerksame Journalisten verwechseln sie oft mit den spanischen Chillwavern Delorean, aber musikalisch haben diese beiden Formationen herzlich wenig miteinander am Hut. Bei Dolorean haben wir es nämlich mit typisch amerikanischem Folkrock im Stile von Wilco zu tun. Die geerdet wirkenden Burschen stammen aus Portland, Oregan und waren auch mal eine Weile die Backingband des famosen Damien Jurado. Bei einem ihrer früheren Konzerte in Paris (ohne Jurado) hatten sie wohl das Pech, vor lediglich 5 Leutchen zu spielen, zumindest behauptete dies schmunzelnd der Sänger Al James. Heute nun mit etwa 300 Leuten eine wesentlich größere Kulisse und die knackigen Wildwest Rocknummern hatten auch definitiv genug Drive und Lautstärke, um eine größere Location zu beschallen. An dem Set gab es nichts auszusetzen, die Kompositionen waren gut und harmonisch, die Stimme von Al James sehr schön, die Orgel jubilierend, die Gitarren saftig, das Schlagzeug variabel. Das Einzige was man eventuell bemängeln konnte, war, daß ein klein wenig die eigene Identität fehlte. Einige Melodien erinnerten mich an Stücke von Ryan Adams , andere wieder an die bereits genannten Wilco. Der Mangel an Originalität wurde aber durch starke Songs kompensiert, die in der Mehrheit von dem aktuellen Output The Unfazed stammten.

Nun aber war die Zeit für die Headliner Deer Tick gekommen. Ich hatte sie im vergangenen September gleich zwei mal gesehen. Einmal elektrisch im Café de la Danse und einen Tag später akustisch im kleinen, aber feinen Fargo Recordstore (Foto rechts). Der Unplugged Gig war große Klasse, das "richtige" Konzert im Café de la Danse aber eine Enttäuschung. Sänger John McCauley war damals krank, litt unter einer Grippe und war stimmlich und körperlich geschwächt (fragt mich bitte nicht, wie er am nächsten Tag soviel besser drauf sein konnte!). Deshalb verkürzten die Amis aus Rhode Island auch ihr Set und ließen viele gute Songs aus.

Heute hatte er aber keine Grippe und das Konzert war dementsprechend wesentlich länger und dynamischer. Leider aber merkte man John McCauley recht deutlich an, daß er wieder mal zu viel Alkohol intus hatte. Und zwar schon bevor er die Bühne betrat. Ich hatte ihn bereits bei den Konzerten der anderen Bands im Publikum ausgemacht und da war mir schon sein glasiger Blick aufgefallen. Beim Auftritt selbst trank er dann Jack Daniels aus der Flasche, den er mit Cola runterspülte. Seine Stimme war also gut geölt, könnte man meinen, aber aufgepeitscht von dem hochprozentigen Stoff übertrieb er es manchmal. Folge war, daß er noch ein wenig krächziger klang als schon auf den Alben. Von einer schlechten gesanglichen Leistung möchte ich trotzdem nicht sprechen, nur etwas nuancenreicher hätte es sein dürfen. Sowieso klang hier und heute alles etwas anders als auf den Alben. Der Sound war bluesiger, noch stärker nach den 70 er Jahren klingend und von einer laut auftrumpfenden Hammond Orgel geprägt. Die Jungs schienen es darauf abgesehen zu haben, laut und dreckig zu klingen. Der bärtige Drummer prügelte demzufolge auch wie ein Wilder auf seine Felle ein, während Bassist Christopher Dayle Ryan und Gitarrist Ian O'Neil gewohnt schüchtern (und zudem wahnsinnig jung!) wirkten. John McCauley in der Mitte hatte optisch etwas von einem modernen Kurt Cobain. Dunkelblondes wuscheliges Haar, traurig blickende blaue Augen, Blue Jeans und schwarze Chucks, so stand er vor der Menge, die in der ersten Reihe ausschließlich (!) aus jungen Mädchen bestand. Ein Weiberheld der John, die Mädels werden das Wilde und Maßlose an ihm lieben.

Ein paar Sätze zu den gespielten Songs. Auffällig, daß nur ein einziger vom Zweitling Born On A Flag Day stammte. Stattdessen wurde der Schwerpunkt auf die Black Dirt Sessions gelegt und auch der Erstling War Elephant wurde mit drei Liedern hinreichend gewürdigt. Zu dumm allerdings, daß ausgerechnet mein Liebling, der Gassenhauer These Old Shoes, im Programm fehlte. Dafür gab es aber den Baltimore City Blues No. 1, den ich mir ein wenig emotionaler und hingebunsvoller gewünscht hätte. Er klang ein bißchen runtergenudelt und leidenschaftslos. 20 Miles hingegen wurde stark abgewandelt gespielt. Gewöhnunsgbedürftig, die Albumversion gefällt mir besser. Und dann die Orgel, sie war omnipräsent und für meinen Geschmack zu laut.

So schrammelten sich die Raubeine etwa 70 Minuten durch ihr Set, das keineswegs schlecht, aber auch nicht hunderprozentig überzeugend war. Irgendwie müssten es die Deer Ticks in der Zukunft hinbekommen , ihre Energie zu bündeln, an Feinheiten zu arbeiten und fokussierter zu werden. Ihre ungestüme Art müssen sie ja gar nicht unbedingt ablegen, sondern nur ein wenig professioneller werden. Und ein bißchen weniger trinken, stimmt's, John? Klingt spießig, ich weiß, aber als Mutter würde ich mir ein wenig Sorgen um meinen Sohn machen.

Die erste Zugabe sang übrigens der mächtig in die Breite gegangene Drummer Dennis Ryan. Auch so ein Heißsporn!

Wenn ich eine Note verteilen müsste: 7/10.

Setlist Deer Tick, Fargo All Stars # 4, Flèche d'or, Paris:

01: Bury Deep
02: Ashamed
03: 20 Miles
04: Baltimore Blues, No.1
05: Born
06: Hope is big
07: When She Comes Home
08: waitress
09: Me Me Me
10: Christ Jesus
11: Mange

12: Bring It OnHome To Me (Sam Cooke Cover)
13: La Bamba (war vorgesehen, wurde aber nicht gespielt)

Auf dem inzwischen in schlichtem schicken grau gehaltenen Klienicum gibt es einen kleinen Eintrag zu Dolorean aus dem Jahre 2007, klick!

Aus unserem Archiv:

Deer Tick, Paris, 15.09.10
Deer Tick, Paris, 14.09.10





Mittwoch, 15. September 2010

Deer Tick, Paris, 15.09.10

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Konzert: Deer Tick

Ort: Fargo Recordstore, Paris
Datum: 15.09.2010, 18 Uhr 30
Zuschauer: etwa 25
Konzertdauer: circa 40-45 Minuten


"Thanks for listening and please don't forget to buy our records to support our alcoholism".

Sicherlich der Satz des Tages, gefallen am Ende des Showcases der Band Deer Tick. Nur einen Tag nach ihrem doch eher enttäuschenden Konzert im Café de la Danse zogen die jungen amerikanischen Folkrocker in einem Pariser Plattenladen akustisch vom Leder. Wie würde es heute werden? Dies fragten sich außer mir noch gut 20 andere Musikfans, die sich im tollen Shop von Inhaber Michel Pamplune eingefunden hatten. Unter ihnen der talentierte Rod Maurice von le hiboo.com, der die Session filmte und sicherlich bald feine bewegte Bilder liefern wird...

Der Anfang verhieß allerdings nichts Gutes. Sänger John, der sich kürzlich eine üble Grippe eingefangen hatte, wankte vor dem Gig mit Bierflasche in der Hand noch einmal recht benebelt auf die Toilette ("was heißt Toilette auf französisch?", fragte er) und nahm danach ein wenig verwirrt auf einem Stühlchen Platz. Neben ihm saß der zweite Gitarrist der Band. Beide spielten sie auf den hübsch bemalten Vintage-Gitarren, die ansonsten im Shop die Wände zieren. Hinter ihnen saß der lebhafte Drummer der Band, der auch lauthals im Chor mitsingen sollte. Die anderen beiden Member spielten heute keine große Rolle, sie waren nur Betrachter.

Mit 20 Miles vom neuen Album The Black Dirt Sessions ging es los. Gestern hatten sie diesen Hit genau wie den Gassenhauer These Old Shoes ausgelassen, weil sich der Sänger stimmlich dazu nicht in der Lage fühlte. Heute aber flutschte alles schon viel besser. Der Auftakt war ermutigend, aber es sollte noch viel viel stärker werden. Mit jedem angestimmten Song spielten sich die Jungs mehr und mehr ein. Sie begannen richtig Freude an dem Akustikkonzert zu entwickeln und spätestens zur Mitte des Sets hin, hatten sie alle Blockaden abgelegt und schrien sich die Kehlen heiser. Die ohnehin schon krazige Stimme von John Joseph McCauley III wurde noch ein wenig rauer, klang aber teuflisch gut. Vielleicht ist er wirklich der neue Tom Waits (bzw. Van Morrison?) oder so. Die Musikpresse ist ohnehin schon wieder fleißig mit historischen Vergleichen zur Hand und gräbt Creedence/Clearwarter Revival als Referenz aus. Das mag zum Teil zutreffend sein, aber die jungen Kerle aus Providence/Rhode Island wirkten trotz ihres Retrosounds nicht so, als würden sie alten Helden die Füsse küssen. Als sie ein Cover von Towns Van Zandt anstimmten, zeigte Sänger John auf einen im Laden hängenden Holzschnitt des verstorbenen Barden und meinte: "Now we gonna play a cover song of this motherfucker there."...

Die Stimmung im Publikum und bei der Band steigerte sich nun minütlich. Irgendwann hatten alle ein breites Grinsen im Gesicht und als der Überhit These Old Shoes rausgehauen wurde, johlten alle vor Glück. Herrlich wie die Jungs hier miteinander kommunizierten und sich verbal die Bälle zuspielten.

Als Ausfluß der allgemeinen Heiterkeit ist sicherlich auch das Abfeuern des spanischen Klassikers La Bamba zu verstehen gewesen. Das kannte nun jeder hier, selbst die kleine Tochter des Ladenbetreibers sang im Hintergrund lauthals mit. Applaus brandete auf und die Band wollte sich schon verkrümeln, als ich vorlaut und forsch den Baltimore Blues Number 1 einforderte. Da sich die anderen Bandmitglieder schon in die Kabine verdrückt hatten, spielte der Sänger dieses Kleinod ganz allein. Ich fühlte mich schon ein wenig geehrt, als er in meine Richtung zeigend erklärte: "This song is only for this man" (ich war gemeint, cool!). Die feine Gitarrenmelodie, die sich durch dieses Stück schlängelt, ist einfach atemberaubend schön und ich war froh, daß ich ganz zum Entzücken des restlichen Publikums auf dieses Lied bestanden hatte.

Eine rundum gelungene Veranstaltung! Der Chef spricht bei Twitter von der "Best session ever". Yeahh, baby!!

Mehr Fotos von diesem tollen Showcase hier


Montag, 13. September 2010

Damien Jurado, Paris, 11.09.10

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Konzerte: Damien Jurado
Orte: Fargo Recordstore & Café de la danse, Paris Datum: 11.09.10
Zuschauer: 20-30 (Fargo Store), 500-600 (ausverkauft) Café de la danse (Support Campbell/Lanegan)
Konzertdauer: jeweils 30-40 Minuten



Nicht ein Feuerwehrmann aus New York, sondern ein Singer/Songwriter aus Seattle war mein Held an diesem 11. September!

Die Rede ist von Damien Jurado, der gleich zwei mal in der Stadt der Liebe auftrat. Der erste Gig war eine ziemlich exklusive Geschichte. Der Mann mit dem in der Folkszene obligatorischem Karoshirt gab nämlich um 18 Uhr einen Showcase im Fargo Recordstore unweit des Oberkampf-Viertels. 20 Eingeweihte hatten sich in Michels fein sortiertem Plattenladen eingefunden und kauerten zwischen Vinylscheiben auf dem Boden, oder standen vor den Regalen, um andächtig Damien Jurado und seinen traurigen, aber wundervollen Songs zuzuhören. Das Konzert hatte schon begonnen als ich eintrat und ich war nicht der Letzte, der noch später angeschissen kam. Ungefähr 10 weitere Fans tröpfelten im Laufe des Akustiksets noch ein.

Vor den CD-Neuheiten saß der recht kräftig gebaute Mann auf einem Stühlchen und trug einen Zungenschnalzer nach dem anderen vor. Seine Grammofon-Stimme war schlicht und einfach sensationell! Ein unglaubliches Timbre, ein weicher runder Klang, dem er aber ab und an auch ein klein wenig Kratzbürstigkeit beimischte. Wahrlich eine Wohltat für die Ohren und das Herz! Auch sein Auftreten war angenehm sympathisch und bescheiden. Er machte nicht viel Aufheben um seine Person, sondern zelebrierte ganz relaxt seine formidablen Lieder, die zum größten Teil von seinem überaus gelungenen neuen Album Saint Bartlett stammten. In der heutigen komplett akustischen Variante war das Ganze vielleicht noch schöner und berührender als auf dem Tonträger, denn so kam die ungeheure Intimität noch besser zur Geltung. Rachel & Cali oder Cloudy Shoes, egal was er gerade anstimmte, es war schlichtweg ein Traum! Auch dem Altwerk widmete er den ein oderen anderen Track, dann aber sagte er, daß er nun schnellstens zum Café de la Danse müsse, ansonsten würden sie ihn dort umbringen. Hätten sie natürlich nicht gemacht, aber in der Tat erwartete man im Café de la danse Damien Jurado zu seinem "richtigen" Konzert. als Support von Campbell & Lanegan. Zusammen mit seiner Frau, die auch ein paar Fotos geschossen hatte, wanderte er zur zwei U-Bahnstation entfernten Location zu Fuß. Er käme während einer Tournee nie dazu, sich zu bewegen, erklärte er mir später. Ein ungemein netter Kerl und was für ein fabelhafter Musiker!

Im Café de la Danse angekommen, machte er vor deutlich mehr Zuschauern seine Sache genau so gut. Humor bewies er, als er nach drei eher melancholisch gehaltenen Stücken erklärte, er hätte nun seine fröhlichen Songs verballert, von nun an würde es deutlich trauriger werden. Viellicht liegt es an dieser (mir persönlich sehr gut gefallenden ) Schwermut, daß sein Sohn seine Musik nicht sonderlich mag. "My son hates my music. He prefers bands like Daft Punk, Justice or Kraftwerk". Wenn sein Sohnemann älter wird, wird er sicherlich mehr zu schätzen wissen, was sein Vater Großartiges geschrieben hat. Mit seiner Stimme, seinem guten Songwriting und der Fähigkeit, Leute allein an der Akustikgitarre in seinen Bann zu ziehen, verfügt Damien Jurado über alle Qualitäten, die ihn zu einem der besten Singer/Songwriter seiner Generation machen.

Damien Jurado, mein Held dieses 11. Septembers 2010!

Setlist Damien Jurado, Fargo Store Paris:

- Three To Be Seen
- The Loneliest Place I've Ever Been (Is In Your Arms)
- Abilene
- Rachel & Cali
- Cloudy Shoes
- Diamond Sea

+ Newspaper Gown (new)


Ausgewählte Konzerttermine Damien Jurado (ohne Gewähr):

13.09.2010: King Geogr, Köln
14.09.2010: Ekko, Utrecht
15.09.2010: Haus 73, Hamburg
16.09.2010: NBI Club, Berlin
17.09.2010: UT Connewitz, Leipzig



Donnerstag, 8. Juli 2010

Alela Diane, Paris, 07.07.10

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Alela Diane

Ort: Fargo Record Store,Paris
Datum: 07.07.10
Zuschauer: 40-50 oder so
Konzertdauer: eine halbe Stunde


"Alela hat ihre Haare abschneiden lassen, weil sie ihr vor Stress ausgefallen sind", erklärte mir ihr unglaublich netter Vater Tom Menig nach dem Showcase von Alela Diane im schönen Pariser Fargo Record Store. Ich war ziemlich erschüttert, malte mir aus, wie enorm die kalifornische Sängerin gelitten haben muss. Dabei dachte ich, daß der Kurzhaarschnitt mit dem sie zum ersten Mal am 2. Juni 2009 im Pariser Olympia auflief, ein Modegag gewesen sei. Blicke hinter die Kulissen eines immer nett lächelnden Countrygirls, das einen kometenhaften Austieg in Frankreich hinter sich hat. In Amerika recht unbekannt, ist sie in Paris der Star der Folkszene. Ausverkaufte Shows in legendären Locations wie der Cigale und dem Olympia belegen dies eindrucksvoll.

"Back to the roots", nämlich Fargo, galt dann heute sozusagen. Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, daß ihr Pariser Label Fargo glänzende Arbeit geleistet hat. So war es ziemlich normal, daß sie sich bereiterklärte, einen kostenlosen Showcase in dem in diesem Jahr eröffneten Geschäft aufs Parkett zu legen. Die Angelegenheit war "top secret" oder fast. Die Ladenbetreiber hatten zu Recht einen großen Ansturm erwartet und deshalb den Kurzauftritt nicht im Internet publik gemacht. Zudem sollte man sich in eine Gästeliste eintragen. Ich briet wie so oft eine Extrawurst und kam einfach so, also ohne Reservierung, reingestolpert. Aber natürlich wurde ich nicht vor die Tür gesetzt, schließlich gehöre ich zu den komischen Käuzen dieser Welt, die noch reichlich CDs kaufen. Bisher bin ich nie ohne Tonträger aus dem Laden rausmarschiert und heute war dies nicht anders. Bei Alela war ich allerdings eingedeckt, wenn man mal von der Ep zusammen mit Alina Hardin absieht, die ich dummerweise noch nicht besitze. Ich glaubte mich also gut vorbereitet und wurde prompt auf dem falschen Fuß erwischt. Alela und ihr Vater spielten nämlich sofort zu Beginn ein nagelneus Lied namens Eastword Still. Die Stimme der Amerikanerin war brillant wie immer. So ganz ohne Mikro und Verstärker klang sie noch naturreiner, noch lieblicher. Ein Genuß! In der Folge wechselte die Diane zu altbekanntem Stoff über, (The Rifle, White as Diamond) bevor sie mit I Have Returned erneut einen Neuling anstimmte. "But you never now" heißt es dort mehrfach in den Lyrics. Letzter unveröffentlichter Song war dann nach Dry Grass And Shadows ein Stück namens Rising Greatness, das mir auf Anhieb gefiel. Leider kann ich vorläufig nicht mehr dazu sagen, denn in dem Laden war es unfassbar stickig und schwül und der Schweiß tropfte den Zuschauern nur so von der Stirn. Normal, daß man da benebelt ist wie ein besoffener Russe! Es gab sogar Leute, die die Hitze nicht mehr aushielten und bereits in der Mitte des Sets aus dem Geschäft rannten, um an die relativ frische (wir reden trotzdem von 30 °!) Luft zu kommen. Dennoch hatte ich persönlich meine Freude, denn Alela Diane mal aus nächster Nähe zu sehen, war schon etwas Besonderes und hinterher signierte sie mir noch ein Autogramm in das von den Fargo Leuten aufgelegte Printmagazin Eldorado, dessen Titelbild sie auf der allerersten Nummer zierte. Ein paar Erinerungsfotos zusammen mit der Bookerin von Mariee Sioux und mit einem Lächeln auf den Lippen verabschiedete ich mich von dem Ladenbetreiber, Tom und Alela. So nette Leute! Und so natürlich geblieben, bravo!

Setlist Alela Diane, Showcase Fargo Record Store, Paris:

01: Eastword Still
02: White As Diamond
03: The Rifle
04: I Have Returned
05: Drygrass And Shadows
06: Rising Greatness
07: Oh My Mama!


Aus unserem Archiv:

Alela Diane, Frankfurt, 03.06.09
Alela Diane, Paris, 02.06.09
Alela Diane, Paris, 12.11.08
Alela Diane, München, 04.11.08
Alela Diane, Paris, 19.03.08
Alela Diane, Paris, 24.10.07




 

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